he bl ich geschädigt. Ausführliche Berichte
tortertDegd.
jen in Brasilien über die lauf der Bewegung sind
:tretung eine« am Rhein auf einer Llrlaubsreise weilenden Kollegen. 2lls schon einige Tage vor der Entscheidung die Erde mit donner-
Buenos Aires. 31. Juli. (Reuter.) Die brasilianische Regierung hat Vorsorge getroffen, Mn die Flucht der Aufständischen nach Süden zu verhindern, obwohl, wie verlautet, ihre Streitkräfte sich stark vermindert haben. Der Aufstän- digen-General Lopez konnte 6000 Mann zusarn- menbringen, die immerhin eine genügende Macht bilden, um noch eine ernste Frage darzustellen.
artigem Krachen erschüttert wurde und sich bald darauf die Kunde verbreitete, daß die Drücke der strategisch wichtigen Warschau—Wiener-Eisen
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 1. Aug. 1924.
Die Tücke des Objekts.
Manche Tage haben es an sich. Da kann 1 man anfassen, was man will — es ist immer verkehrt. Es ist. als vb sich die ganze Welt gegen einem verschworen habe und sich diebisch freue, daß man nicht zu seinem Ziel komme, wie im Traum, wo auch die unmöglichsten Hemmungen eintreten.
Beruhige Dich, lieber Mitbürger, an solchen Tagen hast Du wirklich keine Schuld: da liegt es nicht an Dir, sondern an den Dingen: das Objekt hat seine Tücke. Du kannst getrost glauben, dah das den besten Beamten und den tüchtigsten Rechenkünstlern, den Mustern in allerlei Klug- schnackerei und sogar den Herren Pedanten so geht: sie unterliegen da. wie Du auch, und sind wehrlos wie wir alle: gegen die Tücke des Objekts.
Wenn man merkt, daß man gerade Pech Hut und es ist ein Sonntag, dann rate ich, im Bett liegen zu bleiben; da kann relativ wenig passieren. Ich bitte nur, die eingemachten Himbeeren nicht im Bett zu essen, sondern brausten an einent Tisch mit Wachstuchdecke. Auch sich das Fleisch ohne Tunke und geschnitten servieren zu lassen, weil es die böse Angewohnheit hat, in grohem federnden Dogen auf das Deckbett zu springen und Dich so zu beunruhigen. Wenn Du nicht die Klugheit hast, Dich zu Bett zu legen, so binde Dir wenigstens die linke Hand am Oberschenkel fest und nimm Dir ernstlich vor. die Rechte nicht aus der Tasche zu ziehen. Selbst so gesichert, ist es nicht rätlich, sich in der Rähe von Vasen aufzuhalten, die auf Konsolen stehen, oder aus dem Fenster zu sehen, weil die Ellenbogen mancher Menschen so hart und spitz sind, was Glas nicht verträgt.
Wenn Du eine liebe Frau hast, dann reiche ihr — an diesem Tage wenigstens! — den Arm und bitte sie. Dich nicht loszulassen. wenn ein Auto vorüberfährt. Das Klingeln von Radfahrern wirst Du bestimmt überhören, deshalb benutze nur den Bürgersteig!
Pah auf die Bant auf, ehe Du Dich hinsetzest, es gibt so viele Kinder, die in dieser Jahreszeit Marmelade auf ihrem Brot haben. Deine Helle Hose hat aber kein Verständnis für groteske Bemalung.
-Und wenn Du ganz sicher gehen willst, dann lege Dich in ein Luftbad, binde Dir ein Weihes Tuch um den Kopf und verschlaf den ülnglücks- tag. Damit wird das Objekt samt seiner Tücke geprellt!
Kleine politische Nachrichten.
Reichswehr rmd Dausrntage.
