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Bücher für den Weihnachtstisch

Für unsere Jugend

12.24

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hie!emSanrmetlitel fei der Franckhschen Derlags- banMung in Stuttgart. Scrfaffer der Bände ist 3. Fuhtterg-Horst Wertvolle Kenntnisse fürt Leben, spannende Erzählung und sonniger- Humor sind in seinen 3ugendschriften zu einem Ganzen verschweig. fort von Gung und Alt mit gleicher

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Historische Romane.

3n fast allen Äulturen der Menschheit wird wundersam erzählt vom Sintflutrauschen. Der Himmel öffnet ununterbrochen seine Schleusen. Titanen und Dotter kämpfen, das Meer springt auf. Sturzfluten lecken gierig und erbarmungslos über alle Menschen werke, alles Verderbte dieser Erde muh nach der Sintflutsoge sinken, um dem Schönen und Reinen allein den Dlick nach der Sonne freizuhalten . . . Vagen und Marrn, doch hinter ihnen stehen ernste Tatsachen. Dr Han» Wolfgang Vehm zeigt in seinem soeben bei der Franckhschen Verlags Handlung erschienenen Buche Vor der Sintflut" (Preis geb. 4.80 Mk.) das Wesentliche aus der Urwelt. Dem Kundigen bietet ja jedes besondere Landschaftsbild, sei eS im Gebirge, auf der Ebene oder am Strande des Meeres, Fingerzeige genug, um den ewigen Wech­sel rrn Fluh der Dinge herauszulrsen. 3hm und vor allem auch dem Laien in solchen Dingen will das Dehrnsche Buch ein Hilfsbuch sein.

MereschkowskiS neuester Roman ,^Tut-ench-Amon aus Kreta" entrollt ein großartiges Kulturbild der sagenhaften Zeit, als der uralte Stierkult aus der 3nsel herrscht. Hm einverwoben ist die Liebesgeschichte der jugend- schönen Div. einer Priesterin deS StierternpelS. mit einem Chaldäer, der sie mit Hilfe de« ägyp­tischen Gesandten Tut-ench-Amvn nach Aegypten entführt. Wesentlich sind weniger diese Menschen- schiclsalc als die grandiose Schilderung eines Milieus, das der Dichter mit iarbenglühenb« Phantasie und erstaunlich plastischer Darstellung entwickelt. Der Fluge Politiker Tut-ench-Amon. der mit staatsmännischer Weisheit die in jahr­tausendealter Tradition erstarrte Kultur seiner ägyptischen Heimat mit dem gärenden, vorwärtS- ftürmenben Staatsleben Kretas vergleicht, ist aus- gezeichnet getroffen. (Allgem. Verlagsanstalt in München.) 1263

' Theodor Dirk, der Marburger Histo­riker, dem wir eine Reihe prachtvoll anschau­licher Schilderungen aus dem Kulturleben Roms und Hellas" verdauten, dessenCharakterbilder" so wesentlich dazu beigetragen haben, weit« Kreise zur antiken Geschichte und Kultur hinzasühren, laßt schon hier in feinen wissenschaftlichen Ar­beiten eine starke dichterische Ader erlernen. Ein reizend außgeft al toter Rovellendand legt Zeugnis ab von des Gelehrten rein dichterischem Schaffen. SeineR o veilen und Legenden aus verklungenen Tagen" gehen zurück auf schöne alte Saaenmotive der Griechen- und Römer­zeit Sie erfteoen unter der liebevollen Hand de» T ckters zu Blut und Leben iBerlag Quelle & Meyer in Leipzig.) 1188

Herzschläge einer Heinen Stadt. Roman aus der Fcanzosenzett. Don Maria Petras. Oktav. (Freiburg i. Dr.. Her­der.) Geb. in Leinwand 4,50 Mk. Kofel Anno 1807. Die Feuerschlünde der Belagerer, glühender Hagel der berstenden Ungeheuer, da« Dröhnen der Festungskanonen, flüchtende Menschen, Verwun­dete, Hunger und Schwarzer Tod, dazwischen der hilfsbereite, mit viel Liebe und großem Können gezeichnete Pfarrer Alexius Jeremias Meer und sein prachtvolles (Begenftüd. der seinbesaitete, mit sc inern Humor und feiner Orgel wie aus einer andern Welt ße rübergrüßen be Salristan und Or­gan ift Iosel, der resolute Pater Guardian und seine Mönche, Soldaten voll äußerer Härte und innerer Güte, ganz aus der Kraft ihrer Lieb« lebende Frauen und Mütter ein starkes, vom Dlutc jener Zeil genährtes Leben. Trotz aller Treue zur Wirklichkei'. :in nb r ertliches, aus tie­ferem Wllter . - ' he, '^chriebenes

