die alle nAnfvrcherrmg« yerv-t werben. Um i>le Nahrungsmittel zu verbilligen, muß die Zahl dec Zwischenhändler vermindert werden. (Lobh. Zusttrnmung.)
Die gegenwärtige Auswanderungslust bei der Landwirtschaft ist erschreckend.
Sie hungert noch nicht, aber wenn sie erst hungern würde, dann wäre auch unsere ganze Dvlks- ernährung vernichtet.
2lbg. S^r. Sch ifser (Dem.) erblickt in den Deden der Opposition den Beweis dafür, baß der Weg des Ermächtigungsgesetzes zur Uebertoin- dung der gegenwärtigen Sch^wierigkeiten der richtige gewesen ist und verlangt, daß der-Reichstag auch für die Rotverordnungen der Regierung trotz mancher Bedenken die Mitverantwortung übernimmt, indem er keine Aufhebungsanträge stellt. Hinter den Anträgen der Opposition stehe kein positiver Ausbauwiste, sondern nur die zersetzende negative Kritik. Der schematische Achtstundentag könne nicht Wiederhergestestt werden, denn die Mehrarbeit sei eine wesentliche Voraussetzung für die Reubelebung der Wirtschaft.
RetchSwirtschaftsminister Hamm: Die 6teuer- Notverordnungen und die übrigen, in den Einzelheiten vielleicht anfechtbaren Verordnungen sind unbedingt notwendig, um die Stabilität der Renteninark und eine gewisse Sicherheit der Wirtschaft zu gewährleisten. Es ist nicht zu leugnen, dach manche steuerliche Belastungen die Wirtschaft über Gebühr belasten. Aber die Wirtschaft hat diese Lasten zu tragen in dem Bewußtsein, daß eine neue Inflation st euer noch viel schlimmere Wirkungen haben müsse. Wir müssen eine aktive Handelsbilanz anstreben; gegenwärtig zeigt unsere Handelsbilanz wieder eine Qleigung zur Passivität. Mit bei? Aufhebung der Einfuhrverbote und der gleichzeitigen Ermächtigung zur Neuregelung der Zölle haben wir ein Mittet in der Hand, um ohne eigentliche Zwangs- maßnaßmen die Preise zu beeinflussen. Gegen die Ueberschreit ungen der Devisengesetzgebmig werden wir mit aller Scharfe einschreiten, auch im Inler- esse des soliden Bankgewerbes und der Wirtschaft. Wir brauchen jetzt im Interesse der Wah- rungsstabilität billige Preise. Die Steigerung der Produktion muß begleitet fein von der Einschränkung der unproduktiven Leerlausarbeit. Wirtschaftliche Fragen bürfen nicht vom Gesichtspunkt der Parteipolitik auS behandelt werden.
Der Hitlerprozetz.
München, 7 .März. (Wolff) Zu ber heutigen Sitzung, die unter sehr starkem Andrang stattsand, fanden sich auch bi; Staatsanwälte Dr. Stenglein und E h a r t wieder ctn. Gleich nach Beginn der Sitzung gab Iustizrat KoU eine Erklärung ab, in der er die gestrigen Vorfälle bedauerte und den Staatsanwalt um Entschuldigung bat. Hierauf wiid bet Hauptschrift lei er Adolf Schiebt als Zeuge auf gerufen. Dieser erklärt, in einer vorher abgehaltenen Konferenz vaterländisch gesinnter Männer sei erwogen worden, >b es nicht nützlich sei, dem Generalstaatskommissar Gelegenheit zu geben, seinen bisher nur theoretisch angekündigren Kamps gegen den Marxismus zu begründen und diesem negativen Ziel auch em positives an die Sette zu setzen. Diese Absicht habe die Dilltgung des GenevalstaatSkommis- farS gefunden. Zeuge schildert hieraus die bekannten Vorgänge im Dürgerbräu. Als die bayrische und die Reichsregierung für abgesetzt erklärt trar den, sei ihm klar geivorden, dah hier ein Putsch vor sich gehe. Es sei ihm ausgefallen, dah Herr v. S e i h e r seine Erklärungen nur genötigt abgab Der Charakter der Erklärung KahrS und die.scheinbare Einigkeit seien ihm nicht klar geworden, weil er sich sagte, ein Diktator, bet sich mit der Pistole eine andere Auffassung aufdringen lasse, fei für ihn und auch Wohl für die Oeffeutlichkeit erledigt. Zeuge hak nicht die ilebei-^eugung, daß dies etwa eine Komödie gewesen fei; dazu sei der Vorgang viel zu ernst gewesen. Aber er habe die schwersten Zweifel gehabt.
