terc Frage. '2toet, wenn Ite nvpas gegen oen Grundsatz des Vertrages etn^utiMnöar hätten, weshalb hätten sie dann keinen Versuch gemacht, an die Ärbeiterregierung hevanzu treten, um zu sehen, nxiy am Ketten im allgemeinen Interesse gescheheir tonnte? Keine derartige Annäherung sei erfolgt, und wenn sie erfolgt wäre, b würde sich die Regierung keineswegs mrmttlig gezeigt Haven. mit ihnen zu beraten. Tie „Erening Standard' erblickt in dieser letzten Aeußerung Macdonalds eine b nrertenswerte Andeu u g sür eine mögliche liebe reinf u nf t de r Regierung mit den Liberalen.
Der Kampf im Hedschas.
Paris, 6. Oft. (WTD.) Havas wird aus Kairo berichtet, ein offizielles Telegramm kündrge an, daß der Emir Asi von Medina, der Sohn König Husseins, zu dessen Ernsten der- König «rbdariile, den Thron von Hedschas und nicht das Kalifat angenommen habe. Das Qlational3 tomitec von Hedschas habe der ägyptischen Presse telegraphisch mitgeterlt, daß dem Emir Ali der Thron unter der Bedingung angeboten worden sei daß ci sich den Wünschen des Volkes füge Das Komitee des Kalifats in Kairo habe Iben Saud, den Führer der Wahabiten, telegraphisch gebeten, die Heiligen Statten, zu achten und mit seiner Armee nicht in Mekka einzurucken.
Die italienischen Liberalen gegen Mussolini.
Livorno, 6. Olt. (WTV.) Der. liberale Kongreh lehnte mit 23 000, gegen 10680 Stimmen einen Antrag a b, der die Pflicht der liberalen Partei betonte, in Wirllichkeit und in voller Loyalität zur Beilegung der gegenwärtigen durch Die Haltung der Opposition verschlimmerten Krise beizutragen, damit die Regierung durch energische Unterdrückung jeder Gewalt und jeder Ungesetzlichkeit und durch -Zusammenziehung aller gefunden Kräfte des Landes ihr Werk der Wiederherstellung zu Ende zu führen und damit Italien die Entwicklung seiner Geschicke in einer Atmosphäre des Friedens, der Eintracht und Freiheit wieder ausnehmen könne. Der Kongreß nahm dagegen mit 22 812 gegen 8003 Stimmen bei 3000 Enthaltungen einen Antrag an, der durch folgende Resolutionen die Autonomie der Partei bestärkt:
1 Der Staat müsse von der Vorherrschaft der Parteien oder Gruppen befreit werden und sein Amt des obersten Lenkers des nationalen Lebens, in dessen Rahmen der politische Kampf mit friedlichen Mitteln ausge- tvagen werden solle, wieder aufnehmen.
2 Das verfassungsmäßige Regime dürfte nicht zu einem Zerrbild gemacht und die Trennung der Gewalten müsse streng beachtet werden.
3 . Die einzige gesetzliche Grundlage der Regierung sei das in konstitutionellen Formen gegebene Einverständnis der Ration.
4 Das Heer solle ausschließlich im Dienste des Staates stehen. Seine bewaff- nete Macht dürfe den Charakter und Geist einer Partei besitzen. Die in der Verfassung fest- gelegten Freiheiten mit der Achtung vor den Gesetzen sollen wieder eingeführt und beachtet werden.
5 Die Lokalverwaltung müsse wieder in die Hand der von den Bürgern gesetzmäßig gewählten Behörden gelegt werden.
. 6 Die Wirtschaftspolitik solle auf der Grundlage derDerteidigungderPrivat- Unitiative den Grundsatz der Freiheit auch - den Klaftenorganisativnen gegenüber vollauf /gelten lassen.
Russisch-chinesische Einigung in der Mandschurei.
