Einzelbild herunterladen

kN Haushalt _ echmidi. yinnlngeÄ uchtltzk- «-W ädÜM b« I. Äarien. flfliidii. ^lah, ^crgaifcffor Utiubiaiflitr.L biß, ftl D« ht. 0171)52

möBinDM

tzklllel.

IIIIHDII

idif lüdiiiQtj Dki iidit g. Hans einen (iüu-jI): i bobtn Üstza .{'ombarg. Sbkkt- zu m

7 MOD biqstr. 3 l. MMRM

<

icweibte,

»ndeMldchen hn aber keine sie alle sitzen sowohl li|,ier' t Füllen i'e'fr . Hühneraugen korken au«* r nach einem denn von dem enderBlnt^ ;j Alle »"Re- hon durchpr*

roß und Uem, Serschiuun- iS«?:". ST>*. ;S^ glichen lfr i verhütet dal '!Ü Nerve".

»Jw

£»gSS

intfa*nLa||en ssrs^-

Sie tiSr« eiche Br ;Ä>rel itun^ÖHc110 l.seusrh'^on

jj tg »M

fit, 58 Swettes Platt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)

Samstag, 8. März 1924

Don der Eietzener

Die Handelskammer Diesten über­mittelt uns den Bericht über ihre Tätigkeit im Hahre 192 3. Sie gibt darin einen bemertenS- werten Rückblick aus die schvere Rotzeit unserer engeren Heimat und des gesamten Vaterlandes im versessenen Jahre, und leitet hieraus sehr berechtigte und gewichtige Forterungen für die Zukunft unserer industriellen und gewerblichen Wirtschaft <rb. In dem Bericht, aus dem wir nachstehend die wichtigsten Abschnitte auszugs­weise wiedergeben, heisst es u. a.:

Es must zunächst wieder wie im vorjährigen Gericht hervorgehoben werden, Last die Kam­mer bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die Aushebung der letzten Reste der

Zwangswirtschaft

auf den einzelnen Gebieten eingetreten ist. Sie lieft sich dabei von dem Gedanken leiten, daft nur bei Döllig freter Entfaltung der wirtschaft­lichen Kräfte der Handel seine groste, wirtschaft­liche Aulgabe, nämlich die geregelte Versorgung Oer Deoblkerung mit den Waren und Gegen­ständen des täglichen Ledcnsbedarss auf schnell­stem und billigstem Wege, zu erfüllen imstande ist. Die staatliche Furtzorge, d. h. die Lieber- wachung von Erzeugung, Handel und Verbrauch, yat denn auch im Berichtsjahre weitere Ein­schränkungen erfahren.

Auf dem Gebiete der

Eozialpolltik

Jat daS Währungselrnd geradezu verheerende Wirkungen ungerichtet Es must e ältlich erwogen werden, ob nwn bei dem Wiederaufbau der so­zialen Fürsorgemaftnahmen nicht einen anderen Weg als den bisherigen wird beschreiten müssen. Jedenfalls darf das eine gesagt werden, daft, nur rin reicher Staat ausgedehnte Sozialpolitik treiben atm und daft bei unserer Verarmung alle für- sorgende Sozialpolitik auf ein tragbares Muh herabgesetzt werden muft.

Was unserer tief darniederliegenden Wirt­schaft allein Helsen kann, ist Mehrarbeit. Tiefer Forderung schien auch die Demobil- nachungsverordnung über die Arbeitszeit eini- ictmaften Rechnung tragen zu wollen. Diese Ver­ordnung gab dem Llnt rnehmertum die rechtliche Möglichkeit, in freier Ve stärrdigung unmittelbar mit den Arbeitern im Betriebe eine Arbeitszeit- rcgelung zu tresen. iveM>e der Le aensn ottvendig» feit unserer Wirtschaft im Interesse der für das ganze Volk erforderlichen Produktionssteigerung mtsprach Im di se gesunde Entwicklung hat aber «s Rcichsarbcktsmiuister um mit rauler Hand kingogriffeii, indem es die Möglichkeit zum Ab- chluft von Bet ri. bsvere mbauunrea über die Ar­beitszeit beseitigt und die Gewerkschaften zum ausschlirftlichm Träger der Vereinbarungen gr° nacht hat. Damit ist dem Lintemehmertum dir nötige Dertragsfreiheit auf dem Gebiet der Ar­beitszeit zum guten Teile wieder genommen worden. Line völlige Verkennung der Staatsaufgabe be­deutet auch der Entwurf des Gesetzes über die Ausbildung Jugendlicher. Dieser Ge­setzentwurf sah einen solchem kostspieligen Lieber» vxachuirgs- und Derwaltungsapparat vor und ent­hielt so lies in die Verhältnisse eines jed.'N ein­zelnen Betriebes einfck>neidende Vorschriften, daft >cnt Linternechner jede Lust zur Ausbil­dung von LehrUngen genommen werden muft, worunter natürlich die Qualität des gewerbliäxm Nachwuchses und die gesautte Produktion schwer- ten Schaden leiden wird.

