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Dledeutsche demokratische Par­tei rast im freutigen Anzeigenteil zu morgen, Samstag, 3. Mai, abends 8^4 älhr, ihre Mit­glieder in den Felsenkeller zusammen zu einer letzten Aussprache.

Der Stenographenverein Stolze- S ch r e h beginnt am Dienstag, 6. Mai, in der Dezirksschule an der Westanlage einen Anfänger- Lehrgang. AähereS im Anzeigenteil.

Wettervoraussage

Vielfach bebeeft, zeitweise auffrischende Winde, etwas wärmer, geringe Regenfälle.

Landkreis Gictzcn.

2g. Grohen-Duseck, 1. Mai. Der Krrchengesangderein von Beuern singt am nächsten Sonntag in unserer Kirche neben drei Ostermodetten das gröbere OBert den »Jüngling von Nain". Sänger und Orchester stehen unter der Leitung von Lehrer Rau in Beuern. Ende Juli veranstaltet der Lahn- Dünsberg--Gau (Südwestdeutscher Turner­bund) einen Gau-Sporttag, dessen Vor­bereitung dem hiesigen TurnvereinGut Heil" übertragen ist. Genannter Verein wird damit sein 25jähriges Stiftungsjubiläum verbinden.

Kreis Schotten.

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Aufführungen auhervrdenLsichen Zuspruch gesun­den hat, auch hier In Gießen In der Turnhalle des Turnvereins von 1846, Steinst raße, unter Leitung des Mitgliedes des hiesigen Stadtthvalers Juhnke zur Aufführung bringen. Leider konnte der Gießener Turnerschaft aus verschiedenen ihn» ständen das Theater nicht zur Verfügung gestellt werden. DaS Stück trägt weder politische, noch religiöse Färbung, sondern ist nur von rein vater­ländischen Gedanken eingegeben. In diesem Sinne ist es von so hoher, packender und begeisternder Wirkung, wie noch selten eines geschaffen wurde. Wer das Glück hatte, das Festspiel in München ziu sehen, fühlte sich hingerissen von dem Inhalt, Geiste und der Inszenierung desselben. Mit der Aufführung dieses Festspieles findet ein Schau­turnen aller Abteilungen der Gießener Turner­schaft statt. i

** Nicht auf die Erbe und die Steine setzen. Diese Mahnung ist jetzt be­sonders für Kinder am Platze, die da glauben, mit den ersten schönen Frühlingstagen sei schon der Frühling eingezogen und man könne sich unbesorgt auf den Erdboden niedersetzen. Die Erde strömt aber selbst bei schönstem Sonnen» schein noch viel Kälte aus und ein Ruhen auf ihr (noch weit mehr auf Feldsteinen und steinernen Treppen) kann sehr schwere Erkältungskrankheiten (Hinterleib, Blinddarm, Gicht) nach sich ziehen. Aber auch Treppenstufen sind nicht ungefährliche Sitzgelegenheiten; bei ihnen kommt noch hinzu, daß sie durch Auswurf Kranker, sowie oft durch Ungeziefer, jedenfalls aber durch Schmutz ver­unreinigt sind.

** Oeffentliche Dücherhalle. 3m April wurden 1277 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 678, Zeit­schriften 129, Iugendschriften 97. Gedichte und Dramen 18, Länd r und Völkerkunde 105, Kultur­geschichte 25, Geschichte und Biographien 90, Kunstgeschichte 17, Naturwissenschaft und Techno­logie 59, Heer- und Seewesen 6, Haus- und Landwirtschaft 8, Gesundheitslehre 8, Religion und Philosophie 14, Staatswissenschaft 11 Sprach­wissenschaft 9, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswärts kamen 26 Bände. Aasleihestunden ab 7. Mai: Mittwochs von 79, Samstag von 6 bis 9 Uhr abends.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Löns-Gedächtnis-Abend: 8 Uhr in der llniver- sitätsaula. 168er: 9 Uhr bei Faulstich Mit- glieder-Dersammlung. Völkisch-sozialer Block: 8V1 ^lhr auf der LiebigshöheWählerversammlung.

AuS dem S tadtthealerbureau wird uns geschrieben: Drittes Gastspiel der Frankfurter Oper. Nach dem großen künstlerischen Erfolge, den die Aufführung des Alessandro Stradella" am Mittwoch bedeutete, darf der nächsten Opernaufführung, für die Am­bro ise Thomas beliebte Oper ,M i g n o n" ge­wählt worden ist, mit besonderem Interesse ent­gegengesehen werden. Die Aufführung wird am 8. Mai stattfinden, und es ist heute schon sicher, das» Kammersänger John Gläser den Wilhelm Meister singen wird. Für diese Aufführung haben die Freitagsabonnenten Vorzugsrecht und Vor­zugspreise. Die Kartenausgabe für die Abon­nenten beginnt am Samstag, 3. Mai, vormittags 10 Uhr, an der Theaterkasse. Dom Dienstag, 6. Mai ab tperben die übriggebliebenen Ein­trittskarten zum unbeschränkten, jedermann zu-

