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Steuerfälligkeiten

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unverzüglich in Kraft tritt, stellt die Frei­heit des Automobilverkehrs wieder

m a ch u n g und gründen machung einenVerein Machen."

Gießener Wochenmarktpreife

am 4. September. (Händlerpreise.)

Es kosteten das Pfund: Butter 210, Matte 35, Käse 40 bis 60, Wirsing 15, Weihkraut 15, Rotkraut 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10 bis 20, Römischkohl 8, Dohnen 20, älnter-Kohlrabi 8, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 15, Meerrettich 100, Kürbis 8, Pilze 20, Kartoffeln 5, Falläpfel 5, Aepfel 12 bis 15, Dirnen 15, Preiselbeeren 80, Brombeeren 50, Zwetschen 20, Mirabellen 25, Reineklauden 30, Honig 30, Suppenhühner 90; das Stück: Eier 15, Blumenkohl 150 bis 200, Salat 5, Salatgurten 10 bis 50, Einmachgurken 4, Endivien 10 bis 30, Ober-Kohlrabi 10, Lauch 10, Sellerie 40 bis 50, junge Hahnen 100 Pf.

Die Kämpfe in China.

R e u h o r k. 4. Sept. (Wolff.) Aus Shanghai wird gemeldet, dah eine regelrechte Schlacht zwischen den Streitkräften Tschekiangs und K i a n g s u s am gestrigen Vormittag etwa 12 Meilen von Shanghai entfernt an der Eisen­bahnlinie ShanghaiRa nking begonnen hat. Sie Schlacht hat mit dem Angriff auf die auf 10 000 Mann geschätzten Truppen Kiangsus angefangen, die, nachdem sie Decstärkungen er­halten hätten, in der Richtung auf Ronkrng weit vorgedrungen seien.

es macht wieder zuviel Rauch.-Ziun rann ne endlich die Erbsensuppe machen. Sie macht tüchtig Fett daran. Rachmittags muh sie Pflaumen einmachen. Inzwischen aber macht es sich bemerkbar, dah das Jüngste etwas in die Windeln gemacht hat. Run muh sie erst das Kind zu­rechtmachen. Dann muh sie aufpassen, dah die älteren ihre Schularbeiten machen. Sie haben auch wieder allzuviel Fehler gemacht und müssen alles noch einmal machen.

Ich will nur darauf aufmerksam machen, was so eine Denk- und Sprachfaulheit alles an­richten kann. Wenn ich jetzt nicht Schluß m a ch e, macht der Herr Redakteur auch nicht mehr mit.

I- An langen unsere Großn

der SHtssayrtpatente für den Ayem- verkehr erlassen worden waren. Die fünfte hebt verschiedene Deröffentlichungen bezüglich des Umlaufes von Rotgeld in den be­setzten Gebieten auf.

Rückkehr des Oberpräsidenten Fuchs.

Koblenz, 4. Sept. (WTD.) Der Ober­präsident der Rheinprovinz Dr. Fuchs, ist hier­her zurückgekehrt, um seine Dienstgeschäfte wie­der aufzunehmen. Er wurde von dem Ober­kommissar Tirard zu einer Besprechung ge­beten.

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Aus aller Wett.

Der Zeppelin fahrbereit.

Der gestrige Probelauf der Motoren des für Amerika bestimmten Zeppelinkreuzers hat ergeben, daß sämtliche Maschinen störungslos arbeiten. Die große Fernfahrt des Luftschiffes nach Norddeutschland wird voraussichtlich am Montag angetreten werden.

Beraubung einer Bahnkafse.

