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Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien)

Ri. 265 dipcttes Blatt

Srtitag, 7. November 1924

Deutsche Demokratische Partei und Liberale Vereinigung.

Don Reich-Minister a. D. Schiffer.

AuS der Demokratischen Partei sind eine ! tyibl Reich-- und LandtagSabgevrdnete auSge- icn. Ändere haben sich ihnen angeschlosscn. .ire Zahl ist zu grvh. und unter ihnen sind zu mgoolle Damen, als dast man den Dersiche- -yen der Parteipresse Glauben schenken konnte, i Windle sich um eine nur unerhebliche Absplitte- ,ng, die letzten GndeS der Partei förderlich sei, sie sie von einem störenden Ballast befreie. Irt den Ausgeschiedenen ging ein Teil zur >.-rtschen Dolkspartei über, wahrend die übrigen

Äur .Liberalen Vereinigung" zusammentaten. lie findet starken Zulauf. Die Austrittsbewegung tu sich fort.

Der demokratische Scheidungsprozest ist dem- ^ch noch nicht beendet. Aber die demokratische K ists erschöpft sich auch nicht in ihm. Auch ,i denjenigen, die vorläufig noch in der-Partei I iben, herrscht eine weitverbreitete M t st st i m - iuhg über den von ihr in neuerer Zeit ein- , chlagenen Äur«. Man will sich trotzdem von i noch nicht trennen: man hofft, von innen c r a u S ihre Dichtung zu verändern, eine Des- ttmg zu erzielen, aber man macht kein Hehl jciu6, bah daS dauernde Verharren bei der Battet von der Erzielung dieser Besserung ab- |mglg ist.

Der AuSgangSpunft aller dieser Strömun- In ist die Linksentwicklung der Demo- itischen Partei. Mehr und mehr ist sie aus r Stellung als Mittelpariei auf die linke rite hinübergewechselt. Zwar wird dies neucr- gs von den Parteiinstanzen lebhaft bestritten, ber sollten die auSgeschiedenen Abgeordneten, i den Schritt doch sicherlich nicht leichten Her- und nicht ohne gewissenhafte Prüfung gehen, h so vollständig über die Tatsachen geirrt den. die zu ihrem Entschlüsse führten? Sollte ie tiefe Miststimmung in der Partei wirklich ter tatsächlichen Grundlage entbehren und aus Mistverständnissen beruhen? DaS ist fr x>er anzunehmen. Zudem liegen Aeusterun- t i demokratischer Zeitungen und Redner in i lügenber Anzahl vor, die das Gegenteil kuxtfen; sie können weder aus der Welt ge- f isst noch erfolgreich umgedeutet werden, k^iliestlich sprechen aber auch die Ereignisse der ten Zeit selbst eine Sprache, die nicht über- | t oder totgeschwiegen werden kann.

Diese Ereignisse, die im einzelnen nicht auf- filhrt zu werden brauchen, gipfeln in der A u f- isung deS Reichstages. Die Reichs- slSauslösung in diesem Augenblick ist ein Dor- .'itfl, für den breiten Teilen deS Volkes jedes : rständ.1 is fehlt. Sie sehen weder einen reichenden Grund für sie, noch vermögen sie t) irgendwelchen Ruhen von ihr zu ver- iechen. Sie fragen sich, wie man es rechfier- i]?r. will, dah jetzt wieder einmal alle in ing befindlichen wichtigen und drängenden par- lmentarischen Aufgaben, die zum Teil entschei- ugSreif waren, st i l l g e l eg t werden: dast daS Ttschaftsleben aufS neue in seiner Entwicklung Eflrrt, die Kreditfähigkeit der Wirtschaft im n- und AuSlande in Frage gestellt, der ökono- ische Wiederaufbau um Wochen und Monate d^zögert wird: dah die Entfachung der Poli­tiken Leidenschaften, wie sie mit einem Wahl- 4 rpf nun einmal gegeben ist, unseren auswär- L.'n Gegnern gern benutzten Stoff zur Hintan- V tung des eben erst begonnenen internationalen L.i^gleichS liefert. Sie sagen sich, dah irgend re wirkliche Klärung vom Ausfall der }iblen kau m zu erwarten ist.

