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icitft ~ei ssonoer und Q?cmsiuö2n

cmitcmatüd) niitocfcnlt würden uni> erklärten outlerbcm, ix>fj Tic, soweit dies mit der Aus­gleichung der Haushalte der einzelnen Länder nur irgend vereinbar ist, von sich aus eine Senkung von Länder steuern mit tun­lichster Beschleunigung vornehmen und entspre­chend auf die Gemeinden wegen der Ge- meuldestcuern und der von den Gemeinden er- TjrobciiciT (5>;bitiyixMi nachdrücklich einwirken wür­den. Die Länder erklärten, daß sie diee ihre Zu- stinrnrung nur mit 'Rücklicht auf den sonst ent­stehenden Notstand aussprechen u 2> daß durch ihre Zustimmung zu der vorst h?nden Regelung ihrer grundsätzlichen Stellung zur Frag: des Rotverordnungsrechts des Reich.Prä ide.sten und seiner dringenden Reformbedürf- tigkeit nicht vorgegrissen werden soll.

Die Lohnsteuer soll insofern gesenkt wer­den, als der Betrag des steuerfreien Lohneinkommens von monatlich 50 auf 60 Mk. her aufgesetzt wird. Die äl m sah­st e u e r soll vom 1. Januar 1925 ab von 2 auf V/2 Proz., die Luxus st euer vom gleichen Termin von 15 auf 10 Proz. gesenkt werden. 3n den

Einkommensteuerdorauszahlungen

soll bereits am 1. Dezember eine Ermässigung um 25 Proz. eintreten. Wegen der Her a b - setzung des Börsen st em pels bei gleich­zeitiger Herabsetzung der Provisionen werde mit den Organen der Berliner Börse verhandelt. Der Zweck der geplanten Steuererleichterung ist durch die Steigerung der Exportfähig­keit der deutschen Wirtschaft zum Abbau der Preise zu gelangen. 3m übrigen wird auch nach der gedachten Senkung die Steuer- belastung in Deutschland, verglichen mit dem Ausland beträchtlich höher sein, insbe­sondere wenn man hierbei die Verarmung des einzelnen deutschen Steuerzah­lers berücksichtigt. Wie die Blatter endlich hören, werde an eine Aeberwachung der ausländischen Kreditgewährung an Pri bäte durch den Staat nicht g^acht.

verveutsche Landgemeindentag.

Steuerliche Wünsche der Gemeinden.

Stuttgart, 10. Rov. (TA.) Der vor etwa ynei Jahren b-gründete Deutsche Lan gemeinde- tag hielt in Stuttgart seine diesjährige Bll- Versammlung ab. Den Geschäftsbwich. echta^e e Bürgermeister a. D. Kuth - Berlin, ter mi G - nugtuung fest stellte, Lah dec Deutsche Land e- meindetag h.nfte schon die gegebene Vertretung der deutschen Landgemei den im 3n- und 2,'u.- lande darstellt. Zum Schuh stellte er die For­derungen der Landgemeinden -usammen, die in der Wiederaufrich ung der Selb Iverwal ung gip­feln. Rach einer Tegrüßungs-ansprache deZ wBt- tembergischen Stacttspr ftidenten Bazille be­tonte Reichstagsabg GerekedieR twendig- keit einer großm, ge chlo feilen Orga isat d i der deutschen Landgemeinden, nomentiich auh im Hin­blick auf den b.vorstehenden Finanzausgleich. Hieraus wurde eine Eickschliestung angenommen, in der die Wiederherstellung der Steuerhoheit der Gemeinden gefordert wird.

ververnichtungskampfgegendas Deutschtum in Böhmen.

-7000 nichtrschechische Beamte und ^Angestellte auf die Straße gesetzt.

