Rr. 238 3wette§ Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Donnerstag, 9. Oktober (92$
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Zustände im Sudan unhaltbar feien, zumal wenn sich sudanesisch-ägyptische Beamte unb Offiziere offen gegen die bestehende Ordnung auflehnten. England sei schon allein der sudanesischen Bevölkerung gegenüber zur Beseitigung dieser Zustände moralisch verpflichtet. Bevor dies nicht völlig erreicht sei, könne von der Räumung des Sudans nicht die Rede sein. England gebe gewisse wirtschaftliche Interessen Aegyptens im Sudan zu und sei bereit, diese auch in jeder Hinsicht zu gewährleisten.
Aus schöpferischen Augenblicken seht sich das Schöpferwerk der Ewigkeit zusammen. Treue i.n Kleinen verbürgt das Gedeihen des Ganzen, Hausherr und Hausfrau wirken in solchem Sinne durch Arbeitsteilung wundervoll zusammen. <5rauen beim Staubwischen oder vor Stickerei und Flickerei und diese Vögel beim Restbauen, beim Brüten und Füttern — sie schauen nicht mit Fernrohren ins Unendliche, sie versenken sich vielmehr in das Rahe und Gegenständliche. So auch die Mutter, die auf ihr trinkendes Kind an ihrem Buten hinabschaul. Cs ist immer Wüter ein rührend holdes, schön in sich geschlossenes DiD. Dieser Rahblick ist zugleich Liebe. Treue im Kleinen ist eine Form der Liebe. Dieselbe drängende Liebe, die des Vogels Eier legt und ausbrütet, hat schon das Rest mühsam zu ammrn- getragen.' Das Pärchen fand sich gegenseitig an- gezogen und ward aus Liebe schöpferisch Und so wirkt das einzelne wieder ins Ganze.
Das sind Alltäglichkeiten, gewiß. 2lber teer beachtet sie?
So sitzt der Schuhmacher vor feinem Schuh; fo schnitzt und bemalt der Handwerker seine Truhe. Sv malte der Mönch seine goldenen D.er karminroten Anfangsbuchstaben; fo trugen Ma er der Mittelalters mit herzlicher Sv gfalt ihre Farben auf die Flügel-Altäre. Und nicht anders entstand die Wunterwelt der Dorne. Cs ist ein Anstrahlen der Baustoffe mit Verklärung-kraft. Jüngst noch lagen diese Steine als Felsblocke im rauben Gebirge; jetzt sind Ne gewandelt in ein allbewundertes Münster. Treue im Kl re? ist auch eine Form der Frömmigkeit S.e hebt das einzelne und Kleine liebend enger in den Zusammeichang mit dem Ganzen und ®roten.
Man kann übrigens weltbewegendes @ente fein und doch treu im Kleinen: das beweist ein Blick auf Kant und Friedrich den Groh n.
Die Lerche fliegt in singenden Spiralen genial in die Weite des -Himmels und vergißt doch bei allem Hochflug nicht die kleine Stelle, wo ihr Rest wartet. <5d ist der Menschengeist zwischen Enges und Ewiges eingespannt. Lln'ere Geist- tejchlichlell ist ein Spaunwvgszustand zwischen Welt
und Ewigkeit Wir wechseln zwischen Fern- und Rahblick.
Das Wort „Haus" kann Enge bedeuten, kann Gereiztheit. Schwere oder Dumpfheit bergen. Aber es beherbergt auch eine Fülle von Treue im Kleinen, von Güte, von brgfäLiger Hingabe ilrcb es kann so weit sein wie unser äußerlich zwar begrenztes, unter [üb aber grenzenloses Ich An einem rechten Ich und Heim ist immer irgendwo ein Fenster offen in die Ewigkeit.
