Einzelbild herunterladen

ei

boll

»dd«WZ menaufnoj, o hnb eine ft 3m w Avvelle 'Wen. ^völkischen uerung" «azelheft erschienen, Ädmet isl selbst das «Holem«, n Ziele and $ Hch auch Ti^eleitet Armin t»n blkische De- die tiefste '«ginn einer t, dic toieber Gleichzeitig ibare MM erbindet. - Gilbert Otto ili Finder tzn", tooijr yrma,Ae bchandcll it ö. Züsch.

xLvgu7£i|2r unter dem n Schranken Weiter na­scht in dem hlands De- )m höchsten ! sagen lässt.

«tlert, !N. $t hechelt der *n9 eintritt. 3 ein 2laf.

hStacuj, Uber seine man viel 'chenkraft-

derholt.)

I M .a^rtet le erfahren r den 3u* i Kvnse- ald habe ZuficherM ung des , N7.MN die seien unb lineare für int rechnen h Pvmcarö boten habe, L, im Falle irafmahnah'

er Premier > gestern im 3i Aachen Fest stel' lsteruud unmög'

en.

ter Pnvinz ,olera in Wesfälle che 1000. m ersten M' mmtnoch

Saar tinheitu"4 win*}**2 durch litHnfaeb

A

m. M

Erscheint täglich, anher Sonn» und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: ®ie(-cncr5amilienblälter

Monatr-bezuxrpreir:

2 Goldmark u. 20 Go!d- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Lchristleitung 112; für Verlag und

Geschäftsstelle 51.

Anschrift für Drahtnach­richten: AineigerSiehe».

Postscheckkonto:

Frankfurt a. M. 11688.

Stettag, oe nrat <92|

Vrvck vnd Verla-: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch. und Steindruckerei R. Lanqe in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze Z.

Annahme von Anzeigen für die Tageenummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit, Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» Klame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, kplatzoorfchrift 20°/ Auf. schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen 2eil: Ernst Blumschein; für de« Anzeigenteil: Hans BeL, sämtlich in Gießen.

Erstes Blatt 174. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Recklinghausen, 9. Mar. (WTD.) Wie wir hören, werden heute um 8 Ahr vor­mittag in der DergwerkSdirektion Reckling­hausen, unter deren Verwaltung die staat­lichen Zechen im nördlichen Gebiet des DuhrkohleubergbauS strhen, die Verhand­lungen zwischen den Arbeitgebern und Ar­beitnehmern ausgenommen, um die Möglichkeit einer Lösung des Konflikts zu erörtern. Die (syndikalistfsHr) Hand-und Kopfarbei- ter-LInion hat für den 11. Mai nach Dochum eine Deichskonferenz seiner Or­ganisationen eiuberufen, um die Lage im Ruhrgebiet zu erörtern. Auch Vertreter deS Auslandes werden daran teilnehmen. Die Vergarbeiterverbande sind bei den S t ä d t e n und Gemeindeverwaltungen vorstellig gewor­den, um eine Anterstützungfürdie ar- öeitSlosenDergarbeiter zu erreichen. Die Städte werden gebeten, der allgemeinen Rot durch Ausgabe von Lebensmitteln zu steuern. Wie wir Horen, soll heute eine Zu­sammenkunft der Oberbürgermeister des In­dustriegebietes stattfinden, um dis Wege hier­für zu erörtern.

Die mecklenburgische Regierungskrise.

^Schwerin, 8. Oltoi. (Wolff.) In der Dach. Mittagssitzung des Landtages gab Freiherr von Brandenstein die Erklärung ab, daß er ge- willt sei, das Amt des Ministerpräsiden- 1 e n erneut zu Übernehmen. Deinem Beispiel folgten die beiden anderen wiedergswählten Mi­nister Stammer und von Oerhen. Un­mittelbar darauf brachte der K 0 m m u n i st Wen- zel ein neues Mißtrauensvotum gegen die Regierung ein. Die Deutschvölkischen erklärten, sie würden dieses Mißtrauensvotum Unterstützen, während die Rechtsparteien von Drcmdenstein unbedingte Unterstützung zusagten. Auf Antrag der Deutschvölkischen trat eine Unter- boechung der Verhandlungen ein.

Der Kampf um die Arbeitszeit.

