wnrnidler Hbrftcht nach den DrundsäH« der 25iLi?fal tzugesichert hätten, daß als) die Frage» der rusfi schen Schulden, der Enteignung von Privateigentum und der Propaganda grundsätzlich bereits geordnet feien.
Ter Brüsseler Berichterstatter der „Dru- vre" tt*H wissen, daß vor etwa einem Monat der belgische Kabinettsral sich mit der Frage der Anerkennung Rußlands beschäftigt habe, ohne daß es $u einem Beschluß gekommen sei. Sem Außenminister Jasper wurde freie Hand gelassen, eine Anttlennung Ruhlands de iure solange zu vermeiden, als die Sowjetrrgie- rung nicht die russischen Schulden anerkannt inb die belgischen Privat inte ressen irgendwie entschädigt habe. Somit stehe Jasper nach dem Berichterstatter die Anerkennung de facto noch offen, die eine Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zur Folge haben würde. Sie Schwierigkeit liege darin, daß zwischen beiden Ländern kein Handelsvertrag bestehe. Bon gut* unterrichteter Seite wurde der Berichterstatter daraus hingewiesen, daß auf diejenigen Waren, die für die russisch« Ausfuhr nach Belgien in Betracht kommen, geringe Zollabgaben erhoben werden, oder daß sie völlig zollfrei sind. Sie belgische Wirtschastsmissivn in Moskau werde also fürs erste bis zum Abschluß eines neuen Handelsvertrages genügen. Der Berichterstatter hält *S für nicht ausgeschlossen, daß angesichts der englischen Initiative Las bägische Kabinett bereits am Montag entsprechende Beschlüsse fassen und dann die Entsendung einer WirtschaftSmissivn nicht mehr lange auf sich warten lassen werde. Die gelsischen Industriellen, die ungeduldig feien und vor einiger Zeit bereits einen Delegierten nach Rußland zur Ausnahme von Verhandlungen entsandt hätten, der aber nicht nach Rußland gekommen sei, hielten jetzt einen -weiten Unterhändler bereit, der versichere, daß er sich in Moskau De hör verschaffen werde.
Rach Diättermeldungen aus Rom verlautete gestern abend, daß heute
bat italienisch»!ussische Abkomme» unterzeichnet
werden solle. Den Blättern zufolge werde auf Grund des Abkommens Rußland seine Zolltarife zugunsten von italienischen Waren ermäßigen. Italien würde Rußland im Austausch gegen russisches Getreide Fertigwaren liefern. Außerdem werde in der Küstenschiffahrt in den russischen Häfen des Schwarzen Meeres die italienische Flagge ein Vorrecht aeniehen. Die ttallenische Regierung werbe schließlich der russischen Handelsmission in Rom den sämtlichen beweglichen und unbeweglichen B e s i h der Botschaft des ehemaligen Zarenreiches und der Regierung Kerenski übergeben.
Die Sachverftandigenarbeit in Berlin.
Berlin, 2. 5c6r. (WTV.) Bon der Ersten Sachverständigenkommission, die heute keine Vollsitzung abhieu, beschäftigte sich heute der erste Unterausschuß mit dem Budget, insbesondere mit dem statistischen Material, das chm von der deutschen Regierung übermittelt worden war. Der zweite Unterausschuß hat sich mit dem Bank» wesen befaßt. Beide Unterausschüsse habe« am VornrittaA und am Rachmittag getagt. Der Zweite Sachverstandigenausschuß hat eine Vollsitzung abgehalten. Der Reichsbankpräsident wohnte sowohl einem Teil der Sitzung des Zweiten Unterausschusses wie einem Teil der Sitzung des Ersten Unterausschusses bei.
Wie daS _B. T." hört, ist im Ersten Sach- ««ständigenausschuß der Reparationskommission mn dem von der deutschen Regierung vvrgelegt« Rhtterial auch eine eingehende Darstellung über die Frage der Besatzungskvsten übergeben worden. Rach authentischen Schätzungen belaufen sich diese auf ungefähr 7—900 Millionen Gold- marf monatlich (I). DieS ist eine Summe, die von der deutschen Regierung auf die Dauer nicht bezahlt werden kann, ohne die deutschen Finanzen einer neuen Katastrophe entgegen- zuführen.
