Ausgabe 
2.2.1924
 
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Der Ausnahmezustand.

Berlin. L $tbt. (Prtv.-Tcl.) Das ^Berliner Tageblatt" hort, Laß zw's^n dem Deichspr^s de te.t, drm 18e;c^8?cn Lr, 6cm RcichSW«',tm.n:st;r »ad drm Reichs«miste, des Innen» Pc s nlch g't'e D s-nchm'gnr über die Ql»ff>ebur.g b ,w. Mild, rang t«5 DuS- aahmezustandeZ flat ge^undrn fyaUcn. ®.e das Kkt bemerk', Verde die Eutcheidun^ über d e Frage nicht zuletzt auch davon abhcmgea, Vie sich die Legr la D a he rn gestalten würde. Auch bei der letzten Unterteilung zwischen der Reichsreg «rn.rg und den Parteiführer» habe die Frage den Haupteror erungSgcgen- stand gebildet, wobei d:r Ansicht Ausdruck verliehen wurde, daß de kommenden Wah­len nicht unter dem Ausnahmezustand sta.t- sinden sollten.

Die Kürzung des Beamten- Urlaubs.

Berlin. 1. Febr. (WTD.) In einem Ber­liner Blatt ist der Beschluß des Kabinetts vom 31. 1. über die Kürzung des Beamtenurlaubs einer Kritik unterzogen worden. Die Maßnahme ist als eine besondere Härte bezeichnet worden, zumal sie finanzielle Vorteile für das Reich schon deswegen nicht erbringe, weil die UrlaubSgewchrung r g lmäßig mit irgendwelchen Kosten nicht verknüpft fei.

die Vertretung der Denlaub.e» vielmehr durch Mehrarbeit der Kolleg« ermöglicht

werde.

Bon amtlicher Seit« auS wird mitaetetkt, dah die Aussührung« von durchaus unzutiesfm» den Voraussetzungen ausge'-en (Sine gegcnsci rga Vertretung der Beamten ist besonders bei den Betriebsverwaltungen des Reiches rn vielen Fällen nicht möglich, es macht sich viel­mehr die Heranziehung zahlreichen Personals zu Stcllvertre ung^zweck« not­wendig. Das ergibt sich schon daraus, dah allein bei der Reichsverlehrsverwaltung th b Sher be­stehende. namentlich für die un'eren Gruppen der Beamtenschaft gegenüber dem Vorkriegsstände er­weiterte Urlaubsregelung dle Mehreinst^llung von rund 30 000 Arbeits­kräften notw-md'g

machte. Aber auch bei den Hoh ilsverwaltungen ist dec Urlaub der Beamten oft mit nicht un­erheblichen Kosten verlnüpft. Die Rei HSregiecung muhte sich daher, f-v sehr sie an sich geneigt ist. die mißliche Lage der Beamtenschaft nicht, noch ungünstiger zu gestalten, zu der KürzungSmaß- nahme entschlief en.

Der Reichewehrminlster und ibürlnaen.

Berlin. 1. Aebr. iWTD.) Die thüringische Dtegkrung hat der Presse einen Brief an den Reichswehrmini st er über ein angebliches Eingreifen des Generals Haffe in daS Verfah­ren gegen den Minister Herrmann übet* geben. Die hat bei diesem Brief ebensowenig nrtc bei den anderen Schreiben, mit denen sie in des letzten Tagen in die Oeffentlichtett getreten ist. eS für nötig gehalten, die Sachlage vorher in loyaler Zusammenarbeit mit dem Be­fehlshaber zu klären: sie hat mit der Veröffent­lichung auch nicht, wie das sonst üblich ist. ge­wartet. biS ihr Brief den Adressaten erreicht bat, ein Zeichen, daß cS ibt bei dieser genfer»Flucht in die Oeffer.tuchkeit weniger darauf ankam, sachlich« Aerdern g n herles'u'ühren, alS vielmehr für sich Propagandist sch zu wirken. I Sachlich entbehrt auch dieser letzte Angriff gegen Hasse jeder Berechtigung. Das erwähnte f Schreiben an den U ikersuchungsrichter enthält , lediglich einen Hinweis darauf, daß es dem Be­fehlshaber zu Ohren gekommen fei, daß Minister Herrmann, der schwerer amtlicher Ver - fehlungen beschuldigt war, in der Haft amtliche Vorträge und dienstliche Arbeiten bearbeiten dürfe. Hier einzugreifen, war ber B fehl hrbe- als Inka' er der ro'l ie'en­den Gewalt, dem insbesondere alle polizer- kichen Angelegenheiten zufallen, nicht nur be­rechtigt, sondern verpflichtet. Auf die wet­teren ungeheuerlichen Ausfälle der thüringischen Regierung cinzugehcn, wird sich der Reichswehr- ininiftcr versagen. Er hat vielmehr das ganze Material üb?r die Anzelegenh'it Herrmann dem Reichsjustizminister übergeben.

