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bahn an da- Deursche Reich mit der Sicherheit der wenigen Truppen in 5 int Lang zu bringen, die im Ruhrgebi-ü ^.ückgelassen und im Verhältnis der deutschen Za-Lungen zurückgezogen werden sollen.

Das amtliche WablergebuiS in Hessen-Nassau.

Kassel, 8. Mai. (Wolff.) Aach dem jetzt dollständig vorliegenden amtlichen Wahlergebnis der Reichstagswahl in Hessen-Aassau sind 15 Kandidaten als gewählt zu betrach­ten, die sich folgendermaßen verteilen: Deutsch­nationale Partei 3, Deutsche Volkspartei 2, Zen­trum 2, Demokratische Partei 1, Vereinigte Soz. Partei 5, Kommunistische Partei 1,Völkisch-sozialer Block L

Lohnverhandlungen in der Metallindustrie.

Essen, 8. Mai. (WTD.) Unter dem Vorsitz beS stellvertretenden Reichskommissars Schöbel trat nach dem Scheitern der Ginigunasverhand- lungen in der Metallindustrie Aordwest eine Schlichtungskammer zusammen, um eine Entscheidung über die von den Gewerkschaften ge­forderte Lohnerhöhung zu treffen. Sie kam xu folgendem Spruch: Angesichts der unüber» s ich tl ich e n Lage in der Metallindustrie Aordwest wird die Entscheidung über die An­träge der Gewerkschaften auf den 16. Mai ver­tagt. Die beiden Parteien erklären, für die zu­künftigen Verhandlungen sich vollständig freie Hand vorzubehalten.

Eine Tscheka in Mecklenburg«

Schwerin, 9. April. (Priv.-Tel.) Am i Dienstag wurde inAeu-Drandenburg eine I Zusammentunft von Mecklenburger Kommunisten durch die Kriminal- und Schutzpolizei aufge­hoben. Die Zusammenkunft hatte den Zweck, eine ^scheka einzurichten. Sechs Kommunisten wur­den verhaftet, darunter der Schweriner Land-

! tagSabtzeordnete Erich Schmidt, sowie der Haupttater an der Ermordung des Arbeiters Ionas aus Hagenvw. Einer der Verhafteten machte einen Fluchtversuch und wurde dabei durch einen Revolverschuh der Polizei verletzt.

Die deutsche Landwirtschaft in Chile.

Santiago d e Chile, 8. Mai. (HavaS.) Der chilenischen Regierung wurde der Vorschlag gemacht, das Angebot der deutschen Land­wirts chaft anzunehmen, die mit Maschinen nach Chile kommen will und den Boden in den südlichen Landesteilen in Bearbeitung nehmen will, um auch ihn urbar zu machen. Die Re­gierung soll bereit sein, auch andere Vorschläge zwecks Kolonisierung dieser Gebietsteile anzu- nehmen ,

Rücktritt Seltzers und Kahrs.

Mün che n, 8. Ma,. (Wolff.) Die in die Presse gedrungene Aachrrcht, daß die Staats- regierung an den Chef des Landespolizeiamtes regierung an den Chef des Landcspolizeiamtes, Poltzcioberst v. Seiber, mit der Aufforderung derangetrelen ist, von feinem Amt zurückzu­treten, entspricht den Tatsachen. Die Staats- regierung muh besonderen Wert darauf legen, daß die bayerische Landespolizei einen voll­kommen unpolitischen Charakter trägt und in ihren eigenen Reihen vor innerp olitischen Auseinande rsetz ungen und Gegensätzen bewahrt bleibt. Voraussetzung dafür ist, daß das Landes- Polizeiamt von einer Persönlichkeit geleitet roird, die n ich t selbst politisch um ft ritten ist. Diese Voraussetzung schien der Staatsregierung bei Seiber nicht mehr gegeben. Während §rs Ur­laubs, den Seiher in dielen Tagen antreten wird, wird die Führung der Geschäfte des Landes- volizejamtes vertretungsweise dem Chef des Lan- LespolizeikommandoS Aürndurg- Fürth, Polizei­oberst v. R e i ß^ übertragen. Von der bayeri­schen Staatsregierung soll auch an den Regie­rungspräsidenten ovn Oberbayern Dr. vo n Kahr «in Schreiben gerichtet worden sein, in welchem ihm nahegelegt wird, sein Rücktritts­gesuch cinzureichen. Das Ermittlunas- herfahren gegen Kahr, Lossow und Selber nehme seinen Fortgang.

