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Berlin, 6. MaL Das Getreidegeschäsi ist ruhig geblieben. Beim Weizen wirb der Verkauf von Waggonware erschwert durch die Bevorzugung der Kahnladungen seitens der allerdings nur einzeln kaufenden Grohmühlen. Roggen ist von verschiedenen Provinzmüllern begehrt Die Preise in den einzelnen Gegenden sind sehr unregelmäßig, das Angebot ist nicht grob, reicht aber zur Deckung der Nachfrage mehr als aus. Gerste nur in prima Qualitäten, die kaum offeriert sind, gesucht. Für Hafer stellt der Konsum zu niedrigen Geboten einige Ansprüche. 3m Westen ist der Plata-Hafer so wesentlich billiger als Inlandsmaterial, daft er dort vorgezogen wird. Mehl andauernd still und lustlos. Beim Weizenmehl erschwerten fortgesetzt die Auslandsvfferien den Verkauf heimischer Marken. Man notierte für Getreide und Oelsaaten per 1000 Kg., sonst per 100 Kg., ab Station: Weizen, märt, 170 bis 174, Roggen, märt., 128 bis 134, Sommergerste, märt, 170 bis 188, Futtergerste 150 bis 160, Hafer, märt., 125 bis 132, Weizenmehl 24 bis 26, Roggenmehl 19.75 bis 22, Weizenkleie 10.20, Roggenkleie, frei Berlin, 9, Raps 310, Leinsaat 410, Viktoria-Erbsen 25 bis 27, Kl. Speiseerbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 11 bis 12, Ackerbohnen 14 bis 16, Wicken 12 bis 13, Lupinen, blaue, 12 bis 12.50, Lupinen,
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— 3n kanadi scher Wi ldnis, Trapperund Farmerleben von Max Otto. Mit Ka- pitelleisten und 2 farbigen Tafeln von Karl Wagner, 62 Bildern nach Raturaufnahmen auf 32 Tafeln und einer Karte. Vierte Auslage. Verlag von Paul Pareh in Berlin SW. 11, Heidemannstr. 10 u. 11. In mehrfarbigem Ganzleinenband, Preis 12 Gmk. Herr Otto, von Beruf Forstmann, hat jahrelang als Trapper wie ein zweiter Lederstrumpf unter den Indianern Kanadas weit ab von jeder Zivilisation gelebt. Seine Schilderung der kanadischen Wildnis und ihrer Bewohner ist ungemein fesielnd. Ein Freund der Matur mit feinem Sinn für alles Leben und Weben in ihr, ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn and ein echt deutscher Mann läßt in diesem stattlichen Buche seine Erinnerungen aufsteigen. Der unermeßliche kanadische Wald, die nordische Wildnis in Eis unb Schnee haben den Verfasser gepackt unb lassen ihn nimmer los. So ist das Buch mit dem Herzen geschrieben und läftt den Leser miterleben, wie sich deutsche Tatkraft und Kühnheit durchsetzt gegenüber gigantischer Einsamkeit der Natur und ihrer Gefahren. Warm tritt der Verfasser für sein Deutschtum ein, auch in der schweren Zeit, die für die Ausländsdeutschen wähnend des Weltkrieges angebrochen war. So übt das Buch eine beseelte Werbekvaft aus für das Deutschtum im Ausland unb verdient die weiteste Verbreitung.
— Joseph von Eichendorff Gedichte.' Ausgewählt unb erngeleitet von Dr. Hilda Schulhoff. Mit vier Bildern. Strecker & Schröder, Stuttgart. Halbleinen 3, Halbleder 5,50 Mark. - In Eichendorsis Lyrik mit ihren groben einfachen Themen liegt jene Menschlichkeit, die Kunstwerke Generationen immer wieder verständlich macht. Sie ergreift und fesselt heute noch wie vor hundert Jahren mit ihrer frischen Natürlichkeit und ungekünstelten Romantik jeden, der sich ihr hingibt und sie lebt auch noch dank rhrer Sangbarkeit in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes. Das vorliegende Bändchen bringt eine glückliche Auswahl, die alles wertvolle enthält und es in ebenso zuverlässiger wie schöner Form darbietet. Ausstattung und Einband sind wie bei allen Bändchen der rasch fortschreitenden! Sammlung „Klassische Lyrik', mustergültig in jeder Hinsicht.
