Ausgabe 
10.5.1924
 
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nach eine Steigerung uni 0,9 Prozent verzeichnen.

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Gießener Woehenmarktpreise

am 10. Mai 1924 (Händlerpreise).

*

Die drei Eisheiligen. Mamer­tus, Pankratius und Servatius nahen, we­nigstens kündigt der Kalender ihr Erscheinen für Den 11., 12. und 13. Mai an. Dabei ist aller­dings noch nicht gesagt, daß sie unbedingt an diesen Lagen erscheinen müssen, oftsmals ists auch schon anders gekommen, als der Kalender ankündigte. Gern sieht man die dreiGestren­gen" wohl nirgends kommen, im Gegenteil, man verzichtet allenthalben freudig auf ihren Besuch, denn sie haben bekanntlich, wenn sie ernstlich in Erscheinung treten, eine zu rauhe Hand, die sehr leicht der Blütenpracht der Bäume und Sträucher ein jähes Ende bereiten kann. Hoffentlich machen'S die gestrengen Herrn diesmal gnädig!

** Volkshochschule. Am kommen­den Montag, 12. Mai, beginnt, wie schon kurz gemeldet, das neue (11.) Semester. Der Arbeitsplan umfaßt wieder eine Reihe inter­essanter Arbeitsgemeinschaften und Vortrags» reihen, ferner Elementarkurse und Kurse in Gymnastik. Für Ende Mai ist ein Kant-Abend geplant, im Juli soll ein Abend der Dichterin Ricarda Huch, die ihren 60. Geburtstag be­geht, gewidmet sein. (Siehe Anzeige in dieser Stummer.)

*' Wertbeständige Einlagen. Wie uns die Direktion der BezirkSsparkässe Gießen jWÜteUt, seht Die Giroorganisation Die Spar- i

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'virtichafttge- m Leicheipak- lvmbach, in k interim ui, tah diese- s sich in der ingen hat, In uifc da <m f|, um leknte iit dceen das !> be aht ist, et'e.1, die w ur Erhaltung, .lieche herum, üi die l&irt* >enes ist von :i der Staats- >, mit andem At Zuständig' n i >. 5-ium- i Leichslmw , und zwar es aber nicht i nach CtÜPSfl iamiiche Der' n, lobtutn M su ocrmtite-'1, ^'ichoKieN' :a, bai W «n Senat des S anzqste«

der durch Die jachkreil«n »r-

Kafleekenner »1 r.cn es, Bohnen - Kotfee iowic -

K<Mlee mUOen mit Pfeiacr <S Dillen KaOee-EOenr gekocht fein. Kein anderer Zutajj Ul io rein und fo ausgezelctutei i,n Oefchrauik. Haben tle noch alchl felbfl verluciil 7

StoCTtsrtttt 30 PL, Dole 40 Pf. in allen OelLLlten

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den ly. Mai 1924.

Staatliche Förderung

HeS Wohnungsbaues in Hessen.

Zur Förderung des Wohnungsbaues in Hessen im Jahre 1924 durch Gewährung von Daudarlehen hat das Hess. Ministerium für Arbeit und Wirtschaft grundlegende neue Dr» stünmungen erlassen.

Danach können Daudarlehen gewährt werden an Gemeinden oder Gemeinde verbände, an ge­meinnützige Bau Vereinigungen und an Private. Daugenossenschafien haben nachzuweisen, daß ihr dauernder Bestand und ihre Leistungsfähigkeit gesichert erscheint. Private Bauherrn können Darlehen für die Errichtung von Einfamilienhäu- fern nur erhalten, wenn dann ein? Al Wohnung für den Wohuungsmarkt frei wird, ober trenn sie für eine Wohnung dringend vorgemrkt sind. Die Gewährung von Darlehen seht vnaus, daß die Gemeinden oder der Kreis sich an den Bau­kosten mindestens in der gleichen Höhr wie das Land beteiligen. Die Aufbringung der nt.t>tge- deckten Dau tosten muß sichergestellt sein. Aende» lungen an dem Bauplan, die aus Ersparnisgrün­den oder au« Rücksicht auf die äußere oder innere Gestaltung deS Bauentwurfs notwendig erscheinen müssen ducchgeführt werden.

