ßeben«mttteln vvn der lutherischen Kirche von Nordamerika konnte hier einer Reihe von notleidenden Einzelpersonen und Familien eine Freude gemacht werden.
• O der- Bessingen, 3. März. 3n dem Dafaltbruch der Detonbaugesell- schaftGiehenzu Ober-Bessingen, in dem ungefähr 70 Arbeiter beschäftigt sind, wurde mit dem heutigen Lage der Betrieb wieder ausgenommen. Wenn auch der Arbeiterschaft er- vffnel wurde, daß der Auftragsbestand einstweilen nur ganz unzureichend ist, um eine durchgehende Desc^fkigung zu gewährleisten, so ist es doch im Snteresse der hiesigen Arbeiterschaft zu begrüben, dah nach der langen Winterpause nunmehr mit der Arbeit wieder begonnen wird. Dem Vernehmen nach soll auch in dem Basaltbruch der Detonbaugesellschaft Gießen in Ettingshaufe n in den nächsten Tagen die Wiederaufnahme des Betriebes erfolgen.
:/: LItphe, 3. März. Gestern abend veranstaltete der hiesige Gesangverein „Loreley" einen Llnierhaltungsabend. 3m Mittelpunkt stand die Aufführung zweier Theaterstücke, die beide recht auf die Zeitverhältnisse eingestellt waren. Das erste war ein Fremdenlegionärs- schickfal, das letztere, ein Singspiel, verherrlichte die stärkende Einigkeit, die gerade heute so nottut. Der Abend darf in allen Teilen als wohl gelungen bezeichnet werden.
=.= Wahenbvr n-S teinberg, 3. Mgrz. Gestern hielt der hiesige Kirchenchor seinen ersten LInterhaltungsabend im Saale „■3ur Krone" ab. Es wechselten Chvrgesänge mit Klavier- und Waldhornvorträgen. Man war dem Chor für feine Darbietmrgen recht dankbar.
Kreis Friedberg.
vch Butzbach 3. März. Während schon am Samstag Schülerinnen der Real- und der Stadtschule im Rahmen des Pfalz- und Rheintages Haussammlungen Vornahmen, die ein recht befriedigendes Resultat erzielten, fand am Sonntag nachmittag eine Kundgebung in der Turnhalle statt. Dr. Wämser trug einen erhebenden Prolog vor, der die Treue zum deutschen Rhein versicherte und Fräulein D ü r ck hob dies nochmals in einer Dichtung hervor. Die Ansprache des aus Mainz unter groben Schwierigkeiten seinerzeit geflüchteten Herrn M a l ch u s, der die ungeheuren Leiden der Rheinländer in ergreifender Weise schilderte war von prächtigen Gesängen des Real- und Stadtschülerchors und Dichtungen in Pfä^er Mundart, ernster und heiterer Art, die Studiendirektor B i n z e l und Schülerinnen und Schüler der Realschule in
schöner Weife vortrugen, umrahmt. Zu einer STktschliebung, die den Rhein-, Ruhr- und Pfalz- bewehnern unser« unwandelbare Liebe und Treue versicherte, gaben allen Anwesenden zugleich mit dem Gesang des Deutschlandliedes, auch mit der Schluststrophe: „Deutschland, Deutschland über alles und hn Unglück nun erst recht!" ihre begeisterte Zustimmung. Am Abend fand dann die gröbere Veranstaltung statt. 3n einer prächtigen Dichtung, die Hofrat S t e i n g oe t ter - Dietzen zum Verfasser hat, legte Dr. Wämser unser Treug löbrris zur Pfalz, zum deutschen Rhein ab. Herr Malchus hielt für den verhinderten Oberbürgermeister von Recklinghausen die Ansprache. Die Rede war von erhebenden Chören unserer beiden Männerchöre »Eintracht" und „Orpheus", sowie humorvollen Dichtungen in Pfälzer Mundart umrahmt. Auch jetzt wieder wurde kmrch eine Gntschliehung unsere unverbrüchliche Treue zum deutschen Rhein und seinen wackeren Anwohnern gelobt.
Wettervoraussage
Zeitweise aufklävend, etwas kälter, meist trocken.
Vermischtes.
Der Winter im hohen Schwarzwald.
Freiburg t Dr., 3. März. (WTB.) Die vergangenen zwei Tage, insbesondere der Samstag, haben auf dem Hochschwarzwald buherordentlich starke Schneefälle gebracht, die insbesondere auf der Hollentalbahn Freiburg—Donaueschingen derart stark waren, datz ein mit drei Lokomotiven gefahrener Per- svnenzug am Samstag im Schnee stecken blieb und erst nach stundenlanger Arbeit von mehreren Hundert Bewohnern der benachbarten Orte frei gemacht werden konnte. Die Fahrgäste verschiedener Züge mutzten in den Wartesälen der einzelnen Stationen unfreiwilligen Rachtaufenthalt nehmen.