Der Separattstenskandal in der Pfalz.
Au« der Pfal^ 2. Febr. (Wolff.) Die separatistische „Regierung" hat durch ihre Afterbezii ksämter den Landbürgermeisterämtern der Pfalz ein Schrciben zugehen lassen, in dem erklärt wird, daß für die Er werbS- losenfürsorge 100CO) Goldmark bereit liegen. doch nur für diejenige« Gemeinden, bte Treuerklärungen gegenüber die'er Regierung abgegeben hätten, ohne sie später tute?er gtr'ücfouncbmtTT. Diejenigen Gemeind en, die Treu- erklirungen zurückg-mvmm n bitten, hätten keinerlei Ihrterftüfpmg in Paß- oder sonstigen An gelegen Hst teir zu ertoartm.
Die angeblichen Mittel der Autonomist en können ur auS Erpressungen und (gewiser tPvbßklanrtT ausländischer Quelle stamme.r K.-naz-ichnend dafür ist, daß der .Präsident" Bley b.t einem der letz!en Besuche durch die Pr.-ss. auf einr Frage nach der Herkunft seiner Geldmittel in sichtliche Verlegenheit geriet und dies» Frage mcht bcaittoorttte.
Ein Bauer namens Gröger in Boden» Hausen, der abfällige Steuerungen über öt> Separatisten gernacht hatte, wurde mit 10000 Goldmark Geldstrafe belegt Gröger, ein vermögender Dauer, weigerte sich dir Strafe zu bezahkm und wandte sich btt chwerde führend an die Rheinlandkommissron in Koblenz. In seiner Abwesenheit tarnen die Separatisten in fen Haus und rannten, Gröger hätte nicht gleich nach Koblenz zu re-fen brauchen, man hätte verhandln kö. n -n Serner verlangten sie. daß die jüngste Tochter Gröger« sich auf das 'Bezirksamt begeb?, schnnbar um aB Geisel zu dienen. In Koblenz wurde Grvger von der Rhernlandkvmraijsion erklärt, daß biefe Strafe hinfällig fei.
Am 24. Januar wurde der separatiftifche Gruppenführer S s ch von der französischen Be- sahungsbebörde in Koblenz wegen Diebstahl« feftgenommen unb in das Militärgesäng- nis in Landau gebracht.
Rach dem „Journal des Döbats" soll eS nicht ausgeschlossen fein, daß die Frage der pfälzischen Derwaltung von neuem die Rheinlandkommission b schöf igen werde, die verschiedene Lö!ungSmr< ick,ketten bereits in Erwägung gezogen habe. An der Verwaltung der Pfalz würden nach diese» Pläne» die deutschen Behörden unter Leitung der Rhein-
Lanbtonumffton beteiligt werden. Der Vorschlag der Rheinlandkommis ron fei zur Zett Gegenstand der zwischen Paris und London schwebenden LB er Handlungen.
Botschafter v. Hoesch. Gesandter v. Keller.
Berlin, 2. Fsbr. ,'WTB) Der ReichSpräfi- deut hat den Geschäftsträger in Paris, Dr. Leopold v. Hoesch zum Botschafter in Paris und den bisherigen Gesandten in Belgrad, Dr. v. Keller zum Gesandten in Brüssel ernannt.
Die französische Regierung hat, wie Havas mitteilt, ihre Agrement zur Ernennung des deutschen Geschäftsträgers in Paris, Botschaftsrat v. Hösch zum Botschafter erteilt
Dr. v. Hoesch, der im 43. Lebensjahre steht, trat 190Z in die diplomatischr Laufbahn ein. Er war in einer Reihe von Missionen im Ausland tätig. Bora 18. Januar 1921 an war er zunächst als Legationscat der Botschaft in Paris zugeteilt, al« deren Mitglied er dann Mitte 1921 zum Botschaftsrat ernannt wurde. Seit dem Einbruch in das Ruhrgebiet und der Abberufung dc.-> Botschafters Dr. Mäher fungierte Herr v. Hoesch al« Geschäftsträger in Paris.
