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64. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

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welches Hummel gegeben stimmt ( können

ouo/ene uno iveroen morgen In seinem Rücken langsam aufEIärenbe Witterung mit ftarfier Ab­kühlung bekommen.

Oer Alte auf Topper

Roman von Hanns von Zobeltih.

'+-21 leruitgS Angriff g tigstellung werden ka cimgerinaß Raffung

DieReichspost" meldet aus Belgrad, boü die Entscheidung des Saiger Schiedsgeri chtshoss, derzusolge das alte Kloster 'TZaim Albanien zugesprochen wurde, d^rt gr)ße Erregung hervorg-erufen hebe. Dee Außenminister Mari- nowitsch bat Pressevertretern ge;c tübe: er.lärt, daß Iugoslavien diese Gntscheiäing nicht on » n e h m e n tonne, weil dadurch sei ;e Souverä- nitä t verletzt werde. Jugoslavien wer.e a u s dem Völkerbund a u s t r e t e n , falls der Schiedsspruch nicht rückgängig gemacht werde.

Seine Königliche Majestät haben resolviret, dah dem Stabskapitän Christian von Zabeltitz ,vom Regiment von Zastrow in Anbetrach: seiner ehrenvollen Blessuren eine Pe.rsron von hundert Reichstaler pro anno in Gnaden zu accorbieren. Der Stabskapitän Hit durch ärztliches Attestum zu erweisen, wie er zum Königlichen Dienste un­fähig und zu dimittiren gezwungen, und wird ihm die Gnadenpenifron mit fünfundzwanzig Reichstaler quartaliter und pränumerando Lurch die Königliche Kreiskosfe zu Zielenzig ausbezahlet werden . .

Sie haben gesehen, dach das Blatt dem Herrn Dater in den Händen gezittert, auch hat er, nach­dem er gelesen, eine Weile geschwiegen, gleich als ob er sich besinne. Aber dann hat er das Schreiben auf den Tisch geschmissen, die Horn­brille hrruntergerissen und in die Tasche gesteckt, hat gerufen:Kocht euch den Katzendreck sauer." Hat die Kappe vom Ragel genommen und ist hinausgelaufen, mit langen Schritten, durch den Garten ins Dorf hinein.

Er ist auch wirklich im Sturmlauf durch die Dvrfstraße gegangen und darauf ins Feld hinein, ganz aufs Geratewohl. Lind hat ohne Llnderlah dabei vor sich hergeschinrpft. halblaut und laut im abgerissenen Brocken. Der König hat den größten Teil bekommen, dann, der Lasow. aber auch Christian und Beate sind reichlich bedach! worden.

So ist er die Höhe nach den Dachsbergen heraufgestürmt, und da wurde ihm oben der Atem doch zu enge. Muhte stehen bleiben und ver­schnaufen und sah die Stümpfe von den uralten schönen Eichen am Forstrande. Die hatte er vor ein tiaar Monaten schlagen muffen, für den Juden

D2a halle M Mesigen 1 tot Dirn unö Pro- zwecks weilt Festlichleite Georg 8 und der Pi Lich ringel Ehrenpf solchen am - Schloß) fck Stirne, am im Schloßho Abend soll Musikvei stattsinden,.

Alle wie füi gang i sagen i

Der währen gepfleg herzlic

Die preutzische Schulpolitik.

