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gunge n für bte Rückzahlung der Schulden ge» währen zu können, als England. Die fran- zösischen Iahlungen werden sich auf 80 Jahre erstrecken. Der Zinssatz für die ersten fünf Jahre beträgt 2—2Vs Prozent, für die folgenden Jahre wird er A—33/< Prozent betragen. Man glaubt, dah der Kongreß ein auf dieser Grundlage abge- schlos>senes Abkommen ratifizieren w^rd.
Die deutsche Sprache im Elsaß.
Eine Kammerrcde Herriots.
Paris, 3. Dez. (TA.) In der französischen Kammer kam eS gestern nachmittag bei Erörterung des Budgets von Elsah-Lothringen zu einer interessanten Debatte über das Sprachten- problem. Als einer der ersten sprach Abgeoick»- ncter Peirvtes: Die meisten Elsässer, so erklärte er, beherrschen nicht die französische Sprache und obwohl die elsässische Jugend große Fortschritte In der Erlernung des Französischen mache, sei der Gebrauch des Deutschen bei Gerichtsverhandlungen, im Theater, in der Kirche auf der Kanzel und in der Presse unbedingt notwendig. Insbesondere müsse die deutsche Sprache vor dem Gericht mit Rücksicht aus die unbemittelten Klassen zugelassen werden, weil sonst geradezu drastische Justizirrtümer vorkommen tourten.
Das Befremden einiger Pariser Blätter sei ganz unverständlich. Schiller, ter Ehrenbürger Frankreichs von 1793, habe ein Anrecht auf Rucks^cht. Sei es wirklich ein Verbrechen, wenn eine deutsche Truppe in Straßburg Vorstellungen gebe und sich deutsche Spvrt- verbände mit französischen Sportklubs in Paris im friedlichen Kampfe treffen? — Zu demselben Thema sprach dann Abgeordneter Müller: Tatsache fei, daß Elsaß an dem deutschen Dialekt fest halte. Man müsse sich das Wort Napoleons ins Gedächtnis rufen: „Laßt sie deutsch sprechen, wenn sie sich mir als Franzosen schlagen." (Lebhafter Beifall.) Es läge im Interesse sämtlicher Äonfeffionen, daß d i e Kinder deutsch lernen, um an dem religiösen Leben wirksam teilnehmen zu können.
Ministerpräsident Herriot antwortete: Frankreich habe erlaubt, in den Schulen wöchentlich drei oder vier Stunden deutschen Anterricht erteilen zu lassen, da- -zu kämen drei oder vier Stunden Religionsunterricht, die ebenfalls in Deutsch gegeben werden können. Man könne also nicht behaupten, daß Frankreich den Versuch mache, die deutsch^ Sprache zu verbannen. Aber es sei nicht die Aufgabe Frankreichs, die deutsche Sprache in Elsaß-Lothringen zu fördern Die deutsche Sprache sei schon an und für sich durch die Gewohnheiten in den Familien und durch die vielen Jahre der Okkupation gefördert worden. Ausgabe der französischen Regierung sei es, alles Mög-i liche zu tun, um die Verbreitung der französischen Sprache zu erleichtern. Aus diesem Grunde wende man bei den kleinen Kindern die direkte Methode an, während man ;4>ei den älteren Kindern die i n d i r e k t e Methode Jantoente; also die Kinder von sechs bis acht Jahren lehre man in Französisch, um ihnen den Jn- . stinkt für das Französische beizubringen. Die fron»
I zösische Regierung sei der Ansicht, daß man den mittleren Kräften, die in Elsah-Lothringen den Gebrauch ter deutschen Sprache anempfehlen, den t Gebrauch ter französischen geistigen Kräfte ent» -Legenstellen müsse. < ________
Der Nevaler Putsch.