P r a g, 10. Rov. (T. 11.) Die Mitteilung des Sisenbahnministers Stribnh, Last 7030 Eisenbahn­beamte und Angestellte wegen ungenüge n - der sprachlicher Befähigung aus ine Strafte gesetzt werden sollen, hat in der deutschen Oefsentlichkeit ungeheure Aufregung hervorge- rufen. Es ist allgemein bekannt, so schreibt die Bohemia", auf welch? Weise die Sprachprüfun- gen- mit den nichttschechischen Eisenbahnern vor- aenvmmen werden, welche geradezu grotes­ken Fragen, die mit dem Dienst nicht das geringste zu tun haben, bei den Prü­fungen gestellt werden und wie man sich des nach auften hin so harmlosen Mittels bedient, um sich der nichttschechischen, hauptsächlich deutschen Beamten auf eine vom tschechischen Standpunkt bequeme Art zu entledigen. Die Ver- tschechung der Lokalbahn im geschlossenen deutschen Sprachgebiet liefert den Chau­vinisten ein neues Mittel, deutsche Familien ihrer Arbeit und ihres Brotes zu berauben. Was mit diesen Tausenden deutscher Familien, die jetzt auf öu Straße gesetzt werden, geschehen soll, ist rätsel­haft. Die Deutschen besitzen keine Mittel, um einer solchen Zahl von Volksgenossen unter die Arme zu greifen.

Deutsch-SÄdwestafrlka.

Windhuk, 9 Rov. (Reuter) Rach einer Rundreise durch Cüdwestasrika erklärte der afri­kanische Ministerpräsident H e r h o g , der An - teil Deutschlands an der Entwicklung dieses Gebiets könne und solle nicht verschwiegen werden. Der Minister stellte die Schäftung einer be­sonderen Ges etzg -bung für Südwestaf ika in Aussicht, mit-dem Hinzusügen, daß die Ein-

Gießener Stadttheater.

Friedrich Schiller: Die Räuber.

(Zur Vorfeier von Schillers Geburtstag, 10. Rovember 1759.)

Rian konnte es für ein Wagnis hallen, gerade an einem Sonntagabend eine so schwer bekömmliche Kost wie die SchillerschenRäuber" dem Pu­blikum darzubieten. Man tonn aber nun mit Freuden der Theaterleitung und auch dem Publikum dazu gratulieren, daß dieses Wagnis vollkommen geglückt ist. Das Haus war zwar nur leidlich gut gesetzt, aber man hatte von vornherein den Eindruck, daft das Publikum mit- ging And als nach den Hruptszenen wahre Bei­fallsstürme das Haus durchbrausten, da hatte man das erhebende Gefühl, daß selbst dieses Erst- lingswerk Schillers die Herzen noch heute zu erschüttern vermag wie nur je an jenem denk­würdigen Tag seiner Mannheimer Uraufführung, jenem 13. Januar 1782.

Was ist es eigentlich, was uns an diesem Stücke noch heute packt? Das, was man so gemeiniglich Handlung trennt, kann es doch un­möglich sein: denn das ist in den Räubern schlim­mer als die schlimmste Kolportage. Auch nicht die S^araftere; denn d ese sind doch durchweg mehr nDacht als erlebt und geben Zeugnis davon, daß ter Dichter die Welt erst wirklich tennenlernte,

Hindernis bildet die fortschreitende Zer­setzung in Heer und Flotte, die die Unsicherheit hn Lande nur noch steigert. Be­zeichnend für die gegenwärtig in Brasilien herr­schenden Verhältnisse ist der auf Wunsch der bra­silianischen Regierung unterbliebene Besuch des italienischen Kronprinzen. Gegenstand der Unzufriedenheit ist der sehr tüch­tige und energische Präsident Bernarbes, der es gewagt hatte, Ordnung in die zerrütteten Staatsfinanzen zu bringen, damit aber in man­chen einflußreichen Kreisen des Landes wenig Gegenliebe fand.

Bedauerlich ist, daß die anhaltende Unruhe eine Amnestierung der bei dem Aufstand von Sao Paulo in die Hände der Regierungstruppen gefallenen deutschen Aufständischen vor­läufig unmöglich macht. 3hre Zahl ist zwar sehr gering, wie überhaupt das damals von den Revo- hitionären gebildete sogenannteDeutsch e Da­ta i l l o rr" nicht mehr als 145 Leute zählte, den­noch ist es zu wünschen, daß sie möglichst bald wieder freigelassen werden. Der größte Teil dieser Leute ist allerdings damals entkommen, während ein anderer, den man mit der Waffe in der Hand antcaf, etwa zwanzig Mann, sofort standrechtlich erschossen wurde. Der an­haltende Zustand der ilnruhe hat aber jeden Ver­such des deutschen Gesandten in Brasilien, die Freiheit der Gefangenen zu erwirken, bisher schei­tern lassen.