Eine bürgerliche Koalition in Bayern.

München, 9. Mai. (Priv.-Tel.) Die Daye- rische Dolkspar tei ist bestrebt, eine Koa­lition aller in der Mitte stehenden Parteien mit Ausschluß der Völkischen, der Sozialdemokraten und der Kommunisten zu bilden. Eine solche Koalition würde über 74 Stimmen im Landtag gegenüber einer Opposition von 55 Stimmen verfügen. Als neuer Ministerpräsi­dent werde in Kreisen der Bayerischen Volks- Partei wieder Herr v. Knilling genannt

Die amerikanische« Prasideutschaftswahleu.

Pans, 8. Mar (Wolff.) Zu der Wahl­niederlage les Präfidentschuf.Skandidaten John­son in Kalifornien bemerkt derAeuyork He»

Die größte Dieselmaschine der Welt.

Don Richard Wald.

(Aachdruck verboten.)

Durch Aufsätze in der Zeitschrift deS Vereins deutscher Ingenieure von Professor Dr. 3ng. Aägel und Oberbautat Laudahn ist vor kurzem erst eine deutsche Großtat auf dem Gebiete des Dieselmotorenbaues bekannt ^er-orben, die nicht nur für die engeren Fachkreise, sondern auch, für die brate Dcffentlief):ett von grobem Interesse ist. Fast vierzehn Jahre lang wurde das Ge­heimnis gewahrt, das über der SntwicklungS- geschichLe der Nürnberger Grobölmaschine mg. Erst jetzt, nachdem die Maschine dem Vertrag von Versailles zum Opfer gefallen ist. kann deutscher Ingenleurtuchtigtett ein wohlverdteuter Denkstein gesetzt werden.

In der Mitte des Jahres 19)9 schlug das Aürnberger W rk der Maschinenfabrik Augsburg- Aürnberg (MAA) dem Reichsmarinsamt vor, die bisher von ihm entwickelten DiesA- maschinen für den Antrieb von Kriegs­schiffen aus^ubauen, da die bisherigen Er­fahrungen einen Erfolg in dieser Richtung zu versprechen schienen. DaS AeichSmaiiaeamt ging auf diesen Vorschlag ein, forderte jedoch die für die damalige Zeit geradezu phantastische Lei­stung von mindestens zweitausend Pferdestärken

rald", dieS fei das erste Mal in feiner ganzen politischen Karriere, daß Senator Ivhaison in feinem Heimatstaa.e geschlagen worden fd. Gleich­zeitig hätten die Wähler auch Mac Adoo nicht als demokratischen Kandidaten auffteflen wollen. Unter diesen llmständen sei die Wahl von Coolidge gesichert. Cs bleibe jetzt nur noch die Frage der Vizepräsidentschaft zu regeln. Aach der kategorischen Ablehnung von General Pershing und General Da we s sei die wich­tigste Kandidatur jetzt die von Aicholas Murray Butler von der Universität Columbia.

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Die serbische Krise.

Belgrad, 8. Mai. (Wolff.) InfolgedeS ver­weigerten Empfanges im Königspalais haben die Kroaten Belgrad verlassen und gleich­zeitig eine Proklamation an das kroatische Volk erlassen, in der wieder eine unversön- liche Haltung eingenommen wird. Die Re­gierung Peschitsch wird beschuldigt, daß sie einen bewaffneten Konflikt mit Bul­garien herbeiführen wolle, um sich die Macht zu erhalten. Das Regime des Ministerpräsidenten und seiner engeren Hingebung wird als schmachvoll bezeichnet. Die Proklamation wurde von der Po­lizei sofort konfisziert. Der König hat P a- schit sch mit der Bildung eines Arbeits­kabinetts betraut In dem am Aachmittag ab­gehaltenen Ministerrat, dem auch der Präsident der Skupschtina beiwohnte, ist jedoch beschlossen worden, das Mandat mit Rücksicht auf die in dem Demissionsgesuch aufgestellte Forderung der Auf­lösung des Parlaments nichtanzunehmen.

