Der Ausnahmezustand.
Berlin. L $tbt. (Prtv.-Tcl.) Das ^Berliner Tageblatt" hort, Laß zw's^n dem Deichspr^s de te.t, drm 18e;c^8?cn Lr, 6cm RcichSW«',tm.n:st;r »ad drm Reichs«miste, des Innen» Pc s nlch g fü't'e D s-nchm'gnr über die Ql»ff>ebur.g b ,w. Mild, rang t«5 DuS- aahmezustandeZ flat ge^undrn fyaUcn. ®‘.e das Kkt bemerk', Verde die Eutcheidun^ über d e Frage nicht zuletzt auch davon abhcmgea, Vie sich die Legr la D a he rn gestalten würde. Auch bei der letzten Unterteilung zwischen der Reichsreg «rn.rg und den Parteiführer» habe die Frage den Haupteror erungSgcgen- stand gebildet, wobei d:r Ansicht Ausdruck verliehen wurde, daß de kommenden Wahlen nicht unter dem Ausnahmezustand sta.t- sinden sollten.
Die Kürzung des Beamten- Urlaubs.
Berlin. 1. Febr. (WTD.) In einem Berliner Blatt ist der Beschluß des Kabinetts vom 31. 1. über die Kürzung des Beamtenurlaubs einer Kritik unterzogen worden. Die Maßnahme ist als eine besondere Härte bezeichnet worden, zumal sie finanzielle Vorteile für das Reich schon deswegen nicht erbringe, weil die UrlaubSgewchrung r g lmäßig mit irgendwelchen Kosten nicht verknüpft fei.
die Vertretung der Denlaub.e» vielmehr durch Mehrarbeit der Kolleg« ermöglicht
werde.
Bon amtlicher Seit« auS wird mitaetetkt, dah die Aussührung« von durchaus unzutiesfm» den Voraussetzungen ausge'-en (Sine gegcnsci rga Vertretung der Beamten ist besonders bei den Betriebsverwaltungen des Reiches rn vielen Fällen nicht möglich, es macht sich vielmehr die Heranziehung zahlreichen Personals zu Stcllvertre ung^zweck« notwendig. Das ergibt sich schon daraus, dah allein bei der Reichsverlehrsverwaltung th b Sher bestehende. namentlich für die un'eren Gruppen der Beamtenschaft gegenüber dem Vorkriegsstände erweiterte Urlaubsregelung dle Mehreinst^llung von rund 30 000 Arbeitskräften notw-md'g
machte. Aber auch bei den Hoh ilsverwaltungen ist dec Urlaub der Beamten oft mit nicht unerheblichen Kosten verlnüpft. Die Rei HSregiecung muhte sich daher, f-v sehr sie an sich geneigt ist. die mißliche Lage der Beamtenschaft nicht, noch ungünstiger zu gestalten, zu der KürzungSmaß- nahme entschlief en.
Der Reichewehrminlster und ibürlnaen.
Berlin. 1. Aebr. iWTD.) Die thüringische Dtegkrung hat der Presse einen Brief an den Reichswehrmini st er über ein angebliches Eingreifen des Generals Haffe in daS Verfahren gegen den Minister Herrmann übet* geben. Die hat bei diesem Brief ebensowenig nrtc bei den anderen Schreiben, mit denen sie in des letzten Tagen in die Oeffentlichtett getreten ist. eS für nötig gehalten, die Sachlage vorher in loyaler Zusammenarbeit mit dem Befehlshaber zu klären: sie hat mit der Veröffentlichung auch nicht, wie das sonst üblich ist. gewartet. biS ihr Brief den Adressaten erreicht bat, ein Zeichen, daß cS ibt bei dieser genfer»Flucht in die Oeffer.tuchkeit weniger darauf ankam, sachlich« Aerdern g n herles'u'ühren, alS vielmehr für sich Propagandist sch zu wirken. I Sachlich entbehrt auch dieser letzte Angriff gegen Hasse jeder Berechtigung. Das erwähnte f Schreiben an den U ikersuchungsrichter enthält , lediglich einen Hinweis darauf, daß es dem Befehlshaber zu Ohren gekommen fei, daß Minister Herrmann, der schwerer amtlicher Ver - fehlungen beschuldigt war, in der Haft amtliche Vorträge und dienstliche Arbeiten bearbeiten dürfe. Hier einzugreifen, war ber B fehl hrbe- als Inka' er der ro'l ie'enden Gewalt, dem insbesondere alle polizer- kichen Angelegenheiten zufallen, nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet. Auf die wetteren ungeheuerlichen Ausfälle der thüringischen Regierung cinzugehcn, wird sich der Reichswehr- ininiftcr versagen. Er hat vielmehr das ganze Material üb?r die Anzelegenh'it Herrmann dem Reichsjustizminister übergeben.
