m. 33 td*dnt t&gd*. flauer Sonn, und Jtiertag«, ■n d. Samstaqtbtdaqe: 0. «ferner oumilimb.&ttcT Wioeeti- fjBcirrei« 2_SO Soldmark rin» |*lwßhd) IräqrrlohR, auch bei 5lid>trrld><men ei*><lnrf Huweirrn in. folge höherer Gewalt - 5«m|pced>-Än|d)lüne:
Jur bi« S4>nf tiritung 112; fir Uerlaq und
OeJchSstoftelle 51.
Inschrift fir 'Drol)tna$- nch'rn 3eieigrr*ie|ei. podlchrckfoot»:
treeffuri a. DL 11688.
Erster Blatt
\l\. Jahrgang
Freitag, 8. Fedruar 192^
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
trvfl iDd Verla-: Vrßhffche Uetoerftäts-Be*- in- Steteömderel R. tarne in Gießen. Sdfriftletting und GeschZffrfteile: SdfifWraM 7.
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-r Vehtib u (VeetBrten >r riebt IPilb Dong«, fir den übiiqe* led ErnftBlumfchein;firben Anzeigenteil s>ai,Be», fömtUch in (Rieten.
Die Aussichten des Arbeitsmarktes.
Mitte Oanuat halte Deutschland rund 3 MU» Urnen unkViüQte Srwerbslof«. cbeiif jtHele unter- flütUe gamUienanflelyörlfle unb 1 . Mlllronea ÄurArbeiter Unqeh b Li? f, .11 < biefer Jonvn^iW en fiel auf ba3 befehle (Sc- biet. Ttun bat sich in bm letzten W'chea nach ben Berich en der CanbeMintei für Arbei Soer- mittlung eine stetige Besserung der Lage auf dem 21t beliimarft ergebe v Bei der Mehrzahl b r Industrie- an> ©zwei tx bc riebe, so- 6>ie im Hand l mich' sich ein? tetU stärkere teil# geringere Z tnahme der B sch^s iaingrmöglich eil bemerfbar. die sich freilich inch io sehr in einer Termtnberuno der Qlrtd Alr'enüffcr jeigt. als vielmehr in einem starken Rückging b?r Äui arbeit; sogtr nach ungelernten Personal war die Rachfrag: etwa- stärker.
Ob die günstige Entwicklung sich in diesem Tempo soriseden wird, erscheint jedoch reichlich zweifelhaft. Di ff'gen spricht schm die außer- ordentlich hohe Kapitalarm ut, die e-A her Finanzw (t nich' e m- glich' b?m lart a'be^ü l- tiff'N (betreib,’ neue Be riest mit el zuzuführen u ib ch die 2ri i ernnflltd) ei e i -u \ e.mcbren. Kapital in dem benötigten älmiange tfl tn bet jcchoch saft nur brr ® .-ofjinbuftric — und bad auch nur unter lehr schweren Bedingungen — - ir di t. ■ . tci u ld mittl~n Betriebe nach wie ix>r auf da- völlig unzuv i- ckende Inkandkavital angewiesen find Bevor nicht ipitalneudildung in Detitfck/nnd r»;cl ei le '- sichere als die bisherigen Fortschritte gemacht tat, wird eS mit dem Angebot von Kavi'al und mit bet Steigerung der ArbeitSmöglich'eit wahrscheinlich nicht besser werden 3n gröl crem Um- fange kann hie Kapitalneubildung aber nur erfolgen bei einer vernünftigen Regelung der Reparations- und Rubrsrage und bei einem nicht zu scharfen Anziehen der Steuerschraube. Die Erfüllung dieser beiden Voraus- fdrungen liegt jedoch vorläufig noch in weiter Ferne ES zeigt sich jetzt immer wieder der enge Zusammenhang -wischen Kapital und ArbeitS- gelegenheit, der vvm So-iali-mus bisher verleugnet wurde.
