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t>. MahuskuS geltem bet ber französischen Regierung vorstellig geworden.

Frankeichs Verstöße gegen dar deutsche Luftverkehrsgesetz.

Obwohl ein deutsches Gesetz besteht, Las frem­den Flugzeugen das Lieberfliegen deutschen Ho- hntsgebietes untersagt und auch die Regie­rungen der Nachbarstaaten von diesem Gesetz unterrichtet worden sind, überqueren fran­zösische Flugzeuge aus ihrem Weg von Frank­reich nach Rumänien oder umgekehrt nach wie vor deutsches Gebiet. Zwölf Flugzeuge haben nach und nach in Süddeutschlcrnd notlanden müssen und sind beschlagnahmt worden. De Rotlandung eines dräzrhilen französichen Flug­zeuges bei Stuttgart hat demRing der F l i e - ge r" Veranlassung gegeben, die Oeffentlichkeit auf die ununterbrochenen Verstöße Frankreichs gegen die deutschen Ge ehe aufmerksam zu matzen unb die Regierung zur Wahrung der deut­schen Rechte aufzufordern. Es ist allerdings höchste Zeit, daß die Reichsregierung sich ent­schließt, in energischer und eindeutiger Weise in Paris darauf hinzuweisen, daß sie in Zukunft französische Flugzeuge, sofern sie weite.chin deut­sches Hoheitsgebiet überfliegen, abschießen und die Flugzeugführer gemäß den ge.etzlichen Be­stimmungen b e st r a f e n lassen wird. Die fran­zösische Regierung weiß übrigens sehr genau, Laß sie sich im Llnrecht befindet, sie hat es bisher jedenfalls unterlassen, die Herausgabe der beschlagnahmten Flugzeuge zu fordern, da sie sich doch nur eine Abfuhr geholt hatte. Mit dem Ansehen und der Gröhe des Deutschen Reiches verträgt cs sich aber nicht, wenn die grobe Ver­letzung deutscher gesetzlicher Bestimmungen weiter­hin stillschweigend geduldet wird.

Die französisch-russischen Beziehungen.

Paris, 5. Rov. (SU.) Rakowsky, der Londoner Geschäftsträger der Sowjetregierung, ist gestern in Begleitung eines Sekretärs in Paris eingetroffen, um mit den dortigen offi­ziellen Kreisen Fühlung zu nehmen. Er hatte gestern abend eine Unterredung mit Herriot. Rach dem offiziellen Communiquö ist Iean Her­bette zum Dvt schafter Frankreichs in Moskau ernannt worden. Zum Gesandten der Sowjetregierung in Paris wurde Krassin er­nannt. Die französisch-russische Konferenz wird am 10. Januar in Paris beginnen.

Die Räumung der Düsseldorfer Schulen.

Düsseldorf, 5. Rov. (SU.) Sn bei? Lenneschule war bisher eine französische Schule unter gebracht. Die Besatzung hat die Räumung dieser Schule für die nächsten Tage in Aussicht gestellt. Don der Stadtverwal­tung wird gefordert, daß sie für den Direktor eine neue Wohnung beschafft. Die Louisen- schule wurde ebenfalls geräumt. Sie ist von der Besatzung in einem beklagenswerten Zustand zurückgelassen worden.

Der neue Oberbürgermeister von Essen.

Essen, 5. Rov. (SU.) Zwei Mitglieder der hiesigen Stadtverordnetenversammlung sind beim Reichsarbeitsminister vorstellig geworden, um ein früheres Ausscheiden des Staatssekretärs Tracht aus seinem Amte zu erwirken. Bracht dürfte, wie dieSelunivn" erfährt, bereits im Januar seinen Posten als Oberbürger­meister von Essen antreten.

DerMckitrittMacdoncrlds

Baldwin mit der Kabinettsbildung beauftragt.

London, 5. Rov. (SU.) Das Kabinett Macdonald hat gestern seine letzte Sitzung abge­halten. Eine große Menschenmenge hatte sich in der Downingstreet eingefunden und begrüßte die Minister mit lauten Zurufen.

Macdonald ist dann um 4.30 Uhr vom König empfangen worden, den et um die Entlassung der Arbeiterregierung bat. Der Empfang währte eine Stunde. Um 6.30 Uhr wurde Baldwin vom König empfangen und mit der Bildung der neuen Regierung be­auftragt.

