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kablich der AUsfichrung des Sachverständigen- Planes du einer derartigen Debatte kommen zu lassen.

Die Anieihesrage.

Paris, 5. Aug. Wie demPetit Parisien" aus London gemeldet wird, hat Morgan sofort .bei seiner Ankunft in London gestern vormittag nicht allein mit seinen Teilhabern und amerika­nischen Sachverständigen, sondern auch mit den alliierten Delegierten Fühlung genom­men. Der Korrespondent des Blattes glaubt zu wissen, daß die Finanzleute der City zwar noch zögerten, sich mit den von der Konferenz vor­gesehenen Garantien zufriedenzugeben, dah aber Morgan diese Garantien für ausrei­chend erachte, um zusammen mit den übrigen amerikanischen Kreditinstituten einen Anleihe­abschnitt zu zeichnen, der bis zu 60 Prozent gehen könnte.

Aach einer Havasmeldung aus Washington sind die diplomattschen Vertreter Englands und Frankreichs aufgefordert worden, den Vorschlag zu machen, dah Herr Morrow, der Teilhaber des Hauses Morgan, als Agent für dis Zahlungen undals Vertreter im Kon­vertierungsausschuh gewählt werde. Es sei allerdings noch unbekannt, ob Morrow an- nehmen werde.

London, 4. Aug. DieTimes" meldet aus Aeuyork, in amerikanischen Vankkreisen verlautet, dah die in dem Dawes-Plan vorgesehene An­leihe von 40 Millionen Pfund Sterling i n - nerhalb eines Monats zur Ausgabe be­reit sein und dah die Hälfte davon in den Vereinigten Staaten aufgebracht werde. Die An­leihe werde, sowett sie in Amerika gezeichnet werde, von einem Danken-Syndikat, das so gut wie sämtliche grvhen Aeuhorker und Chicagoer Banken und Institute in allen Teilen des Lan­des einschliehe, übernommen werden. Die Ban­kiers versicherten, dah es noch zu früh sei, um die Bedingungen der Anleihe zu erörtern, dah jedoch die Zinsen hoch genug sein mühten, um die An­leihe für die amerikanischen Kapitalanleger an­nehmbar zu machen.

Die Besprechungen mit Staatssekretär Hughes.

(Eigener Informationsdienst.)

Berl in, 5. Aug. Heber die Besprechungen, die der amerikanische Staatssekretär Hughes während seines Aufenthaltes in Berlin m.t den führenden Mitgliedern der Reichsreg erung, ins­besondere mit dem Reichs-iuhenmini^er und dem Reichskanzler hatte, wird S t i l t s ch w ei gen g> wahct. Deutscherseits äuhert man sich aller­dings sehr befriedigt über den Verbau der Unterhaltungen mit dem amerikanischen Staats­mann. Man weist darauf hin, dah aus den Aeuherungen des Staatssekretärs Hughes das gröhte Interesse Amerikas an den künftigen wirt­schaftlichen Beziehungen mit Deutschland zu er­kennen war und dah die amerikanische Aeg erung das weitgehendste Verständnis für die gegenwär­tige politische Lage Deutschlands besitzt. Staats­sekretär Hughes scheint gegenüber den Fragen dec Londoner Konferenz dem deutschen>_an> 1 punkt, den ihm Minister Dr Stresemann aus- ernandersetzte, nicht unsympathisch gegenüber zu stehen.

Dor seiner Abreise empfing Staatssekretär Hughes in der amerikanischen Botschaft einem kleinen Kreis deuts cher Jour nalisten um in kurzen Worten seine Auffassung zu äußern. Msr Staatssekretär erklärte:

Es war mir besonders angenehm, zu einer l Zeit in Berlin zu weilen, wo eine so aus­gezeichnete Aussicht auf die Her­bst ellung einer Grundlage für die wirtschaftliche Wiedergenesung Deutschlands besteht. Wir in Ame­rika fr nd aufs höchste a n den Maß­nahmen interessiert, die diesem Zwecke dienen, und glauben fest daran, dah der Daw esplan den An­fang einer neuen Aera des Frie­de n s u n d derBlütein Europakenn- zeichnet. Es ist unsere innigste Hoffnung, dah dieser Plan schleunigst in Wirksamkeit gesetzt wird." i

Dawesplan und Arbeitszeit.

Ein Vorstoß der Gewerkschaften.