Der neue Gesandte in Brüssel, Dr. v. Keller, stammt aus der konfulnrischen Laufbahn. Er wurde 1901 Bizekonsul in Kairo, trat dann 1918 als Hilfsarbeiter in das Auswärtige Amt ein und wurde dort 1919 zum Legationsrat ernannt Im August 1920 wurde er zum Geschäftsträger in Belgrad, Ende 1921 zum dortigen Gesandten ernannt
Der Mordanschlag gegen General von Seeckt.
Berlin, 3. Febr. (Priv.-Tel.) Wie das „B. X.“ mitteilt, ist die Untersuchung in der Affäre Thorman-Grandel wegen des geplanten Mordanschlages gegen General v. S e e d t nunmehr abgeschlossen. Die Untersuchung hat sich im wesentlichen auf den Tatbestand der Anstiftung zum Morde beschränkt Der hochpolitische Hintergrund der Angelegenheit wird vielleicht den Gegenstand eines besonderen Verfahrens wegen Hochverrats vor dem Staatsgerichtshof bilden. Rach dem Ergebnis der Untersuchung ist an der Ern st Hastigkeit des Mordplanes nicht zu zweifeln. Thormatm und Gran- del haben sich gegenseitig stark belastet. Beide stehen persönlich weder der nationalsozialistischen Bewegung noch der deutsch-völkischen Partei nahe. Die Behauptung, daß Thormann für eine fremde Macht gearbeitet habe, ist aus der Lust gegriffen. Das Dunkel, das über den tieferen Beweggründen und den Hintermännern des AttentatSplanS schwebt, ist durch die Untersuchung nur zum Teil gelüstet
Wilson f-
Washington, 3. Febr. (2Bo!H.) Der ehemalige Präsident Wilson ist heute gestorben.
»
Da« deutsche Boll wird diesem Männe, dem e« einst allzu viel vertraute und der es barm in der furebtbarften Weise enttäuschte, ja um die Einlösung feierlich gegebener Versprechungen betrog, keine Träne nach weinen.
Wilson wurde am 28 Dezember 1856 in Staunton (Virginia) geboren. In Princebon unb Virginia studierte er Geschichte, Rechtswissenschaft und Philosophie und wurde 1879 zunächst Rechts- anwalt in Atlanta. Einige Jahre daraus wandte er sich jedoch der akademischen LMlfbahn zu und wurde Professor für Geschichte und Volkswirt- schäft in Dryn-Mawr. dann in Baltimore und zuletzt in Princeton. Hier war er auch 1902 Rektor. 3m Jahre 1911 bewogen ihn heftige akademische Kämpfe, das Katheder mit dem Sessel des Dtrwaltungsboamten zu vertauschen unb als Gouverneur von Rew°Btrsep der inneren Politik seines Landes praktisch näher zu treten.
Am 7. Rovember 1912 siegte Wilson bei den Präsidentenwahlen in 40 von 48 Staaten mit 442 Elettoralstimmen. An Voltsstimmen erhielt er 6157 000 von etwa 14500000. Es mar für die Welt ein verhängnisvoller Tag. an dem gerade dieser Mairn zu dreiem Amt gewählt wurde. In Wilsons erste Amtsperiode fiel der Ausbruch des Weltkrieges.
DaS Eintreten Amerikas in den Krieg war bald nur eine Frage der Zett. Schrttt für Schritt lieh Wilson sich hierzu drängen. Am 8. Rovember 1916 erfolgte seine Wiederwahl zum Präsidenten. Bald danach erfolgte das Friedensangebot der Mittelmächte vom 12. Dezember 1916. Wenige Tage danach richtete Wilton eine Rote bett. Wiederherstellung des Friedens an die Kriegführenden (22. Dezember 1916). Während Deutschland sich umgehend, nämlich am 26. Dezember 1916, zu Verhandlungen bereit erklärte, lieh die Entente sich bis zum 10. 3anaar 1917 Zett zur Antwort. Sie richtete an Willon jenes bekannte Dokument, das jede Verhandlung mit Deutschland ablehnte. Trotzdem lieb Wilson tn einer Rede, die er am 12. Januar 1917 vor feinem Senat hielt, durchblicken, daß er die Antwort der Entente, obwohl sie unerhörte Croröemngen gegen die Mittelmächte ausstellte, für befriedigender halte, als die deutsche.
