Ausgabe 
10.5.1924
 
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Deutschs BÄlkSpartet S^+^ch45----44, Leinokratische Partei 94-124-7=28, Kommunistische Partei 424-114-9=62, Bayerische DolkSpartei 144-0+2=16, Bayerischer Bauernbund 34-2+5=10, Deutsch-Hannoversche Partei 44-0+1=3, Deutschvölkische Freiheitspartei 134-9+10=32, Oandliste 7+l+l=9;

Deutsch-Soziale Partei 04-24-2=4, Gesamtzahl der Mandate 3364-64+71=471. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Gesamt­zahl der Abgeordnetensitze noch eine geringe Erhöhung erfährt und zwar nicht bei der Feststellung des amtlichen Wahlergebnisses, son­dern bei der späteren Durchprüfung der Abstimmungsniederschriften. Es hat «ich nämlich hercrusgestellt. das) die Zahl der ungültigen Stimmen gegenüber den frühe­ren Wahlen stark g e st i eg e n ist. Während im Jahre 1920 die Höchstzahl der ungültigen Stimmen in einem Wahllre.se 12000 betrug, mel­den diesmal Merseburg 14 361, Düsseldorf-Ost 24 904, Westfalen-Süd 34 484 ungültige Stim­men. Es ist möglich. daß ein Teil dieser Stim- inen nachträglich für gültig erklärt wer­den wird, so tx>j der ei ten oder anderen Partei rroch ein Mandat zufallen könnte.

Der Reichswirtschaftsminister über die Gutachten.

Berlin, 9. Mai. (WB.) 3m Sitzungssaal d«S Reichswirtschaftsrats trat der Verein deutscher Maschinenbauanstalten za -tncr Mitgliederversammlung zusammen, die srch u. a. mit dem Sachverständigengutach- ren beschäftigt«. Der ReichSwirtschaftSmiinster Hamm führte hierzu u.a. aus. daß in Heber- Schätzung der Kraft der Wirtschaft auch daS Sach- -erständigengutachten zu Fehlschlüssen ge- lange, in dem manches vorweg genommen werde, daS erst in Zukunft geleistet werden AÖnite. Der' harte Steuerdruck werde auch t>on der Regierung nur als Aotstandsmastnayme be- 'rächtet, die aber nicht vermeidbar sei, wenn tote ndlich zu stabilen Verhältnissen in den Rerchs- sinanzen kommen wollen. Auch die Reichs regie- rung sähe ein. das) die jetzige Llmsay steuer nicht dauernd aufrechterhalten werden könne.

DaS Sachverständigengutachten bringe neben den dielen Belastungen doch noch die große Errungenschaft, daß eS die Einheit bei Rei­ches und seine Hoheit über Rhein und Duhr zur Voraussetzung mache.

Darum sollte man die Regierung nicht wegen ihrer Zustimmung zu diesem Gutachten schelten. Ob die gegenwärtiae Krise zu einer Gesundungs- k r t s e werde, hänge davon ab. ob wir den Krank- hritSzustand unserer Wirtschaft «.kennen. Eine Beschränkung der Kredite sei notwendig gewesen, um eine neue Gefährdung unserer Wäh- nmg zu verhüten. Ohne die Grundlage einer ge­sunden Wirtschaft sei ein gesunder Staat nicht möglich Hierauf folgten ein Vortrag von Geheim­rat Dr. Bücher vom ReichSverband der deut­schen Industrie über das Sachrerständigengut- achten und der von Professor Dr. Ernst Schultz Direktor deS WeltwictschaftsinftitutS in Leipzig' gehaltene Hauptvortrag der Tagung über die weltwirtschaftliche Zukunft der Maschinenindustne.

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Der rumänische Königsbesuch

beim Völkerbund.