General Reinhardt hat, wie aus Stuttgart gemeldet wird, den zum Wehrkreis 5 gehörenden Reichswehrtruppenteilen die weitere Beteiligung an den sogenannten,.Bauerntagen". die in letzter Zeit, namentlich in Württemberg, stark überhand genommen und bei politisch linksstehenden Parteien große Erregung hervorgerufen haben, untersagt.
Die Beteiligung der Reichswehr an den Gedächtnisfeiern.
Der Reichswehrminister ordnete an, oah am 3. August Soldaten lediglich an den von den Behörden geleiteten Feiern teilnehmen dürfen. Dasselbe gilt auch für den 11. Qluguft
Oberamtmann Frick dkenstentlassen.
München. 31. Juli. Das Urteil der Diszi- plinarkammer für nichtrichterliche D amte in München gegen Oberamtmann Dr. Frick von der Polizeidirektion München lautet auf Dienst- mtlassung.
Ich verbrachte diese Tage der höchsten Spannung in einer depoberschlesiscben Industriestädte ganz in der Rähe der Dreikaiserecke während der Vers—'---- ' " '
bahn auf österreichischem Gebiete in die Lust gesprengt worden sei, da wuhte mancher, wie viel die ülhr geschlagen hatte. Als wir dann schon einige Tage vor der entscheidenden Wendung durch die plötzliche Sperrung des Telegraphen- ur|b Telephon Verkehrs so gut wie von allen zuverlässigen Rachrichten und sc^usagen von der Welt abgesperrt waren, da nahm die Spannung etwas ülnheimliches an, und der Bevölkerung bemächtigte sich eine tiefernste, ja gedrückte Stimmung, die ebenso wie anderwärts erst wich und in Zubel und Begeisterung umschlug, als schon ein paar Tage vor Ausbruch des Krieges etwa ein Dutzend Kosaken aufgebracht wurden, die sich über das Grenzflüßchen gewagt hatten. Das ge- schäststche Leben der bedeutenden Industriestadt war in jenen Tagen wie mit einem Schlage erloschen. Gerüchte aller Art durchschwirrten die Stadt, wurden von Mund zu Mund getragen und geglaubt. Kam Man in eine Wirtschaft, so war die erste Frage, ob man Hartgeld habe: denn gegen Papiergeld wurde nichts verabfolgt. Selbst die Fünfundzwanzigpfennigstücke aus Aluminium tauchten in einer Fülle auf, wie ich sie noch nie gesehen hatte, so dah deutlich das Bestreben hervortrat, als wolle man sich ihrer entledigen.
In der Frühe des Samstag, am 31. Juli, trat ich dann mit einem O-Zug die Reise nach Berlin an und hoffte nach etwa neunstündiger Fahrt am Ziel zu sein. Aber — schon in Gleiwitz hieh es: „Alles au 8fl eigen!" Don da an ging die Reise nach mehrmaligem Ülmfleigen durch Schlesien mit zurückfahrenden Militärzügen weiter. Auf dem Bahnkörper sah man bereits die Land
Severing über den Radikalismus.
Berlin, 31. Juli. In einer Ülnterredung mit devi Berliner Vertreter des „Berliner Tageblatts" erklärte der preußische Minister des Innern überdenjehigenStandderlinks- radtkalen und rechtsradikalen Bewegung. dah die Lage bei den Kommunisten augenblicklich günstiger zu beurteilen fei als vor einem Jahre. Die Funkttvnärversamm- lungen sind s ch l e ch t b e s u ch t; es herrscht Al n - zufriedenheil und die Aktivität fehlt. Die Kommunistische Partei ist in ihrer Mitgliederzahl sehr geschwächt, die Gefährlichkeit der kommunistischen Terrorbanden ist j e d o ch die gleiche geblieben. Es besteht sogar die Gefahr, dah die Terrortakttk sich noch st e i g e r t. Größere politische Bedeutung hat sie jedoch nicht. Den Kommunisten steht offenbar viel G e l d zur Verfügung, das anscheinend nicht aus inländischen Quellen stammt. Zusammenfassend erklärte der Minister, dah die KommunistischaPar- tei keine Massenbewegung mehr sei. Rur unter dem verstärkten Druck wirtschaftlicher Rot könne sie vorübergehend erstarken.
