nicht erfüllt, vkÄMehr nachträglich zum Rontttr« geführt. (3m Frieden, also tm gröberen Deutschland, betrug die Anzahl der Konkurse tm Monat 600 bis 800. Die jetzigen Konkursziffern stellen also einen Rekord dar.)
Das Dundesfest der Deutschen Radfahrer.
fpd. Frankfurt a. M., 3. Aug.
3n feierlicher Wei.se wurde Samstag vormittag tm Kaisersaal das Dundesbanner der Deutschen Radfahrer von den Leipziger Radlern der Stadt Frankfurt zur treuen Obhut übergeben. Stadtrat Dr. Schmu de übernahm das Kurinod und erinnerte in seiner Ansprache an die grobe Vergangenheit des Kaisersaales und warnte tm Anblick der gewaltigen Erinnerungen, die gerade an dieser Stätte ausströmen, vor allen Absplit- rerungstendenzen, dem alten Hebel der Deutschen, Mahnworte, die dann in noch schärferer Weise der Bundespräsident, Dr. Dievens - Köln, mannhaft unterstrich.
Der gewaltige Kuppelbau der Festhalle sah dann abends eine nach vielen Tausenden zählende Festgemeinde zu einem glanzvollen Empfang s- a E t vereinigt. 3m Mittelpunkt der grvhartigen gesellschaftlichen Veranstaltung stand die Aufsüh- rung eines Festspiels von Fritz Odemcrr, das den S'.egeszug des Fahrrades verherrlicht und dank einer ausgezeichneten Regie brausendem Beifall errang und die Darsteller immer und immer wieder zu Wiederholungen der markantesten Stellen zwcnrg. Auf dem weiten Festhallengelände, auf dem eine Dudenstadt ihre luftigen Zelte aufgebaut hat, herrschte schon Samstag abend ein überaus reges Treiben, ein Volksfest tm besten Sinne des Wortes.
Das Hauptinteresse der Bevölkerung wendete /ich am Sonntag dem groben F e st z u g e zu. Schon die Frühzuge führten tausende von Gästen aus allen Teilen der weitesten Umgebung in die Stadt. Stundenlang vor Beginn des Festzuges hatte bereits eine ungeheuere Menschenmenge die Feststrahen umsäuntt. Ganz besonders „Helle" hatten schon morgens um 6 Uhr Mauern, Bäume unD Zäune mit Beschlag belegt und harrten mit rührender Geduld stundenlang aus. Um 10 Uhr wurde der Strabonbahnverkehr eingestellt. Wohin man schaute, wogte ein wahres Menschenmeer, tn zehn bis fünfzehnfachen Mauern standen Menschen, Menschen, Menschen in drangvoll fürchterlicher Enge. Die Zahl der Zuschauer dürfte mit einer halben Million nicht zu gering eingeschäht sein.
Wenige Minuten nach II Uhr setzte sich von der Obermainbrücke in Sachsenhausen der Festzug 'm Bewegung. Was er bot, ist in knappem Rahmen nicht zu schildern: Von den Griechen über- die Römer, die alten Deutschen, friderizianische Soldaten bis zum Feldlager unserer Feldgrauen des Weltkrieges zog die Geschichte vorüber. 3n mehr als 200 Gruppen radelten die deutschen Rad- fahrerveretne, eine Gruppe prunkvoller geschmückt als die andere, stürnrisch begrühte man die Straß- Burger Stammesbrüder, herzlich willkommen hieß man die Freunde aus dem besetzten Gebiet. Dann marschierten die Franffurter Vereine auf, die Frankfurter 3nm>ngen mit ihren historischen Wahr- und Wehrzeichen, mit ihren köstlichen Humor ausströmenden Gruppen. Auf gewaltigen, von je sechs reichaufgezäumten Rossen gezogenen Wagen rollten die meisterlich dargestellten Be- russgruppenbilder vorüber. Die Entwicklung des Rades von der Dreisine, dem Hochrad bis zu dem nwdernsten Strahenrenner zeigte in neckischer Weise eine grobe Gruppe. Stramm zogen Tau- sönde von Frankfurter Turnern, Turnerinnen, Sehwimmern. Ruderern uftr. vor den Menschen- mpuern vorüber. Es folgten die Schützen, die Attegervereine, die einstigen Angehörigen der Marine. Prunkwagen zeigten den Hochstand der heimischen 3ndustrie, des Franffurter Handels.