Eine von staatsmännischem Geist getragene Steuer- und Währungspolitik

Ist auch im Berichtsjahre nicht getrieben worden. Es wurden vielmehr Steuergesetze geschaffen, die gerade die Augenblicksbeduri-nck e gebo.en haben und denen daher der Stempel der Lln^ulängli-ch- feit in vielfacher Beziehung aufre.wuckt war. Die Handelskammer hat die sich überstürzenden Steuergröße mit wachsament Auge verfolgt tauft sich aus g undfätzlichrn Erwägungen nicht gegen sie rufgelehnt, wenigstens sow.it es sich um die Rhein- und Ruhrabgabe und die Lim- restaltung bei Einkommensteuer hindelle. Wohl ater hat sie gegen die im August beschlos­sene Betriebs st euer ganz entschieden Ein­spruch erhoben, weil sie die Grundregeln jeder ver­nünftigen Steuerpolitik gänzlich aufter Acht läftt. Dem allseiägen Verlangen auf sofortige Aufhe­bung ist man nach langem Zögern nachgekommen, nachdem sie schwere Schäden angerich et hat.

Einen brei en Raum der Tätigkeit der Han­delskammer aus dem Gebiete des Steuerwesens zahm ebenso wie in früheren Jahren die Ge­werbesteuer ein. Die Handelskammer hat bei allen Beratungen und Gutachten immer wieder darauf hingewiesen, daft die Grenzen der Trag- lähigkeit ber Gewerbesteuer bei manchen Wirt-

Handelskammer.

schaftskreisen bereits überschritten und eine Aen- berung des gesarn en Steuersystems dringend not­wendig ist. Die im Berichtsjahr in A'vgr.s, genom­mene Reuregelungder Gewerbe st euer» gesetzgebung in Hessen trägt denn auch dem Verlangen nach einer grundlegenden Ae.a» derung der visherigen Gewerbesteuer, wie sie im Gemeindeumlagengeseh vom 8. Juli 1911 geregelt war, Rechnung. Der den Handelskammern zur Degutachtung ooigelegte Gesetzentwurf geht den einzig rich ig.m Weg, indem er die bisherige Kom- bii"xitvon von Anlage- und Betriebsaapital und Ertragsberech rung beseiligt und ci tfach neuen die Besteuerung des Anlage- und Be.riebskapitals eine Besteuerung des Ertrags seht. Der Gesetz­entwurf bringt eine weitere grundsätzliche Aen- derun.g, welche allerdings, vom Standpunkte der Steuerpflichtigen aus betrachtet, eher einen Rück­et ls Fortschritt bedeutet. Er sieht nämlich die staat­liche Gewerbesteuer, welche durch das Gemeinde­umlagengeseh von 1911 bei ei igt worden war, wie­der vor. Die Zustimmung zu diesem Vorschlag ist den Hand, lskammern nur dadurch erleich ert wor­den, daft die Gewerbesteuer, sei es die staatliche oder die gemeindliche, von dem steuerpflichtigen Einkommen bei dessen Besteuerung abzugsfäljig fein soll. Für die Handelskammer brachte die Steueigesetzgebung eine solche Fülle von Arbeit, daft sie sich ggen Ende des DeciH.sjahres zur Errichtung einer besonderen Steuer- und Buchführungs-Beratungsstelle ent» schloft. mit deren Leitung der Bücherrevisor und Steuersydikus Hermann Will in G testen betraut wurde.