Aeber die Vorgänge in der rechtsradikalen Bewegung äußerte sich der Minister u. a. wie folgt: die rechtsradikale Bewegung ist auch in Preußen zweifellos im Rückgang begriffen. Die ülrsachen find zunächst materieller Art. Ferner find Zersehungserscheinungen bei den Rechtsradikalen vielfach bemerkbar. Das Reichsbanner Schwarzrotgold übt eine starke Gegenwirkung aus. das jetzt schon über eine Million Mitglieder zählt. Im ganzen konstatierte der Minister eine im Interesse der Staatsgewalt und im Interesse einer ruhigen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung erfreuliche Schwächung der radikalen putschi st i sch en Elemente links wie rechts, frl- --------------
Gewerkschaften und Arbeitszeit.
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 1. Aug. Die Vorstände der Hirsch- Dunckerschen und der Christ l. Gewerkschaften sind I heute gesondert zusammengetreten, um über die Antwort an den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund in bezug auf den Volksentscheid über den Achtstundentag zu beschließen. Die Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften stehen grundsätzlich dem Volksentscheid nicht ablehnend gegenüber und sind auch bereit, Geldmittel dafür zur Verfügung zu stellen, machen aber ihre Beteiligung davon abhängig, daß die Frage erst nach dem Abschluß der Londoner Verhandlungen und der Beratungen der entsprechenden sozialdemokrattschen Interpel- lativn im Reichstage wieder aufgerollt wird. Die Christlichen Gewerkschaften vertreten die Ansicht, haß der Volksentscheid nicht das geeignete Mittel ist, um den Achtstundentag beizubehalten, sondern daß die Frage durch Verhandlungen in der, Parlamenten und einen entsprechenden Druck auf die* Reichsregierung entschieden werden müsse.
Die Bedeutung der Anzeige.
Heber dieses Thema weiß die Kölnische Zeitung folgende, allgemein interessierenden Mitteilungen zu machen:
„Am Montag ist in Wembley die größte Zusammenkunft von Handslsvertretevn, die, wie es in den Berichten der englischen Zeitungen stolz heißt, je in der Welt war, von dem Prinzen von Wales eröffnet worden. Es handelt sich um die | International Adverttsing Convention, die Internationale Zusammenkunft von Anzeigen- und Reklamefachleuten. Fast 5000 Vertreter haben sich auf der Britischen Reichsausstekllung eingefunden, darunter etwa 2000 aus Amerika. In den Vereinigten Staaten ist auch vor 25 Zähren diese Vereinigung, die heute rund 30 000 Mitglieder zählen soll, gegründet worden. Von dort hat sie sich auf die anderen, Englisch sprechenden Länder ausgedehnt, und auch im fernen Osten und auf dem europäischen Festbande Beziehungen angeknüpft. Außer Rordamerika sind in Wembley noch 19 Staaten vertreten. Der Hauptzweck der Zusammenkunft ist, neue Möglichkeiten in einem Geschäftszweig zu suchen, der einer ständigen Entwicklung unterliegt und die Haupttriebkraft des nwdernen Handels ist. „Ohne Anzeigen kannst du die beste Ware der Welt nicht verkaufen," sagte ein Vertreter aus St. Louis. Richt weniger als 300 Vorträge in Hauptversammlungen und Ausschußsihungen sind für die Tagung vorgesehen. Mit den breitesten Raum nimmt dabei die Zeitungsanzeige ein, die, wie eine englische Zeitung hervorhebt. die billigste Foxm des Verkaufens ist. Dies wivd besonders der amerikanische Fachmann Le Roh Pelletier in einem Vorträge über den Erfolg der Zeitungsanzeige bei der Entwicklung der Automobilindustrie zeigen. Bezeichnend für das Verständnis, das man tn den angelsächsischen Ländern für die Bedeutung und die große Wirkung der Anzeige hat. zeigt nicht nur die Beteiligung der höchsten Stellen — es sprachen bet der Eröffnung unter anderen ber Prinz von Wales, der amerikanische Botschafter und der britische Kolonialminister Thomas —, sondern auch die weiteste Teilnahme der Oeffentlichkeit. Am Sonntag sprachen sogar von zahlreichen Londoner Kanzeln herab die Pre - £>ig er über die Anzeige.