Wo liegt El Dorado?
Das Dorado oder, wie wir unter Wiederholung des spanischen Artikels fälschlich sagen, das El Dorado, ist für uns sprichwörtlich geworden mit einem Land von märchenhaftem Reichtum. Hat es aber je ein solches Reich gegeben und woher kommt der Rame? Ein Sprachgelehrter, der dieser Frage nachgegangen ist, kommt za dem merkwürdigen Ergebnis, datz El Dorado nicht der Rame einer Stadt oder eines Landes, sondern arfprünglich der Beiname eines Menschen
war. 3m Ze trauer Der Gntveckrngten. atr man zuerst die amerikanischen Goldländer kennen lernte, tauchte die Kunde vvn „Goldstädten" allenthalben auf, und man möchte glauben, die Spanier oder Portugiesen hätten einer Stadt den Ramen El Dorado gegeben, sowie sie die Hauptstädte der neuen Länder Buenos Aires, Santiago, Los Angeles usw. nannten. Ein solcher Rame für eine Stadt ist aber nirgends überliefert. Der einzige Hinweis auf die Bezeichnung findet sich in der Geschichte des Leutnants des grotzen Pizarro O r e I l a n a. Dieser glaubte, ein Goldland zwischen dem Orinoeo und dem Amazonenstrvm, entdeckt zu haben, aber seine Hoffnungen erwiesen sich als falsch, und in der Wut über diesen Fehlschlag seiner Pläne rächte er sich an dem Herrscher des Landes, indem er seinen Körper mit Oel einfetten und dann in Goldstaub rollen lieh. Der also mihhandelte König wurde dann von den Eroberern zum Spott El Dorado, der vergoldete Mann, genannt. Ob die Geschichte, die Orellana erzählt, wahr ist oder nicht, bleibt zweifelhaft, jedenfalls blieb von diesem Abenteuer die Bezeichnung Gl Dorado übrig, die dann sehr-im Gegensatz zu dem eigentlichen Anlah auf Gvldländer angewendet wurde.
Büchertisch.
3m Verlag Spaeth u. Linde, Berlin C 2 sind erschienen „Die S teue r n wtVerordnungen" vom 7. und 19. Dezember 1923 mit umfassender Einführung von Rechtsanwalt Dr. Koppe-Berlin. Der Zweck der Steuernotver- vrdnungen besteht in der Rotwendigkeit, dem Reiche schnellstens greifbare Mittel zu schaffen, um die Währungsreform zu stützen, um das zu erreichen, war zweierlei nötig: wertbeständige Steuern und vereinfachtes Verfahren. 3n allgemeinverständlicher Weise führt das Buch in diese Gesehesmaterie ein und macht sich durch die übersichtliche und klare Anordnung des Stoffes für den Steuerpflichtigen unentbehrlich.
— „Die Lage im Orient" behandelt der ausgezeichnete Kenner der Verhältnisse Mb recht Wirth in der soeben erschienenen Rr. 4120 der Leipziger „3 llustrierten Zeitung" (3- 3. Weber). Aus dem übrigen 3nhalt des Heftes ist besonders erwähnenswert ein Aufsatz über die Zweite Deutsche jagdausstelümg in Berlin, sowie ein Artikel über die Goethe-Ausstellung in Kopenhagen. Die merkwürdige Erscheinung des „Albinismus", des Mangels an Farbstoff in der Haut von Tieren und Menschen behandelt Dr. Johannes Dergner. An Reproduktionen von Kunstblättern stehen an erster Stelle
Tunr vmxrtren vvn Paur Herrmann, Darunter eine ganzseitig reproduzierte Radierung „Maria della Salute in Ven^ig" Aus dem vor kurzem mit grvtzem Erfolg in Berlin aufgeführten Ribelun- gen film bringt das Heft sechs charakteristische Ml- der. Eine ganz besondere Gabe bietet die Zeitung ihren Lesern mit der Rotenbeilage „Pompeja (QIntiEe Idylle)" des beliebten Komponisten Walwr Riemann.
Eingesandt.
(Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Eine Ditte an die Stadtverwaltung.
3n einem jamervollen Zustande befinden sich die Bürgersteige im Schiffenberger Weg. Ist es der Stadtverwaltung nicht möglich, dieses Liebel zu beseittgen, wo eben noch genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen? Die Bürger, welche die letzten Häuser bewohnen, versinken im Schlamme, besonders in der Dunkelheit. Ebenso ist es mit der Stratzenbeleuchtung, wo Abhilfe geschaffen werden muh. Die Deleuch- tungsernrichtung ist vorhanden, aber sie funktio- niert nichL. 3
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