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feite geschleudert urti> oas rechte Hinterrad M» trümmert, Der Beifahrer erlitt einen «Beinbruch. Sonst sind -Unfälle' nicht zu. verzeichnen gewesen. Das Rennen verlief pwgrammäyig und1 war gegen 2 Hfjr 30 Minuten zu Ende. Die Resultate iöeä Rennens find folgende:
Motorräder Ätaffe I. Kategorie A, Erster: Adolf Mahr- Frankfurt a. M. auf Cvckerell, Zweiter: G. K l e h e r - Frankfurt a. M. auf Cockerell, Kategorie B, Erster: Josef Klein- Foantfurt ä. M. auf Allvight, Zweiter: Michael Link-Frankfurt a. M. auf D. K. W„ Dritter: Franz Ducker- Oberursel auf F. D. C„ Klasse II, Kategorie A, Erster: Willi Stork- Darmstadt auf Horex, Zweiter: Wünsche-Frankfurt a. M. auf 5)0re?, Kategorie B, Erster: PH. Karrer- Fowckfurt a. M. auf Horex, Zweiter: Waller G ö 11 i n g - Oberursel auf Horex, Dritter: Paal Koch-Frankfurt a. M. auf Horex, Vierter: Rückert auf Ariel. Klasse III, Kategorie A, Erster: Georg May- Wiesbaden auf F. R., Zweiter: Fritz S eickel-Offenbach auf Rudge, Kategorie B, Erster: Josef Klein- Frankfurt a. M. auf Allright, Zweller: D. Geyll-Köln auf Sunbeam, Dritter: Hrch. Görich - Offenbach auf Rew Imperial. Klasse IV, Kategorie A, Erster: Wilh. v. Eckartsberg - Frankfurt a. M. auf Sunbean: Zweiter: Fritz Kappel-Darmstadt auf K. M. CB.-; Dritter: Philipp Kellner- Frankfurt a. M. auf Norton. Kategorie B, Erster: F. K. Mettenheimer- Königstein auf Sunbean (Herr Mettenheimer hat mit 6.09.— die schnellste Zeit aller Motorräder gefahren): Zweiter: Fritz Kleemann-Homburg auf Horex: Dritter: Theo S ch w a r tz - Coblenz auf Sarolea: Vierter: Fritz Vurucker -Mainz auf Ariel. Klasse V, Kategorie A, Erster: G. Decker auf Indian: Zweiter: Herm. W e i ch e l t - Coblenz auf Henderson 4 Ehl. Kategorie B, Erster: Martin Debewiak- Berlin auf B-Rad. Klasse Via, Erster: Heinz Kruck - Frankfurt a. M. auf Sarolea: Zweiter: Ernst Hoffmann-Offenbach auf Engl. Triumph. Klasse VIb, Erster: Ludwig Schweitzer -Coblenz auf Harley Davidson.