Muhte das sein? War der Vorschlag! der Re- tring, einige Deutschnationale als Minister auf- i«hmen, wirklich so völlig unannehmbar? Auch :nn noch, als auf eine aktive Mitwirkung der .nokratischen Partei verzichtet und nur ver- ergt wurde, dah der Reichswehrmini st er ii leicht erklärlichen sachlichen Gründen auf fei­nt Posten bleiben solle, ohne aus der Fraktion :i icheiden zu müssen, aber auch ohne sie in ihrer j-tung gegenüber der Regierung irgendwie zu rten? Kann man allen Ernstes behaupten, dah i-<f) Eintritt Deutschnationaler in die Reichs- - cerung die von der Demokratischen Partei ge­tilgte Politik der Herren QKarj, Luther und l «semann unmöglich gemacht wurde, obgleich eben diese Herren selbst bie gegenteilige b ficht vertraten unb in der Zuziehung jener Ele- rmie in gewissem Sinne sogar eine Sorbe- HT.g ihrer Politik erblickten? Wenn trotz alle- tm die Demokratische Partei es lieber auf die

Max Beckmann.

In Len Räumen deS 5 -airtfurtcr Äunft- reinfl wird augenblick.ich eine Ausstellung Map dm arm gezeigt Ein Saal mit Oelgemälc'en a.3 den letzten drei Jahren, drei weitere Zimmer nt Graphik auS den Jahren 1910 bis 1924.

Man kann sich des Eindrucks der starken first dieses in F anlfurl lebenden Meisters aH: erwehren. Ein Kind seiner 3?it sein, so hat c selber gesagt, und wirklich aus den Wecken e innen wir die Gegenwart DaS ist ja Zeichen 'et.tzr Kunst, dah sie ein Stück flutenden Lebens vcch und formt, Kräfte und Wesen der 'Dinge f"1bar macht.

Am ehesten sind w.-hl die Bildnisse zugänglich, lil radiert oder als Lithographien. Eine Reihe pm Lelbstb.ldn'issen, und bekannte Köpfe, wie Len kiiü'.chener Derl ger P per oder den Te linec lunsthöndler 3 D. Reumnnn. Ganz scharf in nerbittlidjcm Blick für die Wirklichkeit, mit melserharten Str chen Hingeseht. Man |?u 1 die schneidende 2uft der Gegmwart, die tu sorgloses Träumen gestattet, die nüchtern, Mich jedes Ding auf seinen Wert prüft, die sch in ungeheurer Selbstbewuhtheit bis in letzte ifem kennt.

Beckmann ist Kind der Grohstadt, Berliner, t" kennt sie in allen Tiefen, er weih um ihre Ge- tiT'e, um ihre Grausamkeit. Eine Folge von l-Hogrophien: Berlin 1922 zeigt sie uns in tle: llncrb ttlichkeit. Man braucht nur TitÄ snJusehen: Die Enttäuscht n. D.cht Rrckttanz. tie S.ttler, Theaters eher. Schornste.nf ger Mn lag sich gegen diese sachlich nüchternen Bilder friibcn, sie packen einen dennoch. Sie sind ge- fchcn, sind Visionen, von denen sich der Dichter dirch die Form befreite, Visionen. .Sachlichkeit

Auflösung ankommen lieh, alS sich bet Auffassung eben beriefben Regierung zu fügen, deren Ver­bleiben im Amte sie doch selbst wünschte, so gibt es in der Tat dafür nun eine Erklärung: bie u n- bedingte Verbrüderung mit der So­zialdemokratie und daraus folgend bie ebenso unbedingte Ablehnung jeder Zusammenarbeit mit der Rechten.

