der
Her za sehtn," so schildert Friedrich Pecht diese Rtellsrbesuche. .b.-hontelte er mit einer köstlich studierten Verachtung, drehte ihr den Rücken, tat, als wenn sie garnicht da wäre, rauchte, dio Mütze auf dem Kopf, rubig seine Zigarie Wetter, wenn unter dem Gerüst die Gräfinnen und Prinzessinnen brrumlokettierten und einen B ick zu erhaschen trachteten, hörte es wohl auch garnicht, wenn man ihn anspcach kurz, er behandelte die Menschen ganz so en canaille, wie man es tun mut-, wenn man ihre Bewunderung und Tee» ch ung fesseln will." Mit seiner aewaltigen P:a>- duktivität hat er unermüdlich geschissen, bU ihn am 7. April 1874 t-ie in Münchm wütende Cho-- lera als letztes Opfer dahinraffte, nachdem er sich ganz und voll ausgelebt, wie es nur selten einem Künstler vergönnt war.
g und Muhl auf« n Wagen halten und
Aus Stadt und Land.
G testen, den 7. April 1924.
Die Voranmeldungen und Vorauszahlungen für die Umsatzsteuer im April 8924.
2d. 40 Pf., startoffeln 5.50 M7 der Zentner. Aepsel 25 brs 30 Pf., Dörrobst 30 Pf.. Ganse 1 Mk. das Pfund.
Kleine politycye Nachrichten.
Die Behauptung, dast bei den Reichs-- Ministerien selbst en Personalabbau in nennenswertem Umfinge nicht eingetreten sei, trifft nicht zu. Die Personalabbauverord- nung ist selbstverständlich auch bei den Reichs- Ministerien weitgehend zur Auöw.rkung gekommen. So wurde beispielsweise der Personalbestand des Reichsverkehrsministeriums um 20,44 Prvz., deS Reichspostministeriums um 19,25 Pcoz., des ReichSsinanzministeriumS um 19,51 Proz., des ReichsirbeilSmtnisteriumS um 23 Proz. und des ReichSwic.schastSministe- rlumS um 23,88 Proz. vermindert.
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Die Verhandlungen des Zentralverelns deutscher Reeder mit den seemännischen BerufSverbänden haben zu einer Einigung geführt.
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Die Dolschafterkonferenz hat das auf der letzten Tagung des Völkerbund6.als angenommene Memelabkommen ebenfal.s genehmigt. Die Unterzeichnung soll im Laufe der Woche stattsinden.
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Die französiscke Kammer hat das Pension s g e s e tz, über das das zweite Kabinett Poincarö für die Berechnung der Zivil- und Grundlage für die Berechnung der Zivil- und Militärpensionen dient der Durchschnitt der Gehälter und sämtlicher übrigen Bezüge des PensionSbercchtigten während der letzten drei Jahre der aktiven Dienstzeit.
Der Ausstand der Eifenbahnarbeiter.
D e r I i n, 7. April. (Priv -Tel) DK Blätter melden, dast die Lage bei der Reichs bah i im Verlauf der letzten 24 Stunden eine wellen Verschärfung erfahren habe. Der Streik breitet sich weiter aus und hat jetzt auch auf Nürnberg übergegriffen, wo zwei Bettiebswerlslällen lahm- gelegt teerten sind. Ebenso ist ter Güterverkehr an ter Schweizer Grenze auf der Stecke Woill—Leopoldshöh nach Basel zum grosten Teil durch den Ausstand der ®üterbotenarbeiter un er- Kunden. In Hamburg sind weitere Bet^ebs- werkstätten auster Tätigkeit gesetzt. Die Blätter iteilen weiter mit, dast die Lage sich noch weiter Dadurch verschärfe, dast
daS Kabinett jetzt auch feine Zustimmung zu dem neuen Tarifvertrag zwischen dem Reichs- -ostmiuistermm und deu Postarbeitern versagt habe.