So rollte rund zwei Stunden hindurch ein sinnverwirrendes unvergehliches Bild vor den Augen dahin als ein Symbol der unverwüstlichen und nicht zerstörbaren Lebenskraft des deutschen Volkes, das seine Glieder trotz tiefer wirtschaftlicher Rot und politischer Zerrissenheit in groben Stunden zu einen weih. -Und eine solche Stünde darf man den Festzug der Deutschen Radfahrer ^2 Frankfurt nennen. Kein Mihton trübte das erhebende Geschehnis, das bedeutendste, das Frankfurt seit dem Weltkrieg in seinen Mauern sah.
Ein frohes Volksfest sammelte dann ungezählte Menschenmassen auf dem Fest Hallengelände und hielt sie beisammen in edelster Harmonie. Unfälle ernsterer Art ereigneten sich nicht. Die Fest- leittmg hatte für einen mustergültigen Sanitätsdienst gesorgt, der allerdings oft eingreifen muhte, und bei der guten Haltung der Hundtzrttausende brauchte auch die Polizei nirgends in Aktion zu treten. Rur die Taschendiebe haben reiche Deute gemacht.
I Aus aller Welt.
Schwerer Wirbelsturm am Niederrhein.
Uerdingen, 3. Aug. (WTB.) Gestern nachmitbag suchte ein Wirbelsturm den südlichen StÄNteil herm. Dächer wurden abgerissen und teilweise bis an das andere Rheinuser geschleudert. Auch zahlreiche Fensterscheiben und Schaufenster wurden zertrümmert. Selbst Schiffe auf dem Rhein wurden in Mitleidenschaft gezogen und vom Orkan ans Ufer gesetzt. Auf der Uerdingen gegenüberliegenden Seite wurden das Strandbad und das Fährhaus stark mitgenommen und teilweise zertrümmert. Menschenleben sind, soweit bis jetzt festgestellt, nicht zu beklagen.
Erbärmliche Friedhofsschänder.
Hagen, 2. Aug. (WB.) Die polizeilichen Ermittlungen über- die Verwü st ungen des jüdischen Friedhofes in Eilpe haben ergeben, dah entgegen der ursprünglichen Annahme politische Motive nicht in Betracht zu kommen scheinen, dah die Täter vielmehr auf Raub aus- gegangan sind. Die Verbrecher, vier junge Leute im Alter von 14, 17, 23 und 26 Jahren und ein junges Mädchen, erbrachen nachts die Grab- kapelle unb eine Familiengruft, weil sie dort Gold, Silber unb andere Wertgegenstände vermuteten und haben anscheinend aus Wut fast sämtliche Grabdenkmäler, etwa 50 an der Zahl, umgestürzt. Hm den Verdacht von sich abzulenken, bemalten sie einen Grabstein mit einem Hakenkreuz. Die Empörung unter der Hagener Bevölkerung über das Verbrechen ist groß.
Ein Schandbubenstretch.
Berlin, 2. Aug. (Wolff.) Das Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des ehemaligen Franzerregiments, das kürzlich tm Där- waldpark enthüllt worden ist, wurde heute morgen von noch nicht ermittelten Tätern mit roter Farbe beschmiert.
Straßenraub und Mordbrennerei in Berlin.
Berlin, 2. Aug. (Wolff.) Heute vormittag wurde Frau Margarete G r ü h ke aus der Dorn- Holmerstrahe, die mit Wechselgeld von der Bank kam, an der Ecke Rosmarin- und Friedrichstraße voN dem Molkereibesiher Hans Schenk aus Zing- ahmen, Kreis Riarienwerder in Westpreuhen, a n - gefallen und ihrer Aktentasche beraubt. Während der Verfolgung durch Passanten und Polizeibeamte gab Schenk einen Schuh ab, der aber fehlging und lediglich eine Schaufensterscheibe zertrümmerte. Schließlich konnte der Straßenränder durch Polizeibeamte festgenommen werden.
