ßr. 232 Erster Blatt
V4- Jahrgang
Donnerstag, 2. Vttover |92|
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Die deutsche Handelsvertragsfreiheit.
Durchführung des Grundsatzes der gegenseitigen Meistbegünstigung.
Berlin, 1. Oft. (WB.) Die bekannt haben seit dem Inkrafttreten des Vertrages von Versailles nicht mir die Staaten, mit denen Handelsverträge bestehen, fonbern außerdem sämtliche alliierten und assoziierten Mächte Anspruch _ darauf, daß, die Erzeugnisse ihrer Länder bei der Verzollung in Deutschland nach dem Grundsatz der Mei st- begünstigung behandelt werden. Mit Rücksicht hierauf wurde seinerzeit angeordnet, die vertragsmäßige Zollbehandlung bis auf weiteres auf Waren jeden Ursprungs anzuwenden. Demnach wird in Deutschland zur Zeit bei der Verzollung gleichartiger Erzeugnisse kein Unterschied mit Rücksicht auf den Ur- fprungderWaren gemacht. Die Bestimmungen des Vertrags von Versailles über die meistbegünstigte Zvllbehandlung werden mit dem 10. Januar 1925 unwirksam. Deutschland gewinnt daher, soweit keine Handelsverträge bestehen, von diesem Zeitpunkt ab wieder d i e F r e v heil in der Gewährung der Meistbegünstigung an andere Länder. Mit Rücksicht hierauf hat die Reichsregrerung eine Verordnung erlassen, nach der vom 11. Januar 1925 ab meistbegünstigte Zollbehandlung, soweit nicht besondere Verträge bestehen, nur noch auf Erzeugnisse solcher Länder anzuwenden ist, in denen auch die deutschen Erzeugnisse tatsächlich nach dem Grundsatz der Meist- begürrstigung behandelt werden.
Beginn der dentsch-französischen Handelsvertragsverhandlungen.
Paris, 1. Oktober. (Wolff.) Die deutsche französischen Handrisv^rtragsverhairdlungo l wurden heute nachmittag nach 3 Uhr mit einer formellen Sitzung im Uhrensaal des Ministeriums des AeuHeren eröffnet. Botschafter v. H ö s ch stellte dem Ministerpräsidenten Herriot. der die Sitzung leitete, die Mitglieder der deutschen Delegation vor, worauf foanzösischerseits die Delegation durch den Ministerpräsidenten vorgestellt 'wurde. Ministerpräsident Herriot begrüßte die deutsche Delegation und erklärte in seiner Ansprache, daß er die jetzt beginnenden Verhandlungen als eine weitere Etappe aus dem Wege zum Frieden auffasse. Er sagte: Diese Verhandlungen, deren Ergebnisse so wichtig für die Zukunft der beiden Lander sein können, find die logische Folge der Verhandlungen in Landon. Die Regelung des heiklen Rcparativnsproblems bildet die Grundlage für jede Aktion zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Diese Regelung ist nach freien Entscheidungen erfolgt und wir wellen hoffen, daß von nun an nichts mehr ihre Durchführung behindern wird. Es handelt sich nunmehr darum, auf diesem Wege weiter zu gehen, um zwischen Frankreich und Deutsch- lanb einen ständigen Austausch zu ermöglichen. Dor den tragischen Ereignissen der letzten Jahre war dieser gegenseitige Verkehr von beträcht- licher Bedeuiung. Die Statisttk beweist, daß sein Wert für beide Seiten ziemlich der gleiche war. Wie konnte man also besser beweisen, daß diese beiden Länder, die starke Industrien haben und unaufhörlich die Methoden der Wissenschaft entwickeln, durch den Austausch der verschiedenen Erzeugnisse ihres Bodens und ihrer Industrien sich gegenseitig ungeheure Djenste leisten können?
Botschafter v. Hösch erwiderte darauf und erklärte, daß die Verhandlungen deutscherseits mit dem aufrichtigen Wunsche, zu einem Eander st ändnis mit der französischen Regierung äu gelangen, geführt würden, in der Hoffnung, daß daäirch die normalen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, insbesondere aber der Warenaustausch, gefördert würde. Rach Beendigung der Sitzung fand eine Unter- redung zwischen den beiden Delegationsführern Handelsminister Ray na l d h und Staatssekretär v. Trendel en bürg statt, um sich über die Arbeitsmethoden zu verständigen.