Mus aller Wett.

Der Erzbergermörder.

Budapest, 8. Rov. (F. Z.) Die Affäre Förster-Schulz kann noch immer nicht zur Ent­scheidung gebracht Werdern Die deutsche Ge­sandtschaft hat das für Schulz von der hie­sigen Behörde angesuchte Visum nicht er­teilt und die Türkei, wohin Schulz reisen will, weigert sich, chn ohne ordnungsmäßige Dokumente aufzunehmen. Run sind Verhandlun­gen mit Rumänien im Zuge, um die Durch­reise zu gestatten, doch hat Rumänien auch sich gegen die Einreise erklärt,

Aebersall durch einen Marokkaner.

Worms. 9. Rov. (TU.) 3n der Rächt zum Samstag wurde der Strommeister R e i n i ck e. als er sich von feinem Dienst nach Hause begab, in der Pavpelallee am Rhein von einem marok­kanischen Soldaten, der offenbar zur Drücken wache g-hörte, überfallen und durch Fuß lritte in den Rücken verletzt. Ancheinen) w lle der Marokkaner den Teim'ei beraubet Rein de schlug mit seinem Stock auf den Solda.en ein und schrie um Hilfe. Der Marokkaner ergriff darauf 'die Flucht. Da erst vor eiliger Ze t der Vorstand des Wafterbauamtes in äh sicher Webe überfallen tour e, ha' ich der Devö fe u g eine starke Erregung bemäch ig . Die am - lichen deutschen Stellex haben strenge Unter- suchung und Bestrafung gefordert.

Zuchthaus für einen dreifachen Mörder.

Trier, 9. Rov. (WTD.) DrS fran­zösische Kriegsgericht te urteiPe ten franzöftichen Soldaten Detheves, der am 23. Dezember 1923 in Koblenz unter dem Vorwand, er wollte einem Kameraden, der in einem Easä geohrseigt wurde, rächen, drei deutsche Ar­beiter durch Schüsse tötete, unter Zu­billigung mildernder Llmstände zu lebens­länglichem Zuchthaus. Der Staatsanwall hatte Todesstrafe beantragt.

Die Rückkehr der Zeppelinfahrer.

Bremen, 9. Rov. (WTD) Mit dem DampferMünchen" sind die ersten zehn Mann der Desahung des Z. R. III zurückgekehrt. Sie wur­den in Dremerhaven namens der Stobt Bremen, des Rorddeutschen Lloyd und des Bremer Vereins für Lustschiffahrt herzlich willkommen ge­heißen. Die Luftschifser waren von dem schlich­ten aber herzlichen Empfang aufs Angenehmste berührt und erklärten, daß dieser seichte Empfang in der Heimat die größte F r d e für sie sei.

Tödlicher Fliegerabsturz in Münster.

Münster, 10. Rov. (TLl.) Bei der gestern hier veranstalteten Flugveranstaltung stürzte der Flieger Schröder aus Barmen während der Vorführung eines Luftkampstluges aus etwa 80 Metern Höhe mit seiner Dietrich--Gobiet°Ma° schine ab. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. Der Flieger war auf der Stelle tot.

3m Flugzeug auf dem Mount Everest.

Reu York, 10. Rov. (TLl.) DieMontags- pvst" meldet aus Reuhork: Der amerikanische Armeeflieger Rohlfs, der 3nhaber des Höhen- rekvrds, will im Flugzeug auf der Spitze des Mount Everest landen, und dann mit einem neu­artigen Fallschirm absteigen.

Hilfe für die Hochwasserschaden.

