Der Laus, diese wichtigste GeifoSnbung, bildet bei den meisten Spielen die Grundlage
Kaum weniger wichtig ist der Wen Les Spieles für die sittliche und geistige Bildung des Menschen, namentlich des jugendlichen. Die meisten Spiele sind Mannschaftsspiele. Hier heißt es sich unterordnen, sich einfügen in das Ganze zum Nutzen des Ganzen, verzichten aus persönlichen Ehrgeiz. Die Mannschaft gewinnt de.l Sieg, die neben lörperlicher Ausdauer und Geschicklich- feit über die bessere Disziplin verfügt. Hauptsächlich das Kampfspiel bildet den Eharatter. Kaltblütigkeit und Besonnenheit, Entschlossenheit und Geistesgegenwart, Zähigkeit und Mut sind unbedingte Erfordernisse eines guten Spielers, mag er Fußball oder Handball, Faustball cder Tennis usw. treiben.
Zum dritten bildet das Spiel das Gemüt. Auf dem Spielplatz kann man so recht einen Diick tun in die Seele des Einzelnen. Dort crEennt man auch den vornehmen Menschen, der sich nicht bei jeder Kleinigkeit zankt, der nicht immer recht haben will, der Geduld und Selbstleherrschung zeigt. Wer den wahren Sinn des Spieles verstanden hat, dem kann man meist schon voin Gesicht ablesen, dah ihm das Spiel Arbeit im Gewand der Freude ist.
Jahn und Guts Muts haben diese Werte des Spieles für die Ertüchtigung des Tolkes sehr schnell erkannt, haben es darum eifrig gepflegt emb an den Anfang uiti> das Ende aller Leibesübungen gestellt. Jahns Zeit ist heute mehr wie je auch die unsere. Wieder gilt es, das Boll zu Gesundheit und Kraft zu führen, es aufzurütteln aus der Erschlaffung zu Mut und Tatkraft, es durch Leibesübungen zu erziehen zum Sclbstbe- wuHtsein. zum Vertrauen auf sich selbst. Ein wertvoller Grundpfeiler in diesem Streben ist das Spiel. Durch Spiel zur Gesundheit, durch Gesundheit zur Kraft, durch Kraft zum Sieg im Kampf.
Vom Gießener Leichtathletiksport.
Man schreibt uns: Wer in der letzten Zeit die amtlichen Mitteilungen der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik gelesen hat, wird auch auf das Kapitel „Winterbetrieb in der Leichtathletik" gestoßen sein. Es heißt da.
„Bei der Mehrzahl unserer Leichtathleten hat sich in den letzten Jähren mehr und mehr bie wichtige Lieberzeugung durchgerungen, dah eine zweckentsprechende Gymnastik die Grundlage unserer Körperausbildung bilden muh, dah vor allem während des Wintertrainings als Hauptziel diese allgemeine Körperausbildung durch Gymnastik angestrebt werden muh."
Die von jeher auf den modernen Athletik- betrieb Eingestellte Leichtathletik-Abtel- lung des Gießener Sport-Clubs von 1900 wird auch im kommenden Winter dreser Tatsache Rechnung tragen und, wie in den vorhergehenden Jahren, ihren Mitgliedern ein geregeltes Hallentraining angedcihen lassen. Dre Jugendlichen, besonders die jüngeren, hat man diesmal besonders berücksichtigt und durch eine günsttg gelegte Tvainingzeit jedem von ihnen den Besuch des Hallentrainings ermöglicht. Den nun schon- seit mehreren Jahren in dem Athlettt- betrieb stehenden bewährten Trainrngsleitern werden alle die zu Dank verpflichtet fern, die nach gut durchgeführtem Hallentzraining in Verbindung mit kleinen Geländeläufen in reiner Winterluft tm Sommer auf der Aschenbahn oder dem grünen Rasen an sich selbst merken tperden, dah sie nun nür noch auf dem gelegten Grunde wciterzubauen Robert, um erfolgreich zu sein.
P Dom Polizethundesport.