Die Aussperrung im Ruhrrevier. - Dölliger Stillstand der Kohlen­zechen. - Beginn von Verhandlungen.

Der deutsch-russische Konflikt.

Die Befreiung des gefangenen Kommunisten Dvhenhard durch politischeGenossen" im Gebäude der russischen Handelsvertretung zu Berlin und das Eingreifen der preußischen Po-- lizei hat zu einem heftigen diplomatischen Konflikt geführt, der aber vielleicht schon in den nächsten Tagen allseitig als ein reinigendes Ge­witter begrüßt werden wird. Zunächst sieht ja die Lage reckst trüb, fast drohend aus. Rußland hat seine Beteiligung an der Kölner Messe ab­gesagt. Alle für Deutschland bestimmten rassi­schen Warentransporte werden an der Grenze, d. b noch in Rußland angehalten und nach England geleitet. Die russischen Regierungsver- treler verlassen buchstäblichim Fluge" Berlin und der Volkskommissar Litwinow in Mos-

ist zu berücksichtigen, daß Hausstands - und Kindergeld zu diesen Löhnen noch hinzu- tveten, während sie in den Friedenssätzen schon enthalten waren.

Die Vertreter des ZecheuverbandeS erklärten sich mit der durch den Reichsarbeitsmtnister in Hamm getroffenen Regelung einverstanden, wiesen aber darauf hm, daß die Betriebe durch ihre wirtschaftliche Notlage genötigt seien, die Arbeiter zu entlassen, die sich nach der Der- bindlrchkeitserklärung des Schiedsspruchs etwa weigern würden, eine Arbeitszeit von 8 bzw.

10 Stunden zu leisten.

Die Vertreter der Gewerkschaften erklärten daß sie die in Hamm getrof e.ie Regelung, ebenso wie es bisher mit den Sch:e>sfprüchen geschehen sei, der Aevierkonferenz ihrer Vertrauensleute unterbreiten müßten, vor deren Entschließung sie keine Stellung nehmen könnten. Der Rerchsarbeits- Minister hat daraufhin beide Tetle telegraphrich dringend gebeten, alles zu tun, um die Durch­führung der in Hamm vorgesehenen Regelung ohne Reibungen zu ermöglichen. Er wies die Ge­werkschaften auf die Notwendigkeit hin, ihre Mitglieder über die durch die Verbrndlrchkeits- ei-llärung geschaffene Rechtslage schleunigst zu unterrichten, und bat den Zechenverband, die Bemühungen der Gewerkschaften nicht durch vor­zeitige Kampfmaßnah.nen zu e schweren. Daß die Revierkonferenzen die in Hamm getroffene Rege­lung ab gelehnt haben, und daß die Berg­arbeiter sich weigerten, die in dem Schiedsspruch festgesetzte Arbeitszeit zu leisten, und daß die B.triebe zu Entlassungen geschritten sind, wurde der Oefsentlichkeit bereits bekannt. Diese Darstellung stellt lediglich die Tatsachen neben­einander und enthält sich jeder Begründung dec einzelnen Maßnahmen. Es darf erwartet werden, daß die beiden streitenden Teile rn ihrem eigenen wie im Interesse des Gesamtwohls bald einen Weg zum Frieden finden werden, den zu »bnen die berufenen amtlichen Stellen nach wi> vor bereit sind. >

Die Lage im Nuhrrevier.

Essen, 8. Mat. (WTD.) Von der Ge­samtbelegschaft der Morcenschicht deS Ruhr» bezirks find heute 92,35 Prozent von der Ar­beit ferngeblieben, abgefahren sind 7,65 Prozent. Von den Angrfahrenen sind 31,71 Prozent vorzeitig ausgefahren. Auf verschiedenen Zechen erklärten sich zahlreiche Belegschaftsmitglieder bereit, die Arbeit w i e- der aufzunehmen, auf den Thyssrnschsn Zechen allein über 1000 Mann.

Auf der bestreikten Zechs Radbod bei Hamm, von der die § e r n g a S v e r s 0 r g ung der Städte Hamm und Münster abhängt, wurde auf Verlangen der Stadtverwaltung dieser beiden Orte gestern abend mit Geneh­migung des Regierungspräsidenten die Tech- n i s ch e N 0 t h i l f e zur Gasabgabe an Hamm und Münster in der Kokerei der Zeche Radbod eingesetzt.