Als nächster Zeuge wird dann Se. Gxzellenz Generaloberst der Infanterie a. D. Felix Graf B o t h m e r aufgerufen, der vereidigt wird. Der Zeuge bekundet, dah er mit der Denkschrift LossowS in keinerlei Zusammenhang stehe. Zu den Vorgängen im Bürgerbräu erklärte der Zeuge, er habe den Eindruck eines vorbereiteten, brutalen Ueberfalls. Die Erklärungen der Herren seien unter direktem Zwanx erfolgt. Der Zeuge hat auch den Eindruck, dah die drei Herren ihre Grllärungen nicht ernst gemeint hatten. Auf die Frage eine- Verteidigers, ob der General es für möglich gehalten habe, daß ein deutscher Offizier ein auch unten Zwang abgegebenes Wort nachträglich breche, erwiderte der Zeuge, er habe n i ch t den Eindruck, dah das Wort gebrochen fei. Er habe sich mit den Vorgängen nicht direkt besaht, und sei wohl davon unterrichtet gewesen, ohne aber die Motive zu kennen. Zeuge Geh. Rat Gruber hat den Eindruck gehabt, dah"Ludendorff im Dürgerbräu Überrascht worden sei.
In der Nach-nittaasslyung wurde zur Vernehmung des Fabrikbesitzers Max Kühner ge- sch i t n, ter Vo:s'a rKmitgleb te: vaterländisch' n Verbände ist. Derselbe gibt feinen Gesamteindruck dahin wieder, dah die Herren Kahr, Lossow und Seiher vor einer schweren und fast unerfüllbaren Aufgabe standen, dah sie sich aber bei Ernstes der Lage bewußt waren. Man sei sich klar gewesen, dah eine AuSeinandersetzuna mit Derlin kommen muhte, eine andere Frage sei es, aber, ob eS sich in Wirklichkeit um einen Marsch gehandelt hätte. Hierauf wird
Generalmajor Freiherr von Kretz vernommen, der aU Führer der siebenten Division een schweren Verdächtigungen Stel
lung nimmt, die im Saufe des Prozesses gegeti die Reichswehr vorgebracht wurden. Die Behauptung, dah auf drin Odeonsplaye aus einem Panzerlastkrafttvagen geschossen worden sei, bestreitet der Zeuge ganz entschieden. Auch die Annahme, taß nach der Einschließung des Reichswehrkommandogebäudes die Reichswehr den Waffen st ill st and gebrochen und das Feuer eröffnet habe, fei falsch. Die Reichswehr habe am 9. November blutenden Herzens ihro Pflicht getan, und ihr Gewissen fei durch keine Schuld belastet. Die neue Belastung, die diesen Prozeh für die Reichswehr bedeute, habe diese nur noch fester zusammengeschlossen.
Nunmehr wird in die Vernehmung von Oberleutnant Braun ctngch-eicn, dem bte Grs chie - hung dos Leutnants Casella zur Last gelegt wird. Der Zeuge erklärt auf Eid: Folgende Angriffe sind bis auf das letzte Wort erlogen: 1. Leutnant Casella habe vor feinem Tode auS- gefagt, dah er ihn erschossen habe. 2. Leutnant Casella sei während des Wafsenstillstcmdes gefallen. 3. Er habe versucht, den Offizieren das Portefeuille und die Achelstücke abzu.eißen. 4. Er habe den schmählichen Ausdruck gebraucht: „Was gehen mich bte Toten der .Reichsflagge" an!" „Ich bin Soldat und werde dafür bezahlt!" 40 Mairn seiner Kompagnie seien bereit, die Hand zum Schwur zu erheben. Er versichere nochmals, dah er Casella nicht erschossen habe. Von den ganzen Angaben des Hauptmanns Röhm bleibe nichts übrig als für ihn der traurige Ruhm, einen untabc-igeu Offizier vor Gericht in leichtsinniger Weife des Mordes bezichtigt zu haben. .