Simes" schreibt, es sei wahrscheinlich, daß der Zusammentritt des neuen Parla­mentes um eine Woche, d. h. bis zum 25. Ro° vember verschoben wird und die feierliche Eröffnung am 1. oder 2. Dezember stattfinden werde. Der Parlaments-Berichterstatter des Daily Expreß" schreibt, der Kabinettsausschuh habe festgestellt, daß der S in owj ewbr ie f durch den auswärtigen Geheimdienst ermittelt wurde, der nicht befragt werden dürfe, wie und durch wen eine Mitteilung erzielt wor­den sei. Die Methode, mittels der dieser Geheim­dienst seine Arbeiten durchführe, würde mit äußer­ster Geheimhaltung behandelt und nickst einmal das Kabinett könne irgendwelche Einze Hüter erhalten, da eine Enthüllung über die Verschaffung des Do­kuments einem Beamten im Auslande das Leben kosten könne.

Eine italienische Siegesfeier.

Rom, 5. Rov. (SU.) Bei sonnigem Herbst­wetter feierte gestern Rom zur Erinnerung an den Siegvon Benedo, der nach italienischer Auffassung den Weltkrieg entschieden haben soll, ein großes Siegesfest. Die Stadt war reich beflaggt und auch die entferntesten Dörfer und Städte hatten Fahnenschmuck angelegt. Am Vormittag legte der König in Begleitung der Königin und des Kronprinzen einen Kranz an der Gruft deS unbekannten Soldaten und auf den Stufen des Rationaldenkmals nie­der. Um 9 Uhr fand ein feierliches Requiem für die Gefallenen statt, an dem der König, die Königin und der Kronprinz sowie die gesamte Hofgefolgschaft teilnahmen. Ferner waren erschie- ten die Spitzen des H e e r e s und der M a r i n e , tzer Ministerpräsident mit sämtlichen Mi- listern, Abgeordneten des Senats und der Kammer, und das d i p l o m a t i s ch e K orp s. Nach der kirchlichen Feier begab sich Mussolini tut dem Marschall Diah und dem Großadmiral Lhaen de Revel nach dem Rationaldenkmal inÖ legte dort ebenfalls einen Kranz nieder. Am Vachmittag besichtigte der König mit militärischem

Gefolge und in Begleitung Mussolinis den großen i Flugplatz von Centocelle und die dortige Luft- I lotte. Die sonst in den verschiedensten Verbän­den organisierten Kriegsteilnehmer hatten ich für diesen Sag geeinigt. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden alle öffentlichen Gebäude und die meisten Privathäuser festlich erleuchtet. Am Abend fand im Augusteum eine große patrio­tische Feier statt, an der auch Mussolini teilnahm. Die Festrede hielt der faszistische Abgeordnete Paolucci, der als Marineoffizier sich bet der Versenkung des österreichischenDreadnought ausgezeichnet hatte.

Die Opiumkonserenz in Gens»

Genf, 5. Rov. (SU.) 3n der gestrigen Dormittagssitzung beschäftigte sich die Optum- konserenz mit dec Aufstellung eines Programmes ür ihre Arbeiten. Es soll über das Rauchen von Opium in den europäischen Staaten und über den Anbau von M o h n sowie über das Opiumrauchen in China verhandelt werden Die Konferenz beschloß, diese Fragen getrennt nebeneinander zu behandeln. Der Gouverneur der japanischen.Insel Formosa erklätte seinen Kampf gegen das Opiumrauchen, das Einziehen der Rauchlizenzen und durch das Rauchverbot ür Minderjährige.

Die Waffenruhe in China.