Sodann spielt eine sehr erhebliche wirtschaft«- btmmenbe Rolle die Frachtenbildung, die deshalb so autzervrdentlich wesentlich ist. weil in jedem Erzeugnis Frachten kosten stecken. Bei Fertigerzeugnissen 'im Inlandverkehr betragen je nach der ©ntfemunq -wischen 100 und 400 Km. die F achten immer noch durchschnittlich das rund 2.4- bis 2 8sache der Borkrieaszeit; bei Fertig- sablikaten, die sür das Ausland bestimmt sind, erhöhen sich die Satze sogar auf daS 3- biS 3.6fache Auch die Frachten für Ao Herz rui nisse liegen teil- tret’e noch 70 dis 100 V' iber den Friede n-sützen, sind also ebenfalls untragbar. Durch solche Sätze muh der Preisstand natürlich beein- ffufy werden; der Frachtenanteil am Warenpreis betragt jetzt ein Mehrfaches der Vorkriegszeit Solange hier die BerbälMlsse sich nicht bessern, ist an weitere Preissenkungen und damit an eine Äauflraflftcigeivng nicht zu denken. Gerade die Steigerung der Kaufkvast bildet daS wichtigste Problem. Sie wird dadurch beeinflußt, das) unter dem Zwang der Verhältnisse die ©ehält-r und Löhne zur Zeit relativ niedrig gehalten werden müflen. Biei wesentlicher ist jedoch, bah die LandLnrtfchast, der größte Wnehmer bei gewerblichen Erzeugung. unter einem erheblichen Mißverhältnis -wischen ihren Einnahmen und Ausgaben leidet. Während sie für ihre Erzeugnisse nur rund 80 Prozent der Friedenspreise bekommt, muh sie für ih en Bedarf ungefähr 125 Prozent der 5liebenerteile anleqcn. Dieses Mißverhältnis muß natürlich die Kaufkraft der Landwirtschaft völlig lähmen. Da aber Landwirtschaft und Gewerbe in ihren Produktion»- und Adfatzbe-iehun- aen auseinander angewiesen sind, ergibt sich der Rückschluß von selbst.
Wir sehen also, daß der deutsche ArbeitS- markt abhängig tfl von der Entwicklung bei Kapi- talverdältnisse und der Reparationen, von der Tarispolitit der Sisenbabnen und von der Stärkung her Kaufkraft. SS ist nicht awzunehmen. daß bei Fortdauer der jetzigen Sachlage eine baldige grundlegende Besserung der ArbeitSmarkt- verbältnilse sich herauSbilden tonnte. Mit Ar- beitSlosigkeil bzw Kurzarbeit für mindestens 20 Prozent der Erwerbstätigen ist leider wohl noch für längere Zeit zu rechnen.
Frankreichs Antwort zur Pfalzfrage.
Pari-, 7. Febr. (WTB.l Sie französische Antwort tn der Pfalzfrage, die heute überreicht wurde, hat folgenden Wortlaut: 6i« haben geglaubt, in e.nrm 6±r:ibe« vom 2. Februar auf die von d:r deutsch:« Regierung bereits früher g:grn die französischen Behör. den gerchtct: Deschn'dignng, dies: hält» d.e Separat sten in der Pfalz unt:rftützt, zurück, kommen ?u mü fen. Die fraszcs sch: Regierung het in ihrem Schreiben vom 12. Dezember bereit« diese Dcs Huldigung?« in das rechte Licht gesetzt. Die Angaben, die sich auf die Vorgänge be iehen, werden durch keine Spur eines Beweises belegt und sind nicht tiefer begründet al» die früheren.
Unter d esen Amftönden wird die fron» Höfische Regierung, wie sie bereits m dem vor-
Landwirtschaft und Goldnotenbank.
Präsident Dr. Schacht und Ernährungsminister Graf Kanitz über Agrarkrisis und Goldwährung.
Königsberg t Pr.. 7. Febr (WTB) 3m Rahmen der landwirtschaftliche Woche sprach ReichSbantpräfident Dr Schacht über bü S-age .Währung unb Landwirtschaft" und führte »abet au-, die ganze Entwicklung bet letzten 3 ihre auf dem Währungsgebiet habe auch die Landwirtschaft aufs schwerste betroffen. Ursprünglich habe zwar die Landwirtschaft im Anfang der Inflation von dieser in Hartem Umfange Ruhen gezogen, aber die iahte Geldentwertung habe tn den folgenden fahren und-namentlich in der letzten Perioke der Inflation vielleicht nirgends fo Derbe c r e n b gewirkt, wie in her Landwirt- schast Mit bei Sinführung der Renten mark seien alle Sischeinungen efngetieten. die bet jeder WähiungSsanieiung unerläßlich (den. nämlich ein ungeheurer Rückgang der Pre se und eine
Alsrtzstockung srnkerg'e ch-.n.