Auch unsere Währungspolitik zeigte jeden Mangel an Großzügig teit und Folgerichtig­keit, obwohl auch hier zugegeben werden muft, daft der Rnchsregierung die völlige Bewegungs­und Handlungäf.eihüi durch den Kampf im We­sten genommen war. Immerhin Hit die Regierung, besonders bei ihrer Devisenpolitik, keine glückliche Hand geführt. Die Gründung der Dentcnoank und die Ausgabe der Rentenmark kann nur als ein Rotbehelf auf dem Wege zur Goldwährung a '.gesehen Werdern bis dah n muft durch ei io kluge unu wmtausschauen.de Politik der Regierung die Wertbestäudigteit derRenteamark erhalten werden.

Die Handelskammer hatte auch im Berichts­jahre vi cksach Gelege check, sich mit Wünschen der beteiligten Kreise über Fragen des

Eisenbahn-, Post-, Telegraphen- und Fern­sprechverkehrs

zu befassen. Die Bearbeitung dieser Fragen er­folgte im Einvernehmen mit den zuständigen Be­hörden, und es muft anerkannt werden, daft diese für die Wünscha der Handelskammer Verständnis und guten Willen zur Abhilfe Don bestehenden Miftständen gezeigt haben.

Zur Taickfpvlitik der Eisenbahn im Be­richtsjahre ist erneut zu bemerken, daft das Be­streben nach Ausgleich des Eisenbahnetats durch Erhöhen aller Derkehrstarife nicht der richtige Weg zur Gesundung der Eitenbahnfinonzen ist. Erireulicherweise haben sich gegen Ende des Be­richtsjahres auch Anzeichen bemerfbar gemacht, die erkennen lassen, daft man den lebenswichtigen Bedürfnissen brr deutschen Wirtschaft auf diesem wichtigen Gebiet wieder' mehr Verständnis ent- gegenbriugt und den berechtigten Forderungen sich nicht länger verschlieft! Das Ergebnis dieser (Srftmint'iS und daran ansch'ieft-.m'er Prüfungen war die Frachtermästigung für eine ganze Reihe von Gütern, die in ter jüngsten Zeit in Kraft ge­treten ist. Aber noch immer betragen die Eisen», bahnf.achten das Mehrfache der F ieteasfrachten und erschveren der deutschen Wirtschaft den Wiederaufbau. Eine weitere erhebliche Fracht- ermäftigung muft daher gefort-ert tue den. In der neu 'n Verwaltung bat ein starker Personalabbau ftat.g-fünften, der den wirtsck.-a tlichen Bedarf an Arbeitskräften g mu an epastt ist.

Ganz ähnlich liegen die Dinge auf dem Ge­biet des Post-, Telegraphen - und Fern­sprechwesens. Auch hier hat man eiiv n Ab­bau in den einzelnen Zweigen dieser großen Der- keh.sinstitute vorgenommen, der aber richt dazu führen darf, daft infolge allzu grofter Sparsam­keit der Wirtschaft Rachteile erwachsen. Vor allem muft gefordert werden, daft zwischen Po st und Eisenbahn eine bessere Zu­sammenarbeit hergestellt wird, die gerade in der letzten Zeit vielfach bemängelt Word n ist. Auch fei an Lieser Stelle noch besonders betont, daft die Fernsprech- und Tele^raphengebühaen noch viel zu hoch und deshalb einer vollen Aus­nützung pieser technischen Hilfsmittel hiriderlich sind. Die Lelegraphenverwallung sollte sich hier mehr von dem Gedanken leiten lassen, daft nur durch einen verstärkten Gebrauch dieser kostspie­ligen Anlagen durch Hon et und Verkehr der

DitSpurtoWgMhan.

Sin Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.

41. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

S ine weiteren Satze gingen unter in dem tosend n Jubel und ten braufenften Bnfallstur- men, die bei die en Worten in allen Sprachen Europas aus den K hl-vn der Kolontiten drangen

Der B isallssturm mochte Lern Redner Wohl etwas überraschend kommen. Lim die Spitze die inoerfennbar ba in enthal en war, abzuvrechen chitt er zum Taster, der die Funkenstation auf er Tribüne betätigte.

Ein kurzer Druck feiner Hand auf die Tasten . . . ein Rad begann sich schnurrend zu drehen. Auf Actherwellen flog die Sprengdepeschr über den See hin. , , _ .