Dos Bild zeigt heute keine wesentliche Der- änberung gegen gestern. Don den Ruhrzechen liegen auch heute etwa 90 Prozent still. Der Reichsarbeitsminister hat auf Ersuchen des Deutschen Gewerkschastsbundes die Ge­werkschaftsführer zu heute nachmittag zu einer informativen Aussprache ins Reichs- arbLitsministerium geladen. Der Einladung sind die Christlichen und Hirfch-Duncker- schen Gewerkschaften gefolgt. Ob die Vor­besprechung den Anfang zur Aufnahme von Der- h^ndlungen bildet, steht zur Stunde noch nicht fest. Mit den Arbeitgebern wurde noch nicht Fühlung genommen. Lieber

die Kosten deS Kampfes

teilt dieVoffifche Zeitung" mit, daß von indu­strieller Seite der Verlust für den Bergbau auf täglich 8 bis 9 Millionen Goldmark geschaht wird. Dazu komme die außerordentliche K a p i t a l n 01, die den Bergwerken die Durchhaltung des Kamp­fes erschwere. Andererseits seien obst auch die Der gar bei ter lassen recht spärlich gefüllt. Die großen Gewerkschaften seien nicht in der Lage, einen langen Arbeitskampf zu finan­zieren. Es liege also im Interesse beider Par­teien, möglichst schnell zu einem Ausgleich zu gelangen.

Verhandlungen im sächsischen Revier.

Dresden, 9. Mai. (Pr.°Tel) Heute nach­mittag sollen in Zwickau Verhandlungen zur Bei­legung des Konfliktes im sächsischem Steinkohlen­bergbau beginnen. Man rechnet mit einer bal­digen Beendigung deZ Kampfes.

Auf einer von allen am Bergbau beteiligten gewerkschaftlichen Organisationen beschickten Funktionär Versammlung, die sich mit der Frage dec Mehrarbeitszcit im Braunkohlen-, Erz- und Kalibergbau beschäftigte, wurde ein­stimmig beschlossen, die Entscheidung über den Schiedsspruch zur M.hrarbeitszeit der demnächst cinzuberufenden Konferenz der Ver­trauensleute dec gewerkschaftlichen Organi­sationen zu unterbreiten.

Zu dem Streit Im Ruhrbergbau wird ans von unterrichteter Seite mi g teilt: Die AcbeitSverhältnisie im Ruhrbergbau waren bis zum 1. Mai 1924 wie folgt geregelt: Auf Grund von Vereinbarungen und Schiedssprüchen leisteten die Bergarbeiter seit dem 1. Januar 1924 im Anschluß an ihre regelmäßigen Schichten eine Mehrarbeit derart, Laß die Gefamtschcht- dauer unter Lage 8 Stunden and über Tage in der Regel 10 Stunden betrug. In Betrieben, mit durchgehender Arbeit wurde mit zwei Schich­ten gearbeitet. In Betrieben über Tage, in wel­chen vor dem Kriege weniger als 10 Standen gearbeitet wurde, verblieb es bei dieser kür­zeren Arbeitszeit. All das galt bis zum 30. April 1924. Die tariflichen Durchschnitts­löhne waren bis zu Beginn des Jahres 1924 einschließlich der für die Mehrarbeit zu leistenden Zuschläge auf 5,40 Mk. für die Dauer and für die obersten Schichtlöhe, wie z. B. für die Hand­werker auf 4,70 Mk. festgesetzt.. Diese Cctn? bli b n unter dem Druck der dem Ruh.bergbaa aufer­legten Lasten und der dadurch bedingten außer- ordentlichen Steigerung der Selbstkosten allerdings hinter den Friedenslöhnen der Ruhrbergarbeiterzurück. Mit der Fort­dauer dieses Zustandes wurde die Lage im Ruhr­gebiet für die Bergarbeiter von Tag zu Tag schwieriger. In der ersten Hälfte des April letzte deshalb ein unter dem Vorsitz des Schlichters Mehl ich gefällter Schiedsspraich eine löproz. Lohnerhöhung mit Wirkung vorn 15. Apr l ab fest. Der Zechenverband l:h ite die en Schieds­spruch ab, weil er die Datierung der Lvhicrhö- huug schon ab 15. April für unerfüllbar Helt: die Gewerkschaften nahmen dagegen den Schiedsspruch an und beantragten seine Verbind- lichkeitserllärung.

