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Wie der Amtliche Preuhtsche Prelledlenst mitteilt, beschlos; der Kultusminister, am Realgymnasium das Lateinische auch in Zukunft bis zur Reifeprüfung als Pflichtfach fortzuführen. Ferner beabsichtigt der Minister, am Gymnasium den Unter­richt in einer neueren Fremdsprache wieder in Quarta beginnen zu lassen, und zwar mit drei Stunden.

Freigabe Des Sondervermögens der HohenzoiZern.

Berlin. 7. Okt. (WTB.) Der Verfas- sungsausschus) des Preußischen Landtages hat heute mit den Stimmen der Deutsch- nationalen, der Deutschen Volks- Partei und des Zentrums gegen die De­mokraten, Sozialdemokraten und die Kommu­nisten den Gesetzentwurf angenommen, dem­zufolge die Beschlagnahme des Ver­mögens des vormaligen preußi­schen Königshauses soweit aufge- hoben werden soll, als die Gegenstände dieses Vermögens durch rechtskräftiges Urteil oder durch die Anerkennung des preußischen Staatsministeriums als zum Sonderver- m ö g e n des vormaligen Königs, des könig­lichen Hauses oder seiner Mitglieder festge­stellt worden sind oder künftig festgestellt werden.

Die 'Lasch-Versammlung in Potsdam.

Berlin, 7. Okt. (TU.) Die Versamm­lung der Liga für Menschenrechte in Potsdam, auf der der Franzose Basch sprach, fand trotz der Demonstration der vater­ländischen Verbände und der überwiegenden Teile der Bevölkerung Potsdams statt. Die Beteiligung war sehr stark, 90 Proz. der Teilnehmer waren jedoch Berliner An­gehörige des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gvld. Es mußte eine Parallelversammlung abgehalten werden. In der Hauptversammlung sprachen Professor Basch und der Vorsitzende der Liga für Menschenrechte, der Franzose Buisson. In der Parallelversammlung referierte der frühere Reichstagspräsident Lobe. Die Redner beschäfttgten sich namentlich mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und mit der Kriegsschuldfrage sowie der Völkerverständi­gung. Professor Basch kündigte an, daß er trotz des Verbots der bayerischen Staatsregierung in Nürnberg sprechen werde. Beide Versammlungen waren nicht öffentlich und daher nur dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der ßiga für Men­schenrechte zugänglich. Die Veranstaltungen verliefen ohne jede Störung. Der Abmarsch des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold vollzog sich gegen 10 Uhr in aller Ordnung. Ueber die

Gegenkundgebung der Vaterländischen Verbände.

berichtet die Tel.-Union: Trotz einer durch die Friedensgesellschaft veranlaßten einstwei­ligen Verfügung des Landgerichts ttrerrie der Besitzer des Konzerthauses das Etablissement mit Ketten ab. Auch die andern Besitzer der großen Säle gaben ihre Räume nicht her. So mußte Professor Basch in einer geschlossenen Versammlung reden, die in einem Stammlokal der Pots­damer USP. stattfand, das etwa 150 Per­sonen faßt. Mehrere Hundertschaften Schutz­polizei waren zur Auftechterhaltung der Ord­nung aufgeboten. Nachdem unter der auf den Straßen Potsdams auf- und abwvgenden Menschenmassen bekannt geworden war, daß Professor Basch vor geschlossener Gesellschaft sprechen würde, begab man sich zu einer Gegenversammlung, die die vater- ländischen Verbände im größten Saal Potsdams veranstaltet hatten. General von Bartenwerffer stellte fest, daß das Ziel der Verbände erreicht sei, indem Basch in keiner öffentlichen Versammlung zu sprechen Gelegenheit hätte. Freiherr v. Medem be- dauette vom Standpunkt der Frontsoldaten die Schutzpolizei, die entsprechend dem Befehl des Innenministers Severing den Schutz des Professors Basch hat übernehmen müssen und ermahnte zur Achtung vor den ihre Pflicht erfüllenden Schutzpolizisten. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold aber, das sich freiwillig dem Schutz eines französischen Herrn gewidmet hätte, der die Haupt­schuld Deutschlands am Welt-' kriege in Berlin öffentlich ausge­sprochen, könne kein Verständnis und keine Achtung mehr bei deutschen Männern und

Gießener Stadttheater.

Henrik Ibsen:Nordische Heerfahrt".