Bei der diesjährigen Polizeihund- -A a u p 1 p r ü f u n g des Vereins für Deutsche ^Schäferhunde (S. V.) zu Berlin Ende September, an der 28 Polizeihunde aus ganz Deutschland teilnahmen, konnte der Schäferhund „Rolf" ' (Wagner). P. H. Besitzer und Führer Hans P. Petersen-Gießen, ben 10. Platz belegen Er erhielt ferner auf der Prüfung des Höfischen Landesverbandes in Pfungstadt am 27. und 28. September die Bewertung „vorzüglich"; an dieser Prüfung nahmen 15 Hunde teil.
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Seltsame Mtterwochm.
Roman von Arnold Fredericks.
9. Fortsetzung (Rachdruck verboten.)
„Haben Sie auf niemand Verdacht?" „Auf niemand. Die Wärterin, Mary Lana- han, wird natürlich insgeheim bewach:; ebenso der Fahrer Franyois. Meinen Leuten wühle er letzte Rächt auf eine Stunde zu entwischen. Ich habe so was wie eine Ahnung, daß er es war. der die Zigaretten holte."
„Können Sie sich einen Grund dafür denken?"
„Ich geb; zu, mein Kind, dah ich das nicht kann. Es erscheint gänzlich unverständlich, wenn nicht wirklich sonst was in der Schachtel war."
„Was?"
Der Präfett lachte. „Das kann ich nicht erraten. Aber wenn Sie den Mann ausfindig machen, so erfahren wir zweifellos auch dies. Was Alphonse Valenttn betrifft, so haben wir ihn auch beobachtet. Soviel wir erfahrm konnten, ist er Wagenführer und arbeitslos und scheint eine kleine Liebelei mit der Wärterin zu haben."
«Tann war sein Treiben während der letzten Woche nicht verdächtig?"
„Richt im geringsten. Er lungerte einige Tage lang um Stapletons Haus herum und erkundigte sich nach der Lanachan — das ist alles. Wir schreiben dies feiner natürlichen Besorgtheit um ihre Gesundheit zu."
Grace verlieh das Haus keineswegs befriedigt über die erreichten Fortschritte Durch ihr Verhör Martz Lanahans und ihren nachfolgenden Besuch des Tatorts erfuhr sie nichts Reues. Je-
Landwirtschaft.
Von der Obsternte in Hessen.
Die Obsternte in FrühLrirnen, Pfirsichen, Früh-, zwetschen und insbesondere Beerenobst war, nach Mitteilung der Landwirtschaftskammer, in den Haupt anbaugcbleten Hessens verhällnismähtg reich und gut. Zwar läßt der Wohlgeschmack infolge der vielen Riederschläge mancherorts zu wünschen übrig, doch trat dies bei Frühobst noch nicht in dem Mähe in Erscheinung, wie beim Sommerobst. Die Rachfrage war von Mai knS Juli normal und dementsprechend auch die Preise. Das änderte sich plötzlich, als das Ausland mtt Kirschen und Tomaten unsere Märkte überschwemmte. Es folgten sehr bald die Weintrauben. die zur jetzigen Zett den Markt wohl im ganzen Deutschen Reiche beherrschen. Es wird berichtet, dah in München täglich nicht unter 5 Waggons ausländischer- Trauben verzehrt werden, dah Tomaten auS der Gegend von Rizza loko Köln zum Preise von 4 Mark pro 50 Kilogramm geliefert werden, dah kleinere Dirnen auf unseren einheimischen Märtten seitens der Händler überhaupt nicht bewertet werden und unverkäuflich sind, weil die Lintosten einschließlich des Ruhens des Wiederverkäufers sich bedeutend höher stellen sollen, als der Kleinvertaufspreis auf den städtischen Märkten beträgt. Wir sehen hier insbesondere die Auswirkungen des spanischen Handelsvertrages und können uns schon jetzt etn ziemlich klares Bild machen über die Derkaufs- aussichten für deutsches Obst in kommenden Jahren. wenn das übrige Ausland auf Grund der Meistbegünstigungstlausel uns fernen Obstsegen in gleichem Mähe zutommen läßt.
Buntes Allerlei.
James Watts' Dachkammer.