Die Kauskiast teB ganzen BolkeS sei ungeheuer Aurückgegangen Der Staat sei auf sich selbst an- gcir-iclcn. Die Folge davon sei eine Steuer« b e ( a ft u n g. wie man sie wobt überhaupt noch nie im Staate erlebt habe. Diese müsse dahin führen, bah. wenn nicht eine gi-undsähüche Arabern ng in unserer ganzen Wirtschaft unb damit in unseren Beziehungen zum AuSlanbe cinirctc. voiauSsichtNch die auSgeschdebenen Öteucrn in der nächsten Zeit nicht mehr eingehen würden. Die laufende Belastung für die Landwirtschaft mache etwas über bie Hälfte ihreS ReinertrageS aus.
Dr. Schacht schildert bann die großen Verwüstungen. die die 3nftation für die verfchiedcnen Kreditinstitute zur Folge hatte. SS fei klar, daß die Landtrirtfchnst mit Kredit heute in gewi fern Umfange von der RrichSbank direkt ixrlcrgt werden müsse. Als ein in der gan^.-n Produktion zurückgea»rfeneS Volk müßten wir auch den letzten DolkSaenossen innerhalb der deutschen ©rennen zu größerer Leistungsfähigkeit erziehen und ihn innerhalb der deutschen Kultur- wdt zu einem wertvollen Mitglied machen. 3m weitetet Ikriaufe feiner Rode führte Ar. Schacht fru der Frage der
Grr.chtung der Goldnotenbank aus, die Errichtung einer solchen neuen Dank sei eine Ausgabe, die auch für lanbwirtfchcrftliche DerusSkrdle von der allergrößten Bedeutung sei. .3d) möchte mich hier auf den Abgoordnei-nH H e l f s e r i ch berufen, der im Re.chSwirtkchaftS- rat hervorhob. daß wir neben der Renten mark einen DevifenausgleichSfond fckra fen müssen, damit die Rentenmark nicht in unmlttd- bai c Berührung mit d.r D.vile kommt und dadurch zu einem SpekulationSrbjekt wird. Wir müssen verhindern, daß die Renlenmark an daS Ausland gegen ©otb verknust wirb. Wenn ich dielen 2luSgleichsvndS tn Form einer © oldbank errichte, so schaffe ich damit eine Rückenstütze für die Rentenmark. 3ch bringe damit bie Rentenmark außer Gefahr, mit ber Devise in Berührung zu kommen. DaS ist auch baS lebhafteste 3nteref1c, daS auch vvm landwirtschaftlichen Standpunkt auS bie Errichtung einer Gold- bant fordern läßt.
Seit vielen Monaten kämpfe ich für bie Errichtung einer ©rlbbanf, bie selbstveiTständlich nur Im engsten Zusammenhang mit der Reichs- und Rentenbant errichtet werden kann, denn axr müssen selbstverständlich die ©oldpolitik anelncr Stelle zentralisieien. Bvm ersten Tage, da ich zum Präsidenten der ReichSbank ernannt worden bin, habe ich die unmittelbarsten Schdtte unternommen, um die Errichtung der Goldnotenbank in die '^Oegc zu leiten.
3n London und Amsterdam habt ich den Eindruck gewönne», daß mtfert wäkrunasprl 1 sche S tuof on im Auslände durchaus richtig verstanden wird, daß im eigensten Interesse aller der Länder, die m.t uns im Wirtschaftsverkehr fteben, die Rotwend g'e t der Grrich'img der Soldnotenbant erngrsehta wird und daß ein
gewistes 3rterrPe vorchanden ist, nm uns bei der Schaff» -g dieser Dank zu h?lfen.