Buch. 1296

Das liebste Buch der 3ugend ist hmraer noch das 3ndianerbuch. Es liegt tm Zndianerleben und dessen Verfolgung ein ganz eigenartiger Reiz, von dem besonders unsere 3uaend immer nach in gleichem Maße ergriffen wird, wie vor 3aßr- zehnlen. als zum edlen Mate Coopers Leder­strumpf usw erschienen sind. 3m vorigen 3ahoe erschien bei der Franckhschen Verlag-ha-ndlung in 6tuttgart ein 3nbümcrbud) von dem befaitnten Schrittstäler Ernest Thompson Seton mit dem Titel .Zwei kleine Wilde". Das Buch hatte einen großen Erfolg, war es doch tatsächlich etwas Neues aus dem Gebiete der 3nblaner- biicher. 3an und Sam sind zwei Knaben, die richtige 3nbiancr werden wollen, die sich einen Wigwam und ein Tipi bauen, sich ganz nach 3ndianerart kleiden, alleWaffen". Werkzeuge usw. nach 3nbianerart selbst an fertigen. Don die­sem Buch ist nun eine Fortsetzung erschienen: 3an und Sam im Walde" >Preis gebd. 4L0 Mk.). Auch dieser Band ist voll Spantturtg. Wir hören, wie die beiden Buben einen Monat lang ganz im Walde als 3ndianer lebe.r, wie sie Zuzug bekamen, sich ein neuer Stamm bildet, Kämpfe ausgef achten und 'Kundschafter auSge- bildet werden. Prächtige Raturbeschreibungen und Schilderungen aus dem Tterleben bilden den Unterton des Ganzen. 1423

' Onkel-Herbert-Bücher. Eine ganz

zählungen Don Diedrich Speckmann. Mart.n Waineck Verlag. Berlin. Der Dersmser, der in leinen bish:r.gen Büchern uns in bfetter Behag­lichkeit mit Land und Leuten der Heide und des Moors bekannt machte, legt diesmal einen Band kürzerer Erzählungen vor. Wollen von mancher­lei Art schatten und dunkeln, aber .über allen Mollen die Sonne", sei es. daß sie mit einer Flut von Licht durchbricht, oder daß ihr Glanz wenigfiens den Rad des schwarzen Gewölks ml einem freund! chen Schimmer verklärt. Wer Speck- manns besinnliche, warmherzige und humorvolle Art liebt, wird sie In dielen Erzählungen wieder finden und 'ich auis neue an ihr freuen. 1289

'DieSeeruft, Roman von 3akvbÄinau (Verlag M. Glogau jr Hamburg). Der Bruder Gorch Fo cks. des prächtigen, in der Skagerrak- Schlacht gebliebenen Dichters der Rordsee. tritt mit biefvm fc.sfelndcn, urständigen Roman sein Erbe an. 3 .ne reizvolle Schilderung des Lebens an der Hieberetbe unter F.schern und Bauern, echten, lem;g:n niederdeut!chen Dollslums 1320

" Kaum einen besseren Weg zum vollen Ver­ständnis eines Dichters und seines Werkes gibt es als leine Memoiren, Tagebücher. Briese. Einen Blick in fein Milieu, sein Leben und Streben feine literarische Werkstatt kann ferne Biographie, keine literarhistorische Analyse er­setzen. ilnö nun bei einem Mann wie XolftoL helfen seltsames Leben mit seinen Wandlungen und Wirrnissen, dessen dichterrlches Werk, dellen so­ziale Wirken recht eigentlich verständtich erst wird aus der sozialen Atmosphäre feiner Zell, wc-m auch nicht so lebt wie z. B Dostojewski aus seinem spezifischen Russentum. Die Anfänge seines dichterischen Werdens, das mit einer unerhörten |