Die Dachkammer in Hoatfield Hall m Hamp- wort h, in der James Watts, dem die Dampfmaschine ihre Entwicklung verdankt, seine Experimente ausführte, soll jetzt in dasSouth Kensington-Museum überführt werden. Der Raum, in dem er arbeitete, wurde nach seinem Tode verschlossen und jahrelang nicht wieder geöffnet. Sein Werkzeug, sein Arbeitstisch ja sogar- noch die Lederschürze, in der er arbeitete, und die an demselben Ragel hängt, an dem er sie das letzte Mal ablegte, alles steht noch völlig unberührt da. Das Zimmer soll nun in dem Londoner Museum getreu dargestellt und mit der alten Einrichtung versehen werden.
Das Matterhorn.
Dieser Tage hat der König der Alpen wieder ein neires Opfer gefordert: der 20jährige Student der Technischen Hochschule in München, Karl Thoma aus Karlsruhe, ist bei einer Alleinbesteigung des Berges abgestürzt; seine Leiche ist am Fuhe des Matterhorns auf einem der Gletscher geborgen worden. Seit der Erstersteigung durch Eduard Whymper 1865 hat der Berg bis jetzt schon etwa 30 Opfer gefordert. Obwohl die Besteigung des Matterhorns ziemliche Voraussetzungen an das Können der Bergsteiger setzt, lockt der Ruhm seiner Besteigung Llnzählige an. Eine Schar von Führern müht sich, die Touristen auf den Gipfel zu bringen. In diesem Jahr jedoch war die Erfahrung zu machen, daß die deutschen Touristen meist führerlos die Besteigung des Matterhorns ausgeführt hatten, da sie kein Geld haben, die hohen Führerlöhne ju b^ahlen. Auch der junge Karlsruher hat die Tour aus diesem Grunde führerlos unternommen. Er, der als außerordentlich vorsichtiger, überlegter und gewandter Bergsteiger gatt, hat wohl infolge des über Rächt eingetretenen Reuschnees die Matter- horn--Sehnsucht mit dem Tode bezahlen müssen.
Aus dem Arntsverkirndigungsblatt.
** Da s Amtsverkündigungsblatt Rr. 65 vom 30. Sept, enthält: Landtagswaihl 1924. — Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbe- amten. — Verträge der Gemeinde he ?ainmeu mit den Gemeinden. — Maul- und Klauenseuche in Gießen. — Ausstellung einer Turbine durch Aug. Schlörb, Wallmühle bei Lauter.
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doch ihre schwerste Enttäuschung sollte sie erleben, als Frau Stapleton Francois kommen li.h, vorgeblich um auszusagen, was er bei der Entführung beobachtet hatte.
Sie sah sofort, dah er nicht der ORann war. der am vorigen Abend in Valentins Zimmer eingestiegen war. Dieser war ein großer Mensch und hatte einen starken Bart. Franyois war eher klein und glatt rasiert.
Frau Stapleton versicherte ihr, dah keiner ihrer Diener im geringsten der Beschreibung des Diebes glich, wovon sie sich selbst überzeugte. So verlieh sie das Haus höchst unbefriedigt.
Ihr Besuch bei Alphonse Valentin hatte oud> nicht mehr Erfolg. Der Mann war ausgegangen. Die Frau, die ihr öffnete — es war dieselbe wie am Abend zuvor — betrachtete sie mtt unverhohlenem Mihtrauen und erklärte, sie habe keine Ahnung, wann ihr Mieter nach Hause käme. Grace ging, entschlossen, am folgenden Tag nochmals zu kommen.
Dami pahte sie den ganzen Abend um das Stapletvnsche Haus herum auf, in der Hoffnung, den Mann mit dem starken Bart zu sehen, der am vorigen Abend hineinverschwunden war: er lieh sich jedoch nicht blicken.
Grace begann sich entmutigt zu fühlen. Sie dachte <m ihre Fliederbüfche zu Hause, an Dante Lucy, wie sie die Hühner fütterte, an die Hund;, an die Vögelein in ihrem Garten und schließlich wünschte sie, sie wäre zu Haus geblieben und hätte Richarrd die anscheinend hoffnungslose Entdeckung der Entführer des kleinen Jack Stapleton überlassen.
