Einzelbild herunterladen

Die innere Krise Italiens.

Ei« neues Attentat auf Fasziften» Der Bonoskandal.

Rom. 8. Dez. (WTB.) 3n einem Ort bei Mantua hielt ge": _rn b.r Fasziste..f..h.er F ar i- nati eine ziemlich h.f.ige Rebe grgen die Opposition und gegen die CB.rg ftung dee ö. fc.it* lichen Meinung. Äuf dem Rückweg nach Cre­mona wurde fein Auto von zwei Revolver- schüsfen getroffen. 3 rn t erhielt leichte Verletzungen. Infolge dec Dunkelheit tonnle.i die Täter von ihren Verfolgern nicht mehr ecreichi werden.Popolo d'Itttia" nennt das Attentat ein politisches und bez ichnet es als die Folge der oppositionellen Heye. Das Blatt mci .t, die Fuszisten sollten sich ruhig verhalten und keine Vergeltung üben.

Der Senat hat sich bereits am Samstag mit der juristischen Prüfung der An l g. oes Direktors Donati vom katholischen Opp s tio s- organ gegen den ehemal gen Kommand .n.en der fafzistischen Milz, General de Dono, wegen der Mitschuld am Matteotti-Mord be­schäftigt. Die Anzeige w.rd an die Staatsanwal:- schäft zur Zusamm nstellung der Anklag:sch ist weitergegeben. Alsdann wird sich dec S.nat mit der Angelegenheit eingehend befassen. De Anzeige bildet in Rom das Tag sg.sprach. Der Avanti" kündigt an, daß noch weitere üleberraschungen folg n wer.en D r E-en.t Äartonati h >t w eder g g.n den v^r ntwoctlichen Herausgeber d^söereno beim Staatsanwalt Anzeige wegen Diebstahls von Dokumenten ein« gereicht.

Italien und England.

Mussolinis Mittelmeerpolitik.

Rom, 8. Dez. (MTV.) Der Umstand, daß Chamberlain zuerst etwa 20 Minuten und alsdann P/2 Stunden sich mit Mussolini unter­halten und daß weitere Gespräche ange- tündigt sind, wird von diesen Blattern freudig begrüßt. Eine offiziöse Rote über diese Ge­spräche hatte schon deren politische Bedeutung durchblicken lassen. I.tzt schreibt die3dea Razio- nale", man könne annehmen, daß eine eng» lifch-italien ische Verständigung er­zielt worden sei be üglich des Problems, welches man gewöhnlich ,,E n t w a f f n u n g e n" zu nen­nen pflege, das aber in Wahrheit ein fran­zösisch-deutsches Problem fe:, sowie des Problems der Verhältnisse der engt schon Politik zum europäischen Kontinent. Die beiden Minister hätten sich nicht über die Fragen des Ver­fahrens unterhalten, sondern sie hatten die poli­tische Lage geprüft, die zum Genfer Protokoll geführt habe, Man könne entnehmen, daß auf realistischer "Basis grundsätzlich eine Eini­gung erfolgt sei. die sich von dem unklaren Internationalismus wie von sozialistischen Lügen fernhalte. Auch andere Blätter widmen dem Ereignis sympathische Kommentare.

Der nach Rom entsandte Berichterstatter des .Matin", Jules Sauerwein, erfährt aus sicherer Quelle, daß Italien dem Beispiel Eng­lands folgen und das Genfer Schieds­gerichtsprotokoll nicht unterzeich­nen wird. Wenn das Protokoll durch einen französisch-englischen Vertrag erseht werden solle, so liege es auch nicht im Interesse Italiens, zu unterzeichnen, da es für seine Unterstützung keine entsprechende Gegenleistung erhalten würde. Die italienische Politik verfolge andere Ziele. Sie wolle einen französisch-eng­lischen Vertrag mit einem besonderen Mittel­meer-Abkommen unterbinden. Die italie­nische Diplomatie verfolge ferner die Lage in Marokko mit größter Aufmerksamkeit. Wenn sich Spanien nicht völlig zurückziehen sollte, so würde die von ihm geräumte Marokko-Zone laut dem Abkommen vom Juli 1904 an Frankreich fallen. England sieht sich nach dem Abkommen verpftichtet, Frankreich in der Wahl der Zone freie Hand zu lassen.