Die Nrbrits;oit.
Elberfeld. 1. Febr, (W D.) Der Trans- portarbeiterstreik im Wuppertal hat heute sein Ende gesunden. Die 43-Stundenwoche bleibt bestehen. Mehrarbeit wird nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen geleistet. In S o l i n- fl e n ist der Streik im Abflauen begriffen. Die Arbeiter und A.bei «rinnen der gesamten Leder- Waren- und Äartonnageninbuflrk haben die Arbeit wieder auf ;crtommen Im Transportgewerbe find soviel Angestell e zur Arbeit zurückgekehrt, dcrh von einem S reik ebenfalls nich tmehr die Rede sein kann. Die Einignngsi «Handlungen im Induslriearb-it rst-eik Hagen-Schwelm fra't« wiederum keinen Erfolg. Sine V reinbarung über nochmalig? Verhindl ingrn wurde von den Parteien nicht getroffen: eS bleibt somit bei dem am vergangenen Sonnabend gefällten Schreds- fpruch. der «in« Arbei-zeit von 55 Stunden in der Woche vorsih. Die Gcwerkfchrf en beab'ich- Ilgm, eine Urjbfltmmung unter den organr- fierien Mitglied«« vorzunehm n de voraus,rcht- lich morgen surtlfind.m wird. In Lrtpzig sind die Metallarbeiter i t den Streik ge rci«, nachdem vom Schlichtungsausschuß ein Schiedsspruch gefallt worden war. der «Ine Erhöhung der
Arbeitszeit auf wöchentlich 54 ötirnben und einen Spitzenlohn von 45 Pf. vorsah. Der Schiedsspruch war von den Metall'mdastriellen angenommen wo.den. während ihn der Me alUrbviterLerbanb ablehnte. Die Arbeit ruht in fast allen Betrieben.
Die deutsch-dänische Grenze.
Berkin. 2. Febr. (Priv -T?l) Im preußr- scheu Landtag ergriff bei der Erörterung des Mkonnnens der deutschen und dänischen Sozial» bemotraten auch Ministerprästdent Braun das Wort: Es ist nicht mente Aufgabe als Ministerprästdent, zu dem Abkommen Stellung zu nehmen Soweit bte Tendenz de 5 Abkommens sich gegen di« däntschen Chauvinrst« richtet, billige ich fit durchaus Der Wortlaut der Kundgebung kann zu Mißdeutungen führen. 93 ist da bte Rede von einer vereinbarten Grenze. Bei Kundgebungen von so großer politischer Toagweite toLte man solch« Fehler vermeiden. Bon einer vereinbarten dänischen Grenz« kann nicht die Rede sein. Die gesetzlich feftgelegten Grenze müssen auch wir an» erkennen.
Do» Gesichtspunkt berMorclhLt ae5 kau» ich sie ebensowenig anerEennen wie dir übrigen Grenzen, die uns durch den Versailler Vertrag cmsg«zwangen wordm sind.
Uns ist damit Unrecht getan worden. Di« verleumderischen Unterstellungen, bi« aus Anlaß diese- Abkommens der sozialdemokratischen Partei gemacht worden sind, sind durchaus nicht bewiesen. Wir wollen mit Dänemark in Freundschaft leben, aber wir verlangen gerade aus diesem Grunde, daß die Beran wortlihen Stellen in Dänemark den unverantwor.lich chauvinistisch« Kreisen in Dänemark daS Handwerk legen.
Abq. Milberg (Dntl ): Deutschland ist durch daS Abkommen geschädigt worden, a^er die deutsch« Sozialdemokraten Haven bar and Bartel gezogen. Rach dem Abschluß des Abkommens sind die dänischen Gcboec wieder reichlich geflossen. (Widerspruch und Lärm bet den Sozial» demvlrat.-n.) — Abg. Frau Voigt (Vpt.)t Wtr verurteilen scharf das Aoi'onrmrn, das abgrschlrs- sen wurde, weil die dänische Sozialdemokratie es für die Wahlen brauchte. (Hört! Horts) Wir bebau?m, daß Berliner sazraldemokratische Führer damit unsere Ei ihrttsfcont in Schleswig- Holstein gestört haben.