Run habe ich freilich über dese Plauderei die räuberische Katze vergessen, de jenes Rest geleert hat. Mit einem einzigen Tatzen,ir ss w.rd alle Sorgfalt zunichte. Auch dvs ilt Ratur Sin Hagelschlag wettert oft eine Summe txo . Kleinarbeit nieder Kein Beobachter des wirklichen Lebens farm diesen oft erschreckend rohen Eingriff einer vernichtenden Raiurgewalt leugnen oder vertuschen. Genau so im Schicksal des Menschen. Ich steh? eben unter dem Eindrücke eines solchen Schicksals'chlages. Einem äußerst 'chätzensw.r en Kollegen war seine einzige Tochter Mi arbeiterin, heiratete dann und starb jählings am ersten Kinde — samt dem Kinde. Für di? Hinterbliebenen ein schwer zu tragender Ritz. Jenes winzi e Vogelnest fällt mir ein. Auch hier, im iönig'ichen Bezirk des Menschen, eine jäh hrreinwir e d? Macht von autzen — und alle Fülle von Treu? im Kleinen, von Liebe, Fürsorge. (Srttnrtun ] i' verwandelt in ein schmerzvolles .Klagen, Tr-gei und Verstummen. Hier gibt es nich s zu trösten nich s schon zu färben. Hier ist unerbittliche Tragik. .Unter Erdertdasein enthält davon ein herbes Teil, um das wir nicht herumkommen. Man muh dieser unenträtselbaren Sph.nx ins Auge schauen, den Schicksalsschlag verarbeiten und mit einem muticen „Dennoch!" dann weiterleben und mei ercoiicken.
Hier setzt die Kraft des Glaubens ein. Wir ahnen Gesetze auch im Unerfvrschlichen unö beugen uns.
Man schilt den Menschen so oft! Man faule ihn bewundern, dah er in all dem Leid und Irr- Wesen zu dem er von Geburt an verurteilt ist, dennoch so tapfer und so g rduldig au shalt und immer aufs neue unverdrossen am des
Lebens weiterwüK
legen Richard von Schenk als Gefängnisdirektor: zwar nicht ganz so fidet wie wir es von Schenk gewohnt sind, aber auch sein Frank war kein SpÄVerderber. Flott und witzig spielte Ernst Dadekow seinen Eisenstein. Wenn er auch stimmlich feiner Partnerin den Vortritt lassen muhte, im Spatzmachen war ihm nur der urkomische Frosch Josef Schreibers überlegen, ber wirklich alle Möglichkeiten dieser dankbaren Rolle voll ausschöpfte. Der Prinz Marga^the Sommers, Max Böllers Alfred und Karl Dauermanns Dr. Falke blieben hinter Den Vorgenannten nicht zurück; Else Simon war eine köstliche Adele. Auch der Chor tat sein Bestes, um der Aufführung zu dem lebhaften Applaus zu verhelfen, den das volle Hau- freigebig spendete. * e
Treue im Kleinen.
Don Friedrich Lienhard.
Mehrfach habe ich die Beobachtung gemacht, dah in meinem vogelreichen Garten ein Rest in dem gestern noch unftügge Junge -hre Schnäbelchen emporstreckten, auegetaubt war. Ob Katzen ober Amteln die Schädlinge waren, konnte n cht festgestellt werben. Ein solcher Vorfall ist ja nur e ne Kleinigkeit Und doch! Mit welch unglaublicher S -rgfalt ist in einem Hänflingsnest Paar an Paar gereiht, bis ein wohnlich Heim für Eier und Junge zustande kommt! Cs schwindelt uns betrachtenden Männern wie vor der Hakel- oder Stickerei-Arbeit unserer gnend.ich geduldigen Frauen. Welche Treue im Kleinen!
Ich wählte absichtlich ein ganz einfaches Beispiel aus der Ratur, um ' unserem Volke eine feht äußerst gewünschte Tugend ans Herz zu legen. Denn Treue im Kleinen ist ^ldentum :m Alltag. Eine Haupteigenschaf, de. Ratur t f b e (%cbn[b Wer ein solch leeres Rest, ras gestern rod, von hilflosen Jungen belebt war wer ein solches Kunstwerk der Elternliebe in ter Hand hält, ohne bewegt zu werden, der hat kein für die hier waltenden Seelenkraft? und tem Auge für die hier -ungeübte ^inft