Georg Brandes, der dänische Literarhrsto- riker, der vielleicht am feinsinnigsten das Schaffen seines nordischen Landsmannes aus der vertrauten Kenntnis seiner Persönlichkeit und dem ergen- 'artigen, uns Deutschen fremd und seltsam an- mutenden skandinavischen Milieu heraus analy­siert hat, stellt in seinen vielerlei Detracht'in"en zu den Perioden des Ibsenschen Lebenswe kes, grade dies Iugendwrrk des Dichters, dieNor­dische Heerfahrt" stets gleich hoch. Gr findet schon hier die Grundelemente dec dramatischen Kunst Ibsens, die faszinierende Kompvs.tton dir fo'ge­rechte Weiterentwicklung einer Handlung voller Rätsel, voll beklemmender Spannungen, voll dunkler Ahnungen, die erst langsam und zögernd zu furchtbaren Gewißheiten werden. nachdem Schleiei um Schleier fallen und tragische Schick­sale entßünen.

Idirn hat mit doller Absicht, wir er in seinem rnffchlußreich'n Vorwo" "u cuten reut- sch"' A 'n >b' Ich^ib' a? Ri^eck, r! . Gig n- tfsche des, uni D ut chen aas > Nib langenl e) unu bc:i Jcm. H e unpT Sj.b . a W .g . so ix Iva ii Stcv 3 i. 2 a tn i ifd;c , . ö fwaga' - : ;? 'Bema iL.-.Lp 1. 12.Lia=

Frauen finden. Die Menge sang begütert das Deutschland-Lied und nahm einsttmmig folgende Resoluttvn an:Die Absicht der deutsch - französischen Freunde, durch einen Franzosen in öffentlicher Versammlung vor aller Welt die Kriegsschuld Deutschlands er­kennen zu lassen, ist fehlgeschlagen. Kein deutscher Wirt hat sein Haus für eine solche öffentliche Versammlung hergegeben. Der Besitzer des Konzerthauses hat sein Grundstück mit Ketten verschlossen. Die Einberufer haben sich schließlich in eine kleine Stammkneipe der sozialdemokratischen Partei zurückgezogen und haben nun dort unter ihresgleichen und unter Ausschluß der Oeffentlichkeit, geschützt durch den preußischen Innenminister Severing, getagt. Daran können und wollen wir sie nicht hin­dern. Wir haben die Ehre von Potsdam ge­schützt und bewahtt. Wir haben die Ruhe und Ordnung sichergehalten. Schwarz-Weiß-Rot bleiben unsere Farben!"

Der Aufmarsch zur hessischen Landtagswahl.

Die sozialdemokratische Landtagswahlliste.

Darmstadt, 6. Oft (Gig. Bericht.) Dre hessischen Sozialdemokraten hielten gestern in Frankfurt einen Landesparteitag ab, auf dem die Kandidatenliste für dre Landtags­wahlen festgestcllt wurde. Mit großer Mehrheit entschloß man sich für eine Landeslrste und lehnte Provinzlisten ab. Gs wurden die Kandi­daten in folgender Reihenfolge festgestellt: 1. Ulrich, Staatspräsident: 2. Adelung, Bür­germeister, Mainz: 3. Lux, Landwirt, Rieder- florstadt; 4. Raab, Minister, Pfungstadt: 5. Kaul, Redakteur, Offenbach: 6. Engel­mann, Direktor des Arbeitsamtes, Mainz; 7. Dr. Strecker, Darmstadt: 8. Steinhäuser, Margarete, Hausfrau, Offenbach: 9. Mann. Gewerkschaftsbeamter. Gießen; 10. Leuschner, Gewerkschaftssekretär, Darmstadt: 11. Sturm- fels, Rechtsanwalt. Gr.-Umstadt: 12. Storck, Lehrer, Darmstadt: 13. Widmann, Landes­sekretär, Offenbach: 14. Scha u b, Schreinermeister, Büdesheim: 15. Hardt, Beigeordneter, Rüssels­heim: 16. Roß. Stadtverordneter, Bensheim: 17. Lückel, Beigeordneter, Alzey: 18. Ritzel, Bürgermeister, Michelstadt: 19. Anthes, Schlossermeister, Sprendlingen: 20. Kiel, Ge­werkschaftsbeamter, Gießen: 21. Delp, Beigeord­neter, Darmstadt: 22. Reuter, Spengler, Mainz; 23. Dornemann, Ministerialrat, Darmstadt; 24. R e ch t h v e n, Bürgermeister, Vilbel: 25. We­ber, Gewerkschaftsbeamter, Offenbach; 26. Zinn- kann, Arbeitersekretär, Worms; 27. Lang, Lagerhalter, Urberach; 28. Walz, Büvgermeistcr' Lauterbach; 29. Lorenz, Bürgermeister, Erz­hausen ; 30. R 0 ch e l m e y e r, Lehrer, Bingen. Weber hat freiwillig seinen Platz mit Dorne­mann getauscht. Bemerkenswert an dieser Liste ist, wie sehr einige bisherige Abgeordnete zurück- gedrängt worden sind.