Abg. Jürgensen (Soz): SS ist keine brutsche Frage, wie wir unsere Kassenangelrgrnhmt« regeln. (Lebhaftes Hört! Hört! rechts.) Wir haben nie gel:ugn«t, daß dasselbe, wrs vor dem Kriege ryi deutschen Hozialdemikraten ausländischen Bcudrrpacleien an finanzieller Hilfe geleistet n>urbe, jetzt umgekehrt der deut» sch« Sozialdom vkratk geleistet wird.
Die preußische Grundsteuer.
Berlin, 1. Febr. (Prckv-Tel.) 3m preußischen Landtag wird in nancntl.cher Abstimmung die Erundsteuernotverordnung mit 206 gegen 110 Stimmen genehmigt. Dagegen stimmen die Deutschnationalen, die Ättnmtumften, Deutsch- Hannoveraner und dir Wirtschaft-Partei. Dann kommt die Ausfchußvorlage zur Aenderung der Verordnung zur zweitem Beratung. Sie will bei land- und forstwirtschaftlich« Grundstücken im Wert biS au 203 000 Mark den monatlichen Steuersatz von je 1000 Mk. Grundstückswert staffeln auf 10 Pf. für J>le ersten 10 000 Mark be£ Wertes der Wirtschaftseinheit, 15 Pf für die nächsten 30 000 Mark, 20 Pf. für die nächsten 60 000 Mk. 23 Pf über 100 000 Mk. des Wertes bei allen übrigen Grundstücken 25 Pf Rach Ablehnung et er Reihe AbänderungZant> ä e wird di« Grundsteuer in b<r Fassung der Ausschuß- Vorlage in namentlicher Abstimmung mit 112 gegen 101 Stimmen angenommen.
Aus Stadl und Land.
Gießen, den 2. Februar 1924.
DaS wertbeständige hessische Notgeld aufgcrnsen.
Der Relcheflnanzinlnkster hat das teert»’ beständigeRotgeld, da.4 cuf t er Grundlage von Goldanleiye oder Goldschatzanteeisungen In der Provinz Hos'en-Rassau, den Ländern Baden, Hessen, Schaumburg-Lippe ausgegeben ist, mit Wirkung vom 10. Februar auf gerufen. Unberührt von dem Aufruf bleibt das Rotgeld der Reichsbahn und des preußischen Staates. Der Reichsfinanzminister hat die als Deckung für das auf» gerufene Qiot^eÜ) hi r.er.eg.e Goidanleih« mit Wirkung vom 2. Februar fieig'ig.ben.
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Der unvermeidliche Befreiungskrieg?
Einen fehr lntet<ffanten Vortrag über dies« Frage hielt am Donnerstag obenb im Kath. Voreinshaus auf Ei.ckadirng der Liga * u m Schutze der deutschen Kultur der Direktor Hcllcr-Halberg aus Hamburg. Der Vortrag hatte aus unsere Mitbürger eine vuher- ordentlichr Airzietzunaskraft ausgcübt, bi« in einem Massenbesuch ihren sichtbaren Ausdruck fand.