Die deutsche Regierung eröffnete nun den uneingeschränkten U-Brot-KKrieg zu dem sie ui» zwischen besser als früher gerüstet war. Dir bett. Rote erging am 31. Januar 1917. limgeftenb erklärte nunmehr Wilson am 4 Februar 1917 den Abbruch der Beziehungen^ am 6 Februar erlieft er an läm.licke Reutrale die Aufforderung. sich seinem Borgehe» anzusä ließen. Am 2. April 1917 erklärte er bann in einer Rote vor dem Sen rt, daß Amerika sich im Kriegszustand mit Deutschland befinde.
In seiner Kongretzrede vom 8. Januar 1918 formulierte Wilson, in fernen berühmt geworbenen „14 Punktensein Prog imm des IBel ft-ieben«, das Deutschland zum DerhängnrS wurde. Am 4. März 1921 trat er als ein gebrochener Mann hör bet Weltbühne zurück um feinem Rachiolger Harding, der au« dem Lager der Republikaner kam, die Präsidentschaft zu übertaffen.
Kleine politische Nachrichten.
Die preußische Regierung war an das Reich mit der Forderung berangetreten, wegen der Erhöhung der Mietszuschlägc vom 1. Februar ab die Ortszufchläge der Beamten zu erhöhen Dem . B T." zufolge hat das Reich dies abgelehnt und eine Erhöhung der Ortszuschläge frühestens für den 1. April in Aussicht gestellt.
Wie die .Deutsche Tageszeitung- erfährt, ist zwischen der Rentenbank und der Reichs- banf eine Vereinbarung getroffen worden. daß die Reichsbank nunmehr Rentenmarkkredite für die Landwirtschaft auf dem allerschnelllien Wege der Landwirtschaft zu führt. Die Verwa! uugsratsmttglieder der Rentenbank legten besonders darauf Wert, daß der Zinssatz, den die Landwirtschaft zahlen muh, so gering als möglich festgesetzt wird.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 4- <*M>ruar 1924.
Die Stcuerkcrmine im Februar.
Für die Zahlung der Reichs steuern im Februar gelten die nachstehenden Fälligkeitstermine:
5. Februar: Lohnsteuer (letzte Ianuar- dekade). Keine Schonfrifi.
10. Februar: Einkommensteuer-Vorauszahlung au« G ewerbe und Ber g- b au: 2 vH ber Ianuar-Betrieb«-(Rvh-)einnah- men abzüglich der dem Steuerabzug unterworfen gewesenen Lohn- und Gehal tsau f Wendungen. Schvnfrist: eine Woche
10. Februar: Vorauszahlung auf Körperschaft«st euer 1924 wie vorstehend. Schvnfrist: eine Woche.
10. Februar: Umsatzsteuer: Voranmeldung unb Dvraus.rahlung für Januar für Betriebe von erheblicherem Umfang (Umsatz 1922 mehr als P/2 Millionen Mark!). Erstmals 2l/> v. H. des Umsatzes. Schvnfrist: eine Woche.
15. Februar: L vhnsieuer (1. Februav» dekate). Keine Schvnfrist.
25. Februar: Lo hnsteuer (2. Februar- dekade). Keine Schvnfrist.
29. Februar: V ie rteljahr«-Ei n ko m- mensteuer-Vorauszahlung 1924 von Einkommen au« Land- und Forstwirtschaft, Wein- und Hopf en bau, Obst-- und Gemüsezucht sowie sonstiger M>denbewirtschaftung: je 1 Gvldmark für je 1000 Mark Derrn ögtnswert 31. 12. 1923 bzw. solange der Dermögensbescheid nicht vorliegt, von dem zuletzt für die Landabgabe zugrunde gelegten Wert. Bei Pachtung sind 10 v. H. der auf das Kalenderjahr entfallenden Pacht summe an ber ©teuer zu kürzen. Schvnfrist: eine Woche.
