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Wirtschaft.

Ermäßigung der Ruhrkohlenpreise.

Sie nach langen und schwierigen Verhand­lungen dem Ruhrtvhlenbergbau noch einmal auf­gezwungene Verlängerung der Micumver träge darf nicht darüber Hinwegtäuschen, das) dieieS System, Sachleistungen aus der deutschen Wirt­schaft herauszüholen, eigentlich einen völligen Zu­sammenbruch erlitten hat. Wenn trotz der kata­strophalen Wirkung dieser Verträge der rheinisch- westfälische Bergbau sich noch einmal Bereit er­klärt hat, die Lieferungen fortzusetzen, so tut ec es wohl nur in der bestimmten Erwartung, daß schon in wenigen Tagen Mahnahmen getroffen werden können, die Len Bergbau vor völligem Ruin bewahren. Tie -Zusage b.-r Regierung Sah sie für den Monat Juli die Hälfte der Oft i cum- lasten übernimmt, gehört in erster Linie zu diesen Mahnahmen. Qltan darf auch nicht vergessen, daß heute schon jede Tonne Kohle, die der rheinisch­westfälische Bergbau zur freien Verfügung har. je nach der Zeche mit 810 Mk. aus den Micum- Verträgen belastet ist, wovon allein 1 Mk. auf die Verzinsung der in den letzten Mona'en auf­genommenen Kredite kommt. Die Verschuldung Les Ruhrbergbaues infolge der Belastung durch die Micumverträge stellt sich nach amtl.chen Er­mittelungen bereits auf 4500 Mill. Goldmiark, nach Angaben aus bergbaulichen Kreien Hot sie bereits eine Höhe von 700 Mill. Gm. erreicht. Das sind in der heutigen Zeit ganz ungeheue-- liche Ziffern. Der Bergbau hofft nun, da er die Betriebe nicht einschränken kann wenn nicht alles zugrunde gehen soll, durch Ermäßigung der Kohlenpreife eine Hebung des Ansätze) her­beizuführen und damit eine brettere Basis zu schaffen. Die dank niedrigerer Preise scharf kon­kurrierende englische Kohle ist bereits auf ih em Siegeszuge bis in die dem rh.'inisch-westsäliichen Bergbau zunächst gelegenen Zndustrierevie e vor- ,gedrungen. Es wird trotz der Preisermäßigung -nicht leicht sein, das verlorengegangene Terrain zurückzugewinnen. Ob die Hoffnung berechtigt ist, daß eine Verbilligung der Kohlenpreise belebend auf die Llnternehmungslust der verarbeitenden In­dustrien zurückwirkt, ist angesichts der herrschenden Geldknappheit und Kreditnot zumindest zweifel­haft. Der Ruhrbergbau wagt das Experiment, «weil es tatsächlich im Augenblick keinen anderen Ausweg mehr gibt, um die Zechen vor dem Er­liegen und die Schächte vor dem Ersaufen zu be­wahren. Man darf wohl hoffen, daß auch das Ausland bei der Beurteilung der Kohlenpreis- .ermähigung die Beweggründe zu diesem Schritt würdigt und die Maßnahme als letzten verzwei­gten Versuch der Selbsterhaltung der Ruhrzechen richtig einschäht.

*

Die Großhandelsindexziffer.