Don M.nsch^n verlafsen, unbemarrnt, lag ftort Me Ri fenboje. Aber in ihre Antenne fingen sich ftte Zeichen der Depesche. Exakt arbeiteten thre Delaisw.rke und begannen ihrerseits zu schalten »md zu wirken. r

Roch tobte her Jubel der groften Masse. Schon aber richtet cm die Tribr'"enbe wcher, welche dir B.wrgung des Präsidenten aus nächster Rahe S-schm und richtig gedeutet hatten, ihre Gläser auf dir weite Sseflwche.

Jetzt sah es awch die Menge. Rufe des Staunens, dar Lieber.achung in allen Sprachen. Ist's schon so weit? Geht es schon los? Wird schon gefa^'ii?

Im Ru war ft er Platz um die Tribunen ge­teert. Ein Teil der Massen strömte sv nah wie möglich an das Seeufer heran. Der andere

groftcrc eilte ftie Hohen empor, die den See hier umsäumten. Auf F.lsen und Hängen suchen sie die besten Plätze, um soviel wie möglich von diesem bisher- nie erschauten Schauspiel zu er­haschen. Ticke Tauende von scharfen Glasern waren auf die S. es lache gerichtet. In allen Sprachen Europas und Asims schrien sie einander zu, was jeder da ftrauften zu festen meinte.

Die Ri -senboje, eben durch scharfe Glaser deutlich sichtbar, war verschwunden, spurlos in die Trste versunken.

Aber rot leuchtete es aus dieser Tiefe. Einen glühendrm Rachen glaubten viele dort unten zu sehen, dem gräftlbfte Strudel entwichen.

Darrn kam die Wirkung.

Linier Donnern und Krachen stieg aus dem See ein fe iger Geiser in die Höhe. Aber ern Geiser, dessen' Wasser nicht wieder in die Tiefe zurückfirlen, sondern frei in der Lust kochten und zu Dampf versprühten.

Schon wurde aus dem Geifer ein anderes Gebilde, das an den Ausbruch eines Vulkans erinn rte. Wie eine gigantische Dampfpinie stand es auf i>er S eslä-che, ein enormer Stamm, dessen Aeste sich in Wolkenform ausbreiteten, als Wol­ken d u bisher stahlblauen Himmel zu bedecken begann ml . , .

Lind wie sich das Wellenspel um einen in fta£ Wasser fallenden Stein nach alten Secken c>us° breitet, so begann die Wirkung dieser ko-chenften, siedenden Masse nach allen Seiten hin über das Wasser zu wandern. Immer brei er, immer mas­siger wurde der Dampfstamm, der diesen Dampf- bäum trug. Schon fti g n leichte Wolken auch in per Rähe des Gestades vom Spiegel auf. Die Massen, die das Llfer umsäumten, drängten sich

finanzielle Ausgleich tm Haushalt der Tele» graphenverwaltung bewirkt Wersen lann.

Auf dem Gebiete der

Rechtspflege

hat die Handelskammer u. a. gegen Ende des Berichtsjahres in Gemeinschaft mit der Hand- werkcrvertretung Oberhesfens und dem Ober- hessischen Anwaltsverein die Errichtung eines Schiedsgerichtes f ikp Handel und Ge­

werbe beschlossen. Zweck Les Schiedsgerichts soll sein, den beteiligten Kreisen zur au her gerächt- llchen Erledigung von ötreitigteiten auf schnellstem und billigstem Wege Gelege ch.ut zu geben. Dieses Ziel kann aber nur erreicht warben, wenn Las S.-iedsgerichl in weitesten Interessen.enkreisen vertrauensvolle Auf nah ne findet un > ftie streiten- ften ^Parteien sich freiwillig seinem Spruch umer- toerfen.

Landwirtschaft und Gartenbau.

Vorbereitungen des Saatgutes und Aussaatmengen.

Von Landwirtschastsrat Glaser, Direktor des Landwirtschaftsamtes Lauterbach.

