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Blatt

Dienstag, 9. Dezember 1924

I?4. Mrgang

General-Anzeiger für Oberhessen

üntd unö Verlag: vrühl'sche UniverßtSlr-vuch- und Skinöruderei R. Lange in Sietzen. 8christleitung und Seschastrstelle: Schulltratze 7

Der neue Reichstag

Der hat gesiegt?

Zusammenbruch der Radikalen

Keine wesentliche

Enttäuschung in Paris

Verschiebung der Mitte

Die Münchener Presse

Amerika und die Wahlen

493 (472)

(WTB Funkspruch.)

über die Wahlen

Sozialdemokraten

Die Aufnahme in England

(unverändert)

Die Berliner Presse

Der Ausgang

lentrum,

DieGermania" bezeichnet als Ergebnis der eigen Wahlen, bafj ein Zurückströmen

sonderlich günstig. Wenn der Ersol ztaldemokratie auch in den

2 5 Prozent. Wer auch die

0 Sitze ingen ha!

Die Schwierigkeiten der Rcgzerungs bildunq.

Die D. V. P. für e ne bürgert che Regierung

München, 9. Dez. (211.) Die Münchener Presse äußert sich erst heute zum Ausfall der Reichstagswahlen. DieMünchener Neue­sten Nachrichten" schreiben, das positive Er­gebnis der Wahlen sei, dah Ebert genau vor der gleichen Sachlage stehe, wie nach

politischen Mitte festzustellen sei. Die ge­winne der Parteien, die die Hauptträger der Ne- gterungspolitik gewesen seien, zeigten deutlich, daß die Mehrheit des deutschen Volkes den außen­politischen Kurs der Negierung unter- st ü h t und betzubehalten wünscht. Für die Außen­politik der Regierung werde im neuen Reichstag eine starke Mehrheit vorhanden sein. Den­noch werde die Regierungsbildung sehr schwierig sein, und jede denkbare Koa­lition werde mit einer starken und vermutlich auch scharsenOpposition zu rechnen haben.

Die Parteien, die auS einem denkbar schweren ^rhlkampf kommen, haben das erklärliche De» iirfni-, ihren Mannen zu beweisen, daß die Snjkcngungen nicht erfolglos gewesen sind. Selbst tr, der den SiegeSlorbeer nach keinem anderen Laßstabe als nach dem der Gerechtigkeit ver- ilen will, hat Mühe, wirkliche Erfolge des Linksblockes feftzustellen. ES trifft zu, daß S o - ial Demokrat en undDemotraten runb

rechnen, da die Position der Parteien, die die Erfüllungspolitik unterstützen, gestärkt sei. Eine grundlegende Aenderung wie bei den englischen oder französischen Wahlen sei bei den deutschen Wahlen nicht eingetreten.

Demokraten und Sozialdemokraten, der all rdings als fünftes Rad am Wagen auch noch die Deutsche Vollspartei angehörte, ge'ührt. Die Sozialdemo­kraten sind von 133 auf 116 Sitze zurü^gedrängt worden, während die Deutschnationalen 3t Man­date gewannen und über 111 Plätze im Landtag verfügen. Die Presse der Linken speicht zwar von einem Sieg der Linken, läßt sich aber hierbei wohl in der Hauptsache von dem Gedanken leiten, den Ruck nach rechts in Preußen mit aller Gewalt zu

verschleiern. Das Erfreuliche an dem Aus­gang der Preuhenwahlen ist die Beseitigung der bisherigen sozialistischen Mrßwirtlcha t. di? li den letzten Monaten und Jahren zu ga z unclaubilchen

Berlin, 9. Dez. (T. 11.) Zu einem Ver­treter desTernps" äußerte sich einer der maß­gebendsten Führer der Deutschnationalen Volks- Partei. die Bildung der Großen Koali­tion ebenso wie die Beibehaltung der bisherigen mit Unterstützung durch die Linke würde die Deutschnationalen zur rücksichls- lo fest en Opposition veranlassen. Es bleibe also nur übrig, das Kabinett im Sinne einer Rechtserweiterung umzubilden.

maten und Za'.ren zu ga z unglaublichen Zuständen in der Verwaltung ü)rten. Die erste Ausgabe der neuen Regierung, in der die

zeigen, und spricht sich daher gegen die Bildung eines Dürgerblocks aus. DieVoss. Ztg." betont, daß alle drei republikanischen Parteien, die die Farben der deutschen Republik zu den ihren machten, einen starken Zu ström an Wählern hatten, und daß das Gesamtverdikt deS 7. Dez. unzweifelhaft für Schwarzrotgold und gegen Schwarzweißrot laute. Des weiteren kommt in dem Blatt zum Ausdruck, dah die Sozial­demokratie nicht abgeneigt ist, sich so­wohl im Reich wie in Preußen an der Re­gierungsbildung zu beteiligen. Sie werde aber auf bestimmte Forderungen nicht verzichten können, die den Schuh des Frie­dens und der Republik betreffen.