Peking, 4. Rov. (WTD) Präsident Ssgo-Kun hat dem Kabinett seinen Rück­tritt mitgeteilt. Die Geschäfte führt ein Ka­binett, das von H u a n g - F u, dem bisherigen Unterrichtsminister unter Beteiligung eines An­hängers der Kuomintang und zweier Mukdm- leute gebildet wurde. Huang-Fu übernahm selbst das Präsidium, das Verkehrs- und das «unter- richtsministerium. Wangk ist Außenminister und Finanzminister. Kriegsminister ist General Li- Schu-chang. Die Mukdenleute, deren Ramen noch unbekannt sind, haben ihr Amt noch nicht angetreten. An der Schanhaikwanfront sind die Tschilitruppen zusammengebrochen, teils nach Sientsin abgezogen und teils gefangen genom­men worden. Wu Pei-fu ist noch in Sientsin, verliert aber allmählich allen Anhang. Es schwe­ben zur Zeit Verhandlungen, über deren Aus­gang noch nichts Bestimmtes verlautet.

Dr. Sun Batsen, der Präsident von Südchina (Ranking) hat dem General Feng mitteilen lassen, daß er bereit sei, an der Friedens­konferenz in Peking teilzunehmen, deren Ziel die Wiedervereinigung Chinas ist.

Der brasilianische Aufstand.

Paris, 5. Rrv. (WB. Funk pruch.) Hav§s Verbreitet eine amtliche Meldung dec bras I'.on-;- schen Regierung aus Rio de Janeiro, nach der der Marineminister den Ober befehl ü:cr das re­gierungstreue Geschwader übernommen frit, um den Aus stand rasch unterdrücken zu können. Wie weiter berichtet wird, ist der KreuzerSao Pool o mit unbekanntem Ziel ausgelaufen. Die Mannschaft des TorpedobootesZoya-z", dis auch gemeutert haben soll, soll sichergeben haben.

Lehrerinnen-Abbau in Hessen.

Fräulein Maria Birnbaum bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Die in der Rr. 259 desG.eßener Anzeigers' vom 3. R v. 1924 enthaltenen Ausführungen derRatio­nalliberalen Korrespondenz" entspre­chen in ihrem letzten Absatz insofern nicht mehr den Tatsachen, als erfreulicherweise inzwischen eine Revision der betreffenden Fälle stattge­sunden hat und ein Seil der abgebauten Lehre­rinnen wieder eingestellt worden ist.

Maria Birnbaum, M. d. L.

Aus aller Wett.

BomNcichsbund der höhcrenBeamten.

Berlin, 4. Rov. (Wolff.) 3n Dresden fand eine Tagung des Reichsbundss der höheren Beamten statt. An dem vorangehenden Emp­fangsabend nahmen u. a. der Fraktionsführer der Deutschen Dolkspartei Scholz als Vor­sitzender des Reichsbundes, der Oberbürgermeister von Dresden und der Chef der sächsischen Staats­kanzlei, Geheimrat Schulze, teil. Die Tagung beschäftigte sich neben organisatorischen Fragen mit der gegenwärtigen Besvldungslage. Es wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der der Reichsbund eine beschleunigte Erhö­hung d e r D e z ü g e für erforde.lich hält. Gleich­zeitig wurde die Wiedereinführung der Vier- teliahrszahlungen gefordert.

Ehrung eines deutschen Kardinals.

Rom, 4. Rov. (WTB.) Heute vormittag findet in Gegenwart des P a p st e s im vatika­nischen Museum eine Feier statt, um den 80. Ge­burtstag des Kardinals Ehr le zu begehen. Der Papst selbst ordnete die außerordentliche Feier zu Ehren des gelehrten Kardinals an. Er wird bei dieser Gelegenheit eine Rede hal­ten und ihm auch die fünf Bände Miscellanes überreichen, zu der Gelehrte aller Ra­tionen Beiträge äu Ehren des Kardinals lieferten. Der Kardinal ist der Sohn eines Arztes, trat 1861 in Gorheim bei Sigmaringen in den 3esuitenorden ein, ging nach der Aus­weisung des Ordens aus Deutschland nach Eng­land und 1880 nach Rom, wo er 1895 von Leo XIII. zum Präfekten der vatikanischen Biblio­thek ernannt wurde. Der jetzige Papst, damalige Kardinal Ratti, wurde sein Rachfolger. Rach Eintritt Italiens in den Krieg ging Ehrle nach München und kehrte erst 1918 nach Rom zurück.

Zum Eisenbahnunglück auf der Strecke Liver­pool-Glasgow.

