Ausgabe 
4.2.1924
 
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ar. 29

(Er1d)rixi tägvch. a»ß« 5e*«u unb {Jeietlnge, Mit d. Semstagtbeilagt: 8KfceecT3a*idimb ibiiet

Hloiott >1 «jnopiti* 2jy> Goldmark et»- schließlich Irdqerlol)*, auch bei N'chterscheimeN einzelner Nnmmern in. loloe höherer Grroall. - ^ernsprech.Lnlchlöfie: Ur bk Schrifklertun, 112; ftr Verlag »ab «elchöfieftekle 51.

Lnlchdft für Vrohrnach. richten laieigerOtetze». poll^ftftonto:

greeflirt a. M- UM.

Montag, 4. Zedruar 1924

Erster Blatt

U4 Zahrgairg

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

ürurf mb Dtrfeg: VrLhlfch« UitDerRtäts-Bi» mb Siclnbmdcrei H. tarne in «ietzei. Schnftleitrng nnb »ef^SftsWeöe: Stheltrafc 7.

Ini^i« hi lijelatw füi bi« 2a-eon»«mer di» jun ^achmmag vorher rt n« sedeverbtnblichkeÜ.

PttU für l mm Höhe fit vnjei««n von 27 mm Breit« örrlichk. auawLNo 10 Goldpienntg; fir Re- KIame«An eigen t> TOr m Brei«, ü »oldplennia, Plvtzvotfchrift 30" , Rnf» fchlaq. - BerantmoNltch ft-r Tebhb u 3em8eten Dr Fried r v?,lh Dange; ftr den üditqen led ErnstBlumlchein-Urde» Anjei-entei! ^anaBech.

Zömtlich in Gießen.

Post und Bahn auf eigenen Füßen.

Heben bem AufwertungSgelcy hak das AeichSkadlnett In der vergangenen TDodx noch zwei andere, überaus wichtige Totlagen her­ausgebracht. nämlich den Entwurf einer Ver­ordnung über die Verselbständigung der Veichseisenbahnen, sowie ein Pvstfinanzgesetz Die .Deutsche Reichsbahn- soll als gesonder­tes wirtschaftliches Unternehmen, getrennt vom Reiche, organisiert werden. Das Reich bleibt Eigentümer und Äontrollbebörbe. Vorläufiger Leiter bleibt der Reichsverlehrsmin fter. 6pa- ter übernimmt ein Generaldireltoriurn die gcfamte technische und geschäftliche Leitung des nach kaufmännischen Gesichtspunkten zu betreibenden Unternehmens, aber Immer noch unterAufsichteinerReichSin stanz. 3n ganz ähnlicher Weise und voraussichtlich zum gleichen Termin (1. April 1924) soll die Post- und Telegraphenverwal­tung finanziell auf eigene Füße gestellt werden.

DaS klingt sehr praktisch und amerikanisch, hat aber allerlei Haken, besonders bei der Eisenbahn. Das Reich hat jetzt nur ein Ziel und einen Gedanken: seinen Haushalt auSzu- gleichen. Dazu gehört, daß es seine teuer ge­worbene Tochter, die Reichsbahn, aus dem Haushalt entläßt, ihr keine Zuschüsse mehr zahlt. Leit der Ruhrbesetzung wurde die Reichsbahn durch laufende Zuschüsse (in Pa­piergeld) erbal.cn. Dor dem Ruh.e nbruch war ihr Etat noch ausgeglichen. Sie bedurfte keiner Hilfe des Reiches. Der Schlag der Entlassung traf die Reichsbahn, als mit der Rentenmark die Unterstützung aufhörte, in einer recht un- günstigen Lage. Die Umstellung auf die Goldmarkrechnung schob die Fahrpreise zu­nächst über die allgemeine Kaufkraft hinauf und brachte starke VerkchrSrückgänge. 3n Vor­aussicht der jetzt eintretenden Schwierigkeiten bat die Reichsbahn schon seit Monaten alle Reu- und Erweiterungsbauten auf das Min­destmaß des Allornotwendigsten eingeschränkt. Aber diesen Einschränkungen sind ®rennen ge­zogen, die von der Rentabilität bestimmt wer­den. Doch wäre eS töricht, heute von einem l^ankrott und Zwangsverkauf zu sprechen. Der Wert der deutschen Reichsbahn beträgt schät- zungS2>else v e z'g Mill arten Goldmark, denen als »Schulden- einschließlich des auS- gecebenen Notgeldes noch nicht eine halbe Mi 1 arde gegenübelstehi. D e Schwierigkeit besteht also eigentlich nur darin, eine Form zu finden, um die Reichsbahn anleihe - fähig zu machen und ihr flüssiges Geld zu beschaffen. 2ln 3nten Renten,' die die Reichs­bahn einfach kaufen wollen, um sie in ein Pri- va'unternehmen zu verwandeln, fehlt eS nicht. Aber dem Reisepublikum und den Frachtkun­den der Reichsbahn wäre es sehr bald und sehr schmerzlich fühlbar, trenn die Eisenbahn keine öffentliche Einrichtung mehr ist, trenn sie nicht mehr dem Verkehr dient, sondern privat- geschäftlichen Zwecken. Und da die Geld- frage leicht zur Machtfrage wird, lauern auch politische Gefahren im Hintergrund.

