Ausgabe 
10.5.1924
 
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Nr. 1(0 Zweiter Blatt

10.00 Gmk.

28.50 QKL

3ft der genaue Betrag der Friedensmiete, bei­spielsweise 28.50 Mk., in der Tabelle nicht ent­halten, so ist der Mietbetrag, wie nachstehend er­läutert, durch Zusammenzählung zu ermitteln:

Friedensmiete: Maimiete

20 7.00

8 2.80

.5020

Gastspiel der Frankfurter Oper.

Mignon.

^)per in 3 Akten von Ambroise Thomas.

Kr. llnfere Frankfurter-Gäste haben bei ihrem dritten Besuch den beiden deutschen die franzö­sische Spielvper hinzugefügt: Zar und Zimmer­mann, Alessandro Stradella, Mignon find bei aller Verschiedenheit dem gleichen Stamm entsprossen. Mer allen drei Aufführungen beigewohnt Hal oder sonst Erfahrung besitzt, wird freilich den Abstand zwischen Lortzing und Thomas, bei dem der meck­lenburgische Pariser Flotow die Drücke bilden mag, deutlich empfunden haben.

Mignon (Erstaufführung 1866) ist von den mehr als 20 Opern, die Ambroise Thomas (1811 bis 1896) komponiert hat, die einzige, die sich noch heute auf dem internationalen Spielplan befindet, ähnlich-, wie von Gounods zahlreichen Opern sich nur der Faust (Margarethe") als lebensfähig er­wiesen hat. So Hal sich das Können der beiden Meister in diesen Werken offenbar zu höchster Stei­gerung erhoben, und jedenfalls hat, wie so oft, der Erfolg als Richter über ihrem Schaffen ge­waltet. Ihre Textdichter haben es gewagt, Goe- Ihesche Gestalten auf die Bühne zu stellen. Aber die Feder sträubt sich fast, den hohen Ramen in diesem Zusammenhang zu nennen, den die Unbil­den, die ihm hier widerfuhren, vermag kein noch so scharfes Wort zu kennzeichnen. Was insbeson­dere die Herren Michel Carre und Jules Barbier ausWilhelm Meister" zusammen­geb raut haben, ist eine Karikatur schlimmster Art, erträglich nur, wenn man eben jeden Gedanken an das Ärbild fallen läßt.

Der Komponist hat uns das bis ztzl einem Aewissen Grade erleichtert. Den Winken seiner

Die Mai-Miete.

Das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat nach Anhörung von Interessenten und Sachverständigen für die Berechnung der Miete für den Monat Mai folgendes bestimmt:

Die Miete für den Monat Mai beträgt in sämtlichen Gemeinden 35 v . H der Friedens­miete. Die Miete ist zahlbar in Gold- oder Papiermark. Bei Papiermarkzahlungen ist der Kurs vom Vortage des Fälligkeitstermins za Grunde zu legen. Die Beträge sind auf volle 10 Pfennig nach oben abzurunden.

In dieser Summe find 12 v. H für laufende, 8 v. H für grobe Instandsetzungskosten, sowie 15 v H für Betriebskosten und Zinssteigerung entfallen. Betriebskosten sind Steuern, Gebühren und öffentliche Abgaben, also insbesondere Grund­steuern, Kanalbenutz-ngsgebühven, Straßen ceini- gungsgebührcn, Wassergcld, Schornsteins, gerge^d, Haftpflichtversicherung. Treppen- und Flurbeleuch- lung usw. und Derwaltungskosten. Wassergeld ist jedoch nur bis zu 2 v. H. der Friedensmiete in -dem Sah für die Betriebskosten enthalten. In denjenigen Gebäuden oder Gebäudeteilen, in denen der Verbrauch 2,5 v. H der Friedensmiete über­steigt, kann die Mehrausgabe auf die Ruhungs- berechtigten nach den bisherigen Grundsätzen um­gelegt werden.

Betragen beispielsweise die monatlichen Frie- Äensmjeten eines Gebäudes 50, 45, 40 und 30 Mk., zusammen 170 Mr., so ist der Wasserverbrauch nur insofern in der Mietzahlung einbegriffen, als «er den Betrag von 4.25 Gmk. für den Monat Mai nicht übersteigt. Würde der Wasserr-erbrauch im Mai statt dessen 10.20 Gmk. betragen, so wäre der 5>ie 2. v. H ( 3.40 Gmk.) überschiebende Betrag von 6.80 Gmk. anteilsmähig mit 2, 1.80, 1.60 und 1.40 Gmk. auf die Mieter umzu- legen.