London, 5. Rov. (Sil.) Rach den neue­sten Meldungen beträgt die Zahl der Toten 13 und die der Verwundeten 36. Ar der iln- glücksstätte sind 300 Mann mit den Räumungs­arbeiten beschäftigt. Der König hat den Ver­wandten der Eisenbah ibeamten und den Hinter­bliebenen sein Beileid ausgedrückt.

Wettervoraussage.

Rachtfrost, tagsüber aufheiternd und milde, trocken.

Die Hochdruckweiterlage hat sich im Laufe des gestrigen Tages gefestigt. Tagsüber trat in unserem Bezirk allmählich völlige Aufheiterung ein, die nachts starke Wärmeausstrahlungen und damit starken Temperaturfall bedingte, die Mi­nima lagen durchweg unter Rull Inzwischen hat | sich ein Hochdruckzentrum üb r Mitteldeutschland geb ldet, während die nördlichen und südlichen Tiefdruckstörungen unsere Witterung nicht beein­flussen.

Aus Stadt uns uand.

G iehen, den 5. Rovember 1924.

Klavier, Grammophon oder Radio?

In der Fabel streiten die Tiere darum, wel­chem von ihnen das alleinige Recht zukomme. König der Tiere genannt zu werden. Iedes von ihnen weiß Vorzüge anzuführen, so daß es m der Tat schwer ist, zu sagen, wem die Palme zuzusprechen ist. An diese Fabel muhte ich denken, als ich kürzlich vor die Wahl gestelli war, ein Musikinstrument anzuschaffen. Meine Entscheidung wurde um so schwerer, als ich die drei ^mtru» mente, die hierbei nur in Frage kamen, das Klavier, das Grammophon und den Radiofunk­apparat, aufforderte, mir selbst von ihren Vor­zügen zu berichten:

Rirnrn mich!" sagte das Klavier,ich erfreue mich seit alters hoher Beliebtheit in vielen Hau­sern. Zu jeder Zeit kannst du mich meistern. Ernste und heitere Weisen, llassische Musik und die neuesten Schlager und Gassenhauer kannst du mir entlocken. Beethoven, Mozart und Wagner hätten nie die Höhe ihres künstlerischen ödjar- sens erreicht, wenn sie sich meiner nicht bedient hätten. Bist du traurig, so werde ich dich auf­richten, bist du fröhlich, so werde ich mit Dir jubeln. Für dein Heim bin ich ein Schmuckstück, und es gehört zum guten Ton, daß die Töchter des Hauses bei einem Meister der Tonkunst m die Schule gehen und . . Run, und . . .?

Kaufe mich!" drängte sich^mir das Grammo­phon mit seiner schnarrenden Stimme auf.Wenn du mich kaufst, bist du der Mühe überhoben, erst Musikunterricht nehmen zu müssen, um nach lan­gem vergeblichen Bemühen zu entdecken, daß in dir doch kein Virtuose verloren gegangen ist. Ich spiele dir gleich jedes Stück, das du wünscht, nicht einmal, nein zehnmal und vielmal. Du brauchst nach deinem Geschmack nur zu wählen und die Platten zu kaufen. Ein ganzes Orchester stelle ich dar. Opern und Konzertstücke mit großer Be­setzung, Geigen Bratschen, Bässen, Posaunen, Flöten, Pauken und Trompeten kann ich dir bieten. Ich ersetze dir die berühmtesten Säng»r und Sängerinnen und unterhalte dich, wenn's dir be­liebt, mit ernsten und heiteren Vorträgen. Dazu kommt, du kannst mich leicht mitnehmen und ich unterhalte die Gäste bei Geburtstags- und Hoch­zeitsfeiern."

Wähle mich!" schrie mich aufdringlich mit lauter Stimme der Radioapparat an.Ich stelle eine der größten Errungenschaften der Reuzeit dar und bin ohne Konkurrenz. Alle meine Kolle­gen aus dem Reiche der Sone haben kein Recht, sich als Größen ersten Ranges hinstellen zu wollen. Sind sie doch angewiesen auf ihren Meister und fremde Erzeugnisse. Ich habe keine Saiten, keine Klaviatur, keine Platten, ich beanspruche keinen großen Raum und verursache nur geringe Kosten. Ich biete dir aus erster Hand Opern, Konzert­stücke, Gesangsvorträge, die wichtigsten Ereignisse des Tages, Vorträge aus allen Wissensgebieten in der Form angenehmer Unterhaltung in deinem eigenen Heim. Ich muß. . . Ich bin das Un- | vermeidliche ..."