Die Daudarlehen werden als wertbeständige Hypothekendarlehen gegeben. Sie sind bis zum 1. Oktober 1925 zinslos und t»n Da ab mit fünf vom Hundert wertbeständig zu verzinsen und durch Abzahlungen in fest bestimmter Höhe mit mindestens eins vom Hundert wertbeständig zu tilgen. Die Höhe des staatlichen Baudarlchens wird von dem Ministerium für Arbeit und Wirt­schaft festgesetzt. Sie soll im Durchschnitt 10C0 bi« 1500 Mark je Wohnung nicht übersteigen. .Eine nachträgliche Erhöhung kann nur ausnahms­weise zugebilligt werden. Wohnungsbauten, die Darlehen von weniger als 1000 Mark benötigen sind bevorzugt zu berücksichtigen.

Der Bauherr hat für sich und für seine Rechtsnachfolger gewisse Derpftich u-gen bis zur Tllgung des Darlehens zu übernehmen; so kann daS Anwesen nur mit Zustimmung des Ministe­riums veräußert ober einem anderen zur Be­nutzung überlassen werden. Üeb?r|teigt b-i einem Berkaus des Hauses der Preis die Herstellungs­kosten, fo ist daS Darlehen zurückzuzahlen. Das staatliche Daudarlehen ist durch Aufnahme eines privaten Hypochekdarlehens abzulösen, sobald dies nach Lage des Hypothckenmarttes möglich lifL Die Hhpothrkfordeiung ist zur Rückzahlung fällig, wenn da« Zwangsversteigerungs- tx> r Konkursverfahren gegen den Eigentümer des Grundstückes eingeleitet wird, oder .wenn das Darlehen nicht zum Wohnungsbau verwendet wird, oder wenn der Schuldner mit den Zius- rnd Tilgungsbeträgen länger als 3 Monate im Rückstand bleibt.

Sur Sicherung des Darlehens ist aus dem ! Baugrunds!uck eine erststelllge, wertbeständige Hypothek zugunsten des Staates einzutragen. So­weit nicht eine Gemeinde oder ein Gemeinde- Verband Darlehensempfänger ist. hat tiz (§<m inde Und der Kreis an dem Daugrundstück bis zur Tilgung des Darlehens vertraglich einen An­spruch auf Hebertvagung des Eigentums an dem gesamten Anwesen (Antaussrecht), außerdem ein dringliches Vorkaufsrecht.

Anträge auf Gewührung von staatlichen Bau­darlehen sind in den Städten mit Städteordnung, tn deren Bezirk der Wohnungsbau errichtet wer­den soll, bet der Stadtverwaltung, in allen übrigen Gemeinden durch Vermittlung der Gemeindebe­hörde bei dem zuständigen KreiSamt einzureichen.

*

Die Reichs-Teuerrmgsziffer.

Die ReichSindexziffer für Le- venshaltungskosten (Ernährung, Woh­nung, Heizung. Beleuchtung und Bekleidung i beläuft sich nach Den Feststellungen des Sta­tistischen Reichsamts für Den 7. Mai auf das l,15billionenfache der Vorkriegszeit. Gegen­über der Vorwoche (1,14 Billionen) ist dem-

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37. Deutscher Landwirtschaft­licher Genossenschaftstag.

Darmstadt, 9. Mai. (Gg Bericht.) Heute vormittag h.elt der Reichsverba>id der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften im städt. Saaloau eine geschäftliche Sitzung ab, die sehr zah.r^iH besucht war. Der Tagu.-g to.haten der Dioßherzpg, sowie zahlreich» -Eet-uxter von Be/örte.i Lei. Degrußui.gsanspvachen hielten Der.an.s^irek.o., Cetoiiomürat Hohannhen- Hannover, Mini- stenalvat Hebel vom Hess. Ministerium für Arbeit und Wirtschaft und Ob.rbürgermeister Dc. G l ä s s i n g für die Stadt Varmgadt.