Die Postarbeiter wollten, wie aus gewerkschaftlichen Kreisen verlaute, sich dem Vorgehen der Eisenbakmarteiter anschliesten. Der Deutsche Eisenbahnerverband hat gm gestrigen Sonn ag seinen Hauptbeirat nach Berlin gern en. An ter Tagung nahmen 27 Delegierte der ci ^elnei B - zitte teil. Der erste Vorsitzende des Svatf. । en Eisenbahnerveröantes, Scheitel, erstattete Bericht isb^r die bisherigen Terhand ung-m mit tem sttznchsverkehrsmi.llste.ium. Er crklä.te, den Hau p widerstand gegen die Lohnreg« ung liste daS R'eichsf inan zm int ste ium. E drohe damit, dast der Kampf nunmehr auf der ganzen Linie zu erwarten sei. i
Eine Rcichskonferenz der Postbeamten
Berlin, 5. April. (Wolff) Der Reichs- Verband deutscher Post- und Telegraph en beamten hielt ferne diesjährige Tagung in Berlin im Rahmen einer Bezirks- vrsteherSonserenz ab, die von etwa vierzig Vertretern von D zirksorganisatione.7 au3 dem ganzen Reiche besucht war. Die Reichskonferenz beschäftigte sich in erster Linie mit dem Personalabbau und mit dem neuen Reichspostfi- nanzgeseh. Staates-kr tär Sauter erklärte die Annahme des Reichspostfinan^esetzes Der- eitelle alle Pläne, die auf eine Privatisierung hinausgingen. Mit gröberer Sicherheit als bei der Eisenbahn sei jetzt d'e Garantie geschaffen, dast d e 'S.amten der ReichZpost unter allen älm ständen Reichsbeamte blei-
**Preuß.-Südd. Klassenlotterie. In der zweiten Klasse der Preust.-Südd. Klas- sen-Lotterie wurden alle Losnummern von 1—300 000, die auf die Zahlen 30, 48, 87 enden, mit dem planmäßigen Gewinn gezogen.
®in Grasbrand entstand gestern nachmittag auf dem Trieb. Die Flamme erstreckte sich schnell bis naht an die Waldgrenze, konnte aber von der alsbald alarmierten Feuerwehr in kurzer Zeit noch rechtzeitig gelöscht werden, bevor größeres älnh-il entstand. Bei dieser Gelegenheit sei darauf aufmerksam gemacht, dast man auf den Wiesen und im Walde mit Feuer sehr vorsichtig umgehen mufo zumal in einer Zeit, wo die Grasnarbe trocken ist. Ramenttich 'unsere Iugendlichen sollten sich das merken.
RDV. ReueBettkarten-Preise der Reichsbahn. Vom 1. April ab sind die Drtt- kartenprerse der Reichsbahn auf 24, 12, 6 Mk. fü: dre erste, zweite und dritte Wagenllasse fest- gesetzt. Die Vormcrkgebühr beträgt 10 v. H. dieser Preise.
RDV. äleberwachung der Schlaf- wagen. Zum Schutze gegen Diebstähle in den Schlafwagen war die Einrichtung von Alarmvor- richtungen und die Aenderung der Türverschlüfse angeregt worden. Da der Erfolg dieser Mastnab- men sehr zweifelhaft erscheint, hat die Mitropa es
©leftener Stabtttyeater.
Ferdinand Dairmmd: Der Detschwrnder.
Als Ersatz für die seit Mvnatsanfang ausfallende Operette hatte die Direktion uns eine oer schönsten deutschen Märchenopern beschert. Es wäre nur zu hoffen gewesen, dast das Publikum dies löbliche Unterfangen durch regeren Besuch unterstützt hätte. Die Freante de.- Lp-ret e wären gewist «uch dieses Mal auf ihre Kosten gekommen. Raimund, Oesterreichs grösster volkstümlicher Dichter, ttyr selbst Schausp eler, er kannte die Erfordernisse der Bühte uhj den Geschmack seiner Wiener. Aus dem reichrn Born alter Märchen und Sag n schöpfte ec die Stoffe zu seinen Stücken, die auf den Wiener Theatern beisplellosen Erfolg hatten und noch hue auf alle, die sich ein jugendfrisches, unverbildetes Herz bewahrt haben, ihre Wirkung nicht re.- fehlen. .Der Verschwender" hat damals Raimunds Ruhm am lautesten verkündet und ist auch Heute nvch sein beliebtestes Stück. Ein reicher Edelmann vergeudet all sein Hab und Gut an Würdige and Unwürdige. Einer Fee hat er einmal ein Hahr seines Lehms gejchentt. Dies Hahr tritt dem Verschwender in Be.tlergestalt entgegen und gibt ihm zurück, was er in besseren Tagen an reichen Schätzen den Bettler schenk.e. Er teilt es mit der Familie seines treuen, allen Dieners, der den te aernten Herrn in seltener Dankbarkeit und Anhänglichkeit bei sich ausgenommen hat.
