Ausgabe 
11.6.1924
 
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beühende Verpflegung bieten. Die Fürsorgserzte- lhung darf nur in Anstalten tmrchgeführt werden, die von dem Landesjugendamt für geeignet erklärt find. Das Jugendamt soll für jeden, sei es in der eigenen, fei es in einer fremden Familie, unter- igbrad>ten Minderjährigen einen Fürsorger bc- ftellen. Heber die Aufhebung der Fürsorgerrzie- hung und über den Widerruf einer unter dem Vorbehalt des Widerrufs aufgehobenen Fürsorge­erziehung entscheidet das Vormundschaftsgericht.

Wer zur Zeit des Inkrafttretens dieser Der- vrdnung ein Pflegekind von 6 oder mehr Jahren in Pflege 'bat bedarf, sofern nicht die Voraus­setzung des Paragraphen 21 des Reichsgesetzes für Iugendwohlfahrt vorliegen, jur Fortsetzung der Pflsge der Erlaubnis des Jugendam­tes Gr 'hat die Pflegestelle binnen einem Monat dem Jugendamt schriftlich anzuzeigen. Falls bin­nen drei Monaten nach Eingang der Anzeige das Jugendamt nicht anders entscheidet, gilt die Er­laubnis als erteilt.

* Die schtvarz-rot-goldeneKv- karde. DerVorwärts" meldet: DieReichs- eisenbahnverwaltung hat angeordnet, daß ihre sämtlichen Beamten bis zum 22. Juni im Besitz der neuen schwarz-rot-goldenen Kokarde sein müssen. Die anderen Behörden, deren Be­amten Uniform tragen, Steuer und Post, wer­den demnächst ebenfalls Bestimmungen zum Tragen der neuen Kokarde erlassen.

** Ernennungen. Durch Entschlie­ßung des Landesamts für das Bildungswesen wurden zu Studienassessoren ernannt: die Studienreferendare Dr. Walter Gottschalk zu Gießen und Dr. Heinrich Schaum zu Friedberg, beide mitWirkung vom l.April 1924.

** 3tx de n Ruhestand versetzt wurde am 6. Juni der Polizeioberwachtmeister Hermann D e n d e r zu Gießen auf sein Rach­suchen mit Wirkung vom 1. Juli 1924 an.

! £ Dos seltene Fest der Diaman­

tenen Hochzeit begehen morgen, Donnerstag. Die Eheleute Friedrich Muhl und Frau geb. Dechert, Licher Strohe 7. Das Jubelpaar, das aus Alken-Duseck gebürtig ist, steht im 84. bztv. 83. Lebensjahr und erfreut sich einer noch ver­hältnismäßig guten körperlichen Rüstigkeit und geistiger Frische. Herr Muhl, der seit 1887 in der Zigarrenfabrik Dock, Marburger Straße, bis vor kurzem als Zigarrenmacher beschäftigt war, ist, tote festgestellt wurde, der älteste Zi­garrenmacher Deutschlands.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. RundfunkhauS, Loderstrahe: 8V2 Uhr Vorlesun­gen von Paul Kornfeld. Lichtspielhaus, Dahn- Hofstrahe:Pat und Patachon". Palast-Lrcht- sprrle:Die Finanzen des Grohherzogs".

Abonnementskonzerte unserer Militärkapelle. Auf der Liebigshöhe be­ginnen am morgigen Donnerstag abend wieder die von jeher sehr beliebten Militärkonzerte un­serer Reichswehrkapelle. Die Konzerte werden bei gutem Wetter im ©arten, bei ungünstiger Witte­rung jm Saale gegeben. Für gute Musikfolgen will Obermusikmeister"L0 ber besorgt sein. Der Kartenverkauf findet bei Challier statt. (Siehe heutige Anzeige.)

Zweigverein vom Roten Kreuz. Donnerstag, 26. Juni, Hauptversammlung. (Siehe Heutige Anzeige.)

Wettervoraussage

Wolkig bis bedeckt, zeitweise auffrischende Winde, wärmer, erneute stärkere Regenfälle.

Landkreis Gießen.

* Holzheim, 10. Juni. Die Kreis­st raheHvlzheimGambach ist wegen Umbaus der Fahrbahn in Holzheim bis auf weiteres gesperrt worden.

i. O 6 e r 6 e f f i n g e n, 10. Juni. Das Denk­mal für d i e Gefallenen unseres Ortes, das am Sonntag geweiht wurde, hat auf unserem am stillen Walde gelegenen Friedhöfe seinen wür­digsten Platz gefunden. Es zeigt auf schwerem Sockel eine Säule, die ton einem wuchtigen Kreuz gekrönt ist. Die Damen von 15 Gefallenen über­liefert das Ehrenmal der Mit- und Racha>elt als Zeichen leuchtender Vaterlandsliebe. Der Ent­wurf des Denkmals stammt von Regierungsbau­meister Schneider -Gießen, die Ausführung war dem Steinmetz Werner in Hungen über­tragen worden.