Tourenwagen: Klasse I, Erster: Paul Schäfer- Wiesbaden auf Amilcar. Zweiter: Theo Osterkam p-Kiel auf Pluto. Klasse II, Kategorie A, Erster: Max Link- Frankfurt a. M. auf N.S.äk., Kategorie B, Erster: C. C. Baumeister-Stuttgart auf Wanderer, Zweiter: F. K. Mettenheimer - Königstein auf Rabag, Dritter: Aug. Eisenhauer-Stuttgart auf Salmson. Klasse III, Kategorie A, Erster: Hans Schaede-Saalfeld auf Leh, Zweiter: Ludwig Fischer- Offenburg auf Bugatti, Kategorie B, Erster: Josef v. Gans-Schmölz b. Garnrisch auf Chiribiri, Zweiter: Jakob Brendel - Frankfurt a. M. auf Adler, Dritter: Arthur Schiel-Arnstadt auf Leh. Klasse IV Kategorie A, Erster Ludwig Fischer- Offenburg auf Bugatti, Zweiter: Carl Wucher- Frankfurt a. M. auf R.S.-U., Kategorie B, Erster: Fritz Kleemann- Homburg auf «Bugatti, Zweiter: Fritz Feldmann- Hamm auf Dürkopp, Dritter: Kaeppel-Dresden auf Hansa. Klasse V, Kategorie A, Erster: Albert Adler- Frankfurt a. M. auf Benz, Zweiter: Hans Stern - Engelhardt - Fvanffurt a. M. auf Lancia, Dritter: Juttas K a u f - mann-Frankfurt a. M. auf Steiger, Kategorie B, Erster: Georg Huth- Chemnitz auf Presto. Klasse VI, Kategorie A, Erster: Hans Ludwig- Oberursel auf Opel, Zweiter: Franz Wierrchs- Koblenz auf Oakland, Dritter: Wilh. «Wendel- Fvankfurt a. M. auf R. S. H., Kategorie B, Erster: Daniel Maier- DurMieden auf Steiger. Klasse VII, Kategorie A, Erster: Lothar Freh- Frankfurt a. M. auf Marmon, Kategorie B, Erster: Karl 3rton» Frankfurt a. M. auf Adler, Zweiter: Karl 3 o e r n s - Rüsselsheim auf Opel.
Rennwagen: Klasse I, Kategorie A, Erster: Wilh. Wendel- Frankfurt a. M. auf R. S. il„ Kategorie B, Erster: 3ng. Dirk- Mannheim auf Rabag (Herr Dirk hat mit 5,562/5 Minuten ötc beste Zeit des Tages für alle Fahrzeuge gefahren). Zweiter: Emil Volz-Frankfurt a. M. auf Adler. Klasse II, Kategorie A, Erster: Willi Cleer- Frankfurt a. M. auf Stoewer. Wagen mit Compressor-Motoren: Erster: Adolf Rosenberger-Pforzheim auf Mercedes, Zweiter: Buchholz auf Mercedes.
Turnfest in Lollar.
* Lollar, 5. Okt. Von schönem Wetter begünsttgt, hielt der Turnverein auf dem schön gelegenen, rundum von Wald begrenzten Sportplatz fein diesjähriges A b t u r n e n mit gleichzeitiger Ginwerhung des vor kurzem erachteten Gerätehauses ab, wobei sich 15 aktive Turner, 14 Zöglinge in zwei Stufen und 27 Schüler in zwei Riegen beteiligten. Vormittags begann der volkstümliche «Wettkampf (Fünfkampf) der aktiven Turner und Zöglinge, der gegen Mittag beendet war. Darauf folgten noch Sonderaustragungen von Höchstleistungen. Gegen 2 -Uhr nachmittags marschierte der Verein, bestehend aus Turnern, Zöglingen, Schülern und
Turnen, Sport und Spiel.
Feldbergrennen des Allgem. Deutschen Automobilklubs.
Frankfurt a. M., 6. Oft. (WB.) Zu dem heute stattgehabten Feldbergrennen des A. D. A. C., zu dem trotz des kurzen Termins zahlreiche Meldungen vorgelegen hatten, waren mit wenigen Ausnahmen fast alle gemeldeten Maschinen am Start erschienen. Trotz des anfangs trüben und regnerischen Wetters säumten zahlreiche Zuschailer die 8 Klm. lange Rennstrecke. Der erste Start der Motorräder erfolgte um 8 Uhr 45 Minuten, ihm folgten in kleinen Abständen die übrigen Maschinen unb anschließend daran die Wagen. Leider ereignete sich gegen Schluß des Rennens ein Unfall. Der Wagen des Herrn Hensel- Frankfurt geriet einige hundert Meter nach dem Start mit der rechten Seite in einen Graben, wurde dadurch auf die andere Straßen-
fektionskrankheiten verringern. Das K r v Pf- Pro b l e m wurde von W e g e l i n - 'Bern, Kraus-Berlin, v. Eiselsberg -Wien, behandelt. Die Ursache des Kropfes ist nach wie vor in Dunkel gehüllt. Der Iodgehalt des Körpers und des Blutes spielt dabei jedenfalls eine Rolle. 3ede Vergrößerung der Schilddrüse besitzt eine ausgleichende Bedeutung. Jod ist ein gutes, aber sehr gefährliches Mittel. Insbesondere kann es aus einem Lande, in dem der gewöhnliche endemische Kropf herrscht, ein solches machen, in dem die Uebcrfunktion der Schilddrüse, die Base- dowsche Krankheit, überwiegt. Die Röntgenbestrahlung wirkt auf Kropf und Schilddrüse entschieden rückbildend.