Oskar Fe igel hatte das Märchen mit Unterstützung der Herren Löffler und Keim «wf das liebevollste inszeniert. Mtt viel Geschmack
Die Wahlergebnis c im Lande zeigen ein ahn» liches Bild.
21 u g s b u r g, wo von 96 350 Wahlberechtigten 72 661 ©tintmen abgegeben wurden, entfallen auf die Sozialdemokratie 17 618, Komma- ntpOT 8356, Deutsche Volkspartei 510, Völkischer ^^>0 16 864, Vereinigte nationale Rechte 4264, Archer Block 3201. Bayerische Volksparter 20 777, Rationalliberale Landespariei 315 Stimmen.
eaensbu rg erhielten dre Sozialisten rurch 4000, der Völkische Block 4000, bic Daye- Volksparte» 12 000 OtLivnten; in Passau: Zaverische Volkspartei 943.3. Bauernbund 2575, Völkischer Block 2513. Sozialisten 2335, Ehristtich- soziale 850, Rationale Rechte 443, Deutscher Block 242, Kratosiel 197, Kommunisten 1707.
Sn Ansbach Stadt: Sozialisten 2222, Döl- "sche 50.0, Kommunisten 418 Deutsche: Bock 451 Bayerischer Mittelstandsbund 3, Rci ionall.be rale Landespariei 87, Damische Volkspattei 628 Beamtengruppe Kratofiel 280, R teionata Rechte 855 Beamtengruppe Seifert 18. Für den Vollsent- scheid stimmten mit Ha 1704, mit R.in 7113 Sn
DrzirkSamt: Mittelswadspartei 5203, Völkische 1893, Deat cher Bock 133, Rationalliberale Landespe! ttei 46, Bayerische Dolkspartei 278 Sozialisten 313, Kommunisten 44.
Alls Nürnberg
liegt das Wahlergebnis von 104 Wahlbezirken vor. herein. Sozialisten 45 321, Völkischer C&Iod 32 635, Christlich-soziale Partei 6765 Kommunisten 25 392, Deutscher Block 5318 Dauern- und Mittelstandsbund 7293, Rational- liberale Landrspar.ei 5925, Bayrische Dolkspartei 8112, Deamtengr-uppe Kratofiel 687, Vereinigte nationale Rechte 2191, ttSP. 307, Beamtenpartei 31. Für den Volksentscheid stimmten mit Ja 18 711 mit Rein 69 367.
Das Gesamtergebnis der Landtagswahlen uu eh-maligen Freistaat Ko bürg ergab für den Völkischen Block 12 181, die Sozialisten 11091, die 1462attr€Uen Äohutfler 6406, die Kommunisten z,,,» 5ürt^ Und bis jetzt die Ergebnisse aus 643 Bezirken bekannt: Sozialisten 13 029, Völli- scher Block 9126, Kommunisten 5572. Deutscher Dlvck 3367, Bayerischer Bauernbund 318. Ratio- nallibevale 2788, Bayerische Volkspa: tei 1407, B^amiengruppe 194, De einigte nationale Rechte 647. Für den Dollsentscheid stimmten mit 3a 8258, mit Rein 24 283 «Stimmen.
Sn Hof erhielten die Sozialisten 7510, Döl- tische 9872, Kommunisten 996, Deutsche B ock 9 6 Bayerische Dollspa. tt-i 752, Ra iona e Re hw 874 Stimmen: in Bamberg Bayrische Dollspartei 12 823, Völkische 85C6, Lvzialistcm 3693. Be- einiate nationale Rechte 779, Rationalliberale LanLespartei 48, Deutscher Block 583, Kommu- niflcn 787. Bayr scher Dauern - und Mittcllands- bund 43, ChristlichSoziale 16, Teamteng-up e Kratof el 235, Beamt empörtet 63. Far den Do.kr- entscherd für Bamberg Stadt: mit Ha 9321, mir Aern 1234.