Die Demokraten zur Landtagswahl.

Darmstadt, 6.Okt. (Eigener Bericht) Der Landesau sschuß der Demokratischen Partei ent­schied sich gestern auf einer Tagung in Frankfurt für Provinzlisten bei den Lcmdtagswahlen; die Aufstellung der Kandidaten wurde den Provinzorganisati^nen überlassen. In einer Entschließung wird der Bürger block abgelehnt, die Reichstagsftaktion möge sich nicht an der Erweiterung der Regierung durch die Deutschnationalen beteiligen. Der einzig mög­liche Ausweg aus der parlamentarischen Situation wäre die Auflösung des Reichstags. Eine weitere Entschließung fordert Deutsch­lands Eintritt in den Völkerbund, die Revision des Falles Fechenbach und das Ausführungsgefetz zu Artikel 48 der Reichs­verfassung (Ausnahmezustand).

Die Einberufung des Landtags.

Darmstadt, 6.Okt. (Eigener Bericht.) Das Plenum des Landtags ist für Diens­tag, den 14. Oktober, vormittags 10 Uhr, ein­berufen. Der Vorstand und Aeltestenrat tritt am 13. Oktober, vormittags 12 Uhr zu einer Sitzung zusammen. Die Fraktions- f i h u n g e n sinden ebenfalls am 13. Oktober- statt.

Versetzung Houghtons nach London?

Berlin, 8. Oft. (T. U.) Wie das Berliner Tageblatt einer Meldung der Reuyork World aus Washington entnimmt, ist der amerika­nische Botschafter in Berlin, Hough- ton, der zur Zeit in Urlaub weilt, als Nachfolger des Botschafters in London, K e l l 0 ck , auser­sehen, der amerikanischer Vertreter während der Londoner Konferenz war. Kellock dürfte in einigen

discher Familiensagen auf menschliche Drme-nsro- nen zurückgeführt. Die hehre Götterwelt Wal­halls erschein in germanisches Famllie'le>en --e- mildert, ja man möchte fast sagen in bürgerliche Atmosphäre gerückt. Die Sage wird verm nschlicht und dadurch vielleicht so außerordentlich bühnen- wi ksam. Nur Hjördis, die Schlachtjungftau Odins, ragt einsam heraus aus dem Graue v de: Vorzeit, sie ist kein Werb von Menichenblut und Menschen Trachten, sie sucht keine irdische Liebe, kein frauliches Glück an der Seite be8 Mannes; Kampfgenossin will sie s in dem Helden, den sie als den herrlichstem sich erkor. Als sie im Kampf mit den Normen unterliegt, reitet sie auf Allvaters schwarzem Rosse empor zur Götter- bit'-n. Siegfrieds heimliche Liebe *u Brunhild, im Nibelungenlied und seinen deutschem Dramai ie rungen nur angedert t, rückt Ibse 1 in den Mi tel- punlt seines Dramas. Daß in den ersten Akten nichts aus dies eigentliche Motiv des Dramas hinweist, daß wir wie aas allen Wolken fal'en, wie am Schluß des dritten Aktes Sigurd dec Hjö dis seine Li b gesteht, ist eine Schwüle des Stückes, wie auch das skwas seltsam H Ingenba Geständnis Sigurds vor seinem Sterben, ec fex Gl ist Ab bic großen HHrschra Wette schon dieses W rk s, i"k ew'geir Wah heilen, die der di .au. axu zi i h ig. za dem V hältnis zan-

.en un<? 3.au, zur menschlichen Willeurs-

Dconalen seinen Rücktritt einreichen und sich vom diplomatischen Dienst zurückziehen. Es scheint, Houghtons Tätigkeit in Berlin hat in Washing­ton so sehr befriedigt, daß die Berufung auf den Londoner Posten als besondere Anerken­nung zu betrachten wäre.

Die britische Regierungskrisis.

Die Arbeiterpartei zu Neuwahlen bereit. Das Schicksal der Liberalen.