1. Partie: Moritz- Darmstadt — Rubin - Gietzen 116:150 zugunsten Gietzen.
2. Partie: Schrot h- Darmstadt — Schley- t e n - (Sieben 150:115 zugunsten Darmstadt
3. Partie: Schultz-Darmstadt — PaulaS- Giehen 145: 150 zugunsten Gietzen.
4. Partie: Moritz-Darmstadt — Echleh- pen - Gietzen 139: 150 zugunsten Gietzen.
5. Partie: Schrot h - Darmstadt — Rubi n - Gietzen 138: 150 zugunsten Gietzen.
6. Partie: S ch u l tz - Darmstadt — Rubin - Gietzen 103:150 zugunsten Gietzen.
7. Partie: Moritz- Darmstadt — Paulus- Giehen 95: 150 zugunsten Gietzen.
8. Partie: S ch u l tz - Darmstadt — Schleh - l en» Gietzen 91:150 zugunsten Gietzen.
9. Partie: Schrvth - Darmstadt — Paulus-Gietzen 143:150 zugunsten Gietzen.
Turn-Verein von 1846 Gießen.
Dem am DorrnerStagcibrnd im Volksbad var- aufgegangenen Vereinswettschwimmen folgte am Sonntag das ebenfa wo hlgelungene Abturnen als Abschluß des abgelauf?:en De ° erirsjahrs. Am Vormittag maßen dü An-zehö- rigen der verschiedenen Qtoteilungen ih e Kräfte rm friedlichen Wettkampf und am Rachmitlag geigte ein Schau turnen den zahlreich erschienenen Besuchern, was in den Turnstunden gelehrt und gelernt wurde. Das Schauturnen wurde mit einem Aufmarsch sämtlicher Abteilungen und einer BegrützungSanspvache des 1. Spvecheis trage eitet. Es war ein herzerfreuender Anb.ick, Die vi len jugendfrohen, Gesundheit und Kraft verköipe.n- den Gestalten den Raum füllen zu sehen, und die nun folgenden Vorführungen erhöhte, noch btefen erhebenden Eindruck. Es würde zu weit fü£ en, jede einzelne Darbietung besonders zu wür t en, aber es kann gesagt werden, dah alle Ausi b:n"en ihren Turmwarten und Vortumer.t Ehr? machten Erregten die Turner, besonders bi? der ersten Riege, durch ihre schwierigen, Mut und Gewandbeit erfordern den Hebungen an Darren, Reck und Sprungtifch die Dewunderung der Zuschauer, so erfreuten besonders die Schülerinnrn un> Turnerinnen durch ihre anmutigen Dewe.ungen bei Freiübungen und durch ihr? vorzüglich? Haltrmg beim Geräteturnen. Die zahlreichen Zuschauer kargten daher auch nicht mit Deifallsbez u./angen. Am Abend vereinigten sich dann die Mitglieder nochmals zu einer kleinen Familienfeier, bei der auch die aus den einzelnen Wettkämpfen hervorgegangenen Sieger verkündet wurden.
Zu den turnerischen Wettkämpfen waren angetreten 118; hiervon wurden 102 Sieger.
Au szug aus der Siegerliste:
1. Sieger beim Gerätewettkampf um den Wanderpreis der „Gesellschaft Tu rn c I u b“ wurden Artur Heichel heim und Heinrich Trechsler, 2. Karl Strack, 3. Artur Kreiling.
Iugendoberstufe: Ehvensieg: Hen ich Vetter: 1. Heinrich Wulkau; 2. Erwin Po like; 3. Karl Reitz.
Iugen bunter stufe: 1. Willi Reih und Werner R o hl; 2. Erich Dilges; 3. Willi Schwan.
Schüler: 1. Kurt Hvrehseck 2. Fritz Werner, Fritz Arnold und Heinrich Schmieder; 3. Otto Günther.
Turnerinnen: Ehre sieg: Elfriede,Mün- nich; 1. Gretel Dirken stock; 2. Marie Schwan; 3. Lina Haubach.
Schülerinnen: 1. Emmi Münnich; 2. EM Zipp; 3. Paula Reuter.