Am vergangenen Mittwoch ging in Reval der Riesenprozß gegen die e st ländischen Kommunistenorganisatio- nen zu Ende, bei dem allein 39 Angeklagte zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt tourten. Der Hauptführer der Kommunisten, der Abgeordnete Jaan T o m p , war wegen seiner Hetzreden während der Verhandlurgen und wegen unerhörter Beleidigungen des Ge^chts bereits am 14. Rovember zum Tode verurteilt und am folgenden ^age trotz des Einspruchs des Sowjetbotschafters in Reval hingerichtet worden. Die Regierung war mit aller Strenge vorgegangen, um die ständige Amsturzgefcchr, die durch die „ unmittelbare Rähe Sowjetruhlands besonders bedrohlich ist, durch Festsetzung der Haupträdelsführer zu beseitigen.
Der Prozeß und tee strengen Strafen haben offenbar die Veranlassung zu dem Kommu- ntstenputsch geführt, von tem Reval heim- gesucht tourte. Allem Anschein nach hat er sich auf tee Hauptstadt beschränkt. Meldungen aus ten Prvvinzstädten wissen nur von absoluter Ruhe zu melden. 51m so schlimmer tobte ter Aufstand in ter Hauptstadt, wo bei den Straßenkämpfen sowohl die Regierungstruppen wie die Aufständi- l'chen zahl eiche Drrl fte e litten. Den Regierungs- truppen scheint es nach schweren Kämpfen gelungen zu sein, ten Kommunisten die besetzten Gebaute zu entreißen ünd die Ruhr wieder herzustellen.
Aus ten ginzen Vorgängen geht d.rs eine m t Cicherh it hervor, daß es ter estländischm Regerung bisher nicht gelungen toir, die bolschewistische Gefahr in ihrem Lande zu bannen In der Hauptsache ist biefe Tatsache darauf zurückzuführen, daß die Auslandspropaganda der Eowj treg'erung es her sehr le cht hat, die Kommunist n mit Kampfwerkte gen zu unterstütz n, zumal Sowj trußland den Gedanken an eine Zurückeroberung der Rand- staaten nk auf geben wird. Sofern die Randstaaten in ter Lage sind, diese Gefahr aufzuhalten, habe sie auch vorläufig Dasein sterechri- gung, da ein weiteres Vordringen des Dalsche- wismus nach Westen nur eine neue Beunruhigung Europas und namentlich Dra sch- lands bedeuten würden. Die Kommunisten- Prozesse, die in ter letzten Zeit in De ttsch.4 nd Die Gerichte beschäftigten, haben erwiesen, daß auch bei uns bi c kommunistische Gefahr keineswegs gebannt ist. da sie von Rußland aus immer wieder mit Geldmitteln genährt wird.
Die esthnische Regierung protestiert in Moskau.
Paris. 2 Detz. (TU.) „Information" erfährt aus Reval, daß die esthnische Regierung gestern efne energische Protestnot: rach Moskau geschickt hat. E,rhland verlangt die Einstel- lung der feindlichen Kundgebung , Die in Moskau, Petersburg und m and.r n StöD ten veranstaltet tourxm In der Ro' ctoicb f - igcftent, daß Beamte der Sowjetregie rungan ten Kundgebuit-iM teilnahmen und
eine vretoi'mon gegen die „Weißen Banditen des esthnischen Kabinetts" zur Annahme gelangen liehen.
Schwere (Gefängnisstrafen für deutsche Redakteure in Polen.
Danzig, 2. Dez. (TA.) Der Herausgeber des „Pommereller Tageblattes" in Dirschau, Dr. Krull, ist von ter Strafkammer in Stargard in Pommerellen wegen Verächtlichmachung der Staatseinrichtungen, Verbreitung von Tatsachen und Verübung groben Unfuges zu einem Jahr Gefängnis rmb sechs Wochen Haft verurteilt Worten. Der R^atteur Kra- n o s ch k e erhielt drei Monate Gefängnis und vier Wochen Haft, und der Redakteur (Seger zwei Wochen Gefängnis. Dr. Krull tourte sofort in Haft behalten. Das ungeheuerliche Urteil geht über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus, ter ein Jahr Festung und acht Monate Gefängnis beantragt hatte. Das Urteil läßt sich nur daraus erklären, daß der Vorsitzende des Gerichts, der
Aus aller Wett.