Aus den Tagen der Mobilmachung.
Rach deä unheilkündenden und verhängnisvollen Schüssen von Serajewo ging durch das ttanje deutsche Volk zunächst ein allgemeines Auf- horchen. Bald aber bemächtigte sich seiner eine noch nie dagewesene Spannung, die sich von Tag zu Tag bis zur Fieberspannung steigerte, bis endlich das erlösende Wort gesprochen wurde Zedermann war sich des Ernstes des Tages bewußt, aber ferner mochte den Gedanken recht zu Ende denken, daß das Unvermeidliche Wirllichkeit werden konnte und sollte, selbst da noch nicht als die Hoffnung auf eine Wendung der Dinge nur noch an einem seidenen Faden hing. Wer diese Tage miterlebt hat, dem werden sie unauslöschlich in der Erinnerung eingeschrieben bleiben, obgleich die folgenschweren, freudigen und traurigen Ereignisse der Folgezeit geeignet sind, die tief in das Gedächtnis eingegrabenen Züge zu verwischen.
ttchkeit nach von einem Dievnayi yerrnyrt. Der rechtmäßige Eigentümer wolle sich bei der Kriminalpolizei melden.
J.y>- Holländisches Falschgeld. Im westlichen Deutschland ist seit einigen Tagen eine große Menge holländischen Falschgeldes im Umlauf. Es handelt sich um gefälschte Scheine über 2 Gulden 50 Cents, sogenannte „Zilverbons". Die Fälschungen tragen die Serienbuchstaben E. S. und eine viel zu hohe Rümmer. Bei den echten Zilver- bvns reicht nämlich die Rumerierung nicht höher als bis 100 000, während sie bei den Fälschungen sogar bis 800 000 reicht. Ferner tragen die Fälschungen die Ramensbezeichnungen „Lemmers" und „De Dries", Funktionäre, die nicht mehr tätig Nud. Die Fälschung ist sehr grob und ungenau ausgeführt.
Bornottzen.
— Tageskalender für Freitag. • der Modelle für das 1 Iber-Denkmal
Tn den Räumen des Kunstvereins. 4—7 ülhrnachm. -Rundfunkhaus. Löberstr.: 81/. ülhr Heiterer
— Lichtspielhaus. Bahnhofstr.: „Der Scheid. — Astoria-Lichtspiele: „Kapitän Kidd".
Wettervoraussage
Fortdauer des heiteren, trockenen Wetters, tagsüber wärmer, sonst wenig veränderte Temperaturen.
Das nordwestliche Tiefdruckgebiet hat an Gner- gie verlormr und rückt nordöstlich weiter, so daß sein Einfluß auf unsere Wetterlage sich nicht ausdehnen dürfte. Don Südwesten her vorrückender hvher Druck sichert ^nächst den Fortbestand der herrschenden Hochdruckwetterlage.
st-
Landkreis GieFen.
t „rO Ettingshausen. 31. Juli. Der frühere Bürgermeister Keil von hier der sich vor einigen Wochen vor dem Schöffengericht tn Gießen wegen Sittlich k ei tsv ergehens an einem Mädchen unter 14 Zähren yi verantworten hatte und deswegen zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, wogegen er und die Staatsanwaltschaft aber Berufung ein legten ist am Dienstag toegen einiger neuer Fälle gleicher Art, die schon einige Zähre zurück- liegen und jetzt erst zur Kenntnis der Behörden kamen, verhaftet und dem UnterfuchmigS- gefängnis in Gießen zugeführt worden.