Die englische Kabinettskrise geht ihrer Ent­scheidung entgegen. Aus Grund des Beschlusses des gestrigen Kabinettsrates ist es nicht mehr zweifelhaft, daß die Regierung den Kampf mit den Liberalen und Konservativen oufnehinm und aus der Niederlage, die ihr die beiden Parteien am kommenden Mittwoch bereiten wolle.i, die Konsequenzen ziehen wird. M a c d o n a l d wird voraussichtlich dem König die Auflösung des Parlaments als den einzigen Auswe; aus der dauernden Unsicherheit empfehlen. Es hat nach den bisherigen Vorbereitungen den Anschein, daß die Arbeiterpartei mit großer Zuversicht den Neuwahlen entgegen­sieht, weil sie sich bewußt ist, daß es ihr auf Kost en der liberalen Partei ge­lingen wird, die Zahl ihrer Parlamentssitze be­trächtlich zu vermehren.

Die entschiedene Haltung der Arbelterregie- rung in der Frage der Neuwahlen wird sicher ihren Eindruck auf dre anderen Parteien nicht verfehlen. Allerdings wird eine Veränderung der Haltung der Liberalen kaum eintreten, weil sich die Führer schon zu sehr auf dir-Oppo­sition fest gelegt haben. Es herßt auch, daß ein Wahlkampf in allernächster Zeit weder von den Konservattven noch von den Liberalen mit reiner Freude übernommen würde, weil t n den Parteikassen ziemliche Ebbe herrsche, also große finanzielle Opfer seitens der Führer erfordere, weil der Wahlkampf in England eine besonders kostspielige Sache ist. Die Konser­vativen freilich werden solche Opfer nicht scheuen, weil sie alles daran sehen, um die Ac- beiterregierung aus dem Sattel za heben.

Die Leidtragenden werden auf alle Fälle die Liberalen sein, die nach ihrer bisherigen Haltung keine Aussicht auf irgend­welche Erfolge haben. 3a, man rechnet in eng­lischen parlamentarischen Kreisen sogar damit, daß sie aus den Neuwahlen im jetzigen Augenblick so geschwächt hervorgehen, daß sie eventuell auf» hören, eine entscheidende Rolle int Parlamente zu spielen und ihnen nichts weiter übrig bleibt, sich der einen oder anderen Partei anzuschließen. Deshalb konnte es vielleicht doch fraglich erschei­nen, ob sie sich bei der Angelegenheit des kom­munistischen Journalisten Campbell bereits ganz der Opposition verschreiben. Ob sie aller­dings in der Frage des Russenvertrages eine veränderte Haltung einnehmen können, scheint doch recht fraglich, weil sich, wie schon gesagt, die Führer zu sehr auf die Opposition fest gelegt haben. Es würde sich also lediglich um ein Verschie­ben der Neuwahlen um wenige Wochen handeln. Deshalb kann man auch mit Sicherheit annehmen, daß sich die Arbeiterregung jetzt auf keinerlei Kompromihverhandlungen mehr einläht, sondern sofort den Neuwahlen zustrebt, die ihr nur Erfolg bringen können.

Eine Rede Macdonalds.

London, 7.Oft. (Wolff.) 3n der Er­öffnungssitzung der Iahresversammlung der Ar­beiterpartei hielt Macdonald eine Rede und erklärte, die Regierung werde sowohl dem kon­servativen Tadelsvotum wie auch dem liberalen Ergänzungsantrag hierzu, die morgen im Unterhause zur Abstimmung ge­langen, und sich auf die Einstellung des Straf­verfahrens gegen den Herausgeber des kommu­nistischen BlattesWorkers Weekly" beziehen, Widerstand entgegensetzen. Der Minister sprach sich gegen forcierte Neuwahlen aus und bezeichnete den liberalen Zusahantvag als darauf gerichtet, der Regierung zwar nicht ein Mißtrauen auszusprechen, aber sie zu be­leidigen.