In der Rächt von Mittwoch auf Donnerstag drangen nach Abfahrt des letzten Personenzuges drei Männer in das Stationszimmer Wans­leben ein, bedrohten den diensttuenden Be­amten und raubten den Inhalt der Fahrkart enkasse. Zweihundert Goldmark fielen den Räubern in die Hände. Sie drohten den Beamten, ihn zu erschießen, falls er innerhalb der nächsten zehn Minuten seinen Posten verlassen würde. Die Ermittlungsversuche blieben ergebnis­los. Am Donnerstag früh fand man einen schwervercoundeten Monn, der angab, dah er von drei bewaffneten Männern überfallen und ausgeraubt worden sei. Man nimmt jedoch an, dah es einer der Räuber ist, der beim Streit umdie Deute verwundet würde.

Banderolendiebstuhl.

Schwelm, 4. Sept. (WTD.) Auf dem Zoll­amte in der Dahnhossttahr haben Einbrecher für 104000 Goldmark Ziga rettenbande- r o l e n gestohlen. Don den Tätern fehlt bisher jede Spur. Man nimmt an, dah es sich um eine Bande handelt, die im ßaufe des Iahres bereits in anderen Städten ähnliche Diebstähle ausgeführt hat.

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des älmsatzes. 1 Woche Schonfrist. Ein­kommensteuer - Vorauszahlung 1924 von Gewerbe und Bergbau auf Grund des August-älmsatzes. 1 Woche Schonfrist. Körperschafts st euer- Dorauszahlung 1924 wie bisher. 1 Woche Schonfrist.

15. September: Lohnsteuer (1. September-De­kade). Keine Schonfrist.

25. September: L o h n st e u e r (2. September-De­kade). Keine Schonfrist.

Landessteuern.

10. September: Vorauszahlung für staat­liche Gewerbe st euer: 60 Prozent der Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer­vorauszahlung (Schonfrist 7 Tage). Vorauszahlung für städtische Gewerbe st euer : 70 Prozent der Vor­auszahlungen für st a a t l. Gewerbesteuer (Schonfrist 7 Tage).V orauszahlung für vorläufige Gewerbe st euer für Kreis: i/8 des staatlichen Steuer­satzes (Schonfrist 7 Tage). Voraus­zahlung f ü r vorläufige Gewer­besteuer f ü r Provinz: Vic des staat­lichen Steuersatzes (Schonfrist 7 Tage).

Besonders bemerkt sei, dah im Monat Sep­tember weder staatliche Grund-, noch staatliche Sondersteuer zu leisten ist.

Kleine politische Nachrichten.

Der Chef der Marineleitung, Admiral Behncke beabsichtigt Mitte September an­schließend an die Herbstmanöver der Seestreit­kräfte von feineijt Posten zurückzutreten. Zu seinem Rachfolger ist der bisherige Ober­befehlshaber der Seestreitkräfte Vizeadmiral Zenker bestimmt.

*

Der völkische Abg. Din ter hatte auf dem nationalsozialistischen Parteitag in Wei­mar die Mitgliederder Reichsregie­rung beschimpft und zu Gewalttaten gegen sie aufgefordert hat. DemB. T." zu­folge hat die Reichsregierung die Prüfung des Materials abgeschlossen und die Akten dem Oberreichsanwalt übersandt.

*

Im Haag begannen Verhandlungen über die Flüssigmachung eines holländischen Lebensmittelkredites.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 5. Sept. 1924.

Ich mache nicht mehr mit.

Wo ich gehe und stehe, bei der Arbeit, im geselligen Kreise der Freurche, im trauten Glück der Häuslichkeit, bis in die wohlverdienten Träume des wohlverdienten Schlafes hinein ver­folgt es mich, diesesMädchen für alles" in unserer schönen, klangvollen, reichen Sprache, die­ses Verlegenheitswort eigentlich ja Tätigkeits­wortmachen". Da ist nichts zu machen, und da kann man auch nichts gegen machen; oder macht mir jemand einen Vorschlag, wie man es machen könnte?