Mitten auö dieser Arbeit heraus bi i ich vor daS Srpertenkomitee nach Paris berufen worden. 3ch entu i leit? b^rt meine©e anfengänge. Einest. ilS ftieß ich auf lebhafte Zu timmung andererseits auf den ©exinfen. daß eS nicht genüge, eine ©oldbank für die derzeitigen Ber- bälmiffe zu schaffen, sondern baß man dne befl- nitive ©oldwährung für Deutschland schasten müsse. Ich erwiderte b?n £rrrcn darauf immer nur ein«: 3n ©rundatz bin itz mit euch einig, daß wir diese ©o'idwih.ung in Deutschland wicder einmal haben müssen 3ch will euch amO gerne glauben, daß ihr in we.iig-n Wochen zu einem ein zeitlichen Botum gelangen werdet. Es ist aber die Frage. U>14 dan i auS diesem Botum wird. Aach den biLherigen Erfahrungen, die wir in den ganzen Reparations- Verhandlungen gemacht haben, muß ich anneh» men. daß eS nicht Wochen, sondern Monate dauern wird, ehe auS eurem Berich' ein einheitlicher Beschluß der Regierungen berauWommen wird. Bis dahin zu warten, haben wir nicht Zeit. Wir biaudym für bie Wiederbelebung der deutschen 3 n b u ft r i c, die heute durch- fdinittlidb nur mit 50 Prozrn' ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt ist. ©olbfrcbitc und neu *3 ©oldkapital, damit sie im internationalen Wirt- fchafteaustausch ihren Mann stehen kann. Wenn wir heute noch drei bis oier Millionen Erwerbslose und Kurzarbeiter i i Deutschland aus Staatsmitteln zu ernähren haben, so ist daS eine Situation, die für ein Dolk wie da- uaferigt nicht tragbar ist. Wir müssen unter allen Umständen unsere ProduttionSquellen wieder auf 100 Prozent der Leistungsfähigkeit bringen.
Wenn htelcni ©edanken nicht Rechnung getragen wird, dann werden wir weder zu ein»r gesunden Wiederbelebung unseres Wirtschaftslebens kommen, nxh werden die Alliierten Reparationen aus Deutschland herauShalen können. Ich hoffe, daß die ©inficht groß genug ist. untere Bestrebungen auf die Errichtung ber Goldnaten- 'dank nicht zuscyanden werveii zu lassen, sondern uns damit endlich ein Instrument in die Hand zu geben, das unS gestattet, wieder voranzukam- men und zu arbeiten — Darauf führte
ber Reichsmittistcr für (^mäbrnnfl «nd >?aiibtuirtftf)flftf Wmf Kanitz, auS, daß auf der einen ö?tic eine Entspannung tn ber Lebensmittelversorgung und auf der anderen eine schwere Krise in der Landwirtschaft eingetrcten fei. daß dieS aber fdn Dauerzustand, sondern eine lieber- gangSerscheinung s i Die notwendige Dante- rungSkrise, die kommen mußte, fei ehige- treten. ©s werde freilich Wut und Energie dazu gehören, sie zu überwinden Die Agrarkrise habe fra l>s ein gefährliche- Ausmaß angenommen, sie s i in Deu!schla7id ti Tei derWeltagrar- krise. die buru> b;e Dergroß ngig der Welt- gctrcideanbaufläch' und d r Bie^'haltung sowie durch die gute Welt rnte einerseits und e ne Abnahme ber Kaufkraft mancher Böller auf der anderen Seite herbeigeführt fei. Deutschland n-erbe besonders schwer getroffen, weil eS durch den Bertraq von Der a lles gehindert srl, seine Landwirtschaft zu schützen.
Wenn von 1925 ab der Zustand der ejn,eiligen Me stbegüustigung uu''r?n f üher.n Feinden gegenüber erst vorbei fei, dann müßten wir zu S)anM<Ltrti>$cn mit drm Auülandr kommen, durch welche für heimische Industrie-- piodulte und laudwirtfchaf.l-cke ©r^ei gniffe der notwendige Schutz grfch-iffen wird.
Der unerträgliche Steuerdruck zwinge heute den Landwirt, zu jedem Preise seine Erzeugnisse zu verschleudern. Der Geldmangel wirte weiter preisdrückend; bibei sei daS Brot im Derhälmis zum ©etreidepreiS noch zu teuer Auch die Erzeugerpreise für Bieh fiten völlig unhaltbar. Die Frachten wirkten enorm
verteuernd Der Minister hofft, baß tn nächster Zeit auf bi dem ©eb.eie Erleichterungen geschaffen werben. eS gebe aber auch z u viele Händler und Fleischer. Der Fleifchkonsum s« stark zurückgegangen, unb die Anzahl ber Händler unb Fleischer eher gestiegen Der Steuerdruck werbe für bie Landwtrischast nur gam vorübergehend ttiMbar sein, barüber sei sich bie ReichS- regierung Bar Er sei aber notwendig, um die Rentenbank zu stützen, bis die ©oldbank eine wirtschaftliche ©efunbung Deutschlands bringe Rotwendig sei in erster Linie ein fosor» tigci großzügiger Ausbau des Kredits. Der Kredit dürfe nicht durch Zwischen st eilen so enorm verteuert tverben. wie eS geschehe Die Wechsel müßten b i S nach der Ernte prolongiert werden Die ReichSbanf habe eine entgegenkommende Haltung zugcfagt.