Bergleuten und Grubenherren im Land des schwarzen Goldes. Mit köstlichem Humor berichtet sie von ihren oft merkwürdigen Begebenheiten bei Dorspoeten und Schlotbaronen, bei Königen und Fürsten, Kommunisten und Mysteriensvielern. Eine bunte Welt tut sich aut und dieMärlesbaS" hat sie durchwandert mit gütigem Verstehen und mildern, herzlichem Eingehen auf die inneren Röte ihrer Mitmenschen und ihres Dolles. 1257/58 - 3afob Bührer: Die sieben Lieb­haber der Eveline Dreitinger (Greth- lein & Co., Leipzig). Eveline, da- kleine Dureau- fräulein. ist plötzlich zu Vermögen gekommen und sucht durch die Zeitung einen Mann. Unter vielen Bewerbern stellt sie fieben zur engeren Wahl, fliegt aus zur Bräutigamsschau und ge­winnt dabei sieben Liebhaber. Denn von jedem vermeint sie, eS sei der Rechte Ueberall sieht sie das Gute fo eng neben dem Unguten, dem Lächerlichen, Sentimentalen und Kleinlichen: die Wahl ist schwer, schier unmögllch. Anvermerkt, auf die anmutigste Weise, fordert Bührer auf, über unsere menschliche Bedingtheit nachzudenken. Ohne Tendenz weist er den Weg der Erlösung, den ahnend alle kennen. Am dieses Geistes willen und trotz der ganzen manchmal wild bewegten Handlung ist BührerS neuestes Werk stets glaub­würdig. immer spannend 1269

- Gigantische technische und soziale Probleme entrollt Ernst Di dring in einem Romcm- zyNus, der soeben in würdiger- Ausstattung bei Georg Westermann rn Braunschweig erschien. Die Hölle im Schnee" schildert der erste Roman, die unendlichen Schneegefilde Lapplands, de der Dau einer Eisenbahn menschlicher Habsucht nach den Erzlagern des hohen Rordens erschließen soll. Den Kampf der Menschen mit der Ratur, hen finsteren Elementen des Eises und ewigen Schnees schildert Didring mit einer wunderbaren Einfühlung in die Herrlichkeit der nordischen Landschaft Den Sieg des Menschen, den Kamps des Menschen mit fernen Leidenschaften schildert packend der zweite BandDer Krater', fesselnd und ergreifend bis zur letzten Zeile.

1325/26

-L Moralische Erzählungen nennt Franz Dlei ein schlankes Büchlein .Der Knabe Ganymed", ein echter Blei, der die Gotter. Teufel und Träume des Menschengeschlechts mit Exemplaren aus allen Gattungen und Zeiten spielen läßt. . *23®

Auf leisen Sohlen lstWilhelmRaabe durch die Welt gegangen. Sein äußeres Leben ist so einfach verlaufen wie das weniger deutscher Dichter: es bietet weder überrafd^.ibe Höhe­punkte noch einen tiefen Absturz. Und wer hat sich um das innere, stille, aber um fo heißere Amgen des Dichters gekümmert, tote es feine Werke uns offenbaren; wer las, wer kannte auch nur Wilhelm Raabe, solange er noch lebte? Unb doch: so schwer auch der Prozeß war. den der Dichter mit seinem Doll hatte führen müssen

I er hat ihn gewonnen! Sein Doll kommt ihm nach. Es lieft ihn. And jeden, den er einmal tn feinen Bann gezogen, läßt er so lÄcht nicht

I wieder los Eine ©efamtbarfteilang und Eingliede­rung Raabes in die literarische Entwicklung des vergangenen 3ahrhunberts gibt Spier o mit feinem neuesten Raabe-Buch (Heinrich wpterv: Raabe. Leben Werk Wirkung. Leinenband 6 50 Mk. Verlag Ernst Hofmann & Eo., Darm- ftabt) Spiero war der Mann dazu, diesen Versuch ,u wagen: er kennt Raabe, wie nur wenige, er weiß um die literarische Entwicklung des Dor- krtegs-Deut cßlanb so gut wie die besten wach- tenner und er hat die Fähigkeit des Erzählens, der einige Herbheiten seines Stils temen Abbruch tun So entsteht in jedem Lefer ein volles, abge­rundetes B:ld von dem Menschen und Dichter Wilhelm Raabe und von feiner Bedeutung für I unser deutsches Volk wie für die ganze Menlch- heit. 1331

* Die Kunst wart-Bücherei. deren md- perfprechendo Entwicklung unsere Geier vom ersten Band an mitoerfotgt haben, nimmt einen rutagen Fortgang. Als Ganzes oammlung un

Querschnitt Proben des Wertvollsten aus den Literaturen aller Zeiten und Dotter Aus dem allbabylonifchen Gilgamesch-Epos gibt der 13 Band schöne Proben, von Hermann Hafter mit einer aufschlußreichen Einführung begleitet. Don August Kopisch, dem schl^ischsi Dichters mann

Schöne Literatur.