So hörte ich wie von den Tieren in der Fabel die eigenen Vorzüge rühmen, die Rachteile aber verschwieg man mir wohlweislich. Ein sachliches Urteil konnte ich mir demgemäß nicht bilden und ich unterwarf mich daher demjenigen meiner besse­ren Ehehäslte, die mir kategorisch erklärte:Ieder, der heute etwas sein will, muß eine Rundfunk- kiste haben. Was würden sonst unsereRach- b a r n sagen? . . Predi.

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Bornotizen. .

Tageskalender für Mittwoch. Ctadttheater, Ix/2 Uhr:Münchhausen". Volks­hochschule: Vorlesungen. D. H. V., 8/2 Kaufm Vereinshaus: Monatsversammlung. R C Germania, 8V2 Uhr: Monatsversammlung im Vcr einslokal. Schneider-Zwangsinnung. 8i Uhr Gewerbeschule: Monatsversommlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Die Märtyrerin".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Frau Irene Triesch, die hier eine große Gemeinde hat, ist leider seit einer Reihe von Iahren unserer Stadt fern» geblieben. Es ist nun der Theaterleitung ge­lungen, die geniale Künstlerin zu einem Vortrags­abend im Stadttheater am Dienstag, 11. Rov., zu verpflichten. Frau Triesch wird Stellen aus der Bibel, sowie aus den Werken Grethes. Schil­lers und Hölderlins vortrag n. Interessenten wer­den gut tun, sich beizeiten Plätze durch Vorbestel­lung zu sichern, da bei der großen Beliebtheit der Künstlerin mit flattern Andrang zu dem Abend zu rechnen ist. Es sei darauf hinge­wiesen, daß die morgige Aufführung von Ibsens Rordischer Heerfahrt" die letzte des Werkes ist.

Deutscher Bund für christlich- evang. Erziehung. Morgen abend Vor- trag. (Siehe Anzeige.)

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** Kreisausschuß-Sih un g. Arn Frei- tagtroim'ttag findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses mit folgender Tagesordnung statt: Vergütung des Bürgermeisters und Besoldung der Gemeinke- beamten der Gemeinde Dillingen, bzw. der Ge­meinden Dettenhausen, Burkhardsfelden und Lauter.

** Die Handwerkskammerkosten- Umlage ist jetzt endgültig festgesetzt worden. Man beachte die heutige DÄanntrnachung der Stadtverwaltung.

** Wilhelm Plank f. Gestern nachmittag wurde auf dem Reuen Friedhof dir sterbliche Hülle eines verdienten Gießener Bürgers, des früheren Gerbermeisters und Lederhändlers Wil­helm Plank, zur letzten Ruhe bestattet. Der Heimgegangene entstammte einer alteingesessenen Gießener Bürgerfamilie, die schon seit dem 17. Iahrhundert hier das Gerberhandwerk betreibt und immer ein gutes Stück bester Dürgertradition vertrat. Im Iahre 1887 gliederte er feiner Ger­berei eine Leder Handlung an. Rach dem Kriege, im Iahre 1919, übergab er das Geschäft seinem Sohne. Durch das Vertrauen seiner Mitbürger wurde Wilhelm Plank im Iahre 1908 in die Stadtverordneten-Versammlung entsandt-, der er bis zum Iahre 1919 angehörte. Hier hat er sowohl im Plenum, wie auch in der Betriebs- und der ; Daudeputation stets mit Eifer zum Besten der j Stadt mitgearbeitet. Zahlreiche gemeinnützige Der- 1 eine zählten ihn zum Mttglied, und auch hier war er eine stets hochgeschätzte Persönlichkeit, deren aufrechtes und frohgemutes Wesen viele Bande der Freundschaft und Gefühle der Wert­schätzung auslöste. Das stattliche Trauergefolge bei der gestrigen Bestattung war dafür ein sicht­barer 2ms druck.