Landesölonomierat Hohannssen führte in seiner Begrüßungsansprache u. a. aus: Der Deutsche landwirtschaftliche Genossenschafls'ag hat bisher schon zweimal im hessischen Verbandsgebler stattgefunden, 1890 in Darmstadt und 1903 gele­gentlich des Silberjubiläums des Reichsverbands in Mainz. Der Zuwachs an landwirtschaftlichen Genossenschaften war, wie es selbstverständlich ist, in der Kriegszeit gering. Er stieg dann aber in außerordentlich starkem Maße. Von den 38 028 Genossenschaften sind im Reichsverband in 28 Ver­bünden 25 166 Genossenschaften vereinigt, davon sind: 83 Zentralgenvssenschaften, 12 631 Spar- und Darlehnskassm. 4082 Bezugs» un> Absatzgenossen- schäften, 2340 Molkerei-Genossenschaften, 5934 son- stige Genossenschaften.

Butter Pfund 190 Pf, Matte 35, Käse bis 65, Eier Stück 10, Gelbe Rüben Pfd. 25, Avte Rüben 30, Spinat 60. Spargel 140, Blu­menkohl Stück 150250, Salat 50-60, Salat­gurken 150, Grünkohl (Sprossen) Pfd 50, Fcl>> fatal 250, Zwiebeln 2530. Lauch Stck. 1020 Meerrettich Pfd. 70150. Sellerie Stck. 100, Ra» dieSchen Bund 25 Kartoffeln Zentner 750, Aep ei Psb. 1520, Dörrobst 35, Suppenhühner 80 Pf.

Landkreis Gietzen.

Watzenborn-Steinberg, 8. Mai. Am Sonntag verabschiedete sich Pfarrer Lenz von ter hiesigen Gemeinde. Mit Bedauern sieht man den pflichttreuen und recht beliebten Geist­lichen von hier scheiden. Wir möchten hoffen, daß er in feinem neuen Wirkungskreis in Hihkir - ch e n, Kreis Büdingen, recht viel Freude erleben möge.

. * P a in 5 la r, 9. Mai. Hier und in Fne» delhimsen ist die Maul- und Klauen­seuche erloschen. Beide Gemarkungen sind aus dem Sperrgebiet, die Gemarkungen Daub- ringen und Staufenberg aus Dem Beobachtunas- gebiet ausgeschieden.

Kreis Friedberg.

' Friedberg, 9. Mal. In der Ra.cht zum Donnerstag wurde im hicsigcn Amtsgerichts­gebäude ein Einbruchsdiebstahl ver­übt. Zahlreich erbrochene Tisch- und Pultschab-- l de n zeugten von umfangreuHer D4ev.-sarb.tt. Auster fürns Mark, die lose auf einem Lisch: ge­legen Hutten, werden nur noch eine Anzahl Schlüssel vermißt. Die Spitzbuben dürsten mit ihrem Staub sehr wenig zufrieden sein.

* Butzbach 9. Mai. Die Sperrung der Ortsdurchfahrt In Aieder-Wöll- stadt ist wieder aufgehoben worden.

KrciS Büdingen.

)( Selters, 9. Mai. Die he'ige Bade» saison wurde am l.Mai eröffnet. 3m herr­lichst cn F.ühlingsschmuck grüßt die Olatur den Besuchen. Das schöne Nidüertal, in dem unsere Heilquelle zutage tritt, gleicht einem blühenden Garten, so daß der Dädegast in reichstem Maße Die Schönheiten der Gegend gerade jetzt fennen» lernen kann. Hoffentlich l itt auch bald günstiges Ladewettter ein. Dom 1. Zuni an soll wie wir häi-.n, Der von den auswärtigen Badegästen gern bmutzte Rachmittagszug um 2 Uh-. wieder ver­kehren.

)( Bergheim, 9. Mai. Die hiesige Ge» meinte begeht im September das 200jabrige Bestehen ihrer Kirche. Sie beabsichtigt, zu diesem Lage die alte, sehr gebrechliche Orgel durch eine neue Orgel mit 2 Manualen zu er» setzen. Der Hubiläumstag soll selbstverständlich entsprechend seiner Bedeutung festlich begangen werden.