Sicherlich entspringt auch diele Halnrng durch­aus ehrlichen Erwägungen und der Liederzeugung von ihrer Rützlichkeit für daS Vaterland. Rur ist sie mit dem ursprünglichen Cha- rakter der Demokratischen Partei unvereinbar. Rur entspricht sie nicht den Idealen des deutschen liberalen Bürger­tums, die in ihr verwirklicht werden sollten. Dieses Bürgertum, das mit Drmrgeoistum. mit Dürgerblock und ähnlichen Schlagworten nich s zu tun hat, sondern nur das Wesen des Staats­bürgers gegenüber dem Klassenbewuhtfein zum Ausdruck bringt, will eine B r ü ck e sein zwischen all dem, was unser Voll zerspalt und eben deshalb die Freiheit haben und behalten, sich zur Zusammenarbeit mit Rechts oder Li cks zu- sammenzusinden. Der allzu enge Anschluß an die Linke, der ja nicht von heut und gestern datiert, hat denn auch schon sehr deutlich auf den Geist der Demokraftschen Partei eingewirkt, und unerfreulich? Erscheinungen gezeitigt, die m i t liberaler Demokratie nichts gemein­sam haben. Er hat aber du&eröem die Kluft zwischen den beiden bestehenden liberalen Par­teien so sehr vertieft und erweitert, dah die Heraufführung einer einheitlichen groben libera­len Partei für absehbare Zeit durch die Ein­stellung der Dem.krallschen Partei unmöglich geworden ist. Unb hoch muh die schliehliche Zu­sammenfassung aller Liberalen zu einem Gesamtliberalismus bo3 Z el fein, das niemals aus dem Auge verloren werden darf.

Die Siegesfeier des Faszismus.

Don unserem römischen ^-Korrespoichenten.

(Rachdruck verboten.)

Rom, Anfang Rovember.

Trotzig, wie eS dem Starken geziemt, der sich am mächtigsten allein fühlt, hat der Faszis­mus die Halben und Lauen von den Stufen des Thrones gewiesen, auf dem er zum zweitenmal den Jahrestag der schwarzen Revolution feierte. Im vorigen Jahre lag ihm ein williger Teppich aus Millionen und Abermillionen von Konjunk- turpolitikern. Zweckfafzisten und Mitläufern aller Art zu Fühen, aber nach der furchtbaren Iuni- niederlage dieses Sommers, der Matteotti- Affäre, lösten sich die Maschen .. Allzuviele, die bisher schon zufrieden waren, wenn sie die Gnadensonne beschien, entdeckten jetzt plötzlich ihre Selbständigkeit, auS der blinden Ergebenheit wurde die bedingte Zustimmung, man trat mit Forderungen hervor und verlangte auch für das Mitfeiem Ende Oktober gewisse Kompensationen. Hatte Mussolini die Zurückhaltung der organi­sierten Combattenti und Mutilati, der Front­kämpfer und Verstümmelten, noch verstanden, well sie durchaus logisch mit der Volksgesamtheit be­gründet wurde, der die Mitglieder des Bundes entstammen, so dah es Mache gewesen wäre, anti- saszistische Elemente unter den schwarzen Barmern marschieren zu lassen, so stieg ihm die Galle auf, als man ihm mit Schachervorschlägen kam. Er hieb die Faust auf den Tisch: der Faszismus ist nicht nur stark genug, allein zu kämpfen, er kann auch allein feiern!

So lag es diesmal wie Kampfstimmung über £>er Festwoche. Im vorigen Jahre unternahm Mussäini noch einen Triumpzug fast klassischen Stiles durch das Land. In seinem Sonderzug mitfahrend, Auto an Auto mitrasend, sah ich Den Diktator m einem wilden Meer von schwarzen Fezen stehen, in Bologna kletterte ein Mann aus dem Dolle während der Ansprache des Duce an der glatten Wand des Domes hinauf bis Uür Finne was galt ihm heute sein Leben! und im mitternächtlichen Florenz lehrten die Mütter ihre Kleinsten, die Patschhändchen gegen die Kraftwagen ausstrecken zum römischen Gruh. In P e r u g i a gab <4 keine Absperrung, Bergler und Schokoladenmädels drängten sich an den eisernen Herzog heran. Bei der Weiterfahrt brachen Dächer von Dahn Hof schuppen unter der Last der stundenlang Harrenden. Und erst in Rom! Der Diktator läd den König zu Gast ... Wie ich die beiden so verschiedenen Männer nebeneinander in den prunkvollen Räumen des Palazzo Venezia sah, es erschien mir wie ein Morisches Gemälde. Und heute vermeine ich,