Kreis Schotten.

* Schotten, 10. Juni. Der diesjährige P f i n g st m a r k t, verbunden mit Prämie­rung des Viehes, war aus allen Teilen der Provinz sehr gut besucht, wozu das prächtige Wetter beitrug. Ferkel von sechs Wochen kosteten 20 bis 25 Mk., von acht Wochen 30 bis 35 Mk., sog.Springer" (gegen drei Monat alt) dagegen 45 bis 60 Mk. Sehr gut war das Vogelsberger Rindvieh (rote Rasse) vertreten, teilweise ge­radezu prächtige Exemplare. Den 1. Preis der 1. Klasse (Kühe, die drei Kälber hatten) errang Schotten, den 1. Preis der 2. Klasse (Kühe, die weniger als drei Kälber hatten) errang das Dors Wohnfeld bei Ulrichstein. Der Verkehr der Touristen war an den Psingstfeiertagen wie­

der sehr lebhaft. Heute zog eine starke Gruppe desMain-Taunus-Gaues des deut­schen Handlungsgehilfen-Ver bän­de s" der über 50 000 Mitglieder zählt, durch unsere Stadt. Prof. Dr. Roesche n - Laubach war für die Führung durch die Stadt und für einen Dortrag über den Vogelsberg in seiner geschichtlichen und wirtschaftlichen Bedeutung ge­wonnen worden. Auch verschiedene hiesige Be­wohner folgten mit Interesse den Ausführungen des bekannten Geschichts- und Altertumsforschers. Die geologische Bildung des Gebirges, die Dor- geschlchte der Gegend und die wichtigsten Ab­schnitte der Geschichte wurden eingeheird und höchst anschaulich behandelt, auch die wichtigsten Denk­mäler und Bauten (Kirche, beide Burgen, Rathaus) ausführlich besprochen.

lg. ©eher n, 9. Juni. Das am ersten Pfingst- feiertage hier stattgehabte Kirchenkonzert des GesangvereinsSängerlust" aus Frank­furt a. M. -Eschersheim unter Leitung des Staatl. Musikdirektors Ferdinand Bischof und unter Mitwirkung von Frau Meta Carl-Mie­ten s (Sopran) und Herrn Carl Link (Violine) aus Frankfurt a. M. bildete einen Höhepunkt im kirchenmusikalischen Leben unseres Ortes. Für den Verein war es ein voller künstlerischer Erfolg. Es wäre Vermessenheit, wollte man an die einzelnen Darbietungen des auserlesenen Programmes, aus dem nur die Damen Mozart, Beethoven, Wagner, Schubert, Kreutzer, Hummel und Lachner genannt seien, die kritische Sonde anlegen. Sämtliche Ge­sänge, die teilweise in rhythmischer und dynami­scher Hinsicht hohe Anforderungen an die Sän­ger stellten, sowie auch die Solls wurden in künst­lerischer Vollendung zu Gehör gebracht. Leider war das Konzert nicht so zahlreich besucht, wie man es hätte erwarten sollen, zumal der Reinertrag für die Erneuerung einiger Fenster unserer Kirche bestimmt war. Dkig einesteils der Grund "bafür in der allgemeinen Geldknappheit zu suchen fein, so ist doch andererseits nicht die Tatsache von der Hand zu weisen, daß die Gleichgültigkeit wirklich künstlerischen Veranstaltungen gegenüber in un­serer Gemeinde recht groß ist. Abends hatte der Verein die Gederner Bürgerschaft zu einem Unterhaltungsabend eingeladen, der recht gut besucht war. Auch hier erntete die wackere Sängerschar reichen Beifall für ihre hervorragen­den Leistungen.