* . und schreibe zwischendurch an einem I

neuen Roman, der alle Tcufele en der Zeit im Hohlspiegel sammeln soll", so schließt Frank I Thieß eine selbstbeographische Skizze aus der Entstehungszeit seines letzten Werkes »Der Leibhaftige", und wer. der die fast 600 «Seiten dieses Romans mit atemberaubender Span­nung unter stetem, innerem Protest und doch im I 'Banm desDichters durchstiegt.,wird leugnen wollen, daß Frank Thieß sein Ziel nicht hundertfach er­reicht hat? 3st cs nicht eine Hölle, die sich vor uns aastut, abgrundtief, voll Scheußlichkeiten, voll I Dämonie, aber gestaltet von einem Dichter mit starkem, künstlerischem Gefühl und hohem Der- antwortungsbewußtsein für feine 2Iufgabc: ein Bild unserer gärenden, zerrissenen, Niederreißen- I den und doch suchenden, langsam auf bauenden Gegenwart, aber darüber hinaus zeitlos rein I mer.schl chc Probleme aufzeigend. Es ist ein auf- I Wühlende- Buch, das man erschüttert vor so viel Grauen aus der Hand legt. 1214 I

Siegfried im Allgäu. Sine aleman­nische Mar von Peter Dörfler. (Verlag Joses Kösel & Friedrich Pustet, K.-G. München.) - Wer im voralpenländifchen Schwaben zwischen Bodensee und Lechfluß an langen Winterabenden am breiten Kachelofen in später Stunde, da die Zungen sich lösen und die Augen begeistert blitzen, airfmerfiom hörte und horchte, der weiß um jenes wogende Leben der Vorzeit, mit seinen Riesengestalten und Riesenkräften, die hier noch immer im Dealen des DolkeS auftauchen. Da be* ginnen die schneel deckten Bergriesen und die dunklen Tannenwälder zu leben: ein toilbeÄ Heer I von Drachen und Truden, von Bäven und Schlan­gen treibt sein Wesen. And in dieses Gewimmel ärätlcr und schwär ? Lokalsagen tritt helleuchtend Siegfrieds Litn und Redengestalt Aber sie hat hier ein christliches Gewand umgetan: die Kunde von dem ersten Boten des Ehristentums uick> den Kolonisatoren hat sich verschmolzen mit fernen Säten in der Heiligen- und Reckengestalt des St. Wang. Die St- Mang-Legende ist die Steg- sriedsage der Allgäuer. Dörfler hat diese Gestalt neu gefaßt und gestaltet. Die deutsche Romantik des letzten Jahrhunderts hat LRärchen und Sage als Kunstformen zum Leben erweckt Dort>er seht j diese Erneuerungen fort, indem er die Sage zur | bewußten Kunst form erhebt. Man weiß nicht, soll man mehr die bldhaste Kraft bctoimbern in der Gestaltung der Abenteuer oder die Fülle von Material für Volksleben und für die Entstehung Der Sage Diesm .l spricht betoitter denn je der FoMorist neben dem Dichter. 3n dirser zwei- lachen Hinsich! ir .Siegfried un Allgau eine hervorragende Leistung. n?,;*

Helene Gh11staller. Das Deich des Marius Reander Qk lag von sned. rich Reinhard A.-G. in Batel. Hrte-w Chrrstal er schildert uns in ihrem neuesten RonicLie ras D.er­den eines Mannes, de. au 3 den höchst legenden Träumen seiner Knabenjah.e auf Boden Der Wirklichkeit gestellt wird und nach Reife- und Wanderjahren 'ich fein bescheidenes Reich baut mit den Menschen, die zu ihn gehören in L.e.o und Arbeit, ohne daß er im Grunde etwas von dem aufgibt, was einst sein hochgeitecktes Zcrt