Was konnte schließlich sie zu erreichen hoffen, wenn das ganze Polizeiaufgebot Yon Paris ver-
Wirtschaft.
Zur künftigen deutschen Wirtschafts- eutwickinng.
Es herrscht ücbereinftinrmung darüber, daß der deutsche Jnlandsmarkt für absehbare Zeit nicht in der Lage ist, die Produktionsmöglichkeit des deutschen Gewerbes in ihrer vollen Höhe aufzunehmen, weil dafür seine Kaufkraft zu gering ist. Das deutsche Gewerbe muh also auf den Welt- martt hinaus. Ganz abgesehen von der Preisgestaltung sind die Aussichten sehr gering, weil tn den letzten 10 Jahren die Kaufkraft aller Staaten außerordentlich sich geschwächt hat, und weil in der Mehrzahl der Staaten während der Kriegszeit große eigene Industrien entstanden fint>, die nun mit allen Hilfen der Zollpolitik am Leben gehalten werden sollen. Wie sehr sogar in den Zetten des außerordentlich ausfuhrsteigernden Markverfalls die Ausfuhrmöglichkeiten gesunken sind, mag zeigen, dah im Jahre 1922 die deutsche Ausfuhr nach Italien gegenüber 17 Prozent im Jahre 1913 nur 8 Prozent betrug, nach England nur 2 Prozent gegenüber 10 Prozent, nach Frankreich statt 13 Prozent nur 5 Prozent, nach den Vereinigten Staaten statt 10 Prozent nur 4 Prozent. Ob mit der Durchführung des Sachverständigengutachtens die Aussichten auf dem Weltmarkt sich für Deutschland bessern werden, ist abzuwarten: jedenfalls sind in sehr wichtigen Staaten (z. B. in England) bereits jetzt Bestrebungen im Gange, sich gegen die befürchtete Lleberschwemmung mtt deutschen Waren zu sichern.
Angesichts des mit ziemlicher Bestimmtheit zu erwartenden Absahmangels für einen nicht unerheblichen Teil des deutschen Gewerbes, wird nichts anderes übrig bleiben, als den Teil von Industrie und Handel abzubauen, der zu groß geworden ist, in dem deshalb unwirtschaftlich große Kapitalien festgelegt sind und ein unproduktiver Menschen- und Materialverbrauch stattfindet. Schon das Problem der Kapitalbeschaffung wird den Einengungsprozeh des deutschen Gewerbes befördern, und zwar schon deshalb, weil der allgemein zu verzeichnende Mangel an Betriebskapital zu Leerlauf und zu übermäßiger Kreditinanspruchnahme zwingt, beides Momente, die die deutschen Preise künstlich überhöhen. Dah die Kapitalverhältnisse sich in Zukunft andauernd bessern werden, ist nicht anzunehmen: dafür ist der Kapitalbedarf des deutschen Gewerbes, der mit mindestens 20 bis 30 Goldmilliarden über den jetzigen Stand zu veranschlagen ist, viel zu grob. Wir werden vielmehr für längere Zeit hinaus aufs Sparsamste haushalten müssen. Da die bisher für das deutsche Gewerbe kennzeichnende Mannigfaltigkeit der Produktion übermähig große Produktionsstätten beansprucht und viel zu viel Betriebskapital festlegt, werden wir in Zuttinft wohl oder übel mehr zur Serienfabrikation übergehen müssen, ein Moment, das natürlich ebenfalls zur Verengung des älm- fanges des deutschen Gewerbes beiträgt. Diesem Ernschränkungsprvzeh werden auch diejenigen Betriebe unterliegen, die zwar technisch noch vollkommen auf der Höhe sind; die aber wegen der Unverwendbarkeit bzw. Unwirtschafllichkeit ihrer Fabrikation nicht mehr rationell genug arbeiten. Während in der letzten Inflationszeit der Drang nach dem Sachwert die Betriebe in die Brette zwang, wird in Zukunft der Zwang zur Flüssige machung unnötig fest gelegter Kapitalien die Or- ganisatton in die Tiefe führen, das heißt, alle überflüssigen Betriebe abzustoßen und die noch lebensfähigen auf rattonellste Produktion umzastellen, zwingen.