Berlin, 8. Sept. (WB.) 3n der Sitzung des Hauptausschusses des Preu'zischen Landtage s, in der die Beratung des Haushaltes des Mini­steriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbil­dung begonnen wurde, hat der Kultusmini­ster u. a. ertfärt: Die Kultuvaufgabea Preußens verlangten dringend, daß auf dem Gebie.e der Volkserziehung m indestens'die Friedens- Höhe der Ausgaben erreicht werde. Höhere Einnahmen zu erzielen, sei gerade dieses Verwaltungsgebiet nicht in der Lage, denn die Erhöhung des Schulgeldes für die höheren Schulen werde gerade die am schwer­sten ringenden Schichten Les Volkes von den höheren Schulen ausschließen. Weiter er­klärte er, bat) sich der finanzielle Effekt des Abbaus nvch nicht berechnen lasse. Er gab aber dem Wunsche Ausdruck, daß das Reich bald die von ihm verhängte Einstellungssperre auf heben möge. Hinsichtlich der vielen K.a- gcn über die zunehmende Pvliti sierun g der Schulen hat der Minister daranf h'.ngewie'en, Last vom Eltern Hause mehr geschehen könne, um die Schulen zu unterstützen. Zu der Frage der De r f a s sungs feiern erklärte e_, sie seien genau so veranstaltet worden wie früher. Es lägen nur vier Fälle von Klagen vor, die geprüft würden.^ Einer dieser .Fälle habe sich schon jetzt als böswillige Denunziation herausgestellt. Als Hauptaufgabe bezeichnt: Dö­litz die Reform des höheven Schulwesens und die Regelung der Lehrer bildungsfvag e.

Die Pensionierung Oberbürgermeister Leinerts.

Hannover, 8. Sept. (Wolff.) Der Magi­strat von Hannover genehmigte den zwischen dem Oberbürgermeister Le inert und dem Bürger- v orst eher-Kollegimn abgeschlossenen Pensions- Vertrag mit allen gegen drei Stimmen der Sozialdemokraten. Leinert tritt nach dem Ver­trage von feinem Posten unter der Bedingung jurtrf, daß ihm fein volles Gehalt als P e n s l o n gezahlt wird. Wie derVorwärts" öie$u meldet, hat der Ortsvorsiand der Sozial- denwkratischen Partei Hannover zu dem Qlbbau >es Oberbürgermeisters in einer eingehenden Be­ratung Stellung genommen. Der Vorstand Der- erteilt« daß Leinert nicht die Parteiinstanz en von feinen Absichten in Kenntnis gesetzt hat and spricht ihm wegen feiner Haltung und wegen des Inhalts fernes mit dem Ordnungsblock ab­geschlossenen Vertrages feine schärfste Miß­billigung aus. Der von feiner Partei auf gemaßregelte Oberbürgermeister ist bekanntllch Präsident des Preußischen Landtags.

Kleine politische Nachrichten.

Obervegierungs- und Baurat Haack, der in *>em bekannten großen Mainzer Ersenbahnerprozeß vom französischen Militärgericht seinerzeit mit ^hlreichen wetteren Eisenbahnern zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden war, ist am 6 Sep­tember endlich als letzter Verurteilter aus dem Gefängnis entlassen worden.

tyer ftuyerr Komm andrer en 02 Der amer irani­schen Rheinarmee, General Allen, ist in Ber­lin eingetroffen. 3n Hamburg war er Gast des früheren Reichskanzlers Cuno.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 9. Sept. 1924.

Sportgeltung.

Man sagt, der Sport sei international. Das ist richtig. Der Sport kennt keine politischen Grenzen, wenn er sich ausbreitet und betätigt. Er dokumentiert sogar seine Znternationalität da­durch, daß er feste Regeln schasst, die für alle Böller gelten. Ihn verbindet aber auch eine tiefe innere Kraft: der Gedanke, Gleiches zu treiben, Gleiches zu erstreben. So ist der Sport geeignet Drücken zu schlagen von einem Volk zum andern.

3n viel höherem Maß, ja in erster Linie sind ckber Turnen und Sport Nation al and dienen der Stärkung vaterländischer Gesinnung. Jung und alt, arm und reich stehen hier zusammen und gewinnen so das Ge­fühl der Zusammengehörigkeit, des Gemeinsinns. D-ie Ertüchtigung des Körpers, dir Erziehung zu Gewandtheit, Mut und Tatkraft, die Pflege von Kameradschaft und Freundschaft, von Ordnung und Llnterordnung sind so hohe körperliche, geistige und sittliche Werte, daß jedes Staats­wesen sie schon aus dem Trieb der Selbsterhal­tung heraus aufs eifrigste fördern muß. Die­jenige Ration wird im Wettbewerb der Völker die größte Geltung erreichen, deren Angehörige am meisten Sport treiben und sportliche Ge­sinnung chaben.