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Ausreisegebühren. Auf Antrag des Zen- hxrtoeLixmt>eB des Deutsci^n Großhandels hat das .Reichsfitranzmmistermm die Finanzämter ermäch­tigt, selbst äivdigen Gewerbetreibenden und deren Angestellten, die wiederholt oder regelmäßig not- weiÄge Geschäftsreisen in das Ausland machen müssen und eine entsprechende Erklärung der Handelsltunmer vorlegen, einen Llnbedenk.ichftits- vermerk für mehrmalige Ausreisen in ein lie­ft immtes Land, in mehrere bestimmte Länder oder in besonderen Ausnahmefällen, in das europäische Ausland ir MonatSabschnitten bis zu 3 Monaten, zu erteilen, wobei die Dauer des Aufenthaltes tm Ausland jeweils nach den Bedürfnissen des Einzelfalles zeitlich begrenzt werden dann.

* Auszeichnung verdienter Feuerwehrmänner. Gelegentlich der ersten diesjährigen Hebung der beiden hiesigen frei­willigen Feuerwehren am Montag abend wukde durch Regierungsrat Dr. Heb vom Kreisamt im Beisein des Geh. Kommerzienrats Dr. Gail einer Anzahl Mitglieder der beiden Freiwilligen Feuerwehren unserer Stadt das Ehrenzeichen für 25- und 40jährige Dienstzeit mit einer ent­sprechenden Urkunde überreicht. Regierungsrat Dr. H e b richtete zuvor einige Worte der An­erkennung an die Dekorierten und gab u. a. dem Wunsche Ausdruck, dah jeder Feuerwehrmann sich stets seiner freiwlllig übernommenen Pflicht bewußt sein und im Interesse des Gemein­wohls wie seicher weiter wirken solle. Bei der Gießener fretw. Feuerwehr erhielten das Ehrenzeichen für 42jährige Dienstzeit der Kreisfeuerwehrinspekktor Äug. DickorS, für 25jäh- rige Dienstzeit die Kameraden Dalth. Amend, Heinr. Barth, Otto Harig, Heinr. Herbert, Emil Koch, Emil Malkomesius, Hugo Nihsche, Karl Reuling II., Fritz Neuling, Wilh. Niebel und Christ. Vaubel. Bei der F r e i w. G a i l s ch e n Feuerwehr für 40jährige Dienstzeit die Ka­meraden Jean Arnold, Wilh. Wacker und Georg Wink, für 25jährige Dienstzeit die Ka­meraden Paul Hennig und Gustav Trinkaus. Nach der äleberreichung sprach Kreisfeuerwehr- Inspektor D i ck o r 6 im Namen der Dekorierten dem Regierungsvertreter den Dankk der Ausge­zeichneten aus: sodann überbrachte Drandinspek- , tor Wenzel, als Vorsitzender des Kreisver­bandes freiw. Feuerwehren, die Glückwünsche des KreiSverbandes.

* Eiersammlung für die Gießener Studentenhilfe. Der Vorsitzende der Gieße­ner Studentenhilfe, Prof. Dr. Eger, schreibt uns: In den letzten Wochen veranstaltete die hiesige Student^nh lfe in verschretenen Orten der Wetteraa eine Giersammlung, die von Schwestern des Heims und einer Anzahl Studenten selbst vorgenommen wurde. Durch die tatfräftige Hilfe der Herren Pfarrer der einzelnen Ortschaften war die Samm- mng von großem Erfolge begleitet. Die Zahl der Eier, die fast alle unentgeltliche abgegeben wurden, betrug in Holzheim 548, Dorf-Gill 155, Lang-Gons 474, Berstadt 536, Wohnbach 200, Obbornhofen 116, Bellersheim 150, Langsdorf 404. Don dieser Stelle aus sei den Gemeinden und ihren Herren ^Pfarrern nochmals der Dank für ihre freundliche älnterstützung des hiesigen Studentenheims aus­gesprochen.

*'EinTurner-FestspielinGießen in Vorbereitung. Die Gießener Turner- schaft (T. V. v. 1846 u. M T. V.) will Mttte Mai daS Festspiel des Deutschen Turnfestes in Mün­chenFrisch auf, mein DoL^', das kürzllch in