Deim Schwimmen wurden Sieger: Christian Ziegler, Christian Weeg. WiM Reitz, Karl Reih, Ludwig Gerhard, Paul Bepler, Erich Wagner, Lina Haubach, Chrissi Kastein, Kurt Horeyseck, Frih Werner, Elli Zipp, Emmi Münnich, Anni Pftrnd, I. Hoffmann, E. Schott
Deim Fechtenwurden Sieger: Chri- ftian Ziegler, Hans Eidmann, Ernst Depler, Ludwig Gebhard, Christian Weeg. Hugo Philippi, Ernst Jung unb Ludwig Da übel,
Schöffengericht
• Gietzen, 8. Oft. Die Frau Apollonia W. lebte im Jahre 1923 mit ihren Kindern in Alsfeld, während ihr Mann im Industriegebiet arbeitete. Als sie sich gegen End? des Jahres von einem anderen Mann schwanger fühlte, ging sie zuirächst einen Raturheilkundigen um Abtreibung an; dieser lehnte jeden Eingriff ab. Sie
England in Aegypten.
Ein englisches Weißbuch zum Abbruch der Londoner Verhandlungen.
Die englische Regierung hat in einem Weihbuch den Verlauf der Verhandlungen mit Zag - lul Pascha zusammenfassend dargestellt und es dem britischen Oberkommissar in Aegypten. Lord Allenbh, überreicht. Die englische Regierung legt darin ihre Stellungnahme zu der Sudan- frage eingehend dar und weist darauf hin, dah Zaglul Pascha folgende kategorischen Forderungen gestellt habe:
1. Verlangt wird Zurückziehung sämt- licherenglischerStreitkräfte vom ägyptischen Doden,
2. Entlassung sämtlicher englischen Verwaltungsbeamten,
3. Aufhebung der englischen Kontrolle über die auswärtigen "Beziehungen Aegyptens und damit völlig freie und unabhängige diplomatische Deziehungen Aegyptens zu den anderen Staaten,
4. Erklärung der britischen Regierung, dah sie jegliche Einmischung einer dritten Macht in ä ghptis che Angelegenheiten als feindliche Handlung auffaffen werde,
5. die englische Regierung verzichtet auf ihre Schutz rechte für Ausländer und nationale Minderheiten in Aegypten,
6. die englische Regierung verzichtet auf ihrAnrechtan demSuezkanal.
Ferner wird in dem Weißbuch darauf hingewiesen, dah eine Aeuherung Zaglul Paschas vor dem ägyptischen Parlament, in welcher er die Tatsache der englischen Oberhoheit im Sudan als eine Schmach für ein freies Aegypten bezeichnete, zurückgewiesen werden müsse. Gerügt wird ferner eine Aeuherung Zaglul Paschas, die britische Regierung habe sich ihre Machtstellung im Sudan gewaltsam angeeignet. Rachdem Macdonald Zaglul Pascha auf die iln- richtigkeit dieser Aeuherung aufmerksam gemacht habe, fei von Zaglul Pascha entgegnet worden, dah er damals nicht nur die Stimme des ägyptischen Parlaments, sondern die des ganzen ägyptischen Volkes ausgesprochen habe. Macdonald habe hieraus Zaglul Pascha erklärt, dah solche Aeuherungen lediglich zur Aufreizung des sudanesischen Volkes und Heeres gegen die bestehende Ordnung beigetragen haben unb betonte, dah Zaglul Pascha sich keinerlei Illusionen hinsichtlich der Stellung der britischen Regierung zur Sudanfrage hingeben möge, denn die britische Regierung habe ihr Protektorat nur unter der "Bedingung aufgegeben, dah in verschiedenen Streitfragen zwischen der englischen Regierung und Aegypten eine Verständigung erhielt würde. Macdonald habe trotz alledem daraus hingewiesen, dah er noch immer auf die Möglichkeit einer späteren Verständigung hoffe. "Besonders habe er betont, dah die freie Verf ügu ng Englands über den Suezkanal für G r o h b r i t a n n i en das wichtigste Lebensinteresse bedeute. Keine britische Regierung könne ihre Rechte auf den Suezkanal aufgeben. Die älnfähigkeit Aegyptens, den Kanal mit eigenen Kräften zu vertei- bigen, sei 1914 erwiesen worden, denn damals hätte England den Kanal durch eigeneTrup- pen verteidigen müssen. Die Anwesenheit britischer Truppen in Aegypten würde dem Abschluh eines Freundschafts Vertrages nicht im Wege stehen, würde auch keine Einschränkung der ägyptischen Selbständigkeit bedeuten. Im Gegenteil wurde sie die enge Verbindung unb die Zusammenarbeit beider Länder fördern. Sie läge auch im Interesse Aegyptens. Großbritannien würde sich auch trotz der Anwesenheit britischer Truppen nicht in die inneren Angelegenheiten Aegyptens einmrfchen. Die britische Regierung erflärte Zaglul Pascha, daß sie jegliche Verantwortung für die Folgen ablehne, die sich aus der Stellungnahme der ägyptischen Regierung gegen Großbritannien ergeben könnten. Die Auffassung der englischen Regierung in der Sudanfrage sei hinlänglich bekannt, so daß weder in Aegypten noch im Sudan nicht mehr die geringsten Zweifel bestehen könnten. Sollten trotzdem Unruhen im Sudan entstehen, so werde England alle Maßnahmen ergreifen, die notwendig feien, um die Ruhe und Ordnung tmeber frer= »ust eilen, wozu es moralisch verpflichtet fei. Mac- dvnald habe ausdrücklich betont, dah die heutigen
Giehener Stadttheater.