Hört, wie es meinem Freunde, einem viel­beschäftigten^ Arzt, geht. Er will eine Serien­reife machen. Vorher hat er aber noch viel Krankenbesuche zu machen. In aller Herrgotts­frühe macht er sich schon aus dem Bette, da macht die Klingel im Wartezimmer schon Lärm, die Patienten machen sich herbei. Sie machen lange Gesichter, wenn sie warten müssen. Der Arzt macht sich aber nichts daraus. Er macht rechtzeitig Schluh, um sich bald auf den Weg machen zu können. Auf der nassen Straße macht er sich aber die Schuhe schmutzig, darum macht er lange Schritte, älnterwegs sieht er die Leute auf den Feldern Kartoffeln a u s - machen. Sein Konkurrent, derRaturheilkun- dige" Christian Vellchenblatt, macht sich aus dem Staube, weil er fürchtet, mit dem Staats­anwalt Bekanntschaft zu machen, wenn der Arzt eine Anzeige macht. Der macht aber kein Aufsehens davon, sondern macht, daß er nach Hause kommt. Dort macht er sein Mittags­schläfchen, macht sich dann mit den Postsachen zu schassen, macht sich Rotizen über die Praris. Es macht ihm Freude, daran zu denken, dah er heute abend noch einen gemütlichen Skat machen kann. Wie selten kommt es vor, dah er einen geruhsamen Spaziergang mit seiner Frau machen kann. Sie macht morgens gar nicht voran, wenn sie sich die Haare macht. Dann macht sie die Betten, macht das Zimmer in Ordnung, macht die Kinder für die Schule fertig, und dann macht sie schnell, dah sie das Mittagessen fertig mache. Da ist wieder einmal kein Holz klein gemacht, und sie kann 1 kein 5euer an machen. Endlich brennt es, aber

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Hoffentlich verfolgt diesesm a ch e n" nun auch andere Leute, dann bin ich den Plagegeist vielleicht los. Sie können sich dann an mich heranmachen, dann treffen wir eine Ab -- gehöriger Auf- Schuh gegen das

Lieber die Ernennung Gilberts zum ständigen Generalagenten erklärte Poung folgendes: Mit großer Befriedigung habe ich aus den Zeitungen die Wahl Gilberts zum ständigen Generalagenten erfahren. Wir könnten in den Vereinigten Staaten keinen besseren Mann finden, um diese schwere lastenreiche Auf­gabe zu übernehmen. Seine Erfahrung, die Lin- Parteilichkeit seines Llrteils, sein klarer Sinn und sein ferner selbstloser Geist bürgen für die er­folgreiche Durchführung seines 2untes.

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Verkehrserleichterungen.

Koblenz, 5. Sept. (Havas.) Im Ein­klang mit dem Schluhprotokoll der Londoner Konferenz und als Folge der ersten von der Repko" gemachten Feststellung hat die Interalliierte Rheinlandkvmmiffion unter dem Vorsitz des französischen Oberkommissars T i - rard die foforttge Veröffentlichung von fünf Ordonnanzen beschlossen. Die erste verordnet die Aufhebung der Zollerhebung an der Ostgrenze der besetzten Gebiete vom 9. September ab. Die zweite stellt unverzüg­lich die Freiheit des Personenver­kehrs zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiete wieder her. Die dritte, die ebenfalls

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Zu diesem ^rt

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" We rgibthilfsbedürftigenMit- bürgern Speisefreiplätze? Vom Ar­beitsausschuß der Winternothilfe wird uns ge­schrieben: Nachdem die hiesige Volksküche ge­schlossen ist, würde es lebhaft zu begrüßen sein, wenn sich Familien bereit erklärten, an gewissen Tagen der Woche bedürftige Erwachsene oder Kinder mit in Kost zu nehmen. So vielfach ver­schlägt es in einer Haushaltung nichts, ob noch ein oder zwei Personen mehr am Essen teilneh- men. In der letzten Sitzung des Arbeitsausschusses der Winternothilfe wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, dah es gelingen möge, für den Ausfall der Volksküche hierdurch einen gewissen Ersatz zu schaffen. Die Winternothilfe, deren Geschäfte beim Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Obergeschoß, Zimmer Rr. 14, geführt werden, ist zur Verrnitt-- lung gern Bereit und würde Anmeldungen von Speisefreiplähen dankbar entgegennehmen.

