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ttmo üvergefützri Verden können, trifft cm .Agent für Reparationszahlungen" mit fünf DahrungS- und FinanzfachverftänDigen aus den alliierten Landern. Mit der Ucbecfülirung der Warkbeträge an den .Agent" gilt die Dcrpflich- tuns Deutschlands als erfüllt.

Sachleistungen.

Die Fortführung der Sachleistungen halten die Sachverständigen für notwendig. In der finanziellen Auswirkung sehen sie keinen Unter- schied zwischen Sach» und Geldleistungen. Beide müssen aus dem Ausfuhrüberschuß ge­deckt werden können, wenn nicht die Währung zerstört werden soll. Alle Sachleistungen, dre nicht auf Rohstoffe beschränlt sind oder deren Durchführung eine vorherigeEinfuhr nach Deutschland erfordert, werden als unwirt­schaftlich erllärt. Die Sachverständigen legen ein Hauptgewicht darauf, daß der Ausgleich des Haushalts nicht bloß hergestellt, son­dern auf die Dauer erhalten wird. Sie erörtern in großen Ingen das Steuersystem unter besonderer Berücksichtigung der Steuer- erträgnisse während der Inflationszeit, sowie die Frage gleichmäßiger Steuerbe- l a st u n g in Deutschland und den alliierten Staaten.

Aur durch den dauernde« AuSUerch des Haus­halts und die Aufrechterhaltung ter festen Wahrung kann nach Ansicht der Sachverstän­digen daS Vertrauen in die deutschen Verhält- niffe wiederkehrru.

Aur barm wird mit einer Rückkehr der im Aus­land investierten deutschen Kapitalien gerechnet enb kann ein Anreiz für ausländische Kap italien zur Investierung in Derts<Aand geboten und eine ordentliche Steuerleistung erwar­tet werden. Der Zufluß ausländischen Kapitals für die Schaffung der Rotenbank und die Durch­führung der Sachleistungen während der Lieber» gangszeit wird für notwendig erachtet. Dre Sachverständigen halten es für ausgeschlos- s e n, daß Deutschland im Jahre 1924/25 in irgend­einer Weife aus feinen Haushaltsmckteln zur Er­füllung der ZahlungsverpflicLiungen an die Alli­ierten Beträge leisten kann (Moratorium). Jede Forderung von solchen Zahlungen würde nach An­sicht der Sachverständigen den Aufbau des Haus­haltes und die Stabilität der Währung gefährden. Die Finanzierung der Sachlerstuirgen soll daher im Jahre 1924/25 durch eine internationale Anleihe erfolgen. Diese internatiorrale Anleihe betrachten die Sachverständigen als integrier rendenDe standteil ihres Vorschlages. Aach Ansicht der Sachverstandigon ist es erforderlich, die Beförderungssteuer bis xa einem Betrag von 250 Millionen Goldmark nn Zähre 1925/26 und bis zu 290 Millionen Gvldmark in den folgenden Zähren aus dem Haushalt herarszunehmen und für die erfolgreiche Durchführung des PlanS über die Behandlung der Cisen bahnen zu verwenden.

Belastung der Industrie.

Der Industrie, dem Handel und dem Verkehr wird eine Belastung von 5 MttLardeu Mark auf- erlegt, die in fogenararten Industrie-Schuldver- schreibungen mobilisiert werden fall. Die Schuld» derschreirmngen sind nach einer geringeren Derzrn- sung in der Liebergangszeit vom vierten Jahre ab mit 5 Prozent zu verzinsen und mit 1 Prozent z i tilgen.

Kontrnlle.

