nr. 257 Erstes Blatt
Jahrgang
Mittwoch, 8. Mover 1924
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oderhessen
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Deutschland und der Völkerbund.
Der Eindruck der französischen Antwortnote. — Die britische Antwort. Nansen in Berlin.
DonunseremDerltnerDertreter.
Berlin, 8. Oft. (Drahtmeldung.) Die Antwort der französischen Regierung auf das deutsche Memorandum in der Völferbunds- frage hat in den Berliner maßgebenden politischen Kreisen einen nicht ungünstigen E i n d ru ck yervorgerufen. Da die französische Regierung gegen die Einräumung eines deutschen Sitzes im Völker- bundsrat keinerlei Einwendungen erhebt, wäre die wichtigste Voraussetzung für die Stellung eines deutschen Zulassungsantrages an den Völkerbund gegeben. Unerfreulich ist dagegen der französische Stand- rmft, daß Deutschland keinerlei Vorbe- alte oder Bedingungen stellen dürfe. Man wird deutscherseits nicht darauf verzichten können, sich in der Neutralitätsfrage unbedingte Handlungsfreiheit zu sichern. Nach wie vor steht die Reichsregierung auf dem Standpunkt, daß Deutschland unmöglich an denjenigen Abmachungen des Völkerbundes teUnehmen kann, die sich auf internationale Konflikts fälle beziehen und die Mitglieder des Bundes verpflichten, an etwaigen militärischen Aktionen des Völkerbundes teilzunehmen und den Völkerbundstruppen den freien Durchmarsch durch ihr Debiet zu gestatten. Diese Notwendigkeit ergibt sich ganz natürlicherweise aus den Beziehungen zwischen Deutschland und Sowjetrußland. Obwohl durchaus keine 2lbmachungen bestehen, die Deutschland verbieten könnten, sich an einer Aktion gegen Rußland zu beteiligen, erfordert es das unbedingte Lebensinteresse Deutschlands, sich in einem Konfliktsfall mit Rußland außerordentlich neutral zu verhalten, da es sonst zum Kriegsschauplatz verwandelt werden könnte. Ganz abgesehen davon muh die deutsche Regierung zweifellos gewisse Rücksichten auf Sowjetrußland nehmen, zumal deutscherseits ein erhebliches Interesse an dem ungetrübten Fortbestehen der freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland besteht.
In der französischen Antwort erblickt man deutscherseits immerhin einen sehr ernst zu nehmenden Ausdruck der Bereitwilligkeit Frankreichs, Deutschland den Eintritt in den Döllerbund zu erleichtern. Man sieht daher den bevorstehenden diplomatischen Unterhandlungen sehr zuversichtlich entgegen. Da in den nächsten Tagen auch die Antworten der anderen Dölkerbundsregierungen in Berlin ein- getrvffen sein werden, kann damit gerechnet werden, daß das Problem der deutschen Stellungnahme zum Völkerbund in wenigen Wochen vollständig geklärt sein wird. Dec offiziöse französische „TeinpS" macht darauf aufmerksam, daß ein deutscher Zulassungsantrag zum Völlerbund bereits am 10. Dezember zur Erledigung gelangen könne. In den Berliner Regierungskreisen hat man den Eindruck, daß diese französische Auslassung bewußt ein viel zu früh angesetztes Datum herausgegriffen hat, um Deutschland auf diese Weise zu einer Beschleunigung des in Aussicht genommenen Zulassungsantrages zu veranlassen. Die Frage, wann em solcher Antrag erfolgt, hängt lediglich von dem Ausgang der diplomatischen Sondierungen ab.
Die englische Antwortnote überreicht.
London, 8. Oft. (Tel.-An.) Die britische Antwortnote auf die deutsche Anfrage über die Bedingungen für den Beitritt zum Völkerbund wurde gestern abend in London d e mb ent sch e n Botschafter überreicht. Die Note gibt an, daß die Bedingungen vom Dotter- b u n d s r a t und nicht von irgendeinem einzelnen Mitglied des: Völkerbünde s aufgestellt werden müssen. Sie gibt ferner der Hoffnung Ausdruck, daß Deutschland dem Völkerbund beitreten werde und enthalt Die Erklärung, Deutschland würde keine Schwierigkeiten haben, einen Platz im Rate des Dollerbundes zu erreichen.