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r. -, Aufführung des Fest»

sk»reles des 13. Deutschen Turnfestes in München .Frisch auf mein Volk' findet nun- mchram Sonntag, 1 8. Mai, nachm. 411 br tn der Turnhille des Turnvereins v. 1846 (6 <ri- stvaße) statt. Weitere Deranstal uigen folgten vor» erst am Sonntag und Montag abend. W.e ander­wärts, so schreibt man uns, zeigt sich auH in Gießen und den umliegenden Städten un) Ort­schaften ein so großes Interesse für das packen e Fest!Piel, daß wohl meHr.re Wb.d rh. lu.igen na ° wendig werden dürften. Welche außerordentl.ch^ Anziehungskraft es ausübt,- zeigten die ausv r» kauften Häuser (in Darmstadt 8mal ge Auffüh­rung im Landesth^ater, in Franksurt 5mal g- Aus)ührung im Schauspielh uS, in Fulda »mal g- Ausführung in der Stadth ll e). Die hiesigen Vor- bereitunaen stehen unter sachkundig r Celtu ig un > versprechen das Beste. Die Rachmittagsvorstel­lung am Sonntag ist vorzugsweise als Frembcn- vorstel'ung gedacht. Eine Sch ilervorstelluna steh! für Mittwoch nachmittag tn Aus,iHt. Durch teil verhältnismäßig geringen Eintrittspreis ist es auch ben Wenigbemittelten möglich MefeS Spel gu sehen. Mit tiumerischen Auffuhru ig-en wird d«r erste Teil des Abends vusgefülll. (Sich.- Anz.)

DerH e l e n a" - F i l m, der fett gestern in den Palast-Lichtspielen gezeigt wirb, gehört nach den uns vorgeleglen Pressestlmmen zu ben giostartigsten Schöpfungen, Die bisher von aarFilmindustrie hervorgebracht tourten Allenthalben wird der F lm von den allerbesten Empfehlungen begleitet. Es-fte wohl auch in unterer Stadt das starke Interesse, das man ihm entgegenbringt, in vollem Maße red;tf<rtig<n.

Ein öffentlicher Kultur-Bor- ' g wird in unserem heutigen Anzeigenteil | bzrib auf der Liebigshöhe ange- I kündigt. Rähere; h her Anzeige. 9 |

«__77 Gesangverein Concordia

Un?- ? Mal auf der Liebigshöhe SGBSIw' nben mit dem Bun-

2^zeige^ Oberh.ss. Sangervecbandes. (Stehe |

WetlervorauSsttge

Bewölkung, zeitweise auf- frischende Winde, milder und Regen fälle. |

ron« in den Stand, numnryr für sänttNche Sin- lagen, auch für täglich verfügbare, also nicht nur für Termingelder, die Wertbeftänüigkeit auf Dollargrundlage zu gewährleisten. (Siede heutige Anzeige.)

** Ehemalige Friedberger Augustinerschüler. Der diesjährige Augustinsrfchuliag soll am 21. Juni stattfin- Den. Da zu gleicher Zeit in Friedberg ein Dach-Fest stattfindet, ist Besuchern des Augustlnerschultages Gelegenheit zum Besuch hervorragender Konzerte geboten.

Jj Der letzte Abend Professor Muckermanns war dem .glück iichen Heim gewidmet. An eingeh:nder teils selbsl aufgcnommsnei Statistik zeigte dec Reon.'c, daß man drll Acten von F imitien unterscheiden könne Die unnatürliche Gcostfamilie totcu h.iupisächlich dadurch h-rb^igesührt. d< die Säuglinge nicht gestillt werden, sonceru künstliche Rai-rung er°

