Nr. 105 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Montag, 5. Mai 1924
K3280BJ
87. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
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von und noch
Nachdem die Diirge in Asien geordnet, _____
IsenBrandt nach Berlin zurückberufen worden und
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Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.
Aus unserem Leserkreis wird uns eine der bedeutendsten deutschen Wochenzeitschriften Südafrikas, der in Pretoria erscheinende „De u t sch - Af r r ka n e r" zugesandt, dem wir einen 2lrtifel Friedrich Carl vom Drucks entnehmen. Die interessanten Darlegungen zeigen, unter welchen weltpolitischen Gesichtspunkten Deutsche im Ausland die augenblickliche Mächtekonstellatvon betrachten und welche ausschlaggebende Rolle sie Deutschland auch nach seiner Niederlage zumessen.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Dienstag, 6.: Tosco.
Mittwoch, 7.: Die Jüdin. Donnerstag, 8.: Die Zauberflote. -Freitag, 9.: Amelia, oder: Ein Maskenball- Samstag, 10.: Carmen. Sonntag, 11.: Siegfried. — Schauspielhaus. Dienstag, 6.: Palme, oder Der Gekränkte. Mittwoch, 7.: Wilhelm Dell. Donnerstag, 8.: Wilhelm Dell. Freitag. 9-: Russisches Ballett-Gastspiel von Claudia Ijsatschenko mit ihrer Tanzgruppe. Samstag, 10.: Macbeth. Sonntag, 11.: Wilhelm Teil.
in das Direktorium der E. S. C. eingetveten. Nach jenen sensationellen und politisch so einschneidenden Vorgängen war er von den Berichterstattern der großen internationalen Presse bestürmt worden, die ihn, den neuen St. Georg, den Drachen- toter, wie ihn der Dolksmund nannte, interviewen wollten.
Doch kein Wort war über seine Lippen gekommen. Auch jetzt, nachdem bereits mehrere Monate vergangen waren, verlautete nichts Näheres über seine wunderbaren Entdeckungen, liebereinstimmend hatten sich natüackich die gelehrten Köpfe jeder Art dahin geäußert, daß diese Entdeckungen in ihrer Anwendung einen völligen Wandel der Weltwirtschaft zur Folge haben mühten. In ununterbrochenen Artikeln beschäftigte sich die Presse der ganzen Erde damit und erschöpfte sich in Vermutungen, ob und wann diese Erfindungen zur allgemeinen Kenntnis und Anwendung kommen würden.
' aUmsetzung folgt.)
I
Der aml.rikanische Senator Doräh hat am 7. Januar den Staatssekretär Mellone über die Höhe der französischen Schulden gegenüber den Vereinigten Staaten befragt und folgende Antwort ethalten: Die Gesamtschald beträgt 2 997 800 000 Dollars. Zurückgezahlt wurden 64 212 568 D)l- lars. Verbleiben als Schulden 2 933 265 231 Dollars. Rückständige Zinsen 779 621 604 Dollars. Darauf abgezählt 129 570 376 Dollars. Verbleiben noch Zinsschuldei 650 051228 Dollars. Zwischen 1929 und 1930 hat ferner Frankreich für die Schiffsmater«alien 407 341 145 Dollars zu be- zähl.n. Die Gesamtschutd beläuft sich demnach auf 3 990 657 605 Dollars.
Staatssekretär Mellone erinnerte sodann an die gescheuerten Verhandlungen wegen der Rückzahlung der Schulden, öie mit dem französischen Delegierten Parmentiers geführt wurden, u.id schloß, daß die amerikanische Schuldenkonsolida- tions-Kommission ihre Anstrengungen fortsetzen wolle, um die Rückzahlung der genannten Beträge zu erzielen.
Amerika will seine Anstrengungen „fort- fetzen"! Es will aber nichts Entscheidendes tun, trotzdem die Vereinigten Staaten — wie wohl jedermann kbar jst — es in der Hand hätten, Frankreich zu zwingen.