— Die soeben erschienene Dummer 4128 der Leipziger „Illustrierten Zeitung„ (Verlag I. I. Weber) bietet wiederum eine Fülle von schönen Kunstblättern. So einen japanischen Holzschnitt von Kikugawa Ieizan, ein Friihlings- fefi in Voshiwara darstell.nd. Fünf Reprodukckonen von Gemälden Fritz Scherers zeigen die Eigenart dieses monumentalen Landschafters. Friedrich Kross hat dazu einen orientierenden Artikel geschrieben. Eine ganze Anzahl Reproduktionen von Landschaftsbildem, „Motiv aus Eichstädt" von Gilbert von Canal und „An der Wörnitz" von' Charles H. Palmis sind hübsche Bilder aus alten teilräumten Städten in Bayern, während die Lithographie von Reinhold Koch-Zeuthen „Blick auf Berlin vom neuen Rathausturm" ein gutes Beispiel davon ist, wie man auch einem etwas nüchternen Gegenstand künstlerische Reize abge- winnen kann. Drei farbig reproduzierte Gemälde zeigen charakteristische Landschaften von ober- rtatienifchen Seen, wohin die Reiselust jetzt so viele lockt. Ein Landschaftsbild aus den Bergen ist auch die Zeichnung „Vom Dau des neuen Derghauses auf dem Iungfraujoch" von Rudolf Lipus. Der autzerordentliche Erfolg des Dibe-
nahegestand^rl n>u mepe vier anoere Do gibt er ferne persönlichen Stimmungen, keine Bro- graphre. keine wissenschaftliche Betrachtung des Lebenswerks Klingers, sondern eine subjektive Darlegung dessen, was er über den Künstler imb fein Werk zu sagen weist. Reiche Aufschlüsie enthalt das Buch, farbig und interessant geschildert von einem Künstler, der tiefes Verständnis für das Werk des Toten bei seiner Niederschrift Mitschwingen lieft.
anleihen waren mit 85 gesucht. Ferner Home man folgende Kurse: Berliner Hochbahn 40, AEG. 9—9Vs. Darmstadter Bank 8. Eine gewisie Verstimmung riefen die aus Königsberg gemeldeten Insolvenzen zweier Danken hervor. Am Geldmärkte war tol. Geld mit 1 pro Mille reichlich angeboten. Die Lage des Devisenmarktes ist im allgemeinen unverändert, das engt Pfund wurde mit 67,9 franz. Franken gehandelt.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mar! aoSgedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu« York, Japan, Rio d« Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Einheiten, olles übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)
Gin schwere- Autounglück bei Offenbach. Zwei Tote.
O f f e n b a ch, 3. Mai. (WTD.) Gestern nach- mittag gegen 3 Llhr ereignete sich auf der Dabenhausener Chaussee, die von 2ü»to- f<tiyretn für Probefahrten bevorzugt wird ein schwerer Auto uns all. Gin voa FranL^ furt kommendes, mit vier Personen besetztes Auto aus Frankfurt, das eine Probefckhrt unternehmen wollte konnte die Kurve bei Gras enbruch, hart an der preustisch-hessifchen Grenze, nicht nehmen und führ mit voller Wucht gegen einen Daum. Die Insasfen wurden herauS- ?eschleudert. Der Chauffeur blieb mit gerochenem Genick t o t auf dem Platze. Von den Insassen erlitt Frau Röder einen Schädel» bru ch und tot Bruder, der Schlosser Georg Sauer, Verletzungen am Arm. Ein anderer Mitfahrer blieb unverletzt. Das Offenbacher Sanitätsauto war kurz nach dem Unfall zur Stelle und bracht die Verletzten in das Offenbacher Krankeichaus. Frau R ö der ist dort Qrren Verletzungen gestern noch erlegen. Nach der Mestühr d s Autos konnte festgestellt toerben, baft der Wagen mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometer in der Stunde gefahren ist. Glänzender deutscher Empfang des „Golum- bu£“ in Neuyork.
Neuyork, 3. Mai. (WB.) Die Mitglieder des De utschenDereins unter Führung lhve< Präsidenten Neuhaus veranstalteten gestern abenb einen glänzenden Empfang zu Ehren der deutschen Teilnehmer an der Jungfernfahrt des „Columbus". Bei dem Empfang waren auch Generalkonsul Dr. Lang und Konsul Dr. Raste zugegen. Der Präsident deS Norddeutschen Lloyd H einecken, sowie der Kapitän des „Columbus" wurden besonders «f feiert. Alle drückten ihre Befriedigung über ben. glänzenden Ausfall des „Columbus" aus.
Die Sturmkatastrophe in Nordamerika. — 110 Tote, über 500 Verletzte.
