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Nr. 2b t Swettes Blatt

Samstag, 8. November 192t

Tiehener Anzeiger (Generai-Znzeiger für Vberyessen)

schentyp herauswächst, der durchdrungen if den Worten des He ligen, des Tuten,

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liche Werte zu verwirNichrn, damit aus den deutschen Familien und Schalen ein neuer Men- schentyp herauswächst, der durchdrungen ist von

sind Maggi's Suppen. Sie brauchen nur noch kurze Zeit lediglich mit Wasier gekocht zu werden, weil die Würfel bereits alles enthalten, was zu einer vollständig fertigen Suppe gehört. Diele Sorten wie Eier-Sternchen, Eier-Nudeln, Erbs mit Speck, Grünkern, Pili, Reis mit Gemüse, Reis mit Tomaten, Königin, Tapioka echt, Windsor usw. Ein Würfel für 2 Teller 12 Pf.

Wahren, deS Schönrn. des Rühl.chen und des An­genehmen. D cf er Typ soll der deutsche Mensch sein, der deutsches Wesen hinausträgt in die grobe Welt. Sodann zeichnete der Redner das Seelenrelief eines Erziehers als einer echten Pest, böd n :tur mit s z aler Einst ll mg und ui Ä auf die Rotwendigkeit h n, Loh sich der Erzi.h r auch ein Seelenrelief 'einer Schüler verschalle. Dabei erwies lich ter Vortragende als ein au er Beobachter des bäuerlichen Leders in der Do.f- gemeinschast und ».-rtrat die Ideen der bo'en- ständigen Hemnllchule Auch Neer Redrer ern­tete den ung-teilten Beifall der Versammlung, den der Dor iyende in Worten des Dankes be­redten Ausdruck gab.

Don einer Aussprache im Anschluh an die beiden Vorträge wurde abesehen. So lieferte der erste Tag der obrrhrssllchen Landschultagung zwei wichtige Beiträge zur Klärung des Pro­blems der Landschule.

Kreis Schotten.

Schotten. 7. Rov. Der Ll n terricht den Mädchensortbildungsschulen nun überall aus dem Lande begonnen.

gröberen Orten werden bie Mädchen ge­trennt, in kleineren gemeinsam mit der männlichen Jugend unterrichtet. Es zeigt sich allgemein, dah die Mädchen aufmerffamer, williger und tätiger dem Unterricht folgen als die Dertreter des anderen Geschlechts, und man

französischen Wunsch, deutsche Hafenstädte zu be­setzen. so haben wir wobl Grund, von einer Be­drohung Deutschlands zu sprechen.

Oberhessische Landschultaguny.

(Eigener Bericht des »Giech. Anz.")

Giehen, 7. Rov.

Heute begann im Saale des Kath DereinS- hauses die oberhessische Landschul­tagung, die sich zum Ziel gefetzt hat, dc»s Problem der Landschule an Hand von Dor- trägen anerkannter Führer auf pädagogischem und schulpolitischem Gebiet eingehend zu erörtern. Lieber 300 Lehrer auS den oberhes fischen Dörfern und Kleinstädten nahmen an der Tagung teil. Mit der Veranstaltung war eine reichhallige Lehrmittelaus st ellung der Firma Dr. Wyneken verbunden.

Der Dorsitzende des KreiSlehrerver- eins Giehen, Lehrer Michel (Wieseck), er­öffnete gegen 10 Llhr die Tagung mit Worten herzlicher Begrühung an die so reichlich ver­tretene Landlehrersc^lft und die Dertreter ver­schiedener Kreisschulämter.