' 3n derReuen Reihe" des Kölner Ver­lages Hermann Schaffstein erscheint ald neuer £ inö D i e Häfner aus dem Erbten- eck" von Rikolaus Schwarzkopf., unferem ibeirhcffifdien Landsmann. Ein t räume rt'ch- humörvol! geschild-'ites Idyll aus dem Oden­wald mit den sich ren, tveichen wtnchen etnes .Künstlers und ' 'en SeL.enlenners gezerchiwt voll warmer, toävmenter Liebe zur Heimat. 1134

* Don ihren Wanderfahrten durch Schwaben und die Lande an Rhein und,Ruhr er^hlt Lisa e tz n e die t: rannte Märchenerzählerin, in Mei schöben Büchlein st.Aus Spielmanns- aßrten und Wandertagen und 3m Land der Industrie zwischen Rhein u n d R u h r" beide im Verlag von Qugen öerüf^ in Jena, geb. 2,o0 und 3,to DIl.). <5ii!ch Göhlich Plärrt die ..Märlesbas» Stiebte und Erschautes von ihren Tvbrten zu dcnr Bauern des Schwarzwaides und der Rauhen 2llp, zu den

Dichtung.

Don Frank Thieß.

Dichten ist mehr alS Fabulieren, auch nicht Rachbiwen einer Wirklichkeit, sondern Erschaf­fung einer außertoirlließen und nur infolge der abentitäl von Dichter und Wirklichkeitsmensch in den Rahmen unseres Leben- geftdlten Wett TDer also und das tun neun Zehntel aller foeundlichen Leser an eine Dichtung mit dem 2tuy deS Mannes herangeht, welcher die Pholo- iraphie eines Freunde- betrachtet, also Paralleli- :ät und Aehnllchkeil sucht, wird für daS eigent­lich Schöpf^rifche tn einem Kunstwerk immer olind bleiben. Dichten heißt: aus einem beflinunten Phaniäsiekern eine neue Wirklichkeit erschaffen. 3$öe WahchaNigkeit ober Anwahrhafttgkeit hängt also nicht davon ab, ob wir Wirtlichkeit-Men­schen ihr näher oder ferner flehen, sondern davon, oo fte mit schöpferischer Kraft aus dem Mutter­keim der zentralen Vorstellung heraus fonfeguent hiS »u Ende entwickelt und in jedem Auftritt gestaltet worden ist. Das nenne ich die Zwei- dimensionaliläi des dichterischen Vermögens, daß es Seher und Gestalter- seiner Menschen zugleich ist, ihr Schicksal in die Ferne und chr Wesen in die sagen wir einmal - Breite hin zu entwickln vermag. Dos Wort Icbcnätoafyre Er­zählung hat also eigentlich einen ganz andern Sinn als den ihm gemeinhin unterlegten. ES heißt zunächst nicht lebenswahr tm Sinne einer Kongruenz mit der Wirtlichkeit, sondern im Sinne des inneren unb selbständigen Lebens der Dichtung. Da der Mensch aber tief verflochten tn die Welt seiner Umgebung ist, wird es ihn Hzmächst reizen, nach dem Bilde dieser Umgebung auch fein Wert zu schaffen, womit es nicht sekundär als Photographie oder Erzählung eines erlebten Vorgangs, sondern primär, irämlich neue und eigen gesetzliche Wirklichkeit wird

Es bezeichnet alle großen Dichtungen der Weltliteratur, daß das Wichtigste, das Eigenlliche und Bedeutungsvolle nur unsichtbar zwischen den Zellen schwingt. Erfassen wird es allein, wer Organ für baA unausgesprochene und unaussprech­bare Verhältnis von Mensch und Mensch, von Mensch und Ding bat, wer auch im Leben sich der platten Gier, die Dinge in ihrer Ganzheit rational betrachten zu wollen, entschlagen kann.

geführt. Am Morgen und Abend geht es zu Spiel und Sport, am RachmtNag besprechen OnM unb Reffe Fragen über Radio vom Einfachsten bi# zur Anwendung im Droodcasting Der zweite Band: .Automobil und Motor bei Onkel Herbert" gibt eine Einführung in bi« Mvwrtechink m erzählender Form, vorbildlich in Kürze und Anschaulichkeit, dabei immer span- nenb und fesselnd Auch hier begreift RVrlter Wollenberg spielend leucht alles, was zum Ver­ständnis der Vorgänge im 2üitomobilmotor nölig js, 1424 25