Die Nrbrits;oit.

Elberfeld. 1. Febr, (W D.) Der Trans- portarbeiterstreik im Wuppertal hat heute sein Ende gesunden. Die 43-Stundenwoche bleibt bestehen. Mehrarbeit wird nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen geleistet. In S o l i n- fl e n ist der Streik im Abflauen begriffen. Die Arbeiter und A.bei «rinnen der gesamten Leder- Waren- und Äartonnageninbuflrk haben die Ar­beit wieder auf ;crtommen Im Transportgewerbe find soviel Angestell e zur Arbeit zurückgekehrt, dcrh von einem S reik ebenfalls nich tmehr die Rede sein kann. Die Einignngsi «Handlungen im Induslriearb-it rst-eik Hagen-Schwelm fra't« wiederum keinen Erfolg. Sine V reinbarung über nochmalig? Verhindl ingrn wurde von den Parteien nicht getroffen: eS bleibt somit bei dem am vergangenen Sonnabend gefällten Schreds- fpruch. der «in« Arbei-zeit von 55 Stunden in der Woche vorsih. Die Gcwerkfchrf en beab'ich- Ilgm, eine Urjbfltmmung unter den organr- fierien Mitglied«« vorzunehm n de voraus,rcht- lich morgen surtlfind.m wird. In Lrtpzig sind die Metallarbeiter i t den Streik ge rci«, nachdem vom Schlichtungsausschuß ein Schieds­spruch gefallt worden war. der «Ine Erhöhung der

Arbeitszeit auf wöchentlich 54 ötirnben und einen Spitzenlohn von 45 Pf. vorsah. Der Schiedsspruch war von den Metall'mdastriellen angenommen wo.den. während ihn der Me alUrbviterLerbanb ablehnte. Die Arbeit ruht in fast allen Betrieben.

Die deutsch-dänische Grenze.

Berkin. 2. Febr. (Priv -T?l) Im preußr- scheu Landtag ergriff bei der Erörterung des Mkonnnens der deutschen und dänischen Sozial» bemotraten auch Ministerprästdent Braun das Wort: Es ist nicht mente Aufgabe als Ministerprästdent, zu dem Abkommen Stel­lung zu nehmen Soweit bte Tendenz de 5 Ab­kommens sich gegen di« däntschen Chauvinrst« richtet, billige ich fit durchaus Der Wortlaut der Kundgebung kann zu Mißdeutungen führen. 93 ist da bte Rede von einer verein­barten Grenze. Bei Kundgebungen von so großer politischer Toagweite toLte man solch« Fehler vermeiden. Bon einer vereinbarten däni­schen Grenz« kann nicht die Rede sein. Die ge­setzlich feftgelegten Grenze müssen auch wir an» erkennen.

Do» Gesichtspunkt berMorclhLt ae5 kau» ich sie ebensowenig anerEennen wie dir übrigen Grenzen, die uns durch den Versailler Ver­trag cmsg«zwangen wordm sind.

Uns ist damit Unrecht getan worden. Di« ver­leumderischen Unterstellungen, bi« aus Anlaß diese- Abkommens der sozialdemokratischen Par­tei gemacht worden sind, sind durchaus nicht be­wiesen. Wir wollen mit Dänemark in Freund­schaft leben, aber wir verlangen gerade aus diesem Grunde, daß die Beran wortlihen Stellen in Dänemark den unverantwor.lich chauvinistisch« Kreisen in Dänemark daS Handwerk legen.

Abq. Milberg (Dntl ): Deutschland ist durch daS Abkommen geschädigt worden, a^er die deutsch« Sozialdemokraten Haven bar and Bartel gezogen. Rach dem Abschluß des Abkommens sind die dänischen Gcboec wieder reichlich ge­flossen. (Widerspruch und Lärm bet den Sozial» demvlrat.-n.) Abg. Frau Voigt (Vpt.)t Wtr verurteilen scharf das Aoi'onrmrn, das abgrschlrs- sen wurde, weil die dänische Sozialdemokratie es für die Wahlen brauchte. (Hört! Horts) Wir bebau?m, daß Berliner sazraldemokratische Füh­rer damit unsere Ei ihrttsfcont in Schleswig- Holstein gestört haben.