Dis Spitzengewerkschaften hatten gestern beim Reichsarbeitsminister Dr. Brauns eine Besprechung über die Ratifizie­rung des Washingtoner Arbeitszeitabkommens. Die Geweiischaftsvertreter betonten, dah mit der Annahme des Dawesgutachtens auch dessen sozialpolitische Auswirkungen, ins­besondere die Begrenzung der Arbeitszeit, ge- sehgeberisch klargestellt Werder mühten. Die Gewerkschaften forderten deshalb die beschleunigte parlamentarische Ver­abschiedung der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens, da sie andererseits auf Grund der bereits eingeleiteten Vorarbeiten einen Volksentscheid herbei­führen würden. DerReichsakbeitsminister erklärte, dah die Reichsregierung beretts bei dem nächsten Zusammentreten des Reichstags die zur Ratifizierung des Washingtoner Abkom­mens gestellten Interpellationen beantworten werde. Der von den Gewerkschaften gebildete Ar- bcitsausschuh, der sich mit den Vorbereitungen zu einem Volksentscheid zu befassen hatte, wird zu­nächst die Erllärungen des Reichsarbeitsmunsters im Reichstag abwarten, bevor er weitere Be­schlüsse fassen toirb.

Bayern

und die Verfassungsfeier.

Ein Protest des republikanischenReichsbanners".

Der Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold richtete an die Reichs­regierung zu Händen des Reichsministers des Innern, Jarres, ein Schreiben, worin der Bund gegen das Verbot öffentlicher Feiern am Verfassun gs tage in Bayern protestiert, da die bayrische Re­gierung mit dem Verbot der verfassungstreuen Bevölkerung die Möglichkeit nehme, für die Er­haltung der gegenwärtigen Staatsform öffentlich zu werben. Das Reichsbanner Echwarz-Rot-Gvld bittet daher die Reichsregierung, allen Cinfluh des Reiches aufzubieten, um die bayrische Regierung zu veranlassen, die Feiern am 10. und 11. August als solche zu erklären, die im allgemeinen In­teresse des Staates und Volkes liegen und die nach den Bestimmungen der bayrischem Regierung unter freiem Himmel stattfinden können.

Die Leiden des besetzten Gebiets. Tollwutanfall eines französischen

Offiziers.

Griesheim a. M.. 4. August. lWTD.) Schwere Ausschreitungen gegen die Pas­sagiere eines Personenzuges verübte gestern nach­mittag auf der hiesigen Station ein junger französischer Offizier. Er rih zahl­reichen Passagieren, die ihn angeb­lich auf sein Verlangen nicht gegrüßt hätten, die Mützen und Hüte vom Kopf und warf sie aus den Fenstern des Zuges. Mehreren anderen Personen, von denen er vermutete, daß sie das Frankfurter Bundes-Radsahrsest besucht hatten, zerriß er d i e P ä s s e.

Neue Ausweisungen.

Wiesbaden, 4. Aug. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat die Ausweisung von 5 hier wohnenden Personen ver­fügt, unter denen sich auch zwei Eisenbahnbeamte befinden: auch der im Jahre 1922 wegen angeb­licher Spionage zu Anrecht zu 5 Jahren Gefäng­nis verurteilte und unlängstbegnadigte" Re- gierung£rat Dr. Prange wurde ausgewie­sen.

Der Generalstreik in Ost-Oberschlesien.

Kattowih, 4. August. (WTB.) Zur Streiklage in O st-Oberschlesien ist zu berichten, dah die Kommunisten nach den Feststellungen der Woiwodschastsp'olizei eine leb­hafte Agitation entfalten und auf den ver­schiedenen Werken Sturmtrupps zu bilden versuchen. Auf den Rybniker Gruben seien die Beamten, die Rvtstandsarbeiten verrichteten, be­schossen worden. Einzelne Flugblattverteiler wurden verhaftet.

DieAbrüstung" bei den Andern

Japan bestellt 140 000 M.-G.'s

London, 4. Aug.Westminster Galette" zufolge hat die japanische Regierung bei der Firma Vickers 140 000 Maschinengewehre bestellt.

Jur Erneuerung der Mieum-Derträge.