^3^-?,^tI>etnfurt taten He Sozialsten 42C9, Dol.ische 2697, Christlich SozUle 752, Kommunisten 3064, Deutscher Block 1307, Bayrische DcllsPartei 8006, Vereinigte nationale Rechte 3.37.
ven. Die Zusammensetzung des VerwaltungSvttes gebe auch die Gewähr, dah die wirtschaftliche Ge- funbung drr Reichspost nicht auf Kosten des Personals geschehen könne. Die Reichskonst- renz fable zur Abbauftvge eine Entschllrhung, in der besonders die RotwendigLett der Versorgung der Abgebauten betont wird.
Gicstener Wochenmarktpreise am 5. Aprll 1924 (Händlerpreise).
Es kosteten: Butter 1.90 Mk., Matte 25 bis 30 Pf., Käse 70 Pf. das Pfund, Eier 11 Pf. das Stück, Wirsing 40 bis 45 Pf.. Weifttraut 30 bis 35 Pf.. Rottraut 40 bis 45 Pf., gelbe Rüben 20 Pf., rote Rüben 30 Pf.. Spinat 1.20 Mk. das Pst'nd, Blumenkohl 1 bis 3 Mk. das Stück Salat Kopf 1.20 Mll. Llnter-Koblrabi 8 Pf., Grünkohl 50 bis 60 Pf., Rosenkohl 1.20 Mk., Feldsalat 3 bis 3.50 Mk.. Zwiebeln 25 bis 30 Pf. das Pfund, Lauch 20 bis 40 Pf. das Stück, Meerrettich 40 Vf. bis 1.50 Mk. das Pfund, Sellerie 50 Pf. bis 1 Olit das Stück, Schwarz- wurzeln 1 bis 1.20 Mk. das Pfand, Radieschen
Dor dem 5. Strafsenat des Reichsgerichts wurde der eh-rmal'g> Reichswehrsoldat Merkel aus Gera, dem zur Last gelegt wird, datz er im Juni und Juli 1923 den Franzosen als Spion gedient und sie mit geh.ckm zu haltendem Material versorgt hat, zu 11 Jahren Zuchthaus, 500 Mk. Geldstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre verurteilt.
Die ba yerischen Landtagswahlen
München, 7. April. (Wolff) Die Wahlen zum bayerischrii Land.ag jin> h'.er und im gaauen tanöc ruh.g verlaufen. Sn München wurden bcn 772 wahlberech ig en S immen 300 867 giU= tlge Stimmen abgegeben. Gs e hjel en: Verein Sozialdemok raten 51 4c9, Dcu scher Block 7642, Ra ionall.berale Landcspartei 20.5, Kom-- munisten 47 986, Dcam-enpartei Rückert 282, Deutsche Vrl.spartei 4155, Ch.istlich-soziale Par- tei 2319, D.-am e gruppe Kratofiel 2339, Völkischer Block 104 9.2, ttnabhäng g: 1333, D e r- einigte nationale Rechte 12 721, Bayrische Dolkspartei 59 3 6. Bayrischer Mi.° telstandbund Südgau 2853. Dayrischrt: Baue n- btmd und Mi.telstandsbund 106, Mi.-terliste 273.
Dolksentscheid stimmten mit Sa 91016, mit Rein 182 193 Stimmen.
.Auch Im 21IIgä u haben die Völkischen einen großen Zulauf erfahren. Ziemliche V e r l u st e zu verzeichnen haben die Bayrische Volks-- Partei und b:fonders dieBauernbündler die ivi ganzen Allgäu viele S.immen ve Ixxm haben. Auch die Sozialisten sind in der Stimmenzahl zurückg-gangen, die Kommunisten haben dagegen e.was gewonnen. Sehr grob sind auch die Verluste der Demokraten.
über die Reichstagswahlen, und der Dorsihendc Reichstagsabgeordneter Geisler über die politisch« Lose. Sur Beratung wurden die Richt- sinien der Verbände gestellt. Als Zweck der Verbände, die parteipolitisch und ch.istllch-konfes- sionell neutral sind, wird die S cha s s u n g e i n e r nationalen Einheitsfront a herhalb und innerhalb der Parlamen e mit dem Ziele der Wiederherstellung der deutschen Freiheit, Einheit Macht und Gröhe bezeichnet. Die Richtlinien wurden im wesentlichen gebilligt.
Demokratischer Parteitag.