Abg. Jürgensen (Soz): SS ist keine brut­sche Frage, wie wir unsere Kassenangelrgrnhmt« regeln. (Lebhaftes Hört! Hört! rechts.) Wir haben nie gel:ugn«t, daß dasselbe, wrs vor dem Kriege ryi deutschen Hozialdemikraten auslän­dischen Bcudrrpacleien an finanzieller Hilfe geleistet n>urbe, jetzt umgekehrt der deut» sch« Sozialdom vkratk geleistet wird.

Die preußische Grundsteuer.

Berlin, 1. Febr. (Prckv-Tel.) 3m preußi­schen Landtag wird in nancntl.cher Abstimmung die Erundsteuernotverordnung mit 206 gegen 110 Stimmen genehmigt. Dagegen stimmen die Deutschnationalen, die Ättnmtumften, Deutsch- Hannoveraner und dir Wirtschaft-Partei. Dann kommt die Ausfchußvorlage zur Aenderung der Verordnung zur zweitem Beratung. Sie will bei land- und forstwirtschaftlich« Grund­stücken im Wert biS au 203 000 Mark den monat­lichen Steuersatz von je 1000 Mk. Grundstückswert staffeln auf 10 Pf. für J>le ersten 10 000 Mark be£ Wertes der Wirtschaftseinheit, 15 Pf für die nächsten 30 000 Mark, 20 Pf. für die nächsten 60 000 Mk. 23 Pf über 100 000 Mk. des Wertes bei allen übrigen Grundstücken 25 Pf Rach Ablehnung et er Reihe AbänderungZant> ä e wird di« Grundsteuer in b<r Fassung der Ausschuß- Vorlage in namentlicher Abstimmung mit 112 gegen 101 Stimmen angenommen.

Aus Stadl und Land.

Gießen, den 2. Februar 1924.

DaS wertbeständige hessische Notgeld aufgcrnsen.

Der Relcheflnanzinlnkster hat das teert» beständigeRotgeld, da.4 cuf t er Grund­lage von Goldanleiye oder Goldschatzanteei­sungen In der Provinz Hos'en-Rassau, den Ländern Baden, Hessen, Schaumburg-Lippe ausgegeben ist, mit Wirkung vom 10. Februar auf gerufen. Unberührt von dem Auf­ruf bleibt das Rotgeld der Reichsbahn und des preußischen Staates. Der Reichs­finanzminister hat die als Deckung für das auf» gerufene Qiot^) hi r.er.eg.e Goidanleih« mit Wirkung vom 2. Februar fieig'ig.ben.

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Der unvermeidliche Befreiungskrieg?

Einen fehr lntet<ffanten Vortrag über dies« Frage hielt am Donnerstag obenb im Kath. Voreinshaus auf Ei.ckadirng der Liga * u m Schutze der deutschen Kultur der Direk­tor Hcllcr-Halberg aus Hamburg. Der Vortrag hatte aus unsere Mitbürger eine vuher- ordentlichr Airzietzunaskraft ausgcübt, bi« in einem Massenbesuch ihren sichtbaren Ausdruck fand.

Ter Redner b?tonte, daß er ohne partei­politische Voreingenommenheit an bi^e schwer­wiegende Frage h^vangehe. Gr ertrmerte an da- bereits berichtete Wort Lloyd Georges von bem unvermeidlichen Befre ungskmeq der Trut- scheu", das. im 5>e^7m5vr 1922 von Lloyd Georg« zum erstenmal ausgesprochrn, seitdem auch von anderen horvorraaenden EngländerTi, wie dem ^bri gabegeneral Thomson und dem jetzigen eng­lischen Prrmi.rm nister Macdvnald. aujgt« nemmen werden fei. Allo nicht von Deutschland, sondern vom Ausland sei dieser Gedanke in

