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Iwei Freunde.

2tomon von Wilhelm Hegeier

se. Fortsetzung. (Nachdruck vrichvten.)

^Ach ja! UnD du ... du bist nun die Frau ton Klau-S

Dorade kam dieser zurück, mit ihm Lärm grauenhafte Lustigkit. Der Diener brachte bec. Wern Hans muhte anftohen. Aber dann gönnt man ihm einen Augenblick Ruhe, und er vergah alles über einem Schinkenbrot und fühlte nur. erst, wie hungrig und erschöpft er war.

Die Fragen nach seinen Erlebnissen beant­wortete er kurz und zerstreut. Bald war es totere Klaus, der bas Gespräch writerschleppsn muhte. Er sprach laut, blechern. Immer hatte er das Defühl und lauerte, dah etwas Unsichtbares ihn an die Kehle packen und erdrosseln würde. Degen dies Unsichtbare schrie er an, verscheuchte es mit der Klapper seiner Stimme.

Die Linierhaltung war aus die jüngsten Er­eignisse gekommen. Klaus suchte seinGlück" hinter lumpignr Worten zu Derbergei, aber um so greller brach es daraus hervor. Er erwähnte, dah er nicht mehr bei Meusinger sei, sondern bei der Firma Groftmeyer und Quandt. Ob die Stellung angenehm fei, fragte Hans zerstreut. Gewiß, ja, recht angenehm. Natürlich gab es sehr viel Aerger und Sorgen. Der Antiquitäten­hand ?l ging ja im Augenblick noch gut, aber das Risiko wurde täglich groher. Ob er denn ge­schäftlich beteiligt fei?

Jawohl, ja wenigstens

Das Geschäft gehört ihm >ey: allem, jagte Annie obenhin. Sie war aufg^iunben. Und ge­rade im Augenblick, wo sie sich erhob, hing Hansens Blick wieder an ihrem Profil, an der ichlanken Biegung der Wanp.it und des Kinns, an ocn noch immer von lang-n Wimpern umfriedeten Äugen, an ihrem Mu-.rdu inlel. . . Die Zeit hatte aus diesen Zügen eine neue übersinnliche Schönheit hervvrgcholt, doch sein Blut

unkcckheih begehrte. Lind wieder stürzte eine Welle schmerzlicher Gefühle gegen sein Herz, dah er einen Moment die Augen schloß. Llnd da rih eine Erinnerung ihn fort: sie sitzen . . . irgendwo in Flandern ... in einer Soldatenstube beim Kaffeetrinken. Ein Marr ihm gegenüber, ein bei allen beliebter Karne-ed, hat gerade einen Brief bekommen, öffnet ihn, nimmt ein Spitzen» krägelchrn u.rd einen Ze. ...marlichein hervor und liest die mit Bleistift geschriebenen Bemerkungen auf der letzten Seite. WähvT-.id Hans sich fragt, was da wohl stehen mag, u rd dann an anderes denkt, sitzt der Mann noch einige Augenblicke nachdenklich, geht darauf an den Stander, arbeitet, den Kameraden den Rücken drehend, an seinem Gewehr herum, auf einmal kracht ein Schuh, und in den Mund getroffen, liegt er mit zerschmetter­tem Schädel da. Der Inhalt d.r Dlristiftnottz lautete, dah der Llnterzeicheete jetzt der Bräuti­gam des Mädchens sei u.tb in dessen Auftrag, Brief. Geld und Spitzenkragen zurückschicke.

Hans sah die Kameraden, wi: sie auf breiter» nen Bänken um lange Tisch? hockten, auf Pritschen sich räkelten, roch den Geruch von Fett, Leder­zeug und driftendem Tabak. Selbst die Rückkehr Annies vermochte ihn diesem Zustand nicht zu entreißen.

'prompt yarre Der Kerl gehandelt! Es muhte ein Genuß gewesen fein, sich den Schädel zu zer­trümmern, m dem solche Schmerzen tobten . . . Ob er's xu irgendeinem Zeitpunkt auch fv gemacht hätte? Vielleicht anfangs . . . damals, als er verwundet lag. Er hörte sprechen. Don seiner Mutter war die Red:. Aui einmal ftanb Klaus vor ihm, streckte ihm feine Hand entgegen und sagte:

Jedenfalls ist sie ganz sanft eingeschlafen. Das muh dir doch ein Trost feix

Zerstreut nahm er Die Hand und reichte sie auch Annie und war eilten Augenblick versucht, nach den letzten Lebenslagen feiner Muller zu fragen, unterlieft es aber und horte ohne tiefere Erschütterung, dah Rudi gefallen sei und baft Frau Dewerth im Sterben liege, und dachte, hat er eigentlich gemein gegen mich gehandelt oder nicht! Damals, als das Sterben in Flandern doch zu den alltäglichsten Lebensgewohnheiten gehört hatte, waren alle Kameraden furchtbar aufgeregt über das Ereignis gewesen und hatten ihrer Wut über dasMensch', das einem braven Soldaten untreu geworden war, in einem gemeinsamen Brief voller Beschimpfungen Lust gemacht.

Aber dieser Dorsal! hatte ja ferne, auch nicht die geringste Aehnlichkeit mit seinem Schicksal. Wem wollte er einen Vorwurf machen? So war das Leben, das unbegreifliche, bas auf dem Schachbrett der Möglichkeiten gerade den Zug tat, den man am wenigsten erwartete. Aber würgen muhte er an diesem Dissen! Gott touftte, wann er ihn hinunterbrachte!