Aicht einbegriffen sind ferner in dem oben geannten Sah für die Deriebskosten die auf Grund der dritten Steuernotvervrdnung erhobe­nen Sondersteuern des Landes oder der Ge­meinden vom bebauten Grundbesitz. Diese sind von dem Grundstücksbesitzer auf die Ruhungs- Herechkigten umzulegen. ES sind zu entrichten:

Aus dem -lmtsverkündiMnasblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 31 vom 9. Mai enthalt: Förderung des Woh­nungsbaues. Höchstsätze in der Erwerbslosen­fürsorge. Oeffentliche Rotstandsarbeiten. Maul- und Klauenseuche. Dienstnachrichten. Lehrbuch für Gesagsunterricht. Hessischer Iugendfeiertag. Feldbereinigungen in den Ge­markungen Harbach und Röthges. Strahen- fperre.

Monatliche

Friedensmiete:

Maimiete

Mk.

Gmk.

-25

-.10

.50

-.20

.75

-30

1-

-35

2-

-.70

3-

1.05

8Vs

1.20

4-

1.40

5-

1.75

6

2.10

6-/3

2.35

7.

2.45

8

2.80

9-

3.15

10.-

3.50

15-

5.25

20-

7.00

25-

8.75

30

10.50

35.-

12.25

40-

14.00

45

1575

50

17.50

55-

1925

60-

21 00

65-

22 75

70

24 50

75.

26 25

80

28.00

85

29 75

90

3150

95.

33.25

100

35 00

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)

Landwirtschaft und Gartenbau

renbohne und Schlachtschwertbohne.

G. H.

Das Verfüttern von Fischmehl an Schweine.

Unfere Getreidearten, sowie der Mais ent­halten nur eine verhältnismäßig geringe Menge von Eiweiß. Junge wachsende Tiere fim> aber in ihrer Entwickelung auf einen hohen Eiweißgehalt des Futters angeweisen. Außer der Milch ent­spricht das Fischmehl am besten diesen Anforde­rungen. Die Menge, welche täglich an Schweine gegeben wird, ist je nach dem Zweck der Ruhung verschieden. Säugende Mutterschweine und nicht ausgewachsene Tiere erhalten im Verhältnis zu Mastschweinen ein etwas größeres Quantum. Man rechnet etwa 100 bis 140 Gramm pro Tag und Stück. Wenn das Fischmehl entfettet und in unverdorbenen Zustand ist, braucht man einen un° günftgen Einfluß aus die Beschaffenheit des Flei­sches nicht zu befürchten. Schlechte, minderwertige Ware ist am besten nicht zu verfüttern. Schweine, an die Fischmehl verfüttert wird, erhalten bei kür-

Frayekasten.

Frage 17. Ich habe in meinem Garten, der sehr feucht liegt, eine Unmenge Scharbockskraut ober Feigwurz (Ficaria verna). Zwecks Ausrot­tung dieses Gewächses bitte ich um Auskunft.

A n t wo r t: Das Scharbockskraut, Schmalz­kraut, Himmelsgerste, in Sch'esien Schmirgel ge­nannt, ist e.ne uns.c.r ersten googelten Früh ahrs blumen. besitzt einen kiwliigen Wurzelftock, der .ich al'.jährlich erneuert. Gegen Ende Mai werden die Blätter bereits gelb und sterben ab, -nachdem sich vorher sowohl im Boden, wie auch an den Gelenken der oberirdischen Leite länglichrunde, e'nem Weizenkorn nicht unähnliche Knöllchen ge­bildet haben. Durch starke Gewitterregen werten diese Knöllchen bisweilen aus dem Do. en gespült und zu großen Mengen zusammengeschwemmt. Daher die Sage vom Getreideregen. In reifem Zustande sind sie schirf und blasenziehend, unreif und in gekochtem Zustande mild und unschädlich.

zerer Mastdauer ein verhältnismäßig höheres Ge­wicht. G.