(100)

(106)

Bar is, 9. Dez. (2.11.) Das Urteil. das sich Die hiesigen Kreise an Hand der letzten hier vorli-genden2Ba&(ergebmlfe über die Zusammen­setzung des neuen Reichstages bilden, lautet nicht

der So- reifen der

DerDaily Telegraph" schreibt, das Ergeb­nis stehe in ziemlichem Gegensatz zu den Mai- Wahlen. wo der erwartete Ruck nach rechts ein- getreten sei, aber das wäre vorzusehen und der Erfolg ein vollkommener Triumph der Natio­nalisten gewesen. Diesmal sei das Entgegen­gesetzte ein getreten, indessen feien die Erwartungen, die man auf die Linke gehabt habe, nicht in vollem Maße erfüllt worden und die Aussicht, daß die Linken eine arbeits­fähige Regierung bilden könnten, fei f e h r ge­ring. Die extremen Gruppen auf beiden Setten haben schwer gelitten. 3m ganzen habe man mit der Aufrechterhaltung der Ruhe und der füfiung der internationalen Verpflichtungen zu

Auch derStar" betont, daß eine Mehrheit für die Durchführung der Verpflichtungen gegen­über den Alliierten vorhanden fei und betrachtet das Wahlergebnis als eine Entscheidung gegen die Extreme von rechts und links. Die in der Presse viel beachtete Reutermeldung aus Berlin besagt, es sei klar, daß die Republik über die Kräfte der Reaktion und des Monarchismus den Sieg davvngetragen habe. Die Politik der neuen deutschen Regierung werde e i n e P o l i t i k der Versöhnung und der Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Vertrage und dem Dawesplan fein. Der Berichterstatter weist auf die zahlreichen Gewinne der Sozialdemokraten hin, die die stärkste Partei im Reichstag fein werde. Als Hauptmerkmal der Wahlen verzeichnet er den vollständigen Zusammenbruch der Ludendorfs­partei.

den Mai -Wahlen. DerBayr schc- Kurier" sieht das hauptsächlichste Kennzeichen der letzten Wahlen in dem vollkommenen Zusam­menbruch der völkischen Partei. Die Bayrische Dolkspartei-Korres p." er­innert die Deut schn a tionalen daran, daß sie nach wie vor ihre Kräfte nur durch eine Der- bindung mit den starken Kräften der Mitte zur Entfaltung bringen könnten. Die Wahlen vorn 7. Dezember hätten bewiesen, daß das deutsche Volk in seiner Mehrheit auf dem Gebiete der äußeren Politik jedes Experiment einer wesentlichen Kurkänderu-g a b l e h n e. Auch dieMünchen-Augsburger Abendzei­tung" meint, man maste die preußischen Land­tagswahlen mit berücks.chtigen. die sich durch eine schwere Niederlage der Großen Koa­lition und durch einen ganz bedeutenden Sieg der Deutschnationalen kennzeichne. Cs sei anzunehmen, daß diese Aktion in Preußen auch auf das Reich zurückwirken werde.

Deutsche Vvlkspartei eine ganz andere Stellung einnehmen wird, als das bisher dec Fall war. wird darin bestehen, das preußische Staats­gebäude von dem sozialistischen Unrat zu säubern und Preußen i m R e i ch die Bedeutung zu geben, die ihm entsprechend seiner Gröhe zusteht.