M o s k a u , 6. Okt. (WTD.) Am 20. September haben die Sowjets mit dem Statthalter der Mandschurei T s a n g t s o l i n eine Vereinbarung getroffen. die die Durchführung der früher zu- standegekommenen Abmachung mit der chinesischen Regierung betreffend die oft» chinesische Eisenbahn ermöglicht. Der neue Verwaltungsrat besteht aus Vertretern der Sowjetunion und Chinas. Der frühere Direktor der Bahn Ostrurnow und sein Stellvertreter Offenberg wurden entlassen, ebenso einige ehemalige höhere Beamte. Ostrurnow wurde von den Chinesen verhaftet, ebenso der frühere Generalgouverneur der Amurprovinz Gondatti. Die Verwaltung der sich früher in den Händen der Weißgardisten befindenden Ostchinabank wurde ebenfalls von der Sowjetunion und China gemeinsam übernommen.
Frankreich und der marokkanische Krieg.
London, 6. Oft. (Wolff.) »Daily Tele- gcraph" berichtet aus Tetuan, daß wäh end der letztenSeptcmb rtag. w'eder heftige Kämpfe (in ber llerghafront im Gebiete des Kemi Zeruad- Siammes nordwestlich von Fez zwi s chen Ma u- renundGrenzv ost enderbewachenden franz ö f IT chen Truppen stattgefunbrn hätten. Die Lage verursache den französischen Be- höiten Besorgnis. Marschall Lyantey kürze deshalb seinen Aufenthalt in Frankreich ab und kehre unverzüglich nach Rabot zurück.
Alexandre Ribot f.
Londoner Blätter berichten aus Konstanti- «wpel, daß dort der französische Vertreter Den Meerengenkommission und frühere Ministerpräsident Alexandre Rihot im Alter von 81 Jahren gestorben ist. Die Sinekure in Konstantinopel war ein Raheposten für den betagten Staatsmann, der namentlich in der Zeit vor der Jahrhundertwende wiederholt Ministerpräsident und auch Mini st er des Aeußern und der Finanzen gewesen ist. Seit 1878 der Deputiertettkammer angehörend, halte er raschen Einfluß als einer bei besten Redner der republikanischen Linken gewonnen. Die Erweiterung des französischen Kolonialreichs durch die Unterwerfung von Madagaskar und Dahome fiel in die Zeiten feiner Ministerschafi. Vor allem aber rühmte er sich, der eigentliche Begründer der Allianz mit Rußland zu sein. Seine eigentliche staatsmännische 'Bedeutung hatte sich trotz der Autorität, die ihm gewahrt blieb, schon mit dem Abschluß des russischen Bündnisses, das seine Unterschrift trägt, erschöpft. In seiner guten Zeit war er ein glänzender, allerdings etwas sehr pathetischer und manchmal larmoyanter Redner.
Der Berliner
Weltfriedenskongreß.
Das Fernbleiben der Reichsregierung. — Eine Rede Nansens. — Die Kriegs- fchuldfrage.
Berlin, 6. Ott. (Wolfs) Heute vormittag wurde die erste Plenarsitzung des Weltfriedenskongresses im Reichstagsgebäude abgehallen. Professor QuDde machte bei Eröffnung der Sitzung davon Mitteilung, daß der Reichspräsident am Aachmittag eine Abordnung des ongvesses zum Tee empfangen wolle. Graf Keßler feierte die, Genfer Entscheidungen, die insbe vndeve deswegen einen großen Fortschritt bedeuteten well zum ersten QHate auf einem solchen Kongreß eine wirkliche Entspannung uni> eins Abkehr von bem Krregsgeist zu verzeichnen geween sei. Tat ache fei, daß die deutsche Regierung dem Völkerbund beitreten wolle und an ihren Eint ritt keine Bedingungen geknüpft habe. Das Aufnoihmeqe uch sei nur deswegen noch nicht gestellt worden, weil die Vorbesprechungen so spät begonnen wurden, daß sie während der Genfer Tagung nicht meh. hätten zu Eiide geführt werden köimen. Dr. Gold- scheid-Wien bedauerte, daß die Reichsregierung den Weltfriedenskongreß nicht begrüßt habe. Die Reichsreg erung bemühe sich immer wieder, den Rachoeis zu erbringen, daß sie am Kriege keine Schuld gehabt habe. Der Redner fragt, ob sie nicht die Ar- ßciten begrüßen wolle, die jeden späteren Krieg verhindern sollen. Der Friedensgedanke sei in Genf aus dem Stadium der Utopie in das der praktischen Verwirklichu g getreten Der Red er schließt mit einem Appell an d'.e Reicheregiemng, ha s Versäumte nachzuholen und die Männer, die Iahrzchnte lang für den Völkerbundsgedanken gearbeitet h ben, im Untere i e der internationalen Kultur u, d des deut che i Ansehens zu begrüßen. General von Schönaich beantragte, an die Reichsregierung ein entsprechendes Telegramm zu richten. General von Schönaich wurde aufgftordert. den Te.egramm ext einer Kommission zu überreichen.