** Der Männert urnverein wird das Ehrenmal für seine im Weltkriege gefal­lenen 48 Mitglieder am kommenden Sonntag, vormittags UV- Ahr, in feierlicher Weise ent­hüllen. Das Denkmal ist auf dem neuen Turn- und Spielplatz des Vereins am Schiffenberger Weg (am Klingelbach) errichtet worden. Mit dem Verein haben in hochherziger Weise hie­sige Firmen und Privatpersonen opferfreudig dazu beigetragen, den gefallenen Helden ein würdiges Zeichen treuen und dankbaren Ge­denkens zu schaffen. Das Ehrenmal soll aber nicht nur ein Ausdruck der nie verlöschenden Dankbarkeit gegenüber den teuren Toten sein, sondern es soll auch allezeit ernst mahnend zu den Herzen der Turner, insbesondere der Her­anwachsenden Mannschaft sprechen, in opferbereiter Hingabe für das Vaterland im­mer denen gleich zu tun, die im Ringen für das Leben unseres Volkesim Geistö Iahns treu bis zum Tod" waren. Von diesem Ge­danken geleitet, hat der Verein das Denkmal gerade auf den Turnplatz gestellt, damit es dort mit seiner stummen und doch so be­redten Sprache immer aufs neue den Helden- gefft verkünden soll, der besonders auch in der Turnerschaft einen fruchtbaren Boden für alle, Zeiten besitzen wird. Gärtnerische Anlagen sind in bester Weise um das Denkmal herum angelegt worden und versprechen für die Zu­kunft, wenn die angepflanzten Bäume kräftig emporgewachsen sein werden, einen würdigen Heldenhain.

** Eine Steuer - Protest Ver­sammlung wird von drei großen Gießener WirtschastSverbänden im Anzeigenteil unseres heuttgen Blattes auf kommenden Sonntag- nacymittag in die Turnhalle am Oswaldsgar- ten einberufen. Man darf wohl als sicher an­nehmen, daß die Kundgebung in den wei­testen Kreisen der Bürgerschaft großes Inter­esse finden wird

Personalien. Ernannt wurden der emeritierte ordentliche Professor Dr Karl Kalb­fleisch zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 an zum ordentlichen Professor der klassischen Philologie an der Landesuniversität Gießen: der Lehrer Ludwig Mar steiler zu Watzenborn- Steinberg zum Lehrer an der Volksschule zu Wahlen, Kreis Alsfeld; der Lehrer Philipp Walther zu Fiischborn, Kreis Lauterbach. zum Lehrer an der Volksschule zu Villingen. Kreis Gießen; der Lehrer Otto Decker zu Villingen, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Oberau, Kreis Düdingen; der Lehrer Georg Walldorf zu Villingen, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Frischborn, Kreis Lauterbach; der Lehrer Wilhelm Volz zu Ober­au, Kreis Büdingen, zum Leheer an der Volks­schule zu Villingen, Kreis Gießen.