(Eröffnung der Völkerbunds- ratsfitzung.

Rom. 8. Dez. (WTB.) Die Session des Dölkerbundsrates ist heute nachmittag in den Räumen des Palazzo Doria durch d?n neuen Präsidenten des Rates, Mollo Franco» Brasilien, eröffnet worden. An Stelle Musso­linis. der den ursprünglichen Plan, an der Eröffnungssitzung mit einer D grüßugsn'p rache teilzunehmen, aufgegeben hatte, verlas das ita­lienische R'ts Mitglied Salandra die Be» grüßungsa.spräche namens der i a iensichen Re­gierung, wofür Mello Franco dankt?. Der Prä­sident begrüßte gleichzeitig den englischen Mi­nister des Aeutzem Chamberlain, der mit seinem Kommen einen neu n Beweis für das Interesse Englands an den Arbeiten des Völ.er- bundes erbracht habe. In seiner Gew bemng betonte Chamber! rin, daß England dm Völker­bunde mit der größten Achtung g"genüb:rstehe und im voraus die endgült ge Entscheidung des Volierbundsrles in dec Irakfrage annehme, zu dessen Gerecht gke tssinn das engl.sche Reich volles Vertrauen habe.

Um Köln?

Gleichzeitige Räumung Kölns und des Ruhrgebiets erst Anfang Juni?

Paris, 9. Dez. (T. 11.) Herriot hat, wie in politischen Kreisen verlautet, mit dem briti­schen Außenminister am Samstag eine Verabredung getroffen, daß die Ruhr­armee gleichzeitig mit der Räumung Kölns in der Zeit zwischen dem 3 0. Mai und dem 15. Juni zurückgezogen werde Eine oftizielle Bestätigung dieser Meldung ist nicht zu erlangen. Im übrigen erklärt man, sie weder dementieren noch bestätigen zu föirnen Daher ist sie m it Vorbehalt aufzunehmen.

Auch auL London verlautet, daß England die Kölner Zone am 10. Januar nicht räumt. Der Bericht der Interalliierten Kontrollkommis­sion über den Stand der (Snitoaffnung in Deu.sch- land to-röe in diesem Monat ferrggeft :(f Die Gntscheidung über diese Frage wo de von ben Alliierten auf Grund dieses Berichtes gemein­sam getroffen. Es wird l)i r oc,tätigt, daß Herriot den Wunsch äußerte, daß die Räumung des Ruhrgebiets und der Kölner Zone gleich zeitig erfolgen möge.

Der neue Hessische Landtag.

(Von unserer Darmstädter Redaktion.)

Die Befürchtung, die man auf Grund der letzten Wahlen in einigen Teilen des D-UtschiN Reiches h gte, daß eine Wahlflauheit bei den diesmaligen Wahlen auftreten w rde, h t sich in Hessen nicht bewahrheit t. vielmehr yat oie Wahlbeteiligung im g z n L nX' durchwet e was zug.n.mmen. Bei dec in Hessen an einem Tage vorg.nomm.nen Reichet gs- und ßun.- tagswahl ist nun Lie auffällige Tatsache zu be- m rken, daß b.i einigen Parteien nicht unwes nt» liche Stimmenverschiebungen hervorge­treten sind. Die ®eutd) national en crhie.ten bei der Reichstagsw.cht rund 47 000 St mm.n, bei der Landtagswahl jedoch nur 43 000 Stimmen, die Deutsche Volkspu^t i für den Reichst :g ru d 72 000 Stimmen, für den Landtag aber 74 000 Stimmen, der Bauernbund für den; Reichstag rund 77 000 und für den Lanviag 16 .00 otim.m n. Sogar bei den Rationolfozi liftcn stehen ic 0 Reichstagsstimmen 8500 L ndtagsstimm n geren = über. Dies: Verschie e heiten in den Zjf em i cd Wohl in erster Li i: durch de Aufwertung - frage ve.anl ißt; Ob rlandesgerichLp.äsi.ent Best war hier die Zugkraft der Deutichnatwnalen für den Reichstag.