Warum tut es nichts in &er Richtung? Um daS verstehen zu können, muß man seinen Blick auf die Ereignisse wenden, die als beabsichtigte und unbeabsichtigte Folgen des hinter uns liegen- , den Weltkrieges die Geschicke fast aller Völker und Staaten der Welt ntehr oder weniger stark gewandelt haben. Eben darum trägt dieser gewaltigste Krieg, den die Weltgeschichte bisher kannte, mit Recht den Namen des Weltkrieges. Die stärkste Weltmacht vor dem Kriege war England. die stärkste Macht war es auch innerhalb der angelsächsischen Welt. Zwei Widersacher be- dröhten seine Weltmachtstellung: Deutschland und Amerika. Don diesen Rivalen erschien England das Deutsche Reich als der schwächere Gegner, weshalb es seine Erledigung durch die 1904 begonnene Einkreisung vorbereitete. Helfer fand es in Frankreich, Rußland und Italien sowie in denjenigen Dallanstaaten, die ein Interesse an der Zertrümmerung Oesterreichs hatten. Cs zeigte sich nämlich immer deutlicher, daß Deutschland nicht ohne gleichzeitige Zertrümmerung Oesterreichs besiegt werden konnte. Und ohne diese Möglichkeit wäre der Feindbund kaum auf Rußland, Italien und Serbien auszudehnen gewesen. Oesterreich war gegen das Deutsche Reich nicht als Bundesgenosse zu gewinnen, neutral aber - durfte es unter kernen Umständen bleiben, weil sonst die von Anfang an beschlossene Blockade Deutschlands unmöglich gewesen, der Feindbund also überhaupt nicht zustande zu bringen gewesen wäre. Amerikas war man von vornherein sicher aus Gründen wirtschaftlichen Wettbewerbs. Es wird sich aber noch zeigen, daß auch ein wichtiger, rnachtpclitischer Grund die Haltung Amerikas gegen Deutschland von Anfang an beeinflußt f>at.
Cer Weltkrieg endete zwar mit der gewollten Zertrümmerung Oesterreichs, und auch Deutschland erlitt die beabsichtigte Niederlage, doch nahmen Anfang und Ausgang des Krieges einen gatiz anderen Verlauf, als der Feindbund angenommen hatte. Cs zeigte sich nämlich, daß I man trotz aller nur möglichen Sicherungs-Berech- tzung<n die Stärke Deutschlands noch unterschätzt Hatte. Das war, abgesehen von dem Schicksale das Rußland infolgedessen traf, ganz besonders peinlich für England. Es hätte zwar seiner bekannten Perfidie gar nichts ausgemacht, als die Sache von vornherein schief ging, seine Bundesgenossen glatt im Stiche zu lassen, doch mußte es dann fürchten, daß unter Führung Deutschlands seine bisherigen Bundesgenossen gegen England gemeinsame Sache machten. So mußte es, ob es wollte oder nicht, sich ganz anders am Kriege beteiligen, als es ursprünglich,, schon seines Verhältnisses zu Amerika wegen, beabsichtigt hatte. England muhte nämlich mit wachsendem Schrecken bemerken, wie willkommen es Amerika war, daß gerade England immer stärker sich engagieren mußte, und daß Amerika erst dann aktiv
Wirtschaft.
Unglaubliche Konditionen der Textilindustrie.
Der Verband des Einzelhandels von Groh» ? Fundamentalgesetz
kaufmännischer Vertragstreue verstoßend verlangen Lextilwarenfabrikanten bzw. deren Or- 9^niKrlOcnren' für laufende, zu festen Preisen abgeschlossene Auftrage die am Tage des Der» sendens der Ware gültigen Preise berechnet wer- oen. Wer sich dem- Diktat nicht fügt, erhält keine Ware. Forderungen effektiver Devisen für Textil- waren sind an der Tagesordnung. Die Seidenwarenfabrikanten fordern netto Kasse Zahlung in Rentenmark, Do I r chotzanweisungen oderPa ier- matl lungeredjnet zum Berliner Kurs, sofern er 2luslandsparität der Züricher Börse entspricht, am Tage der bankmäßigen Verfügung. Die eingehenden Zahlungsmittel müssen zur Beschaffung der Schweizer Franken für den Fakturenbetrag ausreichen. Eine etwaige Geldentwertung geht zu Lasten des Bestellers. Die Krefelder Seidenwebereien fordern zu 100 Proz. Devisenzahlung, obgleich höchstens 25 Proz. des Verkaufswertes zum Einkauf der erforderlichen Rohstoffe notwendig ist. Stoffabrikanten in München- Gladbach, Crimmitschau, berechnen für Spesen, Porti, Verpackung, wie durch Faktura nachgewiesen werden kann, in Dollar resp. in holländischen Gulden.Diefe Konditionen sind so scharf, daß man den Vorwurf des Cinzelhandelsverb.ndes, es handele sich dabei um einen „Generalangriff auf die Stabilisierung unserer Währung" verstehen kann.