Kreis Friedberg.

spd. Friedberg, 10. Juni. Dach Mit­teilungen der Kulturinspektion ist das Wasser der U f a und der Wetter im Bereich der Stadt Friedberg nichteinwandfrei und zum Baden ungeeignet.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 9. Juni. Unter zahl­reicher Beteiligung wurde am Samstag auf dcm Festhallengelände die 6 0 Gründungsfeier des Fußart. - Reaiments General­feldzeugmeister »Brandenburgisch es) Dr. 3 mit einem Kommers eröffnet, bei welchem dem Regiment von vielen Seiten Glückwünsche darunter in einem Schreiben auch die des Grohherzogs dargebracht wurden. Die beim Reichswehr-Artillerieregiment Fulda unterhaltene Traditions - Batterie d^s ®. F. Z.-Regiments nahm an der Feier teil. Bei der am Svnn'ag abgehaltenen Tote n°G edächtnisfeier wies Pfarrer V e i d t in packenden Worten auf die Bedeutung des nationalen Gedankens und des Frontgeistes hin, woraus der letzte Kommandeur des Regiments Oberstleutnant a D. R 01h- malet einen kurzen Uebetblick über die Geschichte des Regiments gab. Dach dem Abschreiten der Aufstellung fand unter Vvrantritt der ehemaligen Regimentskapelle ein Vorbeimarsch statt. Ein ge­meinschaftliches Mahl, Konzert, Tanz und Unter­haltungen mannigfacher Art hielten die Teilneh­mer mit ihren Angehörigen den Tag über zu­sammen. Mit einem Ausflug nach der Saalburg in Begleitung der Regimentsmusik fand die Feier heute ihren Abschluß.

fpd. Fran kfurt a. M., 10. Juni. Erst jetzt lassen sich die Folgen des verheerenden Unwetters, das sich am Pfingstsonntag nachmittag üb^r Groh-Frankfurt mit unerhörter Gewalt entlud, übersehen. Da- mentlich haben die westlichen Stadtteile und die hier liegenden Gartenanlagen unter den Hagelkörnern und den ungeheuren Wasser­fluten schwergelitten. Weite Strecken von Kleingärten standen nach zwei Tagen noch un­ter Wasser, die Hagelkörner haben die zarten Pflanzen zerschlagen, die von den höher ge­legenen Stellen herabschiehenden Wasserfluten ten haben die Aecker und Gärten tief ver­schlammt. Der Schaden ist außerordentlich groß.

Vermischtes.

Ein Heilserum gegen dc« Krebs.

Philadelphia, 10. Juni. (Wolff.) Ha­ras. Dem BlatteDorth Ame.ican" zufolge hat Dr. © l 0 v e r in Toronto City in Kanada den Krebsbazillus isoliert und ein Heil­serum zusammengestellt. Das Seram, das seit zwei Jahren versuchsweise bei mehr als 200 Krebsfällen angewandt worden ist, ton denen einige hoffnungslos waren, hat in der Mehrheit der Fälle günstige Resultate ergeben; in eini­

gen Fällen sind sämtliche Krebsshmptome ver­schwunden.

Ein Auto gegen einen Zug. Vier Tote.

Berlin, 10. Juni. Wie derLokolanz." meldet, stieß gestern abend gegen 9 Uhr ein Personenauto zwischen Oranienburg und Gransee im Dorden von Berlin auf einem schran­kenlosen Uebergang mit einem Kleinbahn - zug zusammen. Das Auto stürzte dabei um unM wurde von der Maschine gefaßt. Die In­sassen wurden eine kurze Zeit mitgeschleppt. Vier Personen irurben getötet, drei schwer ver­letzt.

Dom Zuge überfahren. Vier Menschen getötet.

Münster (Wests.), 9. Juni. (WTD.) Amt­lich. Am 7. Juni, abends 10 53, wurde vom Per- sononcug 699 auf einem unbewachten Weg Über­gang der Landstraße Dortrup Quaken­brück em Fuhrwerk des Gutsbesitzers A s s e r - b e h l aus Bork bet Quakenbrück überfahren. Sie Ehefrau sowie zwei Kinder und ein Fräulein Becker aus Oldenburg wurden ge­tötet. Dach der Untersuchung ist mit ziemlicher Sicherheit Verschuldung des Wagenlenkers an­zunehmen.

Em 13jLhriger Junge als Einbrecher und Brandstifter.

Berlin, 10. Juni. DasVerl. Tagebl." meldet aus Wittenberg: Die Stadt Schwei- n i h und ihre Umgebung wurden in den letzten Monaten von vielen großen Bränden heimgesucht. Es ist jetzt ein dreizehnjähri­ger Schulknabe, der Sohn eines Häuslers, der wegen einer Züchtigung aus dem elter­lichen Hause entwichen war und sich in den Wäldern verborgen hielt, als der Brandstiftung verdächtig verhaftet worden. Er gestand, daß er aus Hunger Einbrüche ver­übte und zur Verdunkelung der Spur die be=. treffenden Häuser in Brand steckte.

HochschrUnachrichLen-

Die Stellung der Hochschulassistenten.