Die Reparationsleistungen sollen durch be­stimmte Einllmfte gesichert werden. Von der Empfehlung einer mittelbaren oder unmittÄlbaren Kontrolle der gesamten deutschen Finanzgebarung wird Abstand genommen, es sei denn, daß ein beabsichtigter Verstoß Deutschlands gegen die setzt Übernommene Verpsiichtung vorliegt. Als Son­derpfand sollen die Einllmfta der Zölle und Abgaben auf Alkohol, Labak, Bier und Zucker dienen, und zwar soll .die toitffanre und unaßweisliche Kontrolle" in ter Weise aus- geübt werden, daß von dem Gesamtaufkommer seitens ter Kontrollstelle zunächst die an die Aili» ierten abzuführenden Leistungen abgezogen wer­den und^nur ter Rest zur Verfügung steht. Dic Kontrolle soll alsbald beginn en. Von der Llm Wandlung ter Verbrauchssteuern in neue Mo n r- Pole wird abgesehen, nur werden arr den Labakverbrauch gewisie Aenregelunge i empfohlen. Die Kontrolle wird einem beforttere i Kommissar übertragen, dem Lluterkommissare für jede zpr Sicherung dienende Steuer bei­geordnet sind. Die Befugnisse deS Kommissars sollen, solange die Einkünfte zursicheu, Mtück- haltend ausgeübt werten, gestatten aber rat Falle eines verringerten Ertrc^S ter Gunahrueguellen Singriffe jeder Art.

Die Sachverstandigen sehe« die EÄrfrHrmg je eines Kommissars für die DsLrntevrk, fSr die Eisenbahn, für die zur Mwanziernng der Re­parationen dienenden EmckaH^reguellrn des Dndgets «ad nötigenfalls für die Iadnftrie- belastung tret,

außerdem den Agenten 6er Reparationszahlun­gen, der zugleich die Verbindung der Kommissare mit ter Reparationskourmission herzustellen hat und Len Kommissaren allgeurein£Lig> Richt­linien , geben kann. Die Änrnntiffaze und d«w Agent sind Mitglieder eines Koklegiums, das den Agenten bei der MrsarteLtung der ge­meinsamen Richtlinien zu berutLr hat. Endlich find Trustees für die Verwaltung der Eis«ibahn° und Industrie-Obligationen vorgese^».

Am Schluß seiner Ausführungen über die Leistungsfähigkeit Deutschlands stellt ter Sach­verständig enausschuh ausdrücklich fest, daß die von Deutschland zu fordernden Summen alle K o st e n enthalten, die aus dem Krieg entstanden sind, insbesonteve die RecharatiEen, dir Resti- tulicncn, alle Ausgaben für die BesahungÄrrrn«, die Ausgaben für die Kontrollkommissionen, an­dere Lleberwachungen usw. Es wird ausdrücklich hervorgehobe-n, daß, wenn in dem Bericht des Komitees oder in seinen Anhängen von Der- tragszahlung n die Rede ist, dantit alleßaft en gemeint sind, die Deutschland von den alliierten und assoziierten Mächten für die Kriegskosten auferlegt sind.

Wirtschaftliche und finanzielle Hoheit.

Die Wiederherstellung der wirtfchaftllchen und finanziellen Hobeck Deutschlands im be- fetztenGebiet wird von den Sachverständigen an verschiedenen Stellen ihres Bericht- als D o r- bedingung der Gesamcheick ihrer Vorschläge bezeichnet.

.Wir haben eingehend ertoogat,**' sagen die Sachverständigen gleich im Eingang06 es mög- 3ch ist, für das heutige Deutschlcnck», & 6. bei tert gegenwärtig bestehenden fiskal.scheu und wirt- schasllichen Beschränkungen in Len besetz-

| ten Gebieten daS deutsche Budget zu varancieren und dic Währung dauernd zu stabilisieren. Wir müssen erllären. daß es uns nicht möglich gewesen ist, unter diesen Llmständen einen Weg zu finden. Die Wiederherstellung der deutschen Kredite im In- uird Ausland ist die Grund­lage der deutschen Zahlungsfähig­keit. Dieser Kredit aber kann nicht wieder herge st eilt werden, solange der jetzige Zu­stand im Ruhr- und Rheingebiet fortdauert. Wir haben uns deshalb gezwungen gesehen, davon auszugehen, daß die finanziell und wirtschaft­liche Einheit des Reiches wieder hergestellt wird. Alle unsere Vorschläge sind auf dieser Annahme basiert."

Der Bericht Mac Kennas.