Hierauf ergriff, mit stürmischem Beifall begrüßt,
Arithjof Nansen
das Wort. Er bezeichnete die Kriegsjahre als die grausamste Epoche der Weltgeschichte und als die llrsache für die ®nHäufungen der (Nachkriegszeit unö den Mangel an gegenseiti^m Vertrauen. Der einzige Lichtblick sei in dieser Finsternis der Völkerbund gewesen, der glücklicherweise die auf ihn gesetzten Hoffnungen schon jetzt benötigte. Raufen erinnerte als Beispiel für die erfolgreiche Arbeit des Völkerbundes an die Heimführung aller Kriegsgefangenen, wobei er gern der Mitarbeit der deutschen Regierung an den Arbeiten der Hygienekvmmission und der in teile tarnten Korporationen, in denen schon heute deutsch? Wissenschaften ixrtreten seien, gedenke. Der Völkerbund sei ferner eine Organisation, der allein das Wiederherstellungswerk Oesterreichs zu verdanken sei. In ähnlicher Weise arbeite er jdjt in Ungarn und Griechenland. Der Tag, an dem Deutschland seinen Sitz im Vvlkeichunde zum Schuhe des gemeinsamen Friedens und seiner eigenen Interessen einnehmen werde, werde ein großer Tag fein. Die deutsche Kultur wolle niemand vermissen.
Dr. Pfluge -Schreiberhau hielt eine Revision des.Hrieqsschnldartikels im Versailler Vertrag als Bedingung sür Deutschlands (Eintritt in den Völkerbund für notwendig. Dr. H e i l b e r g -Breslau widersprach unter Beifall der Mehrheit dieser Forderung. Dr. Graul-Halle betonte, der wahre Friede könne erst kommen nach rücksichtsloserAuf- rollung der Schuldfrage. Auch G r e e f - Barmen hielt die Kriegsschuldfrage nicht für eine akademische, sondern sehr aktuelle politische Frage, und darum sollten gerade die französischen Friedensfreunde die Aufrollung der Schuldfrage betreiben und das einseitig Deutschland aufgezwungene Schuldbekenntnis bekämpfen. Dr. Kaqerau-Derlin erklärte, die Kriegsschuld- jrage könne nicht stimmungsmäßig durch Beschlüsse, sondern nur durch eine Kommission entschieden werden, der alle Archive offen stehen.
Prof. Q u i d d e erinnerte daran, daß die Friedenskongresse immer die Einsetzung einer unparteiischen Kommission zur Untersuchung der Schuldfrage gefordert hätten. Mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund dürfe die Krtegs- schuldsvage von keiner Seite m Zusammenhang gebracht werden. Damit schloß die allgemeine Aussprache. Dr. Heilberg-Dreslal! berichtete, daß die Kommisswn, die sich mit dem Antrag des Generals v. Schönaich über die Richtvertretung der Reichsregierung befaßt habe, ernsttmmig beschlossen habe, das beantragte Telegramm an den Reichskanzler nicht a^usenden. Gegen wenige Stimmen wurde der Antrag Schönaich ab- gelehrnt. I
Eine Entschließung wurde einstimmig ohne Debatte angenommen, in der es u. a. heißt: Der Kongreß ist der Meinung, daß eine Annäherung der Völker, welche im Weltkrieg Gegner waren, und besonders Frankreichs und Deutschlands, eines der dringendsten Bedürfnisse der Menschheit darstellt. Er bestätigt andererseits, daß eine loyale und vollständige Erfüllung derReparationen und der Wiederaufbau der zerstörten Gegenden Frankreichs und Belgiens unter rechtlichen und tatsächlichen Gesichtspunkten unerläßlich ist. r-t- -------------------- 1
Aus aller Welt.