Berlin, 9. Rov. (WTB.) Die Reichsregie­rung hat beschlossen, sich mit einem Aufruf an d' e Bevölkerung zu wenden, um die private Opf ertoi lli gleit für die durch die Llebeischwemmungslatastrophe Geschäd'g'en anzurufen. Der Reichspräsident wird die Cammlungsliste mit 200 000 Mark aus feinem Dispositionsfonds eröffnen.

gevorenenkontrolle sowie die Eisen« bahnverwaltung in den Händen der Bun­desregierung bleiben müsse. Er fei mehr über­zeugt denn je daß schließlich das Schicksal Süd­afrikas das der Union sein werde. Wenn die Engländer in Südafrika dieselbe innige Liebe für das Land gefühlt Härten wie die Holländer, so würden die zwei Kolonien und Republiken es für Wahnsinn gehalten haben, jemals die Waffen gegeneinander zu ergreifen. Er freue sich über den veränderten Geist der englischen Freunde in dieser Beziehung, und da er sehe, daß die Deutschen Südafrikas die Tatsachen der gegen­wärtigen Lage anerkennen, so hege er keinen Zweifel, daß das, was in der Llnion getan worden sei, auch in Südwestastika geschehen werde.

RevolutionäreBewegung in Spanien.

Anarchistenkämpfe an der französischen Grenze.

Madrid 10. Rov. (£11) Aus verschiede­nen Gegenden Spaniens werden blutige Zu­sammenstöße zwischen den Regierungstruppen und den Anarchisten gemeldet. Großes Aussehen er­regt hier die Meldung, wonach eine etwa 50 Mann starke Anarch stenbande nach Ueberschrei- ten der französischen Grenze der spani­schen Polizei ein blutiges Gefecht in der Grenz­station Dera lieferte. Auf beiden Seiten hat es 5 Tote gegeben. Die Anarchisten muhten schließlich in das Gebirge flüchten. 20 wurden gefangen genommen, den anderen gelang es, die französische Grenze zu passieren. Acht wurden dabei von der stanzösischen Gendarmerie dingfest gemacht. Einer der spanischen Kommu­nisten, dessen Kleider von Kugeln durchlöchert waren, wollte sich nicht ergeben und warf sich unter einen Eisenbah rzug. Die genaue Zahl der Anarchisten, die in den einzelnen Orten ver­haftet worden sind, ist noch nicht mitgeteilt, doch glaubt man, daß es sich um ein

planmäßiges Vorgehen der spanischen Opposition handelt. Von offizieller spanischer Seite wird von der «Situation eine Darstellung gege.en, die den Eindruck erweckt, als ob es sich um M.ammenge- schlossene Anarch. st enanschläge handelt. Diese Auf­fassung findet in Paris nur geringen Glau­ben. Bezeichnend ist, daß die spanische Regrerung Gendarmerie-Abteilungen zur Verstärkung der Grenz-Polizei abgesandt hat. Vorläufig läßt nichts darauf schließen, daß diese Betonung ge­gen die Monarchie gerichtet ist, obglerch Blasco 3ban 0 8, der bekannte Schriftsteller eines in Varis erscheinenden spanischen Blattes, erklärte, daß er mit einem Fel)zuge zur Ausrufung der Republik in Spanien am 1. Rovember beginnen werde. Er werde sein Dernrögen opfern, fügte er hinzu, um mit anderen Personen den Sturz der Monarchie herbeizuführen. DerMa­lin" druckt heute früh einige Aufschlüsse eines spa­nischen Revolutionärs über die gestern gescheiter­ten Aufstandsbewegungen ab. Darin heißt es: Die spanischen Emigranten tn Frankreich haben alle darauf gewartet, daß eine

große Aufstandsbewegung gegen den Diktator Primo de Rivera

ins Werk gesetzt werden würde. 3Hre Führer haben vor einigen Tagen nachstehendes Tele­gramm erhalten:Ueherschreiten alle die Grenze, die Revolution ist soeben ausgebrochen." Rie- mand fiel es ein, sich über die Herkunft dieses Telegramms zu crfiuniigen. Untere Freunde wur­den rasch benachrichtig! und in Perpig a i unge­fähr 1000 Mann zus.nrm.mgezogen. Dir: er n Einzelheiten über das Schn ern der Bewegung find ua8 nicht bekannt. Soeben haben wir er­fahren, daß einer der unsrigm. der den Kurie - Dienst zwi chen mir und Barc elona be o g , von ter spanische i Poliz i fest genommen tote, die an Hand der bei ihn beschlagnahmten Papie e jbie spanischem Gewerkschaf tssühre- in Pa is zu täuschen vermochte. Wir sind übe.-zeugt, daß das Telegramm von der Polizei des Generals