Darum sind Turnen und Sport nationale Waffen im Kampf um Weltgeltung. Wallenstein hat einmal getagt, man müsse den Gegnern auf die Fäuste sehen und nicht aufs Maul. Rur Stärke schafft Ansehen. Man muß sie zeigen im Kampf, muß sie beweisen durch Sieg. So heißt es für uns kämpfen und siegen, wenn wir gelten wollen.

Deutschland hat feine Kraft und Stärke ge­zeigt im Krieg. Run uns diese Waffe aus der Hand geschlagen ist, müssen wir eine neue er­greifen. Das ist die Gesundheit u n d K r a f t unseres Volkes, die sich beweist in Leistung. Diese Waffe muß scharf fein. Wir müssen alles tun unsere sportlichen Leistungen auf eine Höhe zu bringen, die unsere Gegner zur Achtung, uns selbst zu Sieg und Geltung führt. Mannigfach sind die Mittel und Wege, die zu diesem Ziel fühpen. An den Anfang aller ist der Wille gesetzt, auf den Weg Mühe und Arbeit, Ent- fagung und Enttäuschung, Stolz und Freude, ans Ende Riederlage oder Sieg. Es mag einem späteren Aufsatz Vorbehalten bleiben, diese Mittel im einzelnen näher darzulegen. Aber auf eins sei schon jetzt aufmerksam gemacht: Jeder kämpft einzig und allein für sein Vaterland, für das Ansehen seiner Heimat; hinter jedem Kämpfer steht aber hinwiederum bas ganze Reich, das ganze Volk, im Willen zum Sieg für Deutschlands Größe und Kraft. In diesem Sinne ist der nationale Sport inter­national, in diesem Sinne ist Sportgeltung Weltgeltung.

** Ein guter städtischer Ankauf. Die Stadt stand in Ankaufsverhandlungen wegen des Hardthvfes. Diese führten jedoch zu keinem Ergebnis. Es gelang aber der Stadtver­waltung. die Mehrheit der Aktien der das Gut besitzenden Attien-Gesellschaf t Union- Drauerei zu erwerben. Wir begrüßen diese Erwerbimg, die weitgehende städtische Ent- wicklungsmöglichieiten besttmnrend in die Hand der Stadt legt, mit Genugtuung.

Verbesserung des Zugverkehrs zum besetzten Gebiet. Morgen, Mittwoch, wird die Zollkontrolle an den Grenzpunkten des besetzten Gebietes (Goldstein, Griesheim, Höchst usw.) aufgehoben. Die Reichsbahndirektion Kank- urt a. M. wird vom gleichen Zeitpunkt ab eine Verbesserung der Zugverbindungen dadurch an- Ireben, daß sie, soweit es betrieblich möglich ist und mit dem Regiefahrplan sich vereinbaren läßt, die bisherigen langen Aufenthalte auf den Kontroll- tationen kürzt. Da mit den dafür notwendigen Fahrplanänderungen auch Früherlegungen ver­bunden fein werden, tohfb den Reisenden, die am 10. September oder an den nachfolgenden Tagen mit Zügen, die die Grenze des besetzten Gebietes kreuzen, zu reifen beabsichtigen, empfohlen, sich tags zuvor über den Fahrplan zu unterrichten.

** Die Reuregelung der Erwerbs­losenunter st ühung enthält, wie der Amt­liche Preußische Pressedienst" einem Erlaß des preußischen Ministers für Volkswohlfahrt ent­nimmt, abgesehen von der allgemeinen Erhöhung der Sähe und einer stärkeren Steigerung der Sinterstühungen für Frauen sowie der Familien­zuschläge. gegenüber dem früheren Rechtszustande olgenbe Abweichungen: Gleichstellung derjenigen weiblichen Erwerbslosen über 21 Jahre, die Nach­weisen, daß sie FamikenangÄhönge zu ernähren

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Lchazug g' gebet schlov

Kannst ja gehen, wenn du willst. Ich bin licht mehr fürs Parlieren. Jsch red' deutsch."

Muh dir Las aber doch sagen, Lah du ein doppelter Rarr bist. Polterst drauf los, weil du's nicht erwarten kannst. Linser großer König

»Dein großer König!"

ilnfer König will und wird uns helfen. Er tut's schon. Par exemple: gestern hab' ich zehn Dragonerpferde bekommen"

Du?! Pferde!"