Ter Redner b?tonte, daß er ohne parteipolitische Voreingenommenheit an bi^e schwerwiegende Frage h^vangehe. Gr ertrmerte an da- bereits berichtete Wort Lloyd Georges von „bem unvermeidlichen Befre ungskmeq der Trut- scheu", das. im 5>e^7m5vr 1922 von Lloyd Georg« zum erstenmal ausgesprochrn, seitdem auch von anderen horvorraaenden EngländerTi, wie dem ^bri gabegeneral Thomson und dem jetzigen englischen Prrmi.rm nister Macdvnald. aujgt« nemmen werden fei. Allo nicht von Deutschland, sondern vom Ausland sei dieser Gedanke in
bte europäische Grvrrerung geworfen worden. Der Redner zeigte an Hand der beinahe 1030jährige« Geschichte der franzön.'ch-deutsche.i Beziehungen, daß Frankreich stets von f e i n d l. ch e n Gedanken gegen feinen ö li chm Rachbarn Deutschland, vcm br-ita'fte.i Grober» n gs- unö Derniqtungi jilltu gegen uns gck tief war. (3: belegte fette XiäTübrungei mit zahlreich?« gefchüchtl chen Tatsachen.Sod<rvn wandta sich der Redner gegen die w « l t b ü r g e r l i ch e Einstellung, it? auch heute noch weise Korrl« unserer Doiksgemrinschaft gefangen hält, und die alles bewußt nationale Seifen und Handeln bei fette läßt. M.t diesem Weltbürgerrum kämen wir aber nicht aus dec heutigen Sklaverei heraus. Wenn wir imfer Deutsches Reich geg-n den gal.ischm Beri-.i 0iu.3gO.llen erhallen w l trn, könne das nur durch entschiedenes nationale- Staatsbewuhtsein geschehen. Es ki ein groger Fehler bestimmter Parteien und der großen Gewerkschaften gewesen, daß sie es nicht verstanden teilten, leit 1918 aus ihren MitLl.cLern wirklich« Staatsbürger zu erziehen, daß sie aus ihne.t nur Tarifvertragspartner gemacht hätten. Daher sei es gekommen, daß ein großer Teil unserer Volksgenossen zu unterem Staate gar kein Verhältnis habe, während er doch so eine Art Rcbenregi.-rung habe auf ft eilen können. Wenn sich jetzt nicht alle zusammenfänden, um den deutschen Staat gegen Frankreich z u verteidigen, bann besteh« bi 1 große Gefahr, daß auch noch die deutsche Einheit verloren geh«. Es sei ein Verbrechen, vom nationalen Staat zu lassen un» international zu denken und daS Weltbürgertum gegen da- nationale Bewußtsein aueHufptelen. lLebh. Beifall.) Jeder so tt« sich doch überlegen, ob ef nicht in erster Linie Deutscher und noch lange kein Internationalist fei. (drneutec starker De fall.) Wenn «s zu bem Befreiun jsk neg« kommen und wmi tr unvermeibnch sein sollt«, bani müsse man sich vorher mit dem Pazifismus auSeinandersehen. Die Macht sei das Spezifisch» des Staates nach außen und nach innen, und es fei geradezu ein Irrsinn, auf diese Macht verzichten zu wollen, ttrnn der Rachbar einem nach dnn Leben trachta- etwa» anderes täten aber doch die Franzosen uns gegenüber jiicht. 1923 feien In Europa, obwohl daZ deutsche, das österreichische und daS russisch« Reich auSg-fnUen feien. 376003 Soldaten mehr unter den Waffen gewesen alß 1913. DaS fei der Erfolg, den gewiss« Kreise 1918 mit bet Bekundung ihrer Friedensliebe erhielt hätten. 61 n Volk, das keinen Staat mehr habe, 0 e b e zugrunde. Um das für unZ zu ver- bülen, müßten wir mit aller Siebe und Hingebung für unser Deutsches Reich arbeiten, für feine Einheit und Freiheit sorgen. Redner wandte sich dann gegen jeden Partikula- rismuS und ermahnte, stets alles T/ren- nende zurückz-ustellen und daS Einigende unbedingt in den Vordergrund zu schieben. Die Wiedrrerringung der Freiheit müsse unser Voll unbedingt im Auge behalten. Bei ber ganzen Einstellung Frankreichs uns gegenüber fei her dnitfche Befreiung-krteg anvermeibssch. Auf diesen Krieg müsse unser Boll sich seelisch einstellen, auch wenn man heute nicht wisse, wann et kommen werde. Diese seellfch« Rüst-ung bestehe darin, daß wir dem hohen Gedanken dereinheitlich«« deutschen Staatsgesinnung lebten. Unser« Freiheit müßten wir als höchstes Ideal vor uns sehen, «und dort, wo wir sie verlvrrn hätten, müsse sie wieder erkämpft werden, dort, wo sie bedroht sei. hätten wir sie zu schützen. Hand in Hand mit einer nationalen Staatsgesinnung müsse eine soziale Volks gesinnung gehen. Die besitzenden Schichten müßten so sozial wie nur möglich sein. Rational und sozial nur diese beiden Grundsätze könnten unS zusammensühren gegen den F?ind. der unser Volk und Staat töten will: Frankreich. Dis jetzt sei die Zeit noch nicht reif, und unser Voll ebensowenig. Die Zeit mache Pvincard reif, als Voll müßten wir unS selbst reif machen. Leidenschaft im Sinne von Verantwortlichkeit, Sachlichkeit und Augenmaß feien nötig. In keinem Falle dürfe ettras geschehen, waS uns zersplittere. (Lang- anhaltender starker Deifall, aber auch beträchtlicher Widerspruch.)