Dorno-Davos sprach über „Die physikalischen Grundlagen der Sonnen- und Himmelsstrich' hing und ihre Anwendung in der Therapie", Kestne r-Hamburg über „Die Wirkung des Klimas auf 'den gesunden und kranken Menschen", He l l Pa ch-Karlsruhe über „Dir kosmischen Einflüsse im Seelenleben". Ueber „Die Behandlung der Spätsyphilis und Metasyphilis" referierten Nonn e -Hamburg und Kyrle-Wien. Es gibt Fälle, die ohne andere Erscheinungen nur eine Positive Wassermannsch? Reaktion aufweisen, die auf stärkste Kuren nicht verschwindet. Solche Patienten darf man nicht mit unnützer Behandlung quälen. Die moderne FieberleHandlung der Paralyse, namentlich durch Malariaüberimpfung, ist ein gewaltiger Fortschritt in der Behandlung die' ser Krankheit, die bisher als unheilbar galt.
An die Innsbrucker Tagung schlossen sich noch Exkursionen nach verschiedenen Orten, auf 'Einladung der Ctschländer Aerzte auch nach Drixen, Bozen-Gries und Meran an. Die nächste Versammlung soll 1926 in Süffel» dvrf stattfinden.
Ueber die „Erdbebenkatastrophe in 3apan am 1. September 1923" berichtete Thoms- Berlin, der zufällig kurz nach dem Erdbeben dort eintraf. Durch das Erdbeben wurden rund 100 000 Menschen getötet, 43 000 Personen sind vermißt, 350 000 Häuser wurden zerstört. Die* Frage, wie man in Japan jetzt bauen soll, ist noch nicht dauernd gellärt. Knoll -Prag sprach über „Dlütenökologie unb Sinnesphhsrolvgie der Insekten", Porsch-Wien über die „Aufgaben der Vogelblumenforschung auf Grund des neuesten Tatbestaiches. Unter Dogelblumen versteht man Blumen, für deren Bestäubung nicht Wind oder Insekten, sondern Vögel in Betracht kommen. Solche Blumen fhrden sich nur in den Tropen und Subtropen. Die Vögel sind Kolibris, Honigsrester, Pinselzungenpapageien, Drillenvögel, Zuckervögel.
Das grobe Interesse, das heute den Ergebnissen der Atom- und Molekularforschung entgegengebracht wird, ging aus der Ueberfüllung hervor, die die Dorttäge über dieses Gebiet begleitete. Es sprachen Sommerfeld-München über die „Grundlagen der Quantentheorie und des Dohrsschen Atommodells", Kramers- Kopenhagen über „Die chemischen Eigenschaften der Atome nach der Bohrschen Theorie", Kratzer- Münster über „Mvlekulareigenschaften und Dan- denspettren", Warburg - Berlin über „die Quantenregeln in der Photochemie". Franck- Göttingen über „Atom- und Molekülstöße und ihre chemische Bedeutung".
