Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
Rr. 155 Swetter Statt
Mittwoch, U. Zuni 1924
Wirtschaft.
Bvm Getreidemarkt.
Die Sa a LM^a n ds b e r i ch t e aus dem Reiche lauten wiederum l-echt u n g ü n ft i g. Die Auswinterung p-gr im allgemeinen gerade in Ostpveuhen und Przjnmern am stärksten. So hat sich die Regierung entschließen müssen, zum Ausgleich für Schäden Staatsmittel zur Verfügung gtx stellen, von welchem Angebot auch ziemlich «roher Gebrauch.gemacht wurde. Verspricht so das Wintergetreide ~etR' weniger günstige Ernte, so ftmn man doch behaupten, dah Sommergetreide einen recht guten Stand aufweist.
Wie schvn isg, Ergangenen Monat, so nahm auch diesmal der P r 0 d u k t e n m a r k t von dem amtlichen Saatenstandsbericht recht wenig Notiz. Auch Jia die nächste Zeit scheint dieser auf die Tendenz des Getreidehandels fast gänzlich ohne Einfluh zu sein. Der Produktenmartt, der am Ende der vergangen,en Berichtswoche eine kleinere Festigung unb" aussteigen de Tendenz zu zeigen begann, stand bald wieder im Zeichen einer rückgängigen Bewegung. Diese ist im allgemeinen dem Hmftand zuzüschreiben, dah der Verbraucher, nachdem er seine, Vorräte wieder, wenn auch nur notdürftig, erggrizs,, hatte, durch die zwar nur minimalen Preissteigerungen wieder zur Zurückhaltung veranlaht wurde. Etwas erleichtert wurde ldie Lage durch, , foi? Aufhebung des Verbotes, 'Brotgetreide zu Fütterungszwecken zu benutzen. So zeigte sich einiger Bedarf für Weizen zu Fütterungszweckeu, namentlich als Hühnerfutter, und auch Roggen zu Fütterllngszwecken sano vermehrte Abnahme. Günstig war das Hasergeschäft, doch handelte es 'sich nur um kleinere Posten, so dah das Geschäft, ktzüwn größeren Umfang annahm. Vollständig ins Socken geraten ist das Geschäft in Gerste. Die Brauereien, die schon in den Vorwochen mit Neuanschaffungen gezögert hatten, halten nunmehr, cmMsichts des Streikes in den Doauereien, vollständig zurück.
Am W e l t g Lck r eidemarkt waren verschiedene Schwanftntgen zu beobachten. Auf Grund günstiger Saatenstandsberichte neigte der amerikanische Terminma'rkt zu Beginn der abgelaufenen Berichtswoche erMül zur Schwäche. Viel zur rückgängigen Bewegung der Preise trug auch die Kvrckurrenz Eanck^tZ und Argentiniens im Weizengeschäft bei, die gerade in der vergangenen Woche wieder rech ^deutlich zum Ausdrucke kam. Gegen Ende deb'.Verichtswoche griff allerdings eine neue Aufwattsbewegung am amerikanischen Markte Platz, E"jödvch in Fachkreisen bloßen Spekulationsmanövexn zugeschrieben wird. Die Lage in Nordamerika ist noch recht unklar. Die Anbauflächenfrage tzst noch nicht vollständig gelöst und man glckllbt allgemein, doch mit einem nicht zu unterschätzenden Rückgang der Anbau- ftäche rechnen zu müstzn. Die amerikanischen Farmer, die aus einigen Teilen des Landes bereits in nächster Zeit'mit Angeboten von neuem Weizen zu rechnen habest werden, hatten einen Wrtrag Änbringen lassen, wonach die Regierung chnen ihre Vorräte mit einem halben Dollar pro Dashel abnehmen sollte und somit ein Monopol für Weizen geschaffen^ Mär de. Wie verlautet, ist dieser Antrag nunmehr endgültig abgelehnt worden. So dürfte sich inv neuen Erntejahrc die Lage der- amerikanischen 'Landwirtschaft recht ungünstig stellen.