Ist so. Auf meine submiffeste Petition." ' hcfft hübsch betteln können" .... eine Allerhöchste Gnade er­

bitten. Das ist ein anderes, mein' ich."

Der Alte hat nichts eingetoertbet. Stand, batte die Hände im Rücken, den Racken steif und ein verbittert hoh.iisches Gesicht. Wollt' nicht weiter r^en mit dem Bettelmann da, dem Lari- xS seidenen Wadenstrümpfen

unb den So ttars an den hageren, hakigen Fin- ^Moskowiter kamen, bat der die Mattierung von der Maria Theres^ angezogen und schon getan. Und jetzt tut er sckön k D-rlin. Alnb tn K

CBeib, der Pompadour. Llebrrall, wo's was zu yolen gibt. 0

_ r>er Lei^vlzer eine Weile, nagt mit den ZSHnenan d« Unterlippe. Sagt da.rn:Hätt' ^rnu Beate gesprochen. Wollt' ineine

Dlahon anbrmgen wegen des Kaspars. Ist mir Kbfc nahe gegangen.

in Sternberg, um einen Spottpreis, und nun grng's über den her. Ein ganzes Register vvm Hebräer über den Manichäer bis zum Wucherer mit dem Judenspieß. Dos machte ihm Luft. Wie er sich bann umdrehte und i ns Land hinaus - schaute, da fiel ihm ein: «Hier standst du am Sage von Kunersdorf, und da fing das Elend an. Lind er dachte Wetter, wie er neulich auf dem Kunersdorf er Muhlberge zum König h nauf­gestiegen und was er zu ihn geredet hatte. Da aber saß der Wurm, der ihn die ganze Zett ge­quält hatte, die bittere Wahrheit, die er doch nicht haben wollte: daß er nicht wie der Llntertan vor der Majestät gewesen, vielmehr Ivie ein trotziger Frondeur. Hatte das zwar nicht ausge­sprochen, aber auf der Zunge hatte es ihm ge­legen und sicherlich in dem Gesicht: Wir Zabll- titze waren in der Mark vor euch Zollern! Lind Hütte doch wissen müffrn, daß diese Zollern längst den Junkern ihre Olutorite stabilrsiect wie einen Rixher de Drvncek Hätte bitten müssen und for­derte. Forderte fein Recht. Llnd wußte doch, daß über dem Recht des einzelnen Llntettanen das Ganze und die Staatsräson ftanben .

Setzt wußte er das, hatte cs sich hundertmal gesagt in den letzten Wochen. Aber sich's ganz ehrlich zugegeben: das kriegte er auch heute nicht übers Herz, hatte immer noch allerlei Einwände vor sich selber. Wurde darüber indes doch ruhiger, während er nun schweren Schttttcs an der Waldlisiere entlang ging. Der Grimm to^ri) langsam zu Wehmut: dachte an feinen Aeliestein, dem er einst den Besitz vererben wollte, dachte an den Kaspar, der hier so tollvergnügt in den Daum ästen gehockt und ins Land observiert.

(Fortsetzung folgt.)

Aus aller Wett.

Deutsche Buchdrnckertagung.

Die 54. Hauptversammlung des Deutschen Buchdruckervereins, der maßgebenden Organi­sation der deutschen Buchdrackereibesiher, fand am Sonntag in Hannover statt. Rach der im Kuppelsaale der Sbadthalle abgehaltenen Gedenk­feier für den kürzlich verstorbenen Geheimen Kom- werzienrat Büxen st ein hielt der Kölner Llni- versitätsprofesfor Moldenhauer einen Dor- trag über die Belastung Deutschlands durch das Londoner Abkommen und dessen wirt­schaftliche Auswirkungen auf das Gewerbe. An der Tagung nahmen über 600 Personen teil, darunter hervorragende Vertreter der staatlichen und städttschen Behörden, sowie des Handels und der Handwerkerkammern.