Eine Berliner Spontinifeier.
Berlin, 6. Okt. (WTD.) Anläßlich deS 150. Geburtstages Spontlnis fand in der neuen Aula der Universität eine von der Zeitschrift Cultura gemeinsam mit der Direktion des romanischen Seminars der Universität Berlin der- ai'stalletc Gedächtnisfeier statt, deren musikalische Leitung Pietto Mascagni übernommen hatte. In der glänzenden Versammlung war das diplomatische Korps sehr stark vertreten. Unter den deutschen Ehrengästen sah man Dr. Stres e ma n n, den Intendanten v. Schillings, Ministerialdirektor S p i e ck e r und zahb- reiche weitere Mitglieder des Auswäickigen Amts und anderer Ministerien. Die Ftter begann weihevoll mit dem ersten Satze von Mozarts V-Dur- Symphonie. Sodann ergriff der italienische Bot
schafter Exzellenz Graf o 8 u a r i oas ttvort, um in Anlehnung an die Rummernfolgr des Programms in geistvoller Rede der vornehmsten Träger der geistigen und künstlerischen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland zu gedenken, insbesondere auch der \l n i t> e l- f i t ä t Berlin für ihre freundliche Unterstützung dieser kultuvellen Bestrebungen zu danken.
Der Botschafter schloß seine mit stürmischem Beifall aufgenvmmene Rede mit der Bemerkung, daß Italien stets gerne Deutschland anbieten werde, was seine Sonne und seine Kunst reise. Run hielt Prof. Schünemann von der Hoch- chule für Musik die Festrede über Gaspare S p o n- tin i, seine hervorragende künstlerische Persönlichkeit, seine Stellung im Kampf zwischen der italrenr- chen und französischen Musik, wie insbesondere iber seine von Trübungen und Widerständen nicht reie, aber doch beispiellosglänzende und dauernd ruchtbare Tätigkeit in Berlin. Auch diese Rede wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der Rest des Abends gehörte der Musik selbst.
Der erste rheinische evangelische Kirchentag.
Köln, 6. Okt. (TU.) Bei sehr starker Beteiligung fand in Köln der erste rheinische evangelische Kirchentag statt. Diele Tausende waren aus dem ganzen Rheinland herbeigeeilt, teilweise in Extrazügen. Morgens fanden in sämtlichen 18 Kölner Kirchen, sowie in den Messehallen Gottesdienste statt, an die sich um 12 Uhr mittags eine große Begrüßungsfeier im Gürzenich anschlost Der Vorsitzende der rheinischen Provinzialsynode, O. W o l s s. begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und Ehrengäste und kennzeichnete die Aufgaben des Kirchentages. Dann nahmen die einzelnen Vertreter der kirchlichen, staatlichen und Gemeindebehörden das Wort zu Begrüßungsansprachen. Um 5 Uhr nachmittags fand in der großen Messehalle die erste Hauptversammlung statt. Der Andrang war so groß, daß die Osthalle des Messegebäudes für eine Paralleldersammlung herangezogen werden mußte. In beiden Versammlungen wurden grundlegende Ausführungen über die Bedeutung des ersten Kirchentages der Rhein- provinz gemacht.
Die Auslieferung der Erzbergermörder.