Weimar, 5. April. (WB.) Der Parteitag 6er Deutschen demokratischen Partei hieb aur Vorschlag des Lb^rprä i e ten Ciefrr-Ätn glberg den Beschluß des Parteiausschusses, für den aus- scheidenden Dr. Petersen Rcichsminister a. D. Koch zum Parteivorsitzendew zu wähbn, gut Koch erklärte, er nehme das Amt in dem Be- teusttsein an, datz der Dienst an der Le.nokra-. tischen Partei zugleich ent Dienst am deutschen Daterlande fet Hierauf referierten Koch über ^Die Deutsche demokratische Partei im Kampf für Reich und Doll" und Reichstagsabg^ordne ec Dr. Fischer-Köln über „6^iat und Wirtschaft".
" Die Bewertung der G.rnb.H.-Anteile in der Vermögens st euererklä-' ru ng. Sn den im Bezirk des LandesfinanzamteL Berti,, ausgeg-ebenen Formularen für tue Vei> mogensstErerllärung h.i st es zu Rr. 5 der Aiv- leitung zur Ausful.ung, dast G. m. b. H.° Ante l« mit ihrem vollen Ter aufswert ei v,us tz n sind 2 ie vom Reichsf a z > in । e tu n [ec u g g be e Erläuterung Ur Durchs hrungsr-esl.m.i.unjei führ demgegenüber ausdrücklich cor, dast Anteile an i.ck.inrischen Erwerbsgese Ischajten, au h G. hl b. H.°A.tteile, nur mit ter Halftedes Steuerkurs» wertes oder Ver.'aufsteertes vom 31. Dezember 1923 einzusttzen smd. Das Reichssinanz- minifierium hat dem Zent.alverband d.s Deutschen Grvsthandels auf eine Anrage bestätigt, r>ast es bei dieser Bestimmung bleibt G. m b. H.- 2l-ckeile also lediglich mit dem halben ©.euer» kurswert oder Verkaufs wert einzusetzen sind
** Der Amtssitz des Hessischen Feldbereinigungskommissars, Ober* regicrungscats Schnittspahn wurde mit Wirkung vom 1. April 1924 von Friedberg nach Darmstadt verlegt. Der Dienstbezirc umfastt die Prrmnzen Starkenburg und Rheinhessen. Die Tiensträume befinden sich bis auf Miteres im Ulkten Palais. Die Verlegung der Dienststelle bangt mit dem Beginn der grosten Entwässerungs- arbeiten im Riedgebiet zusammen.
** Für hen Oster-Reiseverkehr Die zu Karfreitag und den beiden Ostertagen gelösten Sonn.aggfahrkarten gelten von Gründonnerstag 12 Ahr mittags bis Ostermontag.
" Eine Wilh. Darthel-Gedächt- nis-Ausstellung wurde gestern vormittag in den Ausstellungsräumen des Oberhcssischen Kunstvereins in Gegenwart eines zahlreichen Pu° blikums eröffnet. Der Vorsitzende des Kunstver» eins, Landgerichtsdirektor a. D. Bücking er» klärte in einer kurzen Ansprache, der Verein' gebe mit dieser Ausstellung gerne einer Anregung auS Künstlorkreisen Folge. Die Ausstellung, von Freunden das Derstorbsnen in Giebe zusammen° gestellt, stelle einen Akt der Pietät dar: der Entschlafene, der jahrzehntelang hier gewirkt. Habs mit fei?en Werken die Ausstellungen des Kunst- vereins oft geschmückt. Der anwesenden Witwe des Verewigten sprach der Redner die Anteilnahme der DTrsammlung aus, dabei betonend, dast der Rame Barthels nicht untergehen, sondern in seinen Werten fortleben werde. Hierauf sprach Prof. Dr. Roeschen - Laubach kurz über Barthels Persönlichkeit und fein künstlerisches Wirken. Er sagte u. a., Schlichchüt und Bescheidenheit seien dir beiden Grundeigenschasten dieses Künstlers gewesen. Barthel plieite besonders die Landschaft. Seine Motive suchte er vornehmlich in seiner hessischen Heimat. Sn d.e Tiefe ging sein eigenstes Gefühl für die Ratur, und feine edle Heimatkunst war aufrichtig empfunden, fein und «art durchgcführt. Unbeeinflußt von modernen Richtungen ging er stets seinen eigenen Weg. Seine Bilder seien feinen Zeitgenossen immer eine tiefe Freude gewesen, und auch die Rachwelt werde sich an ihnen entzücken. „Wir beklagen den .frühen Tod unseres Freundes, aber wir sind stolz darauf, daß wir ihn gehabt haben." Die Daten aus dem Lebsnsgämg Barthels, die der Redner mit zum Vortrag brachte, hoben wir kurz nach dem Hinscheiden des Künstlers In unseren Spalten berichtet. Die Versammlung besichtigte die Allsstellung. über die unser Kunst- referent noch berichten wird, mit lebhaftem Sn« tereffe.