Johann Strauh: „Die Fledermaus".
Die Intendanz hat den an dieser ©teile vielfach propagierten Entschluß gefaßt, in dieser Saison von Operetten in eigener Regie abzusehen und statt dessen mit einem geschlossenen auswärtigen Ensemble die klassische pberette 3u bflegcn bamjt also auch anspruchsvollen Theaterbesuchern ent- gegenzukommen. Wie recht sie hatte, bewr-^der gestrige Eröffnungsabend, für den Tenswerterweise die Perle der klafsr^en: Operette des Walzerkönigs ewig lugenbfrrsche,, Fledermaus" gewählt hatte. Strauß ist immer mich unerreicht in der entzückend-graziösen. mtenen. <b einschmeichelnden Musik; so abgedroschen grccheseine Walzerweisen durch die Jahrzehnte hindurch sei mögen, flott und schmissig vorgeti^en haben fte noch nichts an ihrem alten pnckelnren em
gebüßt Kommt dazu ein so geschickt ausgemachtes Libretto wie das der „Fledermaus . gleich uner reicht in der Fülle drolliger Situationen wie köstlicher Typen, so wird em Ganzes baraus^das bei einigem Geschick einen Senußreick«! Abend sichert. Man wird an oer geUi-igen Miftuhrung noch manch? kleinere älnebenh?tt sowoh. musr kalifcher wie szenischer Art auszusetzen habenwird aber doch auch schon nach den äestmgen Leistun gen dankbar anertennen müssen, bar) an 2^-gleich mit der Operette des vergangenen Winters unmöglich ist, zumal man erwarten darf, daß ein wiederholtes Spiel auf unserer Buhne ohne den gestern notwendig gewordenen Wechsel m tragenden Rollen eine völlig einwandfreie, nach jeder Richtung hin abgerundete Ausführung oemgen “**©«■ Otegrc Ernst Dadekows batte für hübsch? Szenenbilder und ein flottes ^btel geborgt Dei-tdold 'Sander holte aus rem ar manche ~ Stellen etwas dürrn ^chEenden Or^ster ^as Letzte heraus. Für Elrsabeth ^rred^rrch w-w Sein Liebermann von ter Frankfurter Ober dankenswerterweise eingesprungen. Ihre Rosalind? war gleich ansp^chend m Stimm? unb Spiel. Herr vom Scheidt vertrat fernen Kvl
Fast die gesamte ägyptische Presse äußert sich zugunsten Zaglul Paschas. Die ganze Schuld an dem Scheitern der Verhanblungen wird England zugeschoben und jegliche Verantwortung für etwaige Folgen ägyptischerseits ab- gelehnt. Sogar die nationalistische Presse b i 11 i gt Zaglul Paschas Verhalten und predigt den offenen Kampf gegen England, wovor die gemäßigten Organe dringend warnen. Die öffent- liche Meinung ist sich über die Schwierigkeiten der nunmehr geschaffenen Lage einig und weist auf die Rotwendigkeit hin, in vollster Einigkeit die Regierung zu unterstützen. Man nimmt an, dah die erste öffentliche Handlung Zaglul Paschas nach seiner Rückkehr, die mit großer älngeduld erwartet wird, die Frage eines Vertrauensvotums sein wird.