Nach ergebnislosen Einigvngsversnchrn sah sich der Schlichter ebenfalls genötigt, einen Schiedsspruch über die Arbeitszeit zu fallen. Darnach sollte die Arbeitszeit unter Tage bis zum 1. November wie bisher 8 Stunden be­tragen und auch über Torge sollte bis zu diesem Tage die Mehrarbeit fortgesetzt werden, ledig­lich für besonders schwierige Arbeitsverhält- nissr sollten schon nach dem 1. Juli an Stelle der 12stündigen nur 8stündige Schichten treten. Diesen Schiedsspruch lehnten die Zechen ab, weil sie die Wiedereinführung der Achtstunden- schicht nach dem 1. Juli für undurchführbar hielten, and die Gewerkschaften in erster Linie deswegen, weil der Schiedsspruch die Fort­dauer des Manteltarifvertrages für die Zeit der Mehrarbeit nicht sichere, weil er für die Mehrarbeit keine besondere Bezah­lung vorsehe und weil sie über eine illoyale Anwendung der bestehenden Arb.iisverträge (Llr- laub, Deputatkohle u. a.) durch die Arbeitgeber klagten. Somit beftanD am 1. Mai Streit über die L-chie und die Arbeitszeit im Ruhrbergbau. * ^Reichsarbeitsminrsterium vers ic t : Die Parteien im Derhand-lungswegr zu einigen. Da aber ein Ergeb iis nicht zu erreichen war, griff der Reichsarbeitsminister persönlich in die Verhandlungen in Hamm am 3. Mai ein. Mit Den Vertretern des Zechen Verbandes und der Gewerkschaften war über die vielen und weit- gehenden Streitpunkte keine sofortige Verstän­digung zu erzielen. Der Reichsarbeitsminister sprach darauf die Derbindlichkeitserklä- y.d n S ^.S11-5er Lohns rage gefällten Schieds­spruches mit Wirkung ab 1. Mai und des Sch eds- lp-uches über die Arbeitszeit mit Wirkung bis Mai aus. Auf Grund dieser Verbind llchreitSerklarung ist der Dau-r-Ducchchnicksl'h i

nS QUJ Wart und der Handwerk- schtch.lohn auf 5,40 Mark erhöht worden. Diese Beträge bleiben hinter denen der Friedenszeit um etwa 8 Prozent, also um etwa f d viel toic die gegenwärtige Arbeitslei­stung hinter der Friedensleistung zurück. Dabei

Sine Iusammenkunst der Premiers.

Paris, 9. Mai. (WTD.) DerQHattn* glaubt mitteilen zu können, daß Macdonald den Wunsch geäußert habe, mit Pi» ncartz bald persön­lich zu verhandeln. Die Zusammenkunft werde wahrscheinlich im Lause des Mai stattftnden. Am 16. Juni empfange man in Paris den Ras T h a f f a r i, den Regenten von Aethiopien und am 25. Mai den König von Serbien. Zwischen diesen beiden Besuchen werde wahr­scheinlich die Zusammenkunft stattfinden. Der Matin" fügt dem hinzu, sie sei wünschenswert, denn man habe keine Zeit zu verlieren, um der deutschen Reaktion zu beweisen, daß keine Macht sie in ihrer Politik des Widerstandes gegen den Friedensvertrag ermutigen werde. Der Matin" geht sogar so weit, hinzuzusehen, daß nur Deutschland Reserven gemacht habe, gerade als ob nicht die öffentlichen Reden Poincarös über das Sachverständigenprogramm und die amllichen Mitteilungen bekannt wären. DerQllatin" treibt seine Verdächtigungen sogar soweit, daß er das neue Sinken des sentlicher Faktor die Lage In Deutschlands rationsfrage. Er schreibt,

bei dem Herannahen der franzoffchen Wahlen sei eine neue Offensive gegen den Franken un­ternommen