Die anschließend« Aussprache sah in der Haup.sache Wor führer der Sozialdemokrall« aus dem Plan Diese und einige ander«, ihn«« In dieser Sache geistesverwandt« Sprecher verfochten den pazifistischen Standpunkt, ohne dabei die Tatsache zu beachten, bah unser brutaler Feind, Frankreich, nur mit Höhnischen über ben Pazifismus hinweggeht. Weiter verteidigien bic sozialistischen Redner u. a. bi« Gewerkschaslen gegen den Vorwurf des Referenten: sie fanden babet bie Zustimmung ihrer Gefinnungsfreunde, vermochten aber offensichtlich nicht, auf die große Masse der politisch Andersdenkenden einen besonderen Eindruck zu machen. Als energischer und geschickter Mi Verfechter des nationalen GedanttnS trat Studienrat Dr. Lenz dem Referenten eindrucksvoll an die Seite: starker Deifall der Mehrheit der Versammlung unterstrich den Eindruck feiner Wort« ebtnfo kehr wir ber lebhafte unb meist recht unsachlich« Widerspruch seiner politischen Gegner der Versammlungsminderheit. Dir ganz« lange Aussprache, die die Versammlung bis gegen Mitternacht aus- dehnte, war von einer Menge sehr turbulenter Auftritte begleitet, bie hauptsächlich von Anhängern ber Linksparteien mit Aufwand großer Lungenkraft und unter gelegentlicher Zuhilfenahme von Pfeifen bestritten wurden und ver- schicdenUich barni auch Me entsprechende Gegenäußerung der pokit.fch Anderi denkenden hervorriefen. DaS Riveau der Versammlung wurde durch diese unwürdig« Szenen tief herunter-
Unsere Anzeigenkundschaft wirb gebeten, Anzeigen für die SamStags- nummer bei (Siebener Anzeigers möglichst frühzeitig aufzugeven, größer« Anzeigen am Dvnnertaa. Für deute mußten zahlreich« An- zeigen iurüdgeRtLt werden, weil Deren Aufgabe zu spät erfolgt ist.
Verlag des Giehener Anzeigers.
gedrückt, dennoch aber bleibt die Kundgebung dank der tref lichen na:l>nalen Worte des Referenten in seiner Haup'.rede und in sein.nu Schlußwort ein Gewinn f ü r den ent- schieden nationalen Gedanken, ohne den es keine Wiederaus^ichtung unseres Baier- lande- geb« kann.
• • Eine außerordentliche Steuer Dom ®ett-trbc6ctrk b, Me vom Sonderausschuß bei Landtage- lteschlos en wurde, aibi soeben bei ®e<amtmini leriicn bcfa xnL D»»ach s.nd von je 103 Mark S'.eu«rwerl drei Goldpfennig zu bezahlen. Di? Gkucr i'l am 5."März 1924 fällig Die Steuer tr-irb nicht erhoben, wenn der ©teuer» wert bas An la;«- und Bettk bslapiiat den Betrag von 10 000 Mark nicht erreicht
* • Vorschlagslisten für bie D«- r u f u n q von Beisitzern deS Schlichtungsausschusses sind bis zum 15. bi. Mti. bei dem Schlichtungsausschuß einzurei» chen. (V ehe Bekanntmachung.)
* * Der FrühjahrSmarkt in Gießen findet in ber Zeit vom 30. März bis einschließlich 6. April statt. Man beachte bk heutige Bekanntmachung.