Den Auftakt aur Tagung gab Kreisfchulrat Eckh a r d t aus Biedenkopf mit feinem über zwei­stündigen Dortrag: »Die Landschule alS A beits- und Gemeinschaftsschule". In äuherst fesselnder Weise klärte der Redner zunächst den Begrrff der Arbeitsschule, der slch in drei Aus­prägungen darstellt: einmal darin, dab alles Leinen nach Möglichkeit zu einem freien geistigen Erarbeiten wird als Gegenstück zu dem Belehren und bloben Führen und Katechisreren, bei dem die Seele des Kindes untätig bleibt. Zweitens zeigt sich die Arbeitsschule darin, daß auch die Handbetätigung im Sinne des Werkunterrichts gepflegt wird, und drittens darin, dah das Auf­nehmen und Lernen zu einem Stück Erleben für das Kind wird. Diese Arbeitsschule wenigstens im beschränkten Mabe auch in un'erer Lcnrdschule zu verwirklichen liegt im Bereich der Möglichkeit. Der Redner zeigte dann auf Grund feiner lang­jährigen Erfahrungen als Schulrat eines länd­lichen Kreises gangbare Wege, wie der Gedanke freien geistigen Arbeitens in der Landschule verwirklicht werden kann. Die stille Beschäfti­gung in der einklassigen Schule ist zu 'einer bildenden Beschäftigung heraufzuheben, der Lehr­plan soll möglichst wenig verbindliche Stoffe aufweisen, damit auf Kosten der Lückenlosigkeit eine vertiefte Behandlung einzelner Epochen und Sachgebiete ermöglicht wird. Durch diese mehr formale Bildung wird das Kind befähigt, nach seiner Schulentlassung sich durch selbständiges Denken und Urteilen gegen die Macht der bloben Lleberliefcrung und des Schlagwortes zu wehren. Die manuelle Betätigung kann als stille Be­schäftigung oder in der Gartenarbeitsstunde ge­pflegt werden, im übrigen warnt der Redner vor der Lieberschätzung des Werkunterrichts. Im zweiten Teil seines Dortrages behandelle der Redner die Derwirklichung des Gemein- schastSschulgedankens in der Landschule. Der Sinn der Gemeinschaftsschule ist. das Schul­leben so zu gestalten, dah Gemeinsinn und Zu­sammengehörigkeitsgefühl im kindlichen Gemüt ge­weckt werden, Dinge, die heute viele im Munde führen, deren praktische Betätigung aber so selten zu bemerken ist. Gewih darf die Schule sich nicht als Allheilmittel gegen die Schäden unserer Zeit ansehen, aber wenn wir ernstlich zur Gesun­dung unfereS Gemeinschaftslebens kommen wvlten, so muh schon die Schule Wege beschreiten, die unsere Jugend diesem Ziele näher führen. Aus der blohen räum­lichen Verbundenheit der Schüler einer Klasse muh eine AlbellSgemeinschaft entst^en, in der gegenseitiges Helfen nicht nur erlaubt, sondern Pflicht ist. Dieser Gemeinsch'.ftsschulg dan'e läht sich in der ungogllederten Landschule mindestens ebensogut durchführen alS in der städtischen Schule. Gemeinsames Wandern und Fe'teseiera schweihen die jungen Seelen zu innige Gemein­schaft mit ihrem Erzieher zusamme i. Mit einem SEppeH an die Zuhörer, treu und hof.'nungsfcoh den neuen schweren Aufg ben entgegenzugehen m t dem Gedanken, die Fähe fest auf dem Boden der Wirklichkeit, aber die Augen dm Sternen zuge­wandt, schloh der Redner se ne packenden Ausfüh­rungen. Unter lebhaftem Be:fall des HauseS sprach der Dorsitzende dem Redner den Dank der Dersamml'.mg aus.

Am Rachm.ttag brachte Kreisschulrat Dech- t o ls h e i m e r aus Cf enbach in feinem 03'rtr g Der Landlchrer als Erzieher" grundlegende Ge­danken für die Erziehungsarbeit in d.r Landschule. Der Erzieher ist zwar nur einer von den vie'en Faktoren, die am Erziehangswerke bet iligt sind, aber eS ist die Pflicht des Erziehers, im Kind sitt-

Weltpofitifche Möglichkeiten.