Sie süddeutschen Regierungen sahen sich seit einiger Zeit veranlaßt, die teilweise veralteten Dei Ordnungen über die Stellung der Hochschul­assistenten einer Reform zu unterziehen. Bay­ern ist mit der Angleichung an die norddeutsche Regelung, wenigstens in materieller Beziehung, toiangegangen, Baden hat vor kurzem eine neue Assistentenordnung herausgebracht, in Württemberg hat die Staatsregierung den Hochschulen den Entwurf einer neuen Ordnung totgclegt. Alle diese DeuorLnungen unterscheiden sich untereinander in Einzelheiten der Gehaltshoh; und der Kündigungsbestimmungen, in ihrer Ge­samtheit aber von den norddeutschen Dorbildern dadurch, daß die Regelung wieder nicht durch formelles Gesetz erfolgt. Die süddeutschen Hochschulassistenten fühlen sich deshalb ihren nord­deutschen Kollegen gegenüber zurückgelrht, weil man ihnen vorenthält, was den andern Beamten selbstverständlich ist. In Hessen liegen dieDer- hällnisse für die Hochschulassistenten amungün» ft i g ft en. Den Hochschulassistenten wird nicht nur die Schaffung einer Asfistentenordnang ver­weigert, sondern sie müssen mit so tiefen Ge­haltssätzen beginnen, wie in keinem andern deut­schen Staate. Man muß befürchten, daß diese un­günstige Stellung über kurz oder lang zweifels­ohne zu schweren Schädigungen der Hochschulen führen muß, da die süddeutschen Regierungen glauben, daß sie die geringen Mehrausgaben, die ihnen durch die mehr oder minder vollständige Angleichung an die norddeutsche Regelung ent­stehen, durch eine Verminderung der Stellen wieder einbringen müßten, die von allen Seiten als für den Hochschulbetrieb untrag­bar bezeichnet wird. Die großen Hochschulländer haben diese Mehrausgaben seit längerer Zeit ge­tragen und tragen sie noch, es muß sich a^ch im Süden ein Weg finden trotz allgemeiner Spar­maßnahmen. die unaufschiebbare Deuregelung durchzuführen ohne die Hochschulen in so schwer­wiegender Weise zu schädigen oder die Last auf die schwachen Schultern der Studierenden abzu- wälzen, wie es aus den amtlichen Begründungen der hohen Hochschulgebühren hervorgeht.

Büchcrftisch.

Die soeben erschienene Dummer 4133 der LeipzigerIllustrierten Zeitung" (Verlag Z. I. Weber) bringt eine ganze Anzahl von interessanten Zeichnungen, so das Deuyorker Geschäftsviertel von Kurd Albrecht, Momentbilder aus dem Glaspalast in München vor der Er­öffnung der Ausstellung von Otto D. Franz, amüsante Szenen, die einen Blick hinter die Ku­lissen einer großen Ausstellung gestatten, und eine Reihe Heiner Zeichnungen von Lotte Oldenburg- Wittig, die das Leben in Wien darstollen. Be­sondere Erwähnung verdient noch die Zeichnung von M. Edmondo Abbo, auf der ein Regierungs­wechsel in San Marino wiedergegeben ist. Eine schone farbige Zeichnung ist dieFronleichnams- Prozession in der Kirche zu Rottenbuch in Ober­bayern" von Felix Schwormstädt.

Ist eine Rekonstruktion des Abendmahls von Leonard) da Vinei möglich? In ein­gehendster Weise legte der soeben verstorbene Kunst Historiker Hermann Kranichfeld seine Erfahrungen y einem Essay im Aprilheft von Velhagen u. Klafings Monatsheften

ufTwyri.niM if nur

nieder. Den wertvollen Ausführungen sind Mbl* reiche Studien, Gruppen- und Einzelbild-Aus­schnitte beigegeben. Der Verlag hat einen Sonder­druck von dem Aufsatz hergestellt.

X Am 1. Juni ist die neue Zivilprozeßord­nung in Kraft getreten. Da das Gesetz leider erst am 17. Mai veröffentlicht wurde, obwohl es schon am l.Iuni in Kraft trat, ist es doppelt zu be­grüßen, daß Senatspräsident beim Kammergerichl Dr. B a u m b a ch bereits jetzt (im Verlage Otto Liebmann, Berlin W 57, Verlag der Deutschen Iuristen-Zeitung, 5 Mk.) eine Taschenaus­gabe hat erscheinen lassen, die nicht nur das neue Gesetz in wortgetreuem Abdruck enthält; alle Aenderungen sind durch den Druck kenntlich gemacht, zu jedem Abschnitt eingehende Vor­bemerkungen und zu den Paragraphen selbst für die tägliche Praxis ausreichende Kommentierun­gen gegeben. Auch das Einführungsgesetz zur ZPO. und die Entlastungs-DO. sind erläutert, im Anhänge das Entlastungs-, ©erichtsversassungs- und Gerichtskostengeseh sowie die Gebührenord­nung für Rechtsanwälte abgedruckt. Das Buch ist auf Dünndruckpapier gedruckt und in biegsamen Ganzleinenband gebunden.