Paris, 9. April. (WTB.) Der ifer Re­parationskommission übergebene Bericht Mac KennaS umfaßt nur sieben Seiten. Dazu kommen kurze Annexe über die Guthaben im Ausland im Jahre 1924, während des Krie­ges und nach dem Kriege. Das deutsche Guthaben im Ausland wird auf 6 V, Milliarden Goldmark geschätzt, der Besitz der Ausländer in Deutschland auf 1IV, Milliarden Gvldmark. Als einziges Mittel, die geflüchteten Kapitalien wieder zu­rückzuführen, wird die Beseitigung der Gründe betrachtet, die die Abwanderung verursacht haben, d.h. die Schaffung einer sta­bilen Währung. Als Beispiel wird Öster­reich angeführt. Zum Schluß wird zur Er­wägung gestellt, wahrend der Aebergangs- Periode denjenigen, die unter der augenblick­lichen Gesetzgebung der Gefahr der Strafe wegen Kapitalflucht unterliegen, Straf­freiheit zu gewähren und ihnen bei Zeich­nung von Anleihen für die Bezahlung in fremden Devisen besondere Bedingungen zu bieten. Auf diese Weise würde die Rückfüh­rung des geflüchteten Kapitals die endgültige Wiederherstellung des finanziellen Gleich­gewichts in Deutschland beschleunigen.

Dos Urteil der Berliner Presse«.;

Berlin, 10. April. (Priv.-Tel.) Mit Ausnahme der völkischenDeutschenZei- t u n g", die von der Versklavung Deutschlands spricht, begegnet der Sachverständigenbericht in keinem Berliner Blatt einem schroffen An- anuehmbar. DieKreuz-Zeitung". die schwere 'Bedenken insbesondere hinsichllich der unerhört hohen Leistungen, die in dem Sachverständigenbericht der deutschen Wirtschaft anfgebürbet würden, und hinsicht­lich der vorgesehenen internationalen Kontrolle der deutschen Finanz- und Wirt­schaftslage äußert, erklärt dennoch, daß eine schroffe Ablehnung des Gutachtens nicht un­bedingt erforderlich sei. Jeder Diskussion über die Sachverständigenvorschläge müßten jedoch folgende Vorbedingungen vorausgeschickt werden: Räumung des Ruhrgebiets, Fest­setzung einer der Leistungsfähigkeit Deutsch­lands entsprechenden Gesamtsumme der Re­parationsverpflichtungen und Gewähr für die Finanzhoheit.

DerLokalanzeiger" bezeichnet den Bericht ter Sachverständigen als

Grundlage für Erörterungen aber He (Repa* rationSfrage,

fordert jedoch von der ReichSregierung un­bedingtes Festbleiben in der Frage dec Mi- cum-Verträge. Eine Verlängerung dieser Verträge würde von sich aus alten Grund­sätzen, auf denen das Gutachten aufgebaut sei, ins Gesicht schlagen, und der Haushalt des Reiches würde durch Finanzierung der Micurn-Verträge aus dem Gleichgewicht ge­bracht und die Stäbilität der deut­schen Währung unrettbar zerstört werden.

DieGermania" schreibt: Ein beson­derer WesenSzug der gegenwärtigen europäi­schen Politik ist das Mißtrauen. Der Sach- verftändigentericht ist nicht mit diesem Vor­urteil belastet. Die Vorschläge, die uns heute vorliegen, entstammen nicht der Reparations- kommisfion, nicht der Botschafterkonferenz oder einer anderen Körperschaft der Siegerftaaten, sondern sind

aus dem gründliche« und eingehenden Studium eines rmpsttrirschen SachderstSnLigenrolle- gMMs hervorgegange«.

Auf den sachlichen Inhalt der Vorschläge eingehend, erklärt das Blatt, daß die vor­gesehenen Lasten außerordentlich groß seien, und daß eS zweifelhaft wäre, ob sie in dieser Höhe für uns Überhaupt tragbar seien. Daß der ganze Zahlungsplan auf der Voraussetzung basiert, daß die finanzielle und wirtschaftliche Einheit deSReicheSwie­der hergestellt wird, wird von dem Blatt be­sonders freudig begrüßt. Das Blatt schließt seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß das Gutachten die Grundlage zue in er Aus­sprache biete.

Auch dasBerliner Tageblatt" und dieD o s f. Z t g." kommen zu dem glei­chen Schluß, indem sie jedoch ebenfalls über die Höhe der in dem Gutachten genannten Summe schwere Bedenken äußern. Das ? B. T." unterstreicht vor allem die Voraus­setzung ter Wiederherstellung der wirtschaft­lichen tmd finanziellen Hoheit Deutschlands im besetzten Gebiet, die mit terZurückziehung der französischen Truppen aus dem Ruhrgebiet und aus Düsseldorf und Duisburg verknüpft werden müsse.