29. Februar: Vermögenssteuer für 1. und 2. Vierteljahr 1924 auf Grund ber Vermögenssteuererklärung 31. Dezember 1923. Fall« bi« 29. Februar die Erklärung nicht abgegeben ist, tritt an die Stelle der Halbjahrs-Bermögenssteuer das Dreifache, bzw. für Erw«bSgeselIschaften da« Sechsfache des al« zweite Rate der Brotversor- gangsabgabe entrichteten Betrag«. Roheres darüber bleibt abzuwarten. Vermögen von nicht über 5000 Gvldmark sind steuerfrei. Weitere Befreiungen bzw. BergüMigungen für Alte und 8c* trc bSunsähige (Kapilalbesitz ober HauSgrnnd» stüde zusammen nicht über 20 000 Goldmark. bzw. Ermäßigung ber Steuer um ein Viertel für alle physischen Personen bei nicht über 10000 DoQ>» mark Vermögen und dessen Zusammensetzung wie vorher angegeben). Schvnftist: eine Woche
*
Aufwandsentschädigungen nicht steuerpflichtig.
In der zweiten Steuernotverordnung unterliegen nach Art. 1 § 16 Aos. 2 Ziffer 1 dem Steuerabzug auch die Aufwandsentschädigungen. Der Hansa-Bund für Gewerbe, Handel und Industrie hielt diese Bestirmnung für ungerecht und undurchführbar und hat sich deshalb an den Reichsrannfter der Finanzen mit einer entsprechenden Eingabe gewandt. Hieraus hat der Reichsftnanzminrfter in Form eines Rundschreibens an dir Landesfinanzämter geantwortet Aus der Antwort heben wir hervor:
„bafo bare Auslagen von vornherein bei der Berechnung de« einz .behalttnben Steuerabzuges bann außer Ansatz Weihen, wenn sie dem Arbett- geber im einzelnen nachgewiefen oder dem Arbeitnehmer nur in einer solchen Höhe vergütet werden. daß die CBergütung unzweifelhaft nur zur Deckung barer Auslage» aus reichen Lrnn. Als typische Fälle solcher baren Auslagen füge ich an: tatsächlich entstandene Reisekosten (Eisenbahn- fahr auslag n,ÖJ lafw g nfar en. Fahr kolken xum Bahnhof und zurücks, äckeveroachtungsgelder, Koste» für Zimmerbenutzung in Gasthäusern, Auslagen für Kofferttanspvrt, bare Auslagen für Telegramme und Telephvngebühren, sowie die bei auswärtigen Arbeiten gewährten, in Tarifverträgen festgesetzten Auslosungen, sofern fie nur in einer solchen Hohe gewährt werden, daß sie ausreichen, um die Mehraufwendungen durch den auswärtigen Aufenthalt gegenüber der Haushalt« Verpflegung zu decke».
Bvrausfetzung für die Freilassung der Entschädigungen für bare Auslagen vvm Steuerabzug ist also,
1 daß eS sich um Auslagen handelt, bfe mit dem Dienstverhältnis hn Hisammenhang stehen,
2. daß die Auslagen entweder im einzelne» nachgewiefen werden, ober bei ihnen Bein Zweifel darüber bestehen kann,
3. daß sie nicht bereits durch de» steuerfreie» Lohnbetrag abgegvlte» sind".