In humorvoll-anschaulichem Vortrag sprach Penk-Berlin über „Das Antlitz der Alpen". Hartmann -Heidenheim hielt in der Sektion für Innere Medizin einen Vortrag über „Inhalation von Säuredämpfen". Bei Versuchen in Schulen ließ sich dadurch das Auftreten von 3n-
flachen Bienenstöcken und sinnreicher Numerierung aller Bienen mit Farben, die jede einzelne im Stock verfolgen labt, wurde daS möglich. Die heimkehrendr Biene, die eine Honigstelle gefunden hat, vollführt an verschiedenen Zellen des Stockes, in denen sich Bienen befinden, einen aufgeregten Rundtanz. Damit teilt sie den Bienen mit, daß es draußen Nahrung gibt. Die Dienen folgen der Melderin, die wieder wegfliegt, nicht einfach nach, sondern sie suchen den Umkreis selbst ab. Der Blüten- ober Honigduft, der der Melderin anhaftet, gibt einen Hinweis, um was für Blüten es jich handelt. So kommen an die Stelle, an der ursprünglich eine Biene war, bald Hunderte und Tausende: denn jede heimkehrende Diene vollführt im Stock den gleichen Tanz. Versiegt aber die Nahrungsquelle, so tanzen die heim- kehrenden Bienen nid>t mehr: dadurch werden keine weiteren Bienen zum Mitkommen mehr auf» gefordert so daß eine Selbstregelung je nach der (Srglebigteit der Nahrungsquelle ein tritt.
Am Hinterleib besitzen die Dienen ein ausstülp bares Duftorgan. An der reichlich fließenden Nahrungsquelle wird es ausgestülpt. Die anderen Dienen sind für diesen Duft sehr empfindlich und folgen lhm nach. Zur Ernährung brauchen die Dienen auch Pvllenstaub. Die Pollensammlerinnen, die hrimkehren und etwas gefunden haben, tanzen anders als die Honigsammlerinnen. Dabei bient der Duft des Dlütenstanbes als Führer zu den gleichen Dlütenarten, also Glockenblumenstaub zu den Glockenblumen, Rofenstaub zu Rosen usw. Ein am Schlub vorgeführter Film lieb den aufgeregten Tanz der mit Farbflecken gekennzeichneten Dienen im Stock deutlich erkennen. Ihre „Sprache", ihre Mittel zur Verständigung wurden damit der beifallsfreudigen Versammlung einwandfrei vorgefüh-rt.
I führung der geplanten Arbeiten zwrscyen Oberbaurat Derck und den Handwerkern erzielt wer- ; den konnte, hielt es die Versammlung, um sich für die Zukunft zu sichern, doch für nötig, beim Landtag Einspruch gegen die Erweiterungen des seitherigen Regiebetriebs, wie dies z. B. die Erbauung uni) Errichtung der neuen Schreinerwerkstätte mit silch bringen würde, zu erheben, da bei der Bahn und anderen staatlichen Unternehmungen der sich vielfach als unrentabel erwiesene Eigenbetrieb eher auch abgebaut als ausgebaut würde. Wie aus einem vorliegenden «Schreiben der hessischen Handwerkstammer hervorgeht, hat auch diese in der Angelegenheit dem Achrits- und Wirtschaftsmrnisterrum eingehenden Bericht erstattet und dieses ersucht, bei der Fvrst- itnb Kameralver Wallung gegen die Errichtung derartiger Werkstätten mit allem Nachdrua Stellung zu nehmen. Die Angelegenheit wird den Landtag noch beschäfttgen.
r Friedberg, 4. Ott. Kreisdirektor Gebhardt hast gestern sein hiesiges Amt angetreten. — Dem Gemeinde verband für den Kraftwagenbetrieb Wetterau in Nieder-Florstadt ist, laut „Oberhefs. Anz.", unter dem Vorbehalt j(derzeitigen Widerrufs die Erlaubnis erteilt worden, zwischen Ober - Fl or- stadt und Friedberg Personen und Sachen mit Kraftfahrzeugen gegen Entgelt zu befördern.