Es ist ein alter Grundsatz, so viel Saatgut auszusäen, wie feit alters her unter bestimmten Klima- und Dodcnperhältniifen sich als richtig herausgestellt hat. SeitLe.n man aber gute Ge- treiftereiingungs- and Llntrautfamenauslese^ masHincn hat, seitdem man durch Beizung Les Saatgutes die verschiedensten Krankheck.erreger vernichten kann, muft die Saatgutmenge einge­schränkt werden. Es ist dies prioatwickschastlich sehr rich.ig und volkswirtschaftlich von Bedeu­tung. Werden doch in Oberhessen ohne die Wetterau rund 31003 Hektar Brotgetreide an- gebaut. zu welchem 63 033 Do Opel eitner Saatgut ausgesät werden. Bei richtiger Zubereitung des Saatgutes kann aber ein Viertel dieser Menge und noch mehr, also wenigstens 17 003 Doppelzentner Getreide, der Volk.eriiähn-ung zu- gcsührt werden, welche jetzt nutzlos versät wird. Da ohne die Wetterau 34 030 Hektar Gerste und Hafer in Oberhessen angebaut werden, so ergibt sich, da bei diesen Früchten noch wenigen je Hektar ausgesät zu werden braucht 1,4 Doppelzentner je Hektar, eine Ersparnis von 23 000 Doppelzentner Getreide, welches als Vieh­futter und zu technischen Zwecken verwendet wer­den könnte.

Vom Saatgut verlangt man hohe Keimfähig­keit, Reinheit, Vollkommenheit, Llnvertetzthei-t und Ech hckt. Lieber die Höhe der KeimfähiMt kann sich jeder Landwirt durch einen einfachen Keim­versuch Ausschluss) verschafsen. Die Keirnsähigkckt soll 95 Proz. betragen. Zahlreiche Versuche haben ergeben, daft dasjenige Saatgut, was von den Vogelsberger Landwirten ausge'ät wi:d, Liese Zahl nicht erreicht. Mangelhafte Puy- mühlen lassen viel Llakraut.amen und schmäch­tige Getreidekörner in den Saatgut; letztere er­bringen, wenn sie überhaupt keimen, schwächliche Pflanzen, welche den Wicker-ung?unbi den nicht gewachsen sind, erstere verunkrau en den Acker, wodurch Rahrang und Licht den Kulturpflanzen entzogen wird. Das Beizen des Saat­gutes bezweckt die Bekämpfung des gedeckten Brandes bei Hafer und Gerste, der Streifenkrank­heit der Gerste, und bei Weizen und Roggei, die Bekämpfung des Brandes, Schaeeschimmels und von sogenannten Fuftkrankheiten.

Die verschiedensten Beizmittel stehen zur Ver­fügung. Lieber deren Art, Menge und Anwendung geben die Landwirtschaftsäniter Auskunft. Wer fein Saatgut richtig behandelt, wer nur hoch- keimfähiges anwendet, kann bei günstiger Bodenbearbeitung und Düngung noch viel we­niger Saatgut aussäen, als oben angegeben ist. Die gesamten wiräfchaftlichen Verhält.liste en dabei berücksichtigt werden. Es ist keine Seltenheit, daft mit Hafer bis auf 93 Kilogramm je Hektar, anstatt 140 Kilogramm, wie oben angegeben, heruntergegangen werden kann. Dabei sät der Vogelsberger Landwirt von schlecht behandeltem Saatgut 200 bis 220 Kilogramm aus.

Pslanzenschutz-Matznahmen.

Bei der schon im Februar beobach etenAus­winterung", die r>ach ixet Schneeschmelze jetzt voll sichtbar wird, ist die Fcktstell l-g dec Ursache von g.öfter Bedeutung für die Bekämpfung. Handelt es sich um Schneeschimmel (Fusarium m= voles, so erkennt man diese Krankheit daran, daft an den abgestorbenen Dläckch^en der Roggen- bzw. Weizenp.lanzen rötliche, wattebauschühnckche Pilz- flocfen sitz rn. daft man an den Fehlstellen im Bo­den kortzi.her-arckg gewundene, kümmernde K- im» Pflänzchen findet. Bei nicht allzngrrfter Ausdeh­nung ist zu empfehlen: QTufeggen, um durch Licht und Luft ft em Wachstum des Pilzes Einhalt zu gebieten, anschlieft ende Kopfdüngung mit Ratron- salpetea- fördert Wachstum und Bestockung. Stark befallene Schläge sind umzupflügen und mit Somme getreide anzubauen.