Diese Vorgänge werden die jetzige Krise auf noch unbestimmte Zett verlängern. Rur die lebensfähigen und die lebensnotwendigen Betriebe dürfen über die Krise gerettet werden, nicht aber auch die lebensunfähigen und überflüssigen Gebilde, die den Gesundungsprozeh nur hemmm und wichtigeren Produktionsstätten das so notwendige Kapital wegnehmen.
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Steigen der Grotzhandelsindexziffer.
Die auf den Stichtag vom 30. September berechnete Großhandelsinr^rziffer des Statistischen
sagt hatte? Es war verrückt. Lefevre hatte ihre Findigkeit überschätzt.
Sie hörte, wie die Kirchenuhven zehn schlugen, wollte heimgehen und die ganze Geschichte bis morgen vergessen. Morgen — der Tag. an dem Richard ankommen würde! Wie sehr sehnte sie sich nach ihm. Die einfältige Llnterbrechung ihrer Mttcrwochen schien ihr besonders grausam, nun, da über eine Woche verstrichen war, daih sie einander nicht gesehen hatten. Sie fragte sich, ob sie ihn wohl am nächsten Tage treffen würde.
Dann fiel ihr ihr verändertes Aussehen ebn; ihr Haar war tief schwarz gefärbt und zu einem Knoten geschlungen und stand ihr, wie sie glaubte, sehr schlecht; sie lachte über ihre leicht dunkel geschminkte Gesichtsfarbe, ihve durch und durch französische Kleidung und ihren dichten Schleier.
Wenn Richard sie hier in Paris sehen würde, in der Meinung, sie fei friedlich damit beschäftigt, zu Hause ihre Blumenbeete zu pflegen, so würde er an der Klarheit feiner Sinne zweifeln.
Roch in Gedanken versunken, ging sie den Ehamps Gshs4es zu, als sie plötzlich das weiche Geräusch eines vielpferdigen Auws vernahm, das hinter ihr auf der Straße herfuhr. Sie wandte sich um und sah ihm entgegen, aber das glänzende Licht der Scheinwerfer blendete sie. Sie sah nichts weiter, als daß der Wagen sehr rasch naher kam.
Da fuhr er schon nahe hinter ihr. Ein großer Mann stand auf dein Trittbrett. Bevor sie zu- rückzusehen vermochte, war er rasch herbeigesjungen und hatte seinen Arm um ihren Racken gepreßt. Sie verlor das Bewußtsein. Sie fühlte nur, wie sie in den noch immer in Gang befindlichen Wagen gehoben wurde, und im Gefühl rasender Fortbewegung schwanden ihr die SinRe.
Reichsamts zog gegenüber dem Stande vom 2h September (130,0) weiter um 1,2 v H. auf 1 3 1L an. Von den Hauptgruppen sttegen in der gleiche» Zett die Lebensmittel von 125,9 auf 128 0 ober um 1,7, davon die Gruppe Getreide und Kar- wffeln von 1*6,4 auf 118,4 oder um 1,7, ferner Jndustriestofß von 137,8 auf 138,1 oder um 0,2 Die Gruppe Kohle und Eisen blieb mit 128.5 unverändert. Jnlandwaren zogen von 124,5 auf 126,1 oder um 1.3, Einfuhrwaren von 157,7 auf 158,6 oder um 0,6 an. Für den Durchschnitt des Monats September ergib: sich eine Steigerung der Groß handelsin dexz if fer von 120.4 auf 126,9 oder um 5.4 v. H. Don den Hauptgrupper. sttegen die Lebensmittel von 110,9 auf 120,7 oder um 8.8, Jirdustrieftoffe von 138,2 auf 138,5 oder um 0,2. Jnlandwaren von 113,0 aus 120,8 ober um 6,9 v. H., Einfuhrwaren von 157,4 auf 157,7 oder um 0,2 v. H.