Primo de Rivera abgefandt

wurde. Ganz bftonders betrüblich ist die Rück- toirfung, die die Affäre in Barcelona gesunden bat. 2llles war in der Hauptstadt KatalanienS 'bereit, man wartete nur auf das Signal aus Madr-id, wo eine äh'lih r.v^lution'irr Deve- u g ins Werk gesetzt werden sollte. Als die Rach- richt von der Zu'ammenschliehung der Emigrcu en an der Grenze bekannt wurde, stob einige unserer Freunde sofort zur Tat geschritten. 3n bet Rächt vom Donnerstag auf Stettag fand eine Schlacht statt, der ich beiw'htte und an der sich nicht nur Anarchisten und Gewerk chftts- fübrer. sondern auch katalanische Sonderbündler unb Republikaner beteiligten."

Die brasilianischen Unruhen.

Obwohl die gegenwärtigen Unruhen in Bra­silien eigentlich nur Ausläufer der Mitte des 3ahres in Sao Paulo aufgedeckten und rasch niedergeschlagenen Militärrevvlte find, hat die Zentralregierung in Rio de Janeiro doch alle Hände voll zu tun, um mit den zahlreichen Aufständen im 3nnern und an den Grenzen Brasiliens fertig zu werden. Ein wesentliches

nachdem er das Stück gefchr eben hatte. Rein, was an dem Stück packt und immer wieder packend wirkt, das ist die Gesinnung, die aus ihm sprüht, dieses ©id)aufbäumen einer heroischen Seele gegen die Kleinlichkeit der Alllagsmisere, gegen all die Faulheit unb Morschheit einer Welt, die schlecht geworden ist, well sie die Größe entbehren lernte. Auch unsere heutige 3ugenb enrpf indst in oietem ähnlich. Unb doch: Wo in aller Welt findet sich unter all beil Stürmern unb Drängern unserer 3ugenb einer, dessenin tyrannos" auch nur halb so urwüchsig und elementar aus der tiefsten Seele hervor- bricht wie der Schlachtruf des einundzwanzig- jährigen Schiller? (Die Räuber erschienen 1780 im Druck.)

Die gestrige Aufführung unter der Leitung des 3ntendanten Hermann Steingvetter selbst, stand auf einer beachtenswerten Hohe. Die mit erfreulicher Schnelligkeit wechselnden Bühnen­bilder waren gut gelungen. Rur der in der ersten, in den böhmischen Wäldern spielenden Szene ver­wandte Wald ist nachgerade allen allbekannt, um immer noch möglich zu fein. Von den schauspiele­rischen Oeifhmgen ist an erster Stelle Felix

0 r f0 l k als Karl Moor zu nennen, der sich in hervorragender Weise in seine Rolle ctngclebt ftatte unb sowohl das sonnige Pathos wie bte

I melancholische Schwermut großen Räubers I glänzend verkörperte. Unmöglich war allein bte

Auffassung der letzten Worte des Stückes, die ein gebrochener Mann, nicht ein Pathetiker spricht. Adolf Teleky als Franz Moor gab sich als den verschmitzten 3ntriganten, der mit kleinlicher Rechnerei baS Schicksal zu metftern sucht, bis er beim ersten Rechenfehler jämmerlich zusammen­bricht. Es ist fraglich, ob Schiller sich fernen Franz Moor nicht mit einem größeren Schuh großen dämonischen Verbrechertums gedacht hat. Doch war die Rolle im Rahmen obiger Auffassung kon­sequent und gut durchgeführt. Den alten Moor gab der für den erkrantten Herrn Dolck einge» sprungene Hans Rerking vom Frankfurter Schauspielhaus sympathisch. Gerda Dachfeld in der unglücklichen Rolle der Amalie tat, was slch tun laßt. Karl 3 uhnke als Hermann gab feiner Rolle einen zu vornehmen Charakter. Die­sem Hermann glaubte man seine ursprüngliche Gemein hell und Tölpelhaftigkeit nicht. Eine fein durchgeführte Charallerstudie war 3ulius D a st e als Spiegelberg. Hervorzuheben ist end­lich noch Max Hoffmann als Rol/er und Kurt Joachim Daum als Kosinsky. h

Frankfurter Uraufführung.