sf. Friedberg, 4. Ott. Der Wetterauer Verband der Grundstückverpächter hielt heute nachmtttag im «Deutschen Hause seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Altbürgermeister Maul- Ossenheim, begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder, besonders den Kammer- bireftor von Löw zu Lich, Kammett>irettor Dr. Engeivach von Assenheim, Lehrer Werner von H^)dernheim vom Verband der «Verpächter von Groß-Frankfurt, Oberinspektor Ihne von Frankfurt a. M. «Bauinspektor Bickert aas «Bad-Nauheim hielt einen Vortrag über das neue Pachtschuhgesetz i_tnb über die neuen Verträge: an der Diskussion beteiligten srch «Altbürgermeisler U Ilm an n aus Nieder-Erlenbach, Kammerdirektor von Löw, Metzger, «Butzbach, Werner Heddernheim und Ihne, Frankfurt a. M. Eine Resolution betr. bte Pachtpreise wurde einstrmmig angenoiw» men, ebenlo wurde der seitherige Vorstand (Vorsitzender Altbürgermeister Maul- Oss enherm, Schriftführer Bauinspektor Dickert, Bad-Nau- Heim, Rechner' Reallehrer Kreutzer, Friedberg) einsttmmig wiedergewählt. Der «Beitrag für das kommende Jahr wurde auf 10 Pf. für den Morgen festgesetzt.
Kreis Büdingen.
)( Aus dem Niddertal, 5. Okt. Die schönen Tage der vorigen Woche sind der Grummeternte außerordentlich zugute gekommen. Soweit die Wiesen nicht überschwemmt traten, oder das Grummet nicht durch, die vergangene Regenwoche gelitten hatte, ist die Grummeternte zufriedenstellend ausgefallen. Die Kartoffelernte hat begonnen. lieber» all zeigen sich die verderblichen «Wirkungen des nassen Sommers: die ferneren gelben Sorten haben sehr stark gelitten, stellenweise lohnt es sich nicht, einzelne Aecker auszumachen, dagegen haben die roten Sorten durchweg die Nässe besser überstanden und liefern befriedigende Erträge. Leider sind diese Sorten nicht mehr so (viel «an- gebaut worden. Wie traurig die Lage diesmal ist, geht aus der einen Tatsache hervor, daß viele Landwirte auf die Kartof fel- und Frucht- bzw. MehlbelieferungendurchdieGe- nossenschaften aus 1 anderen Gegenden, in denen die Ernte besser ausgefallen ist, angewiesen sind. Zur Zeit sind die gröberen Ob st Versteigerungen im Gang. 3m allgemeinen werden hohe Preise erzielt.
Aus der Provinz.
Landkreis Gietzen.
£ Wieseck, 6. Oft. «Welch große Ausgaben, vm< denen man früher nichts wußte, von einer Gemeinde heute aufzubringen stnd, beweisen fol» genbe Zahlen: Durch die Beendigung von Feld- berernigungsarbeiten, wobei eine Anzahl Erwerbs- lofer Verdienstmöglichkeit fanden, stieg die Zahl Ski; männ lichen unterstützungsberechtigten Ar» beitslosen gegenüber dem Vormonat von 60 Pis 72. Sttchtag ist der 1. Oktober. Da die hei- m-ffche Tabakinbustrie einen stärkeren Beichäf» Ogungsgrad meldet (einige kleinere Betriebe, die «anz geschlossen hatten, haben ihre Tätigkeit wieder auf genommen), fiel die Zahl der weiblichen älnterstühungsberechtigten von 74 auf 57. Die Zahl der unterstützungsberechttgten Zu - Ischlagsernpfänger flieg wieder von 94 auf 104, da die neu hinzugekommenen männlichen Erwerbslosen zumeist Familienväter sind. Am vorigen Derichtstag muß'en insgesamt 228 Personen durch die Erwerbslofcnfürsorge unterstützt werden, während es am 1. Oktober d. 3s. 233 Personen waren. 3m Monat September mußten 18 Klein- rentner und 51 Sozialrentner durch die soziale Fürsorge unterstützt werden.