8*

London, 8. Dez. (WB.) Das Ergebnis der Reichs agswahien wiro von der Wendpr sie als ein Sieg der gemäßigten Parteien über die Extremen von rechts und links begrüßt. Die Schwierigkeiten d?r Regie­rungsbildung werden j doch nicht verk. nnt. Der Star" verbündet in F ttdruck den Sieg für Marx unter der UcberschriftDeut chland er* Härt sich fir die Stabilität". DieCv n.ng Standard" führt aus, die Stabilität Eu­ropas w rbe aus d m Ergebnis der deutschen Wahlen weiter? Kraft erhalten. Sie extrem n Flügel hätten fchw re Verlust.> erlittei. S.c neue deutsche Regierung werde, wie zu erwarten w.r, für die Erfüllung der Verpflichtun­gen aus dem Versailler Vertrag und dem Dawesplan eintreten.

Vereinigung)

Nationalsozialisten Kommunisten Deutschsoziale

(unverändert)

(4) dazu kommen

(3) und

Sitze erhalten (bisher 136, darunter 28 Un­abhängige)

französischen Linken begeisterter Zustim­mung begegnet, hat andererseits die Tatsache daß die Deutschnationalen und die Deut­sche Volkspartei entgegen aller Voraussage ihre Stellung behauptet und sogar verstärkt haben, offenbar ft art enttäuscht.Petit Pa rifien sieht in dem neuen Reichstag keine ab« folutc Mehrheit zugunsten einer Politik internationaler Verständigung und republi­kanischer Verfassung. Wetter heißt cd: Die Stel­lung der Mittelp irteien wird trotz eines leichten Gewinnes der mutieren Parteien ungefähr die­selbe bleiben wie feit dem 4. Mai

Die Mehrzahl der Blätter legt daS Wahl­ergebnis als einen offenkundigen Miß­erfolg der französischen Politik aus. ..Echo de Par^s" meint, Herriot h ibe vergebt ch in die wi.tfcha'tiiche Räumung cmgctolLlgt und die militärische Räumung für dcrZ nächste Früh­jahr in Aussicht gestellt. Der Berliner Ver­treter des Diottrs meint, der neue Re'chstag gebe den Rechtsparteien die Möglichkeit, d'.e unaufhörlich und mit Beharrlichkeit verfolgte auf die Aufhebung d e s D e r s a i l l e r D e r- träges gerichtete Polittt fortzufetzen. Herriot habe auf seine Politik von der deutschen Demokratie nicht die geringste Ant­wort erhalten. Der nationale ..Gaulois" schreibt, auf Grund des Reichstagswahlergebntsses sei feftgeftellt. daß das deutsche Voll sich und dem nationalen Geiste treu geblieben fei. Die ge­mäßigten Blätter, wie derG>ccliior", beurteilen das Wahlergebnis mit unverkennbarem Pessi­mismus.

Nationalsozialisten Demokraten Wirtscha'tSpartei Hannoveraner Polen

_ ber Preußischen LandtagS- wahlen hat zu einer restlosen Zerstörung der bisherigen Koalition auS "

Man kann wohl sagen, daß diesmal von den Linksparteien alle Register gezogen worden sind, um einen großen Wahlsieg zu errirgen. Man kann sich schwer vorstell.n, daß die W_hl- bemagogie vom NovemberDezember 1924 bei späteren Wahlen noch überboten werden kann. 3m Gegenteil wird eS jetzt notwendig sein, den ganzen Wust unsinniger und g wissenloser Ver­sprechungen abzubauen und die unter den heutigen Verhältnissen stärkstmögliche R g erum's- kombinatlon, nämlich die von den Deulschnatio- nalen biS zum Zentrum, aus den Schild zu er­heben.

Bürgerblock im Braunschwe gischen Landtag.

Braunschweig. 9. Dez. lTll) Wi- M? Braunschweiger Land s;ettu g me b t, fj t r Die Landt-gsw hlen in Br i n chw ig folg n ei Erg bnis" Sozialdemokrat n 1> Sitze S e a s ch- nationale 10, Zentrum 0 ; ommunift n2, Deutsche Volkspartet 10 N.tirnalsozi:- listen 5 Welfen 1. 11.SP 0, Wtrtschafts- I i ft e 4. Der Dürg.rblork (Deutschnation.le, Deutsche Dvlkspartei, Wirtschaflsliste. Welfen) hat mit 25 Sitzen die absolute Mehrheit im ßanbtage.

Ur. 290 (Elftes

htyetnt täglich, außer 5oewi und Feiertags.

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ran ff it rt a. DL 116M.