bte europäische Grvrrerung geworfen worden. Der Redner zeigte an Hand der beinahe 1030jährige« Geschichte der franzön.'ch-deutsche.i Beziehungen, daß Frankreich stets von f e i n d l. ch e n Ge­danken gegen feinen ö li chm Rachbarn Deutschland, vcm br-ita'fte.i Grober» n gs- unö Derniqtungi jilltu gegen uns gck tief war. (3: belegte fette XiäTübrungei mit zahlreich?« gefchüchtl chen Tatsachen.Sod<rvn wandta sich der Redner gegen die w « l t b ü r g e r l i ch e Einstellung, it? auch heute noch weise Korrl« unserer Doiksgemrinschaft gefangen hält, und die alles bewußt nationale Seifen und Handeln bei fette läßt. M.t diesem Weltbürgerrum kämen wir aber nicht aus dec heutigen Sklaverei heraus. Wenn wir imfer Deutsches Reich geg-n den gal.ischm Beri-.i 0iu.3gO.llen erhallen w l trn, könne das nur durch entschiedenes nationale- Staatsbewuhtsein ge­schehen. Es ki ein groger Fehler bestimmter Par­teien und der großen Gewerkschaften gewesen, daß sie es nicht verstanden teilten, leit 1918 aus ihren MitLl.cLern wirklich« Staatsbürger zu er­ziehen, daß sie aus ihne.t nur Tarifvertrags­partner gemacht hätten. Daher sei es gekommen, daß ein großer Teil unserer Volksgenossen zu unterem Staate gar kein Verhältnis habe, während er doch so eine Art Rcbenregi.-rung habe auf ft eilen können. Wenn sich jetzt nicht alle zusammenfänden, um den deutschen Staat gegen Frank­reich z u verteidigen, bann besteh« bi 1 große Gefahr, daß auch noch die deutsche Einheit verloren geh«. Es sei ein Verbrechen, vom nationalen Staat zu lassen un» internatio­nal zu denken und daS Weltbürgertum gegen da- nationale Bewußtsein aueHufptelen. lLebh. Beifall.) Jeder so tt« sich doch überlegen, ob ef nicht in erster Linie Deutscher und noch lange kein Internationalist fei. (drneutec starker De fall.) Wenn «s zu bem Befreiun jsk neg« kom­men und wmi tr unvermeibnch sein sollt«, bani müsse man sich vorher mit dem Pazifismus auSeinandersehen. Die Macht sei das Spe­zifisch» des Staates nach außen und nach innen, und es fei geradezu ein Irrsinn, auf diese Macht verzichten zu wollen, ttrnn der Rachbar einem nach dnn Leben trachta- etwa» anderes täten aber doch die Franzosen uns gegenüber jiicht. 1923 feien In Europa, obwohl daZ deutsche, das österreichische und daS russisch« Reich auSg-fnUen feien. 376003 Soldaten mehr unter den Waffen gewesen alß 1913. DaS fei der Erfolg, den gewiss« Kreise 1918 mit bet Bekun­dung ihrer Friedensliebe erhielt hätten. 61 n Volk, das keinen Staat mehr habe, 0 e b e zugrunde. Um das für unZ zu ver- bülen, müßten wir mit aller Siebe und Hin­gebung für unser Deutsches Reich ar­beiten, für feine Einheit und Freiheit sorgen. Redner wandte sich dann gegen jeden Partikula- rismuS und ermahnte, stets alles T/ren- nende zurückz-ustellen und daS Eini­gende unbedingt in den Vordergrund zu schieben. Die Wiedrrerringung der Freiheit müsse unser Voll unbedingt im Auge behalten. Bei ber ganzen Ein­stellung Frankreichs uns gegenüber fei her dnitfche Befreiung-krteg anvermeibssch. Auf diesen Krieg müsse unser Boll sich seelisch einstellen, auch wenn man heute nicht wisse, wann et kommen werde. Diese seellfch« Rüst-ung bestehe darin, daß wir dem hohen Gedanken dereinheitlich«« deutschen Staatsgesinnung lebten. Unser« Freiheit müßten wir als höchstes Ideal vor uns sehen, «und dort, wo wir sie verlvrrn hätten, müsse sie wieder erkämpft werden, dort, wo sie bedroht sei. hätten wir sie zu schützen. Hand in Hand mit einer nationalen Staatsgesinnung müsse eine soziale Volks gesinnung gehen. Die besitzenden Schichten müßten so sozial wie nur möglich sein. Rational und sozial nur diese beiden Grundsätze könnten unS zusammensühren gegen den F?ind. der unser Volk und Staat töten will: Frankreich. Dis jetzt sei die Zeit noch nicht reif, und unser Voll ebensowenig. Die Zeit mache Pvincard reif, als Voll müßten wir unS selbst reif machen. Leidenschaft im Sinne von Verantwortlichkeit, Sachlichkeit und Augenmaß feien nötig. In keinem Falle dürfe ettras geschehen, waS uns zersplittere. (Lang- anhaltender starker Deifall, aber auch beträcht­licher Widerspruch.)