Die Schuld an dem Mainzer Eisenbahnunglück.
Darmstadt, 8. Oft. (WTB.) Zum Eisenbahnunglück im Mainzer Tunnel erfahren wir von gut unterrichteter Seite: Die von der Regieverwaltung bisher veröffentlichten Berichte über das Eisenbahnunglück behandeln die Schuldsrage an dem Unfall in einer ausschließlich das deutsche Eisenbahnpersonal belastenden Weise, während das Verhalten des französischen Fahrdienstleiters im Mainzer Hauptbahnhof gar nicht erwähnt wird. Bekanntlich sind auf den Fahrtstrecken der Regie die deutschen Fahrdienstvorschriften maßgebend. Auf der Strecke Mainz°Hauptbahnhos—Mainz-Süd war der elektrische Stromblock, die die Zugfolge sicherte, auher Tätigkeit. Während der Dauer dieser Störung muh nach den Dienstvorschriften bas Zugmeldeverfahren in Anwendung kommen. Demnach durfte der Personenzug 682 vom Mainzer Hauptbahnhof erst abgelassen werden, nachdem der O-Zug 670 von Mainz-Süd telegraphisch zurückgemeldet war. Die völlige Richtbeachtung dieser Vorschrift führte die bedauerliche Katastrophe herbei. In dem amtlichen Kommunique der Regie findet dieser Sachverhalt gar keine Erwähnung. Eine Destimmung, auf der Strecke Mainz—Worms die Schlußsignale ter Züge als Rachtsignale, b. h. beleuchtet, zu führen, besteht nicht; sonst wäre auf die strengste Befolgung dieser Vorschrift hingewiesen worden. Auch nach dem Unglück verkehren sämtliche Züge auf dieser Strecke mit Tagesschlutzsignalen. Außerdem war mit Rücksicht auf die kurze Spanne zwischen dem Halten des O-Zuges und dem Zusammenstotz eine Sicherung teS O-Zuges unmöglich. Das Verschal- den an dem Unglück trifft in der Hauptsache den französischen Fahrdienstleiter des Mainzer H a u p t ba hn hv s es, ter die er- toäbirbcn Fahrteenstvorschriften völlig außer acht gelassen hat.
Turnen, Sport und Spiel.
Dom Dillardfport.
* Der erst vor kurzer Zeit gegründete Gießener Billard-Club hat zum ersten Male einige seiner Spieler zum offenen W e 11 f ampf entsandt und dabei sehr gute Erfolge erzielt. Am 4. und 5. Oktober fand in den Klubräumen des Billard-Sportclubs Darmstadt das Städteturnier Darmstadt — Gießen statt Gegen die Gießener Spieler Paulus, Schleypen und Rubin spielten die besten Spieler Darmstadts, Moritz, Schultz und Schroth. Don insgesamt neun ausgetragenen Partien von je 150 Bällen endigten acht zugunsten der Giehener Teilnehmer, die mit einem Vorsprung von zusammen 195 Punkten den wohlverdienten silbernen Pokal mit nach Hause nehmen konnten. Die Spielergebnisse im einzelnen sind folgende^
ging dann zu einem Arzt und dieser «rschriM ihr, um sic zu beruhigen, ein barnrloteS Wrttel. Da es natürlich nichts Ixrif, jammerte sie dem Arzte solange vor. bis er ihr. wieder um sie zu beruhigen, einen Eingriff vorläulchte. Die Angeklagte, die bann im Juni 1924 ein gcfunbeS Kinb zur Well brachte, tourte wegen versuchter Abtreibung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Aus dem Amlsvcrkünvigungsblatt.