Das besondere Temperament, mit dem Tschi­tscherin und Herrin t ihrer Herzensfreude über die Wiedevaufnahme der französisch-russischen Beziehungen in etwas übereilter Hast Ausdruck gegeben haben, war für die Pariser und Moskauer Presse eine Heine Sensation. Die Freude hat schon ihre besondere Bedeutung, und wenn dieRote Ahne" die Glückwunschdepeschen nur gekürzt wiedergegeben hat. so läht das auf eine frei­lich wenig glückliche Art von Rücksichtnahme auf die öffentl d>- Meinung Dru'sch'ands schlichen Wir quittieren mit Dank. Aber eS hätte des Derhängens der eruptiven Allüren nicht bedurft, um uns von der Bedeutung der allerneuesten französisch-russischen Herzensfreude für die Welt- pvlitik und die Weltwirtschaft zu überzeugen.

Schon alS Anfang Oktober auS dem fernen Osten gemeldet wurde, der biS dahin arvhte chine­sische Bvlfchewistenfeind Tschangtsolin habe sich mit den Sowjets in der F a;e der Cstchina- bahn a u f f a l le n d freundschaftlich ge­einigt, durfte man eine bedeutsame Situations­änderung vermuten. Ohne dieS hatte schon die sich plastischer hervvrhebendc russisch-japa­nische Derständigung den Gedanken her- vorgerufen. ob sich im fernen Osten nicht eine neue Mächtegruppierung anbahne, die nicht ohne Rückwirkung auf Europas Politik blei­ben Ginne. AlS dann die französischen und japa­nischen Belieferungen der mandschurischen Armee offensichtlich wurden und Japan die ihm ergebene chinefische Ansu-Partei wieder in dcm Vorder- grunö schob, da erkannte man die neue Richtung schon deutlicher. eS zeigte sich eine neue Kon­stellation zur Verdrängung deS starken englisch-amerikanischen Sinslusfes in Ostasien. So trugen Ruhland. daS ja auch Sunhatsen auf ferner Seite hat, Japan und Frankreich die Weltpolitik in neuer Aufmachung in die chinesischen Wirren hinein.

Praktisch bedeutet die (Beteiligung Frank­reichs. dessen Handel mit China ja hinter dem der anderen Mächte zurücksteht, vorerst nur einen blohen Einsatz ins Kartenspiel, ia, eS hat in der Ostchinabahn- Frage durch den Llebergang der Dahn an Ruhland und den russischen Auskauf französischer Bahnakt.en wirtschaftlich zunächst verloren. Llm so gröber der Einsatz und Inn so gröherfauch die Hoffnungen auf die Zukunft. Worin dre zu erblicken sind, kann bei Kenntnis der svanzöfifchen Konttnentalpolitik nicht un­klar fein.

Oswald Spengler hat dieser von Rapoleon I. eingefädelten Politik das rechte Angesicht ver­liehen. wenn er überaus anschaulich darstellt, wie sie K ü st e n st ü h p u n k t e an den groben Meeren nicht von der öee, sondeon v «o m Lande her zu beherrschen versteht. Die Einkreisung des Mittelländischen Meeres, die durch die Staa­tenbildungen in Osteuropa seit DersailleS erheb­liche Fortschritte gemacht hat, ist mir ein Beweis von vielen. Mit scharfem Blick erkennt das fest­ländisch orientierte Frankreich die erfolgreiche Ausbreitung auch deS fowj et russischen Einflusses in allen Teilen AstenS, so auch in Chino und Indien. Lind da nun ohnedies Frankreich dem englischen ebenso wie dem amerikanischen Pro­tektionismus abhold ist, kommt der franzöfischen RachkriegSortentierung nichts gelegener als eine Verbrüderung mit dem fo heftig bekämpften Sowjetruhland. Die Basis der 2Lnerifaner und Engländer ist von China well entfernt, sie sind cud) lediglich auf den Seeweg ongewiesen. An­ders lägen die Verhältnisse für Frankreich im Falle einer gänzlichen Llebcreinstimmung seiner Politik mit der ähnlich orientierten russischen.