Der Zeuge stellt auf Befragen »eiter fest, dah er ausdrücklich den Befehl gegeben habe, den Ofi-,irren bk Waffen zu lassen und dah er min- bestens zehn Offizieren die Was, n persönlich wieder zurückgegeben habe.
Ter nächste Zei^e, Oberst G h e l, Kommandeur der Reichswehr in Regensburg, gibt an. dah er in der Nacht zum 9. November den Führer der dortigen Nationalsozialisten verhaften und seine Mannschaften entwaffnen lieh. Auf wiederholte Fragen, ob sich dieser bedingungslos seinem Besehle unterstelle, habe dieser erwidert, er habe andere Befehle von dar neuen Regierung. Er solle zunächst Geh. Rat Held verhaften und dann die Druckerei des sozialistischen Blattes zerstören. Aus weitere Fragen erklärt der Zeuge, In öffentlicher Sitzung nicht antworten zu können. — Zeuge Major a. D. Siry äußerte sich auf die Frage, i welchen Eindruck Kahr auf ihn in der Baracke des I.-R. 19 gemacht habe, unter Bewegung im Sihungsfaale: Wenn ich ein Maler wäre und würde das schlechte Gewisfeir zu malen haben, so tourbe ich Kahr als Modell nehmen. — Hierauf entwickelte sich zwischen O^erieutant Braun und Major Siry eine heftige Debatte. Siry sagt, als er bei Oberleutnant B'-aun gegen die Dehandlung in drr Haft Beschwerde erheben wollte, habe dieser ihm geantwortet, es fei unerhört, wie hier aufgetreten worden fei. Man wollte die Kaserne flfirmen. Aber daS eine ßnne er ihm sagen: „Er werde diese Hunde zusammen- schietzen mit lächelndsm Gesicht? (Große Bewegung im Gertchtssaage.) Braun erklärt, daß er sich an diese Aeußenrng nicht mehr erinnern könne. (Bewegung.) Ep. Braun, habe von feinem Kommandeur den Befehl erhalten, Siry nicht auS der Haft zu entlassen.
PoincarL
und die Sachverständigen.
Paris, 7. März. (Wolff.) In ebner Kammer rede zur inneren Politik sagt Ministerpräsident Poincact u. a.: Wir haben die Aufgaben der Sachverständi er fcftglegt. Die Konferenz ist noch nicht zu Ende. Alles, was ich sagen kann, ist, dah ich dir feste Hoffnung hege, day dir Sachverständi;genkommi,'sivnen sich, nteht im Grg-nsatz zu der fterv.öflscheii Auffassung stellen werde, dah im Gegenteil die französischen Interessen von ih-.em kdericht nichts zu fürchten haben. 3d> hege bk feste Hoffnung, daß es enb- lich zu einer 'Verständigung zwischen den Alliierten kommen wird, ofy.ve daß wir irgend einen von Miseren Ansprüche zu opfern brauchten. Wenn auf diese 'Weise bk Einheitsfront wi-eder- h rgestellt wird, so wird Deutschland erfüllen. Dir 'Bremse, die durch» dk Ruhrbesetzung vor allem den Industriellen angelegt werden ist, hat die Wirkung,^ daß wir alle Aussichten auf eine rasche Durchführung der. Generalregelung haben.
Kleine poHtifc^e Nachrichten.
Auf einem parlamentarischen Teeabend beim hessischen Landtagspräsidenten Adelung, zv. dem der Staatspräsident, die Minister, eine Reihe Parlamentarier, Regierungsvertreter und andere Gäste geladen waren, spnich Professor Dr. Delbrück - Gießen über ,Bildnisse des ausgehenden Altertums.
Die demokratische Reüchstaasfraktion beschloß, für die Reichstags wählen den Sonntag vor Palmsonntag vorzuschLagen.
In einem Schreiben an den päpstlichen Nuntius in Berlin, GrMschvf Pacelli, wandte sich der preussische Ministerpräsident Braun mit Ausdrücken des Bedauerns gegen die Ausfälle LudendorffS gegen den Heiligen Stuhl.
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Durch ein Breve des Apostolischen Stuhle« wurde der ReichstagsabZevrdnete und älniüer- sitätsprosessor in Munstnc i. Westf. Dr. Georg Schreiber zum päpstlichen Hausprälaten ernannt.