Diele Kinde., aber auch große Kinder- sterbltchkeit sind die 5 -(ge Doch- noch andere Ur^ sachen führen zur unnatürlichen Großfamiite fo Vor allem der Altöhoiisnius. Die unnatürliche Zwergfamilie wurde vieliach als Jdealfamilie hin- gestellt Die Praxis der Weltgeschichte lehrt an- ecs. An Kinderreichtum ist noch- NL ein Delk rugiunde gegangen, wohl aber an Kindecamrut. Sobald nun sich auf ben glitschigen Boden d»v tünstlichen Eindämmung des Rachwuchses (eiibt führt er unobweislich wei ec zur Uniecbiunä' ÜLoÄ sich auf dem Papier schön ausntmmt, führt plastisch zum Untergang. Der unaufhaltsame Ge­burtenrückgang in Frankreich, wo man die.eZ Rormalsystem" durchführen wollte, möge uns eine Belehrung fein. So bleibt als Ioultyp die tn vollendeter Treue zu den Lebensgesehen aufgrbaute Roimalsarnilie. Hier allein lann Hd> auch die gesunde Hingabe der ctazelae-i I Fc,mrliengl:eder fürs nanher und di» echte Rest- gwn ajfubf.mbec Liebe entwickeln. Htermit ut die Vortragsreihe Professor Muckermanns zu Ende. Mögen auch im einzelnen die wiss-enschaft- lich.m Anllchten des Redners bekämpft wewen emes nehmen doch alle, die ihn gehört haben' mit nach Hause: Kehren wir nicht ,vur cstten deutschen, auf absoluter Treue aufgebauten Fa- mille zurück, unterhöhlen wir die Moral, indem toic kir Enthalt am e t zumal auch vor der Ehe, als entbehrlich betrachten, und g'.aubrn wie, durch kunstllche Kinderllnsch.änkung dem Boltsga.tzen zu nuhen, so sind wir un.nbweislich dem Ilnter- gang nahe gekommen. Der das nicht glaubt möge sich durch die Geschichte beleh.en l,-sen' D.«s französische Doll diene uns zur Warnung. An allzu strenger Lebensausfassung ist noch nie ein Volk zu Grunde gegangen. Daß Volker, die glaubten, b:e;e ernste Auffassung entbeh.en zu können, verkommen sind, ließe sich an jedein un- I teigcgongenen Volke in der Geschichte nachweisen.

Bornotizcn.

n, r~ Tageskalen der für Samstag. . ^^"'ver.ität: 8-/4 Ahr öffentlicher Tor­tvag mit Lichtbildewn üb:r die Abweh. ch.ncht am Aaroczsee und die Kämpse des Leibgarbe-Renis Rr. 115. Rudecstub Hassia: Mi:glleder-'Ver- sammlung. R. E. K.: 8 Ahr bei Hcckmann Mll- glieder-Versmnmlung. Rundfunkhnuz Cöber-

8/2 llhr Opevn-Aee.id. - Lichtspielhaus Dahnhvfstvaße: .Graf Lohn". Daiast-LidAt- spiele:Helena".

Tageskalender für Sonntag. Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie am Samstag.

, Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Dekanntlich sind für den laufenden Sommer regelmäh ge Gastspiele des Bad-Rauheimer Kurthmwrs am hi:s.gen -Stabt» tpeater zwischen der Stabt Gießen und der Kur­verwaltung Dad-Rauheim vereinbart worden. Dem Geschmackr eines erholungsbedü fügen Badepublikums entsprechend, w.rd natürlich das leichtere Genre vorw'egen, ohne daß deshalb wertvolle literarisch: W.rke ausgesch'os-en wären. . ß^te^ berartigeg Gastspiel w rb am Diens­tag. 13. Mar, Aoreh Hopwoods flotter Schwank Der Mustergatte" zur Ausführung ge­langen, mit dem auch in Rauheim die bi.'sjährige Dommersplelzeit eröffnet wird. Der Voroer auf finbet von Sonntag, 11. d. Mts. ab statt. Vor­bestellungen bittet man im Briefkasten des Stad'- theaters niedeczulegen. (S. heutige Anzeige.)

stvtzvng der Geld- uno -cuaven&entraien, während oen letzteren durch einen weitgehenden Aus­bau des Organisations- und Pressedienstes ge, ^encJ?^r^cn niü^e- Die Versammlung trat diesen Vorschlägen gleichfalls bei. Damit hatte die Sitzung ihr Ende erreicht.