Eine Trübung dieser sich vorerst nur in Kon­turen andeutenden französisch-russischen Kontinen- lalpolitik sollte aber von vornherein nicht aus- bleiben. Sowohl die Stellung Rumäniens, dem man ein Militärbündnis mit Japan der bessarabischen Frage wegen nachgesagt hat, als auch die der Kleinen Entente erzeugt Ge­witterstimmung. Man ist sich aber bei uns auch schon in der Schule über die grobe Abhängigkeit der kleinen Versailler Staatengebilde soweit klar, dah man ihnen auch die Entgegennahme kleinerer Lheaterrollen aus Paris wohl zutrauen darf.

Die eingangs erwähnte Herzensfreude hat schon in den ersten Tagen nach der Anerkennung ihre hochpolitische Bestätigung aus dem Munde des immer zynisch offenen Radek erfahren. Er läht sich über Frankreich in einem Leitartikel derPrcüvda" hören, in dem er schreibt, die Inter­essen Frankreichs und Rublands stimmten völlig überein und ebensowohl Frankreich als auch dem Sowjetstaat läge daran, England an der Kon- trollierung der für Rubland wichtigen Küsten­gebiete zu hindern. Sein Freund Rakowski, gegenwärtig russischer Botschafter in London, geht noch einen Schritt weiter und gibt semer Genug­tuung über die französische Entschlossenheit mit dem Hinweis daraufhin Ausdruck, dah H e r - bette, der künftige französische Dotschrfter m Moskau, nicht nur einmal geschrieben habe, RuV- lands und Frankreichs Interessen geraten weder in Europa noch in Asien in Konflikt, und zwar unter keinen Llmständen. Die neue fran­zösisch-russische Freundschaft gewinnt noch unter dem Gesichtswinkel an Bedeutung, datz Moskau sich der ablehnenden Haltung der konservativen Regierung Englands vollauf bewaht ist unb nun um s o mehr darauf dringen wird, Eng­land aus den baltischen Staaten und zum Teil auch vom Balkan zu vertreiben. Kamps" ansagen lassen sich schon verzeichnen.

Zieht man die neuerliche Hetze gewisser fran- hösischer und polnischer Kreise gegen Deutsch­land in Betracht, ferner dos polnische Bestreben, sich in Putzig eine Seebasis zu verschaffen, und den besonders im Dorjahre zutage getretenen

Aus der Provinz.

Groher Brand in Wieseck.

1 Wieseck, 8. R.v Gestern abend gegen 8l/t Llhr erschreckte die Bürg.-rschast Feuer­alarm Aus noch nicht ausgellärter Llrsache war in der mit Erntevorräten gefüllten Scheuer des Landwirts Otto Decker Feuer au »gebrochen, das sich mit ro'ender Schnelligkeit au die an­grenzenden Scheuern ter Landwirte Her­mann Kreiling. Ph lipp Müller und Frau Deibel Wwe. ausdehnte. Die hiesige Frei­willige Feuerwehr war mit ter Pslichlftuerwehr sofort zur Stelle und rückte dem g.oben Brand­herd energisch zu Leibe. Der durchweg aus Fachwerk besteh mde, zusammen gend gebiutc OrtStell war stack gefährdet, we.'h.ilo di? Giche- ncr Feuerwehr zur Hilfe gerufen werden muhte, nach deren Eintreffen es möglich war, ein wei­teres Llmfichgreisen Les Feuers zu verhindern. Immerhin fielen dem Schate.ifcuer vier grobe mit reicyen Erntevorräten gefüllte Scheuern zum Opfer. Das Dreh konnte noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Kurz nach 11 Llhr war das Feuer fo weit abge- löscht, dah die Gtehener Wehr abiücken konnte Der sehr grobe Schaden dür te wchl durch Versicherung gedeckt sein. Zum Glück gelang es, einige besonders gefährdete Wohnhäuser ur.b zwei weitere Scheuern zu erhalten. Die vier, in einer Front steh.nden, brennenden Schniern boten einen schauerlich-schönen Anblick, wohl die gesamte Einwohnerschaft war auf Len Beinen. Dieser Brand Hal erneut bewie'en, dah alle 21- trengungen seitens der Gemeinde gemacht wer­den müssen, unsere Feuerwehr so auszurüsten, dah sie jederzeit auch solch groben Gesah en ge­wachsen ist. Am 2lbend vorher bewilligte der Gemeinderat Line gröbere Anzahl von Gerät- chaften. Lieber die Entslehungsursache onnte noch nichts Bestimmtes fest ge­teilt werden. Der Brand dürfte aber jeden- alls auf Selbstentzündung zurück- fuhren ein. Ein starkes Wachkmmando der beugen Feuerwehr muhte am Brandherd zurückoleiben. um ein erneutes Aufkommen des Feuers zu ver­hindern. Gegen 2 Llhr morgens mach.e sich an verschiedenen Stellen Les Brandherdes ein ver- tärk es Eingreifen notwendig, La d.e argrenzenLen Sebäude erneut stark gefährdet waren.