?rnommen. Zu Zwischenfällen ist es nicht gt* ommen. Demonstrierende Trupps Unentwegter, welche versuchten, gegen die Eingangstüren vor­zudringen, wurden durch die Polizei leicht und ohne Zwischenfälle vertrieben. Damit ist der ge- iat>e neun Wochen dauernde Streik beendet Es wird natürlich einige Zeit dauern, bis die ge­samte Produktion wieder in Gang kommt, da zuerst die Energie betriebe instand- zuerst die Energiebetriebe wieder in Stand

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 9. Mai 1924.

Gefälschte Goldauleihesiücke.Zurück­ziehung aus dem Verkehr.

WTB. In der letzten Zeit sind Fäls chu n - gen der als Zahlungsmittel verwendeten Stücke der Schahanweisungen des Deutschen R e i che s von 1923 (Goldanleihe), fällig am 2. September 1935, über 0,42 Mark Gold = Vio Dollar, 1,05 Mart Gold = i/4 Dollar, 2,10 Mark Gold = V2 Dollar, 4,20 Mart Gold = 1 Dollar, 8,40 Mark Gold = 2 Dollar und 21 Marl Gold = 5 Dollar beobachtet worden. Es erscheint da­her angezeigt, die Verwendung dieser Stücke als Zahlungsmittel auszu heben. Dir Kas­sen des Reichs werden die vorbezeichneten Ab­schnitte der Exldanlelh? nur noch bis zum 2 0 Mai 1924 in Zahlung nehmen. Um die Stücke aus dem Verkehr zu ziehen, wird

Der neue Roman

eines hervorragenden zeitgenössischen Schriftstellers wird in den nächsten Tagen in Fortsetzungen beginnen im

(Siebener Anzeiger

Der rumänische KönigSbesnch in Rom.

Bern, 8. Mai. (WB.) Der König von Ru­mänien reifte am Donnerstag vormittag in Be­gleitung des Bundespräsidenten Chu» ard, der DundrSräte Scheurer und Häber- slin, des rumänischen Außenministers Duca und vieler hOher rumänischer und schweizerischer M i - litärs nach dem Emmental, wo in den Bergen am Langnau in einer Höhe von 1200 Meier militärische Hebungen angesagt waren. Dichter Aebel und starkes Schneegestöber machten aber die Abhaltung derselben unmöglich Die Königin traf in Begleitung des Bundesrats Schultheß zu Mittag in Langnau ein, wo sie einige Käsereien und landwirtschaftliche Be­triebe besichtigte. Aach RücNohr des Königs fand in Langnau im HotelZum Löwen" ein Ban­kett statt. Am Aachmittag defilierten zwei In­fanteriebataillone vor dem König, worauf sich die Gäste nach Bern zurückbegaben.

Kleine politische Nachrichten.

Der Regierungspräsident von Merftburg hat der von der kommunistischen Partei aus Anlaß der am 11. Mai stattfindenden Weihe eines M o l t k e d e n k m a l s in Halle nach­träglich für denselben Tag ungesagten Mas­senversammlung unter fleiem Himmel dte Genehmigung versagt. Die Schutzpolizei hat An­weisung, jede nicht genehmigte Veranstaltung zu verhindern.

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Die Rheinlandkommission hat die Auswei­sungsbefehle gegen den Erbprinzen Her­mann z u Wied und den Verleg er der Aeu- wieder Zeitung, Qtruobec, zurückgenommen.

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Die Interalliierte Kommission hat im fran­zösisch besetzten Gebiet 200 Strafvollzüge auf­gehoben und 4300 Ausweisungsbefehle zu­rückgenommen. Ferner haben 2000 bemessene Aufenthaltsbewilligungen die Geneh­migung erhalten.

Der Generalgouverneur von Indochina, Merlin, ist in Begleitung deZ französischen Bot­schafters, der ihn in Kobe erwartete, nach To­kio abgereist.

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3n den Werken der Dadischen Anilin- und Soda- Fab rik Ludwigshasen wurde heute früh bte Arbeit programmävig wieder auf-

für jeden Zylinder. Sie MAA ging trotz der gewaltigen Schwierigkeiten an die Lösung dieser Aufgabe heran, was doppelt bemerkenswert ist, well man bis dahin bet Schiffsdieselmaschinen als Höchstleistung nur etwa neunhundert Pferle- hafte in sechs Zylindern zusammen erzeugt hatte. Gs wurde also der große Sprung von einer Zylinderleistung von etwa 150 auf 2000 Pfeiche­stärken gewagt. Für den endgültigen Ausbau waren sechs in Zweitakt arbeitende Zylinder ge­plant, was eine Gesamtleistung von 12 000 Pferde­kräften ergibt; zunächst baute man jedoch eine erweiterungsfähige Musch.ne mit drei Zyl nb:r i, um die Zeit und die Kosten für die Versuche möglichst herabzuschen.