Das Verbrechen in Saiger.
Die furchtbare Bluttat in Saiger beschäftigt die Oesfentlichkoit wach wie vor m hohem QltaDe. Gestern in den Mittagsstunden gi g uns die nachstehende Schilderung von Ei z lheiten über das grausige Verbrechen zu, die wir für einen Teil unserer fyaudgen Ausgabe wieberhoien:
Das Verbrechen ereignete sich in der Villa des Direktors Fritz A n g e r ft e i n von dem Haigerer Zweigwerk des Wssener Stahlwerks van der Zuipen. Die 80 Jahre alte, krank im Bett liegende Mutter Angersteins, dessen 32 Jahre alte Frau, deren 18 ober 19 Jahre alte Schtoester, das noch auf ten Speicher geflüchtete Dienstmädchen, zwei Bureaubeamte, die sich gerate auf ten Heimweg begeben wollten, der aus Dälenburg stammende Gärtner und ein zu dessen ArbeitsHilfe bestimmter 28 Jahre alter Arbeiter wurden sämtlich durch Axthiebe getötet. Direktor A n g e r ft e i n , ter gegen V26 Ahr noch in der
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Mitglied des polnischen Westmarkenvereins ist, mit aller Gewalt wie aus tem Verlauf ter Verhandlungen hervor ging, die Angeklagten für schuldig erklären wollte.
Das Urteil im Freiburger llommumsterrprozch.
Freiburg, 2. Dez. (TA.) Der Staats- gerichtshof zum Schuhe der Republik hat am Dienstag, nachmittags 3.30 Ahr, in dem Aoch- verratsprozeß gegen die Führer teS oberbadischen Aufwandes, der das Gericht nahezu drei Wochen beschäftigte, bas Arteil gefällt. Von insgesamt 37 Angeklagten wurden 19 zu s ch w e r e n Z u ch t- haus st rasen in einer Gesa nthöhe von 67 Jahren verurteilt. Davon erhielten die Hauptangeklagten Kaufmann Hans Steiner acht Jahre Zuchthaus und Edmund Rummele aus Zell im Wiesentale sieben Jahre Zuchthaus. Vier Angeklagte wurden freigespcochen.
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Bei ter llrteiUtegrünbung hielt ter Gerichtshof folgenden Sachverhalt als erwiesen: Die K. P. D. erstrebte das Ziel, di: gegenwärtige Regierung mit Gewalt zu stürzen und eine Arbeiter- und Dauer nregierung nach tem Muster ter.russischm Sowjetregierung aufzurichten. In diesem Sinne betätigten sich im Herbst 1923 auch die oberbadischen Kommunisten, wobei sie die ursprünglich aus Lohnbewegungen entstandene Anruhe in Lörrach und Umgebung zu ihren Zwecken zu benutzen suchten. Bei diesen Anruhen war eine Reihe von Angeklagten beteiligt. 3m Zusammenhang mit den von den Kommunisten schon während ter Anruhen verfolgten Plänen sanden bann im Lause des Oktobers unter Leitung einiger Angeklagter in Reustadt im Schwarzwald, Brombach, Zell im Wiesental, Lörrach und Lörrach-Stetten Versammlungen statt, wobei von einigen der Angeklagten aufrührerische Reden gehalten wurden, und die nähere Ausführung ter geplanten Aktionen besprochen wurde. 3m Anschluß an diese Versammlungen fanden auf Anstiftung der als Führer hauptsächlich hrrvorgetretTiren Angeklagten Steiner und R ü m m e l e verschiedene schwere Einbruchsdieb stähle statt, wobei größere Mengen Sprengstoff erbeutet wurden, die bei der Anfertigung von Handgranaten Verwendung fanden. An diesen Verbrechen und Vergehen gegen dgs Sprengstoff- eesey war eine größere Anzahl der Angeklagten eteiligt. Alle diese Umtriebe wurden größtenteils inszeniert in Ae herein st immung mit den von verkomm uni st ischen Zentra le in Stuttgart gegebenen Anweisungen. Einen klaren Einblick