Der chinesische Kriegsschauplatz

Neu York, 8. Okt. (Tel.-Un.) Nach den neuesten Meldungen aus Schanghai läßt sich an der chinesischen Front die Lage wie folgt beur­teilen. Es gelang den Regierungstruppen, den als wichtigen strategischen Gesichtspunkt be­zeichneten Berg Silnghiang, 25 Kilometer süd­westlich von Schanghai zurückzu erobern. Die Rebellen sind auf der ganzen Front um etwa 9 Meilen zurückgeworfen. Augenblicklich werden erbitterte Kämpfe um die von den Regierungs­truppen gehaltene Stellung um und in Schang- Hai-Kwan und in der Gegend von Iehol und Mukden geführt. Wie die Pekinger Regierung mitteilt, sind von den Franzosen wiederum 20 Flugzeuge und 10 Tanks an die mandschurischen Truppen geliefert worden.

besttmmung zu sagen hat, lassen diese Uneben­heiten geringfügig erscheinen.

Daß unfer Stadttheater zur Eröffnung der Wintersaison Ibsens, des großen Wegweisers mo­derner dramatischer Kunst, taufrisches Iugend- werk wählte, darf man vielleicht programmatisch deuten. In diesem programmatisch verheißungs­vollen Sinne nehmen wir auch die Aufführung an sich Mit Hilfe der Herren Löffler und Keim hatte Adolf Telekh einen sehr beachtlichen Dühnenrahmen geschaffen, der in der Fjvrdland- schaft des ersten und letzten Aufzuges nur um.ein wenig weiter hätte gehalten werden dürfen. Die Kampfszene des ersten Aktes konnte sich auf dem schmalen Raum zwischen den Felsen kaum ent* falten. Auch die Bewegung der als Alpinisten noch nicht einwandfteien Statisten toäre dann zwangloser gewesen, und ihr tätiges Mitsp'.elen nicht gar so schnell im Keime erstickt. In der re­lativ weiteren Halle gelang dies sehr viel besser.

Die tragende Rolle des Dramas und aiich der Ausführung war die Hjördis Freya Sturm­fels'. Die fast knabenhaft schlanke Gestalt im dunklen, freudlosen Gewand, aus dem ein bleiches, scharf zu amm ungefaßtes * Antli 1 mit glühen.'e 1, bei aller Här.e fast träumerisch in ' ie Ferne blickenden Augen sich abhebt. ist fast die ideale Verk örpern g es B nn- hildentyps in's Nordisch-Gigantische, umfaß-

Aus aller Welt.

Die Zukunft der Zeppclinkreuzer.

Die Fertigstellung des Luftschiffes Z. R. 3, das voraussichtlich am Donnerstag seine Reise nach den Vereinigten Staaten antritt, hat in England und Amerika großzügige Pro­jekte reifen lassen. Die Engländer tragen sich ja schon lange mit dem Plan, eine Luftschiff - liniezwischen London undIndien her- zustellen, die noch bis nach Australien erwei­tert werden soll, aber der Mengel an E sahrungen auf dem Gebiete des Luftschiffbaues iit ihren Plänen bisher hinderlich gewesen 3e.;t haben sie sich in Friedrichshafen einmal gründlich umgesehen und wollen nun ein Riesen! uftschiff bauen, das fünf­mal so groß wie Z. R. 3 werden soll. Aber auch die Spanier haben schon lange die Entwicklungsmöglichkeiten des deutschen Luftschiffe Wesens eriannt und wollen nun in Friedrlchsha^ :n ein Luftschiff bauen lassen, das im kommenden Frühjahr die Verbindung zwischen »Spanien und Südamerika Herstellen soll. Bedauerlich bleibt aber, daß Deutschland lediglich seine Er- sahrungen und Kenntnisse in den Dienst anderer Staaten stellen muft, ohne sie selbst ausnützen au dürfen.

Eiu Darmstädter Theaterskaudal.

Darmstadt, 7. Ottober (WB.) Zu einem Theaterstandal tarn es heute in Darmstadt anläß­lich der Premiere, von Ernst Barlachs Drama Die echten Bodemunds". Das Publikum wußte mit den grotesken Bildern, obwohl diese in der Inszenierung von Ernst Legal einen stili­stisch meisterhaften Rahmen erhalten hatten, in­haltlich nichts anzufangen. Nach anfänglicher eisiger Zurückhaltung begann man zu pfeifen und bei offener Szene ironisch Beifall zu klatschen; schließlich, im letzten Bilde, wurde allgemein ge­pfiffen. Die ausgezeichnete Leistung der Darstel­ler wurde am Schlüsse nach offensichtlich einmütiger Ablehnung des Stückes ebenso offen anerkannt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 8. Okt. 1924.

Die Ermäsjigimg der Umsatzsteuer.