Eine Berliner Kabinettssttznng.

Berlin, 10. April. (Priv^Tel.) Die ReichSregierung hat, den Blättern zufolge, gestern nachmittag in einer Kabinettssitzung Den aus Paris übermittelten Tell des Sach- verständigenberichts beraten. Da wich­tige Teile tes Wortlauts des Sachverstän­digengutachtens noch nicht vorliegen, konnte

sich die Retcysregierung nur auf erne all­gemeine Erörterung beschränken. Ir­gendwelche Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Die Reichsregierung wird heute die Prüfung deS Gutachtens fortsetzen.

Der Reichsbankpräsident zur Lage.

Dresden. 9. April. (WD.) Jin Verbund sächsischer Industrieller sprach Relchsbankpräsitent Dr. Schacht über die wirtschaftliche Lage. Man dürfe jetzt nach ter Schaffung ter R e n t e n m a r C nicht deren transitorischen Charakter außer Acht lassen. Die Dentenmiari könne nur als Lieber- gang zur metallischen Währung, ohne die bte Wirtschaft nicht auskomme, gedacht wer­den. Cs würden keine Maßnahmen unterlassen werLeir, um dic Wertbeständig leit ter Renten­mark zu halten, Denn nichts schlimmeres könnte Lem Reich toiterfafxren, als wenn eine neue Inflation hereinbräche.

Dadurch, daß Kredite, die auf Aeirten- mart lauten, nur auf wertbeständiger Basis ge­geben werden, werte man aller Gefahr begegnen, ferner dadurch, daß die Llmlaufmenge ter Rentenmark nicht über ein aewi.seZ Maß hinaus gesteigert werde. D'.e günntge Auswirkung auf die Industrie zeige sich dadurch, daß sich seit 3armav die Erw-erbs to senzf er in Deutschland um rund ein Drittel verminte rl habe. Es sei betenf» llch, daß ter Einfuhrüberschuß in den bei­ten letzten Monaten rund 400 Millionen Gold» mark betrage Dieses Manko fei zunächst Damit beglichen Worten, daß man einmal schon vor- Bauteile Devisen verkaufte und sodann ausländi­sche Kredite neu in Anspruch genommen habe. Infolgedessen habe

die verstärkte Nachfrage nach Devisen eingcfetzt, denen keine ausreichende Devisenein­gänge gegenüberständen. Die Reichsbank habe schon vor Wochen dir Kredite für Luxuseinluhr überall grfperrt. Aach tem Llltimomürzausweis sei die Reichsbant nun dazu übergegangen, jede weitere Krediterhöhung zunächst ernznftellen, um den Rentenmardrmlauf zu begrenzen. Die Reichsbank habe sich für ver­pflichtet gehalten, vor allem ter Landwirt­schaft zu Hilfe au kommen, die van ten aus­stehenden 1200 Millionen Renterwrarkkoediten mehr als zwei Drittel erhallen habe. Kredit- reftriftton fei notwendig, weil die Rentenmark unter allen Llmständen stabil gehalten werten müsse und auch stabil bleiben werte.

Erne gewisse Erleichterung werte die Gvld» diskvntbank bringen. Zum Schluß kam dv Redner <mf den Bericht der Sachverständigen zu sprechen. Der unverwüslllche Leaenämut des teut- schen Bolles, das selbst in ten schwersten Lagen nicht vcrzw' kielte, habe of e.rbar den Sachver­ständigen einen gcrr zu hohen Degris f von unserer Leistungsfähigkeit gegeben. Es scheint ausgeschlossen, daß die von ten Ex-

gemmnten Ziffer» tragbar seien, aber ter Redner hofft aus die MSglichkett eines msdnö vivendi,