Textvorlage folgend, hat er den Aufbau seiner Musik ganz auf den Gegensatz zwischen Mignon und Philene eingestellt und das mit solcher Meisterschaft durchgeführt, daß man geneigt ist, alles Andere darüber zu vergessen. Wir brauchen uns nur Mignons Romanze und Philenens Polonäse ins Gedächtnis zu rufen, um uns die gegensätzliche Rhythmik zu vergegenwärtigen, von der das ganze Werk getragen ist, von dem Pot­pourri an, daS als Ouvertüre bezeichnet ist, bis zu dem Schluhtcrzett. Das ist unleugbar interessant und geeignet, die Kritik zu mildern, mit der man sonst von einem geläuterten Standpunkt an diese Musik herantreten möchte. Zu ihrer Kennzeich­nung der Musik eines Franzosen strömen uns die Fremdwörter, so gerne wir sie vermeiden möchten, ungesucht zu: Sentimentalität, Grazie, Esprit, Charme und zuletzt, doch nicht zumindest: Raffinement. Denn raffiniert ist diese Musik vom ersten bis zum letzten Ton. Für den Sachver­ständigen muh es ein ausgesuchtes Vergnügen sein, die Partitur durchzulesen: Streicher und Bläser (die gestern leider nur in Ersatz vertre­tene, wichtige Harfe nicht t» vergessen) ver­einigen sich durchweg zu berückendem, prickeln­dem, oft wie Champagner p-erlendrm Spiel. Und das gleiche gilt von den Stimmen, die mit voll­endeter musckalischer Sicherheit behandelt, ge­radezu in Wohl! ut schwelgen dürfen.

Das Orchester blieb den oft nicht geringen Anforderungen, die a.i das virtuose Zusanrmen- spiel der 3nilrumente und Stimmen gestellt wer­den, unter Bruno Hartls zielsicherer Führung nichts schuldig: einiges, z.D. die allerliebste, mit der Oper freilich nur lose verbundene Gavotte vor dem zweiten Akt. der man größere Verbrei­tung wünschen möchte, klang entzückend. Her-

vorvagend waren die tragenden Rollen vertreten. Ich nenne Hedwig E r l zuerst, denn darüber wird nur eine Stimme sein, daß ihre Philine am gestrigen Abend den Vogel abgeschossen hat. Mit dem bestrickenden Liebreiz ihrer Erschei­nung und ihrem anmutig-koketten Gebahren ver- körJercke s i-e dir Verführerin, und mit den Silber- tonen ihres die höchsten Höhen der Kolorotur­leiter mchckos erklAternden Soprans erschöpfte sie den verschwenderischen Reichtum, den der Kom­ponist über feine Philine ausgeschüttet hat. In Elisci-beth Kandts Mignon mußte man sich zuerst auch noch wählend des Vortrags der Romnnze ein leben: erst mit dem zweiten Akt schien mir die Gestalt volle Glaubwürdigkeit zu gewinnen und der Ei.id.uck einer ausgeglichenen Leistung sich festzusetzen. Ga.iz ausgereift war der Lotho io Adolf Germanns. Dagegen trat John Gläser als Meister darstellerisch stark zurück, und sein wundervoller Tenor mußte an­dere Mängel entschädigen helfen. Auf der Höhe gesanglichen und schauspielerischen Könnens zeigte sich Richwd von Schenk als Laertes, uni) Adolf Riedl versuchte c$u3 der Operettenfigur des törichten Barons Friedrich zu machen, was eben daraus zu machen war: sogar einen umge- flürVe-, D.aad verkündenden Leuchter wußte er g schi tu :ett -n Der Zigunerhauptmain dem bieUnuer rorenheit der e er en Ccrrrs und Bari ier Goethes Jarno hat avancieren lassen, war bei Josef G a r e i s in guten Händen. Chor und Ballett taten ihre Schuldigkeit.

Das Haus war, von einigen Lücken im ersten Rang abgesehen, voll besetzt und außer­ordentlich beifallsfreudg, ein Zeichen, daß dieser Musik trotz ihrer Oberflächlichkeit zu'olge ihrer einschmeichelnden Melodik und mehr noch ihrer

Was beim Bohnenanbau zu beachten ist.