Anser wirtschaftlicher Mitarbeiter im Ruhrgebiet schreibt:

Das Micum-2lbkommen 'ist, unter Auf­rechterhaltung seiner grundsätzlichen Bestim­mungen, weiter verlängert worden. Diese Tat­sache ist wieder ein Beweis dafür, dah Frank­reich und Belgien die billigen deutschen Re- Parationskohlenlieferungen solange, wie es die jetzigen Zustände irgendwie gestatten, unter allen Amständen weiter beziehen möchten, um mit ihrer Hilfe ihrer Schwerindustrie die preis­unterbietende Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu erleichtern. Dabei spielt für diese Länder keine Rolle der Amstand, dah bei ihnen die Kohlenläger schon überfüllt sind. Das gleich- zeittg die deutsche Wirtschaft durch die enor­men Anforderungen weiter geschwächt wird, ist für Frankreich und Belgien nicht unerwünscht.

Gemäß dieser Sachlage geht unser Inter­esse dahin, die Rotwendigkeit des baldmög­lichen Verschwindens der Micum immer wie­der zu betonen, zumal auch in dem Sachver­ständigengutachten ihr Abbau vorgesehen ist. Die bisherige deutsche Takttk des Entgegen­kommens hat leider Erfolge nicht erzielt. So hat man z. B. Ende Juni von deutscher Seite die Micumverträge weiter verlängert, um die Lage des Kabinetts Herriot zu erleichtern, in der Hoffnung, daß bei den späteren Verhand­lungen Entgegenkommen gezeigt würde, vor allem in der Richtung einer Erwägung dar­über, wie die Finanzierung erleichtert wer­den könnte. Diese Hoffnungen sind falsch ge­wesen. Die Micum denkt nicht an irgendwelche grundsätzlichen Erleichterungen. Desto größer ist wie bereits gesagt unser Interesse an ihrer baldmöglichsten Ausschaltung. Dabei sei ausdrücklich bemerkt, daß wir an einem längeren Aebergangsstadium kein Interesse haben, da alle Aebergangsmaßnahmen die Gefahr in sich tragen, daß der bisherige Zu­stand mit einigen formellen Abweichungen be­stehen bleibt. Anftr Interesse geht vielmehr dahin, daß von einem bestimmten Zeitpunkt ab die bisherigen Verhältnisse auf einmal be­seitigt werden. In der jetzigen Gestalt ist die Fortführung des MicumshstemS jedenfalls un­möglich. Micurn ist für das besetzte Gebiet gleichbedeutend mit Zwang. Die Art der Ver­teilung der einzelnen Kohlenlieferungen durch die Micum auf die Zechen hat zur Folge, dah der ftüher durch das Syndikat mögliche Ausgleich in der Belastung nicht mehr mög­lich ist. Jetzt ist eS so, daß die meisten Zechen ihre besseren Kohlensorten ohne Bezahlung an die Micum abliefern müssen, während sie ihre weniger guten Sorten auf dem freien Markt nicht unterbringen können. Durch dieses System entsteht der deutschen Wirtschaft ein großer Schaden, ohne daß der anderen Seite ent­sprechend genützt wird. Don 450 000 Berg­arbeitern im Ruhrrevier müssen jetzt schon jeden Tag 5075 000 feiern, eine Zahl, die in den nächsten Tagen auf 100 000 sich erhöhen wird; auf der Tonne verkaufsfähiger Kohle ruht nach eigener französischer Berechnung eine Micumlast von 8,8 Mk so daß insgesamt eine Verschuldung des Ruhrbergbaues von über 600 Millionen Mark, d. h. V4 des Ver­mögens, entstanden ist; Allein die Verzinsung

dieses Betrages ist gleichbedeutend mit dem Wert von ungefähr 450 000 Waggons Kohle.

Vei Inkrafttreten des Sachverständigen­gutachtens ist mit wesentlichen Aenderungen des MicumshstemS zu rechnen. Das Gutachten sieht vor, daß in Zukunft ein ReparattonS- zahlungsagent die Verwendung und Verwer­tung unserer Zahlungen bestimmt. Er setzt fest, welche Sachleistungen mit den zur Verfügung stehenden Beträgen finanziert werden sollen; daher kann er, falls die Reparattonskommis- sion höhere Kohlenlieferungen verlangt, deren Ausführung verweigern, wenn die zur Ver­fügung stehenden Beträge nicht ausreichen. Die seitherige einseitige Festsetzung der Koh- lenmepgen durch die Micum bzw. die Repara­tionskommission wäre also nicht mehr möglich. Abgesehen von dieser grundsätzlichen Aende- rung des MicumshstemS müssen wir auch noch dahin kommen, dah in Zukunft nur die Menge und die Sorten angefordert werden, während die Verteilung uns überlassen bliebe. Damit würden die bisherigen sehr kostspieligen Ein­griffe in die Zechenbetriebe aufhören; da das Sachverständigengutachten genug Garantien für die Durchführung der deutschen Sachlei­stungen vorsieht, könnte sich die Gegenseite mit mit einer Kontrolle >der Qualitäten auf den Zechen begnügen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 5. Aug. 1924.