Für b ' JXu te lung einer Parte: darf nicht die Zahl der Mandate allein ausschlaggebend fein, denn Xe Stimm'; ff.rn b sagen oft m hr; sie geben ein zutr fienderes B lb von der S.är e der Anbiingerschoft. W'nn man die Abstim- mungsz fsern betrachtet, so hab n die Soz al- demvkratie. die H ss.sche ( eutschnat o.a 1 ) V I Partei, das Zentrum, die Deutsche Volkspartei und die Demokrat sche Parti e ne m hr od r weniger starke Zunach.ne se.t den Wahl n im M.ck zu verzeichnen. Abgenomme.a h t de Stimm n- zahl der Kommunisten, bet Nationalsozialisten und der Bauernbündler. Je nachdem, ob man bei einer Wahlb.trachtung die letzten Äeichs- tagswahlz'sfern vorn 4. Mai 1924 oder d e Lanü- tagsw.'chlz sfern vom 27. Rovemder 1921 zu­grunde legt, kommt e n anderes Ergern s heraus. Ein richtiges D ld erhält man. wenn die Ziffern der letzten Reichet gswahl zum Vergleich h ran» gezogen werden. Dann w.rd der Mißerfolg der F l ü g e l P a. r t e i e n noch of.enbarer. Die Kommunisten h tten, w m am 4. 'Hier nicht zum Reichstag, sondern zum Landtag g'wählt worden wäre, 7 Mandate erhalten mähen, h.ien sind indessen nur 4 zug f.ll?n. Der Zuwachs von zwei Stimmen gegenüber der Landtag5wahl von 1921 ist also gern .ff ermaßen nur scheinb ar. Die Rationalsozialisten (Völk.sche) k .n n» ten nach dem Ergebn-s der Maiwahlen auf zwei Landtagsmandate hoffen; sie habm aber feind erhalten.

Betrachtet man die Mehrheitsverhält­nisse im neuen Heft. Landtag, so ist festzustellen, daß keine wesentliche Verschiebung eingetreten ist. Die im 3ai,re -921 gebild t. Mehr­heit bestand aus Sozialdemokratie (26 Sitze), Zen­trum (13) und Demokratie (5); sie hatte insgesamt 44 Parlamentssitze inne. Ihr stand eine RNnder- heit gegenüber, die sich aus folgenden Parteien zusammensetzte: Deutschnationale Dolkspartei (3 Sitze), Deutsche Vvlkspartei (10) und Bauernbund (11) mit insgesamt 24 Sitzen. (Die Kommunisten gehörten keiner Koalition an.) Legt man dem jetzt gewählten Landtag dieselbe Mehrheitsbildung zu­grunde, so ergibt sich folgendes Bild: die Mehr­heit verfügt jetzt über 43 Stimmen (Soz. 26, Zen­

trum 11, Demokr. 6) und die Minderheit (Dntl. 5, D. Vp. 9, Dod. 9) Über 23 Stimmen.

Wenn alles so beim alten bleibt, Mehrheit und Minderheit nur um je einen Sitz geschwächt sind, und die Mehrheit die bisherige Politik weitertreibt, so bedeutet dies nichts anderes als die Fortsetzung der bisherigen Kri- senpolitik, unter der Hessen vier Jahre lang zu leiden hatte. Eine Aenderung könnte nur durch eine veränderte Stellungnahme des Zentrums herbeigeführt werden. Das Zen­trum hat zwei Mandate verloren, es ist also innerhalb der Koalition schwächer geworden, dagegen hat der Einfluß der Sozial­demokratie in ihr zugenommen. Die So­zialdemokratie verfügi innerhalb der Koalition fast über zwei Drittel der Stimmen. Wenn also keine Aerderung in der Koalttionspolttik eintritt, so wird in den nächsten Jahren die Politik der Sozialdemokratie in H:ssen Trumpf sein.

Das Wahlergebnis in Hessen.