Als Sonnenpflanzen verlangen alle Garten­bohnen viel Licht und Wärme, sie sind gegen Kälte und Rässe sehr empfindlich. Aus diesem Grunde dürfen sie auch nicht früher gepflanzt wer­den, bis die Witterung beständig warm wird und Rachtfröste nicht mehr zu befürchten sind. In un­serem Klima Lft es kaum vor Mitte Mai, nach der Zeit der Gestrengen-Herren-Tage. der Fall. Durch Frost beschädigte Bohnenpflanzen sind fast immer für die Weiterkultur wertlos: bestenfalls leben sie wohl weiter, bringen aber keine zufrie­denstellende Erträge mehr. In solchen Fällen wird am besten eine sofortige Reupflanzung vorgenom­men, die trotz des inzwischen eingetretenen Zeit­verlustes einen besseren Ertrag liefert.

Deim Legen der Bohnen muh das Land mög­lichst frisch gegraben sein, oder doch mit der Hacke aufgelockert werden, weil sonst die Bohnen nicht die genügende Feuchtigkeit zum Keimen oorfinben und zum mindesten ganz ungleichmäßig auftom- men. Dasselbe ist der Fall, wenn die Samen tiefer als 5 Zentimeter in den Boden kommen, oder mit zu schwerer Erde bedeckt sind. Wo sich Gelegenheit dazu bietet, sollten deshalb die PflanzlöcAr mit loser Komposterde zugefüllt werden. Ob man für die Aussaat Stufen- oder Reihenplazierung wählt, ist bei Buschbohnen weniger von Bedeutung, bei Stangenbohnen ist dagegen nur Reihensaat an­wendbar. Bedingung bleibt nur, daß die Pflanz­weiten so abgemessen werden, daß die Dohnen sich nicht gegenteilig in der Entwickelung stören, daß sie Licht und Luft bekommen und während der Vegetation jederzeit bequem gehackt und gerei- nicht werden können. Als normale Pflanzweiten gelten bei kleinstaudigcn Krupbohnen (Perlbohnen, älnerrnüdliche) 35 bis 40 Zentimeter, bei den groh- staudigen Sorten (Hinrichs Riesen, Schwertbohnen, Wachsbohnen) 40 bis 50 Zentimeter im Geviert, während sie bei schwachrankenden Stangenbohnen (Türkische Erbsen) nicht unter 50 Zentimeter und bei starkwüchfigen Sorten (Schlach schwert, Prunk­oder Feuerbohne) nicht unter 60 Zentimeter betra­gen darf, und eine gute Durchlichtung und Durch­sonnung der einzelnen Pflanzen zu ermöglichen. Demselben Zwecke dient auch die Praxis, den Lauf der Dohnenbeete von Rorden nach Süden zu legen, um eine gegenseitige Beschattung zu bermeiben. Die Zahl der Pflanzbohnen richtet sich nach der Wüchsigkeit der betreffenden Sorte: bei schwach- wüchsigen sind 5 bis 6 Stück, bei starkwüchsigen nur 3 bis 4 Stück erforderlich, vorausgesetzt, daß das Saatgut gesund und jede Dohne keimfähig ist. Bei Stangenbohnen werden zuerst Stangen gesteckt und die Dohnen kreisförmig darum ver­teilt. Deim nachträglichen Beistecken der Stangen besteht die Gefahr, die Dohnenwurzel zu k^schädi- gen. Rur in den Fällen, wo sich ein vermeint­liches Krupbohnenbeet infolge unzuverlässiger Saat als Stangenbohnen entpuppen sollte, muh man sehen, die Stangen nachträglich, so gut es eben geht, beizustecken.

Was die Dohnensorten anbetrifft, so eignen sich zu Drechbohnen: Rheinische Speck- oder Schmalzbohne. Hinrichs Riesen, Kapitän eidigen, Perlbohne: zu Schnitzel- oder Schnei de - bohnen: Hinrichs Riesen, Korbfüller. Prunk­bohne, Schlachtschwert, Kaiser Wilhelm: für E i n- rnachezwecke: Hinrichs Riesen, Zucker-Perl- bohne. Weiße Rieren, zu Salatbohnen: Rhei­nische Wachsbohne, Flageolet-Wachsbohne. Mont d'or, und zum Trocknen: Flageolet-Wachs- bohne, Hinrichs Riesen mit weißen Dohnen. Rie-

Die Frühjahrssaaten und ihre Behandlung.