Bei der Durchführung dieses Planes türmten sich Schwierigkeiten über Schwierigkeiten auf. Die Zylinder mutzten wegen der geringen Bau­höhe der Kriegsschiffe und wegen dec ganz ge­waltigen Beanspruchung nach völlig neuen Ge­sichtspunkten durchg bildet werden.

Die erste DersuchSaussührung war im Früh­jahr 1911 fertig; sie zeigte sich aber den An­forderungen durchaus nicht gewachsen. Auch die zweite und dritte Maschine mit ver­besserten Zylindern erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen nicht. Anfang 1912 ereignete sich bei rer dritten Ausführung ein schwerer Spülluftzerknall, der auf die Betriebs- öltankS Übergriff und das Holzumbaugrrüst ver­störte.

den Inhabern angeboten: a) die Einlösung zum Aennwert in Rentenmart oder anderen gesetzlichen Zahlungsmitteln, b) Umtausch In neue, unverzins­liche, auf 500, 1000 und 2000 Goldmark lautende Schatzanweisungen, die am 1. September 1924 oder am 1. Öuni 1925 fällig werden Die Antrag­steller können zwischen diesen beiden Arten von Schatzanweisungen wählen. Für die am 1. Sep­tember 1924 fälligen Schatzanweisungen wird ein Diskont von 8 Pvoz., für die am 1. Huni 1925 fälligen ein Diskont von 10 Proz. gerechnet und für die Zeit von der Hingabe der Doldanleihe- stücke bis zum Fälligkeitstermin der unverzins­lichen Schatzanweisungen bei Aushändigung der neuen Stücke vergütet. Sämtliche Reichsbankan- ftalten nehmen Goldanleihestücke zur Dareinlösung ober zum Umtausch in unverzinsliche Goldschatz­anweisungen entgegen. Die Annahme zur Ein­lösung wird mit dem 20. Mai geschlossen. Um» tauschanträge können bis auf weiteres auch nach dieser Frist noch gestellt werden. Bei dem Um- tauschantvag sind die Spitzenbeträge, die an dem Aennbetrag der Schatzanweisungen von 500, 1000 und 2000 Goldmaü fehlen, in bar zuzuzahlen. Die Einlösung in bar und die Aushändigung der unverzinslichen Schatzanweisung erfolgt möglichst bald, nachdem die Echtheit der ein­gelieferten Stücke durch die Aeichsschuldenver- waltung geprüft worden ist. Am 21. Mai sind die kleinen Stücke der Goldanleihe lediglich Wert­papiere, die börsenmäßig gehandelt werden.

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♦♦ Von der Landes-LlniversltSt. Ernannt wurde am 2. Mai der Privatdozent Dr. Karl Hummel aus Karlsruhe zum außerplan­mäßigen außerordentlichen Professor an der Lan­desuniversität Dietzen. Die erste feierliche Im­matrikulation findet morgen, SamStag, 12 llhr im Llniversitätsgebäude statt.

♦♦ Straßensperre. Das Polizeiamt weist darauf hin, daß die Ihering- und die Weih- erdstraße wegen Vornahme von Dauarbeiten für den öffentlichen Verkehr gesperrt sind und das Abladen von Schutt, Erde und dergleichen auf dem Straßenkörper der beiden Straßen ver­boten ist.

RDV. Keine Ausreisegebühren für Hebers ee reisende. Für alte Transatlantik­fahrt en wirb nach Bekanntgabe des Finanzmini­steriums eine Ausreisegebühr bei Erteilung des llnb.denklichkeitsrermeiks (der llnbedenklichkeits- brscheinigung) nicht erhoben. Als Transallantlk- fcchrten gelten alle Heberfcertifcn nach anderen Kontinenten mit Ausnahme der Reisen nach den Miltelnnerlandern und nach den Kanarischen In­seln. Die Finanzämter sind angewiesen, in solchen

Trotz dieses schweren Rückschlages gab man den Plan nicht auf. Dis Versuche wurden jedoch zunächst nur mit einem Zylinder fortgesetzt, der im Laufe der Zeit fünf verschiedene Entwicklungs­stufen durchmachte. Im Februar 1914 war eine Sechszylindermaschine nach der vierten Ausfüh- rungsform fertiggestellt, aber auch die.e bewährte sich nicht.