*
• KonkuHessen. Heber das Vermögen der Firma/Hü d de u ts che s Dentalhaus, A.-G., g,r nr ft a b t ist das Konkursverfahren eröffn^Mprden. Forderungen sind bis zum 3. Juli beim. Amtsgericht l in Darmstadt anzumelden. — Heber das Vermögen des Glasermeisters Georg Karl Harz in Butzbach wurde ebenfalls das Köstkürsverfahren eröffnet. Forderungen sind ßlOfctft 19. Juni beim Amtsgericht Butzbach anzumelden,
*
Berliner Dorfe.
Berlin,. 1^/, Juni. (Wolff.) Da in den Hrfachen für dgK- Derzeitige Darniederliegen des Börsengeschäftes.nÖPlich in der Geld- und Kredi - not, noch leine E^ßeichkerungen eingetreten sind, auch anderweitige - -Anregungen nicht vorlagen, zeigte die Döpss-daS'-gleiche Bild der Zurückhaltung und ausg.espriäch^en Geschäftsstille wie bisher. Die überall b^NHandel und Industrie herrschende GeldknappheH veranlaßt trotz des bereits stark gewichenen M si'rcmdes immer wei ere K ei e zum Abstößen des bisher durchgehaltenen Effe'teir- besitzes. Kauflustckft-so gut wie nicht oder nur bei stark ei mäßigten-Kursen vorhanden Am Mon- tanmarkt wollte .man außerdem Zwangsveriäufe wieder für Hamburger Rechnung und auch sonst große Abgab-r bemerken: die Kurse erfuhren deshalb fast üchMls. weitere Einbußen, die in ihrer Gesamtheit Mer eine Billion Prozent nicht hinausgingen und-nur bei einigen Mon an- und Industriewerten 2-^4 Billionen Prozent betrugen.
Ueber TGLührit, Mode und anderes.
(Gespräche mit Bübchen.)
Von Rlü-Lolf Presber.
„Papa, bispMh7 eigentlich schön?" „Nein, Bübchen, ich bin nicht schön." „Warum bist-du'denn nicht schön? Weil du keine solche geschlungenen Beine hast, wie Onkel Hugo?" "7
„Nein, nein, Bübchen. Von den Beinen vom Onkel Hugo darfst du nie sprechen, nie! Hörst du? Der kann nichts dafür, daß er solche geschwungenen Beine Hatz ".
„Kannst du was für deine Beine, Papa?"
„Nein, ich kLnst auch nichts für meine Beine. Der liebe Gott läßt eben den Menschen die Beine wachsen, wie sie.sthm gefallen."
„Ach so, dachahM also dem lieben Gott dem Onkel Hugo seine Seine gefallen?"
»Ja — das heißt — so — aber...“
»Aber das darf ich ihm dann doch sagen, dem Onkel Hutzd^' Das freut ihn doch sicher, das dem lieben,seine Beine gefallen."
„Bübchen, man' spricht überhaupt nicht mit einem andern über seine Beine."
»Sind denn die Beine unanständig... ? — Ach, jetzt weih Ich..auch warum Mama und Cante Ida sie immer verstecken!"
„Nein, Bübchen. Hnanständig sind Beine ganz und gar nicht. Hüd daß Mama und Tante Ida — und überhaupt alle Frauen — Röcke tragen, das ist — das tun sie — das macht eben dis Mode."