den inneren Gesichten" Hit Beckmann als sein Wollen hingestellt. Er ist voll innerer Scheu, ja, er ist bei all feiner Wirklichkeitsnahe Träumer, und auch darin ein Spieg l uns re Z it Richt dcrh er sich in die Ratur un) Einsamkeit flüchtete Er entdeckt des Märchen in den Strafei der Grvst- stadt En? Radierung wie .Die 'Drücke 1922" mit den drei sich mächtig zur Tiefe fp-nnerden Dogen ist v-ll davon Und e-ft feine F crben. hell unb leuchtend _Schöne F rben". drängt sich einem unwillkürlich auf die Lippen, sein Grün unb Grau unb Rot. Aus impressionistischem Lichtgeflimmer hat er sich diese Sprache entwickelt, unb mit ihr kann er die Märchen unserer Zeit und der Grohstadt künden Ganz langsam gehen dem Be­trachter diese Schmh iten auf, werden dann aber beglückendes Wissen, dah Schönheit nicht in un- w'h hast ge F. .cht aus de Segen roa t s ndern inmitten auS Der Rüchterahnt und Bewußtheit unserer Tage zu finden ist, hat man nur einmal die Augen gelf n t.

Ein Drittes bleibt, den Akkord der Kunst Mar Beckmanns wie unserer Zeit zu vollenden. Durch das ganze Werk des Me sters ziehen sich Darstell'angen rcTgiöfer Motive von der 2hif- erstchang 1939, mit ihrem an Rab ns mahnenden Gewtrbel der Leiber über Eh.i't S und d e Sün­derin in der Mannheimer Kun th le da at - deutsche Me ster we Mältscher Pate gestanden, bis zur Kreuzabnahme, die heute im Stadel hängt ES ist mehr als Laune, dast gerade in Deckmanns Werk, das so ganz gegenwartsnah, so ganz tief dem Leben der Grosttadt verknüp t ist, immer wieder Christus steht. Eine felsharte Wirklichkeit, um deren Bewä tijung der Künstler ringt die er einzubauen sucht in fein Weltbild, das da ist nüch eme Sachlichkeit und klare Dr- wuktheit. Wissen um das Schöne, das Märchen, Ringen um Gott.

ein Kapitel bn Geschichtsbuch zu Ende gelesen zu haben. Es beginnt em neues.

Es gab diesmal Fernen Triumphzug. Aber am 28. Oktober scharten sich die schwarz Legio­nen zusammen unb leisteten den Eidzum un­trennbaren Wohle des Königs und des Vater­lands". Muslolini brachte dem Monarchmi ein trefslich diszchlinierleS. brachte ihm sein aus dem Doden gestampftes Heer zum Geschenk dar. ein Privatheer, das gröber ist, als das stehende! Hat ein Mann, der solches zuwege brachte, nicht ein Anrecht darauf, etwaS stolz zu sein? Darf man es chm verdenken, wenn er gläubig in die Zukunft schaut? Unb so forderte er alle Un­gläubigen, bie ganze Masse seiner Feinde in bie Schranken, inbem er seinen Schwarzhemden auf dem Domplatz zu Mailand bereits ein Stelldich­ein für den nächsten 28. Ottober an der gleichen Stelle gab! In diesem Augenblick dröhnte durch das ganze Land das Giuro! der Schwarzhemden. Ich schwöre! Unvergestlich das Dild dieser tod- verwegenen Jugend inmitten der Trümmer deS alten Rom, vor den roten Riesenmauern der Cavacallathermen.

Am 30. Oktober feierte die Hauptstadt die Atoeitc Einnahme von Rom.Bunte Wimpel an Den Strastenbahnen, flammende Manifeste. Und nun machen die Frontkämpfer doch noch mit. Wo eine Gruppe Kriegsblinder auf der Strabe auftaucht. (Dringt alles von den Stühlen vor den Kaffeehäusern auf, steht in den Wagen und grübt ergriffen oder mit hinreibender Selbst Vergessen­heit.

Jeder Tag bringt ReueS. Ueber Rom findet die erste, glänzend gelungene Luftparade statt. Hunderte von eisernen Vögeln kreisen um das Kapitol.