worden. Die Haltung der Alliierten und Ameri­kas werde gewäh geeignet fein, diese Versuche zu entmutigen. Die offiziösen Blätter der fraw zösischen Regierung sind jedoch offenbar nicht einig. Der .Petit Parisi en" hält es für wenig wahrscheinlich, daß die Zusammenkunft zwischen Pcincare und Macdonald vor Mitte Juni stattfinden werde, denn anscheinend wür­den die belgischen Minister nach ihrer Zusammenkunft mit Mussolini wiederum eine Unterredung mit Poincare haben. Es sei übrigens auch gar keine Veranlassung vorhanden, die Sache zu überstürzen. Das britische Schatzamt beschäf­tige sich im Augenblick damit, für die franzö- ftfchr Regierung ein Memorandum auszu­arbeiten und den Standpunkt des englischen Ka­binetts zum Sachverständigenbericht klarzulegen. Es wäre also von Interesse, dieses Dokument abzuwarten und es in Paris im einzelnen zu studieren, bevor die beiden Staatsmänner ihr» Meinungen austauschten. Außerdem sei ein we- rungspräsidenten von Oberbayern Dr. von Die neue Regierung trete erst am 22. Mai zu­sammen. Bevor man nicht die Tendenz der neuen Regierung und des neuen Reichstages kenne, könne man nur akademische Diskussionen ohne praktische Bedeutung unternehmen.

Ein Brief Macdonalds.

London, 8. Mai. (WTD.) Sin Schreibe«, das Macdonald durch Vermüllung der englischen Botschaft in Paris an Poincars gesandt hat, unterrichtet den französischen Ministerpräsidenten über die Vorgänge in Chcquers am Ende der vergangenen Woche, als der britische Premier­minister Besprechungen mit Theunis und Hy­mans hatte. Das nur kurze Schreiben, das sehr freundlich gehalten sein soll, gibt der Ansicht Ausdruck, daß die Besprechungen von Chequers dazu beitragen werden, die Lust zu Hären da­durch, daß sie zu einem genauen Verständ­nis der gegenseitigen Standpunkte beitragen. Macdonald hat seine Genugtuung dar­über ausgesprochen, auf diese Weise so eingchenb

über die Interessen der beteiligten Parteien unterrichtet

worden zu sein. Man glaubt hier allgemein, daß der Besuch der belgischen Staatsmänner in Paris und London und die außerordentlich freund­schaftliche und zwanglose Art und Weise, in welcher der Meinungsaustausch unter den Alliierten geführt wurde, die Reparations­frage, soweit die Alliierten in Betracht kommen, auf eine außergewöhnlich günstige und Erfolg versprechende Grundlage gebracht hätten. Die Erwägungen bezüglich Der Zukunft richten sich jetzt hauptsächlich auf Deutschland In London gibt man sich weiter der Hoffnung hin, daß die deutschen Parteien die Verantwort­lichkeit voll schätzen werden, die daraus auf sie fallen würde, wenn sie die günstige Gelegen­heit nicht benützten, die der Sachverständigen­bericht ihnen und Europa biete, sich aus dem wirtschaftlichen und politischen Chaos der ver­gangenen Jahre zu retten.

Das Sicherheitsproblem unb die rheinischen Bahnen.

London, 8. Mai. (Wolff.) Der gut unter­richtete Berichterstatter derTimes" meldet, ge­stern nachmittag habe in der belgischen Hauptstadt ein Meinungsaustausch im Hin­blick auf die Möglichkeit der Räumung des Ruhrgebiets ftattgefu.rben. Wie verlaute, habe General Deg ou t te die Gefahr betont, die in der völligen Aufgabe der Lei­tung der Ruhreisenbahnen läce. so­lange Truppen im Ruh-gebiet verblieben " Sci.:er Ansicht nach teilte eine Anzahl französischer Eiscn- bahaangestellter zurückbehalten werden, um den Dienst der notwendigen Linien sucherzustellen, solange an gewisen Punkten 2; r u e n, wenn auch nur in der Form einer unsichtbaren Besetzung zurucktzelassen wurden. Degoutte sei der Ansicht, daß die fran- zosüchen Truppen nicht eine n eventuel.en Hand­streich von den Eisenbah.rarbeitern auf Gnade ober Angnade überlassen werden könnten Er. habe einen Plan unterbreitet, der den Zweck verfolge. Die Rückerstattung der Eise - -

kau erklärt abwechselnd der Rosta und dem Reuterbureau, daß die deutsche Regierung sich ganz unglaublich benommen habe.