Genf, 9. Mai. (Wolff.) König Ferdinand vnd Königin Maria von Rumänien sind heute ! morgen in Genf eingetroffen. 3n Degfei :unz des Ministers Les Aeuhern, Ducca, statteten sie dem Völkerbundssekretariat und dem Ar­beitsamt einen Besuch ab Das Kön'gSpaar wurde vom Generalfekrelär tes Völieriu ibes.L-ord Darmoor, im großen Sitzungssaal des Velker- bundsgebaudes fcierlichst lxgrützt. 3n ei e kur- ^n englischen Ansprache dankte der Generalseire- Mr den Gästen für den Desrach. der eine Festigung tzer Bande zwischen Rumänien und der grr.ßen Mternationalen Einrichtung bedeute, deren Ziel ^ie Wah.ung des Friedens und die Förderung niedlicher internationaler Zusammenarbeit sei. Der König entgegnete in französischer Sprache.

Rachdem daS KönigSpaar die R gistratur de internationalen Verträge im Völkerbundsiekre.a riat besichtigt hatte, begab es sich zum

Internationale« Arbeitsamt

wo es im groben Saal des Derwaltu-rgsratS empfangen wurde. Direktor Albert Thomas hielt eine sehr lange und herzliche Ansprache, in der er begeistert der Stunden gedachte, die er während des Krieges in Jassy mit dem König zugebracht hatte, und beschloß seine Rede, indem, er an daS soziale Verständnis des Königs appel­lierte. Der König antwortete in einigen kurzen Worten, indem er das Werk des Arbeitsam es würdigte und erttärte, daß daS rumänische Volk, das während des Krieges tapfer für feine Rech e gekämpft habe, jetzt mit Entschlossenheit für die Verwirklichung der devrokoutischen und sozialen

Das Auge der Mutter»

Don Rein hold Braun. I

Durch das Mutterauge blickt das Göttliche am ergreifendsten in die Welt, sei es tm Glück odeü Schmerz.

Wen daS Auge der Mutter nicht mehr er­greift, der ist tot am lebendigen Leibe.--

Auge der jungen Mut er, ein Mocgeühimn el bist du, voll unendlicher Süße. klingendes Licit aus Gottes Herzen, Hubel der goldenen Harfe der Seele, kniernde Demut vorm ewigen Wunder des Lebens.

* Auge der jungen Mutter: Gebet um Sonnen­gnade auf das Leben des Kindes, inbrünstiges Flehen um Blüten und Sterne.

Auge der jungen Mutter: WeihnachtSglanz der Madonnenseele!

3n deinem Licht werden wir rein!--1

Auge der reifen Mutter!

Wo es mit stiller Gewalt die Herzen bewegt, da steht es gut um das HauS.

Ter Blick der reifen Mutter erkennt mehr als zehn Weife erkennen: denn die Weisheit deq Mutterliebe bleibt doch die größte. Kein Buch kündet sie: sie ist ewig und herrlich lebrrchig im Auge der Mutter.

Das Auge der reifen Mutter steht in daS Herz und trügest du einen Panzer von Gold oder 6tdM es sieht dir dennoch ins Herz. Uno näh­mest du alles Trug wesen der Welt, es läßt sich nicht trügen.

ES blickt wie die Wahrheit selber, doch mit cher Milde der unendlichen Güte.

Ziele toirfen wolle. Rach einem Frühstück bei Lord Parmoor reiste das Königspaar um 3 älhr nach Brüssel weiter. Während des Besuchs im Dölkcrbundssekretariat und Internationalen Arbeitsamt,^ die beide mit rumänischen Fahnen veich geschmückt waren, trug dec König rumänische Generalsuniform und zahlreiche Kriegsauszeich­nungen.

Die Lage im Saargebiet.

Genf, 9. Mai. (WTB.) Die Regierungs- kcmmissiion des Doarg-ebietes hat dem Dölker- bundSsekretcr.iat ihren Bericht über das abge- lcmfer.e erste Vierteljahr da-! Jahres 1924 zu- gestellt. Rah einem vom Völkerbundssekretariat t>erösfentlichten Auszug bezeichnet der Be.icht die wirtschaftliche und soziale Lage trotz der heftigen Valutaschwankungon als günstig. Er teilt mit, die Rcgiorunzskommiss on an die Bildung e ner xruS A.b.stgebern, Arbeitnehmern und der Regierungscommi,sü>n selbst zu.a.nmengesctzten Arbeitskammer he. abgetreten ist. Die Grubenproduktion hat im Monat März 1321 700 Tonnen betragen, was seit Inkraft­treten deS Versailler Vertrages die höchste