Die deutsch-französische Delegation tritt Donnerstag nachmittag 3 Uhr im Handelsministerium zusammen, um ein Arbeitsprvgramm fest- zu legen, das das Problem der wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder erst einmal unter allgemeinen Gesichtspuickten betrachtet. Dann wurden die Vertreter der einzelnen Industriekreife Sonder besp rechn ngen abhalten.
Die Londoner
Anleiheverhandlungen.
London, 1. Ott. (Reuter.) Die Vertreter der Morgangesellschaft und der Dank von England haben die Unterhandlungen über die deutsche Goldanleihe so gut wie a b - geschlossen. Die Rechtssachderständigen der Dank von England bestättgten. daß die Bedingungen der Anleihe mit dem Dawesbericht und dem Londoner Übereinkommen in Einklang stehen. Der amerikanische Anteil an der Anleihe wurde endgültig auf 100 Millionen Dollar festgesetzt. Die Anleihe wird wahrscheinlich Mitte Oktober in allen Län- derngleichzeitig ausgegeben. Der end- gülttge Verteilungsschlüssel ist noch nicht bestimmt. Die britische Quote wird wahrscheinlich zwischen 10 und 15 Millionen Pfund Sterlin betragen. Augenblicklich unterhandeln holländische, Schweizer und s ch w e d i s ch e D a n - TierS mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in London
Die Umbildung des NeichsKabinetts.
Die Schwierigkeiten der Kanzleraktion. — Die Haltung des Zentrums.
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 2. Ott. 1924.
Die Bemühungen des Reichskanzlei Dr. Marx zur Umbildung der Reichsregierang werden vor Mitte nächster Woche kaum zu irgendeinem Resultat führen tonnen. Schon jetzt zeigt sich, welch erhebliche Sch.virrigk.nten der Aktion des Reichskanzlers gegenüberstehen, da die gleichzeitige Verbreiterung der Regie cungsgrundlage nach rechts und nach links von vornherein nicht in Frage kommen kann. In den mastgebenden parlamentarischen Kreisen ist man der Meinung, dast jetzt die grundsätzliche Entscheidung darüber fällt, ob eine Erweiterung des Kabinetts möglich ist oder der gegenwärtige Reichstag infolge der Unmöglichkeit einer rrgierungsfähigen Konstellation der Auflösung verfallen must Di ■ Gefahr einer Reichstagsauflösung darf keineswegs unterschätzt werden. Wann Reichskanzler Marr zu der Feststellung gelangen slllte. dast eine Hinzuziehung der Deutschnationalen zum Reichstabinett für ihn nicht tragbar wäre, dann würde eine Regier u ngs- krise ganz unvermeidlich sein. Selbst die energischen Anstneng ungen der Deutschen Dolkspartei, alle Schwierigkeiten zu beteiligen, können kaum darüber hinwegtäuschen, dast an dem Gegensatz zwischen den Deutschnationalen einerseits und dem Zentrum und den Dem. traten andererseits die ganze Regierungsfrage zu scheitern droht
Es kann nicht daran gezweifelt werden, dast es Reichskanzler Dr. Marr mit seiner Mission sehr ernst nimmt und bis zum letzten Augenblick bemüht sein wird, zwischen den einzelnen Parteien zu vermitteln. Insbesondere kommt es darauf an, die Deutschnationalen zu bewegen, die Regierungspolitik auf der bisherigen Linie fortzuführen, und sie zu veranlassen, ihre gegnerische Haltung gegen die Reichsverfassung auf- zugebM. Wenn die deutschnattvnale Partei sich in diesem Sinne entscheiden würde, so bestände nach Auffassung des Reichskanzlers für die Sozialdemokratie kein Grund, zur Opposition überzugehen. Vielmehr könnten dann die Sozialdemokraten ihre Haltung der wohlwolle n- den Unterstützung beibehalten und an den Arbeiten der Regierung sachlich mitwirken. Damit wäre auch die Dvvaussehung für die Volksgemeinschaft geschaffen. Auf der anderen Seite sieht Dr. Marx keine Möglichkeit, deutschnationale Minister in sein Kabinett aufzunehmen, wenn nicht di« unbedingte Sicherheit für die Beibehaltung des Kurses der Mitte gegeben ist.