Darmstadt, 8. Dez. Rach der bis heute nachmittag reick enden Zusammenstellung der Wahlergebnissr in Hessen Warden abgegeben für die einzelnen Parteien folgende _ Stimmzahlen (w"bei b e in Klammern gesetzten Ziffern das Er­gebnis der letzten Wahlen darstellt):

Reichstag

Landtag

Sozialdemokraten

224039 (181364) Deutschnattonale

42089 (37632)

Zentrum

99648 (95130) Kommunisten

33715 (57079)

Deutsche Dolkspartei

73831 (66375)

Rattonals ozialisten

8717

Demokraten

54308 (45710) Bauernbund

78848 (87630) Wirtschaftspartei

5748

219692 (174213) 43632 (28190) 99314 (92689)

33771 (26849) 73773 (78185)

8460

52224 (39140)

81964 (80426)

6098

Im Hessischen Landtag würden nach der letzten Feststellung aus die Parteien folgende Sitze entfallen: Sozialdemokratische Partei 26 (24), Deut chnationale 5 (3), Zentrum 11 (13), Kommunisten 4 (2), Deutsche Dolkspartei 8 (10), Rat'ional'ozlalisten 1 (0), Demokraten 6 (5), Bau­

ernbund 9 (11).

Für den Reichstag dürften bestimmt ge­wühlt sein die Sozialdemokraten A l r i ch, Dr. David, Dr. Quessel, vom Zentrum Dr. D o ck i u s , von der Deutschen Dolkspartei Dr. Decker und vom Landbund Dorsch. Auf Grund der Reichswahlliste können ferner die Deutschnationalen Dr. Werner und Dr. Best als gewählt gelten. Auf Grund der Listender- bindung mit Hessen-Ras au ist schließlich die Mög­lichkeit gegeben, daß noch der demokratische Ab­geordnete K o r e l l und als vierter Sozialdemo­krat Georg Beckmann in den Reichstag ein­ziehen werden.

Dredeulsch-italienischenHandels- vertragsverhandlungen.

R o m , 9. Dez. (TU.) Die deutsch-italienischen Verhandlungen sind noch im Stadium eines poli­tischen Dorfühlens, das voraussichtlich noch einige Zeit andauern wird. Die italienische Regierung hat sich noch Aenderungen in der Zusammen­setzung der Kommission Vorbehalten und noch kei­nen Vorsitzenden ernannt, wodurch die Festlegung eines bestimmen Arbeitsprogramms sehr er­schwert wird. Vermutlich wird Staatsrat Luci - elli den Vorsitz übernehmen.

Die Pariser

Wirtschaftsbesprechungen.

Paris, 9. Dez. (TU.) Die beiden Wirt­schaf s)cl g .tionen h b n sich gestern bormitt g im CB.rlaufe einer Vollsitzung unter Hinzuziehunj der Sachverständig m mit Fragen ter La n d -- wirtschaft beschäftigt. Im Vordergrund stan­den die Weinfrage, Obst» undGemüse- 6 au und Kognak. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden, ohne daß der Fortgang als g-:= sährdet angcf hm werden kann. Die beiden Dc- Lgationen hab.n b schlos en, vorläufig üb.r dir Schwierigkeit.n untere,nam>.r weiter zu verhan­deln, ohne daß die Sachverständigen hinzuge-- zogen werden.

Der Hcmrmann-Prozeß.

Hannover, 8. Dez. (T. 11.) Am heutigen Verhandlungstage' wurde zuerst Landgerichts­direktor Schaper vernommen, der aussagte, daß Haarmann von Anfang an geständig war. Dagegen habe Grans schon bei Feststel­lung seiner Personalien Ausflüchte gemacht. Er habe den Eindruck, als habe Haarmann i n einer 01 r t Hörigkeitsverhältnis zu Grans gestanden. Der nächste Zeuge, Kriminal­inspektor Lange, ist davon überzeugt, daß Grans Anstifter und Mithelfer war.

Zeuge Dr. Lohe erklärte, daß die Flecken, die an den Dielen des Zimmers und der Akten- tafche Haarmanns gefunden wurden, zweifellos von Menschenblut herrühren. Dr. Fe äußerte sich dahin, daß nicht festzustellen sei, ob es sich bei den vorgefundenen Stoffen um Menschen- oder Tierstoffe handle. Frau S e c- m a n n sagte aus, daß sie öfter zu Haarmann habe junge Leute gehen sehen, die volle Ruck­säcke trugen, auch Schüler seien wiederholt ge­kommen. Haarmann habe gesagt, es handle sich um junge Leute, die auf eine schiefe Bahn ge­kommen seien, und die er wieder auf den rech­ten Weg bringen wolle. Sie habe das Ge­fühl gehabt, daß Haarmann nicht zu trauen sei. Haar mann erzählte dann auch, daß auch Frau Seemann mit ihm poussieren wollte.