Bauamtmann R 01d T. Deute nach­mittag wird der am Samstag plötzlich verstorbene städtische Dauamtmann Wilhelm R 0 l d auf b2m Reuen Friedhof zur letzten Ruhe bestattet. Rach- dem sich der nun Entschlafene zunächst durch praktische Tätigkeit auf die technische Laufbahn vorbereitet hatte, besuchte er die Kunstgewerbr- schule zu Kassel, sowie die Landes-Daugewerk- schule zu Darmstadt, legte später die Prü­fung als mittlerer Daubeamter für Hessen ab und war dann in mehreren Bau- und Architektur- geschäften tätig. Hierauf trat er in den hessischen Staatsdienst über, wo er in Gießen bei dem Reu- bau des Phys.kalischen Instituts als Bauleiter beschäftigt war. Im Iahre 1930 wurde er von der Stadtverwaltung übernommen und fand hier bei den Reu- und Erweiterungsbauten des Elektrizitätswerks, dem Reub.iu der Höheren Mädchenschule und neuerdings bei der Errichtung von Wohnhausbauten reichlich Gelegenheit zur Entfaltung seiner Fähigkeiten als Baubeamter. Durch den jähen Tod hat sein arbe.tsreiches Leien einen frühen Abschluß gesunden.

* * Dienstjubiläum. Morgen,-'Donners­tag, begeht Herr Aug. Spitz, Hammstraße 19 wohnhaft, f ein 25jähriges Dienstjubiläum als An­gestellter der 2lllg. Ortskrankenkasse Giesen-Stadt.

< Heimkehr der Reichsbahndirek t i 0 n Trier. Die infolge der Ruhrbesetzung seit etwa l3/< Iahren hier untergebrachte Reichsbahn» direktion Trier hat Gießen mit dem größten JSetl ihrer Beamten wieder verlassen und ist nach Trier zurückgekehrt. Von dem etwa 200 Köpfe zählender. Personal befinden sich ungefähr noch 40 hier, bte das Rückkehrer- und Wohlfahrtsbureau vorerst noch auf einige Wochen aufrechterhalten. Die Trierer Herren waren a)ährend ihres langen Hierseins mit den Gießener Verhältnisse,1 und der Einwohnerschaft mit der Zeit eng verbunden, so daß der 2lbfchied zum Teil ein recht schwerer war. Manch innige Freundschaft ist geschlossen worden, was bei dem munteren Wesen des Rheinländers und dem b.ederen Oberhessen nicht schwer gefallen ein mag Die aus Heimat und Beruf Verdrängten fanden auf diese Art in etwas Ersah für ihren Verlust, sie lomtten sich hier heimisch fühlen. Mit dem Weggang eines so großen Stabes von Be­amten verliert Gießen, insbesondere die Geschäfts­welt, jetzt wieder einen nicht geringen Wirt- schastsfaktor. Mögen die Trierer Gäste Gießen in freundlicher Erinnerung behalten.

" Aenderung der Postkarten- große. Auf dem Postkongreß in Stockholm sind die Postvereinsländer übereingekommen, die im Weltpostverkehr für Postkarten bisher vorgesehe­nen Höchstmaße von 9 X 14 cm mit Wirkung vom 1. O/tober 1925 an heraufzusehen. Man hat sich auf die Höchstmaße von 10,5 X 15 cm geeinigt. Hieran ist aber die Verpflichtung geknüpft worden, die gleichen Höchstmaße auch für Postkarten des inneren Verkehrs der Länder festzusehen. Die bisher für den inneren deutschen Verkehr zuge­lassenen Postkarten mit den Höchstmaßen von 10,7 X 15,7 cm müssen daher abgeschasst werden. Der Aufbrauch der Bestände darf nur noch für eine gewisse Zeit gestattet werden. Mit der Verein­heitlichung dec Vordrucke werden alle Weiterun­gen beseitigt, die die Verwendung der für den inneren Verkehr zugelassenen Postkarten in der Größe von 10,7 X 15,7 cm im Verkehr mit dem Ausland häufig zur Folge hatte. Die Hersteller und Verbraucher von Postkarten werden gut tun, sich beizeiten auf die Steuerung einzurichten. Die amtlich ausgegebenen Postkarten werden in eini­ger Zeit, um die Einführung der genormten Pa­pierformate zu fördern, in der Größe von 10,5 X 14,8 cm (Größe DIN A 6) hergestellt werden. Den Postkartenherstellern wird empfohlen, sich diesem Vorgehen anzuschliehen.