Tendenz: Feiertagen
scheint sich vorläufig noch keine größere Belebung des Marktes einftellen zu wollen. Trotz der weiteren Entspannung auf dem Geldmärkte g bt dies keinen Anlaß zu Käufen, da nach wie vor die größte Lustlosigkeit herrscht. Man bef achtet noch weitere Zahlungseinstellungen, während man mit Genugtuung feststellte, daß sich die finanziellen Schwierigkeiten bei der Ludwig Gans-A.-G. in Mainz nunmehr doch mit Hilfe eines Dankkonsortiums beseitigen lassen werden. Das Angebot blieb daher auch heute im Hebergewicht unj bewirkte ein leichtes Nachgeben auf fast allen Gebieten, nachdem noch an.änglich die Kurse ziemlich behauptet waren. Allerdings waren die Abschwächungen nur ganz geringfügiger Art, was wohl in dem geringeren Hmfange der Hmsähe feine Begründung hat Die Verluste betrug n in der Regel nicht mehr als eine halbe Billion Prozent, nui bei den 2Nontanwerten kamen rercinzelt noch solche von einer und mehr als einer Bill-on Prozent vor. Es ist vorläufig '.roch nicht abxuf.ben, wann endlich die Tendoirz umschlagen w rd. Dies hängt natürlich eng mit einer eventuellen Belebung des Wirtschaftslebens zu'ammen, und die e Belebung endlich mit der Gewährung von ausrcich n- den Krediten an die Industrie, damit diese ungehindert und im vollen Hmfange arbeiten kann. Im freien Verkehr nannte man Api 21 2, Becker-
Die gleiche Geschäftsstille wie bei den zu schwankenden Kursen gehandelten Papieren herrschte auch bei den Einheitskurswerten. Am Geldmarkt ist infolge von Kündigungen und Zinsheraufset- zungen seitens der Seeharrdlung Geld etwas gesuchter, bei den Devisen sind die Anforderungen wieder etwas geringer gewesen, so daß die vollen Zuteilungen wie auch bei den Banknoten aufrecht erhalten werden kann.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
•) Dom ar—zahlungswrcL.
Frankfurter Dorfe.
Frankfurt a. QU., 10. Juni. Schwächer. — Auch jetzt nach den
3n Billionen Prozent
Frankfurt a. M.
Berlin
Schlich.
Schlich.
Schlich.
Schluß.
Nurs
Kurz
filtrs
fiur»
Datum:
6. 6.
10. 6.
6. 6.
10. 8.
5% Deutsche Ncichsanleibe .
4% Deutsche Reichs»»leihe .
0,065 0.330
0,067 0,325
0,068
0,350
0,068
3'/»% Deutsche Relchsanleihe
0,170
0,200
0,1 €1
6,188
3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämienanleihe
0,600
0,626 0,0 0
0,675
0,85
0,600 0,115
4% Preußische Konsols . . .
4°/0 Hessen...........
—
0,195
0,196
—
Hessen ..........
—
—
—
—
3°/0 Hessen...........
—
—
—
—
Deutsche Wertb- Dollar-Anl.
4,2
4,2
4,2
4,2
dto. Doll.-Schay-Anweisng.')
73,6
73,40
73,5
73,4
4% Zolltürkcn.........
3,63
3,65
3,5
3,65
5% Goldmexikaner .....
—
40
39,25
37,75
Berliner Handelsgesellschaft •
19
-
—
17,9
Commerz- und Privat-Bank.
3,75
3,65
3,5
3,5
Tarmst. und Nationalbank .
6
5,75
6
ö
Deutsche Bank......., .
6,8
7
7
7
Deutsche Bcreinsbank ....
0,450
0,450
—
—
Disconto Commandit ....
7.7
7,65
7,8
7,6
Mctallbank...........
A
11
—
—
Mitteldeutsche Creditbank. .
1.2
1,25
1.1
0,37
Oesterreichische Creditanstalt.
0,390
0,375
0,37
Westbank............
0,300
0,300
—
0,425
Bochumer Guß........
43,25
39,1
Buderus............
8,63
7
83
8
Caro .............
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerk« . .
Harpcner Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben....
10
39,75
43,25
8,75
36,26 40
10
39,6
43,13
8,75
36,5
39,1
50,75
6,75
6,25
60,5 7
48,5
6,6
Kaliwerk Westeregeln.....
11,25
10,25
11
9,65
Laurahütte...........
4,5
3,75
4,3
3.75
Oberbedarf...........
9,25
9
10
8
Phönix Bergbau.......
20,75
20,5
21
19,65
Rhcinstahl...........
17.6
(7
17,75
17,25
Riebest Montan........
&
33
33,26
32,75
Tellus Bergbau........
1,25
1
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Lloyd.....
'S,95 4,4
1 18,8
1 4,2
19,9
4,3
18,75 4
Chcramische Werke Albin . .
—
—
—
—
Zementwerk Heidelberg . . .
7,6
7,1
—
—-
Philipp Holzmann......