teteS Bluinenlreuz, neben Dem Sarge Mhner, zahlreicher Mllitärvereine der älmgeqend. Die fcrauerrebe hielt der Ortsgerstliche, Pfarrer S^ützow. Während der kirchllchen Feier traten t>rauben die Kriegervereine und Abordnungen der vaterländischen Derbände in langen Spalieren an Oer von acht Mitgliedern des Bismarckbundes getragene Sarg wurde dann in den Leichenwagen gehoben, woraus sich der etwa 2 Kilometer lange >strg unter den Klängen der Reichswehrkapelle »ind unter Glockengeläute in Bewegung setzte. Dicht hinter dem Lelchenwagen schritten Vertreter i>er Behörden und eine Anzahl Offiziere des alten Heeres in Uniform, darunter General Graf v. d. Goltz. An der Gruft gab der Kriegerverein Eichwalde eine dreifache Ehrensalve ab. Zum Schluß ergriff Gras v. d. Goltz an der Gruft daS Wort, um namens des Präsidiums der Vereinig-- len vaterländischen Verbände Deutschlands und namens der ehemaligen Baltikumkämpfer, deren Angehöriger Dreyer gewesen ist, den Eltern des Verstorbenen deren Teilnahme auszusprechen.
Die Vaterländischen Verbände.
Berlin, 5. April. Auf dem Dertretertag der Vereinig en vaterländischen Verbände L»eu.tsch > lands referier.en General Graf von derGolt-
scheinung. die freilich mehr der Kulturgeschichte als der Kunstgeschichte angebni. Gr war einmal J-er anerkannte und unb4tnt.cn: „Facht der teu> sK^n Malerei", dem alle Welt huldigte, und seine Persönlichkeit teartet in der kompliziertea Man- nigfaltigke.t ihrer Qlntriebe und Fäh g ei en noch auf ben seinen Psychologen, ter sie richtig wertet, ^eine Gestalt i|t echt kürzlich wieder in den inhaltsreichen „Erinnerungen" seiner Tochter Josefa Dürck-K-aull^ach lebendig vor uns getreten. Sein Leben übertrifft an spannenden und i iteressan en Zügen ic7ci Roman. Der K rade wuchs im gröf> ten Elend auf und mußte schon früh durch Malen lleiner Porzellanbilder und Herumhausieren das Boot für sich und die Familie verdienen. Sein S-chtelegersoh k Kreling hat erzählt, to'.e cr einmal mit dem weltberühmten Meister im Wag m turch bie Gegend zwische i Duisbu:< ‘
fuhr. Da lieft Kaulbach i-e.t__ö...