Der neue Reichstag Das t>or(änfiqr Ergebnis.

ritzen eigentlichen Rechtsparteien, citischnationale und Deutsche DolkSpartei, eln- tliehlich der doch auch rechts orientierten Baye- ilchen Volksvartei, haben ihre Mandatszahl auf bet 180 S.tze (gegenüber bisher 166 Sitzen), das ium zehn Prozent, erhöhen können. Sieht ni das Zentrum und vielleicht noch die wirtschaftliche Bereinigung als Mi- tfrtrrleien an, die grundsätzlich bei einem Rechls- nd einem Linksblock miiirirfcn würden, so bringt

Rechtsb 1 ock mit seinen mehr als 180 ijen eine bessere Gewähr für die Dauer des admetts als der Linksolock mit seinen 160 nen. 3m einzelnen werden sich nach den iahnmgen der Maiwahlen die Wahlergeb- 'e wohl noch um Kleinigkeiten verschieben. Es iht jedoch ganz sicher fest, daß das Zentrum n« Zünglein an der Wage fein, d. h. tn AuSschlaz dafür geben wird, ob die Regie- ung von Deutschnationalen bis Zentrum ober ier die Regierung von Zentrum bis Sozial- rrcofroten Wirklichkett wird. Die beiden ertre- iit Flügelparteien, die nach den Mai- v.'llen über fast 100 Sitze im Reichstag ver- flttn (Döllische und Kommunisten), haben dies- knapp 60 Sitze erhallen, und haben jeden» 118 die Möglichkeit verloren, durch ein taf- lcheS Zusammengehen mit einer benachbarten toten Opposttivnspactet daS jeweilige Kabinett stürzen und die praktische Arbeit im Parla- mt zu verhindern.

Sobald Die endgültigen Wahlergebnisse be- c int geworden sein werden, wird sich zweifel- t Die stärkste Partei, die im Reichs- 1 und auch im Preuß schen Landtag die stärkste altion sein wird, mit dem parlamentarischen ilpruch melden, zur Regierungsb.ldung aus- li.irbert zu werden. Dom Standpunkt der I.-Hlsparteien wird hiergegen kaum etwas ein» wandt werden, obwohl bekanntlich nach den »hlen vom 4. Mai anders verfahren wor- ilt ist. Damals war die deutschnationale Frak» :i die stärkste im Reichstage, und doch vermied Der Reichspräsident, den Fraktionsführer der inschnationaleu mit der Kabinettsbildung zu Aufträgen. Später haben dann die Gegner des irgerblockes die Haltung der Deutschnationalen it Der Abstimmung über die Dawes-Gesetze am I August als Vorwand Dafür genommen, daß Per Ausnahme der Deutschnationalen in die tgierungskoalition unD in das Reichskabinett versprachen. Wenn damals Ende Mai der ihrer der Deutschnationalen mit der Kabinctts- ?»ng beauftragt worden wäre, so wäre wahr- c : lich die Koalition von den Deutschnationalen i zu Den Demokraten gelungen, und die i <rc Parlaments- und Regierungskrise Ger­ieben worden.

(58 ist charakteristisch für die Demokraten, daß sofort nach Bekanntwerben der ersten umsas- ! lbcn Wahlresultate die große Koalition r der Deutschen Dvlkspartei bis zu Den So- iTemolratcu als einzig mögliche Komb.natron : das Reich und für Preußen hinstellten. Da­rob wurde Der Versuch gemacht, die ö fentliche tiiung für eine Parteigruppierung zu gewin­nt. die nach der Führung des Diesmaligen Dahl- rpses als ausgeschlossen gelten muh.- [ i Die Herren Hermann [er und Ot:o Wels Irrst versuchen, eine Reichstagsmehrheit und ic auf ihr aufgebaute Regierung zustande zu eigen. Die Unter Hütung Der Demokraten und i Zentrums und selbst der nicht sehr wahrfchein- je Beitritt der von Reichskanzler Marx nicht i gcrtocife brüskierten Wirt'cha'tspartei würde . re Mehrheit im Reichstag ergeben. Vermutlich Irle ein mit der Kabinettsbildung beauftragter izialdemokrat Dann auch an Die -rer der deut­ln Dollspartei und Der Bayerischen Dclkspartci idntrctcn, aber wohl nur. um formell jede lincc xu erschöpfen, und nichr, weil er sich von text solchen Schritt Erfolg verspricht. Wenn Dann t sozialdemokratische Führer fein Mandat in Die mb des Reichspräsidenten zurücklegt. so müßte k zeschehen, was im Mai hätte geschehen müf- i die Betrauung eines deutsch- (tionalcn Führers mit der Kabinetts- i düng.