2,13
2
—
2
Anglo Cont-Guano.....
9,25
8.5
8,75
8,25
Badische Anilin........
12,6
11,75
12,4
11,65
Chemische Mayer Alapin . .
—
1
—
—
Goldschmidt..........
Griesheimer Electron ....
8,5
8,6
8 8
8,6
8,5
8
8,2
Höchster Farbwerke......
9,25
8,5
9,1
8,2
Holzverkohlung . .......
6,3
6,3
—
—•
Rütgerswerke.........
9,25
8,75
8,87
8,6
Scheidcanstalt.........
12,1
11,6
—
—
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft
7,3
6,75
7,25
6,6
Bergmann...........
9,75
9
9,75
9,5
Mainkraftwerke........
4,8
4,75
—
—
Schustert............
— -
25,5
27,25
26
Siemens & HalSke......
38
—
37,5
34,5
Adlcrwerke Kleyer......
1,35
1,25
1,25
1
Daimler Motoren.......
2 ,6
2
2,1
2
Heyliycnstaedt.........
2
1.75
*
—
Mcgüin........... .
12
10,5
10
8,75
Frankfurter Armaturen . . .
0,510
0,610
__
_
Konservenfabrik Braun . . .
—
—
—
Metallgeselvchaft Frankfurt.
11,75 1
11,5 1
0,9
0,85
Schuh'abrik Her;......
2,1
2
2
—
Lichcl..............
4,4
4
—
-
Zcllstou Waldhof.......
6,25
6
7
6
Zuckerfabrik Frankenthal . .
3
2,9
Zuckerfabrik Waghäusel . . .
2,35
2,35
—
—
Stahl 25/s. Becker-Kohle 43/8, Entreprise 33, Petroleum 9y2, Hfa 3'/8. Aus dem Devisenmarkt ift der französische Frank mit 861/., gegen London etwas schwächer.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark aitifaebrflrtt. BuenoS-AireS, London, Neu. York, Japan. Riode Jmietro fär eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige fär 10Ö Einheiten.) Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
Banknoten.
(Ohne Gewähr.)
6. Juni
10. Juni
Rcpart.
Amtliche Geld
Notierung Brief
Amtliche Noticrua,
Geld
Briet
6.
110.
Amst- 9t ott.
156,61
157,39
156,61
157,39
volllvoll
Brss. Antw
18,45
18,55
18,20
16, 0
voll voll
Ehristiania.
56,36
56.6!
55,16
f 6,84
voll
voll
Kopenhagen
70,57
70,93
70,57
70,93
voll!voll
Stockholm .
110,72
111,28
110,72
111,28
voll
voll
Helsingfors-
10,47
10,53
10,47
10,53
voll voll
cklalicn. . .
18.175
18,275
18,20
18,. 0
voll voll
London. . .
18,055
18,145
18,055
18,145
voll»voll
Neuyork . .
4,19
4,21
4,19
4,21
volllvoll
Paris. . . .
Schwei; . .
21,05
21,15
20,95
21,05
voll!voll
73,52
73,88
73,52
73,88
voll
voll
Spanien . .
66,11
66.39
66,11
66,39
voll
voll
Wien in D-- Oest.abgcst
5,89
6,91
5,89
5.81
voll
voll
Prag . . . .
12,22
12,26
12,19-
12,25 5
voll
voll
Budapest . .
Buen.-Aires
4,59
4,61
4,59
4,61
voll^voll
1,345
1.355
1,345
1,35.5
voll voll
Bulgarien
2,95
2,97
2,99
3,01
OOlliDOll 1’0(1 >0(1
stavan . . . Rio de Ian.
1,685
1,675
1,665
1,675
0,425
0,436 6,06
0,425
(,435
volllvoll
Belgrad . .
6,04
4,99
5,01
vollcholl
Lissabon .
11,97
12,03
11,97
12,03
volllvoll
Berkin, 10. Juni
Geld
Briet
Revarr. °/a
Amerikanische Noten.....
Belgische Noten........
Dänische Noten........
Englische Noten........
Französische Noten......