An diesen Kllpven galt cS vorbeizusteuern. Wie sich dasRe chs a i eit d e f igeRech S- form der Verkehrsbetriebe denkt, ist noch nicht Bar. Man muh die Einzelheiten der Gesetz­entwürfe abwarten. Ang blich soll für die Eisenbahn eine VctriebSgcsellschaft gebildet werden ähnlich der, die aus den österreichi­schen VundeSbahnen auf Anraten des eng. lischen Eisenbahnsachverständigen bei der Rc- paraiivnSkomm ssion. Acquorth, gebilke wor­den ist. 2lter außer dieser geschäftlichen TranS- alt Ion scheint uns doch auch die verwal­tungstechnische Seite ter An e'egenle t sehr wichtig. Und dafür bietet 3t alten ein gutes Vorbild. Die italienischen Staatsbahnen haben unter dem TitelSie faszistische Re­gierung und die Sanierung der Ei enbahnen" eine kurze Denkschrift herauSgegcben, die für die deutschen Verhältnisse sehr viel Wissens­wertes bringt. DaS mit der Sanierung betraute .Auhcrorteatliche Äomm f arial übernahm blc italienischen Staatsbahnen in einem fast verzweifelten Zustand. Rech einjährigem Dir- ken hat das Kommissariat sein Ziel erreicht: Die Disziplin ist wiederhergestcllt, die Der- schlvendung im Materialverbrauch unterbun­den. die Auswüchse des m ßverstandenen Acht­stundentages sind beseitigt, das 3ntereffe der Eisenbahner an gercgcl er, fleißiger und wirt­schaftlicher Dienstleistung ist geweckt, der Ab­bau um rund 25 Prozent ter Gesamtbelegschaft burdjgefübrt. Alles das klingt, merkwürdig vertraut, an die Reformen an, die der deut­schen Reichsbckhn nottun. Wenn dasReich feine beiden Kinder, Post und Dahn, in den freien Wlrt'chaftskampf umS Dasein entläßt, muh eS ihnen Charakter und Erziehung mit- geben«

Stresemann über die politische Lage.

Sowjetrussische Spekulationen in Sachsen vereitel«. Gemischte Gefühle in England gegenüber Ruhland.

Stettin. 3. Sehr (TB B » Außenminister Dr ötrefemann hielt herite im gtifycn Börten- faal gelegentlich einer -]HiiglieNr.eriammlung bet Deutschen VvlkSpanei eine Xebe über die po­litische Lage tinlciienb führte Dr S t res e» mann bn Hinblick aus die Rackichen t»om Kran­kenbett Wilson« au«, bib die THeb beii des deutschen Voltes die Waffen niebn gelegt habe, weit cA an Ne Versprechungen Wilson« geglaubt habe Mit b.m Ra men W.llon lei unter außen- politische« Schtckfal t>7rknupsl. Wir tonnen heute nur die Außenpolitik eine« waffenlosen Volte« treiben.

Wir müssen un« mit allen Jträften dagegen wehren, daß man un« die moral.sehr Schuld am Weltkriege -»schiebt.