Durch die Verordnung des Reichspräsidenten über wirtschaftlich notwendige Steuermilderungeii vorn 14. September 1924 ist der Sah der all­gemeinen LI m s a h st e u e r für die Llmsähe vom 1. Oktober 1924 ab von zweieinhalb vom Hundert auf zwei vom Hundert ermäßigt worden. Darüber, ob ein Llmsah vor oder nach dem 1. Oktober liegt, entscheidet nach den Durch­führungsbestimmungen bei der Versteuerung nach den vereinnah inten Entgelten (Isteinnahme) der Zeitpunkt der Vereinnahmung, bei der Versteue­rung nach den Leistungen und Lieferungen (Soll­einnahme) der Zeitpunkt der bewirkten Leistungen. Durch diese Bestimmung wird verhindert, daß Steuerpflichtige in den auf den Monat Oktober folgenden Monaten Voranmeldungen sowohl nach dem Satze von 2Vs vom Hundert als auch nach dem Satze von 2 vom Hundert abzugeben haben. Die Steuerpflichtigen, die zu monatlichen Umsatz» steuervorauszahlungen verpflichtet sind, haben da­her erstmals im November 1924 für die Umsätze im Oktober, die Steuerpflichtigen, die zu viertel- jährlichen Umsatzsteuer Vorauszahlungen verpflich­tet sind, erstmals im Ianuar 1925 für die Um­sätze von Oktober bis Dezember 1924 die Umsatz­steuer in Höhe von zwei vom Hundert zu ent­richten. Dagegen haben sowohl die Monats- als auch die Vierteljahrszahler bei der Voraus» zahlung im Oktober 1924, die sich auf die Um­sätze vor dem 1. Oktober 1924 bezieht, noch zwei­einhalb vom Hundert zu zahlen.

Um die mit der Ermäßigung der Steuer bezweckte Preissenkung auch bei Bindung an länger .zurückliegende Verträge zu ermöglichen, muhte ein zivilrechtlicher Anspruch des Ab­nehmers auf Preisnachlaß geschaffen werden. Ist die Preisvereinbarung vor dem 25. September 1924, also zu einer Zeit getroffen, zu der die Kenntnis von der neuen Regelung noch nicht allgemein durchgedvungen war, so hat der Liefe­rungsverpflichtete dem Abnehmer einen Nachlaß in Höhe von einhalb vom Hundert des Entgelts zu gewähren.

Die Durch ühnungsbe^imm mge i sehvi schließ­lich vor, daß dein Ausfuhrhändler in Füllen, in denen der Umsatz ins Ausland vor dem 1. Ianuar 1925 getätigt wird, noch zweieinhalb vom Hundert des Preises vergütet werden, so­fern der Vergütungsanspruch selbst bis zum 31. Ianuar 1925 geltend gemacht ist.

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Wettervoraussage,

für Donnerstag.

Veränderlich, vorwiegend wolkig, ziemlich kühl, zeitweise Regenfälle.

bar Geheimnisvolle gesteigert. Ihr Spiel offen­barte diesen seltsam übermenschlichen Charakter in feinsten Nuancierungen. Feix Norfolk wird von Frau Sturmfels die starke Beherrschtheit der Bewegungen und des Ausdrucks, die außerordent­liche Modulationsfähigkeit und Prägnanz der Sprache, kurz schärfste Konzentration lernen müssen, um ihr ein gleich guter Partner zu werden, wie es Herr Lamb erlin war. Bei den großen Qualitä'.en, die seinSigurd" aufwies, wird ihm dies gewiß nicht schwer fallen. Mit Kurt Ioachim Baum scheint die Intendanz ebenfalls einen guten Griff getan zu haben. Sein Thorolf war temperament­voll und im Spiel scharf umrissen. Max Ho f f - mann gab, unterstützt durch eine gute Maske, dem tückischen Bauern Kore eine saubere Charak­terisierung. Die blonde, frauliche Dagny gab Gerda Bachfeld, ganz hingebendes, liebendes Weib. Etwas mehr Kraft vertrüge die Rolle je­doch ganz gut. Auch ihre Sprechtechnik bedarf noch einiger Schulung. Sehr sorgfältig durchgearbeitet waren der Oernulf Paul Schuberts und Carl I u h n k e s Gunnar. Das Skaldenlied des greifen Recken am Grabhügel der Söhne war von ergrei­fender Wirkung. Der Gesamteindruck des neuer Ensembles verspricht für die begonnene Saisor bei weiterer sorgfältiger Auswahl des Spiclplans und ebenso glücklicher Rollenbesetzung noch manch gleich erhebenden Abende.