4,19 17,95 70,17 17,99 20,95
155,86 13,05 56,1
5,94
1,74 110,41
73,22 66,76
12,12
4, 9
4,21
18,95 70,53 18,03 21.05 166,54
18,1 • 56,44
5,83 l,76
110,97
73,68 5f,0<
12,18
4,31
voll roll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
Holländische Noten......
Italienische Noten......
Norwegische Noten......
Deutsch üestcrr ,2100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten.......
Märkte.
Berliner Produktenbörse
Berlin, 10. Juni. (Wolfs.) Am Pt?duklen- markt fehlte es wie bisher nahezu vollständig an Hnlernehmungslust. Das Geschäft in Weizen liegt unverändert still, da der Mehlabsah geringfügig und das Mehlgeschäft bei diesen Serijällniifen unlohnend bleibt. Für Roggen bestand wohl einige Nachfrage, doch waren die Forderungen meist zu hoch. Für Hafer wurden die knapp an- gebotenen guten Qualitäten für den laufenden Berliner Bedarf aufgenommen. Es wurden n fiert für je 1000 Kilo: Weizen märk. 147 bis 150 (rfthig). Roggen märk. 128 bis 134 (befestigt), Braugerste 148 bis 154 (schwächer), Futtergerste 140" bis 147 (schwächer), Hafer märt. 126 bis 133 (still), Aaps 250 (ruhig): für je 100 Kilo: Weizenmehl 21,50 bis 24 (kaum befestigt), Roggenmehl 19 bis 21,25 (ruhig), Weizenkleie 9,10 bis 9,40 (stetig), Roggenkleie 8,60 bis 8,70, Diktvriaerbsen 18 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10,50 bis 11, Ackerbvhnen 13 bis 14, Wicken 1.0,50 bis 12, Lupinen blau 9,50 bis 10, Sera della alt 13 bis 13,50, neu 11 bis 13, Rapskuchen 9 bis 9,20. Leinkuchen 17, Trockenschnitzel 6,40 bis 6,60, Kartoffelstöcken 16,50.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurta. M, 10. Juni. Am h utigen Produktenmarkte war die Stimmung sehr still bei ganz kleinem Geschäft, da nut sehr wenige Händler anwesend waren. — Es wurde fast nich.s umgesetzt, doch zeigte es sich, dah sich die kleine Nachfrage in der Hauptsache auf Mehl und Weizen beschränkte. Die genannten Preise sind als vollkommen unverändert, höchstens für Weizen als etwas fester zu bezeichnen. Es nv'ierlen je 100 Kilo: Weizen (Wetlerau) 16,25 bis 16 50, Roggen 14,75 bis 15, Braugerste 16 bis 16,53, Haf.r (inländ.) 14,75 bis 15,25, We zenmehl südd. Spezial 0 26,25 bis 28, Roggenmehl 22,5 bis 23, Weizen- und Roggenkleie 8,75 bis 9,50.
Frankfurter Schlacht^iehmarkt.
fpd. F r a n k f u r t a. M. 10. (Juni. Auftrieb: 287 Ochsen, 78 Bullen, 989 Färsen und Kühe, 259 Kälber, 47 Schafe und 2869 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen: vol fl. 46 big' 52, junge fleischige 33 bis 45, mäßig genähte junge und gut genährte ältere 30 bis 37: Du l len: vollfl. ausgemästete 35 bis 40, vollfl. jüngere 28 bis 34; Färsen u. Kühe: vollfl. Färsen 45 bis 50. vollfl. Kühe 43 bis 45 wenig gut entwickelte Färsen 36 bis 4'4, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 38, mäßig genährte Kühe
und Färsen 25 bis 32, gering genährte Kühe und und Färsen 10 bis 20; Kälber: feinster Qualität 56 bis 62, mittlerer Qual. 50 bis 55, geringerer Qual. 38 bis 48; Schweine: unter 80 Kilo 40 bis 48 von 80 bis 100 Kilo 48 bis 50, über 100 Kilo 48 'bis 50 Mark. Der Handel vollzog sich langsam. Schweine hinterließen größeren Heberstand.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Ein anderer Wind aus dem
Westen?