Die anschließend« Aussprache sah in der Haup.sache Wor führer der Sozialdemokrall« aus dem Plan Diese und einige ander«, ihn«« In dieser Sache geistesverwandt« Sprecher verfochten den pazifistischen Standpunkt, ohne dabei die Tatsache zu beachten, bah unser brutaler Feind, Frankreich, nur mit Höhnischen über ben Pazifismus hinweggeht. Weiter verteidigien bic sozialistischen Redner u. a. bi« Gewerkschaslen gegen den Vorwurf des Referenten: sie fanden babet bie Zustimmung ihrer Gefinnungsfreunde, vermochten aber offensichtlich nicht, auf die große Masse der politisch Andersdenkenden einen besonderen Eindruck zu machen. Als ener­gischer und geschickter Mi Verfechter des natio­nalen GedanttnS trat Studienrat Dr. Lenz dem Referenten eindrucksvoll an die Seite: starker Deifall der Mehrheit der Versammlung unter­strich den Eindruck feiner Wort« ebtnfo kehr wir ber lebhafte unb meist recht unsachlich« Wider­spruch seiner politischen Gegner der Versamm­lungsminderheit. Dir ganz« lange Aussprache, die die Versammlung bis gegen Mitternacht aus- dehnte, war von einer Menge sehr turbulenter Auftritte begleitet, bie hauptsächlich von An­hängern ber Linksparteien mit Aufwand großer Lungenkraft und unter gelegentlicher Zuhilfe­nahme von Pfeifen bestritten wurden und ver- schicdenUich barni auch Me entsprechende Gegen­äußerung der pokit.fch Anderi denkenden hervor­riefen. DaS Riveau der Versammlung wurde durch diese unwürdig« Szenen tief herunter-

Unsere Anzeigenkundschaft wirb gebeten, Anzeigen für die SamStags- nummer bei (Siebener Anzeigers möglichst frühzeitig aufzugeven, größer« Anzeigen am Dvnnertaa. Für deute mußten zahlreich« An- zeigen iurüdgeRtLt werden, weil Deren Auf­gabe zu spät erfolgt ist.

Verlag des Giehener Anzeigers.

gedrückt, dennoch aber bleibt die Kundgebung dank der tref lichen na:l>nalen Worte des Refe­renten in seiner Haup'.rede und in sein.nu Schlußwort ein Gewinn f ü r den ent- schieden nationalen Gedanken, ohne den es keine Wiederaus^ichtung unseres Baier- lande- geb« kann.

Eine außerordentliche Steuer Dom ®ett-trbc6ctrk b, Me vom Sonderaus­schuß bei Landtage- lteschlos en wurde, aibi soeben bei ®e<amtmini leriicn bcfa xnL D»»ach s.nd von je 103 Mark S'.eu«rwerl drei Goldpfennig zu bezahlen. Di? Gkucr i'l am 5."März 1924 fällig Die Steuer tr-irb nicht erhoben, wenn der ©teuer» wert bas An la;«- und Bettk bslapiiat den Betrag von 10 000 Mark nicht erreicht

* Vorschlagslisten für bie D«- r u f u n q von Beisitzern deS Schlich­tungsausschusses sind bis zum 15. bi. Mti. bei dem Schlichtungsausschuß einzurei» chen. (V ehe Bekanntmachung.)

* * Der FrühjahrSmarkt in Gie­ßen findet in ber Zeit vom 30. März bis ein­schließlich 6. April statt. Man beachte bk heu­tige Bekanntmachung.