ProduktionSziffer ist. Auf Grund eine« Abkom- mens mit der französischen Regierung hat die Regierungskornmission den De trag drr Saar- g.uben zum Haushalt des Saargebietes auf ein Sechstel des Haushalts vom Jahre 1925 an fest- g.se+ Don diesem Zeitpunkt an soll dann gleich­zeitig die Kohlen st euer annuliert wer­den. Der Bericht schließt mit folgenden Worten. Ein Hahr ist seit Beginn des langen Derg - arbeiten streike« vergangen. Die Regie­rungskommission stellt mit Befriedigung fest, baß a'lmählich das Daargebiet sich von dieser harten Prufu g erholt Hai und sich von Reuem eines wirt.ichen Wohlergehens erfreut.

Schottlands Kampf um Kornernte.

London, 9. Mai. Die Debatte über die zweite Lesung einer Dill, welche Schottland Selbstregierung gewährt, führte im britischen Unterhaus zu sehr erregten Szenen, die den Sprecher veranlaßten, die Sitzung zu ver­tagen. Eine ähnliche Dill ist bereits nicht weniger als neunmal vom Hause in zweiter Lesung erledigt worden. Heute fließ der Ent­wurf, der von dem Arbeitsparteller Buchanan vorgelegt wurde, auf den he.tigen Wider st and der Konservativen, während die Libe­ralen ihn unterstützen. Die Regierung hatte ihrer Zustimmung zu der Dill grundsätzlich Ausdruck gegeben und sich bereit erklärt, einen Ausschuh zur Erwägung der Gesamtfrage zu ernennen. Bei Schluß der S hung lchnte eS indessen der Sprecher ab, heute eine Abstimmung zuzulassen, wodurch die Dill zu Fall gebracht wurde. Diese Entschei­dung führte zu einem Tumult auf den Dän- 1 ken der Arbeiterpartei. Der Sprecher machte die Rufer wiederholt darauf aufmerksam, daß er sie aus dem Haufe verweisen werde, toenn sie sich seiner Amtsführung widersetzen würden: doch

vertagte er schließlich das Haus, da die Tagesord­nung mit der Annahme einiger formeller Fragen erledigt war.

Der Lohnkampf im britischen Bergbau.

London ,9. Mai. (WD.) Der Bericht des Ausschusses zur älntersuchung der Brrgarbeiter- löhne besagt, die Betriebsgewinne sei­en nicht hoch genug, um die geforderten Lohnerhöhungen zu ermöglichen, während gleich­zeitig das Verlangen nach Reorganisation der Betriebe eine politische Frage einschbehe, für die der Ausschuß nicht zuständig sei. Der Be­richt schlägt die Wiederaufnabrne der Be­sprechungen betr. die Abänderungen der Lohn­vereinbarungen von 1921 vor.

Das spanische Direktorium.

Madrid, 9 Mai. (Wolff.) Rach der Rück­kehr von Bilbao erklärte Primo de Rivera Presseverttetern, die politischen Parteien gehörten der Vergangenheit an Das Volk wolle heute nur daS Direkt orium anerkennen Damit die Ar­beit vollen Erfolg habe, müsse das Direktorium

mehrere Jahre bestehen bleiben, wlM er bereit sei. Alle der Regierungsaktion entgegen­stehenden Schwierigkeiten würden künftig durch ein radikales Dekret schonungslos besei­tigt. Aus sämtlichen Eindrücken, die er auf seiner- Reise gewonnen habe, gehe hervor, daß die ganze Bevölkerung auf seiner Seite sei Ein Verzicht der Regierung zugunsten der früheren Politiker würde eine unverantwortliche Unterbrechung der begonnenen Arbeit und einem Verrat an der Ration bedeuten.

Positive völkische Flrbeit im bayerischen Landtag.

München. 9. (WTD.) Der Döl- kisch^ Block veröffentlicht gegenüber den Gerüch­ten, daß die Fraktion des Blocks nach den Wahlen nicht mehr bestehenbleiben werde, eine Erklärung, wonach es der Wille drr völkischen Führer ist, daß drr Völkische Block im Landtag arbeite: seine Arbeit solle sich auch nicht in leerer Rrg-ation verlieren, sondern der Block werde den Landtag vor positive An­träge stellen.