Die auf den Stichtag vom 1. Ouli berech­nete Großhandels-Indexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 24. Juni (112,6) mit 112,6 unverändert geblieben, indessen sind trotzdem Preisverände­rungen in den wesentlichen Warengruppen ein­getreten, und zwar wurden die Ruhrkohlenpr-lse ab 1. Juli ermäßigt. Die Preise für Getreide und Fleisch haben dagegen angezogen. Don den Haupt­gruppen stiegen in der gleichen Zeit Lebensmittel von 93,2 auf 96,4 oder um 3,4 Prvz., davon die Gruppen Getreide und Kartoffeln, von 79,3 auf 82,6 oder um 4,2 Proz., während Industriestoffs von 148,9 auf 143,1 oder um 3,9 Proz., davon die Gruppe Kohle und Eisen von 144,2 auf 136,2 oder um 5,5 Proz. sanken. Inlandwaren haben abgezogen von 102,2 auf 102,5 oder um 0,3 Proz., Einfuhrwaren haben nachgegeben von 164,7 auf 163,2 oder um 0,9 Proz. Für den Durchschnitt des Monats Juni ergibt sich ein Rückgang der Groß- 4andelsindexziffer von 122,5 im Durchschnitt des Monats Mai auf 115,9 oder um 5,4 Proz. Don Mn Hauptgruppen sanken in der gleichen Zeit Lebensmittel von 106,6 auf 97,9 oder um 8,2 Proz., Industriestoffe von 152,2 auf 149,6 oder um 1,7 Prozent, Inlandwaren von 112,2 auf 106,2 oder nm 5,4 Prvz., Einfuhrwaren von 173,8 auf 165,0 pder um 5,1 Proz.

«rÄDnIurTe tm l Halbjahr 1924. -Die Anzahl der Konkurseröffnungen spiegelt die gegenwärtige Krisis in voller Schärfe wieder. Rach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift «Die Dank" sind im ersten Halbjahr 1924 1166 Konkurse (im Vorjahre 180) neu eröffnet worden, davon nicht weniger als 595 allein im Juni. Außerdem hat der Reichsanzeiger .1242®e= schäftsaufsichten" veröffentlicht, die aber nur einen Dell der insgesamt schwebenden Verfahren dar- stellen.

* Ve rlängerte Geschäftsaufsicht bei Decker-S ta'hl. Da es bisher nicht mög­lich war, die Mittel zur Deckung von laufenden Verpflichtungen und zur Wetterführung des Be­triebes zu beschaffen ist dem Stahlwerk Drcker vom Gericht die nachgesuchte Verlängerung drr Deschästsaufsicht bewilligt worden.

* Ding°W erke vorm. Gebr. Ding A.-G. Olürnberg. Die G.-D. genichmigte den Vrilchlag der Verwaltung, den Rein^winn von 623 931 Billionen Mark auf neue Rechnung vor» zutragen.

* Bayerische Elektrizitätswerke A.-G. München. Die G.-V. genehmigte die Regularien. Der Reingewinn von 68 402 'Bil­lionen Mark wird vorgetragen. Die Verwaltung wurde entlastet.

se

*J Dom U^-u^utzlungsD-rk.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

6% Deutsche RetchSanleth« . 4«/« Deutsche NeichSaulethe . SV,"/» Deutsche Neichsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämienanlethe 4% Preußische Konsols ... 4°^ pesten...........

SV,0/» pesten..........

3% Pesten...........

Deutsche Wertb- Dollal>Anl. dto- Doll.-Schay-Anwetlng.-) 4°/o Zolltürken 6% Gvldmertkaner Berliner Handelsgesellschaft. Commeri- und Prioat-Bank. Darm st. und Na-tonalbank . Teutiche Bank.........

Deutsche Veretnsbank .... DiSeonro Lommandit .... Metall bank...........

Miiteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Lreditanstalt. Westbank............

Bochumer Guß ...... Buderus...... .....

(£aro .............

Deutsch-Luxemburg......

Mlsenkirchenec Bergwerke. . Sarpencr Bergbau......

Kaltmerke SlscherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte.......«...

Oberbedarf......

»ff.9bau::::::: Riebeck Montan TelluS Bergbau........

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd ..... d-ramische Werke Llbin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Tont-Guano .... Badische Anilin........

Aem'lch-Mayer Akaptn . .

Goldschmidt.........

KrieSi eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung.....

RutgcrSwerke ...

Scheideanftalt.........

Dllg. ElektrizttätL-Gesellschaft Bergmann...........