Budapest, 6. Okt. (WTD.) Die Entscheidung des Iustizministers in der Angelegenheit der Auslieferung von Förster-Schulz steht unmittelbar bevor. Die internationale Sektion des Justizministeriums hat einen diesbezüglichen Vorschlag dem Minister bereits unterbreitet. Im Sinne der Strafprozehordnung ist die Möglichkeit vorhanden, daß der I u st i z m iniste r nach Ablauf der sechswöchigen Auslieferungshaft eine en dgültige Entscheidung in der Frage der Auslieferung trifft, da der Verdächtigte nach Ablauf dieser Haftpflicht nur dann auf freien Fuß zu sehen ist, wenn ein Haftbefehl und die auf die Angelegenheit bezüglichen Schriftstücke nicht an gelangt sind. In der Angelegenheit Schulz ist von den deutschen Behörden ein Haftbefehl eingelangt, so daß Schulz auch nach Ablauf dieser sechswöchigen Frist nicht auf freien Fuß gesetzt werden kann.
Riefenpleite in Wembley.
Wie die „Montagspost" aus London meldet, wird das Defizit der Reichsausstellung in Wembley günstigenfalls auf 4 Mill. Pfund geschäht.
Blutige Unruhen in Cuba.
Rach einer Meldung aus Havanna ist es $u heftigen Zusammenstößen zwi schen Polizei und Anhängern des cubani- schen Ex-Präsidenten gekommen. Sieben Personen wurden getötet und 53 verwandet, darunter 18 schwer.
Raubüberfall auf einen Eisenbahnzug in Mexiko.
Rach einer Meldung aus Reuyork wurde in Mexiko ein Zug von mexikanischen Räubern überfallen. Als auch die Reisenden das Feuer eröffneten, entspann sich ein vierstündiger heftiger Kampf, in dem die Banditen infolge ihrer äleberzahl Sieger blieben. Erbittert über den Widerstand metzelten sie sämtliche Reisenden, auch Frauen und Kinder, nieder. Die mexikanische Regierung hat Truppen auf die Suche geschickt.
Deutscher Besuch in Mexiko.
„Reuyork Herald" und „Tribüne" melden aus der Stadt Mexiko, das Ministerium des Aeußem habe bekanntgegeben, daß der Mexikanische Konsul in Hamburg ermächtigt wurde, Vereinbarungen für den Besuch von tausend führenden deutschen Geschäftsleuten im Iahre 1925 zu treffen.
Eisenbahnunglück in Südafrika.
Reuter meldet aus Rew-Castle (Ratal): Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich gestern früh bei Sur b an. Der von dort abgehende Postzug geriet auf ein Rebengleis und stieß mit dem dort stehenden Güterzug zusammen. Der erste Wagen des Postzuges wurde vollständig zertrümmert, 4 Personen getötet und 19 schwer verletzt.
Zuchthaus für Spione.
Der vierte Strafsenat desReichsgeri chts verurteilte den Schriftsteller und Handlungsange- ftetlten Döhnel tragen Spionage zu 10 Iahen Zuchthaus und 10 Iahren Ebrenrechtsvei'lust. Den Schwerpunkt der Tat bildet dteAuslieferung einer militärisch-eifenbahntechni- schen Arbeit an die Franzosen. Hierdurch sei, wie der Vorsitzende erklärte, dem Deutschen Reiche ein schwerer Schaden entstanden. - Bon dem Strafgericht des OberlandesBerichts Stuttgart wurde die 35jährige geschehene Mehgerseheftau Ivsestne Ibsel aus Ufholz in Oberelsaß, die im Auftrage eines Agenten des französischen Rachrichtendienstes einen Reichs- wehrang-chörlgen zur Entwendung militärischer Papiere ohne Erfolg zu bestimmen versucht hatte, zu drei Iahren Zuchthaus und 5 Iahren Ehrverlust verurteilt.
Wettervoraussage,
für Mittwoch.
Weiterhin unbeständig, wechselnd bewölkt, ziemlich kühl, vereinzelt Regenfälle
Aus Stadt uns Land.
Gießen, den 7. Ott. 1924.
Vom Schnupfen.