Kein zweites Memorandum.
Berlin, 8. Oft. (T. A.) Wie die Telegra- phen-Union von zuständiger Stelle erfährt entsprechen die Nachrichten eines Berliner Abend- Blattes, daß die Neichsregierung in der Dolker- bundsfrage ein zweites Memorandum an die ausländischen Mächte abzuschicken beabsichtige, nicht den Tatsachen. So lange die übrigen Antwortnoten noch nicht vorliegen, ist gar nicht abzusehen, welcher Art d i e n ä ch st e n S ch r i t 1 e fern werben. In diesem Zusammenhang ist übrigens zu betonen, daß der Anwesenheit Frithiof Nansens weniger politische als st i m m u n g s m a p i g e Bedeutung zukommt. Der norwegische Gelehrte, der
gestern dem Reichspräsidenten und dem Reichsauhenminister Höflichkeitsbesuche abgestattet hat, wird heute, Mittwoch, Gast des Reichskanzlers fein.
Eine Rede Nansens.
Die Leistungen des Völkerbundes. — Der kommende „große Dag" in (Yens.
Berlin, 8. Oktober. (TU.) Fcithjof Qianfen hielt gestern im Berliner Rundfunk eine Rede über Deutschlands Eintritt in den Völkerbund, in der er u. a. sagte: „Die Berechtigung der Hoffnung, daß der Völkerbund die Idee verkörpert, die seine Gründung rechtfertigt, hat sich glücklicherweise schon jetzt bestätigt. Eine deutliche Sprache reden die D e s ch l ü s s e, die der Völkerbund gefaßt und die Weltbildung gewonnen haben. Aber nicht nur die Beschlüsse, denen sich alle Mitgliederstaaten unterwerfen mußten, die in gemeinsamer Tätigkeit zum Wohle der Menschheit durchgeführt wurden, sind es, die den Geist kennzeichnen, von dem die Arb.nten des Völkerbundes getragen sind. In diesem Zusammenhang brauche ich nur zu erinnern an die H e i m f ü h - rung aller Kriegsgefangenen, wobei ich immer glücklich sein werde, mich der rastlosen Mitarbeit der deutschen Regierung erinnern zu können. Ich erinnere an die Arbeite r der interalliierten Kommission, der heute schon viele führende Wissenschaftler angehören. Die praktische Wirksamkeit erkennen wir indessen am besten an den glücklich durch den Völkerbund verhinderten Kriegsmöglichkeiten. Nicht um Streitigkeiten der Heineren Mächte handelt es sich, sondern auch um ernste Konflikte wie zwischen England und Frankreich, die durch die Verordnungen für Nordafrika entstanden wären. Nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch hat sich der Völkerbund als wirksam erwiesen. Oesterreichs Rettung ist allein ein CEBerf des Völkerbundes, ebenso sind die Bemühungen
um die Sanierung Ungarns nicht gering einzuschähen. Griechenland, ein Land von 5 Millionen Einwohnern, war gezwungen, über eine Million Flüchtlinge aus der Türkei aufzunehmen. Es vermochte dieses Problem nur mit Hilfe des Völkerbundes zu lösen. Die letzte Tagung ist der sicherste Beweis für die Stärke und wachsende Anerkennung des Völkerbundes. Nicht dadurch, daß mehrere Premierminister den Der- Handlungen beiwohnten, sond.m durch fein Programm, welches die Abrüstungsfrage und das obligatorische Schiedsgericht behandelte. Ich kann sehr wohl die Gründe verstehen, die D e u t s ch l a n d veranlaßt, seinen Beitritt zum Völkerbund bisher hinauszuzögern. Ich bin aber überzeugt, daß sie überwunden werden und zum Teil schon überwunden sind. Es wird ein großer Tag fein, an dem Deutschland seinen Sih im Dölt'e.bunds.at einnimmt, zum Schuhe des gemeinsamen Friedens und ebenso die Vertretung feiner Interessen und Aufgaben, die deutsche Kultur betreffen. Eine Kultur, die niemand vermissen will und die noch hohe Aufgaben zu erfüllen hat. Der deutschen Regierung hierb i Hilfe zu leisten, wird die Freude aller Völkerbundsfreunde sein. Hoffen wir, daß es bald der Fall sein wird."