Mamkraiiwerke...... .

Schuckcrt.....

Siemens k Halske .....

Adlerwerke Kleyer .....

Daimler Motoren. ...... Heyltgenstaedt.......

Meguin

Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . .

Schuhfabrik Herz . . .... Sichel Zellstoff Waldhof 3uderfa&nf Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel .. .

3n Slüloncn Prozent

Frankfurt a. M.

Berlin

Schlub- fluro

Sd)hn>* flure

Schlutz' flu 0

Schluß Kur»

Datum:

1.7.

2.7.

1.7.

e. 7.

0,330

0,270

C.330

0,270

o.ssc

0,509

0,575

0,520

0,480

0,420

0,460

0.365

1,100

1

1,050

0,950

0,210

0,924

0,470

0.400

0,465

0,390

0,600

0,750

*

0,5(0

«

0,550

0,650

0,850

4,8

4,2

4,8

4,2

79,75

78,5

79,75

5,75

| 6.30

5,87

5,25

24.75

22,6

24,25

22,40

5.S

3,55

3,75

3,65

7,37

7,?5

7,75

7

8,50

8,12

L,5

8

0,505

0.5-0

8,75

8,50

8,7

8.40

12,50

12,26

*

2,3

2

2,12

1,9

0,300

0,330

0,300

0,300

0,3

0,470

0,400

- -

46

45,6

8,20

7,93

8,2

7,8

9,12

9,25

8,25

6,60

45,75

44,?5

45,50

45,5

47,25

47,26

47,75

63

63

64

59,5

7,60

7,25

7,40

7,25

11,12

10,5

10

10,5

4,60

4,8

4,75

4,5

10,25

9,75

9,7

9,5

-

25

24,75

22,5

22,5

29,2

21,5

36

84,75

84,75

34,75

1,40

1,4

20,75

19,70

20

18,40

4,40

4,40

4,75

4,25

1,75

1,55

3

8,50

8,60

i, 30

2,20

2,37

2,3

8,50

7,6

12,60

12,5

12,7

12,25

9.5

9

8.8

11,75

11,25

12

11,12

0,7

9,62

9,75

9,5

5,/ß

6,60

11,13

10,25

11,4

10,37

13,2

18

*

0,50

6,02

6,75

8,6

11,75 6.2

12,4

11,1

6,2

30

30

30

29

38,6

41

39,75

89,5

1,46

1,45

1,2

1,12

Ä

2,06 2,1

2,12

13

8,75

8

8,5

0,6

0,5

_

0,56

0,6

0,6

11,25

11,5

E

1,5

V

1

1,3

2,1

2,1

2

1,9

3,70

3,40

3,5

8,25

8

8,20

8,10

3

3

8

3,1

2,45

2,45

2,5

2,75

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. OH., 2. Juli. (Drah'bericht öesGieß. Anz.") Tendenz: Anleihen schwächer. Aktien behauptet. Die allgemeine Dörsenlage war heute bei Beginn als weniger zuversichtlich zu bezeichnen. Immerhin konnte sich der feste Grundton behaupten. Auf die Anspannung, die am Geldmarkt sich wieder geltend macht, hat sich die Realisativnsneigung stark ausgeprägt. Dies konnte aber nicht zur Verwirklichung kommen, da andererseits neue Kaufaufträge Vorlieben, na­mentlich aus dem Auslande. Das Geschäft bleibt ruhig und klein, da Anregungen fehlen und eine tarte Zurückhaltung für alle Märkte zu beob­achten war. Die kommenden Ereignisse geben An­laß, eine abwartende Haltung einzunehmen. Am Markte der deutschen Staatsanleihen sind infolge der sprunghaften Kurssteigerungen scharfe Wert- chwankungen vorhanden. Auch wurde hier stark realisiert, und die Kurse für alle Anleihen gehen mehr oder weniger zurück. 5prozentige deutsche Kriegsanleihe, anfänglich mit 300 gehandelt, muhte unter Schwankungen schließlich auf 270 nachgeben. Am Geldmarkt hat sich das tägliche Geld innerhalb einer Woche um das doppelte ver­teuert. Die Aktienmärkte lagen ruhig, behiellen aber ihre freundliche Stimmung bei. Im freien Verkehr ist die Haltung als ein wenig schwächer du bezeichnen. H-i 21/«, Decker-Kohle U/i. Benz 2V, Drown Doveri 1,4, Petroleum 10, Ufa 5. Grvwag 0,160. Am Devisenmarkt war der fran­zösische Frank erneut abgeschwächt.