Berlin. 3. Mai. (Priv.-Tel.) Wie das „Derl. Tgbl." aus Neuyork meldet, srnd bei den Sturmverheerungen tn den Südstaaten ber .Union, tote setzt festgestellt wurde, 110 Personen getötet unb über 500 verletzt worden. Die Verwüstungen des Sturmes erstrecken sich über ein Gebiet, das nicht weniger als sieben nordamerikanische Staaten umfaßt.
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lungenfilms hat Anlad gegeben, nochmals eine Reche von packenden Bi^j alrS^Ueiten Teile des Films „KrienchstldS Rache" wieder- zugeben. In dem Aufsatz „Aus der Weristatt der französischen Friedensgefinnung" zeigt Prof. Dr. Paul Rühlemann an der Hand einer Reche von Abbildungen, ane in den französischen Schulen systematisch das Andenken an den Krieg wach- gehalten wird.
Kurt Hildebrandt, Qöagner und Nietzsche, ihr Kampf gegen bas 19. Jahrhundert (bei Ferd. Hirt, Breslau Geb. 14 Mark). Aus der Ertenntnis heraus, daft dem deutschen Volk in seiner Schicksalsstunde das Bild des deutschen Menschen mangelte, ohne das der lebendige volkstümliche Widerstand gegen Völler mit einem stark ausgeprägten nationalen Typus, die heute allein siegverheihende Zähigkeit nicht aufbringen konnte, wurde dieses Buch geschrieben. Es ist kein Buch eitler Selbstbespiegelung, das die beiden großen Männer Wagner und Nietzsche als Früchte ihrer Zett h-tnstellt, nein, als Hasser dieses Jahrhunderts, die eine Sehnsucht nach einem höheren deutschen Menschen, nach einer grotzen Nation im Herzen trugen, werden sie gezeichnet. Wenn es dem Verfasier nicht restlos gelingt, diesen leitenden Grundgedanken unbeirrt im Vordergrund zu belassen, so mag es ber ungeheure Stoffandrang gewesen sein, der einen starken Zug ins Biographische nicht immer vermeiden lieh. Wagners Entwicklung, fein Freundschaftsverhältnis mit Nietzsche unb dessen Kampf gegen Wagner unb fein Jahrhundert bilden die gegebene Gliederung für das stilistisch glänzend geschriebene Werk, das für die Gegenwart ein Führer sein könnte im Kampf um ein neues Lebensideal.
X Die 100. preuftische RegimenriS- g e f ch i ch t e. In der graften Schristensolge „Sr- innerungsblätter deutscher Regimenter" erscheint in den nächsten Tagen im Verlag Gerhard S ta l- ling, Oldenburg t O., als 100. Band die Geschichte des 4. Garde-Regiments zu Fuft, verfasrt von dem bekannten Obersten Reinhard. Anfänglich vielfach offen angefeindet, hat sich diese Cchriftenfolge, deren Leitung beim Reichsarchiv in Potsdam in den Händen des Majors a D Archivrat Soldan liegt, durchgesetzt. Das jetzt vollendete erste Hunderi umfaßt Geschichten vom einfachen Gefechtskalender bis zum mehrbändigen reich illustrierten Werk. Alle Waffengattungen, gleich ob Garde, Aktive, Reserve, Landwehr, Landsturm, sind vertreten. Hunderte ber alten Regimenter sind noch unter Benutzung der im Reichsarchiv lagemben Asien an der Arbeit, auch ihr Ruhmesblatt diesem Baum stolzester Ueber- lieferung einzufügen. Die vielfache Bedeutung einer derartigen Geschichtsschreibung liegt auf ber Hand und so ist es erfreulich, baft wenigstens auf diesem Gebiete — auch Bayern unb Sachsen arbeiten im Rahmen der Schriften folge —Deutsch« land eine führende Stellung hat. Die Nachfrage nach ben „Grinnerungsblättern" hat in letzter Zeit derartig zugenommen, baft einzelne Truppengeschichten bereits vergriffen find. Die alten Frontkämpfer tun daher gut, sich beim Reichsarchiv in Potsdam ober beim Verlage auf die Geschichte ihres Truppenteils bornierten zu lassen, j — Max Klinger unb feine Vaterstadt Leipzig schildert Professor Julius Vogel in einem von der A Deichert- scheu Verlagsbuchhandlung mit sehr guten Reproduktionen ber Hauptwerke Klingers und Abbildungen von Stätten seines Wirkens ausgestatteten Buch aus dem reichen Dorn eigenen Erlebens. Fast ein Menschenalter hindurch währte ber Freundschaftsbund des Verfassers mit Klinger. So hat er bie Entstehung feinet Werke miteclebt, dem Menschen Klinger
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