gewährte in dieser Beziehung die bei einzelnen der Angeklagten, hauptsächlich bei tem Angeklagten Steiner gefan» denen Fra gebogen und sonstigen Schriftstücke. In den Dersarnmiungen wurde nicht nur von qctoaltfamem Umsturz gesprochen, sondern auch die E'mh.rltung eines (Stuttgarter Kampf- pla n. s von den Führern (Steiner, Rümmtte und Herbster» empfohlen. Aus allen diesen Grünten tarn das Gericht zu dem Schluß, daß alle An- gettagten mit wenigen Ausnahmen sich des Vergehens und Verbrechens des Hochverrats, gegen das Sprengst offg.-setz ur,b gegen das Repa-
I blifschutzgesetz schuldig gemacht haben»
Stadt mit Bekannten gesprochen hatte, wurde beim Betreten seines Grundstücks im Vorgarten von einem Mann gestellt, in die Hand und dann so heftig mit einem Seitengewehr in die Seite gestochen, daß die rechte Bauchseite aufgeschlitzt tourte. Er tourte Montagabend noch operiert. Die Verbrecher hatten zwei Faß Benzol m i t g e b r a ch t, womit sie das Haus von oben her begossen und bann anzünteten.
Von den Bahnbeamten und den Rangier- lokomvt oen tourte, als man das Anheil bemerkte, sofort höchster Alarm gegeben, und von allen Ee ten eilten nun 'beherzte QUännec und die Feuer- toehr herbei. Der Brand konnte alsbald gelöscht werten, so daß nur ter Dachstuhl des Hauses ab- biannte. Das Diensttitädchen sand man e ft nach längerem Suchen auf tem Speicher als halbver- kohtte Leiche auf.
Roch feine Klärung.
Bis gestern abend waren die R a ch forsch u n g e n nach den Mördern ergebnislos geblieben. Allerdings hat die Polizei im Laufe des gestrigen Tages acht Verhaftungen vorgenommen, es ist aber noch nicht sestgeftellt, ob einer der Verhafteten mit dem Aeberfall in Zusammenhang zu bringen ist. Ein größeres Kommando SiegenerSchuhpolizei, sowie Kriminalpolizei, darunter auch solche aus Frankfurt am Main, ist zur Aufklärung des Verbrechens eingesetzt worden. Ein besonderes Mord- k 0 mm a n d 0 der Polizei ist tätig, das in der Rächt vom Montag auf Dienstag die Mordstätte und die Spuren schon mit 10 Polizeihunden abgesucht hat. Es ist bis jetzt sestgeftellt, daß es» sich nicht um einen Racheakt, sondern um einen» grohang elegten Raubzug zur Erbeutung der Lohngelder handelte, Idie Angecstein als Prokurist in feinem Hause aufbewahrte. Die Verbrecher haben an tem Tatort mehrere Mordinstrumente zurückgelassen. ein Beweis tetfür, mit welcher Eile sie die Flucht ergriffen haben. Es sind eine Axt, ein Deik, ein Jagdmesser mit HirschhorngM und außerdem ein Rucksack aufgefunden worden. Ferner sand man eine Kassette. Man nimmt an, daß sechs bis acht Personen an derTat beteiligt toa ren. Direktor Anger stein befintet sich auf dem Wege der Besserung.
Wie man hört, sind schon Monate vorher Angriffe gegen die Familie Angerstein gerichtet worden, die sich am Ort großer Beliebtheit erfreute. Auch die Rächt vorher sind verdächtige Leute um das Haus herum bemerkt Worten. Marn hat ihnen aber weiter "eine Beachtung geschenkt. Man nimmt an, daß die Dante sich nach vollbrachter Tat wohl in die umliegenden Wälder zerstreut hat. Die Verbrecher haben das Telephon durchschnitten, um den Angegriffenen eine Verständigung mit der Stadt unmöglich zu machen, haben die Wasserleitung zerstört, damit ter nachher angelegte Brand nicht gelöscht- werten konnte, und einen Schäferhund umgebracht.