RDV. Die steuerliche Belastung des Logierbetriebes. Richt mit Unrecht wird von dem reisenden Publikum über die Höhe der Logierpreise getlagt. Es ist aber ein Trug­schluß, dafür die Logierwirte verantwortlich zu' machen und gegen sie den Vorwurf der lieber* teuerung zu erheben. Zum Beweis dafür teilt die Reichszentrale für Deutsche Derkehrswerbung" eine denDeutschen Hotelnachrichten" entnom­mene Logierpreisberechnung für Köln mit. Dar^ nach berechnet sich für ein Rachtlogis zum Preise von 6 Mk. in einem Hause mit 180 Betten und 60 Proz. Durchschnittsbesehung bei einem An­lagekapital von 1 900 000 Mk. die steuerliche Be­lastung für Rächt und Bett wie folgt: Städt. Herbergssteuer 30 Proz. 1,80 Mk., staalliche Umsatzsteuer 10 Proz. von 6 unb 1,80 0,78 Mk., Einkommensteuer IV, Proz. von 6 Mk. 0,08 Mark, Steuer vom Grundvermögen 0,21 Mk., Hauszinssteuer 0,46 Mk., Gewerbesteuer 0,10 Mk. Vermögenssteuer 0,31 Mk.; das sind zusammen 3,75 Mk. oder 48 Proz. Steuern für ein Bett und eine Rächt, die Gast unb Wirt auf eine Brutto- Logisrechnung von 7 80 Mk. zahlen. Weiterer Kommentar zur Aufklärung überflüssig.

* Flaschen, die Gift enthalten, können äußerlich nicht scharf genug gekennzeich­net werden. Wie die vielen Unglücksfälle infolge verwechselter oder unachtsam gehandhabter Gift­flaschen beweisen, genügt das bekannte Etikett mit dem Totenkopf und den drei Kreuzen nicht, vor dem Inhalt der Flasche zurückzuschrecken. In denDereinigten Staaten hat man sich nun die Aus­gabe gestellt, Behälter zu schaffen, die auf den ersten Blick ihre außergewöhnliche Bestimmung verraten und selbst im Dunkeln einen Mißgriff ausschließen. Die eine Flasche zeigt die gewöhn­liche Form, ist aber ringsherum mit Stacheln und Knoten besetzt, so dah nur ein vorsichtiger Gebrauch und Anfassen möglich ist; ein rasches, gedankenloses Zugreifen würde sich schmerzhaft rächen. Eine zweite Flasche besitzt bei viereckiger, flacher Gestaltung einen seitwärts angebrachten, quer umbogenen Hals. Eine dritte tragt sogar zwei verschieden lange Hälse auf dem hohen Körper und die vierte endlich verzichtet vollstän­dig auf die landläufige Flaschenfigur. Sie tritt als eine Art Gehäuse auf, das auf dem Kopf steht. Der Hals ist nur ganz kurz und erhält drei Stützen, so daß die oben eirunde Form eigent­lich auf vier Füßen ruht. Es wird also nicht nur das Auge in den Wachtdienst gestellt, son­dern auch der Tastsinn. Beiden vereint gelingt es schließlich, die Gefahren beim Umgehen mit flüssigen Giften herabzumindern, wenn nicht voll­ständig zu beseitigen.

Bornotizen.

Lageskalender für Freitag. Gabelsb. Stenogr.-Ver. v. 1861 und Damen­verein: 8V- Ahr im Kaufm. Vereinshaus Ver­einsabend. Hessische BUderbühne: Berg­sportfilmDer Berg des Schicksals". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße,Ich hatt' einen Kameraden". Astoria-Lichtspiele:Die Ge­schichte des Grauen Hauses" undDie Ver­geltung". Rundfunkhaus, Löberstraße: Vor­trag, dann Heiterer Abend.

