M. l8l
Montag, August 1924
Kunst und Wissenschaft.
»Schule der Weisheit", Darmstadt.
Lande wie zur See sicterzustellen und mit Oefter- reich-Ungarn einen gemeinschaftlichen Oberbefehl zu vereinbaren.
Die Darlegungen des Generals der Srtf. a. D. von Kuhl sind, als ein von be-
Del unseren Gegnern war es in dieser Hinsicht nicht besser bestellt. Niemand hatte an
Größte Vorsicht war daher auf deutscher Seite mrtig, als im Juli 1914 Meldungen über russische Krtegsv-orbereltungcn eingingen. Tatsächlich hat die russische „Kriegsvorbereitungsperiode" bereits am 26. Huli in vollem Umfang begonnen. Während der Verhandlungen zwischen Wien, <ßeter6= bürg. London und Berlin konnte Rußland einen gefährlichen Vorsprung gewinnen. Der Chef deutschen General st abes trug eine schwere Verantwortung, wenn hie deutsche Mobilmachung verspätet angeordnet wurde. Diese Besorgnis prägt sich lebhaft in der Beurteilung der Lage aus, die er am 29. Juli dem R e i chs kanz - ler utermitiette Cs heißt darin: „Unter fortwährenden Versicherungen, daß Rußland noch nicht mobil mache, sondern nur für alle Fälle Vorbe- reittingen treffe, daß es bisher keine Reservisten einberufen habe, macht es sich soweit kriegsbereit daß es, wenn es die Mobilmachung wirklich ausspricht, in wenigen Tagen zum Vormarsch fertiq fern kann." a
Wirtschaft.
Die Höhe der Güterfrachten.
Die Reichsbahn hat dein Rückgang der Preise nach Stabilifiei-ung der Mark im letzten Fr-uhiahr durch zweimalige Herabsetzung der G u t e r f r a ch t e n Rechnung getragen, womit sie die Frachtsätze im ganzen um 17,2 Proz. senkte, öic ist aber mit dieser Herabsetzung nicht entfernt dem Preisrückgang für ihre Ma- te nahen, wie Kohle, Eisen, Metalle, Baustoffe Oele usw. gefolgt, deren Durchschnitt nach den letzten Veröffentlichungen des Statistischen Amtes nur noch 38,5 über Friedenspreis stand, wäh- rend die Durchschnittsfrachtsähe der Reichsbahn noch immer 65 Proz. über Friedenshöhe und bei manchen Gütern, für welche früher Ausnahmetarife bestanden, noch 100 und 200 Proz darüber liegen.
Im einzelnen ist das Mißverhältnis noch stör» ker. Die Preise für Eisen und Eisenerzeugniss« hegen seit längerer Zeit unter den Gestehungs- kosten. Im Verhältnis zuin Friedenspreis zahlt die Eisenbahn für Schienen nur noch 10 Proz. mehr als damals: Radreifen und Radsätze sind sogar 20 Proz. billiger als im Frieden Dagegen überschreiten die Tarife für Erze Schrott Roheisen Halbzeug und für Brennstoffe den Fiie-' dcnsstand noch mit 50—80 Proz. und bei Fertigerzeugnissen mit 80—150 Proz. Erze kosten nicht viel inehr als im Frieden, die Erzfrachter aber liegen 60—70 Proz. über dem Friedens- sah: der Koks kostet 60 Proz., die F^cht.für ihn aber 90 Proz. mehr als im Kriege. Ueberall.stößt man auf eine Tarifpolitck. die, statt den volkswirtschaftlich so notwendigen Preisabbau zu fördern, in wesentlichem und ganz Unverhältnis- mäßigem Umfange ve rteuernd auf den Preisstand rinwirkt.