Solange über diese grundsätzlichen Voraussetzungen überhaupt noch nicht ernsthaft verhandelt worden ist, sind auch die Voraussagen derjenigen Kreise verfrüht, die schon jetzt wissen wollen, dast die Umbildung der Reichsregierung nur noch eine Frage von wenigen Tagen' sei. Das Zentrum dürfte bei den bevorstehenden Auseinandersetzungen die Entscheidung aus der ganzen Linie herbeiführen. Schon jetzt kündigen die mahgebenden Führer des Zentrums an, dast sie entschlossen sind, von der deutsch- nationalen Partei die vorbehaltlose Zustimmung zu den Londoner Abmachungen zu fordern und ihre Teilnahme an der Reichsregierung vyn ihrem Verhalten zu den schwebenden politischen Aufgaben abhängig
zu machen. Dabei zeigt sich mit grober Deutlichkeit, dast die Annäherung zwischen Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei das Zentrum auherordentlich mihtrauisch gemacht hat. Offenbar befürchten die Zentrumskreise, ihren Einfluß auf die Regierungspolitik zum wesentlichen Teil zu verlieren, wenn die Deutsche Volkspartei schon jetzt auf dem Wege ist, sich I der Politik der Deutschnationalen in vollem Umfange anzuschließen. Bezeichnend ist beispielsweise auch die Tatsache, dast das Zentrumsorgan, die
e rman i a“, ganz offen der Deutschen Volks- Partei den Vorwurf macht, in der Regierungsfrage als der- Anwalt beut ^nationaler Interessen aus zu treten. Aus den gegenwärtigen, hinter den Kulissen geführten Besprechungen getoiimt man den Eindruck, dast tatsächlich eine gefährliche Regierungskrise auszubrechen droht, wenn nicht In letzter Stuttde die Bemühungen des Reichskanzlers zur Erweiterung der Reichsregierung zu einem positiven Ergebnis führen.
Des Kanzlers Programm der Volksgemeinschaft.
Berlin, 1. Oft. Der Reichskanzler erklärte einem Redaktionsmitglirde der „Germania", dast er eine Erweiterung der Regierungskoalition unter Zusammenfassung aller Fraktionen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte durchzuführen b ab ich- tige. Er sei entschlossen, sich sowohl mit der sozialdemokratischen als auch mit der deutschnationalen Partei in Verbindung zu sehen, um von ihnen zu erfahren, ob fi: entschlossen seien, dir Lösung der wichtigen, in dm kommenden Monaten zu erledigenden Aufgaben gemeinsam mit den bisherigen Koa- litionsparteren durch tätige Mithilfe in der Reichsregierung mit durchzufüh.en. Der Kanzler wies darauf hin, dast es ohne die entscheidende Unterstützung der sozialdemokratischen Fraktion nicht möglich gewesen wäre, durch die der Regierung auf dem Verord- nurgswege gegebene Ermächtigung Deutschland vor einem wirtschaftlichen, und sozialen Chaos zu bewahren. Andererseits liege es ater auch rm dringenden vaterländischen Interesse, dast die starken nationalen und wirtschaftlichen Kräfte, die in der Deutschnationalen Volkspartei geborgen feien, für eine positive Regierungsarbeit fruchtbar gemacht werden. Eine andere Art der „Dollsgrmeinschaft" sei, so erflärte der Kanzler, für ihn nicht denkbar.
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Zu dieser Kanzlererklärung äustert man die Vermutung, dast die vom Reichskanzler a n d i e Sozialdemokratie gerichtete Einladung den Zw-eck haben soll, den hauptsächlichsten Beweis der Unmöglichkeit einer Regierung von den D eu t s ch n a t i o n a le n bis zu den Sozialdemokraten zu geben. Es müsse immer beachtet werden, dast ein Zusammenarbeiten auf solcher Basis auch von dem Gesichtspunkte der D e u t s ch n a t i o n a - len Volkspartei unmöglich fein würde. Hinzu kommt, dast sich auch die Deutsche Volkspartei in ihrer Entschliehung sehr scharf gegen eine Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie ausgesprochen hat. Die in demokratischen Kreisen verbreitete
Der Friedenspakt.
Annahme des Lchieds- und Sanktionsprotokoll in der Völkerbundversammlung.