ee Oeffentliche Bücherhalle. Im Ok­tober wurden 1500 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1055, Zeit­schriften 88, Iugendschristen 97, Literaturgeschichte 4, Gedichte und Dramen 24, Länder« und Völker- kunde 86, Kulturgeschichte 12, Geschichte und Bio­graphien 37, Kunstgeschichte 4, Raturwissenschaft und Technologie 48, Heer- und Seewesen 2, Haus­und Landwirtschaft 8, Gesundheitslehre 4, Reli­gion und Philosophie 15, Staatswissenschaft 3, Sprachwissenschaft 5, Fremdsprachliches 8 Bände. Aach auswärts kamen 13 Bände.

** Au s dem Gießener Standes­amt s r e g i st e r. Es verstarben in der Zeit vom 16. bis 31. Oktober: 16. Oktober Emilie Berg, geb. Iost, 79 Iahre alt, Dismarckstvaße 26. Katharine Hainer, geb. Stoll, 70 Iahre alt, Ka- planeigasse 5. Paula Frielrng, Sortiererin. 22 Iahre alt, Reustadt 59. 18. Oft.: Oswald Kissel, 2 Monate alt, Asterweg 29. 22. Oft.: Elisabeth Erna Liebermann, 7 Monate alt, Moltkestr. 24. 23 Oft.: Philipp Dauer II., ohne Berus, 80 Iahre alt. Licher S.vaße 74. 24. Oft.: Susanna Tropp, geb. Ärmster, Witwe, 83 Iahe alt, Rodheimer Straße 6. 28. Oft: Karl Will, 4 Stunden alt, Steinstraße 30. 30. Oft.: Emilie Geller, geb. Köp­per, Witwe, 67 Iahre alt, Wilhelmstoaße 47. 31. Oft: Katharine Klingelhöser, Geschäftsteil­haberin, 45 Iahre alt, Wettergasse 5. Anna Schumann, geb. Zahrt, Witwe, 53 Iahre altj Schottstraße 13.

** Markusgemeinde. Man berichtet uns: älnsere Gem-eindefeier am Sonntag war? aus allen Kreisen unserer Gemeinde so stark besucht, daß viele keinen Platz mehr fanden und wieder umkehren mußten. Auch von auswärts waren liebe Gäste gef^-mmen, viele Mitglieder der Frauenvereine Eberstadt und Treis a d. Lda. nahmen auf Einladung unseres FrauenverernS an der Feier teil. Schon vormittags um 11 Llhr hatte der Berkaus zum Besten unre- er Weihnachts­hilfe begonnen, und als die Feier um 2 Mr ansing, war fast alles verkauft und manches sogar nachbestellt. Es war eine Freude, all dir sch'me i praktischen Dinge zu betrachten, welche der Mar­kus- Fcauenverein in den letzten Mona'en an ge­meinsamen Arb itSabmden aus den mannigfa- e t Materialien amgefcrttqt hatte, die ihm von Ge­meindegliedern, besonders von un'eren Geschäfts­leuten, geschenkt worben waren. In burt'c Folge wechselten bei der Feier miteinander ab, Musik­vorträge des Posaunenchvrs Großen--Du'eck, der unter verständnisvoller Lei ung von Pf r. Kalb- Henn und stud. f >r. Kalbhenn Vorzügliches dar­bot, gemeinsame Lieder, Deklamationen und Auf­führungen der MäLchmvereini>,u-g, Reigen der Kinder. 3m Mit elpunkt ab.r stand ein Dortr^g von Frau Professor Frick überLu'hrr und die Familie", worin die Vortragende du ch Zeich­nung einzelner feiner Bilder die ausme k am hor­chende Versammlung einen tiefen Einblick tun ließ in ßutbevg F.milienl'ben mit Freud' und Leid. 3m Schlußwort banfie Kreisschul'at Fi­scher mit Ernst und Humor allen, die bei dieser schönen Feie, rnttgewirtt und sie vorbereitet hatten, und wies insbesoildere daraus hin, wie solche Veranstaltungen vorzüglich dazu geeignet feien,

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