ner urch Frauen. Zentvalheizanlagen in den Un= Orgien für die Erwärmung. Das Licht strömte aus großen Lichthöfen in die Säle. Überall leuchtete kostbarster Schmuck von den Wanden. Der ganze Glanz des römischen Badelebens war so auf deutschen Boden übertragen, und es war damit eine Ueberlieferung geschaffen, die rn den rheinischen Bädern auch weiter gepflegt worden ist. ' *
Lj*/® r e ”■ politischen und militärischen Ge- srchtsMnkte, die dabei in Frage kamen, sind vor dem Kriege immer wieder im deutschen Genera l- stabe auf das srwgsaltjgste erwogen worden. Das Ergebnis aller Erwägungen war aber stets, daß dielee Durchmarsch unvermeidlich sei, auf ,englischen Regierung einen fui das Volk verständlichen Grund zum Eingreifen in den Krieg zu geben. Die belgische Frage kann hier nicht weiter erörtert werden. Gegenüber der «-radezu verheerenden Wirkung der feindlichen Prvt>uganda. die sich aus Anlaß der Verletzung der belgischen Reutralilät in der ganzen Welt gegen Deutschland entwickelt Hut, sei nur an die Acußerung erinnert, die der belgische K r i eg s m i n i st e r de Dr v c q u e v j l l e kn l z vor dem Weltkriege, am 7. Mai 1914, gegenüber öem deutschen Militärattache, Major von Klüber gemacht hat: „Wenn ich der Generalstabschef von Deutschland oder auch von Frankreich wäre und das strategische Interesse, das Wohl meines Vaterlandes erforderte es, so würde ich keinen Moment zögern, neutrales Gebiet zu betreten und mir den Durchmarsch z u ^zwingen. Das ist so selbstverständlich, daß ich mich gegebenenfalls mir über das Gegenteil wundern würde."
Eine ähnliche militärpolitische Lage hat sich einmal für Frankreich im Jahre 1840 ereignet. Damals hatte Frankreich d:e Absicht, Oesterreich in seinen italienischen Besitzungen anzugreisen und erwog zu diesem Zwecke den Durchmarsch durch Piemont. Der französische Ministerpräsident I Thiers suchte daher den König von Sardinien zum Anschluß zu bewegen, äußerle aber zum sardinischen Gesandten, wenn dies nicht gelänge, so müßte man eben durchmarschieren und die zerbrochenen Töpfe bezahlen. „Es wäre ja kindisch, die Länder, die Heerstraßen sind, zu respektieren."
ausschlaggebende Bedeutung die tatsächliche Anordnung der a l l g e m e i n e n r u s s i - schen Mobilmachung am 30. Juli 1914 haben muhte, springt hiernach in die Augen. Am 26. hatte wie erwähnt, die offizielle russische Kriegsvorbereitungsperiode begonnen, am 30. war bereits der Befehl zur Aufstellung des Grenzschutzes ergangen. Erst am 31. Juli folgte Deutschland mit der Anordnung des „Zustandes drohender Kriegsgefahr" nach, und erst
dem werden sie mit Staub und Ruh angefüllt, soll "an nicht mit Ltaubtoeteln ober trockenen Lappen vornehmen beirrt dadurch wird der Staub nur zwischen die -ßlatter hinemgerieben. Man nehme das Buch fn eine Hand und schlage die Einbanddecken leicht gegenemarcher oder man kann auch zwei Bücher nehmen und sie behutsam durch Zusammenschlaaen
Staub heraus. Büch r mit Ornamenten auf dem Einband oder mit Gold- schnitt teerten am testen gesäubert indem man Mit einem leicht angefeuchteten Lapven darüber Hinfahrt. Man soll aber mit dem Lappen nur ‘ Ech einer Seite reiten und bei jeder Bewegung Lappens verwenden. Rasse Lappen werd^ nicht selten häßliche Flocken hinter- luNen. Dem Bücherfreund gibt es einen Stich ins Cr ^Eht, Wie viele Leute im Freien mVrR(^UC^eilt umgehn. Sie legen die Bücher auf- gefchlagen aufs Gras und wundern sich bann, wenn f0 Heilsam ist wie tert ^^.s^bern sie häßlich beschädigt. Wer seine im Freien nur mit einer Buchhülle benutzen, die man sich selbst leicht an- ferttgen tont. Fettflecke auf den Seiten ober auf ten fömbanten werden am besten mit Petroleum entfernt, das man mit einer klei- «uftragt. Das darf man natürlich nicht in ter Rahe von Feuer tun, da diese Stoffe bekanntlich leicht entzündlich sind. Die Fettflecken tonnen auch dadurch fortgebracht werden, das man sie Mit etwas Alkohol befeuchtet und dann durch mi Stückchen reines Weihes Löschpapier aufsaugen wyt. Ledereinbände werden am ivenigsten beschädigt, wenn man sie mit einer Bürste behandelt, teie man sie auch bei Lackschuhen benutzt.