Und Mussolini gibt einen Tagesbericht auS: Sieg auf der ganzen Linie! Der Tag wird kom­men, wo d.e Gegner auf dem Aventin die weihe Flagge auf ziehen werden! Wir können warten...

1. Rovember. Rationalfeiertag. Run kommt auch der Kalender dem Faszismus zu Hilfe, denn wer bis jetzt hinter dem Ofen blieb, den jagen die Klänge beä Kön gsmarsches auf die Deine. Die faszistischen (Sieg.Dreiern gehen zwanglos über in die nationalen: am 4. Rovember zerfiel die Macht Habsburgs ...

Der Himmel hängt voll lauter Glocken. Im zweiten römischen Frühling, an einem so lenz- lichen Herbsttag wie diesem klingt er ja immer. Eine Sinfonie von Dlau und Gold.

Ein singendes Meer von Seligkett, das ist der Canto fermo.

Die Stimmen aber, die dagegen kontrapunk- fieren, sie strömen hell und stetig aus metallenen Kehlen. Es sind Glocken aus Stahl.

Die Luft zittert darunter. Rrrrommm rrängg rrrommm rrängg---

Wie auf der Zementbahn, wenn die Ma- schinentiere herumrasen, die vielpserdigen.

Die Mariefien und Theresen, Ada und Gra- ziella heben den Dlick von der Wäscheleine und statt Hemd und Höschen dort anzuzipfeln, win­ken sie bamit in heiterer Heftig kett. Ach Gott, was sind diese flachen Dächer doch so praktisch! Emst schaute man von der Terrasse auf den schmucken Reiter hinab, jetzt zu den stolzen Fliegern hinauf ... nur wegen dem Tsching- daredda, Dummderedda .....

Rrrommm rrängg ..... rrrommm rrängg .....

Voran der Herr Hauptmann. Ganz au8 Silber und Würde. Man sieht s chm an, wie vor­sichtig et fährt, um von seiner Pracht nichts abzustohen, denn es ist ein echter Zeppe­lin,Dodensee" hieb er früher. Seine Adju­tanten sind viel kleiner, ganz hinten segelt einer wie zum Vergnügen. Sein Motorchen hat nur 40 HP. unb die Desatzung besteht aus 1 Mann. Riedl ich.

Die Herren Pressevertreter haben auf F. 6 Platz genommen. Sie zücken den Dleistift wie sonst im Auto das Manöver kann beginnen.

Ah da biegen die ersten Schwadronen schon um die Peters kuppel. Wie aber die breit- flebigen, von Ostia kommenden Wasserflieaerdie Spitze nehmen! Defriedigt nicken die silbernen Herren Offiziere.

älnd schon beginnt das Defllee vor dem (Stab. Der Tiber brunten zieht eine Paradeschnur, der Eorso eine zweite, die Dia Flannnia eine dritte aber ich sehe immer fünf für fünf v du wunder­volle Partitur!

Dröhnend entfalten sich die Schlachtordnun­gen. Da ist der germanische Keil, da die Phalanx, da der Rhombus. Mit siebenhundert Pserdek- kräften brüllen die Fiat Dr.-Geschwader vorbei. Meine Herren, der Wasserjäger S. 58, auf dem unser Frvnt-Ab Dacula fliegt, ist der schnellste

Cb es nicht zu einr gl chen wäre, Werke dieses Künstlers auch h er in Gietzen zu zeigen? R.

Bayreuther Bühnenfeftspiele.

Die Verwaltung der Dühnenfesfipiele in Datzreuth versendet soeben die Ankündigung der Fesfipiele für 1925. Zur Ausführung gelangen: Panifal, Der Ring des Ribelungen unb Die Meistersinger von Rürnberg.

Küuftlerhilfe.