tz Göbelnrod, 5. Oft. Ein lang erstrebtes Ziel ist mit großen finanziellen Opfern der Gemeinde erreicht: ab heute Montag halten wieder einige Züge auf unserer Station. Die Gemeinde muh dafür pro Zug und Tag 1 Mark bezahlen, das bedeutet eine Belastung, die auf die Dauer von ihr nicht getragen werden kann. Dieser Tage las man zwar aus Lauter bach, dab dort nun nur noch h? Mk. pro Zug und Tag bezahlt werden mub, hoffentlich ermäbigt man auch bei uns die Gebühren. Es halten zunächst die beiden Arbeiterzüge morgens nach Sieben und abends zurück und der 1-llhr-Zug von Sieben; Sonntags der Zug 7.23 nach Sieben und um 1 llhr zurück.
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gesetzt ftrto, von denen indes zu hoffen steht, daß sie im Verlaufe fünf tiger Entwicklung beträchtlicher Ausweitung fähig sein werden. Auch werben, selbst wenn diese -Hebereinftimnumg erfüllt ist, noch manche Klippe und viele Schwierigketten zu umstellern sein, ehe eine neue Arbeitsgemeinschaft als fest und dauerhaft, gegründet gelten kann. Auch die zurückliegenden Jahre der Enttäuschung und des Mißerfolges sind — offen oder uneingestanden — eine „Vorbelastung" künftiger Zusammenarbeit, die nicht gering geschäht werben darf. Es erscheint notwendig, auf diese Dinge deutlich hinzuweisen, um sich freihalten, zu Ebmren von unangebrachtem Optimismus ebensowohl wie auch von einem Pessimismus, der überhaupt keine Hoffnung mehr sieht.
«Wenn irgend etwas einen hoffnungsvollen Ausblick gibt, so ist es dies: Dab bie Aussprache v. Borsig-Stegerwall^Drvst den Arbeitsgemein- schaftsgedanken stark und lebenskräftig bejaht, sich aber frei hält von jeder Illusion, die der rauhen Wirklichkeit nicht standhalten würde. Auf beiden Seiten ist man sich der Schwierigkeiten praktischer Zusammenarbeit und ihrer unerläßlichen NvtwenÄgkeit gleich stark bewußt. «Während von Dorsig an die Möglichkeit denkt, unter den auf nationalem Boden stehenden deutschen Beamten, Angestellten und Arbeitern eine gemeinsame Basis zu finden, die die Möglichkeit einer nationalen Arbetts- und Volksgemeinschaft schafft, ist Stegerwalds Vorschlag bestimmter auf das im Augenblick praktisch Erreichbare gerichtet. Sein Besuch geht dahin, zunächst zwischen den Arbeitgeberverbänden uni> den christlich-nationalen Gewerkschaften, oder wenn dieser Weg sich nicht als gangbar erweisen sollte, zwischen hervorragenden Führern der Wirtschaft und einer Reihe deutscher Arbeitnehmerführer eine gewisse gedankliche Xlebereinflimmung über den deutschen Wirt- .fchaftsausbau in Verbindung mit dem Staatsaufbau herbeizuführen, und so neben die ständig wechselnden politischen Koalitionen eine Semeinschaftsarbeit der Wirtschaft zu stellen, die sich auch prattisch in einer billigen Verständigung Über Lagesfragen auszuwirken hätte.
Die Hoffnung dürfte verfrüht erscheinen, daß sogleich als reife Frucht dieser Aussprache eine neue Arbeitsgemeinschaft mit starker Seltung ins deutsche Staatsleben eintritt. Arbeitsgemeinschaft ist nicht Tatsache, die durch einen Akt jederzeit geschaffen werden kann, sondern Aufgabe und Ziel, das erarbeitet werden muß. Arbeitsgemeinschaft ist Vorstufe und Voraussetzung für das Wachsen deutscher Volksgemeinschaft, von der in noch höherem Stabe gilt, daß sie nicht Tatsache, sondern Aufgabe und mit heiligem Emst zu erstrebendes Ziel ist. Die Hoffnung aber bleibt, daß in der mit Ernst und Würde geführten Aussprache der Keinr beschlossen liegt, aus dem eine nationale Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaft als Vorstufe deutscher Volksgemeinschaft erwachsen Im.