Heute vormittag wurde in Berlin-Lichtenberg die 43 Jahre alte Haushälterin Luise Bleul in ihrer Wohnung von unbekannten Tätern, während sie am Schreibtisch sah, überfallen und durch einen Schlag mit einem harten Gegenstand auf den Kops besinnungslos zu Boden gestreckt. Der Verbrecher holte dann aus dem Rebenzimmer das Bettzeug der Frau, wickelte die Be- täubte hinetn, übergoh das Bettzeug dann mit Petroleum und z«ündete es an. Dann raubte er etwa 1000 Mk. an barem Gelde und flüchtete. Als die von den Hausbewohnern alarmierte Feuerwehr eintraf, stand das Zimmer bereits in Hellen Flammen. Die Frau wurde mit schweren Brandwunden in lebensgefährlichem Zustande nach dem Krankenhaus gebracht.
Räuberischer Aeberfall auf ein Auto.
Breslau, 2. Aug (WB.) Wie die Breslauer Abendblätter melden, wurde in ber Rühe von Ohlau gestern abend ein mit vier Per tonen besetztes Auto, nachdem es p-urch quer* über den Weg gelegte Baumstämme aufgehalten war, von zwei maskierten Männern mit Schußwaffen überfallen und dabei Der Gastwirt Ternkab aus Rtsderherms>orf durch - inen Bauchschuh getötet und Der Getr itefaufm.inn Dreh ler aus Reisse so schwer verletzt, daß er in der Rächt verstorben ist. Die Verbrecher entflohen, als die Schüsse von den 3nsafsen des Autos erwidert wurden.
Große Oellager in Deutschland.
Die Oelfunde, die im März dieses Jahres bei Celle gemacht wurden, haben zunächst zu phantastischen Hoffnungen Anlaß gegeben, die sich dann nicht bewahrheiteten. Es ist aber durchaus mig- lich, dah man noch aus große Oelvorkommen tn Nord-Deutschland stößt, denn unsere Oelindastrie ist nod) sehr jung und tiefere Bohrungen haben noch kaum stattgefunden. Das betont G. H. Küp- pers-Sonnenberg in einem Aufsatz der Frankfurter „Umschau", in dem er sich mit der Geologie der Lüneburger Heide beschäftigt. Oel findet sich in der Heide an drei Stellen: 3m Hauptprodukttonsgebiet Wietze-Steinsörde, wo bereits an die 1COO Arbeiter beschäftigt werden, in dem Fundgcbiet Hänigsen-Obershagen und dem sich südlich anschließenden Gebiet von Oelheim. Auffällig ist, daß diese drei Gebiete in der Fluchtlinie der Aller liegen und das Oel sich immer mit Salz vergesellschaftet findet. Zunächst ging die deutsche Oel- förderung von der einfachen Nutzung des zutage
Der Alie auf Topper.
Roman von Hanns von Zobeltih.
33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Dazwischen spricht er mit seiner matten Stimme. Will dies wissen und jenes. Und nun kann sie antworten, Auskunft geben. Wie sie leben in Magdeburg? Wie sie gereift ist? Was sie Reues vom König weiß . . . von unserem großen König? Und vom Prinzen Heinrich. Und warum wohl der General Schmettau Dresden so schnöd' übergeben hat?
„Bist nun ausgewärmt, mein Mädchen?"
„0a . . . Christtan . .
„So komm doch, zieh dir einen Stuhl ’txul 3ch . . . ich . . ."
„3ch komm schon . . . Christian . . .“
„Gib mir dein liebes Händchen. Ach, dah du da bist, Lotteken —‘
Er hüstelte und spricht. „3a, die Blessur. Und der Schäfer. Und Beate . . . toenn die nicht gewesen mit ihrer Fürsorge und Pflege, Tag und Nacht, nimmer müde, und die Hände so sanft . . ."
„0a, Beate . . ." sagt sie plötzlich dazwischen.
die hat mir der liebe Gott vom Himmel geschickt."
Gern möcht' sie etwas erwidern, etwas Herbes, Scharfes. Hat es schon auf der Zunge, zwingt's doch herunter. Wozu noch?