Frau Seemann gab dann, indem sie sich ab» wandte, die ©rilaiung: »Herr Haarniann, Sie lü­gen!' (Heiterkeit im Zeugenraum.) Frau Wege- henkel sagte, sie habe wiederholt Pferdefleisch und auch anderes Fleisch bei Haarmann gekauft. Wo er es her hätte, habe sie nicht gewußt. Sie

berief sich auf den Kriminalausweis, den Haar­mann bei sich trug. Die Zeugin w rd nicht ver­eidigt Arbeiter Oswald aus Braunschweig äußert sich dahin, daß er ein halbes Jahr b e i Haar mann gewohnt habe. Ha irmann habe öfter mit jungen Leuten zusammen geschlafen,'die dann morgens Geld von ihm erhalten haben. Einen blutigen Fleck, den er im Zimmer bemerkt habe, erklärte Haarmann damit, daß er ein Rinder­viertel verteilt habe.

Rach der Mittagspause wird die B aut des Grans, Elfriede Z w i n g m a n n , itn.cr Aus­schluß der Oeff ntlichkeit als Zeugin vernomm n. Rach Wiederh rite lung der Oefsottiichkn sagt der Zeuge Wiedemann aus, bei dm Haar- mcmn und ®r"n5 längere Zeit wohnten diß i m häufig s ch e g e st v h l en werden fei Schließ­lich forderte er die beiden auf, auszuzi hm. Dir Zeugin, Fra i Koch, erklärte, Haarmann habe ihr gcs agt. daß er Grans ausdem Sumpfe g . h o l t habe und nicht wollte, daß er wieder unter die Räd r komme. Die Zeugin Frau Da­niel sagte aus, daß sie eines Mogens mit Haarmann in Streit gcri t und von i h m ge­schlagen wurde. Einmal habe sie in se ner Wohnung Stöhnen gehört, auch hätt n H iar= mann und Grans dauernd volle Eimer ins Klo­sett geschleppt.

Der nächste Zeuge, Zigarrenhändler G l v - b e s, sagt, daß er Haarmann einmal gefolgt wäre und gesehen habe, wie er einen rötlichen Sandfack in d i e Leine warf. Er habe sich dabei sehr vorsichtig benommen. Haarmann ruft hier aus:Der Mann lügt! Er fei immer auf Dem Bahnhofe gewesen und die Hrhlersachen seien zu ihm gebracht worden. Der Zeuge wird sehr erregt und ruft:Sie wollen mich beschuldigen, verflucht sei so ein Schuft!" Die Verhandlung wird vertagt.

Jur Bluttat in Haiger.

Noch keine Klärung der Motive.

(Eigene Information desGieß. Anz.".)

Der Mörder Anger st ein von H a i g e r hat bisher über sein furchtbares Verbrechen ver- schi.denerlei Angaben gemacht. Aus feinen Aus­sagen konnte aber noch nicht mit Klarheit ent­nommen werden, welche wirNichen Motive ihn zu dem ungeheuerlichen Verbrechen ver­anlaßten. Man hat sogar den Eindruck, daß das, was er bisher ausgefagt hat, überhaupt offen­bar unrichtig ist: jedenfalls aber erscheint das, was er bis jetzt vorbrachte, für eine so grauenhafte Tat ganz unbedeutend, und zweifel­los ist aus diefen Motiven das Verbrechen nicht ausgeführt worden. Die zuständigen Behörden verfolgen zur Zeit verschiedene Spuren, von denen man annimmt, daß sie zur Klarstellung der wirll chen Beweggründe des Mörders führen können. A n g e r st e i n macht den Eindruck eines hartgesottenen Sünders und ganz raffinierten Menschen. Er befindet sich bis jetzt noch in der Gießener Klinik in Haft, ist außer Lebensgefahr und auf dem Wege der Gcnesu -g.

Aus aller Wett.

Scemannsschicksal.