*Derlin-Anhaltische Maschinenbau A. G.-Meguin A. G, Butzbach. Die beiden Gesellschaften hatten für den 2. Mai nach Berlin Generalversammlungen einberufen, in denen u. a. die Fusion beider Unternehmungen zu beschließen war. Die Generalversammlungen nahmen einstimmig die Vereinigung in der beantragten Weise an. Der Name der neuen (Ke- sellschaft wird in Zukunft „Damag-Meguin A. G. in Berlin" lauten. In der G.-V. der Derlin-Anhaltischen Maschinenbau A. G. waren 71,8 Mill. Stamm- und 20 Mill. Mark Vorzugsaktien vertreten. Der Vorsitzende, Geheimrat A r n h o l d, teilte zu dem Anträge auf Genehmigung des Fusionsvertrages mit der Meguin A. G. mit, daß die letztere der Damag gegen Mitte März dieses Jahres Mitteilung von einem in ihrem Besitz befindlichen größeren Aktienpaket in Höhe von 35 bis 40 Millionen Mark Damag-Attien gemacht habe. Der Erwerb dieser Aktien sei erfolgt, um eine Vereinigung beider Gesellschaften herbeizu'ühren, von der man sich wesentliche Vorteile auf technischem, organisatorischem und anderen Gebieten versprach. Falls sich bei der Damag ernster Widerstand geltend machen würde, so sähe die Verwaltung der Meguin A. G. von der Durchführung dieser Bestrebungen jedoch ab. Nach einer eingehenden Prüfung des Vorschlages durch Mitglieder des Vorstandes und Aussichtsrates der Damag ergab sich jedoch, daß eine Verschmelzung in der Tat zu den gedachten Vorteilen führen würde. Das Arbeitsprogramm und dis Detriebsanlagen deckten sich in vielen Fällen oder bildeten eine wertvolle Ergänzung. Die Aktionäre der Damag erhalten gegen nominell 2000 Mark ihrer Aktien je nom. 1000 Mark Meguin-Aktien. Die Meguin A.G. wird zum Zwecke dieses Umtausches ihr Aktienkapital um 50 Mill. Mark erhöhen. Wie schon oben mitgeteilt, wurde der Antrag in allen Einzelheiten einstimmig angenommen. Ebenso stimmte die Versammlung dem vorge- legten Geschäftsbericht und der Dilanz, sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zu. Der Reingewinn in Höhe von 209170 Dill. Mark wird nach einer Vergütung von 34 000 Mark an den Aufsichtsrat dem Erneuerungsfonds zagewiesen. In der anschließend abgehaltenen ao. G.-V. der Meguin A G. inDuhbach wurden die Vorschläge der Verwaltung ebenfalls.einstimmig genehmigt. Weiterhin wurde der Vorstand zu einer Erhöhung des Aktientapttals um nochmals bis zu 41 Mill. Mark ermächtigt. Für diese Aktien wird den bisherigen Aktionären ein Dezugsrecht dergestalt eingeräumt, daß auf 3 alte Aktien eine junge bezogen werden kann. Für die Vorzugsaktien der Damag im Nennbetrag von 20 Mill. Mark werden 500 000 Mark alte Aktien der Meguin A. G., welche diese selbst besitzt, gewährt. Die Firma tautet in Zukunft. Damag- Meguin-A. G.., der Sih wird nach Derlin verlegt. Dem neuen Aufsichtsrat der bereinigten Betriebe werden 27 Mitglieder angehören. Reu hinzugewählt wurde u. a. der Generaldirektor Heimann der Reichskredit - G. m. b. H. in Berlin.