Genf, 1. Ott. (Wolff.) Die Völkerbunds- Versammlung trat heute vormittag um IO1/» Uhr zusammen, um unter lebhaftem Beifall die Berichte von P o l i t i s und B e n e s ch über das int ersten und dritten Ausschuh auf Grund der Resolution Herriot - Macdvnaild ausgearbeitete Schieds - und Sanktionsprotokoll entgegenzunehmen. Das heute nacht endgülttg redigierte Protokoll, das bei Beginn der heutigen Versammlung allen Delegierten überreicht wurde, führt den Titel „Protokoll für die friedliche Regelung der internationalen Konflikt e“. Der endgültige Text, dessen einzelne Artikel, sowie die neu eingereichten Abänderungen, die der Berichterstattung über die Kommissionen bereits mitgeteüt worden sind, enthält ein Präambel und 21 Artikel. Die Prä - ambel lautet:
Die Unterzeichneten sind beseelt von dem festen Willen, den allgemeinen Frieden und die Sicherheit der Völker, deren Existenz, Unabhängigkeit oder Gebiete bedroht sein können, zu sichern. Sie anerkennen die Solidarität, die alle Mitglieder der internationalen Gemeinschaft vereinigt, er* klären, daß der angreifendc Staat einen Bruch dieser Solidarität und ein internationales Verbrechen begeht und wünschen die bolle Anwendung des Dölkerbundspaltes für die friedliche Regelung der Streitfälle, das zwischen den Staaten vorgesehene System zu erleichtern, die Detämp- fung der internationalen Verbrechen sicherzustellen und nach Artikel 8 des Dölkerbundspaktes die nationalen Rüstungen auf das Mindestmaß zu beschränken. das mit der nationalen Sicherheit und der Ausführung der durch eine gemeinsame Aktion notwendig gewordenen, internationalen Ver
pflichtungen zu vereinbaren ist. Sie sind daher hierzu gebührend ermächtigt, über folgende Bestimmungen übereinzukommen:
Artikel 1 bestimmt, dast die Protokollverpflichtungen für alle Signatarmächte bindend sind.
Artikel 2 erttärt, dast alle Kriege verboten sind auster im Falle des Widerstandes gegen Angriffsakte in U£bereinftlm = mung mit dem Völkerbund laut den Bestimmungen des Pattes und des Protokolls.
In Artikel 3 wird die Gerichtsbarkeit des internationalen ständigen Gerichtshofes unter gewissen Vorbehalten als obligatorisch erklärt.
Artikel 4 enthält die Einzelheiten über das Schlichtungsverfahren durch den Rat und die Schlichtungskommission.
Artikel 5 behandelt die Sachlag t b.i Streitfällen, die der eigenen Zuständigkeit anderer Staaten unterliegen.
Artikel 6 betrifft die Rolle der Völker- bundsversammlung bei der Shlichtang von Streitfällen.
Artikel 7 regelt die präventiven Mah- nahmen, die der Rat b:i einem Konflikt ergreift zur Klärung d:s Kouflik.es uid Aufrechterhaltung des staius guo während des Verfahrens.
Rach Artikel 8 verpflichten sich alle Staaten. sich jeder Handln ig ;u enthalten, dir eine Angriffsdrohung bedeutet.
Artikel 9 cmpfichft £ur Verhinderung von Kriegsfüße i die Errichtung entmilitarisierter Zonen.
Artilcl IC definiert den A ng r i f s s staa t.
Behauptung, dast ein erheblicher Teil des Zen- ti'u m s g»gen die Bildung einer bürgerlichen Regierung sei, ist, wie jetzt schon festgestelll werden kann, nicht richtig.
Die Haltung der Sozialdemokratie.