Kaltes Trinken.

Wenn die Sonne es recht gut meint und sich die Menschen auf den Serienreifen und Wande­rungen ungewohnten Anstrengungen aussehen, spielt der Durst eine große Rolle, und mit ihm kommt meistens auch die Frage nach seiner Be­friedigung, nach dem Trinken, zur nicht immer einheitlichen Erörterung Der Durst auf Märschen und nach körperlichen Anstrengungen kann ver­schiedene Arsache haben. Erstens verbraucht der Körper Wajser bei angestrengter Muskelar^ü, da er es in Form von Schweiß zum Zweck der Ab­kühlung und Verhinderung einer inneren Aeber- hitzung ausscheidet. Diesen Durst kann man, als Gew^bsdurst bezeichnen, d. h das Musk l ewebe, das Blut ufa>. haben das Bedürfnis nach Wasser. Des weiteren kommt ein Durst gefühl zustande, wenn die Schleimhäute des Mundes und Rachens trocken werden, was immer dann eintritt, wenn der Mensch bei körperlichen Anstrengungen, Mar­schieren, Klettern, Radfahren usw. nicht ausschließ­lich durch die Rase atmet. Schließlich kann auch der Staub ein Durstgefühl bewirken, auch hier ist es wohl eine gewisse Trockenheit in Mund und Rachen, die das Verlangen nach Wasser bewirkt. Der Gewebsdurst mutz natürlich durch Zufuhr genügender Mengen Wasser befriedigt werden, während die Trockenheit der Schleim­häute zwar auch eine Befeuchtung nötig macht, aber durchaus nicht vorausseh t, daß man das hierzu verwandte Wasser auch tatsächlich schluckt. Ia, es genügt oft, ein Speichel anregendes Mittel anzuwenden, um diese Form des Durstes erfolg­reich zu bekämpfen. Hierher gehören in erster Linie mechanische Reizmittel. Ein bekanntes und bewährtes Dolksmittel besteht darin, dah man einen Pflaumenkern in den Mund nimmt, die mechanische Reizung der Wangenschleimhaut be­wirkt eine reichlichere Speichelabsonderung und verhindert so das Trockenwerden der Mundschleim­haut. Statt des Pflaumenkerns bedient man sich zioeckmähiger eines Stückes Kaugummi, das vor­teilhaft noch mit Pfefferminz imprägniert sein kann. Was die Wasserzufuhr zur Stillung des wirklichen Durstes anlangt, so muh als erste und wichtigste Regel gelten, nur kleine Mengen auf einmal zu nehmen und keinesfalls zu kalt zu trinken. Es besteht eine große Scheu, wenn man heiß ist, überhaupt zu trinken. Diese Scheu ist unbegründet. Es ist ganz unschädlich zu trinken, auch wenn man erhitzt ist, nur müssen es ganz kleine Schlucke sein, die man zu sich nimmt. Die eingeführten falten Wassermengen müssen so llein fein, daß sie auf ihrem Weg zum Magen ge­nügend erwärmt werden können. Wasser zum Trinken soll nicht unter fünf Grad Celsius Tem­peratur haben. Eine geringere Temperatur er­frischt nicht mehr und ist. für den Magen fraglos schädlich.

Im Zeitalter der Preisausschreiben.

Alk oder Betrug?

In einem Darmstädter Blatt stand unlängst folgende Anzeige:K o n d e r QL-®. Groh-Am- stadt liefert zu Reklamezwecken gegen Einsendung einer Rentenmark bis zu einer nahen Frist porto­frei eine Handmaschine zum Rähen, einen Hosen Halter und eine alteLitvgraphie." Man erhielt hieraus eine Rähnadel, einen Hvsenknop f und eine gebrauchte Brief­marke zugesandt. Als Unternehmer dieses eigen­artigen Geschäftes wurde ein Darmstädter Kunstmaler ermittelt, der in der Rähe von Groh-Amstadt seine Sommerfrische verbringt. Er gibt an, Laß es sich um einen Scherz gehandelt habe, er hätte die Absicht, den Geschädigten das Geld zurück^uerstatten. Gegen den Kunstmaler ist nun -aber ein Verfahren wegen Betrugs ein» geleitet worden. Der Mann ist gut!