Rachdem Toni 3mpekoven im Verein mit Äarl Mathern tn der vergangenen 6a Jon mit I seinemHamlet in Krähwinkel" einem | durchschlagenden Erfolg erzielt hatte, ging jetzt ein

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 10. Rovember 1924, Die Fahrpreisermäßigung zu Guustea der Jugendpflege.

o. 3ugeiidpftegevereine genießen unter ge­wissen Voraussetzungen für ihre Mitglieder unter 20 3ahren bei einer Mindest teilnehrnerzahl von 10 Personen eine Fahrpreisermäßigung. Diese be­trägt die Hälfte des tarifmäßigen Fahrpreise- vierter Klasse. 3n Ausführung eines Landtags­beschlusses hatte der preußische Wohlfahrtsrninistrr vor einiger Zeit dem Reichsverkehrsminister einen Antrag auf Aushebung der Vorschrift über eine Mindestteilnehmerzahl bei Fahrpreisermäßiguni gen zugunsten der Jugendpflege gestellt. Ster Reichsminister des 3nnern hatte diesen Antrag warm befürwortet. Die Reichsbahn ^Hauptverwal­tung hat jedoch deii Antrag abgelehnt.

3n neuerer Zeit hat sich nunmehr auch eine Stimme erhoben, die eine Aushebung bzw. Be­schränkung der Fahrpreisermäßigung zugunsten der 3ugendpslege fordert. 3n der ZAtunc, des Vereins Deutscher Eisenbahnverwallungeii schicivt Dr. Fischl-Regensburg gegen die Fahrpreisermä­ßigungen. Rachdem er festgestellt hat, doch .-;/en- trärtig die Hälfte aller Reisenden aus der Deut­schen Reichsbahn zu ermäßigten Sätzen befördert wird, und daß daher die Anwendung toufmänni- scher Grundsätze hier unbedingt Anwendung fin­den müsse, schreibt er:

Unter Berücksichtigung aller Momente, die man für sie in die Wagschale Wersen kann, muß als reif für die Aufhebung ober wenigstens für eine ganz einschneidende Beschränkung die Fahr­preisermäßigung zugunsten der 3ugeitbbf(egc be­zeichnet werden. 3Hr schädlicher Einfluß aus Die Einnahmen aus Dem Personenverkehr ist bedeu­tend. Wenn man bedenkt, daß ein kleinerer Reichs­bahndirektionsbezirk über 700 anerkannte Fügend- Pflegevereine austoeist, ein größerer, tote z. D. Hannover, aber 15 000, so wird man die Zahl vDer die Fahrpreisermäßigung in Anspruch neh­menden Vereine oder Vereinsgruppen im ganzen Reich unbedenklich auf mindestens 200 000 schätzen hülfen. Ang-n. mm en, jeder dieser Vercite nehme die Ermäßigung jährlich nur 5 mal auf die Ent­fernung von 50 Km. für nur 10 Personen in der 4. Wagenklasse (Hin- und Rückfahrt) in Anspruch, so beträgt der Ausfall an Einnahmen 15 Millio­nen Goldmark im 3ahr, ein Betrag, mit dem 7000 Beamte bezahlt werden können. 3n Wirklich­keit wird der Ausfall viel größer sein, als ihn diese vorsichtige Schätzung veranschlagt."

Die deutschen Iugendpslegeverbände werden es nicht versäumen, bei der Reichsbahnverwal- tung Schritte gegen die dorgeschlagene Verkümme­rung des 3ugenbwanderns zu unternehmen.

Die Reichs-TeuerungSzisser.