vor allem aas einem Llmstante, nämllch daß in dem Expertengu tachten zum ersten Mal ter Ver­such gemacht werde, das Reparativasproblem po­litisch zu entgiften und es mehr mit Wirtschaf tlichen Augen anzusehe«. Die Er­regung der letzten Monate irr Deutschtand stamme weniger aus ten schweren wirtschaftlichen Lasten, sondern Darauf, daß es für ein großes V)ll icntnigbar sei, wenn seine unmittelbarsten nationalen Empfindungen von Ehre dauernd mit Füßen getreten tte den. Die Verschleuderung durch die De s a h u n g s - kosten, die bisher über 5 Allllranen Gvldmark verschlungen hätten un> eben o die Wirtschaft ich finnlose 2 udfaugiLng Deutchlwrds turcf) das Loch im Westen sei u n e r t r ä a l i ch Daß die Ekperten diese Gedanken zum Ausoruck gebracht hätten, sei ihr Verdienst. Die volle wirtschaftliche irreD politische Sou veränitä t Deutsch­lands möge wieterhergestellt werten. Dieser GrunD-satz sei an Den Airscmg aller ttrite rn Ver­handlungen zu stellen. Die D.fatzungs osten rnüß- tea auf ein vernünftiges Maß reduziert werden: die Saattionsgebiete müßten restlos milltärisch- politisc- geräumt werden. Fünf IahreKrieg nach dem Krieg, bad gehe über die Kraft eines wehrlosen Dolles. Das teutfdye D)ll wünsche nichts anderes, als wieder auf deut­schem Boden deu tsche Arbeit finden zu können. Es sei bereit, Opfer zu Dringen, aber nicht für irgendwelche imperiallstische Ideen, son­dern für Die Wieterherst^lung des friedlichen Verkehrs unter ten Völlkern.

Die Goldnotenbank.

Berlin, 10. April. (WTD.) Die hn Sach- verständigenplau vorgesehene Kommission zur Abfassung ter Statuten der Gvldnotenbank wird nach demMatin" aus Sir Robert Kindersley, tem belgischen Sachver­ständigen Franqui und dem Reichsbank­präsidenten Dr. Schacht bestehen.

Erleichterung des Ausreise- verbols.

Berlin,9. April. (WTDff Der ^ReichS- anzeiger" oeröffenllicht die Durchführungs­bestimmungen des ReichSfinanzininrsteriumS: zur Verordnung über die Ausreisegebühren. ; Danach werden von der Ausreise- j gebühr befreit:

I. Angehörige des Deutschen Reiches, die * im Ausland ihren Wohnsitz oder $ dauernden Aufenthalt, im Inland dagegen keinen Wohnsitz haben.

2. Personen, die nachweislich zum Be- i such von Familienangehörigen nach tem Ausland reisen.

3. Personen, die nachweislich ans be­sonderen Familienanlässen zu nahen Angehörigen in das Ausland reisen.

4. Personen, die nachweislich zmn Besuch von nahen Angehörigen oder zur Regelrmg von Farnillen- oder Vermögensangelegen­heiten in das abgetretene Gebiet reisen, ferner Rechtsanwalte, Aerzte, die Angehörigen anderer freier Be­rufe, Künstler, Gelehrte usw^ die nachweislich zur Ausübung ihies Berufes m das Ausland reisen, schlleßlich Studie­rende, die im Rahmen ihres StudienplanS

cmf ausländische Hochschmen gehen. Fern« können die Finanzämter in einzelnen Fällen, in denen die Erhebung von Ausreisegebühren eine besondere Härte bedeuten würde, oder in denen überwiegende Interessen tes Gemeinwohls der Erhebung von Gebühren errtgegenstehen, Gebührenfreiheit, jedoch nur für AuSlandSrecsen für kürzere Dauer be­willigen. Die DurchführungSbesttmmungen tre­ten mit Dem Tage nach ihrer Verkündigung, also morgen, in Kraft.

Die nationalliberaleDereinigung

Berlin, 10. April. (Priv.-Tel. tes Wolffbureaus.) Rachtem die Verständi­gungsverhandlungen zwischen ter Deutschen Volkspartei und ter Rationallibera- len Vereinigung ergebnislos verlaufen sind, wendet sich jetzt die Rationalliberale Ver­einigung in einem eigenen Wahlaufruf an die Öffentlichkeit, in dem sie ihre Zieles insbesondere die LösungderKoalition mitder Sozialdemokratie in Preu­ßen, darlegt und erklärt, daß die Bindung der Vereinigung an die Deutsche Dolkspartet ge- l o st ist. Für die Wahlen wird empfohlen, so­weit nicht von volkSpartellicher oder anderer Seite einzelne Persönlichkeiten aufgestellt 6er« ten, die eine sichere Gewähr für die Verfol­gung ter dargestellten Ziele bieten, die Liste der Deutschnationalen DolkSpartei zu wählen

Die Erkrankung von Hngo Stiunes.