Zu den Ständen, die unter der wirtschaft­lichen Rot am schwersten zu leiben hoben, gehören die bilbenben Künstler. Man braucht nur die Ausstellungen zu besuchen, um festzustellen, we wenig verkauft wird. Geradeso spärlich ergehen die Aufträge und geradeso wenig wird in den Ateliers verkauft. Das hat zur Füge, dab selbst namhafte Künstler kaum noch ws'en, wie sie ihr Leben fristen sollen: sehr vielen fehlt die Mög­lichkeit, sich das nötige Material zu beschallen, um überhaupt weiter arbeiten zu können. Auf der anderen Seite hat das Verständnis für den guten Wandschmuck in weitesten Krellen der Be­völkerung zugenommen. Wer hat nicht den Wunsch, seine Wchnräume mit wirklich guten und origi­nalen Bibern zu schmücken, sei eS mit Radie­rungen, Holzschnitten. Litographien. fei es mit Bibern, die besonders wertvoll find, weil sie nur einmal existieren: Zeichnungen, Aquarellen u. dgl? Oelgemälde sind für die meisten un­erreichbar geworden. Dagegen sind viele noch in der Lage, sich ein graphischesBlatt oder ein Aquarell zu erwerben, allerdings nicht zu den durch Provisionen und Unfoften erhöhten Preisen, die die Künstler für besondere Leistungen in Ausstellungen ansehen müssen. Manches Blatt steckt in den Studienmappen und in den Ateliers, das der Künstler an sich nicht auf die groben

der Welt 230 Kilometer mittlere Geschwindig­keit --u

Die Hydroplana ah! Sie zerstreuen sich nach Reapel, nach Orbetello und Spezia, von wo sie berfamen.

Kranichzüge. Wildenten Gänsemarsch es wimmelt in den Hügettälern von eisernen Vögeln. Schwarm auf Schwarm. Patrouillen jagen da neben her. Rur noch 'Fachmänner IcniKOj ' .ch aus in dem Gewimmel von Kundichastern und Jägern. Auf acht Fäden aufgezogen fchwirren die M > »en der RekognvSzierungsllugzeuge über den Drcietten und Indianerzügen der Dombardicrer <3in vier­motoriger Caprvni borniert prompt auf den auf- blitzenden Zeppelin. Man merkt es der Sonne richtig an. wie sie ihre helle Foeude an dem Schauspiel hat.

.Unsere Zukunft liegt in der Luft", sagt Musiolini.

.Die köngliche Aeronautik," antlpor.; General Donzani von Bord au.-. ,L tag dem Augenblick, da sie über Roma Immer. über dem unsterblichen Rom paradiert, demm. tigen Urheber ihrer Wiedergeburt" ihre Huldi­gung bar."

ES ist ber Tag ber zweiten Einnahme von Rom, brunten in den ©traben wimmelt es von schwarzen Punkten, bie auf ein Wort hin sich zu den gefürchteten schwarzen Legionen zusammen- schliesten würben.

Aber was kümmert das Marietta und Te- refab. Ada unb Graziella? Sie hören nur daS Singen und Klingen in den Lüften und auch in den fremden Augen unter den Hornbrillen und Lorg­netten liegt es wie ein Abglanz der göttlichen Weihe des römischen Himmels unb ber Gröhe des technischen Fortschritts.

Wirtschaft.

Vom Weltqctrcidemarkt.