Der Alte auf Topper.

Roman von Hanns bon Zobeltih.

6. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Wüst genug sah eS aus in dem Garten vor dem Schlosse. Die Dlumenbeete, die Eleonore Deate, die verwitwete Schwiegertochter, so sorg­sam und liebevoll gepflegt, zertreten: die Rosen- stöcke abgehauen, der Wein, der schon so schon Trauben ansehen wollte, vom Spalier herunter« gerissen. And mitten im Weg lag der Karo, das treue Sier, verendet eine Kosakenlanze hatte ihn mutwillig durchbohrt, als er bellend Xnn Gaule hochsprang.

»Laß mir die Kreatur fortschasten und ein- scharren. Gleich nachher. Hörst du, Marzanke! Ich kann's nicht mehr sehen, Unb nu weiter im Text

»Beim Verworrner ein Pferd, zwei Kühe. Dem Krause die letzten drei Schweine, Wittke haben sie halb tot geprügelt, weil er das Ver­steck für sein Geld nicht zeigen wollte. Zwanzig Taler altes Geld"

Votier' mir das, Marzanke. Der König muß das alles wissen. Die Leute müssen das ersetzt kriegen. Rach dem Kriege. Rach dem Kriege . . wiederholte er böse, wie zweifelnd: wann wird der Krieg ein Ende haben?

Vom Danze drei Fuhren Hafer und ein Schwein. Fromitz sagt zwei Schweine an. Am ärgsten ha'n se aber Ehrwürden getan . .

Untrem guten Pastor? Die Hunde, die Hunde! Wieso denn? Viel fortlragm konnten sie doch nicht aus dem Pfarrhaus."

-Grad' darum wohl, gnädiger Herr. Weil

sie nichts Rechts gefunden, haben sie Ehrwürden nackt ausgewogen und gebunden auf den Boden in der Studierstub' geschmissen. Die arme Frau Magister aber ha'n sie im Rauchfang aufgehängt und mit den Büchern drunter geheizt, daß sie fast erstickt wär'. Da ist zum Glück der Junker Egidius dazu gekommen. .

He? Was?"

Jawohl, Euer Gnaden. Der Herr Junker hat das elende Geschrei gehört und ist herge­laufen und hat xtoei von den Llnholden mit den Köpfen aneinander geschmissen, dah sie gekracht haben. Ein paar andre Kerle ha'n ihn fassen wollen, aber die hat er abgeschuttelt wie die Hornissen. Gnädiger Herr wissen ja, was der Herr Junker immer noch für übermenschliche Kraft haben, wenn's über ihn kommt. Die Kerle haben's gar nicht kapieren können und ihn wie ein leib­haftiges Wunder angestarrt. Da hat er die Frau Magister heruntergeholt und Ehrwürden dir Stricke gelöst und dann bloß mit den Fäusten geblüht und ist gegangen. Keinen Mucks mehr ha'n die Schweinehund gewagt. . .