letztere Ort besitzt heute die testerhaltene Ruine aus ter Romerzeit im rechtsrheinischen Germanien. Bindonissa hatte sein Bad an den Heilquellen von Baden in ter Schweiz. Auch andere römische Ansiedlungen waren mit prächtigen Dä- dem ausgestattet, s. z. D. das alte Rida, das an ter Ridda zwischen den heutigen Orten Heddern- heim und Prauenheim bei Frankfurt a. M. lag. Die Lrndvlllen. die sich höhere römische Offiziere uiid Beamte m Germanien erbauten, waren stets mit Badeeinrichtungen versehen.
r»-t^r<flro^artt9c Luxus, ter bei diesem ältesten Vaderleben auf deutschem Boten entfaltet wurde spricht noch heute am eindrucksvollsten zu uns austen Bädern ter Kaiserstadt Trier. Die Thermen sind nach den planmäßigen Ausgrabungen letzt nahe der Mosel in ausgedehnten Funda- menten sichtbar. Um 1600 n. Chr. standen sogar noch große Maurerreste, wie sich aus zwei alten ' 3etonungen erkennen läht. Der Dau, tm 4. nachchristlichen Jahrhundert errichtet, stellt eine Bade- anlage größten Stiles dar. Durch eine mächttge Säulenhalle im nördlichen Hof gelangte man zu dem Hauptraum mit der reich gegliederten, statuengeschmückten Fassade. Die innere Ausstattung toin der Anordnung ter Anlage den großen römischen Kaiserthermen: Frauen- und Männev- bad lagen symmetrisch zu beiden Seiten, in ter Mitte hintereinander die drei Hauptprunkräume das Kaltbad oder Frigidarium, mtt seinen 54 Metern Länge und 20 Metern Brette der ge- maltigste Raum ter Trierer Thermen. Dann kam ter Schwitzraum, das Tepidarium, und schließlich das Caldarium mit axirmen Bädern. In den Seitenflügeln lagen die Auslleideräume und je ein geräumiges warmes Schwimmbassin für Män-
In Frankreich und in Rußland war, ebenso wie in Deutschland, vorgesehen, in Zeiten politischer Spannung gewisse bortereUente Maßnahmen für den Fall einer Mobilmachung zu treffen In ' Frankreich stand aber dem Kriegsminister in solchen Fällen das Recht zu, die Einberufung von Reservisten in gewissem Umfang anzuordnen und die Grenztruvpen unabhängig vorn Erlah des allgemeinen Mobilmachungsteheies auf Kriegsstärke zu bringen und an der Grenze berettzu- stellen. Diese Maßnahme betraf aber volle 11 Infanterie- und 3 Kavalleriedivisionen.
Es war im deutschen Generalstate bekannt dah m Rußland eine „Kriegsvorbereitungs- Periode' eingeführt worden war. Im Jahre 1912 war ein russischer Befehl ergangen, daß derBe°
l ä u r M obilmachung gleichzeitig als ?f e§ l d u r ® r o f f n u n g der Feindseligkeiten gegen Oesterreich und Deutschland auf zu fassen sei. Der Befehl wurde wie in Deutschland ebenfalls bekannt wurde tm Rovemter 1912 wieder aufgehoben, weil man hoffte, „durch geschickte diplomalische Der- Handlungen die militärischen Maßnahmen Ruh- lands zu verschleiern" und den Aufmarsch durchzuführen. Der Gegner sollte also getäuscht und hingehalten werten, während Rußland sich kriegsbereit machte.