Darauf wird er stille. 3st wohl sehr müde und matt. Scheu schaut sie um nach ihm: der Zlopf liegt wieder auf dem braunen Leder, ist nun ganz grau, bis auf zwei rote Fleckeir auf
Wangen. Die Lider sind tief über die Augen
gesunken. Zum Erschrecken, zum Hammern! Der arme Christel . . . gewißlich kommt der nimmer mehr ganz hoch. Und wenn doch: ein Krüppel bleibt er sein Leben lang! Gin ebender Krüppel! Znvalid! Run regt er sich wieder, hustet, hat sein kleines, karges Lächeln. „Zeho mein' ich, könnt' ich mein Trärcklein kriegen . . ."
„3d) ruf' die Beate."
„Rein, nein, mein Lotteken. Da drüben steht's ja, auf dem Tisch."
„3ch weih nicht Bescheid damit. 3ch ruf dir Beate . .
„Richt doch. 3ch wart' lieber, es hat schon noch .Zeit."
„Ist doch besser, ich ruf' Beate. . ."
Richt anders ist's ihr, als ob sie selber fiebere. Ob es wohl so etwas gibt, daß solche Maladie ansteckt? Ollanchmal hat sie rote Kreise »o: den Augen, und in den Ohren summt es. Lange tarnt sie's sicher nicht mehr aushalten hier. 3mmer die schwache Stimme hören. 3mmer dies elende Gesicht sehen —
„Mein Lotteken, ich möcht' dich fragen . .
„Was denn, Christian?"
„Du ... du bleibst doch jetzo bei dem Herrn Vater — auf Leichholz?"
„Bester, wo denfft du hin? Die Königin gibt nicht solange Dispens. War schon so schwer genug. Drei, vier Tage, länger nicht."
Leise, schmerzlich stöhnt er. „Ach, du geliebted Mädchen ..."
„Zetzt mußt du aber die Medizin nehmen.
Ich ruf' dir Beate."
Clun widersvricht er nicht mehr. Schlägt nur die schmerzensreichen Augen groß zu ihr auf, hat
getretenen GrdpechS aus. Daneben wurde schon frühzeitig geschürft und gebohrt. Doch beschränkte man sich bis in Die letzte Zeit auf die aller- jüngsten geologischen Schichten, denn die Geologen maßen den deutschen Oelvorkommen keine sonderliche Bedeutung äj, und die deutsche Förderung betrug nur 2 Proz. der Welfförderung. Die neuesten glücklichen Bohrverfuche haben nun den Beweis erbracht, daß sich Oel in Deutschland auch in größerer Tiefe findet, während man kaum unter 200 Meter herabgegangen war. wurde die letzte Bohrung bis auf 750 jOHeter geteuft. Man ist bei uns vorläufig nur auf sekundäre Oelschichten gestoßen, während die primären^ Oellager, in denen sich erfahrungsgemäß die größten Vorräte finden, bis heute noch nicht ungefähren sind. Man beschränkte sich auf Flach- boyrungen, während die Stammlager nur durch Tiefbohrung erreichbar find. Der Verfasser spricht daher die Vermutung aus, „dah sich unter der ganzen Oberfläche der norddeutschen Tiefebene ausgedehnte Lager von Bodenschätzen finden, wenn auch in erhMicher Tiefe".
Hatte Enoch Arden recht?
Hatte Enoch Arden, der Held des berühmten Epos von Tennyson recht, als er, da er nach vielen Jahren heimkehrte und seine Frau mit einem anderen verheiratet fand, wortlos verschwand, um das Glück seiner Frau nicht zu stören? Diese Frage beschäftigt die Gemüter rn England aus einem aktuellen Anlaß. Eine ganz ähnliche Geschichte ist nämlich jetzt tn Wirklichkeit geschehen, und in feinem Urteilsspruch hat der Richter auf das Vorbild Enoch Ardens hinge- wiesen. Ein Mann namens Boyd heiratete im Hahte 1881 ein junges Mädchen und verschwand spurlos nach dreijähriger Ehe. Die zunächst untröstliche Witwe verheiratete sich dann sieben Zähre später mit einem gewissen Atkinsvn, da bdbe glaubten, daß Boyd tot sei. Rach mehr als 40 Zähren ist nun Der erste Gatte der Frau Atkinson zurückgekehrt und hat seine früheren Anrechte auf ihre Hand geltend gemacht. Es kam zu einer Klage, bei Der die Ungültigkeit der zweiten Che festgestellt werden sollte. Der Richter Dike sprach auch die Angültigkeit der Ehe zwischen Atkinson und feiner Frau Zsabelle aus, erklärte aber, dah er diesen Spruch, zu dem ihn das Recht zwinge, bedauere. „3ch beklage es," sagte er, „dah Boyd nach einer Abwesenheit von mehr als 40 Zähren den Frieden dieser glücklichen Ehe störte. 3ch wünschte, er hätte Den Heldenmut Enoch Ardens gehabt und wäre für seine Frau „tot" geblieben." Diese Meinungsäußerung des Richters hat manchen Widerspruch gefunden, denn nicht alle sind der Ansicht, daß Enoch Arden richtig handelte.