Der internationale Buchdruckerkongretz

Hamburg, 8. Sept. (WTB.) Heute vormittag ist im hiesigen Gewerkschaftshaus der 9. Internationale Duchdruckerkongreh er­öffnet worden. Es waren 30 Vertreter aus Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Holland, Island, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Norwegen, Oesterr-eich, Polen, Nrtmänien, Schweden, der Schweiz, der Tschechoslowakei und Ungarn erschienen. Eng- lischerseits war die Beschickung des Kon­gresses abgelehnt worden, weil die Ver­schmelzung der Jnternattvnalen Sekre­tariate nicht auf die Tagesordnung gesetzt wor­den war. Aus dem Bericht der Sekretariats­kommission für 19211923 geht hervor, daß die amerikanischen Organisattvnen ihren Beittitt solange ablehnen, wie der ameri­kanische Gewerkschaftsbund der Amsterdamer Internationale noch nicht angeschlossen ist. Von dem russischen Verband ist wiederum ein schriftliches Aufnahmegesuch einge­gangen.

Saarkinder als Gäste Berlins und Pommerns.

Berlin, 8. Sept. (WTB.) Auf dem Stet­tiner Bahnhvf sind am Mpndag-.rachmtttag 165 aus dem ©aargebiet stammende Kinder, die drei Monate lang als Gäste Pommerns im Kreise Xolberg, Köslin u'to. geweift hatten, eingctcoffen. Die Kinder, die sämtlich einen frischen und erholten Eindruck machten, sind auf dem Bah.ihof von den Mitgliedern des hiesigen, Saar­vereins, als dessen Gäste sie mehrere Tage hier weilen werden, begrüßt lvo-rden. Ramens des Vereins hielt der Verwaltungsdirektor Vo- ge l eine Dewillkommnungsansprache, in der er die Kinder er mahnte, die tn dem gastfreien Pom­mern und der Reichshauptsladt gewonnenen Ein­drücke in'ihren Herzen zu bewahren und dereinst bei ber Abstimmung 1 935 ihren Mann zu stellen, falls es wiEch zur Abstimmung kommen sollte. Unter Führung von Mitgliedern des Saarvereins und des Frauenausschusses be­gaben sich die Kirvder in Automobilen, die von der Schupo zur Verfügung gestellt wurden, in ihre Quartiere.

Tödlicher Absturz im Schwarzwald.

Bei einer Kletterpartie in der Feldseewand am Feld berg im Schwarzwald, stürzte derSohn des Freiburger Postdirektors Weher kurz vor Erreichung des Zieles ab. Er blieb auf der Ge­röllhalde oberhalb des Feldsees t o 11 ie gen. Das Seil, das ihn mit einem anderen Touristen ver­band, wurde bei dem Sturz durch gerissen. Rachdem der erste, vor einigen Wochen unternom­mene Versuch, die Feldseewand am Feldberg im Schwarzwald zu erklimmen, glücklich gelungen ist bat der gestrige Versuch bereits ein Menschenleben gefordert.

Wettervoraussage.

Abnehmende Bewölkung. Winde aus west­licher bis nördlicher Richtung.

Starke Ablühlung, langsam nachlassende Re­genfälle. Das gestern über Großbritannien la­gernde Tiefdruckgebiet ist in schnellem Zuge gegen Skandinavien begriffen. Wir liegen auf feiner

haben, mit denJKannetT.. Geminverre Höchst» grenze für die Familienzuschläge der den Märi« nern gleichgestellten Frauen und allgemein zur Vermeidung von Lieber schrettungen mit ber Lohnen. Die nunmehr festgesetzten Llnterslützungs- sähe find Höchsffätze. Aus D a r m st a d t wirk uns gemeldet: Arbeitsämter und Bürgermeiste­reien hatten sich geweigert, arbeitslosen Frauen die Erwerbslosenunter stütz ung auszuzahlen. Aus eine Vorstellung der ©auleitung Gießen des Deut­schen Lcchakarbetter-Derbandes hat das Hess Mi­nisterium für Arbeit und Wirtschaft eine Entschei­dung gefällt, die in ihren entscheidenden Sätzen wie folgt lautet:Grundsätzlich find wir der Auffas­sung, daß angeftrebt werden muß, die Erwerds- losenfürsorge zu einer Erwerbslosenveilicherung auszubauen. Folgerichtig kann bann die Unter- stühung nicht mehr von dem Rachwois der Be­dürftigkeit abhängig gemacht werden, sondern es muß bann der Rachweis des erworbenen An - spruchs genügen. (Daraus ist zu folgern, daß auch arbeitslos gewordenen Eheftauen die Er* werbslosenunterstützung zu zahlen ist.)