Kleine politische Nachrichten.

Die «'Boss. Ztg." erfährt, daß die bei der Durchsuchung der Räume in der russischen Handelsvertretung in Berlin festgenom­menen Personen wieder freigelassen worden seien, da weder Flucht- noch Verdunkelungsgefahr bestehe.

Ein 39jähriger Magistratsbeantter aus König­stein im Tcmnus, ein früherer Marineoffizier, ist vor den französischen Gerichten zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, well man bei einer Bahnhofs onttolle in Eschborn bei ihm ver- sch'eder.e verbotene Tageszeitungen gjfunfcen hatte, und well er auhervem auf Dem

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Anzug Vor Abzeichen desStablhe!mr, einer xm besetzten Gebiet verbotenen Verbindung, getragen hatte. Bei einer bei diesem Beamten tvrgenommenen Haussuchung wurde außerdem ein Revolver mit Muni-ion vorgefunden.

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Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt, friti die Blüttermeldung, nach der von drr bayrischen Staats regierung an den Reglern ngspräi identen v Kahr ein Schreiben gerichler worden sei, in dem diesem nachrgelegt wurde, sein Rücktritts- gesuch einKureichen, nicht den Tatsachen ent­spricht.

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Sm Zusammenhang mit der Verhaftung deS Studenten Brandt wegen Bctritigung an der Ermordung Ralhenaus sind wettere Fest­nahmen in München erfolgt Die Verhafteten find zum Teil bereits in das Leipziger Unter­suchungsgefängnis eingeliefert worden.

Negerwandernttgen in den Vereinigtem Staaten und ihre Bedeutung für ein wandernde europäische Landwirte.

Der Weltkrieg, der bekanntlich die europäische Auswanderung nach den Vereinigten Staaten ins Stocken brachte, hat eine Abwanderung von Regern aus dem Süden nach den nördlichen Industriegebieten der Vereinigten Staaten von Amerika zur Folge gehabt. Schon während der Kriegsjahre zogen, wie der Bericht des Bundes- Arbeitsdepartements in Washington mitteilt, etwa 400 000 Reger vom Süden nach dem Rorden, von denen zwar Tausende bei Beginn des Win­ters wieder nach dem wärmeren Süden zurück- kehrten, der größte Teil aber in seinen neuen Heimstätten blieb. Infolgedessen ist eine starke Zunahme der Farbigen in den Großstädten Reu- york, Chicago, Pittsburg, Hartford (Tonn.), De­troit und Cleveland wahrzunehmen. 3n der Zeit vom l. September 1922 bis 31. August 1923 sind 478 700 Reger aus den Südstaaten nach den Industriezentren des Rordens gewandert. Racb den im Bericht enthaltenen Angaben verteilte sich diese Bevölkerungsbewegung auf die einzelnen Staaten, deren Gesamtbevölkerung in Klammer beigesetzt ist, wie folgt. Aus Alabama (900652) wanderten 90 000 Reger aus: aus Arkansas (472 220) 5000; aus Florida (329 487 ) 90 000; aus Georgia (1 203 385) 120 000; auS Kentucky (235 398) 2500; aus Louisiana (700 257) 15000, aus Mississippi (395 184) 82 600; aus Rord° Carolina (762 407) 25010; aus Oklahoma (149 408) 1000; aus Tennessee (451 758) 10 030; aus Texas (741694) 2000; aus Virginia (690 017) 10000.

Der Reger hat durch seine Abwanderung yach dem Rorden ein neues Problem aufgerollt, an dessen Lösung sich die Führer beider Rassen werden beteiligen müfien. Die in den Industriernittelpunlten sich anfiedelnden Reger sind Leute, die mit dem ländlichen Leben im Süden durch Generationen innig verknüpft waren. Dis vor wenigen Jahren lebten 70 bis 80 Proz. der Reger des Südens auf dem Lande, ohne das Stabtleben gewöhnt zu fein. Durch die Abwan­derung nach dem Rorden werden aber vielt Landarbeiterstellen im Süden frei, wodurch sich die starke Rachfrage nach Farm- und Pflam zungsarbeitern aus dem Süden der Vereinigter Staaten erklärt. Deutsche Landarbeiter und Land wirte sollten bei derartigen Angeboten vorsichtig sein, da ein Deutscher niemals den Arbeitsplatz eines Regers einnehmen sollte.