„Es war kurze Zeit, nachdem wir hier in Derlin unser Heim gegründet hatten. Georg führte die Reste seines Haushaltes von Wierny hierher. Darunter war auch ein Dild der Maria Ortwin. Die frappante Aehnlichleit lieh mich sofort erraten, wen das Bild vorstellte. Dies wunderbare Raturfpiel wollte mir nicht aus dem Siim gehen. Ich kam auf die Vermutung, daß hier irgendeine Blutsverwandtschaft vorliegen müsse. Aber von Georg konnte ich darüber nichts erfahren. Auf dem Bilde standen nur der Geburtstag und der Todestag der Verstorbenen.
An dem Sterbetage, der wenige Tage später war, forderte ich Georg auf, mich bei einer Spazierfahrt zu Begleitern Dem Chauffeur hatte ich den Kirchhof als Ziel angegeben. Georg achtete ßar nicht auf den Weg. Erst als der Wagen vor dem Tore hielt, merkte er den Zweck der Fahrt.
„Es ist heute ihr Todestag," sagte ich zu ihm, als wir den Friedhof Betraten. „Ich hätte ihn vergessen," sagte er, aber der Druck seiner Hand zeigte mir, daß er mir dankbar war. Bald standen wir an dem Grabe. Es war ein Familienbegräbnis. Neugierig'suchte ich auf den anderen Grabsteinen und Namen. Auf einem efeuüberwucherten Stein fand ich vermooste Buchstaben, den Geburtsnamen der Großmutter Marias. Es war der gleiche, den die Mutter meines Vaters als Mädchen trug.
An diesem alten Grabe fand meine Vermutung die erste Stütze. Ich forschte Wetter nach,
Lethargie, die sie nach dem gewaltsamen Tode Lowdales umfängt, will nicht weichen. Sie lebt immer noch einsam, ja menschenscheu, jeden Verkehr ißeidend, tn ihren ständig verdunkelten Räumen dahin. Jeder Versuch, sie dieser schädlichen Selbstpeinigung zu entreißen, ist mißlungen. John Deweh hofft, daß sie ihm folgen wird, wenn er demnächst nach Afrika übersiedelt. Er hofft, daß die veränderten Verhältnisse, anderes Klima, andere Menschen einen heilsamen Einfluß auf ihren Fustand ausüben werden. Mag er nicht vergebens hoffen. Ihr Geschick ist von einer Tragik, die kaum zu überbieten ist. Vielleicht hätte das Schicksal mitleid ger gehandelt, wenn die Kugel, die das Herz, an dem sie ruhte, traf, sie auch mit hinweggerafft hätte. Wie sich ihr und ihres Geliebten Geschick gestaltet hätte, wenn jene Kugel ihr Ziel verfehlte? . . . Wer weiß es?"
Rach einer kurzen Pause des Schweigens ergriff Helen wortlos den Arm Marias und zog sie zum Strand hinab. Das traurige Schicksal der Freundin ging ihr tief zu Herzen.
Francis ©arbin reichte den Dries, den er bisher tn der Hand gehalten hatte, an Witthusen.
„Lesen Sie selbst und sagen Sie mir, ob ich nicht recht habe, wenn ich den Wunsch John Deweys als reichlich naiv bezeichne. Wäre es nicht gerade so, als ob ich einem Gegner dieselbe Waffe reichen wollte, mit der ich ihn eben erst Besiegte? Isenbrandts Erfindungen gehören Durchaus der weißen Rasse. Lizenzen werden nur an zuverlässige Leute gegeben, und auch dann
Zwecken rein wirtschaftlicher Natur. So groß sind die Möglichkeiten und Auswirkungen der Erfindung, daß Forscherarbett von Jahren dazu gehört um sie zu erschöpfen. Die Gefahren, die sie birgt, sind größer, fürchterlicher, als die
Ges chäfts aufsicht übe rdieOffen- bacherGummiwerke AG. Die Direktion de» Offenbacher Gummiwerke Karl Stoeckicht AG. in Offenbach hat sich nach Mitteilung der „Frankfurter Zeitung" infolge Illiquidität des Unternehmend veranlaßt gesehen, die Eröffnung der Geschäftsaufsicht zu Beantragen.