£affunfl ber Gesellschaft für freie Philosophie findet zu Darmstadt vom 14. bis 19. September statt. Ihr Grundthema ist das gegenseitige Verhältnis von Werten und Vergehen, Leben und Tod. Reihenfolge ter Dor- trage (zwecks um 5V2 Uhr): am 15. Graf Hermann Keyserling: „Werten und Vergehen" Pro- sessor^Hans Driesch: „Organische Entwicklung": cmi 16. Graf Hermann Keyserling: „Geschichte
T5’ '^anß 00,1 Hattingberg: „Zwischen Leben und Tod": am 17. Di Paul Dahlke: „Samsava und Rirwana": am 18. Dr. ml« „Tod , und Wiedergeburt", Prof' Rikolar Arffemew: „Auferftehung": am 1' ~ Hermann Keyserling: „Schlußvortrag".
Eine gründliche und durchgehende Herabsetzung der Frachten ist dringendstes Erfordernis für die Wiederingangsetzung üer gelähmten Wirtschaft und die Wiederbelebung des Warenumsatzes. In urteilsfähigen Wirtschaf ls- krelsen hält man eine Senkung aller Tarife auch der Ausnahmetarife, um 25 Proz. für noU toen&ig, wenn von ter Herabsetzung ein belebendes Moment ausgehen soll, und glaubt, daß eine ! 'olche Frachtenermähigung durch die Verkehrsver- starkung die sie mit sich brächte, ter Reichsbahn keinen Ausfall, sondern eher eine Steigerung ihrer Einnahmen bringen würde. Das System der Au snahrnetarife, das unter ter Inflation uicht genügend gepflegt werten tonnte, müßte von neuem ausgebaut werden. Ebenso müßten auf der anderen Seite Verkehrstelastungen, wie die von ter Inflationszeit noch bestehenden Äie bitalnfen für Frachtstundung bis zu 10 Prozent täglich, also wahre Wuchersätze, schnellstens beseitigt werten. Auch die Sachverständige, auf
Gutachten die Eisenbahnverwaltung ihre Zurückhaltung zu begrünten scheint, haben in iprer Kritik ter Finanzierung der Reichsbahnen feine Erhöhung der Persvnenfahr preise und ter ?^cfvachten verlangt, eine solche vielmehr ausdrücklich abgelehnt uich die Besserung in einer wirtschaftlicheren Verwaltung ter Eisenbahn gesucht. Wir haben also nicht den geringsten Grund, auf das Inkrafttreten des Gut- achtens zu warten, um zu erfahren, was die ftem- bes Derwaltungsrates zu den Tarifherabsetzungen sagen würden. Die Schritte die getan werden müssen, sind so dringlich, daß rin Aufschub von Monaten verhängnisvoll wäre, ktnerlri Veranlassung, uns mit ^uckftcht auf den künftigen Einfluß des 2lus- landes schon jetzt unserer Tarifhoheit zu env -----v --------- v™ u.H । schlagen, die nach ter Gestaltuna des neuen Eisen- einen so langen Krieg geglaubt. Schwerwiegend bahngesetzes, wie man gehört hat, auch weiterbin war es ater, teß eS m Deutschland nicht gelungen nicht beeinträchtigt werten darf Es sollte darum war die Einheit der gesamten Kri^sführung zu geschehen, was unbedingt geschehen muh.