** Der Gießener Schwimmver- e i n beginnt morgen abend im Volksbad mit seinem Wintertraining. Näheres in der &ew- tigen Anzeige.

Bornotizen.

Tageskalender für Diens tag. Stadtthsater: 8 LlhrJvhannisfeuer". Lich'» spielhaus, Bahchofstraße:Ich hatt' einen Käme- raden". Hessische Bilderbuch e.Die Budden­brooks".

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 8. Sept. Die neuerrichte» ten zwei Schulsäle, die durch den Umbau des Dachstvckes ber Schule in der Lichten aaeo Straße gewonnen wurden, besichtigte am Sams­tag der Gemei nderat. Die gewonnenen Säle sind in jeder Beziehung einwandfrei und bieten in ihrem Hellen und freundlichen Aussehen ein anheimelndes Bild. Reben den zwei Schulsälsn wurde ein geräumiges Konferenzzimmer geschaffen. Durch Vergrößerung der Dampfhei­zungsanlage werden sämtliche Räume tn dem umfangreichen Bau mit Dampf geheizt. Die Besichtigung gab den anwesenden Gemeinderats- Mitgliedern Anlaß, Wünsche zu äußern, die hof­fentlich in nicht aUju ferner Zeit in Erfüllung geben. So ergab die Inaugenscheinnahme der Badeanlage, daß die eine Hälfte durch bat Einbau von Zellen leicht ber Allgemeinheit zugänglich gemacht werden kann. Der Wunsch nach einer Badegelegen heft ist schon oft geäußert worden, hoffentlich erhält der Plan nun bald feste Form. Ein weiteres Projekt, das bei dieser Gelegenheit erörtert wurde, ist die Errichtung einer Turnhalle, die zugleich als Krieger­gedächtnishalle»cht sein soll. Hieran krankt unsere Schule und die Allgemeinheit seit langen Jahren. Das zvr Verfügung stehende Gelände bietet die Möglichkeit, soviel freien Platz zu schaffen, daß dieser, in Verbindung mit einer großzügig erbauten Turnhalle, der geeignetste F e st p l a tz ift,~ den man sich denken kann. Weim man sich auch über die Schwierigketten der Ver­wirklichung dieser Zukunftsmusik völlig int klaren ist. so müssen doch unter allen Lim ständen Mittel und Wege gefunden werden, diese zwei Prvjette, die aufbauend im weitesten Sinne wirken, nicht nur schöne Pläne bleiben zu lassen, über die man begeistert spricht, sondern an deren Verwirklichung man auch mit frischem Wagemut herangeht!

I. jungen, 7. Sept. 3n der jüngsten Ge­rn e i n d e r a t s s i tz u n g wurde beschlossen, die Gemeindjagdpacht auf 80 Prozent von dem Durchschnittspachterlös der Jahre 1913 und 1914 festzusetzen. Ebenso wird die Pacht für die Teiche unL für die Fischerei in der unteren Horloff für das Rj. 1924 auf 80 Prozent des Pachterlöses von 1914 festgesetzt. Das Gesuch einer Anzahl Einwohner um Stundung der Gemeindesteuer urtb des Holzgeldes wird genehmigt. Der Beitrag für den Hess i- schen Fürsorgeverein für Krüppel in Darmstadt und den Tuberkulofenfonds des Kreises wird für 1924 bewilligt. Zur Deckung der ihm bei dem hiesigen Ziegenmarkt am 4. August 1924 entstandenen Kosten erhält der Kreisziegen - Zuchtverein Gießen einen weiteren Zuschuß.