In der ®cgcmnart mach.' sich doch schon eine ge- Wiste Sntlo^nnung br früher allda gegen Deuttch- lanb eingeflcll en Meinung der Welt geltend. 3n dem Zusammen:« t der Sachverständigen sehe er den Ausdruck der Sorge und der Unruhe der Well, beroorgerufen durch die Entwicklung der Dinge seit dem Frieden von Versailles. Eine der stärksten Tatsachen, vor denen die Welt heute ftebe, sei der

Währung-Verfall in Frankreich.

Man habe immer bebautet. Deutschland hätte den Wähl-urgisturt selbst b rbeig führt, um stch sriaen äußeren und inneren Derpflich ungen zu entziet-en Aber wie groß wäre bann Ne Schild de« Orna­te«. der als Sieger aus dem Weltkrieg beroor* gegangen fei? Aufgabe der Sachverständigen wäre es. Ne Frage zu losen, wie Ne Währungen der Länder zu regeln seien, so daß sie wieder in ein feste« Ve.häl nt« zueinander lammen. Un»weifet- haft trerN sich ein Zusammenhang dieser Frage mit allen anderen Fragen ergeben, Ne darauf be­ruhten. daß

Deutschland keinerlei Leistungen übernehmen könne, wenn seine Sinheit zerstört sei.

Dr. Stresemann ging sodann auf Ne politische Lage im Inneren ein Sin Volk, da« den Krieg verloren habe, muffe sich darüber klar fein, daß e« doppelt arbeiten mäste, um für die kommende Generation wieder erträgliche Verhält­nisse au schaffen 8r verteidigte dann die Haltung Nr Regierung gegenüber Sachsen. Daß der Einmarsch Nr Reichswehr in Sachsen richtig war, beweise die heutige Rümmer de« .Vor­wärt«. in der eine in M o Sk a u gehaltene Rede S i n owi ew« toicNrgegeben fei. In der Nefcr sagte, daß der Vo sHew'smu« gehofft h be, von Sachsen au« in Deutschland enmarschierr« zu können.

Zur WährungSsrage übergebend, be­tonte der Aus-enminister. daß wir zu einer festen Währung nur durch die Balancierung de« Etat« kommen fönnten.

Interna ionale Strebte für Hand l, Industrie und Landw rtschaft feien no wend^ um un­sere Wirtschaft w eder in Gang ?n bringen. D.e VefahungSkvsten Lunten n cht läng e mehr be­zahlt werden, sollten wir nicht zu einem neuen Wahru g« ekfctt kommen.

Sie seien jäher bl« jetzt getragen worden, um die Bevölkerung der Webten Gebiete nicht noch größeren Drang'alierungen auSzusefien Dr. Sttcsemann schloß, daß Ne Deutsche Volks Partei jebem die Hand reichen wolle. Nr bereit fei, am Wiederaufbau des Reiche« mitzuarbeiten

Sinowjews Enthüllungen.

Ne Nr

gezogen werden. In Sachsen sei eine Mehr- Kt dr 6^iT*m?frrit~n und Kommun ften aut pa [am ntar: che' Gru dl>ge v rhand n

Da« Srekutivkomure sei stet« gegen die Bildung einer tgakn Regienrng aut

Grundlage getre en. Al« wir abcrNe öreigntfle so einschätzlen. daß die Krise nur eine Frage om wenigen Wochen fei, ___

hielten wir den Momrnt für gekommen, um unter Nflimnuen BediTigungen in Ne Re­gierung einzutreten, ____

damit wir un« von Sach'en au« yn» Kampf für die Macht entfallen konnten.