Landkreis Gießen,

£ Wieseck, 5. Sept. Arn Dienstagabend machte die Gendarmerie in Gemeinschaft mit dem hiesigen Ortsdiener einen guten Fang, indem sie allem Anscheine nach einenschweren" Iungenfe st nahmen. Gegen 11 älhr beobach­teten Strahenpassanten einen jungen, gut ange­zogenen Menschen, wie er die gerade leere Wwis­st ube des Gastwirts Wilhelm Dorfeld filig betrat, direkt auf die Kaffe zu ging, unb nach einem kühnen Griff in dieselbe, der, wie sich nachher herausstellte, mager ausgefallen war, das Weite suchen wollte. Rach der einstweiligen Fest­nahme wurde er von der inzwischen herbeige­rufenen Gendarmerie und dem Ortsbiener einer näheren Betrachtung unterzogen, wobei sich her­ausstellte, daß er im Besitz einer Damenuhr unb eines Dolches war. Inzwischen ist fest- gestellt worden, dah der Inhaftierte, der aus Deckenbach stammt, die Damenuhr in Heu­chelheim gestohlen hat. Weiter konnte ihm nachgewiesen werden, daß er am Montag in Gießen ein Fahrrad stahl und es in Wieseck für 10 Mark verkaufte,weil er zwei habe". Zum Schluh steht er in dringendem Ver­dacht, sich auf allen Gebieten des Stehlens ver­sucht zu haben. Denn bereits am Samstagmorgen gegen 4 älhr versuchte er einen Einbruchs­dieb st a h l in einem Hause der Gießener Strahe, wo er von dem Hund und den Bewohnern ver­scheucht unb nun als der Täter wiedererkannt wurde.

U Annerod, 4. Sept. Am nächsten Sonw tag, nachm. Vk älhr, ist in der geräumigen unb stimmungsvollen Kirche unserer Gemeinde das Gu sta v - Advlf- Fest des Gießener Zweigvereins. Die Festpredigt hält Pfarr- Assistent Lic. Euler von Bad Rauheim, den Rechenschaftsbericht gibt Pfarrer Becker von Gießen. Der neugeschaffene Pvsaunenchvr von Grohen-Buseck und der Schülerchor der 1. Schulklasse wirken mit. Gegen 4 älhr Beginnt im Saale von Gastwirt Engelhardt die Rachver- sammlung, in der Pfarrer Kalb Henn von Großcn-Buseck sprechen wird, der früher von Lampertheim aus in der evangelischen Gemeinde Viernheim tätig war.

Saubringen, 4. Sept. Am nächsten Sonntag nachmittag 3 älhr findet hier im Gast­haus von Ludwig Weimer ein V or trag der Landwirtschaftskammer über das ThemaVer­mehrte Obsterzeugung durch sorgfältigste Sorten­wahl unb sachgemäße Pflege der Bäume" statt. Vortragender ist Obstbauminspeltor Wiesner von Gießen.

t Treis a. d. Lda., 3. Sevt. Der hiesige MännergefangvereinLiederkraii x,

Die Räumungssrage.

Stresemanns außenpolitische Absichten

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 5. Sept. (Drahtmeldung.) Reichs- auhenminister Dr. Etresemann wird seinen Ar- laub aus die Zeit von 14 Tagen beschränken und dann nach Berlin zurückkehren, weil er der Mei­nung ist, dah die außenpolitischen Fragen seine längere Abwesenheit von Berlin nicht dulden. Dr. Etresemann nimmt an, dah nach der Be­endigung seines Urlaubes die Koblenzer Verhandlungen der Reichsregierung und der deutschen Länder mit der Rheinlandkommis­sion soweit vorgeschritten, wenn auch vielleicht nicht völlig abgeschlossen sein werden, dah ein Ueberblick über die erreichten Ergebnisse möglich ist. Don der Entwicklung dieser Verhandlungen werden die weiteren außenpolitischen Schritte der Reichsreglerung sehr wesentlich abhängen. Dr. Etresemann will sein gegebenes Versprechen, daß die Londoner Vereinbarungen nicht das Ende, sondern nur den Anfang einer aktiven Außenpolitik zur Befreiung der besetzten Gebiete darstellten, durchaus einlösen, und würde für den Fall, daß in Koblenz befriedigende Ergebnisse nicht erzielt würden, persönlich eingrer- f e n, um bei den beteiligten Regierungen im Sinne der deutschen Forderungen vorstellig zu werden. Ebenso dürfte sich nach Ablauf dieser Zett Herausstellen, ob die französische Regierung loyal den Sinn und Wortlaut ihrer Zusage in bezug auf die wirtschaftliche und mili­tärische Räumung der Dortmunder Zone erfüllt hat. Dr. Etresemann hat, wie aus unterrichteten politischen Kreisen mitgeteilt wird, keinen Zweifel daran gelassen, dah er in jedem Fall, wo eine Verletzung dieser Zusagen vor. liegen würde, sofort die nachdrücklich st en Vorstellungen erheben würde. Er hält es je­doch nicht für angezeigt, bereits vorher auf das deutschnationale Drängen nach einem Abbruch der Verhandlungen einzugehen und sich dahin zu äußern, als seien die jetzt bekanntgegebenen Ter­mine eine Verletzung der Vereinbarungen. Man rechnet in politischen Kreisen damit, dah bei Be­ginn der neuen Reichstagstagung eine Erklä­rung der Reichsregierung im Plenum über die schiebenden außenpolitischen Fragen er­folgen wird. Rötigenfalls soll bei besonderer Dringlichkeit der Auswärttge Ausschuß des Reichstages bereits früher einberufen werden.