Das Reichswirtschastsgerrcht.

Heber die Zukunft deS ReichswirllchaftSge- richts veröffentlicht der Referent beim Reichsfpar-- kornmisfar, SenatspräsiOent Dr. Baumbach, in der Deutschen Huristen-Zeitung eine interessante Abhandlung. Wtr entnehmen daraus, daß dieses Gericht trvtz des Ansehens, das es sich in der kurzen Zeit seines Bestehens errungen hat, in seiner jetzigen Form verschwinden muß, da auf zu schmaler Erundlage aufgebout ist, um lebens­fähig zu fein. Abbaumaterien, mit denen das Reichswirtfchaftsgericht überwiegend fce.afet ist, können ein Gericht nicht dauernd speisen; die we­nigen Stauermaterien genügen nicht zur Erhaltung. Man kommt auch nicht um die Tatsache herum, daß ein Eingriff der Staatsgewalt in die Wirt­schaft nichts der Art nach Verichiedenes ist von jedem andern Eingriff dieses Trägers der Staats­hoheit in die private Rechtsphäre, mit andern Worten, daß für solche Eingriffe die Zuständig­keit der Berwaltungsgerichte gegeben ist. Bnum- bach empfiehlt die Angliederung des Reichswirt- schastsgericht an das Reichsgericht, und zwar an den Verwattungssenat. Run ist es aber nicht möglich, das Reichswirtschaftsgericht nah Leipzig zu überführen. Einmal sprechen räumliche Ver­hältnisse der Dienstgebäude dagegen, sodann find Dersetzungen nach Möglichkeit zu vermeiden, schließlich seh>n in Leipzig die vorzüglichen Laien­beisitzer. Es bleibt also nur der Weg, das Reichs­wirtschaftsgericht in cken auswärt gen Senat des Reichsgerichts, dem Derwaltungsfenat angeglic- bert, umzuwairdeln, ein Vorschlag, der durch dis Deutsche Huristen-Zeitung den Fachkreisen z«r Kritik unterbreitet wird.

Das neueste Werk des Schweizer Dichters und weltbekannten Kriegskritikers Hermann Stegemann der Familienroman Die Bantiger erscheint ab Montag im Gießener Anzeiger

Neubesteller erhalten die Zeitung bis zum 15. Mai kostenlos geliefert

DaS Auge drr reifen Mutter ist Vrrft^hrn und das immer wunderbare De.^rihm. In feiner Wchmut noch ist es das Licht deS Glaubens an dich.

Gott selber tröstet durchs Auge der Mutter, und immer ist es Suchen nach den Drsten in dir. Dor seinem stillen Zauber offnen sich h'imlrhe Türen, die du selber nicht kanntest. Muttcrbll.ck kann Erweckung sein, toenn nur ein toinziges Frnklein noch in dir zu erwecke i ist, das brsher keine Macht der Erde zu erwecken vermochte.

Auge der reifen Mutter, Heimat bist du!

älnd irrte einer mit zerdomtrn Fußen durch die Welt und hätte nttge.rds Heimat mchr so ist er doch nicht heimatlos, toenn e. den Blick der Mutter immer mit innerem Gesicht schaut und toenn dieser Blick das einzig Ruhrnde und Unver­lierbare seiner irrenden Seele ist.--

Auge drr reifen Mutter, schau' unS ins Herz, daß wir gut werden! 1

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WaS alte deutsche Briefmarken wert sind.