London, 10. Juni (WB.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Teleg aph" meldet- ergänzend zu seinem gestrigen Bericht über die Punkte des Hebereinkommens zwischen den Vertretern der englischen Arbeiter und dem französischen Block der Lin - k e n. Beide Gruppen seien bestrebt, die in Deutschland vorhandenen demvkratiich.n Elemente zu ermutigen. Zu diesem Zwecke sei eine sofortige Amnestie für die deutschen politischeift Gefangenen und die Freilassung der deutschen Geiseln in den besetzten Gebieten in Aussicht genomm n. Den zunehmenden Requisitionen von offen • liehen und privaten Gebäuden durch die 'Besatzungsbehörden für militärische Zwecke und dem Bau neuer Kasernen and Paradeplähe müsse ein Ende gemacht werden. Man stimme auch darüber überein, daß der Dawesplan die Beseitigung der Micumver träge bedeuten würde. Die Art, in der der Weltge- r i ch t s h 0 f in Zukunft von .den Alliierten für die Friedensregelung verwandt werden soll, sei ein technisches Problem das sorgfältige Prüfung erfordere, bevor es endgültig gelöst Weeden könne.
Die Spannung zwischen Japan und Amerika.
London, 10. Juni (WTD.) Die „Westminster Gazette" berichtet aus Washington, daß dle amerikanische Antwortausden japanischen P rote st wegen der amerikanischen Elnwanderungsmaßnahnen unmittelbar bevorstehe. Man erwartet, daß das Staatsdepartement endgültig der Meinung Ausdruck geben werde, haß die bestehenden Vertrags- Verpflichtungen n^cht verletzt worden sind. Die Antwort werde in freundschaftlichstem Tone gehalten werden.
Das Staatsdepartement erhielt von der amerikanischen Botschaft in Tokio die Nachricht, daß Japan den Gentleman-Vertrag, d. h. die freiwillige Ernschräntung der Ernwanderung, einzu halten beabsichtige, solange das amerikanische Einwanderungsverbotsgesetz noch nicht in Kraft sei.
Reuter meldet aus Tokio: Die b-ieigen tinematographischen Gesellschaften haben gestern den Boykottgegen dieameritanis ch e n Filme beschlossen und ihre Kollegen in ganz Japan aufgefordert, sich diesem Vorgehen anzuschließen.
Geschäftliches.
Süße Speisen von Rhabarber.
Rhabarbergrieß. 2 Pfd. Rhabarberstiele werden geschält, in kleine Würfel geschnitren und mtt P/2 Liter Wasser, einem Stückchen Zimt und Zitronenschale zum Kochen aufgesetzt. Nach 10 Minuten langem Kochen schüttet man unter ständigem Rühren auch 100 Gr. groben Grieß hinzu. Sobald derselbe gar geworden ist, tut man 3 Eßlöffel Zucker und 1 Prise Salz hinzu und schmeckt den Grieß mit Süßstosflöfung ab. Zuletzt rührt man noch 6—8 Blatt ausgelöste rote Gelatine hinzu. Die Speise wird in von Wasser umspülte Schalen gegossen und nach dem Erstarren gestürzt. Es wird ein Vanillenbeiguh dazu gereicht.
FABRIK KESSLER & CO. GELNHAUSEN
„Wer ist denn die Mode? Wie heißt sie denn mit Vornamen?"
„Die Mode ist gar keine Person, Bübchen. Die Mode ist... Also, verstehst du, wenn viele Menschen, die Geschmack haben, — das ist Freude an etwas Hübschem — wenn die Übereinkommen, jetzt werden wir so einen Hut tragen oder so ein Beinkleid — dann nennt man das Mode."
„Das Beinkleid nennt man so? Ich dachte, das heißt „Hose"?"
„Nein, nicht das Beinkleid — oder doch das nicht allein. Alles, was man anziehen kann, alles — zum Beispiel..."
„Ich weiß schon, Papa — Windelhöschen und Nabelbindchen, wie sie unser Peterchen..."
„Nun, auf Windelhöschen erstreckt sich die Mode nicht gerade. Aber paß' mal auf, Bübchen — du hast doch sicher Mamas neues Kleid gesehen, nicht wahr-? Nun, das ist doch ein wenig anders, als das alte."