Da« trat, al« General Müller ernannt wurde. Wir nahmen an. daß die 3eanerTegicrung bereu war. wirklich ygen da« Weiße Bayern zu tomb- ren und sofort einen bewaffneten Qbxfftanb mU 60ÖC0 Nutschen Arbeitern darchzufuhosn. Tw Dinge vrLz^gen sich aber ganz anders aU wir t'vigcfehtn batten. Dir Kommun Hat tnoer fächlrfchcn Regierung'lcn 'khyur alSMil- gTieNr etner gewöhn! L-n Äoaltttc«. Darauf schrieb da«rctiUir*?Dm tec etnei vertrau­lichen Brief an die HP D m Km d biefj: .Wir in Moskau beurteilen, wie Such am bekannt ist, den

Rach Nm Bericht bei .Vorwärts" über Gnthül ungen Sinowjew«, bat die er auf I fiten Parteito-.r r-nz Nr R. K P u a ge agt: durch die Cragn st- d2 Sommer« srt Ne Ä?ntmu- nistt ch- Pirtc in Ni Kampf etwr in Deutschland noch u cht dag:wefenen retro- Int onären Welle

Eintritt Nr Kommunisten in d e sächsische Re­gierung lediglich al« ein mil tärisch-straiegi- sche« Manöver.

Ihr habt Nefcn 3irtlr.li in eia-n politischen Block mit der Linken d-r Soziald.m-»krati- verwandelt. Ne Such Ne Hand reichte Wir stellten uni Ne Sache fo vir. daß Nr Eintritt in die sächsische Regierung nur

die Eroberung eine« Kampsselde« b-deuleie, um auf ihm d.e Entfaltung der Kraft unserer Armee zu ermoglichrn.

Ihr habt c« o arg-zog-n, die Bet-tl gung an der sächlichen R-girrung in eine banale parlamen­tarisch- Kombination zu v:r oankein Drrrau« er­gab sich unsere politische Riederlage. Sch.limrner al« da« - es ergab sich bar au« bei­nahe em? Komöti » ne R ederlage im Kampf- Hatten wir ertragen tonnen; w-nn aber eine tevo­lutionäre Partei

am Vorabend eine« Aufstande«

sich bire.t läch-rlich macht, bann ist da« schlimmer ob eine Ri-d riage So bereitet man eine Revo­lution nicht vor

Die Neubildung

der russischen Regierung.

Mo«kau. 2. Sehr. sWTB.) In Nr ersten Sitzung Nr Aliruststch-n Sowjeterekutive ttnirN Nr Rat der Volkskommissare gewählt. Nr sich folg-nNnnaßen zusammenletzt: PräliNnt R y k o w. Landwirtschaft Smirnow, (Xrnäprung Kalmanowihsch. Sx ian en W la di m jrow, 2Iib.it Bachutow. Inncr-s Delcborodow, Justiz Ker Ski. Unterricht Lunatscharski. Volk«hvgi.me Somaschlo, Wohlfahrt Iako- w e n k o. Inspektion S ch w e r n i k. Ium Vor­sitzenden NS VolllwirtschaftSvat« tmirN Bogdanow gewählt.

Die von ber neugebtlNten Zentralerekutive der Sowjetunion gewählte

Unio ;reg erung

seht stchl wie folgt zusammen Präfident de« Rate« der Volbkommis^ire^ Rykow. Stellver­treter Kamenew, gleichzeitig DorsitzenNr N« 2iate« Nr ArNit; Verteidigung Ijurupa. gleichzeitig VorsirzenNr Nr PianwirtschastSkom- Mission, ferner Orachelaschwili und Ts chu- bar; Aeußere« Tschitscherin, Krieg Trotzki. AußenhanNl Krassin, Verkehr Rudsutak, Post Smirnow. Inspektion Kujchschew. Arbeit Schmidt. Ernährung Brjuchanow, Finanzen Sokolnikow. Prä­sident bet Obersten DoltowirtschaftSra^S DscherschinSki

Der Sowjet ko greß bat einstimmig eine Gut- fchließung angen"m.nen, in Nr zunächst mit *Be» fiiÄtgang festgestellt wird, daß die