Die ältesten Bäder in Deutschland
Wenn jetzt einige Rord- und Ostseebäder auf rin hundertjähriges Bestehen zurückblicken können und dieses Jubiläum gebührend feiern, so sind diese Seebäder doch sehr jung gegenüber den ältesten Zeugen der Badettiltur auf deutschem Boden. Bereits vor 2000 Jahren sind Bäder in Deutschland angelegt worden, und zwar waren es die Römer, die das Dadeleben am Rhein zuerst pflegten. Diese ältesten Bäder lassen sich an der römischen Militärgrenze gegen Deutschland in den Limes-Kastellen ter römischen Legionen nachweisen. Der römische Soldat sah im D.od eine notwendige Erfrischung und Stählung des Körpers und wollte auch im „Barbarenland" nicht darauf verzichten. Schon ftmh aber begnügten sich die Römer nicht nur mit gewöhnlichen Bätern, sondern sie wußten sich die Heilquellen zunutze zu machen. Im Bereich eines jeden germanischen Legionslagers wurde ein Badeort angelegt, ter von der Militärverwaltung erbaut oder jeden- falls von ihr ins Geben gerufen war, wie die Stempel der aufgefundenen Ziegel zeigen. So entstanden überall Erholungsheime für römische Offi= $eoe und Mannschaften, die sich hier den Rheumatismus aus den Gliedern badeten, den sie sich m den Wäldern und Sümpfen Germaniens geholt pcrk^^So ist Aachen, dessen heilkräftige Quellen «isch berühmt wurden, von den nietergermanifchen Truppen erbaut; die Mainzer Legion legte das mächtige Thermengebäude Wiesbadens an dellen Reste bei einem Reubau in ter Rahe tes Fwchbrunnens aufgedeckt wurden. Die römische Militärstation Straßburg hatte ihre Kurorte in Daden-Daden und in Badenweiler; der
Zwettes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Deutschlands Zwangslage im Sommer 1914
Reuausgabe und Lombardierung von Roggenrentenbriefen An den Berliner Börsen werten von jetzt ab, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, auch die 10 der fünfprozentigen Roggenrenten- vriefe ter Roggenrentenbank A G. in Berlin notiert. Damit hat der Gesamtbetrag der an der Börse zugelassenen Stücke dieser bekanntesten Roq ■ genpfandbriefe die Höhe von 5 Millionen Zentner erreicht. Die Zulassung wetterer Reihen wi-d teanttagt. Wie uns ferner mitgeteilt wird, ist öte Reichsbank in der Gage, Roggenrentenbriefe ter Roggenrentenbank A.G., Reihe 1 bis 6 zu lombardieren.
Bücher-Pflege.
Da das eingebundene Buch so manchen Puff wishält, so glauben die meisten Menschen, mtt Buchern unvorsichtig und rücksichtslos umgehen zu dürfen. Aber der ed>te Bücherfreund, ter zu jedem Dante seiner Bücherei eine enge persönliche Beziehung besitzt, empfintet jede Grausamkeit, die Büchern angetan wird, wie einen ihm zugefügten Schmerz. Auch Bücher bedürfen sorg- sälttger und liebevoller Pflege, wenn sie sich gut halten und stets ihr schmuckes Aussehen bewahren sollen. Sv ist z. B. die Temperatur, in der sich die Bucher befinden, für ihre Gebensdauer von Wichtigkeit. Ein trockener, kühler Raum ist für sie am besten. Große Hitze ist schädlich, feuchte Kälte macht sie unansehnlich, und auch feuchte Hitze übt allmählich eine beeinträchtigende Wirkung aus. Die Aufbewahrung von Bibliotheken in feuchten ober heißen Räumen hat diel zu der Zerstörung tot barer Schätze beigetragen. Man soll die Bucher nie äu nahe an den Ofen oder direkt an oder unter die Fenster legen. Die Räte und bte Sonnenstrahlen lassen die Kirbe ter Einbände rasch auSblrichen, und außer-
rufender Seite stammender Beitrag zur Kriegsschuldfrage, in diesen Wochen von besonderer Bedeutung General von Kuhl gehört zu den Sachverständigen des Paria- iventarischen Untersuchngsauusschusses im Reichstage; sein großes Gutachten über bte Frage der militärischen Verantwortlichkeit beim Zusammenbruche 1918 wird grtnächst, im Rahmen der Publikationen
i Untersuchungsausschusses, bei ter utschen Derlagsgesellschaft für Politik g> Geschichte in Berlin erscheinen. Die c vorliegenden Darlegungen veröfteni- en wir mit Erlaubnis der „Zentralstelle Nir Erforschung ter Kriegsursachen" aus tem Archivmaterial dieses Instituts.