3m Ansd)luh an die Tagung findet am Samstag ein Ausflug nach HBöllberg statt.

DermiZchres.

Grvtzfever im Hamburger Hafen,

Hamburg, 9' Mai. (WB.) Der Schup­pen b der F r^e i ha s e n l a g e r h u u s - A.-G im Mvldauhafen, Mesnickerufer, steht in hellen Flammen. Die Feuerwehr ist mit ei7er g.i> c t Anzahl von Zügen und Jeueriöschdampscm auZ- gerückt.

Amerikas Zeppelin-Pläne.

Reuyork, 9. Mai. (Wolfs.) Durch Funt- spruch. Wie Marinesestetär Wilbur hier in einer Rede mittelste, wird das L e n k l u f t s ch t s f Z. R. 3, das gegenwärtig in Deutschland für die Vereinigten Staaten gebaut wird, nach Ein­treffen in diesem Herbst voll der Marine zu einem Versuch verwendet, der erweisen soll, daß die Post zwischen den Vereinigten Staaten und Europa in zwei Tagen oder weniger beför­dert werden kann.

Interessante Funde bei einem verhafteten Kommunisten.

Köln ,9. Mal. (Wolff.) Rach- einer Mel­dung der »Erlogne Post" sind bei einem verhafte­ten Kommunisten Frantzen Platten von Einbillionennoten und englischen Pfund­noten, ferner Stempel von deutschen, englischen, französifch-rn und tschrchischen Behörden und außer­dem Waffen und Munition gefunden worden.

Schvftengericht.

* Gießen, 7. Mai. Anfangs Marz biete? Zcrhres erhielt der Oberamtsrichter Engel in Alsfeld einen anonymen Drohbrief, in dem es dem Sinne nach hteß, ;,man habe gehört, daß er schärfere Strasucte ls erlassen wolle, wie sein Vor (länger; das vertrüge sich nicht mit der heutigen Zeit, und man werde ihn mit Ernst verfolgen, wenn er es täte". Der Verdacht der Täterschaft siel auf den Mechaniker Valentin Stiehl ler von Alsfeld. In der heutigen Hauptver­handlung bestritt Stiehler. ben Brief geschrieben zu haben. Der Sachverständige, Lrhrer Leib von Gießen, kam in seinem ausführlichen Gute achten zu dem Schlüsse, daß nur Stiehler der Vriefschreiber sein könne. Das Gericht hielt den Sachverhalt für noch nicht genügend geklärt und ordnete weitere Erm'.ttlungen an.

Der Kaufmann Willi Dietrich von Dad- Rauheim und der Däckergeselle A n t o n Schmidt von Franksurt a. M. hatten Mitte August 192.3 zu Dad-Rauheim dergestalt eine versuchte schwere lllrkundensö.lschung begangen, daß Dietrich teils nach Anweisung des Schmidt einenDuplikat--Frachtbrief aus- ferttgte, wonach ein gewisser Köhler in Dad- Rauheim an einen gewissen Anton Müller tn Frankfurt a. M. mehrere Faß Benzin abschickte und auf diesen Frachtbrief die amtlichen Stem­pel Der Güterabfertigung, Die er in einem unbe­wachten Augenblick an sich nahm, drückte, sowie Die AbferrigungSvermerle fetzte, während Schmidt bann den Frachtbrief an sich nahm, in Der von beiden verabredeten Absicht, mittels dieses gefälschten Duplikatfrachtbriefs einen Dummen um eine Abschlagszahlung zu prellen. Benzin hatten beide natürlich nicht tn ihrem Besitz. Sie wurden zu6umd4Wonaten (»c» fängnis verurteilt.

Spielplan der ^rnntiurkr Theater.