Owen Poung in Berlin. Die Ingangsetzung des Dawesplans. Pünktlich- leit auf Gegenseitigkeit.

Berlin, 4. Sept. (WB.) Der amerikanisch: Agent für die Reparationen, Owen V»ung, ist heute abend gegen 6y2 Uhr mit den Herren Gu11, Mac F a d h e a n unb Rufus Dawes in dem Pariser Schnellzug auf dem Bahnhof Friedrich­straße eingetroffen. Im Auftrage des Reichs­finanzministers hatte sich Oberregierungsrat Dr. Meyer zum Empfang eingefunden; ferner war. u. a. der amerikanische Geschäftsträger Rvbbins erschienen. Rach seiner Ankunft im HotelAdlon" empfing Owen Boung die Vertreter der Presse zu einer kurzen Besprechung und gab ihnen folgende Erklärung ab: Es muß in der ganzen Welt, be­sonders in Deutschland, ein Gefühl der Erleich­terung und Befriedigung auslösen, zu wissen, daß jetzt in Berlin einlätende Schritte unternommen werden, um das Londoner Abkommen über den Dawesplan in Wirksamkeit zm sehen. Ganz abgesehen von den Verdiensten D&er Mängel des Planes selbst, über die zu spre­chen man anderen überlassen muß, kann man sa- gpr, dah er bereits nicht nur die Grundlagen eines älebereinkommens zwischen den alliierten Regie­rungen, sondern auch eine Verständigung zwischen ihnen und Deutschland ermöglicht hat, eine wirk­liche Verständigung vonGleichberech- tigten nach ausführlicher Aussprache und wich- ttgen Konzessionen.

Ob Ker Plan so gut ist, wie seine begeisterten Befürworter glauben, oder so schlecht, wie seine schlimmsten Feinde sagen, ist nicht annähernd so wichtig wie die Frage, ob alle interessierten Län­der gewillt sind, ihn in Wirksamkeit zu setzen.

Wenn sie das sind, so wird der schlechteste Plan Erfolg Baben, wenn nicht, so wird der beste Plan fehlschlagen. Deutschland hat, ich freue mich, das sagen zu können, den erst en S chritt mit der Zahlung von 20 Millionen Goldmark an den Generalagenten getan. Das geschah mit einer Pünktlichkeit, die ein gutes Beispiel bildet. Ich bin sicher, die nächsten Schritte werden von den Alliierten mit der gleichen Pünktlichkeit ausgeführt. Richt der Plan, sondern der hinter ihm stehende Geist bezeichnet die erste Wendung zu einer Bessern Methode nach dem langen traurigen Weg, den

Reichssteuern.

September: äl m s a h st e u e r für August (Zah­lung und Voranmeldung nur von Betrie­ben mit im Iahre 1922 mehr als l1/2 Mil­lionen Mark älmsatz). Steuersatz 2V2 v- H-