Zur günstigen Entwicklung unserer Kultur- bnanpen ist da« Vorhandensein sämtlicher Wachs­tumsfaktoren in genügendem Maße Vorbedin- flung. Für die Frühjahrssaaten spielen besonders Stickstoff und Wasser de Hauptrolle. Sind es doch gerade diese so überaus wichtigen Stoffe, die durch ungeeignete Behandlung des Ackers und falsche Anwendung der Düngemittel leicht Ver­lusten ausgesetzt sind. Ohne genügend Dodenfeuch- tigkeit ist eine richtige Stengel-, Blätter- und mithin auch Körnerbildung undenkbar. Bei an­haltender Trockenheit ist durch Festwalzen des Ackers der im Boden vorhandene Wasservorrat in Anspruch zu nehmen. Mm ein Steigen des Wassers in den Dodenporen bis an die Ober- fläche und somit das rasche Verdunsten des Wassers zu verhindern, muß die Kapillarität in der oberen Schicht durch Aufeggen unterbrochen werden. Stark verunkrauteter Acker und anhal­tende feuchte Witterung machen jedoch ein Walzen nach der Saat unmöglich

Obwohl der Hafer die Fähigkeit besitzt, die im Boden vorhandenen, verhältnismäßig schwer löslichen Nährstoffe aufzuschliehen und für sich nutzbar zu machen, ist er dennoch für eine Stick- ftoffbüngung dankbar Da bei Gerste eine starke Stickstoffdüngung leicht Lagerung verursacht, ist s,e hier mit Vorsicht anzuwenden.

Stickstoffverluste können ekntreten. wenn schwefelsaures Ammoniak mit Thomasmehl oder anderem kalkhaltigen Dünger gemischt und ge­streut wird. Kann jedoch bei Kleesaat usw nicht von einer Thomalmehldüngu.ig abgesehen werden, so muh diese 2 bis 3 Wochen vor dem schwefel- saurem Ammoniak gegeben werden. Bei An­wendung des Stickstoffs in Calpeterform ist bei starken Regenfällen ein Auswaschen in den Unter- «rund zu befürchten. Deshalb ist es ratsam, das Ausstreuen desselben in mehreren kleinen Gaben auszuführen. Als Stickstoffdünger kann, wenn es bei der Aussaat des Getreides geschieht, schwefel- saures Ammoniak Verwendung finden. Dieses hat dem Salpeter gegenüber den Vorteil, daß der Acker nicht so leicht verkrustet und das Aus­waschen in den Untergrund nicht so stark erfolgt. Der Stickstoff int schwefelsauren Ammoniak ist nicht sofort für die Pflanzenwurzeln aufnehmbar und muß von den Salpeterbakterien erst in Sal­peter umgewandelt werden Der Salpterstickstoff wird nur als Kopfdünger verwendet und ist sofort für die Pflanzen aufnehmbar. Soll Klee eingesät werden, so ist Ammoniakstickstoff anstatt Salpeter zu wählen, da letzterer evtl, die Keimung beä Klees beeinträchtigen könnte.

Sehr wichtig für die Pflege der Saat' ist die Bekämpfung des Unkrauts. Das beste Bekämp­fungsmittel ist bei Reihensaat ein rechtzeitiges Behacken. Die Bekämpfung des von den Samen- unfräutern am meisten verbreiteten Hederichs er­folgt durch eine 20 bis 25prozentige Eisenvitriol- lösung, wenn das Unkraut das 4. Blatt bildet. Die Anwendung von Kalkstickstoff ist wohl zu emp­fehlen, stellt sich aber wegen der nicht ganz zu vermeidenden Stickstoffverluste ziemlich teuer. In den letzten Jahren ist auch ganz fein gemahlener Kainit (Sondermarke) mit Erfolg angewendet worden.

Sollten die Saaten, obwohl man weih, daß sämtliche Vorbedingungen für ein günstiges Ge­deihen gegeben sind, in ihrer Entwicklung nicht befriedigen, so ist anzunehmen, daß der Boden sauer reagiert. Rach der Ernte muh dann die Entsäuerung oorgcnommen werden. Die Unter­suchung des Bodens auf den Säuregehalt wird gerne von den zuständigen Landwirtschaftsämtern übernommen. ©.

_sam$tag, jo. Mai 1924

Die Bekämpfung btefc« lästigen Garlcnunkrautes gelingt leicht, wenn man rechtzeitig, d. h späte­stens Anfang bis Mitte Mai, die oeranlrauietctt Doete umgräbt, so daß kein grünes Blatt davon sichtbar bleibt. Wird diese Arbeit später vorge­nommen, so kann man sich im nächsten Frühjahr der Unkrautplage kaum erwehren, denn jedes Knöllchen hat die Fähigkeit, sich zur volltoinmcnen Pflanze zu entwickeln. Samen seht die Pstanze in der freien Ratur nicht an.