* . *

Landkreis Gietzen.

£ Wieseck, 8. Rov. In einem Schreiben teilte daS Kreisamt mit, dah die vorhandenen zwei Simmentaler Dullen bei dem gesteigerten Diehstand unzureichend sind, und warnte gleich­zeitig vor der Anschaffung eines Riederungsbul- Icn, da sonst drei Zuchtrichtungen in der Ge­meinde vorhanden wären. Die jüngste Ge - ineinderatssitzung brachte dahingegen zum Ausdruck, dah der Züchtung des Riederungs- viehes keine Schwierigkeiten gemacht werden dürf­ten, da diese Rasse in erster Linie Milchvieh sei und die Derhältnisse die Landwirte zu er­höhter Milchprvduktion zwingen. Gelegentlich der am 1. Dezember d. Is. stattftndenden Dieh- z ä h l u n g solle deshalb festgestellt werden, wie­viel Stück Dieh von den drei in Frage kommen­den Rassen (Vogelsberger, Simmentaler, Riede- rungsvieh) vorhanden sind. Die landwirtschaft­liche Kommission soll dann entsprechende Vor­schläge machen, ob und was für ein Dulle an- geschafft werden soll. Die Feuerlöschgeräte und die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr sollen nach und nach auf die erforderliche Höhe gebracht werden. Rach Rück­sprache mit dem Dorstand der Freiwilligen Feuerwehr ist eine Liste der notwendigsten Ge­räte ausgestellt worden, deren Anschaffung ein­stimmig genehmigt wurde. An einem Wieder- hvlungslehrgange für Hebammen nahm eine Hebamme von hier teil, als Entschädigung wur­den ihr 30 Mk. zugebilligt. Bezüglich einer weiteren Anregung des Kreisamts, das Warte­geld für Hebammen auf jährlich 200 Mk. zu er­höhen, sollen erst Ermittelungen angestelll wer­den, ob die notwendigen Dorausfehungen für Wieseck gegeben sind. Der letzte und wich­tigste Punkt bettaf die in letzter Zeit imGie- Yener Anzeiger" erörterte Angelegenheit der Wei terführung der Strabenbahn von Gieben nach Wieseck. Anknüpfend hieran und in Erinnerung an die vor dem Kriege geführten Derhandlungen legte der Bürgermeister die Rotwendigkeit einer besseren Verbindung zweier so nahegelegenen Gemeinden dar. Ein wei­terer Redner führte aus: Llm die ganze Ange­legenheit nicht in theoretischen Erörterungen stecken zu lassen, ist es notwendig, dab von der Gemeindevertretung Schritte unternommen und Beschlüsse gefaht werden, die die Sache ein weites Stück nach vorn treiben. Zunächst sei notwendig, die llipp und klare Stellungnahme der (Sie­bener Stadtverwaltung hierzu zu er­fahren. Weiler müsse bereits heute abend eine Kommission gebildet werden, die die dann notwendigen Vorbesprechungen und Verhandlun­gen mit der Stadt sichren soll. Ebenso notwendig sei aber auch, sich gegen Erörterungen in der Presse zu wenden, die den tatsächlichen Verhält­nissen nicht entsprechen. Wenn da z. D. die Befürchtung ausgesprochen wird, dah nach Er­richtung einer Bahnverbindung mit Wieseck viele Familien von Giehen nach dorthin ziehen wür­den, so sei dem entgegenzuhalten, dah bei der gegenwärtigen Wohnungsnot, von der wir auch in Wieseck ein Liedchen fingen könnten, in abseh­barer Zeit nicht daran zu denken sei, dah der befürchtete Massenzuzug nach Wieseck einsehen werde Damit entfalle auch die weitere Annahme, dah dadurch die Steuerkraft Giehens sinken und dte Wiesecks steigen würde, um so mehr, als Wie­seck ganz bestimmt kein Eldorado für reiche Leute werden würde und es höchstens recht steuer-