Die Frage, wer bei den Wahlen vom 7. De­nder gesiegt hat, ist also wirklich recht schwer beantworten. Genau so, wie während der bnate September und Oktober liegt die (Ent­leihung Darüber, cb eine tragfähige P,r- NLttsmehrh'eit zustande kommt beim Z e n - tu n. Wenn Herr Marx auch jetzt wieder er- cten sollte, dah er mit den Deutschnationalen I u bann züsammengch n wollet wenn die D.- traten mit machen, so ist nicht abzus hen. wie »Reich und auch in Preußen e.ne sich re Mehr- u und eine stabile Regierungsführung ge- iifjcn werden Ennc.

Berlin, 8. Dez. (WTD^Funkspruch.) Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen lassen sich einschließlich der auf die Reichswahllisten ent­fallenden Resultate für die Zusammensetzung deS Reichstages folgende Schlüsse herausfchälen:

Sozialdemokraten

Deutschnationale (4- 8 Landbund)

Zentrum

Deutsche DolkSpartei

Demokraten

Bayrische DolkSpartek

WirtschastSvartei, Bahr. Bauernbund,

Dtsch.-Hannoveraner (Wirtschaftliche

Deutschnationale

Zentrum Kommunisten Deutsche DolkSpartei

Die Preußenwahlen.

Das (*nbe der (tzrosten .Koalition.

Berlin. 8. Dez. (Wolfs.) DaS Endergeb­nis der preußischen Landtagswahl stellt sich wie folgt: Einschließlich der auf die Landtagswahl­liste entfallenden Mandate dürften die

Berlin, 9. Dez. ($1L) DerLokalanz- erfährt von volksparietticher Seite: 3n füh.en- den Kreisen der Dvlkspartei ist man der An­sicht, daß in erster Linie die Bildung einer bürgerlichen Regierung aus der D sis, die'vor der Reichstagsauflösung ver­geblich angestrebt wurde, jetzt erneut versucht werden muh.

Ein deutschnationales Urteil

_ DerGermania" zufolge werben sich Die Führer Der bisherigen Regierungs­parteien, also der Deutschen Dol s a-tei. Des Zentrums unD Der Demo roten, vo au.sich.lich be­reits am Donnerstag dieser Woche in Berlm versammeln, um zu Der Durch die ReichStags- wahl geschaffenen Lage zunächst unverbinbl ch Steifung zu nehmen. Die einzelnen Fraktionen werden noch vor Weihnachten zusammentreten. Die ,.Z e i t schreibt zu Dem Ergebnis der Wah­len. daß die Verschiebungen gegenüber den Mai­wahlen doch recht gering seien. Zur Frage Der Regierungsbildung schreibt das Blatt, daß die Parteien endlich all' das von ihren Kräften in Gemeinscha'l verstärken mögen, was sie zu gieichgecichtttem Streben zusammenfüh- ren kann, sei es auch nur eine mehr ober weni­ger große Wegstrecke lang, baß sie aber alles onberc zur Seite It eilen möge, was letzten Endes anges.chts der großen Dinge des Volkes klein und kleinlich wirken maß. all' das, was an ihnen Partei und nut Partei ift.

DieKreuzzcitung" und dieDeutsche Trgrs- zettung" sprechen von e.nem deuttchnato- nalen Sieg. Die .Kreuzzeitung" erklärt: Der große nationale Gedanke hat s.ch als ftart genug erwiesen. Es ist der 'Bew'is erbracht worden, daß die nationale Bewegung über eine f e ft geschlossene Masse verfügt. Auch dieDeutsch.' Allg?meine Zutu-g v.rz ich- net das Ges_mt:rg b:>s der geftrgm Wahlen als befried g.rrd und t :gt: Die beiden Nachoa.» Parteien, Die Deutsche Volksparter und die Deutschnatronale Dolkspartet, mögen sich nunmehr

zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinben, um Dem deutschen Volk im Reich und in Preußen eine stabile Regierung zu geben, die mit sicherer Hand an Den nationalen Wieder­aufbau geht. DasD. T." hebt hervor, dah die Wahlen einen deutlichen Zug nach links

3n hiesigen F nanzkreisen betrachtet man den Ausfall der deutschen Wahlen als Sicherung für die Durchführung des DaweS- Planes auf den ursprünglichen Linien.

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