Kreis Schotten.
0 La ubach, 31. Zult. Gestern abend zwischen 10 und 11 älhr erschoß sich in der Rähe des Schützenhofs (auf der sog. „Hätte") ein steckbrieflich verfolgter Bankbeamter aus Frankfurt, der eine größere Geldsumme unterschlagen hatte. Er war mit dem 8-Ahr-Zug gekommen und hatte im Schühenhof zu nacht geessen. Die hiesige Gendarmerie war benachrichttgt und spürte den Verbrecher auf. Als er verhaftet werden sollte, entfloh er aus dem Gasthof. Da er keine Rettung sah. zog er einen Revolver und schoß sich in die Schläfe. Der Tod erfolgte sofort. Man fand bei dem Selbstmörder noch den Betrag von etwa 15000 Mark und einen Bries an seine Mutter, worin die 2lbsicht des Selbstistords für den Fall seiner Verhafttmg ausgesprochen war. — Im „Solmser Hof" fand gestern abend eine Abschiedsfeier zu Ehren der aus dem besetzten Gebiet AuSgewiesenen statt, denen die Wiederkehr tn ihre Heimat gestattet ist. Sett August vorigen Zahres sind insgesamt dreißig Familien (über 100 Personen) tn unserer Stadt untergebracht worden. Dis auf zwei Familien haben nunmehr alle die Erlaubnis zur Rückkehr erhallen. Der größere Teil ber Ausgewiesenen stammt aus der Gegend von Dingen. — In diesem Sommer herrscht fyter wieder eine rege Bautätigkeit. Der Hain ist jetzt ausgebaut. Die beiden Häuser zwischen der Oberförsterei und der Friedrichstraße sind jetzt im Rohbau fertiggestellt. Die Stadt hat außerdem den Dau eines Hauses für vier Familien (zu je 2 bis 3 Zimmer) beschlossen. Man ist jedoch noch unschlüssig wegen des Bauplatzes; die Stiftsstraße (nach Freienseen zu) ist tn Ansicht genommen. Außerdem wird auch die Ecke
<>es Steinwegs und der Wetterfelder Straße gegenüber dem gräflichen Forstamt) und dem Schloßpark, bebaut werden.
* Ei ch«. ls dvrf, 29. Zull. Irn Laufe des Sommers sollen hier 4 neue Wohn Häuser erbaut werden, von denen bereits 3 unter Dach ind. Durch diesen Zuwachs an neuen Wohnungen wird eS möglich sein, die dringendste Wohnungsnot zu beseitigen.
* Aus dem Rtddatal, 31. Zult. In- olge des schlechten Geschäftsgangs steht die Staffelsche Papierfabrik tn Ober- Schmitten seit mehreren Monaten tn ber größeren Zeithälfte still. Während des Krieges und in den Zähren der Inflation war die!Fabrik ausschließlich mit der Herstellung von Reichs- papieren beschäftigt. Mit dem Abkurbeln ber Rotenpresse hörte der enorme Papierbedarf des Reiches auf, so daß die Aufträge ausblieben. Dazu kommt, daß die jetzt herrschende Geldnot überaus hemmend und lähmend auf den Geschäftsgang einwirkt.