darf hoffen, dah gerade der gemeinsame Llnterricht anregend und befruchtend wirkt.

Schotten, 7. Rov. Die Oberförsterei Felokrücken, deren Sih in unserer Stadt war, ist aufgelöst und unter die Fvrstämter Schotten, Eichelsdorf, Ulrichstein verteilt worden. Die Forstämler haben hierdurch eine bedeutende Ausdehnung bckomme:,. So er­streckt sich das Fvrstamt Schotten, das schon eine Heine halbe Stunde hinter Hungen beginnt, bis Betzenrod und hat eine Länge von über 4 Stunden. Auch die Forslämter Eichels- vorf und Ulrichstein sind stark vergröbert wor­den, wobei noch das gebirgige Gelände von Bedeutung ist.

schwache Familien seien, die glauben, auf dem Lande billiger leben zu können alS in der Stadt. Wenn weiter gesagt fei, dah nach dem Erwerb der 2lllienmehrheit der Unionbrauerei seitens der Stadl Dieben diese nicht zu weiteren kost­spieligen Unternehmungen anzuspornen sei, so beweise der neuerliche Kauf des früheren Hotels Einhorn das (Segenteil, und ferner fei zu be­tonen, dah der Stadt vor der Weiterfuhrung der Dahn nach Wieseck nicht bange zu sein brauche, da sich dieses Kapital, das sie selbstverständlich nicht allein auf« zubringen habe, ganz bestimmt rentiere. Eine Reihe weiterer Redner auherte sich in ähn­lichem und dem ganzen Projeft zustimmenden Simie. Als Riederschlag der eingehend n Aue- spräche wurde folgender Antrag e i n st i m m i g angenommen: ..Aus Gründen dringender AG- Wendigkeit beschlieht die heutige Demeiiiderals- fiyung, sich für die Schaffung eines Verkehrsmittels zwischen Wieseck und Giehen einzusetzen. Zwecks Erledigung der erforderlichen Vorarbeiten wird eine Kom­mission gewählt. Diese wird beaultragt und erhielt Vollmacht, alle Möglichkeiten zu erschöpfen, die zu dem gesteckten Ziele führen können. Dabei spricht der Gemeinderat die Hoffnung aus. dah cs gelingen möge, mit der Stadt Giehen einig zu rverden, um das modernste Verkehrsmittel, die elekt rische Bahn, nach Wieseck zu sühren." In die er­wähnte Kommission wurden hieraus gewählt: Bürgermeister S ch o m b e r. die Gemeinderats- Mitglieder Bremer, Benner. Scherer, Schmidt, Laudon und seitens her Bürger­schaft Rektor Dr Rein Die Entschliehung s il der Stadtverwaltung Giefxms sofort zugestclll werden mit dem Ersuchen, ihrLrfeits die not­wendigen Schritte zu tun und zunächst einmal festzustellen. ob die Weiterführung der Bahn nach Wieseck sich in abfehbarer Zeit durch­führen läht.