Die Türkei
zögert mit dem Eintritt.
Paris, 7. Oft. In Konstantinopel erklärt man zu der Genfer Meldung, daß eine außerordentliche Versammlung des Völkerbundes im Dezember über die Zulassung Deutschlands und der Türkei beschließen werde, die e Nachricht wäre, was die Türkei nnbotrifft. verfrüht. Die junge türkische Republik wünsche wie alle anderen Demokratien lebhaft, mit dein Völkerbund zusammenzuarbeiten. Aber Erwägungen politischer Opportunität hinderten sie, unverzüglich in Genf ihren Eintritt anzuregen, so lange die Frage von M o s s u l noch vor dem Völkerbund anhängig fei.
Negierungserweiterung oder Reichstags- auflöfung.
Die Fertigstellung der neuen Richtlinien des Reichskanzlers hat sich in letzter Stunde noch etwas verzögert, so daß erst am Mittwochnachmittag die entscheidenden Verhandlungen mit den einzelnen Parteien vor sich gehen können. Aber diese Verhandlungen werden schon genügen, um Klarheit darüber zu bringen, ob eine Regierungserweiterung und somit ein ersprießliches Arbeiten des Mitte Oktober wieder zusammentretenden Reichstags möglich wird oder ob nur noch der einzige Ausweg, nämlich die R e i ch s t a g s a u f l ö s u n g, übrig bleibt. Daß eine Regierungserweiterung nach rechts u n d l i n k s möglich wird, erscheint uns angesichts der Haltung der Sozialdemokixrtie absolut ausgeschlossen. Es bleibt also lediglich die Bildung eines Bürgerblocks übrig, für die aber ebenfalls die Aktien nicht allzu hoch im Kurse stehen. Falsch wäre es j^wch, wollte man aus den Äußerungen einher Berliner demokratischer und Zentrums-Zeitungen schließen, daß diese beiden Parteien den Deutschnativnalen gegenüber eine durchaus ablehnende Haltung an den Tag legen werden. Allerdings wird eine solche Möglichkeit nur dann in Frage kommen, wenn die Deutschnativnalen nicht Hipp und Har erklären werden, daß sie das außenpolitische Programm der gegenwärtigen Regierung billigen und an der Durchführung der Londoner Abmachungen mitarbeiten wollen. Alles hängt jedoch von der Haltung des Reichskanzlers D r. M a r x ab, von dem man wohl erwarten darf, daß er sich durch Quertreibereien der Sozialdemokraten bei den Verhandlungen am Mittwoch nicht stören lasse und im Falle eines Scheiterns der Besprechungen mit der sozialdemokratischenReichs- tagsfraktivn die Verhandlungen dennoch mit den Leu tschnationalen aufnimmt. Er würde übrigens gegen sein Mandat verstoßen, wenn er in einem solchen Falle die Derhandlungen abbre = chen würde. Sollte aber auch das Verhandlungsergebnis mit den Deutschnationalen negativ ausfallen, wofür im Augenblick noch keine greifbare Handhabe v-orllegt, dann wird der Reichsregierung nichts anderes übrig bleiben, als zurückzutreten rmb Neuwahlen auszuschreiben. Man darf wohl hoffen, daß die bürgerlichen Parteien am Mittwoch soviel Vernunft aufbringen, um der Sozialdemokratie den Gefallen einer Reichstagsauflvsung nicht zu tun.
Der Reichskanzler erbittet Antwort bis Mittwoch abend.