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 2. Oft. (Drahtmeldung.) Die sozialdemokratische Parteileitung hat sich wider alles Erwarten bereit erklärt, an den Vorverhandlungen zur Erweiterung des Reichskabinetts teilzunehmen. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen hierzu erfahren, will die Sozialdemokratie unter allen Umständen den Anschein wahren, als sei sie gewillt, die vom Reichskanzler in Aussicht genommenen Bemühungen nach Erweiterung des Kabinetts nach rechts und links wohlwollend zu u n t e r ft ü t) e n. Das Ziel dieser sozialdemokra- tischen Taktik kann selbstverständlich nur darin bestehen, die Verantwortung für ein evtl. Scheite r n der Verhandlungen allein a u f d i e D e u tschnationalen abzuwälzen. Im übrigen hofft man in den sozialdemokratischen Kreisen, dast die gegenwärtigen Aktionen m i t einem vollen Mißerfolg enden und nichts weiteres übrig bleibt als die Auflösung des Reichstages, die der Reichspräsident aussprechen könnte, wenn ein Ausweg aus den innerpollttschen Komplikationen nicht zu finden ist. In parlamentarischen Kreisen nimmt niemand an, daß die Sozialdemokratie die ernsthafte Absicht hätte, eine unter deutschnationalem Einfluß stehende Reichsregierung auch nur einen Tag zu unterstützen.
Gründung einer föderalistischen gentrumspartei.
(Eigener Informationsdienst.)
B e r l i n , 2. Ott. (Drahimeldung. > Do.i sich renber Zentrumsseite wird jetzt zugegeben, dast die Bestrebungen gewisser föderalistischer Kreise in West- und Dorbdeutschland auf Gründung einer eigenen Partei bereits wei t fortgeschritten sind. Die Kreise, die hierfür in Frage kommen, haben den entscheidenden Anstoß zu ihrem Plan von der Bayrischen Dolkspartei erhalten und es ist auch beabsichtigt, falls öer Plan sich verwirklichen läßt, sich später mit der Bayrischen Volkspartei zu einergr©» ßen föderalistischen streng konservativ gerichteten katholischen Partei zusammenzuschließen. Allerdings bestehe noch gewisse Schwierig!.iten, als man auch diejenigen föderalistischen K rei e in Hannover und Hessen gewinnen möcht:, die e v a n g e lisch sind, aber bisher beim Zentrum die Vertretung ihrer Interessen geiucht hatten. Von führender Zenlrumsseitc wird betont, daß die Gegensätze zwischen den Interessia und Ab ichten dieser verschiedenen Kreivorläufig noch zu sta t wären, um auf einen Erfolg der Eini--u -gs'xstre- bungen hoffen zu lassen Ob bereits bis zum Zusammentritt des Reistages irgendwe.che foi- genschwere Beschlüsse gefaßt fein können, erscheint noch sch/ zweifelhaft, wenn auch die Bayrische Dolkspartei, die den Kristallisationspunkt der ganzen Bestrebungen abgibt, ihre Tätigkeit in letzter Zeit aufs äußerste gesteigert hat.
Artikel 11 stellt die Sanktionsver- pflichkung der Signatarmächte auf.
Artikel 12 behandelt die Dorbereitung der wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen.
In Artikel 13 wird die vorherige Mitteilung militärischer Derpflichtungen an den Rat und das Recht der Sonderabkommen geregelt.
Artikel 14 verleiht dem Rat das Recht der Aufhebung der Sanktionen.
Artikel 15 legt den Angreiferstaaten die R e - Parationskosten auf, garantiert aber ihr» Unabhängigkeit.
Artikel 16 behandelt das Derhältnis der Sig- natarmächte mit den Richtsignatarmäch- t en.
Artikel 17 enthält die Derpflichtungen zu der Teilnahme an der Abrüstungskonfe. renz.
Artikel 18 regelt die Abstimmungsver hä 11nisse im Rat bei den Entscheidungen.
Dach Artikel 19 verändert das Protokoll seine aus dem Dölkerbundspakte erwach' senen Verpflichtungen und Rechte.
Artikel 20 verweist jeden Streitfall über die Auslegung des Protokolls an den internationalen ständigen Gerichtshof.
Artckel 21 enthält die Bestimmungen über die Ratifizierung, das Inkrafttreten des Protokolls und die Abrüstungskonferenz.
Dach Verlesen des Protokolls stimmten die Vertreter Frankreichs. Englands. Hollands, Italiens, Spaniens, Belgiens, Fi mland., Ro we ens, Portugals und Jugoslawiens den Protokoll zu. Der Führer der japanischen Delegation. Baron I s h i i, erklärte, daß Japans Einwände stets rein juristischer Ralur gewesen fc;en und vom ^Geiste des Freimuts und der Aufrichtigkeit beseelt waren. Mit großer Befriedigung fnine er mitteilen, daß die ja; .(.''int-- io i -fce. Re
solution jetzt ihre v f. r mn-. er; ei le.