Auswin ein kann auch als direkte Folge von Verdursten verkommen, wenn Exi Blachfrost starker Wind den Pflanzen die Feuch igteit entzieht ohne

daft sie aus dem Boden Wasser aufnehmen können. Ferner gehen die Pflanzen zu Grunde, wenn durch Wechfck zwischen Frost und Erwärmung der Krume die jung.' Saat durch das sog. .Ausziehen" be­schädigt wird. Unter Umständen ist in letzterem Falle durch Walzen des Aäers ein Wiederan- wachsen der Pflanzen möglich, meist allerdings verg >blich.

Aufterdem kommen als Ursache ftc8 AuS- stockens in Betracht: Larven der Getreidefliegen, der Frit- und der Getreideblumenfliege: Aeufter- lich erkennbar, daft das gelb werdende Herzblätt­chen der Pflanzen ang?fref,en wir) und sich leicht herausziehen läft. Dem Sommergetreide können diese Larwen nur dann Schaden zufügen, falls man die Aussaat nicht bis zum 10. April bewerkstelligt hat.

Drah^würmer-, Engmlinge- und Erdraupen- beschäd'gungm können auch den Auswinter-ungs- erschcknungen ähneln. Betämpfung derselben folgt in einem anderen Monat.

In der Schädlingsbekämpfung in Obst- und Gemüsegarten trete der Grundsatz vor alles an­dere:Richt warten, bis der Schädling auf tritt, sondern durch vorbeugende Mittel dafür sorgen, daft er nicht zur Entwi ilung gelangt!" Gegen die an den Obstbäumen später auftretenbe Läuse, be­sonders Blutläuse, die sich irgendwo m den Riade­rinnen angesiedelt haben können, ist mit wirksamen Mitteln vorzugehen, Brennspir-itus mit etioas Schellack, Antisual und Leinöl sind bewährt.

Schrebergärtners Arbeiten im März.

Durch ft en anhaltenden scharfen Frost tm Hanuar und Februar ist man mit mandym Ar­beiten im Rückstand geblieben. Dtete müssen^ nun irmocftenft nackte holt werden. Dahin gehören: Pslanzm, Sh"ick. Düngung, Ausputzm und Rei­nig n ftcr Obstbäume und Beerensträucher. Die Diumschckben sind zu graben und zu düngen. CutstandTne Wivnden sind mit Baumwachs, Dau- mörtol oder Tcer zu verstock^chen. Pfirsich- und Av. ikosrn-spal'wre sind bei sonn gern Wetter nach zu beschatten damit sie nicht zu früh austreibeir und bann ftie Blüten durch Spätfröste vernichet werden. Der Kampf gegen das Ungeziefer ist mit allen Mitteln fortzufetzen. Der März ist auch ftcr Hauvtmonat für Veredelungen. Zunächst nimmt man das Steinobst vor (Kirschen und Pflaumen), denn folgen ftie Äerrrobftfarten (Dir­nen und Aepfel). Die Erftbeeranlagen sind zu rcirrgiT und gegen aus trocknende Winde mit strohigem Dünger zu belegen. Die Herzblätter müssen aber frei bleiben. Die Weinspalier'e wer­den von der Winterdecke befivit, sind aber bei cintretenDer ungünstiger Witterung wieder zu schützett. ,

Im Gemüsegarten mehrt sich auch allmählich die Arbeit. Das Düngen und Graben ist fortzu- sehen im) zu beenden. Frühbeete werden an» gelegt und besät. Dis zum Auslaufen dec Saal sind sie g.-schloss-m zu hallen, datm ist fleiftig zu lüsten, zu ci ften und abzuhärten. Spargel beete werden gereinigt, gedüngt und slach gegraben. Die für Gurken und Kürbis vorgesehenen Deete sind stark zu düngen und zu jauchen und für die Aus­saat vvrzubcrckten. 3n3 fve e Land werden ans- gesät bzw. gelegt: Möhren, Karotteir, Spinat, P t rck'.ie, Schwarzwur ein, Pastinaken, Radies, S lat, Kücheiakräut.r, Pusibohnrt und Maierbsen. 3n bckond rs günstigen Lagen können auch Ende des Mvu t > di ersten loorgercimtcn Früh.a.teUeln gelegt werden.

Fruchtwechsel bei der Garten­bestellung.