Der Gestrenge sah wieder hinüber nach dem Schloß. Dorten sah vor der Haustür auf der Steinbank der alte Egid und sonnte sich. War ein Krippenreiter, wie sie'S ehemals genannt, zog von einem Vetter zum andern, der arme Kerl, ah nun aber schon ein Jahr oder darüber Top- persches Brot, wohl weil ihm grau Beate das mit besonderer ©fite reichte. Ja. . . der Egid! Einstens war er weit und breit als der starke Zabeltitz bekannt gewesen, hatte cinsn Ochsen wer­fen und einen Gaul im vollsten Lauf aufhalten können. Am Hose weiland 5tutfürft Augusts von Sachsen, Königs von Polen, in Dresdm, hall'

Berliner Börse.

Berlin. 2. Juli. (Drähtbericht des®ieft. Anz.") Die 20proz. Ermäßigung der Kohlen- b reife wurde von der Börse mit etwas freunde sicher Stimmung aufgenommen, doch war die Haltung auf dem Markt uneinheitlich Man glaubt im allgemeinen daß es noch geraume Zeit dauern wird bis sich Die Wirkung der Preisermäßigung auf die verarbeitende Industrie herausstellt. Die Kriegsanleihe lag gleich zu Beginn ganz wesent­lich ruhiger, als an den Vortagen. Man handelt« die 5proz. Reichsanlethe zu ungefähr 280. So verteilt sich Der Geschäftsverkehr mehr auf die anderen Märkte. Es waren heute auch wieder einige Auslandkäufe, vor allem von Belgien, zu konstatieren das sich für westliche Montan interessierte. Man glaubt, daraus auf eine gün­stige Beurteilung der Reparationsfrage im Aas- lande schließen zu dürfen, ilm gewisse Order kann es sich jedoch hierbei keinesfalls handeln, denn die Umsätze waren durchweg verhältnis­mäßig gering. Tägliches Geld war. wie es meist nach dem IXttimo der Fall ist, wieder flüssig. Am Devisenmarkt kam so gut wie gar kein Ge­schäft zustande. Der französische Frank lag nach seiner gestrigen starken Abschwächung 82Vi bis 82V3 etwas fester.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

lktti Billionen Mark außyebrüctt. SnenoMRreÄ, London, Neu« a Japan, $Rto de stau ein» für eine Einheit. Wien und apest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten)

Telegraphische Auszahlung, (Ohne Gewähr.)

Banknote«, (Ohne Gewähr.)

1. Juli

S. Jlltt

Repart. %

_ 1-J2.

Dmlltcbe Dotierung

»InitHcOe Geld

toftenmi Brief

Geld

«rief

Am».-Rott.

157,61

158,24

157,70

158,80

Voll

voll

Drsi.'Antw.

19,15

19,28

18,95

19,35

voll

voll

Chnskianta.

56,96

56,24

56,08

68,34

voll

»oll

Koven Hagen

65,98

66,32

66,83

67,17

vost

Noll

Stockholm .

199,02

108,58

111,12

111,68

voll

voll

belfingforO. htalten. . . London. . .

10,46

18,075

10,51

18,175

10,47 18,03

10,59

18,13

voll voll

voll voll

10,035

18,186

18,123

18,215

voll

voll

Reuhork ..

4,19

4,21

4,19

4,21

voll

voll

Ports. . . .

21,85

21,95

21,59

21,69

voll

voll

Schweiz . .

74,41

74,79

74,41

74,79

voll

voll

Svanien . . Wien in D.«

66,06

50,34

65,36

68,64

voll

voll

Oest- abgeft.

5,91

5,93

5,91

5^3

voll

voll

Prag . . . .

12,29

12,35

12,29

12,85

voll

voll

Budapest. . Buen.-Aires

5,09

1,845

5,11

1,355

6,09

1,345

3,04

6.11

1,955

voll

DOll

voll voll

Bulgarien

3,03

3,07

3,06

voll

voll

Japan . . . Rio de Jan.

1,765 0,45

1,775 0,46

1,763

0,446

1,775

0,433

voll voll

voll voll

Belzrad . .

4.83

4,85

4,91

4,98

voll

voll

Lissabon . .