** Die Arbeitszeit tn der Metallindustrie des LahngaueS und Ob erhessenS. Man teilt ans mit: Unter dem Vorsitz eine« Vertreter« des Reichs» arbeitSministeriumS fanden nochmal« Verhandlungen über den vom Deutschen Metall- arbeiterverband abgeleßnten Schiedsspruch statt. ES wurde eine Vereinbarung erzielt, wonach die im Schiedsspruch vorgrseh«« Ar- beikS-eitverlängerung eintrttl. De ttie Streitpunkte wurden durch Verbindlich-.rklärung erledigt. Ebenso wurde ein vom Arbeitgeber« verband abgelrhuter Schiedsspruch über die Löhne für verbindlich erklärt
•• Falsche Sisenbahn-Gutfcherne. Bon den Gutschein« der Rachsbahndirektto» Frankfurt a. M zu .Zeh» BiLbeten Mark' mit dem Saturn 6 Rovember 1923 ist eine Fälschung tn den Verkehr gebracht worb«. Sie ist a» dem
Fetzten des Wasserzeichen« leichr ertennm, trenn die Schcüic gegen das Licht gehalten werden. Obttott dir KeTMzttch« ztner besonderen kunstgerechten H rslel.urgs^tt e Photograph^, Steindruck) deullich hervoi.treten, sind doch We Zeichnungen des älnttrgrundes sehr verschwommen und ungenau Fast gar nicht sind dre bna Verzierungen bi der M Ue nnl dem unts bea Worten Zehn und Mark liegenden Flügelrad E erfcnnen. Der kreisrunde Stempel mit dem Adler ist aut dem Falschstücke ooaL i
** Verbilligte Sonntagsfahrkarten von kleineren Orten nach größeren Städten. Die zur Förderung der VoltegTsundh:it elngefübrten Sonnlagökarten mit Sabrpr.üer.nä :igunj unterläge» bi. her der Be-' schränkung, daß sie nur an Bewohner großer Städte zum Besuch von nahegelegenen Erholung«-, orten ausgegeben würben, nicht dagegen füll' Fahrten von dem flachen Land unb von Deinen Städten nach der Großstadt. Der Reichsoe-.tehrs- mirrifter entschloß sich nunmehr. Sonntagskarten auch der berufstätigen Bevölkerung tn den kleinen Städten unb auf dem flachen Lande zugänglich zu machen und ihr dadurch Gelegenheit zu geoen. ebenfalls landschaftlich bevorzugte Gegenden auszusuchen, oder sich durch den Besuch städtischer Bildungsstätten auch adltig zu erholen und fortzubilden. Demnach sind die Reichs da hndftettionen ermächtigt worden, wenn ein Bedürfnis vor liegt und betriebliche Schwierigkeiten nicht zu erwarte» sind, auch von Deiner en Orten nach größeren Städten Sonntag i farten einznführen. Zugleich wird die bisherige Belchränkung aufgehoben, wonach Svnnlagslarten von selchen Orten nicht ausgegeben werden soll«, nach denen selbst -Sonntag starten auf liegen. 3m wir» fchas llichen Interesse der Reichsbahn sollen dort, wo ein Bedürfnis dazu vorliegt, Sonntaaskarlen auch für die -wette Wagenvasfe au «gegeben werden.
•• Don der Hessischen Handwerkskammer wirb uns mitflettlh: Die Linderung der Krcditnot des Handwerks hat die Hessische Handwerkskammer mehrfach be- schüfttgt. Rach eingehenden Verhandlungen ist die Handwerkskammer nunmehr tn der Lage, für die Beschaffung von Rohstoffen, insbesondere für die Holzversorgung, Darlehen zu günstigen Bedingungen hinzugeben.
•* Von der Angestelltenversiche» rung.^Die Umstellung der Angestelltenversicherung auf Rentenmark ermögl chte eS der Reichsversicherungsanstalt für Ang stellte, die bisherige Beschränkung des Heilverfahrens auf Lungenkranke fortfallen zu lassen und da« Heilverfahren wieder wie früher auch auf andersartig« Erkrankungen zu erstreden.