j) Lich, 6 Rov Gestern fanb im Go'ib>f Zum Löwen" die diesjährige Hauptverfonr.!,- lung des Obst- und Gartenbau oc r e i n ü statt. Der Verein, dar vor dem Ärle - reges Leben zeigte ist jahcelong unta gerne «n, o e Zahl der Mitglieder war dem Rull u it. nu'r llm so begrühenswerter ist es, datz de De a sich jetzt wieder neu gebildet hat. l\a f <r rührigen Werbetätigkeit des G me"nxer<i wnil- glieds Konrad Schöne zählt <r ietz: über 75 Mitglieder. Der Verein, der al? Gl eb b'ß Kreisobst- und Gartenbauvrrei rs bis he nu e r.ci Vertrauensmann an der Spi e ha te, hielt es für notwendig, einen Vorstand zu w hl n Erster Vorsitzender ist Gemeinde a'Lmi glied Ä o n i ob Schöne, zweiter Vorsitzende- Weih^ in'e. .n- i- ster Karl Ledermann. Der Ver in lebt einen Jahresbeitrag von 2 Rll D:n Mi gll een wird dafür die hessische Monatsschrift Ob Wein-, Gemüse- und Gartenbau une "g tlich 'o- liefert. Der Verein wirkt Im Jntere se der -ooll:- wirtschast hauptsächlich durch belehr mbe Drrtri gc. Ein im vorigen Monat stattgesundener Vortrag des Landw.rtschoftsrates Dr. Koenig war lei der nur schlacht besucht. Für den Win er sind weitere Vorträge vorgesehen: als erster für den 3. Dezember von Landwirtschostsrat Dr. S ch n e i- der überDüngemittel und ihre Anw n u-ig". Einem gemeinnützigen Vereine, wie dem Obst­und Gartenbauverein, der bestrebt ist. durch Wort und Schrift wellen Devölkrrungsk ei en Aufklä­rung darüber zu bringen, wie man d-m h s tschrn Boden und seinen Gewächsen die gröh en Er i ige abgewinnt, wäre sehr zu wünsche" Loh seine Mi'gliederzahl sich noch toeit;Tei u w che er­freuen und seine Veranstaltungen einem .mmer gröber toerbenben Interesse begeg en mötzen.

l. Hungen, 7. Rov Bei der heutigen Rutzholz-Submission wurden folgende Höchstgebote eingereicht: Eichen - Schni tholz- Stämme, 2. Kl 72.15 Mk.. 3. Kl 65,3) Mk., 4 Kl 48,55 Mk; Eichen - Bauholz - Stämme 1 Kl 62,25 Mk., 2. Kl. 56,75 Ml., 3. Kl. 48,50 Mark, 4. Kl. 33.70 Mk. 5. Kl. 24,10 Mk. und 6. Kl. 18; Kiefern-Stämme 3 Kl 28,50 Mk., 4. Kl. 22.50 Mk. und 5. Kl. 18,25 Mk Fich en- Stämme 3. Kl. 25,35 Mk., 4. Kl. 24,15 Ml.. 5a-Äl. 22,15 Wk., und 5b-Kl. 19.15 Mt.

Wei ckartshain. 6. Rov Die hiesige Domaniolförsterei. tie b'sher zum For> amt Laubach gehörte, ist nunmehr dem Forst­amt Riederohmen (Sih in ©rünberg) zu- geteilt worden. Auf der gestern in dieser Do- manialförsterei abgohaltenden Jagd wurden Vdyä Rehe und 22 Hasen geschossen. Füchse kamen nicht vor: unter diesem Raubzeug herrscht eben, wie hier und auf der angrenzend n Jagden sestgestellt wurde, in hohem Mast die Räude.

JP'ZTe.llcr