* Ein deutsches Lichtspielshndikat. Nach den vorbereitenden Verhandlungen in Berlin und Frankfurt (Main) wurde am 29. April in Elberfeld durch den gewählten Gründeraus,chuh das Deutsche Lichtspielshndikat konstituiert. Bei der Gründung waren mehr als hundert der größten deutschen Theater vertreten. Zweck and Ziel des neuen Syndikats ist der Schatz der wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder (paritätische Verhandlungen mit drn Lieferanten, Errichtung einer aug deutschem Aktienkapital sich zusammen! ehen- den Aktiengesellschaft mit dem Zweck der Fabrikation, des Erwerbs, Vertriebs und Verleihs von Filmen, sowie sämtlicher in Frage kommenden Gegenstände, Inventarien'usw.). Zum Sitz der Gesellschaft ist Düsseldorf ersehen worden. Zum ersten Präsidenten des Syndikats wurde Fritz Genand erwählt.
* Gemeinsame Arbeit der beiden Erdölkonzerne. Zwischen der Deutschen Grdöl-A. G.^ der Deutschen Petroleumgesellschaft und den Rutgerswerlen A. G. sind engere Dezie- frungen in einzelnen Geschäften zustandegekommen. Gegenwärtig befindet sich ein großes russisches Geschäft in gerne infame c Bearbeitung der Deutsch n Erdöl A. G. der Deutschen Petroleum A. G und der Standard Oil Company. Es soll sich um bas gleiche Abkommen über Oel- und Benzin- ausfuhr handeln, das in einem früheren Stadium von der Stinnes-Riebeckgruppe behandelt wurde.
* Dampferaufträge Bet Standard Oil Company bei derVulkan A. G. Die Standard Oil Company Neuyork hat dem Stettiner Vulkan zwei große Motortankschiffe von je 12 000 Tonnen Tragfähigkeit in Bestellung gegeben. Diese willkommene Arbeitszuweisung sm den Beziehungen zu danken die Stettiner Kreise zu der Deutsch-Amerikanischen Petroleum A. G. und der amerikanischen Oelindustrie besitzen.
* Die Kohlenproduktion Deutsch- lands im März. Nach den vom Statistischen Reichsamt Bekanntgegebenen Ziffern der Kohlenförderung im Monat März wurden 10,82 Millionen Tonnen Steinkohle gegen 7,78 i. V. und 11,36 Millionen Tonnen im Jahre 1913 gefordert. Die Draunkohlenproduktion betrug 10,39 Millionen Tonnen gegen 11,46 Millionen Bzw. 6,7 Millionen Tonnen, die Kokserzeugung 2,1 Millionen Tonnen gegen 1,93 bzw. 2,52 Millionen Tonnen im Jahre 1913. Die Stein- kohlenbrikettherstellung 0,29 gegen 0,20 bzw. 0,43 Millionen Tonnen und die Braunkohlenbrikettherstellung 2,46 gegen 2,70 bzw. 1,63 Millionen Tonnen im Jahre 1913. Diese Zahlen beziehen sich auf das gesamte Deutsche Reich mit Ausnahme des Saargebiets. Erfreulicherweise ist die Dorkriegsproduktion in allen Ziffern wenigstens annähernd erreicht.
* Die englische Kohleneinfuhr über Hamburg. Im Hamburger Hafen smd laut „Industrie-Kurier" In der Zeit vom 14. bis 29. Aprck 212 378 Tonnen (vom 2. bis 11. April 109 103 Tonnen) englischer Kohlen eingelaufen.
* Erhöhung der Rvheisenpreife. In der jüngsten Versammlung des Roheisenverbandes wurde berichtet, daß die Nachfrage nach Roheisen weiterhin sehr start sei und durch die derzeitige inländische Erzeugung nicht gedeckt werden könne. Einer Vermehrung der Roheisenerzeugung durch Inbetriebsetzung weiterer Hochöfen stünden die verlustbringenden Preise entgegen. Nach eingehender Erörterung aller in Betracht kommenden Verhältnisse wurde trotz der grundsätzlichen Bedenken, die Bei der allgemeinen Wirtschafts-- und Geldlage gegen eine weitere Heraufsetzung der Rvheisenpreife vorhanden sind, beschlossen, die Preise zu erhöhen: Stahl, Spiegel- unb Siegener Zusatzeisen 3 Mk. pro Tonne, Ha-- matit rwn lv50 bjs 3 Mk. pro Tonne, je nach Absatzgebiet, Gießereiroheisen 1 und 3 von 2—9 Mark pro Tonne je nach Absatzgebiet.