de jure-Aner!ennmtg der Sowjeir:g'erung einer Nr ersten Schritte der englischen ArNiter- regierung sei Die Einschließung wrist darauf hin. daß Ne aus der großen ruf stchen Re?olu ion ber- vo.gegangene Arboi er- und Bauern Regierung bet Sowjetunion sich von Ansrng an al« erste« Ziel den Kampf um dm Frieden gestellt und unermüd­lich Ne Wi de Herstellung normaler CB? iehunaen zu sämtlichen Vollem angestrebt hat. Die engliiche 2fttKixrfd<ilt sei alle-eit mit den werllä tien Sowjetrepubliken bei Nm Kampi um den F ir- dm treu nerf ünNl gewtten Als 3rgebniA Nr FriedenSprli ik der Sow-jetregierung unter Ce­ntn« Führung unb N3 festen Willen« N3 eng- lischen Volle« sei Ne Wiederherstellung normaler Be iehun-rn zustanN gekommen. Angeiich'S Nr gekpann <m in'emattmalen Be Übungen gewinne Ndcr Schtitt Nr engli'chen 3rbctter:egicrunq N- ftrtNre Bedeuiung. Der Kongreß erlitt, daß die A b i Sa m l sch. ft mit b-n Böl'ern Grvhb? t an- nienS fiel« eine Nr wichtiasten Sorgen der Union- rrgierung Neiden tre d:, die in Ue «reinftimmuag mit Nr Fri N Apclitik alle Bemüh mgen zur LL- fung ber strittig>m Fragen und zur Festigung Nt wirt'chafilichm Verbind.!ngen ein eyen Werke Der Sot-jetkvr^r<H reiche Nm englischen Volke brütet- lich Ne Hand unb boauf rag? Ne Unionregierung, alle au* brr erfolg <n Anerkennung Nr Sowjet- rogcrung f: I gen den Schritte zu unternehmen.

DieenglischeAnerkennungsnote.

London, 3 Febr (WTB.) Die Rote, mit der Ne englische Regierung Ne r u f f t f <b e Re­gierung formell anerkennt, tourN von bem britischen Vertreter in MvSkau Hvdg eon überreicht In Nr Rote heißt e«

.Ich haN Ne Ghte, auf Weisung meiner Re­gierung (Bure Srzellenz zu Dcrflänbigm. daß sie Ne Vereinigung Nr sozialistischen Sowjetrepu­bliken aU de fure-Qtegienmg Nr Gebietsteile NS vormaligen russischen RcicheS anerkennt. Gleichzeitig teile tch mit daß zweck« Schat'urg normaler sreundschaillicher Be-iehungen und vollen kommerziellen Verkehr« c« notwendig fein wird,

eebgü'tigc praktische Abkommen bezüglich einer Anzahl von Fragen z» schließen,

von denen einige nicht direkt, andere aber sehr eng mit Nr Tatsache der Anerkennung DerbunNn sind. Unter letzteren mag die Frage der früher

abgeschloffenen Verträge erwähnt werben Ttd ung (*r Majestät wurN verstänNgt. daß

Ne Anerkennung Nr russischen Sowjelregierung nach den Grund'ätzen de« imernailonalcn Recht» automatisch alle zwilchen den Ntoen Ländern vor Nr russischen Revolution abgeschlossenen Ver­träge in Kraft bringen wird, außer Nnen die gekündigt oder fönst wie In juristtfcher Beziehung erledigt wurden G« g.

den t>eiNn Ländern zum Vorteil, daß Me Lage bezüglich dieser Verträge zugleich mit der An­erkennung geregelt wird

Die Probleme Nr Regelung der bestehende« Anlpiüch: der Regierunttzm unb von Privatper­sonen Nr bttden Part.4-n gcgene.njnNx In tech­nischer Beziehung haben

mit Nr Anerkennung nicht« zu hm.

find aber offenbar von größter Bedeutue^ für beiN CänNr unb für den Wiederaufbau de« rufsischen Kredit«. Ferner ist c# offenbar, daß die freundschaftlichen Brziehungen nicht al« vollständig deze.ch!ret werden können, solange eine Partei Onmb hat. die andere Im Verdacht zu haben, daß sie gegen ihre Inteersfen Propaganda treib!. Unter die en UmfiAnNn ladet Ne brit sche Regi rung Ne russische Regie­rung ein. sobald wie möglich be'.rollmäch late Ver­treter nach Lond-n zu entsenNn. um diese An­gel .gcnh.iien zu erörtern unb einen

endgültigen Der rag zur Rrg.-ltmg Nr mter- led.gten Fragen

zu treffen. Inzwilchen wurN ich b;« zur Er­nennung eine« Botfchafler« zum Geschäftsträger bestellt.