Stettin, 9. Dez. (WTD.) Am 4. Drzembei traf der auf der Reife von Schweden nach Stettw befindliche DampferKlara K u n st m a n n" im Skagerrak den schweb.schm Da.np,'erSiri' bei gewaltigem Orkan und hockmehender Sec brennend an. Bei der Annäherung des Stettiner Dampfers ging die Mannschaft des schwedischen Dampfers in zwei Rettungs­boote. Das eine von ihnen, das mit dem Kapitän und 6 Mann beseht war, kam durch die sehr hochgehende See außer Sicht. Dic Insassen des anderen Bootes konnten gereitet werden. Der DamvserSiri" ist bald nach der Bergung derCchck,brüchigen untergegangcn.

Ein Philantrop als Betrüger brrhaftet.

K o p e n i) a g e n, 9. Dez. (TR.) Anton Bast Bischof derMethodistengenceinden in Dänemark, Qlortoegen, Schweden und Finnland, Präsident des Evgl. Abstinenzverbandes, Mit­glied des amerikanischen Komitees zur Linderua,, der Rot in Zentraleuropa, wurde gestern abeni) wegen umfangreicher Betrügereien verhaftet.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 9. Dezember 1924.

Portocrfparniö bei Weihnachtspaketen

Das Reichspostgebiet ist für den Paketverkehi

SSi SS &S aS sie SE Sehenden ö Warbcit -ft dabei ab unb W* schon früher ,F&- , besserung S

äSä1 -üglich bei öi icit unö In der ganz aachtsseierM icn nicht sta Masten lc eichen tperöe feiertag und Ichc Lustbar sjihrungen, Konzert jen toerben Sictungen er md der bes

bom 1.3anu

Beförderungskosten. Bei der Sendung nach der §er

1. Zone verursacht also die Teilung eine Mehr>

wurde mit C

ausgabe von 15 Pf., nach ber 2. Zone sind die ^nssenvberse

ibel »u den intet nn,, lein, die die tat. Wrci

bis zum Gesamtgewicht von 14 Kg. nach >1

1. Zone, von 10 Kg. nach der 2. Zone und t»i

7 Kg. nach der 3. Zone zu einem Paket 51

wm dies«

auf 2 Pakete, von denen das eine 5 Kg. wiegt

wischen ®|

ier, unter

und für die 3. Zone 3,60 Mk. in jedem ® |

1-

zelfall.

*

im /

Russe 60 bis 70; das Stück Eier

bis V

Gieß

Wettervoraussage.

sogar an Raum verloren

ebenfalls auf zwei Pakete, von denen das tüv 7 Kg. schwer ist. Es ergibt sich dann eine ®t> sparnis von 10 Pf. bei 11 Kg., von 20 Pf. bei 12 Kg., von 30 Pf. bei 13 Kg. und von 40

18

10

bereinigen, bei höherem Gewicht aber eine Ver­teilung auf zwei oder mehr Pakete vorzunehmen. Da erfahrungsgemäß Weihnachtspakete von metzi

Pakete, von denen jedes bis 5 Kg. wiegt, U* über 10 bis 12 Kg. auf zwei Pakete, von Öen er das eine 5 Kg. schwer ist, unö von über 12 bis 14 Kg. auf drei Pakete, von Denen jelci bis 5 Kg. wiegt. Die Ersparnis beträgt dW bei 8 Kg. 40 Pf., bei 9 Kg. 80 Pf., bei ükr 9 bis 12 Kg. 1,20 Mk., bei 13 Kg. 1,60 W und bei 14 Kg. 2 Mk. Diese Berechnungen gelte selbstverständlich nicht nur für Weihnachtspakvr

Blumenkohl 100 bis 150, Endivien Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40.

Kosten die gleichen, nach der 3. Zone hingegen bringt die Teilung eine Ersparnis von 1,20 M Berechnungen ergeben nun, daß es am vvrteilha!' testen ist, Gegenstände (einschließlich Verpackung)

in drei Zonen eingeteilt. Bis zum Gewichte von einschl. 5 Kg. kostet ein Paket nach der 1. Zone 40 Pf., nach der 2. oder 3. Zone 80 Pf. Für jedes wettere Kilogramm werden in der 1. Zonr

und Bi -

er mit« Ge«

unse Groi

Die ] vo

Wer biente. I Ausführungen

i MM an( Jeranstaltm oder Musik

Gießener Wochenmarktpreise

am 9. Dezember (Händlerpreise).