Was hat die deutsche Regierung getan? Sie bat das Vorgehen d.r Polizei gebllligt. Ein ent­sprungener Häftling wird verfolgt. 3n dem Riesengebäude der russischen Handelsvertretung in der Lindenstrahe, wohin er seine Wärter auf Der Durchreise durch Berlin gelockt hatte, wußte er -u entschlüpfen. Die Russen ,waren jafeine Leute". Sie halfen ihm. Die Polizei beseht die Bureaus und durchsucht die verdächtigen Räume. Dabei fällt ihr ein glücklicher Zufall, nicht vorherige Absicht ein erheb­liches belastendes Material in die Hände, aus Dem die politische Betätigung di'ser russi­schen Behörde xur Hnterftütjang des deutschen Kommunismus klar hervorgeht. Unter anderem fand man gewaltige Mengen von Flugblättern, in Denen die deutsche Schutzpolizei aufgeterDe11 wird, sich Der kommunistischen Bewegung anzu chließenl

Man fand noch manches andere mehr, und darob natürlich größte Entrüstung im sowjet- russischen Lager. Was denn die deutsche Polizei in einem exterritorialen Gebäude, also sozusagen auf russ.schein Boden zu suchen hätte? Das sei Verletzung des Abkommens vom 6. Mai 1921 und des Rapallovertrages. Das Berliner Auswärtige Amt hätte unbedingt den polizei­lichen ileberfall verhindern müssen. So die Russen. Von deutschamtlicher Seite ist Dagegen bereits folgendes festgestellt: Die russische Han­delsvertretung, die in der Lindenstrahe ihren Sitz hat und nicht zu verwechseln ist mit der russischen Botschaft Unter Den Linden, war früher, als nach Dem Kriege Die Anbahnung begann, allerdings mit diplomatischen Funktionen ausgestattet. Aber gerade seit Dem Vertrag von Rapallo und seit der Ernennung von Botschaf­tern ist die russische Handelsvertretung zwar noch ein Regierungsamt, aber keine diplomatische Behörde mehr. Exterritorialer Charakter ist ihr niemals zugebilligt worden. Vor ungefähr IV, Jahren sanden darüber eingehende Verhand­lungen zwischen der deutschen und der russischen Regierung statt. Berlin lehnte die Forderungen Moskaus ausdrücklich ab. Das Berliner Aus­wärtige Amt erklärte sich lediglich bereit, bei etwaigen Maßnahmen gegen die Handelsvertre­tungen Die russische Botschaft sofort in Kenntnis au setzen. Dassofort" war bei der jetzigen Ge­legenheit nicht möglich, weil die Polizei einen ent­wischten F üchtling verfolgte. Hätte sie vorher noch lange ungefragt, bitte sie sich lächerlich gemacht. Sie muhte handeln und sie ist durchaus korrekt verfahren. Dies Die Rechtslage.

.Herr Litwinow hat Die Rechtsfrage mit polillschen Verdächtigung:n vermengt. Er hat be­hauptet, Die deutsche Regierung habe durch ab- sichlliche Störung des deutsch-russckchen Verhält- msses Herrn Poincarä eine Kuhhand zu­werfen wollen. Welcher Unfinnl Ferner habe sie Die bcrje.tigen englisch-rusft chen Verhandlungen flöten und Ramsay Macdonald kopfscheu machen wollen. Run, die deutsche Diplomatie war nie so intrigant wie die russische. Die Russen setzen ihr bewährtes Talent, alle gegen alle zu Hetzen, irrtümlicherweise bei jedem anderen vor­aus. UnD überd.es: Die deutsche Regierung hat es nicht nötig, Die Engländer bei ihrer Kon- ferena mit den Russen kopfscheu zu machen. Mac­donald wird die Berichte über das Treiben der russischen Delegation in Kanada erhalten fkiben. Diese Leute trafen mit sechzig schweren Koffern Dort ein. Man öffnete trotz ihres Pro­testes: Das englische Nordamerika sollte mit bolschewistischen Broschüren überschwimmt wer­den. Die Handelsvertreter waren Propagan­disten. Die cklntersuchung im Berliner Falle wird Aehnliches erweisen. Daher Der Lärm.