*
Berliner Börse.
Derlin, 3. Mai. Der heuttge Efsektenfrei- verkehr stand völlig unter dem Eindruck der bestehenden Reichstagswahl. Die politische Spannung hat heute ebenso wie die Wahlagitationen einen gewissen Höhepuntt erreicht. Infolgedessen bekunden die Dank- und Börsenkreise äußerste Zurückhaltung. Es besteht keinerlei Neigung, beute größere Geschäfte einzuleiten. Für die meisten Effekten waren die gestrigen Schstlßkurse im heutigen Freiverkehr eher Dries. Ein geringes Interesse zeigt sich nur für Petroleum-Werte uneinige Anleihen. Man nannte Deutsche Petro« leum mit ll7/s. Deutsche Erdöl mit 37l/2, Kriegs«
I sonders dann eintreten mußte, wenn nur noch durch Amerikas Eingreifen die Niederlage Deutsch- I lands herbeigeführt werden konnte. Daß außer I den gewünschten Schwächungen Englands auch I noch das letztere eintraf, nämlich daß durch Ame- rikäs Eingreifen der Sieg der Entente zugefallen I erschien, war ein ganz besonderes Pech für Sng- I land deshalb, well es nicht offen eingestehen durfte, daß Deutschland nicht mit den Waffen, sondern mit Mitteln besiegt war, die zu verschweigen gerade England die triftigsten Gründe hatte!
Die nach Washington einberufene Konferenz zeigte Bte gänzlich veränderten Kräfteverhältnisse unter den Weltmächten. England hatte seine Bi8» "herige. unbedingte äteberlegenheit zur See und seine bisherige Weltfinanzherrlchast verloren und sie an Amerika abgeben müssen. Es zeigte sich auch in Washington, wie bewußt Amerika auf dieses Ziel hingearbeitet hatte, in seinem Verhältnis zu Frankreich, mit dessen Hilfe es England zu den folgenschwersten politischen und mili- | tärischcn Entschlüssen zwang. So muhte England I seinen Sieg über Deutschland mit einer völligen Niederlage vor Amerika - Frankreich bezahlen. Denn auch letzteres hatte, schon während des Krieges, in hrimlicher Zusammenarbeit mit Amerika, auf eine gemeinsame Ausbeute eines eventuellen Sieges gegen England hingearbeitet. Diese heimliche Zusammenarbeit erhielt eine ganz ge» wattige Stärkung durch den Zusammenbruch Rußlands und den, alle Erwartung übersteigenden, politischen Zusammenbruch Deutschlands. Es ist zu begreiflich, daß Amerika seinen Kriegsgewinn. I den es auf Kosten Englands, Deutschlands und ! auch Rußlands gemacht hat. nicht ohne schweren Kampf wieder abgeben wird. Zu diesem Kampfe fühlt sich England indes schon deshalb viel zu schwach, weck der Zusammenbruch Rußlands, die Zertrümmerung Oesterreichs und der furchtbare politische Zusammenbruch Deutschlands den heimlichen Verbündeten Amerikas, Frankreich zur stärksten militärischen Macht Europas gemacht Haden. Daß es Amerika durchaus darum zu tun war. seinen 'heimlichen Verbündeten. Frankreich gegen England mit allen Mitteln zu stärken, hat der Umfall Wilsons in Versailles und der Verlauf der Konferenz in Washington mit unwiderlegbarer Deutlichkeit gezeigt. Wie schwer, wie gefährlich die öage Englands geworden ist. ergibt sich aus der Doppelaufgabe, einmal Frankreich, als die nunmehr stärkste europäische Festlandsmacht, aus alter britischer Tradition bekämpfen zu müssen, und das anberemal den Kampf gegen Amerika führen zu müssen zur Rückeroberung der alten Weltmachtstellung: denn die letztere ist ausschlaggebend für das jetzige britische Weltreich. Darum ist dieser letzte Kampf für England der wichtigste, und das Verhalten Englands gegenüber Frankreich bei dessen Vorgehen gegen Deutschland findet seine Erklärung in Englands Lage gegenüber Amerika, dem heimlichen Verbündeten Frankreichs.