Wie vorauszusehm war, haben die ®ctreibe* Preise, die namentlich im Cepicmber fpiun.ibaft gestiegen waren, keinen Bestand geh.rvt. Tic Tonne Roggen, die zeitweilig mit über 250 Mk b z hlt und vereinzelt sogar noch höher bewer et wu de, ist bis auf unter 200 Mk zurückgega g n, renb für Weizen die Situation genau so hegt Dabei ist die letzthin gleiche Rotierung für bie e beiden Hauptgetreidearten bemerkenswert, n > dem früher stets ein ülnierschied zwischm dem Weizen- und Roggenpreis von etwa 2 > Mk i or- Händen war. Es ist von uns bereits heroer ge­hoben worden, dah die auberorbc itlie.ch ch: Versorgung des Kon'ums und der Hindi w h- rend der längeren Getreide hauste mi de:n 2rug n- blick zu einer Stockung des Geschif es führte, in dem bie Preisbewegung eine Qlenberung erf hrcn würde. Dies ist nun tatsächlich dcr Fall, u d zwar war h erbei von besonderer Dedcu un 3 die lebhafte Einfuhr von Mehlen. W ater zeige 1 dic deutschen Müllereien gegenüber dem vo i g den Angebot vorsich.ige Haltung, da die we er G.- ftaltung der Preislage am Weltmarkt bis: er durchaus noch nicht klar liegt. Mai rechnet, we­nigstens soweit die deufichen ©etreibemir'te in Frage kommen, zunächst mit einem weiteren Rach- lassen der Getreidepreise, da die Landwi te g ö- berc Reigung zeigen, angesichts der zur Zeit borbanbenen allmählichen Preis e fu g m. m hn Material hevauszukommen, um bami ange ich s der vorhandenen Steuer- und äh-stichen Lasten noch Preise zu erzielen, die so isfig wie mög­lich liegen. Dieses Angebot bewirkt auf de an­deren Seite aber natürlich gerade das Gegen'ell des Beabsichtigten entsprechend dem alten Grundsatz, dab die freie Preisregul erurg durch Angebot und Rachfrage erfolgt D> wie- auf Grund der gröberen Oktober-Engag ments d e Verschiffungen RordamerikaS na«ch Europa im letzten Monat sehr erheblich waren, und z. D. in der letzten Oktoberwvche an 2 Million- ~ uar- ters betrugen, ist hier natürlich v el zahlfäh geS Material vorhanden, das sich teilw ie zuerst in schwachen Händen befand, das bei Marl un er Druck hielt. Rumnehr hat es alle ings dm An­schein, als wenn wesentliche Teile der am'r koni­schen Einfuhr in kavitalstärkeoe S)änV b-rge- gangen sind, wobei sich nicht gerinne Mengen im Besitz der Reichsgetreidestelle befanden urflen. Die Ernte in den La Plata-Star en wird nun­mehr in Kürze beginnen. Da bie Wetternach­richten und infolgedessen die AuSsichtetr für den Ausfall der Ernte nicht ungünstig lauten, i t von hier aus möglicherweise mit einem re st 'rk en Export für die nächste Zeit zu rech reo Aehn ich gestaltet sich die Entwicklung rn Australien, für oas man ebenfalls mit einem anseh l chen Er­gebnis ber Ernte rechnet Rach all bi e, gegen­wärtig für die Preisverhältnisse am Getreide- markt wesentlichen Momenten fchernl man o'-er

Ausstellungen schickt, für das sich ab r Lie'chaber finden werden, nxnn sie nur von diesen Blättern erfahren, ilm diesem doppelten Rot stand ive° nigstens in kleinem Umfange abzuhesten, wird vom 1. Dezenrber ab in den Räumm des Lan­de s a m t c s für das DildungSwefen (der ehemaligen Geschäftsstelle de- Darmstädter Vrllshochschule) eine Verkaufsausstel­lungK ün stier Hilfe" eingericht't, die im Wesenti-chen graphische Blätter af er Art, Agua- relle, Pastelle u. bgL, nicht aber Oelgemälde, aufnehmen und der breitesten Oefsent- lichkeit zugänglich machen soll. Dre Künstler, die diese Ausstellung beschick-m wollen, werden auf gefordert, dies bis spätestens zum 10. Rovember dem Leiter der Ausst-ellung, Re- gierungSrat Henrich, LandeSantt für das Bit- dungswesen, mitzuteilen.

Das 3. Max-Neger-Feft der Max-Reger-Gesellfchaft findet unter ber Leitung von Fritz Dusch vom 14. bis 16 Ro­vember kn D r eSden statt. Ein Orchesterkonzert der StaatSIapelle unter Fritz Dusch bringt bie Lustspiel-Ouvertüre, das Violin- Konzert (Adolf Dusch) unb d e f iten gehörte Romantische Suite, ein Kirchenkonert die OrgclfantasienW achet auf, ruft uns die Stimme" unbD. A E. H." (Karl Straube', Präludium und Fuge op 117, Rr. 6 für Violine allein (Adolf Dusch' und \ - cappeW 3- Chöre aas op. 39 und 138 (Bremer Domchor unter Eduard Röhler). Den Beschluh macht eai Kammermufik-Konzer^ beä Tu ch- Ouarietts, in dem dieses d:: crirerchnu''rt?tte in A=5hir und ^s-Dur zur Aufführung bringt, wäh­rend Rudoll Serkin die Dach-Dariatirnen op. 81 spielen wird.