sturmleute des Bahnschuhes in ihrer Landsturmuniform mit den ,.Tränkeimern" stehen, und überall umlagerten dichtgedrängte Menschenmassen die Schranken vor den Bahnsteigen. Endlich gegen 7 ÜIhr abends erreichte uns beim längeren Aufenthalt in Liegnih ba£ erlösende, überall mit Spannung erwartete Wort: „Mobilmachung!" Rach fast vierundzwanzigstündiger Fahrt kam ich dann in der Reichshauptstadt an. auf die in jenen August tagen 1914 die Blicke von ganz Deutschland wie nie zuvor gerichtet waren. Dort hatte das Wort „Mobilmachung" einen Zubel und eine Begeisterung hervorgerufen, wie man sie schier für unmöglich gehalten hatte. Ein unentwirrbarer Menschenknäuel flutete bei einem lebensgefährlichen Gedränge unaufhörlich durch die Straßen. Die Straßen waren mit Extrablättern förmlich gepflastert, und nie ist wohl das Erscheinen der Zeitung mit solcher Ülngeduld erwartet worden wie damals. Immer und immer wieder wurden die großenteils sehr knappen Meldungen gelesen und besprochen. Auf den Straßen und in den Lokalen wurde immer erneut das Deutschlandlied und die „Wacht am Rhein "angestimmt. In den Geschäften herrschte am Mobilmachungssonntag ein ungewohntes Gedränge, und nur mit großer Mühe war es mir möglich, in einem der zahlreichen großen Schuhgeschäfte ein Paar kriegsbrauchbare gelbe Schnürstiefel xu erwerben,- denn auch für mich hieß es, schon Montagfrüh zum Truppenteil zu flößen.
Sn weniger als einer Stunde hatten der Draht und reitende Boten die Kunde von der Mobilmachung in das entlegenste Dorf getragen.
Die altgebienten Soldaten suchten ihre Militär. Pässe hervor, und nun war jedermann klar, weshalb bei Kontrollversammlungen so großer Wert auf bas vorn in den Militärpaß eingeftebte Blättchen gelegt würbe. Es war der Geslellungsbefehl. Der 1. August war Mobilmachungstag, und jeher rechnete sich aus, an welchem Tage und welchem Orte er sich zu einer bestimmten Stunde stÄlen mußte. Wir Reserve- ober Landwehroffiziere und die jüngsten Zahrgänge eilten sofort zumTruppen-- teil. In den Standorten der Truppenteile hatte das Wort „Mobilmachrmg" einen Apparat in Bewegung gesetzt, tote ihn die Welt bisher noch nie gesehen hatte. Alles „klappte", als wenn man nur an einer Schnur zu ziehen brauchte. Alles drängte sich zu den Fahnen, ülndergeßlich wird allen Teilnehmern der rasche Vormarsch durch Belgien tief nach Frankreich hinein bleiben; un- vergeßlich aber auch die ungeheuren Strapazen in den brennend heißen Augusttagen.
Von ihnen bis zum heutigen Gedenktage ist ein langer Weg, auf dem der Frieden noch keine Stätte fand, und auch die Londoner Konferenz die gerade bei der zehnjährigen Wiederkehr der Tage des Kriegsbeginns ihre Entscheidung zu treffen hat, kann den wirklichen Frieden noch nicht bringen, höchstens ihn anbahnen. Aber alles ist nur ein liebergang, und gerade wir oft allzu hoffnungsseligen Deutschen dürfen den Mut nicht verlieren und müssen daran arbeiten, daß unsere Kinder bessere Zeiten sehen, wie sie uns trotz der fo verheißungsvollen Anfänge der ewig denkwürdigen Augusttage 1914 vergönnt sinh F. Qt
SteuersalUgkeiten im August. Reichssteuern.
5. August: Steuerabzug vom Arbeitslohn für die in der Zeit vom 20.-31. Zuli einbehal- tenen Steuerbeträge,- ohne Schonftist.
10. August. ®inft>mmenfleuer; Voranmeldung und Vorauszahlung für die Monatszahler; Schonsrist bis 17. August. — Körperschaftssteuer: Voranmeldung und Vorauszahlung; Schonfrist bis 17. August. — Ülmsahsteuer: Voranmeldung und Vorauszahlung für die Monatszahler auf die Einkommensteuer; Schonfrist bis 17. Augustst.