Die ReichSindexzif'er für die Lebensh.'ltungZ- kosten (Einährong, Wohnung, Heizung. Beleuch­tung und Bekleidung) für Mittwoch, 5. Rov., ist gegenüber der Vorwoche unverändert ge­blieben. Sie beträgt (die Vorkriegszeit 100 gesetzt) 123,0.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Dahnhofstr.:Der Schah Der Ge­sine 3akvbsen". Hessische Dilderbühne:Die Macht der Ftosternis", abends Fred Marion.

Aus Dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es sei nochmals auf den Vortragsabend von 3 r c n e Trie > ch hinge­wiesen, bei dem, wie ausdrücklich bemerkt sei, nur gewöhnliche Preise erhoben werden: hoffentlich kann die geniale Künstlerin, die sich hier so großer Sympathien erfreut, wie überall vor einem vollen Haus sprechen. Die neue Operette von Gilbert Dorine und der Zufall", die in der kommenden Mittwoch ab onnemcirttwrstellung hier zum erstenmal gegeben wird, hat auswärts viel Anklang gefunden.

Wettervoraussage-

Zunehmende Bewölkung, südliche bis südwest­liche Winde, nachts Temperaturen um Rull, doch allmählich ansteigend, vorwiegend trocken.

** Besuch im Landwirtschaftlichen 3 n ft i t u t. Zur Des ich igung der Pachtung des Landwirtschaftlichen 3nstituts unserer Landes» Universität, des Hardthofes, hatte die 3n» ftitutfeitung zum Dcnnstagvvrmittag eingeladen. Als Derttreter der Staatsregierung waren Mini­sterialdirektor Ll r st a d t und Ministerialrat Schäfer, als Vertreter des Landtages dessen Präsident Adelung, ferner Bert re .er der Land­wirts chaftskammer, der Stadt und der Landes- Uniocrfität erschienen. Dom Dahnhof aus fuhr man zunächst in langer Wagen reihe zum Hardt­hof, frer mit 3nteref|e besichtigt wurde und von dem man trotz mancher Mängel sagen, farm, daß er sehr wohl für ein Versuchsgut geeignet ist. Hierauf ging es zum Landwirtschaftlichen 3n- ftitut in der Senckenbergstraße, wo den Tellneh- mem einige neuere Ergebnisse der wissenschaft­lichen Forschung demonstriert wurden. Ramenttrch für den Fachmann waren diese Vorführungen von besonderem Interesse. Als Abschluß des Besuchs fand im Schütz en Hans ein Frühschoppen statt, be* dem der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Gr> s e v i u s, die Gäste begrüßte. Ministerialdirektor Ll r st a d t wünschte nameirs der Staatsregierung

von ihm und Hans Reimann verfaßter Cha- rakterschtoank unter demHamenEkel" über d!e Dühne, der im ersten und zweiten Akt einen! vielversprechenden Anfang bot und auch in der Gerichtsszene sich auf beachtlicher Hohe bewefte, in monologisierendem Schlußakt mit seiner Moral- tendeno aber stark abfiel. Trotzdem spendete das Haus Impeloven, der mit unverwüstlichem Humor die Hauptrolle spielte, nach den einzelnen Akt­schlüssen lebhaften Beifall und rief ihn nach Schluß wiederholt vor den Vorhang. Reben Impekoven bot besonders Alexander Engels mit seinem Amtsrichter eine gute Leistung.

3> deutsche Archäologische Institut in Rom

Das Deutsche Archäologische Institut in Rom wurde mit einer schlichten Feier neu eröffnet. Anwesend waren Fürst Bülow, der deutsche Botschafter Professor Dr. Rodenwaldt, der Generalsekretär des Archäologischen Instituts in Berlin, Frhr. v. R e u r a t h , Prälat Wil­pert, Prinz Georg von Bayern unb viele andere. Prof. A m e I u n g vom Institut in Rom hielt die Festrede. Dor vier Jahren hat der da­malige Kultusminister Denedettv C r o c e die Bibliothek, die beschlagnahmt war, toieberetftai» tet. Jetzt hat das Institut im deutschen evan­gelischen Gemeindehaus eine neue Stätte be­zogen, Da die alte auf dem Kapitol zerstört ist.