Eisend ahn reklame.
Die Reklame auf der Eisenbahn, die seit einigen Zähren auch bei uns eingeführt ist, hat »sich in Amerika, ihrem Geburtsland, von Zahr zu Zahr mehr ausgewachsen. Große Firmen erwerben eigene Waggons als Personen- oder Gepäckwagen, die Anpreisungen ihrer Erzeugnisse an den Außen- und 3nnenwänden in Bild und Schrift zur Schau tragen, und die Unternehmer wetteifern miteinander in der bequemen Ausstattung dieser rollenden Wohnungen. Solche Wagen müssen entweder an sich schon, d. h. In der Bauart, als Neuheit auf dem Gebiet des DeföiMrungsmaterials, Staunen und Bewunderung erregen oder sie tragen auf breiten Bildflächen, auf federn Gebrauchsgegenftand die verblüffendsten Hinweise auf das, was dem tauf-
BNchertisch.
— Pflicht, Ehre, Vaterlandl Deuffche Lieder, herausgegeben vom Deutschorden, Darmstadt, 1 Gm. Die vorliegende Sammlung deutscher Lieder enthält bekannte ältere und — er- klärlicherweffe — weniger bekannte neuere Lieder, Die geeignet sind, den vaterländischen Gedanken zu pflegen und hochzuhalten. 3n richtiger Erkenntnis, daß in diesen Zeiten auch der Frohsinn nicht untergehen Darf, sind auch heitere Lieder mit auf genommen, fo daß eine Sammlung entstanden ist, die allen Bedürfnissen gerecht wird, Die überall da auftauchen, wo deutsche Männer und Frauen oder deutsche Zugend zusammenkommen.
— Europäische Gesprä che. Dem Geheimnis, das um Die Urheberschaft und Entstehung Der Krüger-Depesche lagert, geht mit neuem Akten material im neuesten Heft der „Europäischen Gespräche" (Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, Einzelheft 1,20 Mk., jährlich 6 Hefte 7,20 Mk.) Friedrich Thimme auf Den von fo vielen Seiten bewußt oder unbewußt getrübten Grund. Was von deutscher Seite zur Klarstellung Der Umstände vor, bei und unmittelbar nach Absendung Der Depesche getan werden tonnte, hier ist cs getan. — Don Dem Krüger-Telegramm in Die heutigen Erörterungen über „Sicherheiten" und zur Frage, wie Diele Sicherheiten geschaffen werden können, führt Der zweite Beitrag des Heftes: eine Erörterung Der faktischen unD prak
tischen Möglichkeit und Der Ratttcytett oer upei Diploinach" Durch Den amerikanischen Historiker Zarnes T. Shotwell, den Herausgeber der auch für Deutschland in Angriff genommenen, von der Carnegie-Stiftung veranstalteten Wirtschafts- unD Sozialgeschichte Des Weltkrieges. Die Besprechungen behandeln unter vielem den vierten Band Der Conradschen Erinnerungen über Den Kriegsausbruch, Leben anD Briefe des kanadischen Premiers Sir Wilfried Courier, Die Reden Des Generals Sir Zan Hamilton vor englischen Kriegsteilnehmerverbänden, die Der Gesinnung und den Meinungen Der Veteranen des Weltkrieges einen Ausdruck verleiht, Der auch in Deutschland vielfach geteilt werden Dürfte.