Die Sachverständigen.
B e r 11 n, 8. Febr IWB ) Der Erste AuStchuß bat g'stern vvrnttttag fein Arbd Sprogramm für ben Rest seines Berliner 2 isenihrltS festgesetzt. Die Mi gli'der de» Ausschusses gedenken Berlto am 13 Scbruar zu veickaslen Die Mil gl oder des Lln'.erauSschufseS für Budgetsragen be'chäf- llfficn sich mit dem Studium der bereit« vorliegenden Ergebnisse ihrer 11 n ersuchungen und ber deutscherseits g lief r ei Anskünf c Die Et sen- baß nfachvet ständigen laben sich gldch- zeitig mit ben für bad deutsche Verkehrswesen mußgef nden deutschen Stellen in Verbindung gefetzt. Sir Iofiah Stamp mich morgm persönlich einff.hendere ilntcrfnd) rngen ber deutschen Steuerlasten im ReichSsinan'mtrriZerium vor- nelmtcn Der WährungSunterauSschuh des DaweS-KomiteeS wird heut: mit dem Reichs- dankptäsidenten Dr. Schacht eine Belprechunff b.ibcn. Am Mrir'.ag und Dienstag finden Be- sprechunffm mit je einem Vertreter von Landwirtschaft. Handel, Danken, Industrie unb Gewerkschaften statt Die Mitglieder der Ersten Sachterstündigenlommistion be- fu<t«er gestern .'"2LLTT*
das städtisch« Asyl für Obdachlos« tn der Fröbelstraße. S» wurde ber Kommission mltgctcllt, daß die Belegung deS nächtlichen Obdachs hn Januar 1Q24 mehr als daS Doppelte des Wahres 1919 erreich e. Die höchste B legung des Asyls habe 6200 Personen am Tag' be.ragcn.
Lloyd George dementiert.
L o n d o n, 8. Febr . <WB ) In einer Erklärung an bie .Daily Eh-.onicle" stellt Llov) ©eorgr in Abrede, der .Rrw Dcwk World' die angeblich« Unterrcb.mg gewährt zu haben Erk erklärt, d>ß die vc-m f,anzö>isch:n Ausw ir igen Amt verös- fen'lichte Mitteilung über bie Do.aänge in dem kritischen Aug nblick mbcnb bei Friedenskonferenz im wesentlichen richtig sei. So ser lächerlich. baS von WiNon unb Elrrnencoau während seiner Abwefei,hür von Paris abgeschlossene Al kommen über die militärische Delctziina deS Rh.?ii l ind.S unb üler bi.? amerikanisch n ©aran- tlen für bi: 6id)?rb:it der französischen Ärenz«' gegen deutsche Angriffe als ein ©eheimab- kommen k-arzuswllmi W'llon h rbe v o l l k o m -. men loyal g-butbclL Lloyd ©eorgr b?flätiqter die Rich igfett eines Somm rniqueS d.s br-t'ifchen Auswärtigen Amtes, nach dem die Berzögernrng seiner Aniwort auf den Brief deS Auswärtigen Amtes auf die Tulsas zurück,usähren sei. daß bei Bries nicht unterzeichnet gewesen, sei. Die von ber französischen 'Regierung vorgeleg en Schriftstücke en b.elfen hie Artikel über die ©arantten für die Ausführung des Vertrages, wie flc von Wilson und Elemenceau am 23. Aprckl 1919 gebilligt worden feien und ben Vertrag zwischen Frankreich und den Vereinig tn Staaten, nxe er von Wilson und ölemenceaii am 23 April gebilligt worden fei Zum Schluß belräfltgt Lloyd ©corge. daß er. bcnwr er irgend etwrs von ber ai gÄichrm Unieirbjng gehört, im Auswärtig en
erwähnte» Schriftstück mifgeHlt htl, auf eine DeantVsrtunck ber von ber deutsche« Regierung dorgebrachten, nicht begründe en Klagen verzichten. Ferner verlangt die deutsche Regierung von der franzöfifchrn Regierung, „in der Pfalz die g.srtz- und vertragsmäßige Lage toiebcrhcriufteUcn". Ich darf mich in dieser Hinsicht auf die SrNärungen, die der fran-öf schr Botschafter in Berlin am 15. De- fernher Aufenmin ster Dr. Strefemann abgegeben hat, und auf das Aide Memoire beziehen, daS am 1. Januar von Pereiti de la Rocca Botschaftsrat von Hoesch übergeben worden ist. DaS Pariser Kabinett, das gewissenhaft ben Buchstaben der Verträge refpeltiert, ist wie in ber Vergangenheit auch jetzt entschlosse», in die Zwistigkeiten der Deutscket untere nanber nicht einzugreifeu und wird sich dementsprechend auf keinerlei Unterhandlungen m t bet den fch-n Regierung über innerdeutschr Fragen einlassen.