DaS Sammeln von Postwertzeichen hat sich in neuester Zeit zu dem toohl.verbreitetsten Sammel­sport entto-ickelt. Während früher hauptsächlich Kinder Driesmarken sammelten, ist das heute eine sehr ernste Beschäftigung der Erwachsenen ge­worden, bei der nicht nur große Gewinne ae- macht werden können, sondrrn die auch sehr be­deutende Kenntnisse erfordert. Freilich die Sint­flut neuer Briefmarken, die im Anschluß an den Krieg und besonders auch bei unÄ in Deutschland

erschienen ist, dürste den vielen Spekulanten keine goldenen Berg» einbringen, dmn die Kriegs- und RachkriegSmarken verlieren immer m^hr an Wert. Die alten deutschen Marken erfreuten sich einer immer steigenden Wertschätzung auch bei auslän­dischen Sammlern, und die Preise steigen in allen deutschen und außerdeutschrn Versteigerun­gen fortdau rnb, oft bis äu einer geradezu phan­tastischen Höhe. Dabei zeigt es sich zugleich, daß die Ansprüche drr Sammler an die Qualität der Marken immer höher werden. Marken von nicht ganz eintoandireier Erhaltung, z. B. knapp- b schnsttenc, dünne, zweif lhist g'.ste.npeste G e n« Plare, selbst solche mit ganz iletnen Fehlern, werden bei den großen Be .steig .rungen zurückgrwj^ rn. Dagegen bringen auterhaltene altdeutsche Marken hohe Summen, und zwar nicht nu; in Deutschland, sondern auch in Paris und London, vor altem in Amerika. Sine Bayern 1 Kr schwarz (1849) dis vor 30 Japsen etwa 1 Mk. kostete und 1914 etcva 45 Ml., erzielt heute Preise bis zu 200 Goldmark. Dre Mark.n von Mecklenburg- Str elih aus dem Iah.e 1861 bringen bis zu 150 Goldmark, ein gutes Stück ber rote > Sachsen 3 Pfennig (1850) kostet min'e ten« K03 Goldinarck. Maßg b n) iind etwa die Preise, wie sie auf der Stock-Auktion vom Ende Januar, zumeist von Händlern, die doch wieder höhere Preise erzielen wollen, gezählt wurden. Da brachte eine Da de n 18 Kr grün 4n9 Kr. braun D t fstück 200 Goldmark, eine Bayern 18 Kr. ziegelrot + 3 Kr. rosa Driefstück 240 Gold- mark eine Bre m«n 3 Grofchen schwarz auf graublau (1855) 230 Mk. eine H amburg 9

Schilling zitronengelb, 300 Mk., eine Hannover 3 Pf.nnig rosa (1855 bis 1857' 635, ein hannover­sch r StadtpostbriefamschLag van 1815 723 Mk eine Lübeck 4 Schil.ing dun'e'grün auf D.kes 410 Mk. Alte Lübecker Marter gch r:n über­haupt zu den größten Seltenhst en: so worden für einen Dreier-Streisen 1833 M' g s<lt An­derenKanonen" von Alt eu schlanü iind die Oldenburg i/s Gr. grün (1859), di: lr guter Belastung kaum noch au) Auktionea anzutr..ffea ist und deren Preis auf 1530 Mk. geschätzt,co r>. Da das Gebiet der Dr e marken kund r sih sa riesig v-orgrößert hat, so toählen sich die Vernunft g:ir Sammler em Sondergebiet aus, auf dem li? Doll- ftanbigfcit erftre£e.i. Eine solche Spezialität ist 5. D. Altdrut ch and. Achlet man dabei noch aus Abarten in dar Färbung, rn der Zährnn^, im Wass.-rzttchen ole in der Gummierung sarnm lt man dazu Dir fr und Drrefstücke b smocrl schine Stempel und decgl., so kann man schau eia Lebrn ausfüllen und ein Bermögea anlcgen coemr mn nur einigermaßenVollständig"« t crr i h«l aill. Von den dem Stock-Katalog bei<e.ügte.a Ab- bildungLtaf lu waren die be d n erfteu nur Bake'a und Dadern getoi'met und eih'.eitm insgesamt noch nicht 80 Marken, die bei tc Drrft tger tng 30CO Mk. b achten. Wer 1914 Kapital it wird lich guten Marken, vor allen in al ei deut chen. ang legt hat. b sitzt heute ein groß S Te mxen, was unsere Kapitalisten von ke r m i ten aniX^en Anlagen gewiß nicht mehr sagen können.

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