Alle diese Mißerfolge vermochten jedoch die zielbewuhte Spannkraft der Erbauer nicht zu brechen, obgleich der Krieg dte Arbeitsbedingun­gen sehr erschwerte. Der fünfte Dersuchszhlinder wurde weiter ausgeprobt und in verschiedenen Teilen verbessert. Endlich war man so weit, daß man nach ihm eine neue Ginzylindermaschine Her­stellen und sie gründlichen Versuchen unter­werfen konnte, die zur vollen Zufriedenheit aus­fielen. l

Run ging man nochmals an den Auf­bau der Sechszylindermaschine heran; sie wurde im Anfang des IahreS 1917 be­triebsfähig. Auch hierbei waren noch weitere Verbesserungen an den Zylindern vorgenommen worden. Zwei Monate lang unterwarf man die Riesenmaschine dann eingehenden Erprobungen, und zum Schluß wurde sie unter besonders schwe­ren Bedingungen fünf Tags lang ununterbrochen im Betrieb gehalten. Während der ganzen Prü­fungszeit machte die Maschine über zwei Millio­nen Umdrehungen. So schwer auch dte Abnahme­

bedingungen des Reichsmarineamts waren, die Aürnberger Großölmaschine erfüllte die in sie gesetzten Hoffnungen vollauf, und die fast acht­jährige Ingenieurtätigkeit war endlich von einem vollen Erfolge gefrönt. Die aus der Maschine herausgeholte Autzleislung betrug etwas über 12 000 Pferbekräfte; sie konnte nicht weiter ge­steigert w.rden, da die vorhandenen Dremseinrich- tungen nicht mehr zum Abbremsen solcher Riesen­kräfte genügten und auch die zur Verfügung ste­hende Kühlwassermenge nicht ausreichte. Aus die­sen Gründen wurden noch weitergehende Versuche mit der letzten Einzylindermaschine angestellt; man erreichte dabei ohne irgendwelche Störungen 3218 Pferdekräfte bei 145 Umläufen In der Minute, eine Leistung, die auch heute noch unüber­troffen ist.

Ein Einbau in ein Kriegsschiff war leider weder im Kriege, tote auch nachher aus nahe­liegenden Gründen unmöglich. Der Versailler Vertrag ließ keine anderweitige Verwendung zu, und so mußte das Meisterwerk, dessen mühevolle Durchbildung von so großen Hoffnungen getragen war, zerschlagen werden, um auf dem Schrott- Haufen ein klägliches Ende zu finden. Die ge­wonnenen reichen Erfahrungen aber sind nicht verloren, und den Geist, in dem dte Maschine geschaffen wurde, kann uns kein Friedensoertcag rauben.

Fällen ben steuerlichen LlnbedenklichreitSvermnL ohne Ausreisegebühr zu erteilen, wenn der Rei­sende durch Vorlegung der Fahrkarte ober einer Bescheinigung der Schiffahrtsgesellschaft Nach­weisen kann, daß er eine Lieberseereise antritij. Somit sind also sämtliche Reisende, gleichgültig ob Auswanderer ober nicht, die sich 'nach Amerika usw. begeben, von der Ausreisegebühr befreit

** Adolf Goebel in Brooklyn f. Der Lod Adolf Goebels, der vor kurzem auch von uns aus Brooklyn (Amerika) gemeldet wurde, bedeutet für viele einen sehr schweren Verlust. Herr Goebel, von Geburt Hesse (aus Groß-Gerau), war in seiner Jugend nach Amerika ausgewandert und hatte es dort durch Fleiß und Tatkraft zu Ansehen und Wohl­stand gebracht. Weit bekannt war in Amerika sein warmes Herz und seine stete Hilfsbereit- schäft für alle Bedrängten. Aber auch seine alte Heimat hat er nicht vergessen. In den letz­ten Jahren schwerer Aot hat er an vielen Or­ten durch große Spenden lindernd eingegriffew So hat auch die Gießener Stubenten- hilfe in reichem Maße Beweise seiner war. men Anteilnahme an der Notlage des bei wei­tem größten Teils unserer Studenten erhalten. In dankbarer Anerkennung dieser Hilfe hat der Senat der Landesuniversität den Verstor­benen im vergangenen Jahre zmnHhrensena- tor gewählt. Dozenten und Studenten betrau­ern nun tief das Hinscheiden dieses treugesinn­ten, warmherzigen Landsmanns.