Sv bescheiden der Anfang ist und so viele Wunsche I noch unbefriedigt bleiben, wir freuen uns doch | des Erreichten und hoffen auf mehr.
Kreis Friedberg.
4 Bad-Rau heim, 4. Oft. Auf Anregung des Handwerkerbundes sand hier unter dem «Vorsitz von Stadtv. I. B. Hofmann eine gut besuchte Hand Werker Versammlung statt, auf deren Tagesordnung als einziger wichtiger Punkt „Stellungnahme zur Regierungsvorlage betr. Bauausführung und In standfetzung der technischen Anlagen in Dad-Nauheim«' stand. «Die Einberufung der «Versammluirg war erfolgt auf Grund von Gerüchten, wonach die in der Regierungsvorlage vorgesehenen Arbeiten in Gejamt- höhe von 391500 Ma r k vom Staate in eigener Regie ausgeführt werden sollten, wie das ähnlich im vergangenen Jahre bei den Neubauten am staatlichen «Werke in Wölfersheim geschehen ist. Der «Deriammlung tvohnte Landtags» abg. Füller - Friedberg, ein Führer des Handwerks, bei. Seitens des Staates war Oberbaurat Derck anwesend, dem die technischen «betriebe in «Wölfersheim und Bad-Naicheim. unterstehen. In einem von gründlicher Sachkenntnis getragenen Referat nahm Landtagsabg. Füller Stellung zur geplanten Ausführung der Regierungsvorlage. Der Redner, der neun «Wochen ununterbrochen als Zimmermeister in Wölfersheim gearbeitet hat, hatte Gelegenheit, die Regicarbeiten am dortigen Lraftwert eingehend zu beobachten. Er konnte auf eine ganze Reihe von Mängeln Hinweisen die sich dabei ergaben. «WaL die Ausführung der Einfriedigungsarbeiten, der Gruird- avbeiten und der Bedachung anbetreffe, um Beispiele anzuführen, hätten sich Zustände eingestellt. die jeder Beschreibung spotten. Alles in allem sei in Wölfersheim dttrtt unproduktiv gearbeitet worden, die Privatwirtschaft hätte nach Füllers «Bevechreung mindestens um die Hälfte billiger arbeiten können als der Staat mit feiner eigenen Regie Auf Grund seiner Feststellungen brachte Redner einen diesbezüglichen Antrag beim Landtag ein, der fordert, datz die «Legiebettiebe int allgemeinen staatlichen Interesse und im Interesse des sehr gefährdeten Handwerker-standes nicht weiter ausgebaut werden sollen. Der Finanzausschuß habe die Regierungsvorlage zwar genehmigt, damit aber noch nicht die Art der Abführung. Er könne es daher nicht verstehen, wie. bereits Arbeiten Vergeben werden konnten (wie Lieferung von Maschinen für die geplante Schoeinerwerk- ftätte), bevor das Plenum des Landtags sich überhaupt mit der Regierungsvorlage techäftigt rmd diese im einzelnen bewilligt habe. Unter den 14 Punkten der Regierung svorläge stößt auf den schärfsten Widerstand des Redners und des gesamten Handwerkerstandes vor allem dir g. plan e Erbauung einer staatlichen Schveinerwerkstatte auf dem Goldstein, wofür die Vorlage 30 000 Mark vorsieht und weitere 30 000 «Mare für die Einrichtung der Wettkstätte. Es wird betont, daß ein Gebäude von 30 «Meter Länge, ausgestattet mit den verschiedensten neuzeitlichen Maschinen, im landläufigen Sinne nicht mehr als Reparatur» werlstätte anzusprechen. :ei, sondern als Fabrik bezeichnet werden müsse Für die laufenden Reparaturen in den technischen 'Betrieben des Ba es sei die jetzt schon