Eine Fu ndgrube für alle, di« sich mit Basteln beschäftigen, ist da# alljährlich bei der Franckhschen Bei lagsyandlung in Stuttgart erscheinende ,D astelbu ch". Richt nur untere Zungen, die sich auf diesem Ge­biet betätigen, sondern auch erfahrene Bastler werden aus dem Buch 'nanchc neue Anregung bekommen. Dabei ist an dem Buche bzw seinen Anleitungen sehr wertvoll, daß immer auf Ver­wendung möglichst billiger, vielfach vorhandener Materialien und Hilfsmittel Rücksicht genommen wird. 1426

E i n alter Freund der 3 u g e n b hat sich rechtzeitig für den Weihnachtstisch auch in diesem 3ahre wieder eingestellt: Der 3 u gendkosmos. .Ein naturwifseuichastliches 3ahrbuch" heißt es im Untertitel. Was hier­auf verhältnismäßig knappem Raume aus allen Gebieten der Raturwissenschaft unserer Heran­wachsenden 3ugenb geboten wird, ist eine erstaun- UchL Fülle der- Anterhaltung und Belehrung. Kein Gebiet der aefamten RaturwissenschaN wird übersehen und alles ist fo geschrieben, daß es leicht verständlich wird, auch für den TÄl der 3ugend. der sich mit nakurgeschichtlichen Dingen noch wenig beschäftigt hat. Den Schluß des Buches bittet eim Erzählung deS gern gelesenen Schnft- stellers Thompson Seton, der in prächtigen Schis- berungen die Lebensgeschichte von Domino Rein­hard, denr Silberfüchsen, erzählt. tFranckh. Stutt- gart) l"l

wird eine Summlung prachtvoll ß.nterer Gedichte geboten Der 15. Band führt die Rovellen- fammlung Trentinis fort Einen alttslandi- schen Schwank von köstlichem Humor erzählt B om i s in derGeschichte von den Verbündeten". Geschichten aus bei Fremde", aus dem fernen Osten, Rovellen von starker Plastik erzählt Joseph Bernhart, der in einem Zweiten Band sehr anschaulich vonSpanien" berichtet. Seine Bilder und Studien vermitteln das Wesentliche des spanischen Dolkscharakters. der starken Reli­giosität des Spaniers. Zu einem fast Vergessenen, dem Dichter Hermann Lingg. führt Ernst Lissauer in einem schönen Essay, alS Einleitung zu einer Gedichtsammlung. Maarten Ma artens schlteßlich. der Holländer, immer noch zu wenig bekannt bei uns zugunsten feine« Landsmanns Muttatuli. wird uns mit einem Band .So­nette" nahe gebracht, von Sva Schumann aus­gezeichnet übertragen unb von Wolfgang Schu­mann. dem Rachfolger Avenartu«' imKunst­wort" eingebettet. Die bedeutsame Sammlung er­scheint tn schmucken Ginemarkbänden bei G D. W. Callwey in München 1311

Reizvolle Gedichte von starten, lyrischen Stimmungen und tiefem Raturverbundensein sammelte 3. Schänder! tn vier schönen Bänd­chen,Erdreich"Wurzeln",Stamm", Krone. Herd und keusch, voll 3nnerlichkeit sieht Schanderl die Ratur und in ihr sich selbst. Der Duft des Erdreichs hattet feinen Dichtungen, an, das Ursprüngliche, das nicht in Stimmungen stecken bleibt, sondern durch allen Schmerz eine trotzige Lebensbejahung hknausschi-eit. (Verlag Georg Müller, München.) 1227 30

* Eine neue Ausgabe der ausgewählten Romane August Strindbergs bringt der Münchener Verwg Kurt Wolfs in fünf Bän­den gerade rechtzeitig zum Fest heraus. Beson­ders ertteulich an der neuen Veranstaltung ist die Aebersetzung durch Else von Hollander. Da­mit ist endlich das Patent, das Emil Schering auf Strindberg-Aeberseyungen au haben glaubte, durchbrochen und ein Werk gefduffen, das man auch mit voller Befriedigung über die vollendete Form der Aebersetzung aus der Hand legen kann. Die fünf schönen Halbleinenbände enthalten das Wertvollste, was Strindberg uns an Roman­schöpfungen hinterließ: Schwarze Fahnen, Die gotischen Zimmer, Die Leute auf Hemsö, Am offenen Meer und Das rote Zimmer. Man wird gern zu dieser schönen Ausgabe greifen und sehen, baß Strindberg mehr vielleicht in diesen Romanen als in seinen Dramen auch unserer Zeit noch viel zu sagen hat. 1321