Das Buch Lulecka, die Perle in dem köstlichen Geschmeide des west-östlichen Diwan, das Bekenntnisbuch Goethescher Liebe zu Ma­rianne, hat die Reußen-Presse (Heinrich Reinold in Gera und Leipzig) in neuer, zart emp- sundener und fein ziselierter Fassung dem Freunde schöner Bücher neu zum Geschenk gemacht (Preis 3,50 Mr.). Der Direktor des Goethe-Dational- museums, Dr. Hans Wahl hat in einleitenden Worten toll warmer Einfühlung die Entstehungs­geschichte des Buches Dargelegt.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei. Verantwortung.)

Zweierlei Maß.

Am 1. Psingstfeiettag fand auf der Liebigs­höhe eine Tagung der kommunistischen Jugend statt. In den öffentlich angeschlagenen Plakaten forderte sie auf, zudemonstrieren für die Diktatur des Proletariats"! In geschlossenen Zügen und mit wehenden roten Fahnen und Wimpeln zog sie unter Absingen kommunistischer und staats­feindlicher Lieder durch die Stadt zum und vom Trieb. Die Besucher der Ivhanneskirche mußten sich beim Verlassen des Gotteshauses durch der­artigen Gesang und Anblick in ihrer christlichen Psingstandachtsstimmung stören lassen. Die Gie­ßener Bürgerschaft erinnert sich noch gut der em­pörenden Vorgänge im letzten Jahre, als von bei Treppe der Stadtkirche aus ein roter Führer während des Gottesdienstes Reden an die vor­beiziehenden Söldlinge Moskaus hielt. Wie da­mals war auch diesmal nichts vom Auge des Gesetzes zu sehen. Einem Kirchenbesucher, der sich auf der Polizeiwache erkundigte, wurde ge­antwortet, daß die kommunistischen Umzüge er­laubt seien.

Aber als am Sonntag vor Pfingsten der Verein ehemaliger 168er zur Ehrung der im Welt­krieg gefallenen Kameraden auf dem Friedhof eine Gedenkfeier hielt, wozu verschiedene voll­kommen unpolitische oder zum mindesten nicht parteiisch eingestellte Vereine (wie der Jung- deutsche Orden) eingebaden worden waren, wurde von vornherein der geschlossene Anmarsch zum Friedhof und in letzter Stunde noch der geschlossene Abmarsch von dort nach dem Marktplatz verbo­ten. Zwei Fahnenabteilungen der Bruderschaft Gießen des Iungdeutschen Ordens und eines an­deren vaterländischen Verbandes, die ihre Fahnen durch je 8 Mann in geschlossenen Gruppen auf den Friedhof bringen wollten, wurden schon nach 50 Schritten an der Ecke Loder- und Dismarck- straße von einem dort aufgestellten Schutzmann es ist dort sonst fo selten einer zu sehen wie beim Vorbeimarsch von Kommunisten an Kirchen aufgelöst und ihnen befohlen, ihre Banner einzurollen. Sie mußten sich also zur Gefallenen­gedenkfeier geradezu hinschleichen. Wenn der Ab­marsch vom Friedhof dann doch noch nach und nach zu einem geschlossenen wurde, so mögen wohl die voranziehende Reichswehr und der Marschiakt der Regimentsmusik dazu beigetragen haken, daß der verfluchte, dem Deutschen in den Knochen liegende Militarismus ihn in geordnete Reihen zwang. Jedenfalls haben die vom Friedhof ab­ziehenden Regiments-, vaterländischen u.to. Ver­eine keinen Anlaß gegeben, gegen sie wegen Ge­fährdung der Republik oder der öffentlichen Ord­nung .einzuschreiten. Jedoch scheinen die hohen Behörden und jetzigen Machthaber im hessischen Staate bei der Erlaubniserteilung zum öffentlichen Auftreten derartiger Vereine und Verbände ganz andere Maßstäbe anzulegen, als bei den harm­losen Kindern Severings, die nur einmal zur Errichtung der Diktatur des internationalen Pro­letariats demonstrieren wollen, und denen man dieses unschuldige Vergnügen bereitwilligst ge­stattet.

Der Großmeister der Bruderschaft Gießen des Iungdeutschen Ordens: Schmidt.

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