Berlin, 8. Oft. (TA.) Die Richtlinien des Reichskanzlers wurden heute morgen den Fraktionen ausgehändigt, damit diese sie ihren Beratungen zugrunde legen können. Wie die Telegraphen-Anion von zuständiger Stelle erfährt, hat der Kanzler die Fraktionen gebeten, ihm bis Mittwoch abend 8 Ahr Bescheid initzuteilen. In politischen Kreisen rechnet man aber kaum damit, daß
bereits am Mittwochabend eine irgendwie abschließende Klärung der parlamentarischen Situation vorliegen wird. Entgegen anders lautenden Meldungen ist festzustellen, daß an eine Veröffentlichung der Richtlinien zunächst nicht gedacht werden kann.
Die Regierungsparteien hinter Dr. Marx.
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 8. Oft. (Drahtmeldung.)
Nachdem die Bemühungen der volkspartei- lichen Kreise zur Wiederherstellung der taktischen Einheitsfront der Regierungsparteien geführt haben, erscheinen die Aussichten auf eine Klärung der parlamentarischen Situation wesentlich günstiger. Wie wir hören, stehen sämtliche Regierungsparteien, also auch die Deutsche Dolkspartei, geschlossen hinter dem Reichskanzler Dr. Marx, so daß eine Neubesetzung desReichskanz- lerpostens nicht in Frage kommen kann. Die Frage der Hinzuziehung der Deutschnationalen zur Regierungskoalitlon hängt nunmehr davon ab, ob die deutschnationale Reichstagsfraktion d i e Richtlinien des Reichskanzlers grundsätzlich annehmen wird. Ist dies der Fall, so dürften auch im Zentrum keine wesent lich e n Wider stände mehr gegen den Eintritt der Deutschnationalen in Betracht kommen, während allerdings die Demokraten offiziell aus demKabinettausscheiden werden. Sollte die deutschnationale Reichstagsfraktion dagegen das Programm des Kanzlers ablehnen, so müßte mit einem Scheitern der Derhandlungenüber die Regierungsumbildung unbedingt gerechnet werden.
Ernste Bedenken der Deutschnationalen Volkspartei.
Berlin, 8 Oft. (Drahtmeldung.) In den führenden deutschnativnalen Kreisen beurteilt man die parlamentarische Situation ziemlich ernst. Aus den Richtlinien des Reichskanzlers hat man den Eindruck gewonnen, daß es beinahe unmöglich sein wird, eine brauchbare Derhandlungs- grundlage zu finden. Die de-utschnationalen Führer sind gegenwärtig daran, ein Gegenprogramm auszuarbeitSn, das die deutsch- nationalen Mindestforderungen enthält. Lehnen die Regierungsparteien ab, auf dieses Programm einzugehen, so würde man feilend der deutschnativnalen Partei die Derband- lungen abbrechen müssen.
Hrantteich und Belgien zeichnen die deutsche Anleihe.
Die cntfchcibciibcii Verstaub!linste» tu Paris London imb Vrnsscl.
Paris, 8. Oft. (TA.) Die Beteiligung Frankreichs an bet 800-Millione i Anleihe ist gestern vormittag grundsätzlich beschlossen worden. 3m Laufe der Besprechungen, zu der H e r r i o t und der Finanzminister C l c m c n- t e l und ungefähr 20 Vertreter der französisch'n Finanzwelt, darunter die Barone von R o t lisch i l d, eingeladen waren, ist über die Höhe b:r französischen Beteiligung verhandelt und weiter zu der Frage Stellung genommen worden, ob die Danken die französischen Anleihestücke dem Publikum zugänglich machen sollen. Aeber diese Besprechungen ist offiziell nichts zu erfahren. Die Bankiers haben jedoch, wie von unte richle- ter Seite verlautet, die Erklärung abg'gehen, daß sie in der Lage seien, 3 Millionen Psund Sterling (240 M ll'onen Fianken) aufzubring-?'i d"ch unter ber Voraussetzung, daß die Möglichkeit le- steht, d.e An.e hepapirve auf sämtlichen F i- nanzmärkten