blieb an einem^ hohen Daum 1er Ehaussee stehen. Die Tränen überwältigten ihn und cr sagte: „Unter diesem Daum habe ich oft Wei.end ge-> sesseir, wenn ich bar"uft vergeblich nach Müh> hausen gelaufen war, ohne ttjc ne Tassen anbringen ju können, und mit leeren Häniea hungrig u.ib todmüde zurückkehrte." Durch zähe (S/.ergie und ten dämonischen Zwang seiner Perscnlichkell schwang er sich rasch zum gefeie ten Maler, zum Präsidenten ter Münchere: Akadem'.e auf. F7r feine Berliner Fristen erhell er das höchste Honorar, taS bis dahin einem deutschm Map r gezahlt worden war, nämlich 200 000 Taler Sn feinem Atelier telugten sich in ten Besuchsstunden Fürstlich'eiten und die elegantesten Damen der Gesellschaft. „Die Freml^ischar, dir in atemloser Spannung taxierte, um ten weltberühmten Mei»
DaS Wunderkind-
Frau ®er.ertrlnrufir>i reftor Z. ist h->ch must- tallsch, ihr Qllarm ein Virtuose am Flügel so tvird in „Reclams Aniv.-r um" erzählt Äbrr die vier Hungens find erschreLrnd unmusikalisch Freilich, ter fünfte wird bestimmt einmal in die Fuftstapfen der Eltern treten. Trotz seiner b ei Öabre steht er andächtig und stumm dabei, wenn der QSater am Klavier sitzt, und wendet keinen Blick von ihm. Er ist die Hoffnung der Ellern. Dis er eines Tages, als er eine Stunde neben dem Wagner spirlenten Vater a?stan:e:r hat, zu ter im Rebenzimmer si^.rden Mutter g.-fr unb sie mit heller, klarer Stimme fragt: „Sag' mal. Mutti, gefällt Dir term das, wenn der (»Leb einen Krach macht?- >
Alle zu monatlichen Vorauszahlungen auf die Umsatzsteuer Verpflichteten, sowitz auch die vierteljährlich Zahlenden seien darauf aufmerksam gemacht, dah die Amsatz- steuer für die Umsätze im Monat Marz 1924 bzw. im 1. Vierteljahr 1924 (1. Januar bis 31. Marz) am 1 0. APril fällig ist. Gleich- zeittg mit der Zahlung haben alle Steuerpflichtigen, also auch diejenigen, die bargeldlos (durch Postscheck, Bank) zahlen, eine Voranmeldung nach dem neuen Muster für 1924 abzugeben. Für die Zahlung der Steuer bestehl eine S ch o n f r i st von einer Woche, d. h. bis zum 17. April einschliehlich kann die Steuer noch ohne Zuschlag entrichtet werden. Erfolgt die Steuer erst am 18. April oder später, so erfolgt bereits vom 11. April an gerechnet für jeden angefangenen Halden Monat ein Zuschlag in Höhe von 5 Prozent der Steuerschuld. Für die Eindeichung der Voranmeldung besteht eine Schonfrist nicht. Diese hat unter allen Umständen bis zum 10. April, auch wenn die Zahlung später erfolgt, zu geschehen. Bei späterer Einreichung kann nach §170 Abs. 2 ReichSabgabenordnung ein Zuschlag bis zu 10 Prozent der Steuerschuld auferlegt wercen. Besondere Aufforderungen an die einzelnen Steuerpflichtigen zur Zahlung der Umsatzsteuer, oder zur Einreichung ' Voranmeldungen ergeht nicht mehr.
und gewift nicht geringen Mühen waren reizend anmutige und wirkungsvolle DühiwnbiIber geschaffen, die Jung und All entzückten. Auch auf flrtteS und reibungsloses Vorgehen ter bid- fachen Verwandlungen hatte man B.dacht genommen und damit die technischen Vorbedingungen für ein gutes Gelingen ter Aufführung gewährleistet. Vvn den zahlreichen Mitwirkenten feien bar allem Karl Lamber tins ,Verschwend r“ und der biedere, grünt echte Valentin genannt, ten Rudolf Goll ?u einer ter krstlich en '<flguien feines um.affenten Könrens machte. 5iau Schubert war ihm eine gleich urwüchsige Partnerin, deren Dialett nur manchmal nicht in Wien blciben wollte. Rose Rubners Fee Cheristane bat e uns zu viel Erdgebuntenes. Adolf Teleth Wrlf Leutheiser und Lulle Rammet cr= fisten besonters durch prächtig durchgearbeite'e ßeutungen. Die anmutigen Me'v ien Kc n a.in Kreutzers, die das Märchen stünmurgsvoll um- vahmen, tarnen unter Karl Knübels Leitung: ganz wirkungsvoll zu Gchör. — &
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Ein entthronter Fürst der Malerei.
Zu W. von Kaulbachs 50. Todestag, 7. Aprill Es gab eine Zeit — es war noch uie unserer DSter, - da aalten die Bilder Wistelm von Kaulbachs im Trept echius des Berit er Mu^ feumS für das Höchste, was die neuere deutsche Malerei hervorgedvacht hall Heut werten diese Arbellen in der Kunstgeschichte bereits ziemlich fluchtig abgetan und ter ungeheure Ruhm dieses A^lers ist fast vvllftänstig verblaftll Trotzdem bleibt W. vvn Kaulbach eine ütiereffante Er-