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löftsenschäft Av ismteSBr'ßh® daS anoere auSschlietze. Am zweiten Nachmittag sprach Lehrer ©eggen-Ober-Dreidenbach überDie chrisv lichen Triebkräfte in der dänischen Volkshoch« schule im Gegensatz zur idealistischen Volkshoch« schule unserer Zeit". Nachdem er kurz auf den Theoretiker Grundwig eingegangen war, zeichnete er ein treffliches Lebensbild von dem Praktiker Christen Kalt, der es verstanden habe, durch meisterhaftes Erzählen hauptsächlich der biblischen und Weltgeschichte die Dauernburschen so zu fesseln, daß sie ihm in Scharen zuströmten. Durch Verwendung von Selbfterlebtem sei das Wort tief tn die Herzen gefallen, weshalb er auch der Sokrates des Nordens genannt werde. Redner trat für die christliche Volkshochschule ein. Am ersten Abend erzählte Lehrerin Frl. 6 i fe­rn a n n - Romberg, deren Vater 1919 in Mitau bei Riga als Pfarrer tätig war, über die Greuel- taten der Bolschewisten, deren Haß sich haupt­sächlich gegen die Geistlichen gewandt habe. Ver­haftung sei auf Verhaftung, Todesurteil aus Todesurteil erfolgt. Auch ihren Vater habe man nur weil er Geistlicher war, ins Gefängnis ge­schleppt, er sei aber wie durch ein Wunder dem Tod entgangen. Der letzte Abend war einer all­gemeinen Aussprache gewidmet, nachdem schon einem jeden Vortrag eine Diskussion gefolgt war

Hessen-Nassau.

]( Marburg, 30. April. Gestern hielten di- Stadtverordneten ihre letzte Sitzung vor den Neuwahlen ab. Der Städtverordneten- Vorsteher, Iuftizrat Rohde, gab am Schlüsse einen Rückblick aus die schwierigen Verhältnisse, unter denen die Stadtverordneten fünf Jahre lang ihren Pflichten Nachkommen mußten und wies auch darauf hin, daß von den damaligen 36 Mit­gliedern nur noch 14, außer den drei in den Magistrat getretenen, im Amt seien. Ein ältererMann, der durch die Verhältnisse, wic so viele Leidensgenossen, um seine ganzen Ersparnisse gekommen war, nahm sich dies so zu Herzen, dah er sich mit Petroleum begoß unddieses anzündete. In schwer­verletztem Zustande wurde er in die Klinik ge­bracht.

fpd. Frankfurt a. M, 1. Mai. Die von den Soziallsten und Kommunisten veranstalteten Maifeiern nahmen, da sie in geschiossenei' Mäumen stattfanden, einen ru hi gen Ve r la u f. Die Deteiligulug war gering. In allen Betrieben wurde gearbeitet An der Konstablerwache kam es gelcgentlld) eines Demonstrationsumzuges jugeiä-lichm? Elemente zu einem Zusammen­stoß mit der Schutzpolizei. Diese griff scharf durch und zerstreute die Heihsporne in ganz kurzer Zeit. Einiae Burschen wurden sistiert. Die älntersuchung der Leiche des in der Westend­straße auf gefundenen Studenten Surre! aus Gelsenkirchen wir berichteten gestern darüber hat ergeben, daß der junge Mann weder durch einen Mord, noch durch einen Raubmord ums Leben gekommen ist. Aller Wahrscheinlich­keit nach ist Kurrek, der angetrunken war, ent­weder auf das Pflaster gestürzt 3 hat sich auf diese Weise die Verletzung zugezogen und ist möglicherweise später von einem Auto ange­fahren worden, ober aber er hat in seiner Trun­kenheit mit einem Paffanten Streit bekommen, in deffen Verlaus er auf das Pflaster geschleu­dert wurde. Der Tod ist ärztllchem Befunde zu­folge durch einen gewaltsamen Sturz hex. beigeführt worden.

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m. Flensungen, 30. April. Die Frei­zeit des hessischen evangelischen Lehrer­und Lehrerinnenvereins vor einigen Tagen im Dlbelhelm Flensunger Hof war von 60 Teilnehmern besucht, meistens Lehrer und Lehre­rinnen aus Oberhessen und Starkenburg. Den Hauptvortrag hatte der Leiter des Bibelheims, Pfarrer Dr. Eichhorn übernommen:Die biblische Wahrheit und die geistigen Strömungen unserer Zeit". Am ersten Tag sprach er über ®ott. Er beleuchtet hauptsächlich die Gegen­sätze zwischen Atheismus, Pantheismus, Deismus, dem Gottesglauben eines Häckel, Hoh. Müller, Goethe und dem Gott der biblischen Offenbarung, nach welchem schon Plato eine tiefe Sehnsucht ge­zeigt habe. Am nächsten Sag sprach der Redner überChristus". Gr ging aus von der kosmischen Bedeutung des Gottessohnes, die z. D. ein Rud. Steiner in den Vordergrund stelle. Für uns Christen käme aber in erster Linie die Heils- beöeutung In Frage. Wohl verlange nach An­sicht der modernen Theologie das moderne Volk einen anderen als den biblischen Christus. Dies sei aber schon zu allen Zeiten so gewesen: den Weltmenschen sei stets der biblische Christus eine Torheit, ein Aergernls. Gr bilde aber trotzdem den einzigen Weg zu Gott und zur Seligkeit. Der erste Nachmittag brachte den Vortrag des Lehrers Braun- Auerbach überNaturwissen­schaft und Christentum". Er räumte gründlich auf mit dem Darwinismus, Materialismus, Idealismus. Der feste Gottesglauben gar vieler Naturforscher beweise, daß von Natur-

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