11,47

11,53

11,47

11,63

voll

voll

S-erlln, 2. Juli

Geld

1 Brief

Repart.

Amerikanische Noten .....

Belgische Noten........

4,11

13,05

66,58

18,09

4,21 18,98 66,9? 18 19

voll voll voll

Dänische Noten ........

Englische Noten........

Franzöflsche Dtoten ......

21>5

21*66

Poll

Holländische Noten......

Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Schwedische Noten ......

Schweizer Noten.......

§37,01

18,03 65,86

5,93

1,69 110,92

74,71 65,11

12,28 4,94

«7,79 18,19 56,14

5,95 1.69

«1,48 74,79 66,39 12,34

4,96

voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten ..

Ungarische Noten......

Markte.

Berliner Produktenbörse.

Derli n, 2. Juli. Getreide und Oelfaaten Per 1000 Kilo (sonst 100 Kilo) ab Station: Wei­zen, märf. 139 bis 144, Roggen, mark. 128 bis 135, Sommergerste, märt 138 bis 147, Sutter- Ferste 127 bis 135, Hafer, märf. 124 bis 134, Weizenmehl 21,25 bis 23,75, Roggenmehl 18,75 bis 21.25, Weizenklere 8,40, Roggenkleir 8,50, Raps 220, Leinsaat 260 bis 280, Viktoriaerbsen 19 bis 20, kleine Speiseerbsen 12 bis 15, Futter­erbsen 12 bis 13, Peluschken 10 bis 11, Acker- bohnen 13 bis 14, Wicken 11 bis 12, Lupinen, blaue 9 bis 10, gelbe 13 bis 14, Rapskuchen 8,60 bis 8,70, Leinkuchen 18 bis 19, Trockcnschniheln 6,80, Kartoffelflocken 16 bis 16,50 Mk.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 2. Juli. (Drahtbericht desGieß. Anz") Es wurden heute notiert: Wetterauer Weizen 16,50 bis 17, Roggen, inländ., 15,25 bis 15,75, Braugerste 16,50 bis 17. Hafer inländ., 15,50 bis 16, Weizenmehl, südd. Spe­zial 0, 27,75 bis 28,75, Roggenmehl 22,75 bis 23,50, Weizen- und Roggenkleie 8,25 bis 8,75. Tendenz: Stetig.

Aus dem Amtsverküudigungsvlatt.

* Das AmtsverkündigunaSblatt Ar. 44 vom 1. Juli enthält: Maul- und Klauen­seuche: Wahlen 8'am Kreistag: Vermißt: Kontrolle der Arbeitsbücher: Abschuß von Eichhörnchen usw.: Feldbereinigung Beltershain: Dienstnach­richten.

Kunst und Wissenschaft.

Die Gemäldesammlung deS Herzogs boW Westminster unter dem Hammer.

Eine der berühmtesten englischen Privatfamm« hingen, die Grosvenor-Galerie, die sich jefct jm Besitz des Herzogs von Westminster befindet, wird demnächst bei Christie in London versteigert. Die beiden Perlen der Sammlung. Gains^moughs Blue Boy" und Reynolds Bildnis der Schau­spielerin Mrs. Siddons sind bereits vor einiger Zeit verkauft worden und befinden sich jetzt in der Sammlung des Amerikaners Huntington. Run werden weitere 63 Bilder in alle Welt verstreut. Darunter befinden sich hervorragende Meister­werke: von MemlingDie Jungfrau mit dem Kind auf dem Thron", von Guido ReniDie Jungfrau, das schlafende Christuskind anbetend", von Ru­bens nicht weniger als 4 Bilder:Die Ruhe auf der Flucht",Die vier Evangelisten",Die Israeliten sammeln Manna in der Wüste",Abra­ham empfängt Brot und Wein von MelchisÄ^k", von van DyckDie Jungfrau mit Kind und der heiligen Katharina", und von Andrea del Sarto drei Bilder, ein Madonnengemälde mit der heili­gen Elisabeth und Engeln, ein Bild deS kleinen Jesus und ein Damenporträt.