Die Lage bet der Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen ist weiter
hin gespannt. Tausende von ausgesperrten Arbeitern stehen in bedrohlicher Haltung vor der von französischer Infanterie bävachten Fabrik.
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Theunis hat seine Verhandlungen zur Bildung des belgischen Kabinetts abgebrochen. Man führt dies auf Schwierigkeiten bei der Verteilung der Portefeuilles zurück. Der Führer der Liberalen Hymans soll als Außenminister nicht mehr in Frage kommen. Dis jetzt hat man als möglichen Nachfolger Ja s p a r oder den ehemaligen Ministerpräs identen Car ton de W i a r t im Auge.
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Die Rifleute sollen die spanischen Stellungen bei Tizzi-Assa imb bei Laacib-Midar eingedruckt, fünf spanische Abteilungen überwältigt, 603 Gefangene gemacht und vier Flugzeuge abge- schossen haben. Sämtliche verfügbaren Truppen von Algeciras sind nach Melilla geschickt, außerdem sämtliche Truppen aus den sübspanischen Häfen. Die Rifleute näherten sich Melilla.
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Infolge des Sinkens des spanischen Pesetas ist durch Verordnung des Direktoriums der Devisenterminhandel verboten worden. Deim Erwerb von Effekten oder beim Umsatz von ausländischer Valuta wird an bet Börse und im Bankverkehr bet Nachweis eines Importgeschäftes verlangt.
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Das türkische Kabinett ist zurückge- treten und von Ismet Pascha entsprechend den von der Nationalversammlung angenommenen Rcfotmbestimmungen umgebildet worden. Auch in dem neuen Kabinett ist Ismet Pascha Ministerpräsident und Außenminister.
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Der frühere Kalif ist In Territet am Genfer See mit seiner Familie eingetroffen und im Grand-Hotel abgesttegen.
Aus Stadt und Land.
Giehen, den 8. März 1924.
Die Mittel für die Erwerbslosen« fürforqc.
Durch eine Verordnung vom 13. Februar ist die Aufbringung der OHLtet für bte Grwerbs- losenfürsor^ derart neu geregelt worden, dah die Höhe der Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ab 1. März in Bruchteilen des G tun dlo hnes ie tzu setzen ist. Für tne-vnBezirk sind 3 v. H.^des Lohnes, der für die Berechnung der Krankenkassen bei räge mahgebend ist. bestimmt. worden. Die Beiträge, die von den Krankenkassen mit den Versichernngsbeiträgen er- h)bsn werden, verteilen sich auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte.
Man beachte übrigeirs die heutige Bekanntmachung der Allgem. Ortskrankenkasse für die Stadt Gießen.
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Zur Beachtung bei Nelsen nach Darmstadt.
Die Reichsbahnbirekttvn Mainz (z. Zt. in Darmstadt) hat in allen Abteilen der zwischen Darmstadt and Frankfurt ohne Aufenthalt verkehrenden Züge Warnangsschilder anbringen lassen, bte folgende beherzigenswerte Ermahnung geben: „Aufenthalt auf der Plattform verboten, Wagenfenster anb -tüven wählend der ganzen Fahri geschlossen hatten. Kein ungehöriges Gebühren zeigen. Keine Gegenstände (Pakete, Briese und bergt.) abwersen ober an- nebmci. Bet pahfreien Züg-.n, d. h. Zügen, die planmäßig das besetzte Gebiet ohne Halt durch- iahren, bei auhergewohnli i-ern Halten nicht einober aussteigen, anderenfalls Paßieoision eventl. Vei Haltung. Reisende, schreitet gegen unzebühr- liches 'Benehmen von Mitreisenden ein und unter» stützt unser Personal, damit bei' mit großer Muhr erreichte direkte Verkehr erhalten bleibt."