** Dankdireilvr L R Louis Wal» t b e r t. Am Mittwoch ist brr Bankdirek'or t R. Louis Walther, b?r durch sei e Tüiig'eit in der hiestgen Gew«ick».bank in den loei eften Bür­gerkreisen bekannt gTwoidm war, in 73 Lebens­jahre « schlaf« Der Heimgegangene entflammte einer al eingesessen« ®. bester Ha dwerk« samt- lie Al» 19jähickg?r mach e er als afiijer Soldat den Krieg 1870 71 im Verband« bei ®i bener Inf.-Rg s. Ar. 116 mit und wurde in iter Schlacht bei Draoelotte durch ein« Schuh ins Bttn ver­wundet. 1893 trat er als M ter Borllandsbeam- ter In bie Gewerbebank ein und arbeitete sich im Laufe ber Iah« zur Mi (d u g öcj Untemeb» mens «inpor. Im H ili 1920 trat er in b-n Ru'^ stanb Der En schtifene war im öff« iich« Le* den nlcb1 tod er brrwtgehe «. obwohl er znhl- reich'M Vereinen brr ö abt angehört«, aber burch seine DerufSt-iti^ckt kam er dr>.h mit den breite» sten DürgTrfchich « in Berührung unb hierbei hatte er sich große Be'.ie'»lh i bei vi-l« Mit- bürgern erworben, Di« Einäs Gerung der Leich« fand gestern in Frirdberg ftatt

Vornotizen.

Taaeskalenber f ft r Samstag. Kavallerie-Berei«: d»/, Llhr im .Rebsloif

IahreSver'ammlung. Lichtspielhaus Da link of- st raß«: .Das Diadem der Zarin" undÖbirn- schulli". Dalasi-Lichtspiele: .Der Dorerköaig von QleuDorf' unb .Rachlstürme".

Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 7 llhr .Unter ber blühenden Linde* Gesellschaft-vereint ab > ,8 Uhr Untrrbaltima* abend zu Gunst« der ®icf)ciwr Studentenhilf« Licvinshöhet 4 b S 7 Uhr Kusfor-Konzert. Fetsenkelkr: ab 7 Uhr Gesang- und Lustspiel­abend.

Der Unterhaltung »abenb 8 a gunften der Sludentenhilse. der mor­gen Im Desellschas Sverein ftatiflnbet stellt nach Dem ttnfei enben Konzert noch allerlei gebieaene heiler« Darbietung« in Aussicht. U a i"l auch eine Verlosung vorgesehen bei Ser man zum Teil sabelhas e Preise, z. D Kl ib'e's l gnidinen kann.

Hänischin Gießen. Man schreibt UN-: .Kultusminister a D Hänilch spricht am Diens­tag, 5. Februar, abends 71/, Ubr p'inlllich, In der Turnhalle am OSW-ll>sqar « in einer vom Re­publikanischen Reichsbund twranflal:«- t« Versammlung über: .Das geistige Deutschland unb die Republik^. Dem von d« Franzosen sofort beim Di nf'antritt aus- getr*f«en jetzigen Regieini"gzPräsiden« t*nn Wiesbadm g ht der Rus als qlln enbtr. geist­voller R b «r voraus In ben Geistes'ämpf« Der letzt« Jahre an vorderster Stelle st«h«d. von Freund und Gegner hoch geach et als kraftvolle, packende Pe-sönltchkei . wird et für jedermann von Interesse fein dem Vor'rnq über drs zeitgemäß» Thema bcizuwohn«.- (ekle Anzeige.)

tOcttcrvovnu

EtiraS milder, leichte Schrwefälle, Winde aus westlich«« Richtung«.

Landkrei» Giesten.

ß Sich 1. Febr. Durch bte Schliehun g ber Licher Tonwerk« unb Dec Firma Hein­rich Reaer hat sich Die Ja^l ber hiesig« Er­werbslosen erheblich vermehrt. Sie be­trägt zur Zeit etna 43. Sckther war« bi de Leut« zum weitaus größten Teile mtl Rocstands- nrbeü« in städtisch« St ei rbruch beschütttrt. In- Ml« des anteUt«d.-n Fristwetters mußt« bte'« Arbeit« jedoch tingeflelli werben. Augnnbt ck- lich fehlt «s hier |üt si« an je sicher Erwerbs- mö7tichkett M.t ber Einrichtung des neuen Sidungs'aales rn Jahre 1921 ist ber hie­sig« Bevöl eruna ® le w itett »t ebm worden, hi größerer Zahl Den Sttzun<zn teeS Gemeinde- ratei bri?unx>te«n. Fast ausnichmslos wirb bkrton in reicht ch«t Maße Gebrauch gemacht. In der jüngst« Sitzia»; des Denteierberats wurde zu bet Der ebung der Li>e>erunge»t für den Aus-

WEL TB EKA NN TE

WulbStaiL

BA TSCHAR!

QUAL/TÄTSMAR-KEN