— Adolf Koelsch: Der Mann im Mond (Verlag Grethlein & Co., Leipzig und Zürich). 3m Mittelpunkt Der Geschichte steht Pracht, Der fieberhafte und fonberbare Staatsanwalt von Beruf, aber darin ein echtes Kind unserer Zeit, daß ihn das Leben bedrückt und schließlich zum Wiederkäuer macht, zunächst nur zum Wiederkäuer im geistigen, dann aber auch tm körperlich-faktischen Sinn. Er flieht aus seinem Beruf, obschon er ihn einst selbst freiwillig gewählt hat, und zieht sich in Die Einsamkeit zurück, um sich Der Natur in Die Arme zu werfen unD durch eine gewaltige Willensanstrengung von feinen menschenunmöglichen Seiten zu heilen. Dort trifft er die liebliche Hegele und erhält durch ein Wunder das Herz seines ersten Lebens zurück. Wir erleben das Erwachen Der Natur, das WieDeraufblühen Prachtö, das Liebesspiel Der beiden Menschenkinder, alles in einer Reinheit, Zartheit und Poesie, die wie eine Märchenwelt anmutet, und zuletzt Prachts Wiederannäherung an die Menschenwelt, von der er früher geflohen ist.
— Dr. Le opoldSchmidt: Beethoven, Werke und Leben (stattlicher Halblederbank^ Einband von Prof. Edmund Schäfer. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag, Der» lin). — Das Weick gründet sich auf Denglückltch gelungenen Versuch, das Bild des Menschen Beethoven aus seiner Musik erstehen zu lassem Hierdurch ist eine große Beethoven-Biographie geschaffen, Die allzeit eine einzigartige Stelle tii Der gewaltigen Beethoven-Literatur einnehmert toirD. Wenn auch Die Beethoven-- Forschung nach menschlicher Voraussicht an ihrem Ziele angetanat ist, so schreitet doch Die Beethovenanalyse rüfttg weiter. Die Beziehungen Des Meisters zur my sikalffchen Vergangenheit und Zukunft, seine Stellung zu Der Kulturepoche, in Der er gewirkt, bte Entstehung und Der innere Zusammenhang setnej Werke, seine Formen, seine Ausdruckssprache. — das alles wird noch auf lange Gegenstand nun> nigfacher Untersuchungen bleiben. Beethoven lst' ein Besitz der künstlerisch orientierten Menschheit, dessen sich jeder in seiner Weise erfreut zu dem jeDer persönlich Stellung nimmt. So wiry Dieses neue Werk, das in so neuer Form sich mit Beethovens musikalischen und menschliche« Erscheinungen beschäftigt, viele Freunde gewinnen. Die Ausstattung Des Buches zeigt die ganafl Sorgfalt sauberer Arbeit, die man von Der Bücherei Des Volksverbandes Der Bücherfreunde gewöhnt ist.
— Walter von Molo: Der Roma» 'meines Volkes. Erster Teil: FrldericuS; Zweiter Teil: Luise: Dritter Teil: Dos DoTL Endgültige Ausgabe in einem Band. Umf<Uä8r. und Einbandzeichnung von Pros. Walter mann. Preis, in Leinen gebunden, 13,50 Gm. Albert Langen tn München. — Zu einem vorrvchntz ausgestatteten starken Barche vereint, empfängt das deuffche Volk hier Die endgültige Ausgab« von Walter von Molos großer Trilogie, dich tn der bisherigen dreibändigen Ausgabe mit bart Obertitel „Gin Volk wacht auf* einen Erfolg gefunden hat, wie wenige deuffche Romane bet neueren Zeit und ein Echo in Der Volksseele geweckt hat wie kaum einer von ihnen. Diese schÄ« Neuausgabe wird dazu helfen, den Erfolg des großen Dichtwerkes noch zu verbreitern und zu vertiefen. Denn sie ist, zu allen anderen 'Vorzügen, auch wesenllich billiger als die bisheria«h Drei Bände. Das deutsche Volk wird aus dielens großen Werke wie bisher schon, so auch weites ernste Lehre, Besinnung, Trost tm Lech und neuert Glauben an seine Sendung, seine hohe Zukunft schöpfen. Sein wir Der Fügung dankbar, Die uns in dieser Zeit, Da aus Den Trümmern Des Zw« sammenbruches neues Leben sprießen will, ben »Walter von Molo gab, Der gerade heuttz
httge geistige Führer für sein Volk seirt kann, wenn man ihm nur im rechten Sinne folgt.
die beste Kinderseife
Kreui-Drog. August Noll, P. J. OlObs, Drog. Georg
Wellentals, Drog. 0. Winterhotf. 41463
RpunVeoin?Noinl Geg.Blasen°u.Nierenleid.,selbstStelir, üldmtilUlM! Hilst best. KarIssprudelBiskirchenl4
toieDer fein kleines, bittendes Lächeln: „Mein Lotteken, noch keinen Kuß hast du mir gegeben."