*

** Ernennungen. Durch Entschließung des Hessischen Landesamts für das Bildungswesen vom 29. Juli wurden Professor Dr. Ebel, Di­rektor der Aniversitäts-Dibliothek, und Professor Dr. Frölich an der Landesuniversität Gießen zu Mitgliedern der Historischen Kommission er­nannt Am 31. Juli wurde ernannt der Vor­stand der Landwirtschaftlichen Schule zu Lich Landwirtschaftsrat Dr. Heinrich May mtt'Wir­kung vom 1. Juli 1924 an zum Vortragenden Rat bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft mit der Amtsbezeichnung Oberlandwirtschaftsrat".

** Die drohende Kartoffelkäfer- Plage. Das Kreisamt bringt im neuesten Amts- verkündigungsblatt folgendes zur Kenntnis der Bürgermeistereien:Rach Mitteilung des deut­schen Botschafters in Frankreich muß ungefähr ein Viertel des gesamten Flächeninhaltes Frank­reichs als vom Kartoffelkäfer verseucht ober scuchenverdächttg gelten. Es maß daher die Ge­fahr des lieber greifend des Schädlings auf Deutschland als überaas nahegerückt angesehen werden. Mit allen Mitteln ist auf rec^etttge

Feststellung des Schädlings aaf deutschem Gebiet hinzuwirken damit ferne Aasrottung möglich ist, bevor er überhand zu nehmen vermag. Wir empfehlen Ihnen, die Landwirte auf die große Gefahr aufmerksam za machen und dieselben auf- zufordern, jede Beschädigang ihrer Kartoffelfelder sofort dem zuständigen Landwirischastsamt zi melden." Anmerkung der Redaktion: Wir weisen unsere kartoffelanba lenden Leser auf den ArtikelMittel und Maßnahmen zur Be­kämpfung des Koloradokäfers" hin, den wir m unserer landwirtschaftlichen Rubrik rn Rr. 168 vom Samstag, 19. Juli, veröffentlicht haben. In diesem Artikel gibt ein zuständiger Fachmann wertvolle Winke zur Bekämpfung des Schädlings.

**DeratungsstellefürGeschlechts- kranke. Die Land es Versicherungsanstalt Hessen hat beschlossen, die Beratungsstelle für Geschlechts­kranke in Gießen wieder zu eröffnen. Die Bera­tungsstelle befindet sich in der Aniversitäts-P oll- klmik zu Gießen, Klinikstrabe 40. Sprechstunden für Männer und Frauen arbeitstäglich von 9 bis 12 Ahr vormittags.

** Cinigewichtige Entscheidungen zur Frage der Hypothekenaufwer­tung. Rach einer Meld ang derDetttschen Allge­meinen Zeitung" hat das Bayerische oberste Can» desgcricht in München in der Frage der Hypv- thet'enaufWertung beschlossen, daßPaPierrnarkhypo- theken, für die Löschungsbewilligung von den Gläubigern nur unter Vorbehalt erteilt ist, im Falle schon erfolgter Löschung auf den einseitigen Antrag des Gläubigers im Wege des Berichti­gungsverfahrens als Papiermarkhypotheken in ursprünglichen Nennbetrag wieder in das Grund­buch eingetragen werden müßen, so daß sie in gleicher Höhe wie die anderen Hypotheken auf­gewertet werden können.

** Falsche Einmarkstücke sind ir letzter Zeit aufgetaucht. Sie bestehen aus Die und Zinn, fühlen sich fettig an und haben einen matteren Glanz. Die Prägung ist unscharf, gegen den Rand zu fehlt das Eichenlaub. Das falsche Geld trägt das Münzzeichen A.

** Leichenländung. Heute vormittag 7V- Ahr wurde am Lahn-Wehr bei Burks Mühll eine unbekannte männliche Leiche gelandet. Der Anbekannte, etwa im Alter von 3035 Jahren, ist 1,70 Meter groß, von mittlerer Statur, hat kurzgeschnittenes blondes Haupt- und Barthaar und ein volles Gesicht. Er trägt einen dunkel- grauen, fleintarrierten Anzug, weiß leinenes Hemd, Sportkragen mit dunklem Selbstbinder, graue E-ocken und schwarze Schnürstiefel. In feinem Rock befand sich eine schwarze Brieftasche mit 1,20 M. Inhalt, ferner zwei weiße Taschentücher, auf dem einen steht die Rümmer 295, auf dem anderen das Monogramm Dr. F. H. Die Leiche hat nur einige Tage im Wasser gelegen. Sach­dienliche Mitteilungen zur Feststellung der Per­sönlichkeit des Toten und der Amstände seines Endes werden an die Kriminalpolizei erbeten.