Da weder Hans noch Annie mehr als das Notwendig? sagten, lag es weiter auf Klaus, das

Gespenst der Stille zu verscheuchen. Gehetzt t» eifersüchtiger Angst, flogen seine Augen hin unj her, von Hans zu Annie, von Annie zu Hans. Einmal quoll, wehmütig, töricht em altcÄ Gefühl in ihm auf, rih ab . . Der Freund war jetzt der Feind! Nie durfte er wieder ins Haus! Wenn der wühte! . . .

Die Augen standen plötzlich still, wie auf- gespieht, der offene Mund verstummte, als bräche lein geklumpter Schr:i heraus. Wenn der von feinem Jammer wühle! . . . Aber gleich lärmt# die Klapper weiter.

Nur einmal wurde der Gast lebhaft, als Klaus nach einigen scharfen Bemerkungen über die Revolution behauptete, auch der Armee teert* ewig der Makel anhäng en, dah sie im letzten Augenblick feige die Flinte ins Korn geworfen hätte. Da fuhr HanL auf: was der Frontsoldat durchgemacht und ausgestanden hätte, darüber dürfe nur der mitsprechen, der fdbft im Schützen­graben gewesen sei. Einmal fei auch die Wider­standskraft Les ©tärfften erschöpft, ilnb selbst im Tapfersten käme einmal die arme Kreatur mit ihrem Selbsterhaltungstrieb zum Dorschcin.

Klaus Lab sofort klein bei, versicherte, Hans dürfe seine Worte nicht mihverstehen, und be­nutzte die Gelegenheit, um auf die unbesiegten Helden zu trinken. Als Hans mit ihm und Annie anstieh, sah er zu seinem Erstaunen, dah deren Augen mit Tränen gefüllt waren. Gleich Darauf tarn der Diener und meldete, dah-das Abendessen bereit fei

4Fortsetzung folgt)

Gießen, den 9. Januar 1924.

012188

Gießen (Lieber Straße 73), den 10. Januar 1924.

Die Beerdigung findet Montag, den 14. ds. Mts. nachm. 1*/M Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.

012193

Die Beerdigung findet Samstag, den 12. Januar, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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Der evang. Gesarntkirchenoorstanb hat beschlossen, eine einmalige Nachcrhebung der örtlichen Kirchensteuer zu veranstalten, die gleichzeitig mit der einmaligen Nach­erhebung der Landeskirchensteuer erfolgen soll. Zu Grunde gelegt wird die Iahres- summe, die der Steuerzahler an Landes­kirchensteuer zu entrichten hat. Diese in Papiermark festgesetzte Summe wird zu- nächst durch 4, sodann durch 10 geteilt und endlich nach unten in eine durch 5 teilbare Zahl abgerundet. Diese so gewonnene Zahl stellt in Goldpfennigen die jetzt an­geforderte Landeskirchensteuer dar, die ört­liche Steuer beträgt das Doppelte. Der Zahresbetrag der Landcskirchensteuer be­trägt beispielsweise 5040 Mk., der 4. Teil 1260, die Teilung durch 10 ergibt 126, nach unten abgerundet 125. Demnach sind an Landeskirchensteuer 125, an örtlicher Kirchensteuer 250 Goldpfennige zu bezahlen. (Es wird gebeten, bei der Zahlung unter allen Umständen den Kirchensteuer, oder Etnkommensteuerbescheid mitzubringen.

Die Zahlungen sind in den beiden nächsten Wochen, jedesmal Montags, Diens­tags, Donnerstags und Freitags, oorm. 9-12 Uhr, im Gemeindehaus (Kirchstr. 9) zu leisten. -

Aus Mangel an Heizmaterialien findet am 13. und am 27. Januar nur in der Fohanneskirche, am 20. Januar und am 3. Februar nur in der Stadtkirche Gottes- dienst statt. 172V

Giehen, den 10. Januar 1924.

Der evang. Gesamtkirchenvorstand.

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Milchpreis.

Die Landesverforgungsstelle Darmstadt hat gegen den Einspruch der Stadt Gieften die Erhöhung der Molkereispanne von 20 auf 25°/n des Stallpreises für das Liter genehmigt.

Unter Hinzurechnung der hierauf ent­fallenden Umsatzsteuer, der Umsatzsteuer­erhöhung auf 2'2P o und einer Erhöhung der Austrägergebühr wird mit Wirkung vom 12. Januar 1924 der Preis für Doll­milch festge etzt auf .... 29,4 Doldpfg. die Ausgleichsgebühr für Bezug von Milch aus aus­

wärtigen Molkereien auf 2,6 Doldpfg.

Kleinverkaufspreis für

das Liier........32 Gvldpfg.

Milchhändler und Erzeuger, die un­mittelbar an Verbraucher liefern, haben die Ausgleichsgebühr wöchentlich an das Lebensmittelamt abzuliefern.

Gieften, den 11. Januar 1924. [1753 Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt).

[Verschiedenes)

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Ich werde die­jenige Person gerichtlich belangen, die behauptet, mein

Hans Gert

Durch die Geburt eines strammen Jungen wurden hocherfreut

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