Absturz in den bayrischen Bergen. 1
Garmisch-Partenkirchen, 2. Dez. (TA.) Die aus Magdeburg stammende 22jährige Grete Kruse stürzte bei einer Tour auf ten Höllentorkopf in eine Rille ab und wurde dann 300 Meter tief in die Rordwestschlucht des Höllenstein torkvpfes geschleudert. Die Leiche tourte vollständig zerschmettert geborgen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, ten 3. Dezember 1924.
Drc neuen Lohnfteucrmrlderungen.
_ Durch die zweite Verordnung des Reichs- Präsidenten über wirtschas Ich notwendige 6teuer* Milderungen sind d e Bestimmungen über ten Steuerabzug vom Arbeitslohn mit Wirkung vom 1. Dez ember 1 92 4 ab in einigen wesentlichen Punkten geändert werden.
Der steuerfreie Lohn betrag, der bisher 50 Mk. monatlich (12 Mk. wöchentlich usw.) betrug, ist auf 60 Mk. monatlich (15 Mk. wöchentlich, 2,50 Mk. täglich, 0.60 Mk. zweistündlich) erhöht worden. Reu ist die Bestimmung, daß Steuerabzugsbeträge von nicht mehr als 0,80 Mk. monatlich (0,20 Mk. wöchentlich) nicht erhoben werden. Diese Bestimmungen gelten für alle Lohnzahlungen, die für eine nach tem 30. November 1924 erfolgende Dienstleistung bewirkt werden.
Beispiel: En verheirateter Ärbettnehrner mit zwei minderjährigen Kindern erhält für die Lohntooche vom 5. bis 11. Dezember am 12. Dezember 1924 einen Lohn von 42 Mk. ausgezahlt. Dann sind als Steuer einzubehalten: 7 v. H. (42-15) — 27 — 1,89 Mk., abgerundet 1,85 ML Würde ein solcher Steuerpflichtiger nur 17 ML Wochenlohn erhalten, so wären an sich einzuo behalten: 7. v. H. von 17—15, 2 — 0,14, abgerunte# 0,10 Mk; dieser Betrag bleibt unerhoben, da er 0,20 Mk. nicht übersteigt.
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** D i e Stimmbezirke und Wahllokale für die Wahlen am kommenden Sonntag werten im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
** Maul- und Klauenseuche. Don zuständiger Sette wird uns geschrieben: In letzter Zeit entstand das Gerücht, daß in Allen do rf a. d. Lahn die Maul« und Klauenseuche herrsche und verheimlicht werte. Es ist dadurch in den benachbarten Gemeinden eine lebhafte Beunruhigung entstanden. Amtliche Erhebungen, die inzwischen vvrgenommen tourten, haben bisher keinen Anhalt für die Richtigkeit des Gerüchtes ergeben. Es ist gesetzliche Pflicht jedes Tier- besihers, den Ausdruck der Seuche in seinem Viehbestand anzuzeigen, es ist aber auch Pflicht eines Jeden, der etwas davon erfährt, daß irgendwo eine Seuche herrscht und verheimlicht wird, dazu beizütregen, daß die Seuche festgestellt und bekämpft werten kann.
*’ Oessentliche Bücherhalle. Im November wurden 1823 Bände ausg liehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1021, Zeitschriften 124, Jugendschriften 106, Literaturgeschichte 16, Gedichte und Dramen 42, Länderund Völkerkunde 111, Kulturgeschichte 40, Geschichte und Biographien 94, Kunstgeschichte 25, Naturwissenschaft und Technologie 119, Heer- und Seewesen 15,, Haus- und Landwirtschaft 24, Gesundheitslehre 13, Religion und Philosophie 39, Staatswissenschaft 7, Sprachwissenschaft 5, Fremdsprachliches 22 Bände. Nach auswärts kamen 13 Bände.