Cs kosteten aus dem heutigen WochenmaOl Das Pfund Butter 230, Matte 30 bis 40, Käst^ Wirsing 10, Weißkraut 6. Rotkraut 10, fl#

» Ausst ^.otenpunkt

biet der verschiedenen drei Zonen sendet. Vrr» schickt er z. D. Gegenstände, die mit Verpackung 10 Kg. wiegen, in 2 Paketen zu je 5 Kg., so Hot er dafür in der 1. Zone 80 Pf., in der 2. unö 3. Zone je ,.1,60 Mk. zu zahlen. Gibt er die CSg- renmenge als ein Paket auf, dann entstehen,in der 1. Zone nur 65 Pf., in der 2. Zone (wie bci Teilung) 1,60 Mk., in der 3. Zone aber 2,80 Ml

Seucker < beschäftigt 27. Novemk sicht in ! 'affung em« denbuche bi< Smitilunge bann aber identisch ist. Siehrn sind

" 211 vom Polizc l. Oktober ö. strahe wird

2.11. P bei ber Klin heilen an Aasp, tüuri

" Die für QTi.ttto Marburg zn ThemaDi bei Ealzbur

5 bis 10 Pf., in der 2. Zone 10 bis 20 Pf. in der 3. Zone 40 Pf. erhoben, diesem Gebuhrerraufbau ist es für den sender durchaus nicht gleichgültig, ob eine im Gewicht gleiche Warenmenge tels derselben Anzahl von Paketen in das

In Geschäftsbetrieben mit Päckereiverkehr tBBM bei Ausnutzung der angegebenen MögNt

, ömm btn Worten

Besuch /.^ue Seen v 2 Meter I Kilometer sj i«kundet, ur

Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 40. ÜnLcf Kohlrabi 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 50, 3^ salat 100, Zwiebeln 15, Meerrettich 40 bis Schwarzwur-eln 60, Ka'.ckoffeln 5, Aepfel 10 v 20, B.rnen 10 bis 15, Hörig 3), Gänse 80 bis "" bis

von über 12 bis 13 Kg. auf 2 Pakete, von denen unvollkvi das eine 6 K^. wiegt, und von über 13 bis jl4 Kg

als 14 Kg. nur selten zur Postversendung 'kon- ^an zu dem men, genügen im Rahmen dieses Hinweises aut , Loch von 20 die Angaben über die zweckdienlichste Aufteilung Hi" Verden für Warenmengen bis zu diesem Gewicht. Für Wiampen a

die 1. Zone kommt nach obigem eine Aufteilung laitöiid}^ nicht in Betracht. Für die 2. Zone sind zu Der« jiehungspun teilen Gewichtsmengen von über 10 bis- 12 Kg j&W von

bei 14 Kg. Für die 3. Zone sind zu verteile |^ec- unter Gewichtsmengen von über 7 bis 10 Kg. auf ztr-' ^it if- öefun F linden. - Dedner ^Abends C!bet batte Mzutveisen ... Ein' M uns.- (

Kk

verst Mich

den bei Ausnutzung der angegebenen MögNl (3-b; des 0 keilen erhebliche Vorteile herauszuholen sein. M sei-1 Paketen von höherem Gewicht vergrößern sich V ® Einsparungen noch. Beispielsweise beträgt lt Indm Qn zweckdienlichster Aufteilung einer Warenmenge v Höchstgewicht eines Pakets (20 Kg.) die Erspar

nis für die 1. Zone 30 Pf., für die 2. Zone 70$ p

Rachtö kälter, F-rost, östliche bis süM Winde, tagsüber zeitweise heiter, trocken. I

Das weitere Einströmen kontinentaler w ftromung bedingt toJtcrjin kaltes, ruhiges 'S®! und Auftreten non Rachtsrost, der sich in Der sten Rächt 'verstärken dürfte. Das nordwest^ Fallgebiet ist seit gestern kaum nach Osten G gedrungen. Heber den britischen Inseln bat <