Opernhaus. Montag, 12 Mal: Die Bo­heme. Dienstag, 13.: Fvusquita Mittwoch, 14.: 3enufa. Donnerstag, 15.: Madame Butterfly. Frlltag, 16.: Irreloi-e Samstag, 17.: Frasquitu. üonnt.ig, 18.: Die Walküre. Schauspiel­haus. Montag, 12.: Palme ober Der ©etränftc. Diensürg, 13.: Die Gegenkandidaten. M.ttwvch, 14.: Palme oder Der Geträntte. Donnerstag, 15.: Ast-Heidelberg. Freitag, 16.: Wilhelm Test S.-ms tag, 17.: Dame Kobold. Sonntag, 18.: Dam« Kobold.

Aach Erledigung einiger geschäftlicher An­gelegenheiten sprach Anwalt Regierungsrat Gennes (Berlin) überWilhelm Haas und slln Werk". Dec Berichterstatter zeichnete in mar- figen Worten ein Lebensbild des Schöpfers des R.ichsverbandes, Wilhelm HaaS. 1873 organte sttille Wilhelm Haas, von den genJssenschist- lichen D--,ug ausgdheid, das landwi.tsckafttiche Genossen,chaftsweten in Hessen und schloß 1E89 die drei unter seiner Leitung stehmden Verbände d.r Bezugs-, K^ellt' und Mol er ig noss.mschafteir IN den ietzigen Te.band der h.>,sischm landiv:rt- schaftli^en Genostenschafei zusamm n Znz.ill;chen war durch ihn auf seine Anregung im Zah.e 1883

Gründung dess Reichsve.bandes b c deutschen landwi tschaftlichen Gcnossenschafte i erfolgt I.i einer Reihe von Beispielen schlkdrrte dec Bor- tragenbe das Werk von Wilhe.m Haas und seine starcke Persönlichkeit, d.e ihr zu einem der ersten landwi lschnft ichrn und genvssenscha't ichen F ih­rer in Deutschland mach e, und die auch die Auf- meiksamkcit der Vertreter der Landwirt,chist und ! des landwirtschoftllch-rn Genossenschastswesens des Ausland-.s in hohem Maße auf sich lenste.

ilc'et dasGenossenschaftsw sen in schwerer Jett" sprach hierauf Verbandsda-ek.'or LandrS- Dfon-rmierat Hohenegg»München. Der R d- ver verlangte, daß die in ihrem Fundament er­schütterten und säst bis zum letzten Rest zer­schlagenen genv's.nschaftlich'n EtnrtH'unzen te- fielt werden und befreit bleibe.i von allen Be­last un gen, die dem Fortbestand des nrüh am ge­schaffenen Baues gefährden tönn.-n; f rn.r daß die ReichSregieruinz in lllcbcr.-tnstimmung mit tem Te'chluß der Ausschußsitzung der im RcichSonr- band vereinigten Provinzial- und Landes n ral° Mkn t>oni 10. April l. 3. sowohl zur Eil-al.ung der Wirksamkeit des einst so glänzend au^ge- bauten und nun so stark geschwächten ländlich-n Eenossenfchastswt-sens als auch zur wll gcheude , Sicherung der Ernährung unseres Dolle Z es als eine ebenso ernste wir vordringliche Pflicht er- 1 achtet, einigermaßen angemessene und der Eigen- I art des landwirtschaftlichen D.triebeK angepayte langfristige Kreditm-g ichkestei unter w.r fcha.t- lich Lagbaien Bedingungen zu erschließen. Die Teisammlung stimmte cei Fotdeiungen zu.

G en o s f e n f chaf t li che E i neu er u n g" lautete das Thema des SchlußvortrageS, den Ber- bandSbirektor Freiherr o. Los (Burg Berger- I Hausen) hielt. Der Berichterstatter wandte sich I In seinem Referat in kurzen Ausführungen zu­nächst der wirtschaftspolitischen Lage in Deutsch- I land zu. 3n bezug auf die zukünftigen Aus­gaben deS Genossenschaftswesens forderte er für I Die Warengenoffenschuften neben der Beweglich. I fett im Dezugsgeschäfl die großzügige Aufnahme des Warengeschäfts, insbesondere des (3»treibe» Geschäfts. 3m Geldgeschäft empfahl er die Anglie» Derung freier Bankgeschäfte. Für die Verbände verlangte er Die notwendige finanzielle Unter» |