" Fahrraddieb st ahl. Am SamStag wurde aus dem Hausgang einer hiesigen Wirtschaft ein Fahrrad, Marke Panther 99, Fabriknummer 466 743, entwendet. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteiltmgen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.
K. WvhnungSverkäufe deS Frankfurter Wohnungsamtes. Aus Frankfurt am Main wird uns geschrieben: Das Frankfurter Wohnungsamt läßt sich in vielen Fallen für die Aebe rlas sung einer Wohnung eine Abfindungssumme zahlen, die mar.chmal recht hoch ist und die zur Neuerstellung von Wckhnungen für Unbemittelte verwandt wird. 3n einer Gerichtsverhandlung tourte , jetzt einmal näher auf diese Anterschiete der ileberlaffung von Wohnungen gegen Dringlichkeitsschern, oder (gegen Abfindungssumme eingegangpn. Ein Kriegsbeschädigter mit dem Dringlichkoitsschein büßte eine Wohnung vom Wohnuirgs^mt gekauft, hatte auch die Anzahlung geleistet, konnte ater den Rest nicht auf bringen, da das Wohnungsamt! 4000 Mark verlangt hatte. Das Gericht erklärte sich mit diesem Verfahren des Wohnungsamtes nicht einverstanden, da auf diese Weise nur derjenige eine Wohnung erhalte, der über die nötigen Mittel verfüge und hierdurch tefonterS begüterten Ausländern die Möglichkeit gegeben sei, sich hier ansässig zu machen, während bie Einheimischen jahrelang vergeblich toa'. ten können. Es sei merkwürdig, daß die Oeffentlichkett nicht erfahre, wieviel Austauschwohnungen jährlich verkauft würden, welch? Wohnungen nur auf ten Dringlichkeitsschein abgegeben würden und wieviel Ausläirder gegen BezaUung sich in Frankfurt jährlich ansäss.g machten. Das Gericht vertagte die Verhandlung, um diese Fragen klarzustellen.
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 71/» Ahr „Gyges und sein Ring". — Deut chnationale Volkspartei: 81/4 Ahr Turnhalle Wählerver.ammlung — Vortrags Vereinigung: 8V4 Ahr Aniversuätscrula Lich bilter-Vov- trag. — D. H. V.: 8'/% Ahr Monatsversanunttmg. — Männer-Gesangverein „Liedertafel': 8 Ahr Vereinslokal, a-u^'rortentliche Cteire alversam-m- lung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Dai h, die Abenteuer einer Lady'. — Hess. Bittechühne: Experimental-Vortrag über Welte raumtä t und SoN!:entemp.rutur v.n 'Dr. Sta thagei^ -teifcn.
— Aus dem Stadttheaterbureau Wirch uns geschrieben: Wir machen daraus aufmerksam, daß »die Vorstellung am Donnerstag, 4. Dezember, „Liebfrauenm Ich' sich in 2 Stunden abspielt, also gegen 9 Ahr beendet ist. — Die letzte Vorstellung von „D.e Räuber" am Sonntag, 7. Dezember, abends 6% Ahr, wird zu ermäßigten Preisen gegeben.
— Sozialdemokratische Partei. Morgen abend Wähl-lerversammlung anrf der Liebigs höhe. (Siehe Anzeige.)
Wettervoraussage.
Vorwiegend toofitg, mild, später kühle:. emzelne Nieterschläge, zunächst noch Dunst oder Nebel.
Landkreis Gießen.
* Großen- Linden, 28. Nov. Nachdem schvn verschiedene Parteien hier Wahlversammlungen abgehalten haben, fand gefterrt abend im oaal von Gastwirt Schaum eine sehr gut besuchte deutschnativnale Wählerver- f a m m l u n g statt. Nachdem ter Vorsitzende ter hiesigen Ortsgruppe, Wilhelm Volk, auf die
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