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Die französische Regierung glaubt mit einigen überhebliche n Bemerkungen sich nner sachlichen Beaniworrung ber deutschen Ro e vom 2. Februar entziehen zu tonnen. In ber deut
schen Rote ist bereits festgestellt worden, baß die darin aufgeführten Tatlochen, die bte )Interfl üyung ber Separatisten durch bk französischen Besatzungstruppen beweisen, burch feine Ableugnung auS ber Welt geschafft werden können. Diese Tatsachen sind ja mcht nur von deut ich er Seite, sondern von einer großen Anzahl neutraler und sogar hervorragender alitierter Zeugen ernwandfrei feftgeftdü wvr. ben. Die französische Antwort vermerdet eS, auf bie in ber deutschen Rote gestellten Forderungen (Entwaffnung der Separatisten, Rückkehr ber vertriebenen Einwohner ufa>.) rrgendwic einzugehen. Sie versucht bagegen, e- fo darzustellen, als hätte die deutsche Regierung bie französische um U n - terhandlungen über innere deutsche Angelegenheiten ersucht. Während tatsächlich bie deutsche Regierung sie au^gefordert hat. sich jeder Einmischung in deutsche mnerpolttiiche Verhältnisse und insbesondere jeder unmindbaren oder mittelbaren Unterstützung ausrührerilcher Elemente in den besetzten ©ebroten zu enthalten. Wenn in ber Antwort versichert a>irb. daß daS Paris« Kabinett wie in der Vergangenheit so auch jeyt entschlossen sei, in die Zuständigkeiten ber Deutschen untereinander nicht einzugreifen, ft ist bidc Versicherung bezüglich der Vergangen- beit durch bie Tatsachen widerl^t, und ti bleibt demnach nur zu erwarten, baß es dem fron»
-,öst'ck.'n Kabinett ficfinq:. In Zukunft bas De-halten ber Besiyungrtrllvpeu In der Pfalz mit seinen Versicherungen in Einklang zu bringen. Tie Teparalisten«tirnhen inPirmasenS
Pirmasens. 7. Febr. (WTB., Die bereits gemeldete Entwaffnung und Verhaftung ber Polizeibeamten durch bte Separatisten ist, wie diese selbst zugeben, mit dem ausdrücklichen Einverständnis der französischen Delegation erfolgt, unb zwar durch den französischen Leutnant Äa ft, der gerade in diesen Tagen den abwesenden französischen Bezirks delegiert en vertrat, lieber bie Plünderungen in PirmalenS wird noch folgendes bekannt: Der Fabrikant Duchheit mußte flüchten, unb feine Wohnung wurde von ben Separatisten völlig aufgeräumt In der Fabrik von Morgenthaler wurde-der Betrieb von ben Separatisten ftiHgelegt und sämtliches Material geraubt Auch bte Firma Donner wurde gänzlich auSgeplündert AuS ber städtischen MtlchversorgungSanstalt wurden von den Separatisten 22 Kisten Milch weggenommen und in der Rächt daraus em weiterer größeren Diebstahl verübt Ebenso .beschlagnahmten^ die Separatisten den städtischen Holzhof und verteilten die dort lagernden Vorräte.