** Die Ortsgruppe der Mae- Regcr-Gesellfchast, zu deren Gründung schon längere Zeit Dorbereitungen Im Dange waren, ist mtt einer Zahl von mehr als 20 Sinzel- mitgücbern ins Leben getreten. In der ®rim- dungsvcrsammluna. die am 30. Januar statt» fand, suchte Dr. Heinrich Roefe unsere Einstellung auf Reger und sein Wert mtt prägnanten Worten zu skizzieren. Prof. Dr. Walther gab einen durch persönliche Erinnerungen besonder« wertvollen Rückblick auf Reger« Deziehungeis zu Gießen. Der geschäftliche Teil der Tagesorb« rrnng erbrachte den Ausblick aus ein große« tveiwerzweigte« Arbeitsfeld Der Vorstand dem die Herren Dr. Heinrich Aoese, Dr. 3. R 0 tzk 0 pf. Pros. Dr. Walther. Konzertorganist Adolf Wieder, die Damen Frau Sophie Kindt-Wiebe r, Frau Dr. L e l h - Wetzlar. Frau Dr. Spohr- Gießen an gehören, wird den weiteren Ausbau ber Ortsgruppe mtt allen Kräften fordern. Für den März ist die Einberufung der ersten groben Mitgliederversammlung geplant. Unter Förderung ber Ortsgruppe werden am 10. unb 11. Februar zwei groß» Orgelkonzerte tn bet Stadtkirche veranstaltet. Konzertorganift Adolf Wieder wird In einer aufschlußreichen Gegenüberstellung am ersten Abend Werke von Bach und am zweiten die entsprechenden Komposttionen von Reger zum» Dortrag bringen. Ruth Arndt (Alt) wird u. a. Lieder au« dem Sch-meMschen CMangbwb vm, Dach und geistliche Lieder von Reger (op. 1371 fingen. (Dgl. die Anzeige tn der heutigen Rr.)
Vornotizen.
— Tageskalenber für Montag. Lichtspielhaus Bahnhofstraß': .D'e Tragödie ber Liebe" unb .Chaplin« erster She^wist". — Palast- Lichtspiele: .Der Boxerkönsg von Reuhvrr' unb .Rachtstürore". — Astori-i-Lich!sbi^e: .Die Sekte ber Geheimnisvollen" unb .Das Haas des Der- gessenS".
— Lichtdilber-Dortrag. Am kom- DvimerStaa abend 8 ilbc veranstaltet die Studenten Hilfe bi der Reuen Aula einen vicht- bilder-Doittrag über da« Thema: .Jenseits bet großen Mauer". Der Dortrageitde führte, wie man uns schreibt, in den Jahren 1906/07 verschiedene größere Reifen in Rorb-CWna au« unb brachte von diesen ein reichhaltige« Bildermatenal al« Ausbeute mit nach Hause. Unter den Bildern befinb'm sich Landschaf t«ausnahmen an« dem norb- chftiestschcrn Gebirgs- unb Stromgebiete, Aufnahmen von ber Dreßen MM er und au« dem nördlich ber Mauer gelegenem Teile deck IohvfkusseS. wo ftch u. a. China« interessante Bauwerke, die vom Kaller Ehien-luna errichtet« Rachbrsdirngen b?r Wohnsitze deS Dalatz» und de« Takchi-Lama, da« Potala in Lassa unb d«S Hsrngkung in Schtgatte (Tidet) be’rib*n. Außerdem besitzt ber Borttagerche eine An ah geschichtlich wertvoller Aufnahmen von der Flucht der chttiesischen Kaif:rfamiltz- im Sommer 1900. trn denen er mehrere gelegentlich feine« Vortrages im Lichtbilde verführen wird. Der gesamte Erlös an« dem Bortotge kommt restlo« ber Wtniernotz- büfe unb ber Stndentenhilse zugute. AuS diesem Grunde schon allein dürfte sich ein recht zahlreicher Besuch der Beranstzilkung empsehl« Räheres im heutig« Inseratenteil.
— „et n Weg zum eigenen Heim" ist ber Titel eines Vortrags, den Diplom-Ingenieur Weisen am kommenden Mittwoch hn Kathol. BereinShau« halten wird. Der Redner ist in weiter« Kreis« als erfolgreicher Baufachmarin für zett- und raumsparende Kleirnvohnhäuler bekannt. ®r wird feint Ausführung« durch Pläne und Lichtbilder von nach feinen Gedanken bereit« ansgeführt« Bauten erläutern. (Siehe Anzeige m der SamStzag -Runnn er.)
4^rtirrvvrnn6fa<tc
Meist b deckt, noch RegenfÄIe. mllb
Landkreis Gictze«.
♦ Heuchelheim, 31. Jam Dieser lagt fand sich ber hiesige Turn-Berein im Gast- 1 Haus zum Treppchen $u dem üblichen Winter-