** Dankdireilvr L R Louis Wal» t b e r t. Am Mittwoch ist brr Bankdirek'or t R. Louis Walther, b?r durch sei e Tüiig'eit in der hiestgen Gew«ick».bank in den loei eften Bürgerkreisen bekannt gTwoidm war, in 73 Lebensjahre « schlaf« Der Heimgegangene entflammte einer al eingesessen« ®. bester Ha dwerk« samt- lie Al» 19jähickg?r mach e er als afiijer Soldat den Krieg 1870 71 im Verband« bei ®i bener Inf.-Rg s. Ar. 116 mit und wurde in iter Schlacht bei Draoelotte durch ein« Schuh ins Bttn verwundet. 1893 trat er als M ter Borllandsbeam- ter In bie Gewerbebank ein und arbeitete sich im Laufe ber Iah« zur Mi (d u g öcj Untemeb» mens «inpor. Im H ili 1920 trat er in b-n Ru'^ stanb Der En schtifene war im öff« iich« Le* den nlcb1 tod er brrwtgehe «. obwohl er znhl- reich'M Vereinen brr ö abt angehört«, aber burch seine DerufSt-iti^ckt kam er dr>.h mit den breite» sten DürgTrfchich « in Berührung unb hierbei hatte er sich große Be'.ie'»lh i bei vi-l« Mit- bürgern erworben, Di« Einäs Gerung der Leich« fand gestern in Frirdberg ftatt
Vornotizen.
— Taaeskalenber f ft r Samstag. Kavallerie-Berei«: d»/, Llhr im .Rebsloif
IahreSver'ammlung. — Lichtspielhaus Da link of- st raß«: .Das Diadem der Zarin" und „Öbirn- schulli". — Dalasi-Lichtspiele: .Der Dorerköaig von QleuDorf' unb .Rachlstürme".
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 7 llhr .Unter ber blühenden Linde* — Gesellschaft-vereint ab > ,8 Uhr Untrrbaltima* abend zu Gunst« der ®icf)ciwr Studentenhilf« — Licvinshöhet 4 b S 7 Uhr Kusfor-Konzert. — Fetsenkelkr: ab 7 Uhr Gesang- und Lustspielabend.
— Der Unterhaltung »abenb 8 a • gunften der Sludentenhilse. der morgen Im Desellschas Sverein ftatiflnbet stellt nach Dem ttnfei enben Konzert noch allerlei gebieaene heiler« Darbietung« in Aussicht. U a i"l auch eine Verlosung vorgesehen bei Ser man zum Teil sabelhas e Preise, z. D Kl ib'e's l gnidinen kann.
— Hänischin Gießen. Man schreibt UN-: .Kultusminister a D Hänilch spricht am Dienstag, 5. Februar, abends 71/, Ubr p'inlllich, In der Turnhalle am OSW-ll>sqar « in einer vom Republikanischen Reichsbund twranflal:«- t« Versammlung über: .Das geistige Deutschland unb die Republik^. Dem von d« Franzosen sofort beim Di nf'antritt aus- getr*f«en jetzigen Regieini"gzPräsiden« t*nn Wiesbadm g ht der Rus als qlln enbtr. geistvoller R b «r voraus In ben Geistes'ämpf« Der letzt« Jahre an vorderster Stelle st«h«d. von Freund und Gegner hoch geach et als kraftvolle, packende Pe-sönltchkei . wird et für jedermann von Interesse fein dem Vor'rnq über drs zeitgemäß» Thema bcizuwohn«.- (ekle Anzeige.)
tOcttcrvovnu
EtiraS milder, leichte Schrwefälle, Winde aus westlich«« Richtung«.
Landkrei» Giesten.
ß Sich 1. Febr. Durch bte Schliehun g ber Licher Tonwerk« unb Dec Firma Heinrich Reaer hat sich Die Ja^l ber hiesig« Erwerbslosen erheblich vermehrt. Sie beträgt zur Zeit etna 43. Sckther war« bi de Leut« zum weitaus größten Teile mtl Rocstands- nrbeü« in städtisch« St ei rbruch beschütttrt. In- Ml« des anteUt«d.-n Fristwetters mußt« bte'« Arbeit« jedoch tingeflelli werben. Augnnbt ck- lich fehlt «s hier |üt si« an je sicher Erwerbs- mö7tichkett — M.t ber Einrichtung des neuen Sidungs'aales rn Jahre 1921 ist ber hiesig« Bevöl eruna ® le w itett »t ebm worden, hi größerer Zahl Den Sttzun<zn teeS Gemeinde- ratei bri?unx>te’«n. Fast ausnichmslos wirb bkrton in reicht ch«t Maße Gebrauch gemacht. In der jüngst« Sitzia»; des Denteierberats wurde zu bet Der ebung der Li>e>erunge»t für den Aus-
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QUAL/TÄTSMAR-KEN