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** Musikdirektor Krauhe f. Gestern morgen Ist der ehemalige Großh. Musikdirektor des Inf.-Regts. Nr. 116 Karl Krau he nach kurzem Krankenlager Im 80. Lebensjahre entschlafen. Musikdirektor Kvauhe, ein geborener Sachsen-Altenburger, diente als Musiker zuerst in Glah und Breslau, machte im Feldzug 1866 die Schlachten bet Nachod, Skalitz und König- grät) und im Kriege 1870/71 die Schlachten bei Weihenburg, Worth. Sedan undzdie "Belagerung von Paris mit Ihm war das Glück beschieden, im Spiegelsaal zu Versailles Zeuge der deutschen Kaiserproklamation zu 'ein. Im Jahre 1872 kam er nach Giehen als Leiter der Kapelle des 116. Inf.-Regts., die 37 Jahre lang unter seiner Dirigentschaft stand. Er konzertierte mit seiner Kapelle oft in größeren Städten (u. <l tn Fwankfuri a. M., Darmstadt, Wiesbaden, Hamburg), ferner in Dad-Nauhrim und sehr häufig natürlich auch loc unserer Einwoh erfchaft. Ueberall waren ihm glänzende Erfolge beschieden. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich In Giehen seine Abonne- mentskonzerte in Steins Garten, mit denen er seinen Mitbürgern viele genußreiche und warm gedankte Stunden bereitete. Beim Kaiser stand der verdiente Mann in hohem Ansehen; mehrfach wurde er zum Konvertieren vor den Monarchen befohlen, und zahlreiche Ordensauszeichnungen gaben der Wertschätzung von Fürstenseite sichtbaren Ausdru f. Am 30. Dezember 1939 quittierte er, in der Mitte der sechziger Jahre stehend, den Dienst. Bet feinem Ausscheiden wurde ihm das Recht zum Tragen der Uniform der 116er verliehen; der damalige Regimentskommandeur v. Müller gedachte seiner durch einen Tagesbefehl in ehrender Weise. Der Musik, die ihm Lebenselement war, blieb der nun Entschlafene bis i*n seine letzten Stunden hinein treu. In den
weitesten Kreisen der Gtehener Einwohnerschaft erfreute er sich, sowohl als Mensch, wie auch als hervorragender Musiker und warmherziger Förderer des Musiklebens unserer Stadt, feßr groher Beliebtheit. Ein freundliches Andenken Ist ihm über das Grab hinaus gewih.
** D i e Ausstellung des Oberhessi- schenKun st Vereins imTurmhaus am Brand, die zur Zeit Kunstwerke hessischer Künstler enthält. hat eine teilweise Eineuerung erfahren und ist von morgen, Sonntag, ab wieder Montags, Mittwochs und Freitags von 11 bis 1, Mittwochs auch noch nachmittags von 3 bis 5 Uhr, geöffnet.
** Ausstellung von Handarbeiten der Alice-Schule. Im botanischen Institu! am Drandplah wird morgen, Sonntag, bk diesjährige Ausstellung der Arbeiten des Handarbeit- lehrerinnen-Serninars der Ali.e-Schule eröffnet Da die Räume des Kunftvereins, in denen in den Dorjahien die Ausstellung stattfand, in diesem Iahte zur Zeit nicht frei waren, ist eine umfangreichere Ausstellung von Seminararbeiten' nur durch die Liebenswürdigkeü von Geheimrat Fromlne, der für diesen Zweck sein Auditorium zur Deriugung stellte, ermöglicht. Die Ausstellung ist am Montag, Mittwoch und Sonntag geöffnet. Am «Sonntag, dem 16. März, f in den in Ser Stcinstrahe 10 und Gartensttahe, -FrLbelseminar, weitere Ausstellungen von Seininararbeiten der anderen Seminare der Alice-Schule statt (Siehe heutige Anzeige.)
•• Von der Feuerwehr. Gestern nachmittag 5.49 Uhr lief auf der Feuerwache Os- Waldsgarten die telephonische Vteldung ein, Im Anwesen Kreuzplah 3 feien Kisten und Packmaterial in Brand geraten. Die Wache ruckte sofort aus und fand auf der Brandstelle in einem Schuppen brennende- Packstrvh vor. Das Feuer war durch die Hauseinwohner und Nachbarn mittels Handfeuerlöscher schon soweit eingedämmt, dah es nach Vornahme einer Schlauchlinie vom der Erlengasse aus mit Leichtigkeit gelöscht wurde. 6.15 Uhr rückte die Wache auf Oswaldsgartens wieder ein.
" Ernennung. Durch Entschltehung des Ministeriums des Innern vom 4. Mürz ist bet Referenbar Dr. Waller K l i n g s p o r in Giehen zum Regierungsassefsor ernannt worben.