Kreis Friedberg.

vw. Butzbach, 8. Sept. Am 26. Oktober indet, wie schon gemeldet, die W a h l der Stadtverordneten statt. Die Dürgermei- terei fordert auf, bis zum 16. September Wahl- Vorschläge einzureichen. Deshalb haben schon Der- chiedene Besprechungen, zu welchen entweder der Ortsgewerbeverein, bzw. einzelne Gemeinderäte oder auch Parteivorstände eingeladen haben, statt- gefunden. Es wurden aus der Bürgerschaft Stim­men laut, man möge bei der Wahl ohneRück- ichtnahrne auf die Parteizugehörig- k e i t auf solche Kandidaten sehen, von welchen man von vornherein wisse, daß ihnen das Wohl

Meine Schwi?ger wird keine Zeit haben."

Ja wenn rntt dir zu reden wär'. Hätt' dir auch gern meine Freude ausgesprochen, daß sich ber Stabskapttän und Bette gefunden. Wann werden sie Hochzeit halten?"

Weih nicht. Sieht nicht lhochzeitlrch aus in» Tvpperschrn Haus."

Also, Bruderherz, dann Adieu. Auf einen besseren Tag I

Adieu ... an den besseren Da« glaub' ich nimmer."

Sie haben sich ganz leicht ihre Hände berührt, und der Leichholzer ist alleine h'mausgeg<»ngen. Erst als er schon an der Haustür war, ist dem Alten Eingefallen: so läßt man einen, mit dem man dreißig Jahre Freund und Gevttter war, nicht aus dem Hause. Ist also nachgegangen: Wollt' dir doch das Geleit geben, hat dem Lasow höflich die Tür geöffnet und ihm auf den Wurstwagen geholfen. Lind wie er abftih; hat er noch einen langen, langen Blick auf die Pferde gehabt. Ein weniges flrapagiert, aber brauchbare Gäuler ja vom König--Dragvnerp(erbe.

Ter letzte Pserdeschwanz ist grab hinter der Ecke verschwunben und der Leichholzer unsichtbar, da kommen Christian und Bette, tun sich wichtig, Rieben den Vater in sein Zimmer, hoben einen großen Bogen Papier:Den hat die Majunte in ber Kiepe gehabt. So lesen Sie doch!"

Immer ist ber Gestrenge jetzt mißtrauisch ge­gen beschriebenes Papier, beickt <m Aovoktte i und Klagen, meint mürrisch.Was ist's denn?"

Muffen der Herr Vater schon selber lesen," sagt Beate, und er sieht doch, daß in ihren Augen bie Sreube fitzt. Holt also die Hornbrille vonoer Kossatenscheune, brummelt einiges und lieft:

Der deutsch-französische Handelsvertrag.

Vorbesprechungen mit drn Wirtschastsverbänden.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin 9. Sept. (Drahtmeldung.) Die B?- sprechungen ber Deichsregierung mit den Ver­tretern ber beutschen Wirtschaftsverbände über die Grundlagen ber deutsch-französischen Handelsver- tragsverhanblungen kommen in den nächsten Sagen zum Abschluß. Es ist eine Einigte»! erzielt worden über die Minbestforderun- 9 en, die DeutschLand dabei zu stellen hätte: beson­ders sollen die Interessen ber badischen In­dustrie berücksichtigt werden. In Frage kommt im großen und ganzen mehr ber Schuh ber beutfdjen Industrie gegen die fran­zösische Einfuhr-Konkurrenz, insbe­sondere was Luxuswaren anbetrifft, als die Förbenmg deutscher Ausfuhr nach F.nntteich. Letztere wird für absehbare Zeit vor­aussichtlich eine nennenswerte Rolle in ber deut­schen Gesinnt ausfuhr überhaupt nicht spielen können. Im Saufe ber Woche wird auch die Zusammensetzung ber deutschen Delega tion beschlossen werben, die sich in ber ersten Ottober» Hälfte nach Paris begibt, um dort bie Ver­handlungen zu führen. Von den beteiligten Mi­nistern wirb voraussichtlich feiner sich nach Pans begeben. In unterrichteten Kreisen wird im Zu­sammenhang damit noch besonders betont, baß von irgenbwelchen Sonderabmachungen zwischen beutschen unb französischen Wirtschafts- gruppen vorläufig nicht bie Rebe fein konnte.