Bttchertisch. " *

Max Dürr, Die treuen Weiber (Verlag Walter Seifert, Stuttgart--Heilbvqim). Erzählungen aas Schwaben voll tiefen innigen Humors, voll Leben und Heimatsliebe, von W. Siebert-Leman eigenartig illustriert.

Weewolo Garschin,VonTieren, Blumen und Engeln, Märchen von einet stillen, besinnlichen Schönheit von Werner Schmidt mit entzückenden Zeichnungen illustriert und vom Pflüger-Verlag in München äußerst geschmackvoll ausgestattet.

Feuerrufe in Deutschland- Rächt nennt Paul SteinmÜller ein Büchlein voll ernster Mahnung zur Selbstbesinnung ant> sittlichen Umkehr (Verlag Greiner & Pfeiffer. Stuttgart).

DauernundHelden, GeschichtenauS Alt-Island, herausgegeben von Dr. W. Baetke (Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg). Eine neue Bücherreihe, die in würdiger Ausstattung und guter Liebersetzung die Schönheit und Gröhe der isländischen Sagas erschließen soll. In ihnen spiegelt sich das germanische Leben in dem Jahr­hundert von 9301030 wieder, hier sind di« Wurzeln unseres deutschen Volkstum-, an denen wir Genesung finden können. Bisher erschien als l.Dand:Sh un, der Totschläger", die Entwicklungsgeschichte eines germanischen Bauern­jungen zum streitbaren, hochgeachteten Recken. Der 2. BandDie Schwurbrüder" gibt ein farbenreiches und lebensvolles Bild aus der aus­gehenden Wikingerzeit, ein Abenteurerbuch und eine geschichtliche Rovelle von tiefem stttlichem Gehalt.

Als Reise-Rummer erscheint die Rümmer 4136 der LeipzigerIllustrierten Zei­tung" (Verlag I. I. Weber). Heber das Rei­sen in Deutschland spricht Maximilian Krauß, der Direktor der Reichszentrale für deutsche Ver­kehrswerbung. Ein ebenfalls reich illustrierter 'Beitrag über die Sicherungsvorrichtungen im Eisenbahnverkehr von Arthur Fürst wird für viele Leser, denen dieses Gebiet bisher gänzlich unbe­kannt war, von Interesse sein. Rühlich« Winke über die schwierige Kunst des Packens gibt Ola Alsen. A. Reich zeigt in einer hübschen Zeich­nung das Leben vor einer Schutzhülle in den Alpen, während Rudolf Lipus in humorvoller Darstellung einen Regentag in der Sommerfrische festgehalten hat. Interessant ist auch die Zeich­nung von Hans Friedrich, die eine Vesuvbestei- gung im Kratergebiet darstellt. Adolph von Men^ zel war bekanntlich der erste Künstler, der Mo­tive von der Eisenbahnfahrt auf Bildern darge­stellt hat. Die Rümmer enthält Reproduktionen von einigen dieser sowohl kulturhistorisch wie künstlerisch hochinteressanten Werke deS Meister- mit einem kurzen Artikel von Dr. Valerian Tor- nius. Etwas ganz Besonderes bietet die Zeitung ihren Lesern mit dem doppelseitigen Aquarell von Claus BergenVon der Jungfernfahrt des Rorddeutschen Lloyd-DampfersColumbuS". An­sichten aus den berühmten Feengrotten bei Saal- feld hat Alfred Seckelmann in zwei schönen, farbig reproduzierten Gemälden festgehalten. Zum 60. Geburtstage Fritz Grotemeyers, des bekannten Berliner Malers, bringt, das Heft zwei charakteri­stische Werke des Künstlers aus dem Orient ^Ka­rawane" undStraße in Jerusalem". Für die Frauenwelt sind eine Reihe von Modenbildern Für die Sommerfrische" beigegeben.

lUftlc'8 RiitdctMcfif, das gib Deinem Rind, haft du et lieb! MA < -

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er, ward erzählt, als der Monarch, den sie auch den Starken nannten, einen silbernen Teller zwi­schen den Händen glatt rollte, deren zwei auf­einander gelegt, aufgerollt wie Papier und sich damit ein absonderliches Sstime erworben.