Wieberaufnahme bes Postüber- Weisungsverkehrs mit Danzig. Dom 10. März an wirb der Postüberwetfungsverkehr mit Danzig in beiden Richtungen wieder ausgenommen werden. Demgemäh können Postscheck- kunden 'Beträge von ihrem Postscheckkonto tn Deutschland auf ein Postscheckkonto beim Postscheckamt in Danzig und umgekehrt Postscheckkunden beim Postscheckamt in Danzig Beträge auf Postscheckkonten in Deutschland überiveisen.
— Tageskalender für Samstag Südwestdcutscher Radioklub: 8 Uhr im Horsaal des Phy'ikalischen Instituts Vorträge „UeSec Zcitsignale" un5 „Aus der Praxis eines Radioamateurs". — Bund der Kaufmannsjugend im D. H D.: 8V4 Ahr im Kaufm. Dereinshaus Hans- Sachs-Abend. — Hess. Polizei- und Schutzhuizde- verein (erster Verein): 8V2 Uhr im Tannhäuser Monatsversammlung mit Vortrag. — Kaninchen- züchterverein: 8 Uhr bei Felsiirg öfselrtliche Versammlung. — Lichtfpiell>aus, Bahnhof strahe: „Zaida". — Palast-Lichtspiele: „Fremdenlegionär Kirsch". — Astoria-Lichtspiele: „Das Abenteuer einer Nacht".
— Tages ka len der für Sonntag; ®lef)cner Konzerlverein: vormittags 11 Uhr tn der Aula Orchestertonzert. — Stadtthixtter: 7 Uhr „Der Glas von Luxemburg". — Ka-H. Dereinsfteus: 3 Uhr offen:fieber Vortrag über „Die Losung der Kleingartenbau- und Hcimstättenfiage durch das Hess. Landg^rsetz". — Deut scher christlicher Technikerbund: Löberstrahe 14 um 9 Uhr beginnend Be- zirkskonserenz. — V. f. D. Sponplah Trieb, 3 Uhr: Entscheidungsspiel um die westdeutsche Meisterschaft. — Turnhalle: 8 Uhr Liliputaner-Gastspiel, 4 Uhr nachmittags Märchenspiele. — Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie am Sams.ag.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der morgigen Auf- füh.ung von „Der Goas von Luxemburg" wird bte Rolle der Angele Didier von Fcl. Anita Franz, die viele Oihre am Frank ur er Ope n- haus tätig war, gegeben werden. Zw i e( vs ui.5 dieses Gastspiel Las an und für sich lebhafte Iw- tereffe für diese Vorstellung noch weiter fteigernt
— Die Zentrumspartei Giehea hält morgen, Sonntag ab.-nds 8 Uhr, Im großen Saal des Kath. Vereins hau'es eine große öffentliche Versammlung ab. Frau L e u s ch, M. d R., Berlin, spricht über „Unsere grundsätzlichen Forderungen zur polilisch.m Läge"'. Der Referentin geht — so schreibt man uns — der Ruf eines ausgezeichneten Rednerin und politisch hochstehenden Persönlichkeit voraus Nach dem Vortrag soll eine freie Aussprache statlsluden.
— Mechaniker - Zwangsinnung. Montag Dormlhag Pslicht-Verjammlung. (Ste^ Anzeige.)
— ^Wie gewinne und erhalte ich gesunde und starke Nerven?" Ueber dieses Thema spricht Dr. med. Strünfmann aus Sc den am kommenden Montag abend 8 Uhc im Hotel Sch- tz. Veranstalter ärs Vortrages ist der Naturheilverein.
Landkreis Grckcn.
:/: Utphe, 7. März. Der größte Teil der Arbeiter, die bei der Grube Friedrich in Trais-Horloff beschäftigt sind, hat dies« Tage die Arbeit wieder ausgenommen. Vor etwa fünf Wochen war die gan$e Belegschaft, ba sie bic geforderte Verlängerung der Arbeitszeit ablehnte, in den Streik getreten und erhielt daraufhin von der Grube zum 24. 1. gekündigt. Die Arbeitszeit ist nun entsprechend einem Sachverständigen-Gutachten so Der-,
I g ( \ | i ist in den, "Kreisen,
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