'LZornvNzcn.

Tageskalender für Dienstag. Rundftmkhaus, Lobecstraße: Ad 8 Ahr Vortrag. Konzerte, Berichte.

Abschiedskonzert der R eichs -> w e hrkape11e. Man schreibt uns: Am den viel- seittgen Wünschen der Konzertbesucher gerecht zu werden, hat sich Herr S t e ck en (Liebigshöhe) ent« schlossen, ein Abschiedskonzert der Reichswehr­kapelle vor dem Ausrücken auf den Truppen- Aebungsplch) Münsingen zu veranstalten. Da es nicht möglich war, alle Besucher des 8. Abonne- mentskonzertes in den ©aal der Liebigshöhe auf­zunehmen, wird auf Wunsch das Schlachtenpot. pourri unverkürzt wiederholt. Außerdem werden einige alte historische Märsche auf den Herold­trompeten gespielt werden. Die übrige Programm» ausstellung ist äußerst geschickt gewählt. Dis An- fang Oktober ist keine Aussicht mehr, ein Konzert unserer Militärkapelle zu hören.

Wettervoraussage

Wolkig bei mäßiger Wärme, Winde auf nord» liche Richtung drehend, strichweise noch Regenfälle

Kreis Friedberg.

Friedberg, 2. Aug. Der 30 Jahre alte Kaufmann Julius Hammel von hier, der am Donnerstag nachmittag zum Einkasiieren von Ge­schäftsgeldern nach Steinfurth fahren wollte, wird seitdem vermißt. Er ist gegen 6 Ahr abends an der Bahn gesehen worden, in Stein­furth aber nicht eingetroffen, es konnte aach nicht sestgestellt werden, ob er abgefahren ist. Hammel ist etwa 1,68 Meter groß, hat schwarze Haare, schwarze Augen und ist glatt rasiert. Bekleidet war er mit dunkelgrauem Anzug, weißem Leinen­hemd mit Fältchen, weißem Sportkragen und dunk­ler Krawatte. Er hatte graue Socken und schwarze Schnürschuhe an und trug dunkelgrauen Filz hup Zweckdienliche Mitteilungen erbittet die hiesige Kriminalpolizei.

Kreis Schotten. ,

s^s Laubach, 3. Aug. Die außerordent­liche Hauptversammlung des hiesigen Schühenverei ns, die gestern abend tm Schützenhof stattfand, war durch die große Zahl der Besucher ausgezeichnet. Prof. Dr. R o e s ch e n, der in diesem Jahre eine Schrift über denLau­bacher Ausschuß" (Gießen, bei der Drühl'schen Aniversitäts-Duch- und Steindrackerei R Lange) veröffentlicht hat, gab auf Grund eingehender Forschungen im ©räft. Solms-Lau bachischen Archiv und im Laubacher Stadtarchiv einen Acberblick über die Geschichte der Laubacher Büchsenschühen-Gesellschaft". Er wies nach, daß eine solche Bereinigung in Laubach seit 1540 ununterbrochen bestanden und daß vor 50 Jahren (was als Gründungsjahr bisher galt) nur eine neue Konstitution" stattgesunden habe. Die Schühcnbrüder M ö 11 und Enders bestätigten dies nach mündlicher Aeberlieferung durch ihn Väter und Großväter, die stets betont hätten, dah in Laubach stets eineSchieß-Gesellschaft" gewesen sei. Prof. Dr. Roeschen gab darauf die Anregung, als Gründungsjahr das Jahr 1540 anzusehen. Der Schützemneister (Maler Rühl) stellte einen solchen Antrag und eröffnete die Aussprache. Nach längeren Erörterungen wurde der Antrag einstimmig angenommen und das Jahr 1940 als 400. Iubiläumsjahr bestimmt. Auch wurde beschlossen, jetzt schon einen Aus­schuß mit den Vorbereitungen za einem großen historischen Festzug zu betrauen, wozu ein reiches Material an alten Waffen und Ausrüstun­gen vorhanden ist.

Starkenburg und Nheinhessen.

* D armsta d t, 3. Aug. Die Gedenk« feier für die Opfer des Weltkrie­ges fand hier auf -Ce.uniajung der Stad wer-.

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