Frage 18. An meinem Hause habe ich an der Sonnenseite zwei Weinstöcke vor zwei breit gepflanzt. Einer war im letzten Herbst von Mehl­tau befallen. Wie ist diese Krankheit zu be­kämpfen?

Antwort: Zur Bekämpfung dieser Krank­heit verwendet man Schwefe tpuwer olxr Schwefel­blüte, mit welcher man alle grünen Teile, auch von unten her, einpudert. Diese Arbeit sollte bereits vor dem Auftreten der Krankheit geschehen und mehrfach wiederholt werden. Der Schwefel wirkt in der Weise, daß sich die schwefe­lige Säure mit dem Sauerstoff der Luft ver­bindet. Da dieser Prozeß nur bei einer Mindest- tempevatur von 12 Grad vor sich geht, hilft auch das Schwefeln in naßkalten Sommern und gegen Herbst hin nicht viel.

Frage 19. Wie vertilgt man Schnecken am besten im Gemüsegarten? Ich habe schon Salz gestreut, aber sie sind nicht wegzubringen.

Antwort. G gen das Auftreten von Racht- schnecken hilft Kalken des Bodens mit ungelösch­tem Kali im Herbst ober im zeitigen Frühjahr und Düngen mit Kali. Außerdem soll man über Winter daS Geflügel in den Garten lassen. Die Bekämpfung nach der Bestellung des Gartens ist schwieriger. Da ein Ab suchen nicht in Frage kommt, wird empfohlen, die Dtete öde Sonnen­aufgang ober nach einem warmen Regen, wenn das Ungeziefer am Fraß ist, mit einer20piD- zontigen Lösung von 4( Prozen tigern Kali zu be­gießen.

Frage 23. An meinen Zwergapfeldäumen sind 'bereits jetzt kurz nach dem ersten Austrieb einzelne Aeste kahl gefressen. Als Ursache sand ich eine graue, plattgebrückte Raupe. Wie heißt der Schädling und wie ist die Bekämpfung?

Antwort: Es handelt sich um die Raupe der Kupierglucke, auch Quittenvogel genannt Durch die plattgedrückte Gestalt und die schmutzige Farbe entgeht sie dem Auge trotz ihrer bedeutenden Große. Absammeln der 2ieie, wobei man den ganzen Baum bis an die Wurzeln nach Schlupfwinkeln nachsehen muß, ist bas einzig be­kannte Tekämpfungsmittel.

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Oberhesfischer Kunstverein.

Graphik Karlsruher Künstler.

Diese Ausstellung ist schön und ruhig. DaS meiste bewegt sich in guten Bahnen auf erprob­tem Boden und zeigt kein Bedürfnis, ihn zu berloffen. Einiges ist ein für allemal gültige Lösung, vieles begnügt sich bei einmal erfolg­reicher Fassung, nur weniges ist problematisch. Vielseitig ist das technische: Radierung, Litho­graphie, Holzschn'tt bemühen sich um Entfal­tung mannigfaltig er Reize. Sauberes Hand­werk macht auch Schwächeres liebenswürdig. So bietet, abgesehen von Inhaltlichem, der Vergleich von rein Formalem an sich schon großen Reiz. -

Hans Thoma ist da. Seine Blätter fesseln auch, wo sie seine schwachen Stellen zeigen, als Ausfluß tiefgegründeten Meislertuins. H. A Bühler häng! von ihm ob. Oft scheint sein Mystisches zu konstruiert. Richt alles ist so ge­lungen wie sein Bildnis Thomas: Da decken sich Strichführung und Inhalt. 21. Haueisen ist reich an Mitteln und Gedanken. Fr. H. L a n g wirkt in seinen Lithographien (Landschaften) stär­ker als in den Holzschnitten. H. von Dolk- man n wird hier mehr als in seinen Gemälden durch seinen starken lyrischen Einschlag gefährdet. Richt alles, was er geschickt hat, scheint daher erfreulich. Von QI. Dabberger, der eigent­lich als Einziger auch seiner formalen Haltung nach in den Zusammenhängen des Tages steh^ ist dieFrühlingslandschaft" besonders zu bc- achten. ,w.