Was die Wett beherrscht, ist viel weniger das Geschick Europas an sich als vielmehr der Austrag des Kampfes zwischen Amerika und England um die Vormachtstellung eines der beiden in der angelsächsischen, wie überhaupt in der Welt. Was wir heute in Europa erleben müssen, ja auch Deutschlands Kampf gegen Frankreich, wie nicht minder seine inneren Kämpfe werden viel möhr von der alles bestimmenden großen Auseinandersetzung zwischen den beiden angelsächsischen Staaten beherrscht, als man im deutschen Volk zu ahnen scheint. Dieses weiß noch, nicht, wie ein Kampf sich in Demokratien abspielt, sonst wüßte man auch längst, warum Deutschland „demokratisch" werden mußte, denn Deutschland ist in der Auseinandersetzung zwischen England und Amerika einerseits und England und Frankreich andererseits ein viel wichtigerer Faktor, als dre Deutschen leider ahnen!
(Schluß folgt.)
un^ es gelang mir durch Verwandte der Maria Ortwin, die fehlenden Glieder der Kette zu- sammenzubringen. Jene Ahne Marias und die Mutter meines Vaters waren in der Tat Dasen. Das Zauberspiel hatte eine natürliche Erklärung gefunden."
Bus „Helen!" schnitt dieser, die der Erzählung gespannt gelauscht hatte, die weiteren Fragen ab. Sie tobitte ihrem Vater, der mit entern Briefe in der Hand am Tisch stand, Ant- wort zu. Wahrend sie sich ihm näherte, rief er schon: „Nachricht von Florence!"
„Ein Dries von ihr?"
Mit ein paar Sprüngen stand Helen neben ihrem Vater.
„Nicht von ihr, my darling!"
„Von wem dann?"
„Von ihrem Vater."
„Wie kommt das? Was will Hohn Dewev von dir?"
„John Dewey wird alt Der nüchterne kalte Rechner scheint sich jetzt Idealen zu widmen Seme Zuneigung zu der seiner Meinung nach unterdrückten schwarzen Rasse treibt sonderbare Blüten. Er bittet, indem er seinem Wunsche ein philanthropisches Mäntelchen umfjängt, um nicht weniger als um meine Vermittlung zwischen ihm und Georg Isenbrandt."
„ilnt> wozu, Pa?"
„ihn die Erfindungen Georg Isenbrandts auch für das neue Afrika herzugeben, ihre Wirkungen dort zu nutzen ..."
„Ach, Pa! Davon später! Was schreibt er von Florence?"
„Nichts Gutes, Helen, für den, der zwischen ten Zellen zu lesen versteht. Ihr Zustand hat sich anscheinend in keiner Weise gebessert. Die
©IC 2Bo!tDDlttikh<> PftM I zugunsten Englands tn den Krieg eingreifen ' । würktt, wenn ein Sieg Deutschlands, also eine
Niederlage der Entente, zu gewärtigen sein würde. Dis dahin aber sollte England wirtschaftlich finanziell und militärisch so geschwächt sein, daß es seine Vormachtstellung in der angelsächsischen Welt an Amerika würde abtreten müssen, was be-
einer Stelle aus nach einem festen Plan Willen gearbeitet wird. Afri> wird gar lange warten müssen."
* * *
dem Laien zunächst offensichtlichen Vorteile. Ein Kollegium von europäischen Gelehrten hat sich bereits an diese Riesenarbeit gemacht. Schon bei der Besprechung der Vorfragen ist man sich schlüssig geworden, daß an eine allgemeine Freigabe der Erfindung auch nur für Europa vorläufig nicht zu denken ist. Nur dann kann es Lücken, die Naturgesetze so zu meistsrn, daß nur Nutzen und kein Schaden entsteht, wenn diese Forschungen abgeschlossen find und dann