Ich habe den Auftrag mitzuteilen, daß Seine, Majestät Regierung erfreut sein wird, gleichfalls den ru(lil±c! t'VdjiTtstrdgcr zu empfanget^ Nx die Regierung bei Union Nr Sowjetrepubliken beim englischen Hofe bertritt

Geteilte Meinungen in England.

London, 3. Febr. (WB) Reuter meldet Hier herrscht die 2lu|faffung, daß die Rote an äi glaub den Stempel diplomatischer Dor­si ch t trägt und daß sie den

Bolschewisten nur d.« zum halben Weg« entgegenkommt. Die Anerkennung hat wih ode* feinen Wert für Rußland, wenn nicht Ne jetzt folgenNn Verhandlungen fo Der laufen, daß Rußland Kredit erhtllen kann Die britische Re­gierung wird wihl-fchinlich die ZorNrung auf- rechter halten, daß Rußland Me bestehenden Der- pflichtungen anerkennt.

Wie Reuter weiter meldet, sind brit »sche HandelSkreise der Ansicht, daß Me Aner­kennung der Sowie'reaierung an sich In keiner We se ben enplt ch- us Heben H inte! för ern teerte Zwar werde die A er ennung al« ein Schritt auf Nm rech en Wege b'giübi d>ch N iten die Ver- ti-eier de« Hand iS an drß die Wi-Nra s"ahme bei HanNl« in hohem Miße von Nr erfolg eichen Bändigung der Tkr'xniMungen Nzüglich der ßu- rückcrstattung deS Eigentum« und Nr Anerken­nung Nr Schulden aßßängt. Der Gründer Nr Vereinigung Nr brt lichcn ©fftubiger a genüNr Ru' land. Tal bot erflärte, Me Gläuvger zer­fielen in zwei Klassen; Me eine widersetze sich unier allen Umständen Nr Anerkennung Ruß­lands. Me andere stehe Rußland sympa hisch ge­genüber. fei sich aber darüber Hat. daß c« wert­los wäre. G.ld a szuwenden. wenn e« in einen unergründlichen Abgrund falle.

Der DireVor Nr Ba tu-Petroleumfelder Tweed, betont ebenfalls, daß eine

Entschädigung für die Enteignung gezahlt werden müsse. Wenn Me Frb^i'en und der Privach'siy in Rußland j>urü4erftattet wür­den. so würden nnnde^henS 75 Prozen- Nr An- !piüch< an Rußland automatisch Nrlchwittden. Denn d^g'gen die Sowietregiet-arg nicht auf den Grundsatz Nr Gnteigrung auSländ schen Eigen­tum« verzick/e. werN fie keine Unterstützung fet­ten« Nr britischen Bankier« erhallen.

Pariser Informationen.

Pari«. 3 Febr (Wolff.) Der Ghes be. rustllchm HanMlS^rtoctung h London. Ra­kow Sktz. erklärte dem "B rich'erstatter de« .Pe­tit Pa rillen", e« lei bemerfendttert. daß Me gestern v-rötf<ntlichte englllche Rote mit der kategorischen Feststellung Nr Anerkennung b e jure beginn*. Schon durch diese Formel trerN eine Atmosphäre geschaffen, Me die betnr- steßenden Verhandlungen Naünftiqe T4e T*- antworttrng Nr Ftagc de« BerichterstallerS. ob nicht zvtt'che- Ntben Regierungen eine grund- läoliche Verständigung erfolg<n werd', lehnte Ra- kvwSto ab. Die in der englld^n Rate verlangte Anerkennung bet trot Nr RcvoluHon ge­schlossenen Dertrcge w:rd n^ch RakowSkh«

Ansicht keine ttbennäfig e Schwier gleite» machen.

SS handle sich um eine einfach- Anwendung be* Völkerbundes und die r-?cht!ich hinfällig geaxw- bam ober gekündigte Vtoträge seien von den Deicha^dlungen auSgesch'Nlln. Ter Berichterstat­ter will ben Sind ruck gewonnen habrn. daß Lon­don unb MoSlau sich bereit« die Regelung der ' beiberkttigen Forderungen in hektischer, und tV