Der im Feldbau längst geübte Fruchtwechsel wirft bei der Gartenarbeit vielfach noch immer vernachlässigt. Dieselben Gemüse werden womög­lich immer auf Den gleichen Platz angebaut und also ein Raubbau getrieben, der tkte Land aus- saugt und im Verhältnis doch nichts rechtes ein» bringt. Selbst eine vielleicht gut gemeinte Düng- ung kann diesen Fehler nicht ausgleichen, da ja manche Pflanzen gar feinen Dünger vertragen.

Eine Dreiteilung des Gartens ist am empfeh­lenswertesten. Manche Pflanzen verlangen kräftig

nach eiirr anderen Richtung. Auf einer groften, freien Fläche am Süftuter des Sees begann die Parade der Kompagnietruppen.

Alles, was auch nur irg ndwo innerhalb der tertten Siedlunaseebiete von Streitkräften der Kompagnie entvehrlich war, batten die grnft-a Trai^por f i .g-r hterher zusammen e''rucht Drose Parade war nicht nur als unterl>altu,ines Schau­spiel für die Gäste der Feier gedacht. Sie sollte bentr bi? e? anging awch zeigen, daft die G. S E. über schlagkräftige Mittel verfügte, um das Ihre zu wa >ren_

War auch ftie Zahl dieser Truppen nicht imponirrrnd grob, so muhte doch jedes militärrsch gaschiucke Auge sehen, daft das Mei^schenmaterial und ftie Ausrüstzmg von einer bisher nie er» schauten Güte waren.

Die Fufttruppen eröffneten die Parade. Ihre Ausrüstung war gleichmäftig für ftie Ebene und ftie Hochalpen geeignet. Wie die Regamenter hier im Gleichschritt vor den Trabüneu mit ften kl -l-matlschen Vertretern Europas und Asiens vorüberzogen, mochten sie wohl äufterlich an ftie 3nfaintevi? vergangener Zeiten e ck mern. Doch tri? ft er jetzige Kommandie.airde Ge:aeral Dülow ft cm Präsidenten der Kompagnie die einzelnen Dataiilone meldete, fo hätte man burtbert Jahre früher noch ganze Korps melden müssen. Denn im Ernstfälle ver-wandel e sich jeter einzelne dieser ausgesuchten Leute in eine Kampfmaschine, von deren Furchtbarkeit sich nur merige ein Drld machen konnten. Ein H?er des vorigen Iahr- bunftertS hätte bieten Truppe:! etwa gegenüber» g -stand it tei? e'n Hause nackter Kannibalen einer kleinen Maschinen gewehrt ruppe

(Fortsetzung folgt)

begimig vor. Taufende von Händen tauchten in M? W.lleta . . . prüften, fühlten . . . fteilten fest, haft das Seewasfer auch hier crm Gestade schon warm wurde.

Hetzt bedeckten die wolkigen Lteste des gigan­tischen Dampfbaum"s bereits den halben Himmel. Di? Massen am Gestade sahen, wie die Fische des S.es, von der Hitze getrieben, an die Ober­fläche kanten. Welte von unerhörten Abmessun­gen, die erst ftie Kraft des D.-notherms aus ihren dunklen Schlammlagern emporscheuchte, Hechte und Karpfen, was alles der See an Fischen und an anderem Getier barg, suchte sich in ver­zweifelter Flucht zu netten, sprang und kroch sinnlos vor Angst an die Gestade, soweit die Leiber nicht schon tot und gesotten auf der Ober­fläche trieben.

ilnft dann . . . beinahe sv pünktlich als ob es auch auf dem Programm gestanden hätte, begann ein frischer Südostwind zu wehen. In immer schärferem Zuge jagten die Luftmengen über den See. Sie paeftan ften phantastischen Dampfbaum und zerbrach n seuten Stamm. Sie ergriffen seine Zweige, breiteten sie weiter aus und trugen sie als schwere, rezetischwangere, fruchtbringmde Wolken in morfttre tlick)er Rich­tung von bannen, wo das durstende junze Sied- lungstend f:it Wochen sehnsüchtig auf das kost­bare Raft wartete.

Hetzt war ftie ganze Seefläch? nur noch eine einzige gleichmäßige Dampfquelle, und wie der Dampf empor st i.-g, ergriffen ihn günstige and bereitwillige Winde, um ihn eawrn gewollten Ziele zuzuführen.

Schon lenkten die taktmäftigen Klänge mili­tärischer Märsche die Ausmercksamöktt Oer Massen