Einen Rtoment zögert sie Hat (3rauen, vor Dem Gesicht Dorten, hat ein seltsames Grauen auch vor Der Lüge. Aber ein Kuh? Wenn ihn Das so beglückt! Einen einzigen Kuß —
Also beugt sie sich über ihn. Nur anschauen kann sie ihn dabei nicht. Sie Drückt Die roten» Lippen auf seine Stirn. Da faßt er sie mit Dem gesunden Arm, wie mit letzter Kraft, zieht sie nieder zu sich, küßt sie auf Den Mund.
Schrecklich ist das, furchtbar. Aber es ist ja nur ein Moment. — UnD nun ist sie frei. „Du Böser!" sagt sie noch unD weiß selber nicht, Daß das fast lotett klingt. Gibt sich auch nicht Rechenschaft, Daß sie plötzlich heiß an anDere Lippen denken muß. Rur so im Fluge. Wer kann für solche Gedanken?
„Zetzv . . . Beate!" Und schon an der Tür: „Au revoir, mon amil“
Draußen steht sie und muh sich an Den nächsten Schrank lehnen. Ganz erschöpft ist sie, wie nach schwerem Ringen. Wundert sich selber Darüber: wieso nur? Hätte ja viel ärger sein können, ärger und ärgerlicher. Kein vernünftiger Mensch kann mir Reprochen machen. Mon Dteu ... ich und Der arme Krüppel! Rur daß es an ihm gewesen wäre, von Rechts wegen, mich freizu- geben. Hätt' sich das sagen müffen.
Das Herz ist nun ruhiger. Don drinnen klingt noch einmal das leise, trockene Hüsteln.
Za . . . Mitleid. Gewiß, Du Armer. Aber mehr? Olein! Olein! Bloß alte guten Wünsche . . .
So geht sie sicheren Schrittes durch die Dämmerung und den dumpfen Küchendunst bis zur
Vorhalle und klingt die Tür auf. Da sitzen bte beiden Alten, jeder hat eine lange Pfeife zwischen den Zähnen, und vor jedem steht ein große-, spitzes Bradntweinglas. Anderes scheint in Dem Topper scheu Keller nicht zu lagern. Der Kanastev- vauch füllt die ganze Stube. Mit Dem Schwert könnt' man ihn Durchhauen.
Beate aber steht am Fenster, wendet sich schnell um, als Die Tür geht. „Du möchtest zu Christian kommen, Liebe. Er verlangt sein Tränk- lein.'
„3st gut.* ülnd sie gehl an Der andern vorbei, ohne sie anzusehen, so dicht, daß ihre Kleider sich streiften. *
Das Lotichen setzte sich zu den beiden Outen, Den Vater rechts, Den Topperschen links. Die schienen mürrisch, hatten am Ende allerlei Unangenehmes verhanDllt. 3n Topper, erzählte Der Vater ja heut früh, gab es neuerdings immer Diffikultäten. OZielleicht war's wegen des Za- nuarzinfes.
Sie wartete. Ollochte einer von Den Alten beginnen. Darm wollte sie sprechen. Saß stille, die Hände im Schoße, spielte mit Den Ringen. Endlich meinte Der Toppersche ungeDuIDtg: „Wie hast Du Denn Den Christel gefunDen, Lottchen?"
„Ze nun, Ohm — es ist zum Zammern. Der Olermfte! Das Herz Dreht sich einem um. Wenn ich denke, als ich ihn zuletzt gesehen, in Ruppin, auf einer Assemblee: so gesund unD fo stark!"
„Wird schon wieder werden —“
Sie schwieg, wiegte nur ganz langsam, bedach' tig Den Kopf. Sah Dabei vorsichtig zum Vater hinüber. Der blinzelte ihr zu, als ob er alle- ahnte unD sagen wollte: ,0lur Courag'st
' (Fortsetzung folgt)