„Welches alte? Meinst du das gelbe Sommerkleid? Das ist doch überhaupt nicht mehr. Da bekommt Evchen doch Spielhöschen davon."
„So? Nein anders, meinte ich, als alle andern Kleider, die sie hat. Der Rock ist doch wieder etwas länger geworden..."
„Wer macht denn den länger?"
„Natürlich die Schneiderin."
„Ach so, das ist das Fräulein, das immer Stecknadeln im Mund hat und um die Mutti herumkniet — die macht die Röcke länger? Hnd woher sind sie denn vorher kürzer geworden und warum denn?"
„Das war eben die Mode, Bübchen."
»Ach, jetzt weiß ich, — die Mode macht alles
kürzer, und das Fräulein Eisenhut macht alles wieder länger.“
„Nein, das Fräulein Eisenhut tut nur, was die Mode vorschreibt. Das müssen wir alle tun, auch wenn wir es nicht gern tun."
„Ach? Hnd die Mode schreibt vor, daß das Fräulein Eisenhut Stecknadeln in den Mund nimmt, wenn sie um die Mutti herumkniet? Warum nimmst du denn keine Stecknadeln in den Mund, Papa?"
„O Gott, 0 Gott! Die Stecknadeln, Bübchen, dienen doch nur dazu, etwas festzustecken."
„So? Die Mutti sagt aber, nur unordentliche Menschen stecken alles mit Nadeln!"
„Da hat die gute Mutti, wie immer, recht. Aber sie meint das fertige Kleid. .."
„Warum sagt sie denn „alles", wenn sie bloß das fertige Kleid meint? Hnd warum steckt denn Fräulein Eisenhut das Kleid nun wieder länger, wo du doch gesagt hast —“
„Was hab' ich gesagt?"
„Du hast gesagt, die Menschen, die Freude an was Hübschem haben und die einen GSchmack haben —"
„Das ist dasselbe."
„Na, die dasselbe haben, die kommen überein: jetzt werden wir so ein Kleid tragen."
„Nun ja, so ist es doch."
„So? Aber sie sind doch früher anders über= eingetommen. Haben sie denn da noch keine Freude an was Hübschem gehabt?"
„Doch, gewiß. Aber siehst du, wenn man etwas schon längere Zeit gehabt hat, und es wird älter und unansehnlicher, dann scheint es einem nicht mehr so hübsch —“
„Ach, ich weih. Dann wirft man's weg, tote der Betrunkene neulich auf der Straße feinen Hut."
„Wegwerfen? Aber nein, das tut man nicht. Oder doch nur, wenn einer sich betrunken hat, tut er das. Hnd wir betrinken uns doch nicht."
„Nein. Aber was machen wir denn mit den Sachen, die wo nicht mehr so hübsch scheinen und die älter und unansehnlicher geworden sind?"
„Nun, die hängen wir in den Schrank oder wir verschenken sie."
„Ist der Onkel Hugo auch beri den Leuten, Papa, die einen Geschmack haben, und die —“
„Aber natürlich. Onkel Hugo hat sogar viel Geschmack. Er ist — aber das verstehst du erst später — er ist sogar ein Aesthet."
„Warum verschenkt der Onkel Hugo denn die Tante Ida nicht?"
„Was redest du da für dummes Zeug, Junge!?!"
„Aber die Tante Ida ist doch älter und unansehnlicher."
Was sind das für Albernheiten!"
„Hnd gefallen tut sie dem Onkel Hugo doch auch nicht mehr. Das hat er neulich selber zu Mutti gesagt."
„Junge, sprich doch nicht so'n Husinn!"
..Aber das weih ich. Papa, wenn dir mal die Mutti nicht mehr so hübsch scheint, daun kannst du sie ruhig dem Onkel Hugo schenken. Die gefällt ihm!"
„Sooo!? Hat er ihr das etwa auch gesagt?"
„Nein. Aber wenn er sie ansieht, weiht du, dann macht er immer so ein Gesicht genau wie du, Papa, wenns dick? Erbsensuppe gibt, die, wo du so arg gern ifctF