Die nachstehenden Ausführungen sollen die militärpolitische Gesamtlage ter Mittelmächte in ter Zeit unmittelbar vor Ausbruch tes Weltkrieges in kurzer Zusammenfassung beleuchten und ttarfegen, in welcher Zwangslage sich Deutschland tm Jahre 1914 befand.
Schon im Jahre 1908 forderte ter französische General Prudhomme in der „ France mili- $u,n Kriege gegen Deutschland auf. „Rie- mdlS,“ so rief er aus, „ wird sich eine bessere Gelegenheit bieten, unseren Platz in ter Welt wieder- zugewvnnen, dank dem doppelten, unerwarteten Beistand von Rußland und England, das danach strebt, Deutschlands Kriegsflotte und Seehantel äu vernichten." Kürzer und klarer, als hier durch . ten französischen General geschehen, läßt sich die militärpolitische europäische Gage in den letzten Jahren vor dem Kriege nicht bezeichnen
Während Deutschland im Sommer 1914 sich auf die Seite Oesterreich-Ungarns stellte, war es durch feine zentrale Gage selbst aufs äußerste gefährdet. Das hatte Gloyd George auch anerkannt, als er am 1. Januar 1914 im „Daily Chrvnicle" schrieb, dah die deutsche Armee eine Gebensbedingung nicht nur für den Bestand tes Deutschen Reiches, sondern auch für die Daseinsmöglichkeit ter deutschen Ration fei, da Deutschland von anderen Völkern umgeben sei, die ihm alle an Stärke fast gleichkämen . ..
Die vvrstehenten Betrachtungen haben ergeben, dah die militärpolitische Gage ter Mittelmächte zu Beginn tes Weltkrieges äußerst schwierig war. Was Conrad Bon Höhendorf stets befürchtet hatte, war evngetreten: ter Ring der uns feindlich gesinnten Mächte hatte sich um uns geschlossen. Die militärische Rvtlage zwang uns die Reutralität Belgiens zu verletzen. Die belgische Armee tvat auf Seite unserer Gegner, und Engend fand ten äußeren Gruitt) zum Eingreifen. Rußland hatte in seinen kriegerischen Vorbereitungen bereits einen gewissen Vorsprung erlangt st> daß sich Conrad von Höhendorfs Hoffnung,' dem noch nicht versammelten Gegner durch die eigene Offensive zuvorzukommen, nicht erfüllte. Die Unklarheit ter Lage und die trügerische Hoffnung. den Krieg örtlich auf Serbien beschränken M können, verleitete zudem ten Chef tes österreichisch-ungarischen Generalstabes, fast mit ter Hälfte des Heeres zunächst gegen Serbien aufzumarschieren. Ein schwerer Sch'aa für die Mittelmächte war die frühzeitige Erklärung der Reutralität Italiens, die es Frankreich ermöglichte seine Alpenarmee sofort zur Verwendung gegen Deutschland hevanzuziehsn.
Dah inner politisch die wirtschaftliche und industrielle Umstellung tes Landes für einen Well- friog _pon, Jotoem Ausmaß und solcher Dauer nicht hinreichend vorbereitet war, farm ten Mittel-
Don General der Infanterie a. D. von Kuhl.
Ehemals Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern.
' 1 185 Konkurse im Juli. Die Anzahl ter neu eröffneten Konkurse hat im 3Ui eine bi£terno$ ntot dagewesene Zunahme erfahren.