Schritt also hinüber zu ihm, legte ihm die Hand auf die Schulter.Hast du brav gemacht. Vetter. Das mit unsrem guten Pastor. Ich dank' dir!"

Aber der Egid sah nur wie verwundert auf, schüttelte den Kopf. Er vergaß oft von einer Stunde zur anderen.

Wie alt bist du eigentlich, Deller?"

Ich weiß nicht, Vetter. Mir ist, als ob ich so um Anno 1660 geboren sein sollle. Aber wer kann das behalten? Mag wohl im Riederwitzer Kirchbuch stehen"

Also fast hundert Jahre! Llnd schlug sich mit einem halben Dutzend Reußen herum, daß sie bah starr wurden. Der Egidius Zabeltitz. War doch ein stämmiges Geschlecht, gesund im Kern, das solche Kraft zeugte. Wolle Gott, dah sie auf Kind und Kindeskinder käme

Somi' dich nur weiter, Vetter. Die liebe Sonne tut alten Knochen gut ... So also, Mar­zanke, sind wir am End' mit der Litanei?"

Den Stall vom Brückner haben sierunter­gebrannt und unsre kleine Scheune"

Rotier's! Rotier's! Des Königs Majestät muß alles bezahlen, wenn der Krieg vorbei ist... ja . . . wenn der Krieg vorbei ist. Laß mir jetzt den Braunen satteln, Marzanke."

Gnädiger Herr!"

Was soll's denn noch?"

Den Braunen haben heut die letzten von der Krippe weg mitgenommen"

Der Gestrenge fuhr so gewaltig mit dem Rohr durch die Luft, daß der Vogt citissime einen guten Schritt retirierte; mochte sich der Zeiten erinnern, wo er selber mit der Fuchtel üble Be­kanntschaft gemacht hatte. Der Seitensprung war so possierlich, daß der Gutsherr wider Willen lachen muhte.Lassen wir's gut sein, Marzanke. Müssen's eben zum übrigen schreiben. Immer hübsch auf notieren! Ja . . . so will ich denn zu Fuße gehen. Man hat sich an mancherlei okko- mvdieren müssen, warum nicht auch daran. Wer weiß, wozu es gut ist."

Ehe er aber den Weg antrat, den er Vorhalle und der ihm sauer genug wurde, ging er noch einmal ins Haus, hart an dem alten Egidius vorüber, der in der hellen Sonne döste, daß es schier $um Rfiben war. Der hatte sich sein Leb­tag keine Sorgen gemacht, das Seinige vertan und alle liebel weggescheucht wie Fliegen. Der Glückliche.

Sah auch in der großen Vorhalle wüst aus und ebenso im Zimmer des Gestrengen. In der Vorhalle hatten die vermaledeiten Aussen, die nicht besser als die Hunnen waren, ein paar von den alten Erntekränzen von der Balkendecke ge­rissen und die Porträts von Vater und Groß­vater, die erst kürzlich der Monsieur Fabre in Frankfurt lünstlich nachgebessert, -so daß das Oel wie neu glänzte, wiesen ein paar traurig2 Lanzen­stiche auf. Banditen! In der Stube nebenan, auf dem großen Cichentisch, standen noch die Reste des Rachtmahls, Flaschen und Gläser; ein halb Dutzend leerer Bouteillen Ungar lag auf den Dielen; in das Leder des tiefen Lehnstuhls hatte der ungebetene Gast mit den Sporen ein riesiges Loch gerissen- (Fortsetzung folgtj