Berlin, 9. April. (Wolff.) Hugo Sttn- nes hat sich in einem Berliner Sanatorium einer schweren Gallensteinoperation unter­ziehen müssen. In seinem sehr bedenllichen Gesundheitszustände ist eine geringe Besse­rung eingetreten, so daß nach Ansicht von Prof. Bier erhöhte Hoffnung besteht, den Pattenten am Leben zu erhalten.

Aus Stadt und Land.

G i e h e n. Den 10. April 1924.

Verlängerung der Frist zur Abgabe der Vcrmögenssteuererklärnnq.

Aus tem Reichsfmcmzministerrum w'rd tem Deutschen Harrtelsdienst" mitgetcili: Mit Rück­sicht auf die tefonDeren Schwierigkeiten, die dies­mal die Ausfüllung Der Dermögenssteuererklä- rung Den Landwirten im Hinblick auf die Berichtigung ter Wehrbeitragswcrte und Den Gewerbetreibenden im Hinblick auf Dis1 Llmstcllung der Bewertung in Gvldmark bereitet, ift_ die Frist zur Abgabe der Ver« Mögenssteuererklärung bis zum 30. Apri l 1924 verlängert worden. Es kann rrunrnehr erwartet werten, daß die Steuererklä­rung, mit der durch die Finanzlage des Reichs dringend gebotenen Gewissenhaftigkeit ausgefüllt und rechtzeitig eingeveicht, sowie daß die mit ter Steuererklärung fälligen Beträge unmittel bar nach Ferttgstellung ter Steuererklärung ent­richtet werten.

Giefirurr Wochenmarktpreife

.am 8. April 1924 (Hänteerpreife).

Es kosteten: Butter Pfd. 200 Pf., Mttte 20, Käse 6570, Eier Stück 12, Wirsing Psd. 50, Weißkraut 35. Rotkraut 50, Gelbe Rüben 2025. Rote Rüben 30, Spinat 100, Blumentvhl Stück 200250, Salat 5060, Llnter-Koh'.rabi Pfd. 8, Grünkohl 60, Feldfalat 350, Zwiebeln 30, Lauch Scklck 1020, Merrettich Pfd 50120, Sellerir Stück 4080, Schwarzwurzeln Pfd. 80120, Ra­dieschen Bund 40, Kartoffeln Ztr. 550, Aepfel Pfund 20-30 Ps.

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Dsrnoti^eK.

Tageskalender für Donners-- t a g. Deutsche Volkspartei: 8 Llhr in der Turn­halle (Ößtoaltegarten) öffentliche Wählerver­sammlung. 8 Llhr Hotel Schütz: Licht- bildervorttag von Dr. Ohr überGesundheit und Lebenskraft für jedermann". Verein Ruder spott 1913: 81/. Ahr im Bootshaus Mo- natsversannnlung. Lamari und Marco- wini: 8 Llhr im Kath. VereinShaus Zauber­vorstellung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Der Kaufmann von Venedig".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die zweite Oper mil Vorzugsrechten für die Mittwochsabonnenten findet am Dienstag, 15. April, statt, und zwar wird FlotowS romanttsche OperAlessan­dro Stradella" gegeben.,Den Mittwochs- abormeitten werten ihre Plätze zu Vorzugs­preisen bis SamStag, 12. April, nachmittags 1 Ahr, reserviert. Von Montag, 14. Avril, ab. mit Kaflenöffnung um 10 Ahr vormittags, be­ginnt Der freihändige Verkauf. Vorbestellte EinttittSkatten müssen unter allen Umständen am Montag bis 1 Ahr abgeholt werden. Da sonst anderweitig über sie verfügt wird. (Siehe auch die Anzeige.)

Die Wasfergenossenschaft Gießen rechts der Lahn Hütt am Sams­tag in Heuchelheim eine Generalversammlung ab. (Siehe Anzeige.)

Volkshochschule. SamStag Aus- taufchabend. (Siehe Anzeige.)

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Zur Reichstagswahl. Amtlich wird mitgeteilt: Die Kreiswahlvorschläge fit, die Reichstagswahl find, spätestens am 11. Tage vor dem Wahltage beim Kreiswahl­leiter einzureichen- Mess Frist läuft am 17.Apttl ab.____________________________

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