fnrd 1185 Konkurse eröffnet worden, gegen .. , 595 im Juni und 17 im Juli v. Is. In der Stet-
ra t gerung kommt außer ter Krisis auch der Abbau 19. Graf ter Geschäftsaufticht" zum Ausdruck; ein großer I Teil der schwebenden Aufsichten hat seinen Zweck
Dieser gefährdeten Lage trugen die Rüstungen Der Mittelmächte keineswegs ausreichend Rechnung. Die deutschen Heeresver- ftärfungen von 1912 und 1913 genügten nicht. Im Jahre 1913 wurden noch 38000 vollständig wehrfähige Leute nicht eingestellt. Die Fnedensstärke tes deutschen Heeres betrug im Sommer 1914: 761000 Mann einschließlich Offiziere. Die österreichisch-ungarische Wehrmacht war erheblich zurückgeblieben, ihre Friedensstärke betrug im Sommer 1914 nur 478 000 Mann. Die französische, . nr ----------
Friedensstärke von 880 000 Mann überstieg die' anJ wurde bie Mobilmachung angeord-
deutsche somtt ganz erheblich, und die russische war ilitärischen Standpunkt aus hat
mit rund 11/2 Millionen sogar doppelt so groß tf zweifellos zu lange gezögert.
Dem entsprach die Kriegsstärke. Sie betrug an -Runen konnten schon sehr früh die Ottensive
Feld- und Reservetruppen (ohne Ersatz-, Land- ergrelfen, früher als auf deutscher Seite und bewehr-, Landsturm- und Territorialtruppen) 1914 Inders in ten österreichischen Berechnungen, an- tn Deutschland etwas über 2 Millionen, tn Oester- toDdxm b>ar. Ein größerer Vorsprung
reich-Ungarn etwa 1 400 000, in Frankreich etwas Assen hätte die Ausführung tes zwischen mer als in Deutschland, in Rußland fast SV» des deutschen und tes österreichisch-
Millionen. Rechnet man auf ter feindlichen Seite ungarischen Generalstabes terrinbarten Opera- uoch Serbien, England und Belgien hinzu so iumsplanes gefährden können.
ergibt sich eine erdrückende Ueberlegenheit über r , Die Grundzüge dieses Aufmar- die Mittelmächte, auch wenn man zu letzteren die und Operativnsplanes g hen auf
Türkei und Bulgarien hinzuzählt. Grafen Schliessen zurück. Der Plan
Die Denkschriften des General- M allgemein bekannt so daß von einer weiteren st abes aus den letzten Jahren vor dem Kriege abgefeten werden kann,
geben ein klares Bild von ter Auffassung, die ter fr^attc flc^
G«ieralstab sich von ter militärpolitischen Gage f^nen mit
gebildet hatte, und von ten Schlüssen, die er dar- -> „ 1^, streitkra sten z u nächst t m Westen
aus zog. Sie beweisen zugleich, wie ferne es dem AE einen entschei-
©enciatf ab war sich darüber reicher nach dem russischen Kriegsschauplatz zu Gaae bePcteate^^J geförtem. Wie recht Moltke in seinen Erwäguw
nSfioe * n9I?r ? E mog- gen hatte, ist nach dem Kriege durch die Der-
d^r Operationen öffentlichungen tes russischen Aeneralquartiermei- k sich gegenüber sters Danilow bestätigt worden. Daraus geht J?1 „inneren Linie, hervor, daß die Russen für den unwahrsctein- t€n zugleich offensiv zu axrten, lichen Fall eines deutschen Aufmarsches aeaen muhte danach.streben, Osten beschlossen hatten, in das Innereres$Gan- Z>er etncn Seite eine tes auszuweichen. Die deutsche Offensive wäre Entscheidung herbeizufuhren, um sich dann nach zu einem Guftstoß geworden. Währenddessen wäre ± Mlt MrauS, aber mit «k« b^Mich-n
s uzchtiges war, zu verhindern, daß zu Beginn Offensive gegen ten Rhein zu rechnen gewesen.
hUn ®??ner tn ^cn. Mobil- Don größter Deteutung für die militärpoli- machungsvorbereitungen einen Dor- fische Gage Deufichlands zu Beginn des Kri-Ü^r fprung gewannen Die Bedeutung die für uns | und von einer weit darüber hinaus reicheichen
w Mobilmachung haben muhte, tritt | Tragweite war ter Entschlich der deufichen Kriegs
hervor. / I lritung, durch Belgien hindurch zu mar-