abzusehen. englischen Schatzamt wird die Absicht zugeschi i<.ben, französische Anleihestücke von dem britischen Finanz- markt a u s z u s ch l i e h e n, um zu verhindern, daß mit der Aebertvagung der in Frankreich ausgegebenen Wertpapiere auf dem britischen F.nanzmarkte eine Stützungsaktion des F ' anken zum Nachteil der e n g I : f <h e n Devise versucht würde. Die Herren S.rgeant vv.i der An on öoeiete Generale haben den Aas- trag erhalten, nach London aufzubrechen, um die Schwierigkeiten in den Verhandlungen tziit den engl.schen Bankiers aus dem Wege zu räumen. Die beiden Herren werden sich außerdem noch einen französischen Finanzmann zur V-'r- fügrmg stellen und mit ihm gemeinsam die Besprechungen mit den Vertretern der amerita» Nischen Banken und Dr. Schacht swvie Finanzminister Dr. Luther fcrtehen Ql ch Belgien scheint nunmehr entschlacken zu lein, sich an der Zeichnung der 800-Mill.onen-Anleihe zu beteiligen, und zwar mit einem Betrage von etwa l1,2 Millionen Pfund Sterling. Gestern nachmittag um 1 s4 Ahr hielt THeunis inJBrüffel eine Zusammenkunft mit führenden Persönlich- feiten der belgischen Finanzwelt ab. in deren Verlauf die Frage erschöpfend behandelt wurde
Aufhebung
der Aussuhrabgabe.
Berlin, 8. Oft. (Drahtmeldung.) Wie trlr Hoven, steht ein Eingreifen des ameri- kanischen Generalagenten für die Reparationen in der Frage bet sechsund,zwanzigprozentigen Aussuhrabgabe unmittelbar bevor. In den deutschen Regievungskreisen rechnet man damit, daß diese in schroffstem Widerspruch zu dem Geist des Sachverständigengutachtens stehende Maßnahme unbedingt zu Fall kommen wirb, und zwar dürste bas zu einem Zeitpunkt geschehen, wo bie wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen Deutschland und den Alliierten noch nicht beendet sein werden. Dadurch würde dem Zustand, daß bie sechsunbzwanzigprozentige Ausfuhrabgabe als Druckmittel gegen Deutschlanb angewandt wirb, endlich -ein Ende bereitet werden.
Aus dem Aufwerlungsausschuh.
Berlin, 8. Oft. (Tel.-An.) Im werteren Verlauf der Aussprache im Aufwertung saus- schuh des Reichstags wurde bie Frage behandelt, inwieweit eine Erhöhung des AulWertung s sa hes von 15 Prozent auf das Vermögen auf Grund der Dritten (Steuern ottierorbnung möglich sei. Angenommen wurde ein Antrag des Abg. Hergt (Dntl.), worin die Regierung um Aeußevung darüber gebeten wird, inwieweit die Gemeinden mit einer Aufwertu.rgs- steuer belegt werden können, um Mittel für die Reichsanleihe auf Wertung zu beschallen und inwieweit die Industrie im Wege der Freiwilligkeit ihre Obligationen tt-eiter über den Aufwertungssah von 15 Prozent hinaus bisher zurückgezahlt hat.
Bttdunyskonferenz im Rathenau-Haus.
Berlin, 8. Oft. (TA.) Wie das „D. T.- rnitteilt, sand gestern im Walter-Rathenau- Haus in Berlin-Grunewald auf Einladung und unter Leitung des Reichsinnenmini st ers Dr. Iarres eine Besprechung der deutschen Unter» richtsminister über schwebend? Bildungsfragen statt. Die Versammlung beschloß, einen sechsgliedrigen Ausschuß aus Vertretern der Anterrichtsverwaliungen der Länder zu schaffen, der bei grundsätzlicher Anerkennung der Kulturhoheit der Länder unter dem Vorsitz des Reichsministers des Innern auf eine möglich st gleichmäßige Lösung der Bildungsfragen hinarbeiten und durch Verständigung die Schwierigkeiten beseitigen soll, die sich aus einer zu großen Zersplitterung des deutschen Schulwesens ergeben könnten. Den Beratungen wohnte zettwelse auch der Reichskanzler bei-