' Das Am t sverkü n d i gu n g s b la 11 Rr. 67 vorn 7. Oktober enthalt: Anzeigepflicht für die Gehirn-Rückenmarkentzündung der Pferde. — Viehmarkt zu Grünberg. — Scheidekatarrh w Treis a. d. Lda. — Hcnlptkörungen im Jahre 1924. — Anlage von Wirtschaftskatastern. — Festsetzung von Sprunggeldern. — Polizeiverordnung über das Vertilgen ter DlutlauS. — Förderung der Volksbüchereien. — Weggebühren und Eisenbahn- ahrtkosten der autzerhald ihres Wohnsitzes be» feteiftigten Handarbeitslehrerinnen. — Berichterstattung über die Berufsberatung und Lehr» iellenoermittlung — Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. — Feldbereinigung Langd. — Dienstnachrichten.
Wirtschaft.
Die jetzige und die künftige Gestaltung unserer Handelsbilanz.
Das Bild unterer verarmten, auS der Weltwirtschaft herausgedrängten Wirtschaft spiegeln uns die Zahlen ter Außenhandelsbilanz deutlich wider. Roch im ersten Halbjahr 1924 hatten wir Monat um Monat eine sehr starke Passivität unserer Handelsbilanz, die insgesamt über P/i Milliarden Mark ausmachte. Cs war begreiflich, dah Rohstofslager aufgefülli werden mußten und dah die aus dem Ausland zurückslie- henden Kapitalien und die infolge der Wicum- verträge auf genommenen Ausland trodite sich zum großen Teil mittelbar oder unmittelbar in Einfuhr von Auslandwaven ummantelten. Erhöhte Inlandpreise wirkten weiter auf die Einfuhrste»- gerung hin. Auf die Dauer aber kam auch hier das Gesetz der Verarmung Deutschlands zu seinem notwendigen Ausdruck. Wenn im Juli bereits die Einfuhr um rund 200 Millionen Mark sank, die Ausfuhr um 100 Millionen Mark stieg, so zeigt die älebersicht für den Monat August ein weiteres Sinken ter Einfuhr um nochmals rund 100 Millionen, darunter der Rohstoffeinsuhr mit 50 bis 60 Millionen. So sind namentlich Textilroh- ftoffc ungefähr auf Vs des Einfuhrdurchschnittes der Monate Januar bis Juni gesunken. Eine allein hierdurch bewirkte Aktivität der Handelsbilanz bedeutet natürlich noch lange keine Gesundung. Immerhin werden der Wirtschaft bei diesem Abstoppen der Rohstoffeinsuhr keine nachteiligen Folgen drohen, da die sichtbaren Vorräte (z. B. an Baumwolle) immer noch erheblich größer sind als im vorigen Jahre. Erfreulicher aber ist es, dah die Handelsbilanz für Juli und August eine gesteigerte Gesamtausfuhr aufweist, so dah für den Juli zahlenmäßig mit einer Aktivität von 120—140 Millionen Goldmark zu rechnen ist. Es handelt sich bei diesen Ziffern aber um unsichere Ziffern, da auch im August immer noch die Fehlerquellen des besetzten Gebietes vorhanden waren, die auch noch für den September fortdauern. Wir werben erst mit endgültigen Ziffern rechnen können, wenn im Oktober die Zollverwaltung im Westen wieder in deutscher Hand ist.
Aber was auch diese Zahlen ergeben teerten« so ist schon jetzt dringend davor zu warnen, aus dieser zahlenmäßig errechneten Aktivität der Handelsbilanz allzu günstige Schlüsse für die künftige Gestaltung unseres Außenhandels zu ziehen. Der scharfe Rückgang der Rohstoffeinfuhr ist nur ein Spiegelbild des inneren Produktionsrückganges. Wie stark wir aus dem Wellmarkt gedrängt sind, zeigt der Vergleich der Ein- und Ausfuhr im August 1924 zu 1913, wo dem Gewicht nach die Ein- und Ausfuhr nur noch 46 Prozent beträgt. Die Ursache dieser Erscheinung liegt freilich nicht allein bei uns, sie liegt bei der Welt draußen; sie liegt vor allem in der Ausschließung, der wir immer noch begegnen. Richt mehr stehen Rohstoffländer und Industrieländer einander im Ausgleich von Lebensrnitteln und Bodenschätzen auf der einen Seite, von Gewerbeerzeugnissen auf der anderen Seite gegenüber. Steigerung der Eisenerzeugung auch an Fertig-