bestehende Schreinerwerkstätte, die acht Arbeiter besch.iftige, vollkommen ausreichend, zumal sie auch in jeder «Beziehung besser eingerichtet sei als der «Betrieb ttgendeines hiesigen Privatunternehmens. Die neue Werkstücke sei eine Gefahr für das Haudwerk, sie würde, wenn vielleicht eben die Absicht auch noch nicht direkt bestände, in absehbarer Zeit doch auch die Ausführung größerer Arbeiten und «Neueinrichtungen übernehmen und damit das heimische Schrcinerhandw.rk vom «Wettbewerb ausschlietzen. Auch zu den anderen Pirnkteir der Regierungsvorlage nahm der Redner S-tellung im Sinne der Handwerker. Obeibaurat Berck erläuterte darauf cbenfalls ausführlich die einzelnen Punkte der Vorlage. Er gab die in Wölfersheim in Erscheinung getretenen Mängel teilweise zu und begründete den bereits getätigten Ankauf der Maschinen damit, daß er diese durch schnelles Zugreifen um 15 Prozent billiger erstanden hätte als .beute. Bei wer «Besprechung der einzelnen Punkte ergab sich, daß eine Reihe von Arbeiten nach wie vor durch das Fachbauamt Friedberg auf dem öffentlichen Submifsionswege vergeben werden, daß ferner andere Ausführungen dem hiesigen Harrdwerk übertragen werden sollen, während der Rest der geplanten Arbeiten ganz oder teilweise von der «Bade- und Kurverwaltung in eigener Regie übernommen wird. Oberbaurat Berck gab die Versicherung, daß er dem Handwerk nicht feindlich g?genüber;tef>e, im Gegenteil ihm alle Arbeiten, die es bisher ausgeführt habe, auch in Zukunft überlasse, dagegen in eigener Regie nur die dringendsten Ausbesserungen vornehme. Trotzdem in den meisten Punkten der Regierungsvorlage eine Einigung über die Aus
Die 3nnsbroder
NatmsorschewersÄMMiMg.
Don Dr. W. S ch w e i s h e i m e r.
Die 88. «Versammlung deutscher Naturforscher md Aerzte, der größte deutsche wissenschaftliche Kongreß, hat diesmal in Innsbruck stattgefunden. 8s sollte damit betont werden, daß die deutsche Wissenschaft eine Gemeinsamkeit bildet und vor den Landesgrenzen nicht Haltmacht. Eine ausgezeichnete Organisation ermöglichte die Hinterbringung von 6000 Teilnehmern. Insgesamt wurden rund 800 Vorträge gehalten. Schon einmal, im Jahre 1869, hatte die «Raturforscherversamm- lung in Innsbruck getagt. Damals sprachen Robert Mayer und Helmholtz.
In der ersten allgemeinen Sitzung sprach Hoche, Freiburg, über das Leib-Seele-Problem, bedauerlicherweise in viel zu kurzer und rn einer von einem nicht zeitgemäßen «Materialrsmus ausgehenden Werse. Um so wertvoller war der folgend?«Vortrag G r u h l e s , Heidelberg, über „Konstitution und Charakter", der als Gegenstück und Fortsetzung gewissermaßen der Vererbungsvorttäge der letzten Leipziger «Naturforscherversammlang Auswege aus manchem Engpaß der modernen Dererbungswissenschaft wies. Ein Dortrag von Dörr, «Basel, behandelte das Thema der „Idiosynkrasie". Heß, Zürich, und Ayler, Berlin, referierten über Themen der Arbeitsphysiologie.
Besonderen Eindruck machte ein Vortrag von t> Frisch, Breslau, über die „Sprache der Dienen". Frisch konnte in langjährigen «Bemühungen feststellen, wie die Bienen einander das Vorhandensein von Futter Mitteilen. Mit