* Für die Am rechnu n g der Ausfuhrwerte zur Derankag.ung der Reichsgebühren in Gold bei der Erteilung von Aus- und Einfuhrbewilligungen ist künftig der amtliche Berliner Börsenkurs des letzten Börsentages im Qllonat für den ganzen folgenden Monat anzuwenden. Die Festsetzung und Veröffentlichung besonderer Kurse für diese Llrnrcch- nung findet nicht mehr statt.
* M i a g (M ühlenbau und Industrie A. G.) Frankfurt a. M. Die G. V. genehmigte die Verlegung des Geschäftsjahres auf das Kalenderjahr, so daß das Geschäftsjahr 1923 nur 5 Monate umfaßt. Der Jahresabschluß wurde gleichfalls genehmigt und der Reingewinn von 48120 Bill. Mk. auf neue Rechnung vorgetragen. Darauf nahm die Versammlung die Gold- markbilanz an, die eine Umstellung des Aktienkapitals von 265 Mill. Mk. auf 5,3 Mill. Mk. Stammaktien und. von 47,8 Mill. Mk. Vorzugsaktien auf 200 00d G.-Mk. mit fünffachem Stimmrecht vorsieht (für gewisse Beschlüsse ist das 25fache Stimmrecht vorgesehen). Gegen dieses Verhältnis der Vorzugs- zu den Stammaktien opponierte der Direktor der Stahl & Rolle 21. G. mit 48 Stimmen: das gleiche taten die Dorzugsaktionäre mit 48 000 Stimmen (fiir diesen Fall gilt jedoch nur einfaches Stimmrecht).
Die Ma s sen k ü n dig ungen bei Deutsch-Lux. Zu den Gründen der Massenkündigungen bei Deutsch-Lux -erfährt der D. H. D. noch, daß die Hauptursachr in der Absatzkrise zu suchen ist. Die Kohlenproduktion der südlichen Randzechen enthält etwa 60—70 Prozent Feinkohle, die sich nur für Briketts verwenden läßt. Der Absatz an die Reichsbahn hat fast völlig aufgehört. Der Bezug englischer Kohle stellt s.ch zum Teil billiger. Sollte die Reichsbahn als Abnehmer wieder auf treten, so stellte bei Deutsch- Lux-Vertreter in Aussicht, daß die Kündigungen allmählich wieder zurückgenommen werden könnten. Zur Zeit lagern von diesen Produktionen etwa 270 000 Tonnen.
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Als sie wieder zu sich kam, war es Heller Tag. Sie lag auf einem schmalen Holz bett, in einem getäfelten kleinen Zimmer, in dem nur eine Kommod: und ein Stuhl standen. Auf diesem sah ein dicker Mann, das Gesicht von einer Maske so verhüllt, daß seine Züge unkenntlich waren. Er sah sie scharf forschend an.
„Oh — wie — wo bin ich?" Si erang nach Lust.
Der Mann zögerte einen Augenblick. Dcum sagte er langsam: „Wo Sie sind, Mademvifelle, ist Rebensache. Hören Sie, was ich Ihnen -u sagen habe!"
Grace wußte nichts zu erwidern. Was hatte sie sagen sollen? Sie sah auf und starrte den Mann, halb geblendet, an. In ihrem Kops ver- schwammen die Gedanken — sie fühlte, daß sie betäubt worden war.
„Bor zehn Tagen," begann der Mann mtt kalter, drohender (Stimme, „ist Stapletons Kind tm Bois de Boulogne seiner Wärterin geraubt worden. Sie versuchen das Kind zu finden.
„Aber" — Grace machte eine abwehrend« Bewegung.
„Es ist nutzlos, zu leugnen. Sie sind beobachtet worden."
Grace rang nach Atem
„Ich will dem Vater des Knaben Rachrich schicken und dazu habe ich Sie ausersehen. Gerade Sie, da einer meiner Leute doch verhaftet werden würde. Deshalb wurden Sie hierher- geschafst."
„Das — das Kind lebt?" fragte Grace.
(Fortsetzung folgt.)
HALPAUS*CIGARETTE -