Man wird zugeben müssen, daß der meist nich allzu ernst zu nehmende Schnupfen Formen annehmen kann, die den Befallenen abscheulich quälen. Wer sich Über die Tücken eines Schnupfens unterrichten will, der lese nur Th. Vischers Buch „Auch Einer", und er wird milder über den Nagenden Schnupfen träger urteilen. nei
Sicherlich ist der Schnupfen auch durch An- Husten oder Küssen Erkrankter aus Gesunde übertragbar. Er seht mit Kribbeln und Iucken in der Rase und mit heftigem Richen ein. Da meist auch der Rachen mitbefallen ist, mit Kratzen im Hals. Bald wird der Kopf benommen, die Schleimhäute der Rase schwellen an und hindern die Luftpassage, die Rase verstopft sich, der Kranke muß durch den Mund atmen, so daß die Mundschleimhäute trocken werden. Der Tränenabfluß ist gehemmt! die Augen verquellen und röten sich. Gleichzeitig sondert sich aus der Rase eine Helle Flüssigkeit, zuerst spärlich, dann stärker ab, die allmählich schleimig, zähflüs- ig und schließlich grünlichgelblich-eitrig wird. Rach ungefähr zwei Tagen lassen die Beschwerden gewöhnlich nach. '
Vielfach ist auch zu Beginn das Allgemeinbefinden gestört. Es besteht Abgeschlagenheit und Mattigkeit, das Denken fällt schwerer, allgemeine ckinlust greift Platz, unter älmständen treten auch leichte Temperaturerhöhungen auf. Alles Erscheinungen, die aber meist schon nach 24 bis 48 Stunden zurückgehen. Richtsdestoweniger können diese Allgemeinflöiungen den Schnupfenkranken zwingen, das Bett für ein bis zwei Tage zu buten. Da nicht allzu selten, besonders bei Kindern, auch das Ohr in Mitleidenschaft gezogen wird und die Gefcchr der Mittelohreiterung besteht, so ist forg- ältig auf Schmerzen in dieser Gegend zu achten und rechtzeitig der Arzt zu Rate zu ziehen. Heftige Schmerzen über den Augen und in der Ober- kiefergegcnd deuten auf eine Komplikation infolge Erkrankung der Stirn- bzw. Kieferhöhle hin und dürfen nicht vernachlässigt werden. Auch auf die mittleren und unteren Luftwege (Luftröhre, Bronchien, Lunge) kann der Schnupfen übergreifen und verliert dann ebenso wie bei dem Ergriffensein der Rasennebenhöhlen und des Mittelohrs feinen harmlosen Charakter und erfordert baldiges ärztliches Eingreifen. Auch ist es nicht unwichtig, zu wissen, daß der Schnupfen ein Anfangszeichen einer Infektionskrankheit, wie von Grippe ober Masern sein kann.
Ein durchaus sicheres Mittel, um einen Schnupfen schon im Beginn zu ersticken, besitzen wir nicht. Am besten scheinen noch Schwitzprozeduren zu wirken, die man unter Zuhilfenahme von Fliedertee, heißer Zitronenlimonade, am zweckmäßigsten nach vorausgehendem heißen Bad, im Bett vornehmen läßt. Die dem Alkohol in konzentrierter Form (heißer Grog) nachgerühmte besonders gute Wirkung ist keineswegs einwandfrei festgestellt. Aspirin und Pyramidon in lleinen Dosen können als schweißtreibende Mittel gegeben werden, zumal sie auch den Kopfschmerz und die Benommenheit lindern. Gegen den Schnupfen selbst helfen vielfach Socojodol und ähnliche Pulver. Zur Verhütung des Schnupfens ist es wichtig, vlohliche Abkühlung und Durchnässung zu vermeiden und nicht in allzu nahe Berührung mit Schnupfen- kranken zu kommen. Außerordentlich günstig wirkt planmäßig betriebene Abhärtung der Haut.
Dr. M.
Unser Gaswerk.