Wolken und Sonne. Em Band Gr-

Freude und Spannung gelesen wird. Dor uns liegen die beiden ersten Bände:Radio bei Onkel Herbert", ein Meisterwerk der Er­klärung schwieriger physikalischer Vorgänge und technischer Anwendungsformen. Ein frtscher. auf­geweckter Junge, Walter Wollenberg, wird von seinem Onkel, Di-. Herbert 3anf«n. während einer Ferienwoche in den modernen Radiobetrieb ein-

Konsequenz sich fortentwickelte, liegen schon m Ötn früh abgelebten3 ug cn bc ri n ner u n«en", die der Verlag Bruno E a f f i r e v in Berlin so­eben in einer ausgezeichneten Mu-gabc neu vor- legt. «Preis geb 5,50 Mk) Es ist Tolstoi-Dich timg und Wataheif und ebenso aufschlußreich all BekenntniSbuch des Dichters selbst, wie als Schst derung des Rußlands jener Tage, unt^ schließlich <ÜÄ eine überaus fetne pfDdx>logi,4K ötuöw des erwachenden Zlindes Dcu> jetzt wieder besonders rege Interesse an der älteren russischen Literatur toirb auch an diesem Buch nicht porübergeben bürfen 1268

Flore ui ln- Bruder. Ein Künfller- roman von Walther Rithack-Slahn Berlin 1924 Gebrüder Partei <Dr Georg Partei). 3n Ganz­leinen geb 4,50 Gm EinStunftlerroman" nicht in dem üblidjen Sinne, daß hier ein KünflUr­leben in Widrt-ftt'eit mit der .bürgerlidben Moral" bargcfieUt würde. vielmehr die Tragik eines Äunftbcgnbten. dem die schöpfertsche Kraft ver- fagi ift ober, fo febeint cs. durch SchicksalshEm- munqen nicht xu: Entfaltung tornm'. zugleich btt Tragik des kunstselifchenErfolges . sowohl für den, bet ihn hat. als für den Erfolglosen" chl btefe fetlifcßeii Kampfe ausmündend in bte edle Reftgnation. die sich mit der Innenwelt be­fettet 1<34

A R. Tolstoi. Aeli ta ubertixigen von A Elia-berg Die Allgemeine Deutsäf« Vertag-- anstatt in München beginnt ihre neue Abenteurer- Reihe ..Welten unb Zeiten" gleich mit einem großen Wurf. Der Mar-roman eines mo­dernen Rufsen, beu Aleranber Elicisbevg. seit langem geschätzt als nachschafsenber Vermittler slavischer Literatur, (n ausgezeichneter Ueber- tetzung uns ooilegt, ift nicht nur atemberaubend spannend im alltäglichen Sinne, er fesselt auch durch die künstlerische Behandlung des glänzend erfundenen Stosses und feine ethische Durchdrin­gung. Sin moderner Don Quichote zieht in dem russischen Ingenieur Lossj hinaus i n den Dellen- raum, begleitet von Gußjow, seinem getreuen Sancho Pv ifa. Sie kommen Attm Mart, fmbeu dort ein technisch hochentwicklteS Volk, schart geschieden in eine Herrenkaste der 3ngenteure und der frohnenden Massen Aöllta. bte letzte des martbeherrschenden StanuneS, lehrt die Erdensöhne die Wundergeschichte des Planeten Die beiden Russen werden in eine Revolutl« der Marsbewohner verwicklt unb entfliehen unter lleberwindung mannigfacher Gefahveit den rachen den Martingenieuren auf ihrem Fahrzeug auv Erde. 1&4

* Pierre LotiS .3-1 andf ischer", den grandiosen Roman vom hohen Rordmeer, k»t der Leipziger Verlag 2Ufreb Krbner In bei wundervollen Ueberfehung Lärmen Shivas In einem sehr schön ausgestatteten, handlichen Band neu ßevauÄgegebcn. 1276

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