** Dom Dolksbund Deuts che KrlegSgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, toirb uns geschrieben: Zum 6. Male tritt der Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. D. in diesem Jahre zu einer Vertretertagung in Hamburg zusammen. Er eröffnet seine Ta­gung mit einer großen Gedenkfeier in der Michaeliskirche. Sämtliche Reichs- und Bundes­staatlichen Zentralbehörden sind zur Teilnahme an der Tagung ausgefordert worden. Die Tagung ist um so bedeutsamer, als für den Schutz und die Instandhaltung der Kriegerfriedhöfe neue Richtlinien ausgestellt werden sollen, die eine ersprießliche, praktische Arbeit des Volksbundes erfordern. Ins Ausland gesandte Vertreter wer­den darüber berichten, in welchem Zustande sie dte Kriegerfriedhöfe im Osten und Westen vor­gefunden haben. Der Dolksbund hat in zähem Durchhalten die schwere Zeit der Geldentwertung überstanden und ist in erfreulichem Aufblühen begriffen. I

* Die Photographie tm Dlenste derHelmatkunde. Das Institut für wissen­schaftliche und angewandte Photographie der Tech­nischen Hochschule in Darmstadt veranstaltet bi nächster Zeit Ausflüge nach. Steinhelm am Wala, Kloster Lorch, Wimpfen, Wetzlar, Höchst L O., Wildenburg bei Amorbach, Rügen, Braun­schweig, Hildesheim, Goslar, Bamberg usw. Die bei den photographischen Fahrten erzielten Auf­nahmen werden für die Zwecke der Heimatkunde und der Denkmalpflege zur Derfügung gestellt.

X Eine Pfarrverelnszusammen- t u n f t int Hotel Viktoria, die aus allen Teilen der Provinz start besucht war, unter stellvertre­tender Leitung von Dekan Gußmann»Kirch« berg, behandelte auf Grund eines Referats ovn Pfarrer Hoffmann- Maulbach Klagen und Wünsche betr. Verpachtung der Pfarrgrundstücke. AlS Ergebnis der lebhaften Aussprache wurden verschiedene Wege zur Abhilfe der hier vielfach herrschenden Liebelstände gezeigt, die die Haupt­versammlung in Darmstadt noch weiter beschäf­tigen werden. |

H.Werden de Reife" war das Thema des zweitletzten Abends von Prof. Wu cker- tnann. Die Erhaltung der Gesamtharmonte deS Heranwachsenden menschlichen Körpers kann nicht besser geschehen als durch möglichst lange Er­haltung der kindlichen Aatur im Menschen. Be­sondere Aufmerksamkeit ist dem Aervensystem und dem System der inneren Sekretion des KindeS zu widmen. Das System der inneren Sekretion besteht aus Drüsen, die ihre Stoffe unmittelbar in den Blutkreislauf ergießen. Sie sind die che­mischen Boten des Körpers, die fremde Ein­brüche ausgleichen. Diese beiden Systeme sind aufs Engste verknüpft mit den Geschlechtsmerk­malen. Verfällt das Kind in die stumme Ge­wohnheitssünde, so leiden beide Systeme außer­ordentlich. Das Kind toirb teilnahm- und willen­los. Die einzige Heilmethode besieht in der geisti­gen Ablenkung des Kindes. Die Erziehung deS Kindes ist auf absoluter Wahrheit aufzubauen. Alles, tooS das Kind über sein eigenes Ent­stehen oder über sein Verhältnis zu Vater und Mutter zu wissen wünscht, sollen ihm dte Eltern erzählen; dazu sind sie da. Wenn man dem Kinde die Wahrheit verschließt, sucht es seinen Wissensdrang durch Kameraden und Lektüre nicht immer vornehmster Art zu befriedigen und wird den Eltern entfremdet. Schweigen soll man einem Kinde gegenüber mir von der geschlechtlichen Lust. Ganz falsch ist die gleichmäßige Erziehung von Knaben und Mädchen. Der Knabe soll Vater

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