Der Samstag-Artikel Tek^hs, in dem von dem Gaswerk einer „bekannten Stadt" erzählt wird, hat uns einige Aufklärungen über die Detrtebsverhältnifse bei unserem Gaswerk emgebrachb gegen das sich Teddys Pfeile gerichtet hatten. Die Klagen, deren Sprachrohr Teddy war, sind dem GaSwerk nicht ganz unbekannt, sie kommen aber immer Nur äid bestimmten Straßenzügen, die also so eine Art „alte Bekannte" smd. Die bellagte schlechte Gaszufuhr liegt jedoch, wie man ans an Hand der Diagramme bewies, nicht an einem Mangel an Druck, sondern nur daran, daß die Zrleitungs- röhre in den fraglichen Straßen zu eng sind und durch sog. Speiseröhre erseht werden müßten. Diese Reuerung kann aber nicht vorgenommen werden, solange nicht feststeht, cvelche Entscheidung tu unserer Gaswerkfrage getroffen wird, die den berufenen Stellen der Stadt schon viel Kopfzerbrechen verursacht, älnser Gaswerk ist nämlich im Laufe der Zeit zu llein geworden: es ist nur auf eine Höchstleistrng von 250 000 cbm monatlich eingerichtet, mußte aber z. D. im 3uh 271 780, iin August 283 680 und im September 286 690 cbm Gas monatlich liefern. Trotzdem das Gas mit sehr hohem Druck in die Leitung gegeben wurde, traten Druckverluste infolge des starken Konsums an manchen Stellen der Stadt ein. Dieser ^lebelstand, der zu den Beschwerden führte, kann nur beseitigt werden durch den Reubau eines Gaswerks, um dadurch die technischen Vorbedingungen zur vei- bungslosen Befriedigung des gestiegenen Konsums zu schäften. Ieht noch Veränderungsn im Rohrnetz vorzunehmen, die viele Tausende kosten und dann unter älmständen wertlos sein würden, ist nicht angängig. Man wird also wohl oder übel die hier und da auftvetende mangelnde Gaszufuhr noch in Kauf nehmen müssen, auf der andern Seite aber auch verlangen dürfen, daß die brennende Frage so schnell wie nur möglich gelöst wird. Bis dahin mögen „klagende Frauen und schimpfende Männer" ihre Beschwerden direkt beim Gaswerk vorbringen, deften Direkter uns die Versicherung gegeben hat, daß er, tote bisher übrigens auch schon, stets bemüht sein wird, für schnelle Behebung der Anzuläng- lichkeiten Sorge zu tragen. Mit dieser Erledigung der Angelegenheit und mit den gegebenen Aufklärungen ist auch Teddy befriedigt.
Gietzener Wochenmarktpreise
am 7. Oktober 1924 (Händlerpreise)
Es kosteten auf dem heutigen Wochemnartt. Butter Pfd. 2.40 Mk. Matte Pfd. 35 Pf. Käse Pfd. 70 Ps. Eier Stück 17 Pf. Wirftng Pfd. 9 Ps. Weißkraut Pfd. 8 Pf. Rotkraut Pfd. 9—12 Pf. Gelbe Rüben Pfd. 10 Pf. Rote Rüben Pfd. 10 Pf. Spinat Pfd. 30 Pf. Äömifchkohl Pfd. 10 Ps. Dohnen Pfd. 15—30 Pf. Blumenkohl Stück 50—150 Pf. Salatgurken Stück 25—30 Pf. Endivien Stück 10 bis 20 Pf Ober-Kohlrabi Stück 8 Pf., Unter-Kohlrabi Pfd. 5 Pf. Grünkohl Psd. 20 Pf. Feldsalat Pfd. 50 Pf. Tomaten Pfd. 40 Pf. Zwiebeln Pfd. 15 Pf. Lauch Stück 5-10 Pf. Rettich Stück 10 Pf. Meerrettich Pfd. 40 Pf. Sellerie Stück 15—30 Pf. Kürbis Pfd. 8 Pf. Kartoffeln Pfd. 5 Pf. Aepsel Pfd. 12—15 Pf. Dirnen Pfd. 8—15 Pf. Preisel-