15. August: Steuerabzug vom Arbeitslohn für die in der Zeit vom 1.—10. August einbehaltenen Steuerbeträge: ohne Schonfrist. — Ber» mögenssteuervorauszahlung für das dritte Quartal; Schonftist bis 22. August. — Einkommensteuer- (Körperschaf tsst euer- -Vorauszahlung für Landwirtschaft; Schonfrist bis 22. August.
2 5. August: Steuerabzug vom Arbeitslohn für die in der Zeit vom 11.—20. August einbehaltenen Steuerbeträge; ohne Schonfrist.
Hessische Staatssteuern.
1. August: Zweites Ziel ber staatlichen Grundsteuer; Schonfrist 7 Tage. Gill nur für Gießen und Heuchelheim.
6. August: Drittes Ziel der staatlichen Sondersteuer vom gebauten Grundbesitz; Schonftist 7 Tage.
10. August: Staatliche Gewerbesteuer (in Verbindung mit her Reichseinkommensteuer zu entrichten).
Wettere Steuern.
10. August: Provinzial-, Kreis- und städtische Gewerbesteuer, ebenfalls in Verbindung mit ber Relchseinkvinmensteuer zu entrichten.
*
** Die Gefahre n der Aehre. Die llntugenb, Blumen, Blätter ober Getreideähren in den Mund zu nehmen, ist leider sehr verbreitet. Welchen Gefahren man sich durch solch gedankenloses Tun aussehen kann, möge aus folgendem klar werden. Ern Spaziergänger ergeht sich am Rande eines Getreidefeldes, pflückt eine Aehre und zieht sie durch den M mb. Wirst sie schließlich wieder weg. Ein paar Wochen später — der an sich geringfügige Vorfall ist längst vergessen — tritt am llnterftefer eine hart» Geschwulst auf. Keinerlei Citeransammlung ist zu lonftatteren. Die Geschwulst bleibt trotz aller Umschläge hart, ja, sie vergrößert sich zusehends und erstreckt sich schließlich auf Brust und Hals. Run eilt der Kranke zum Arzt. Diagnose: Aktinomykose. Höchst schwieriger Fall. An der harmlosen Aehre saß ein Attinomykes oder Strahlenpilz, ber durch einen hohlen Zahn in den Körper drang. Am ganzen Körper bilden sich Fisteln. Hat der Patient Glück, so wird er durch die gewaltigen Zodmassen, die der Arzt dem kranken Körper verordnet, . gerettet. Viele aber müssen ihren Leichtsinn mit dem Tode büßen. Man unterlasse es nicht, eindringlich vor dieser lebensgefährlichen Spielerei zu warnen.
** Das 116er»® enfma1. Die Entwürfe zu diesem Ehrenmal für die Gefallenen des Regiments und seiner Kriegsformationen sind feit gestern in den Räumen des Oberhessischen Kunst- vereins zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Die Mitgll^>er des Preisgerichts. Architett Rico laus und Regierungsbaurat Kuhlmann, gaben zur Eröffnung einen guten Üleb erblick über >ie Arbeiten der Preisrichter und die mannig- achen Schwierigkeiten, mit denen man zu kämp- en hatte. Ein Denkmalsentwurf von dem Bildhauer Arnold- Beuern, auf den das Preisgericht und der Vorstand des 1 Iber-Verbandes ich geeinigt hatten, mußte wegen der unzulänglichen Plahverhältnisse an ber anfänglich mit in Betracht gezogenen Senckenbergstraße wieder fallen gelassen werden, und daraus bestimmte man den Landgraf-Philipp-Platz endgültig als Standort des Ehrenmals. Zwei Künstler kamen chließlich für das Denkmal auf diesem Platz tn bie engste Wahl, und zwar Huber-Offenbach und 'Arnold- Beuern. Eine endgültige Ent- cheidung konnte bis jetzt noch nicht gefällt weiden, da ein für diese Entscheidung wesentlicher Entwurf bis gestern nachmittag noch nicht eingegangen war. Die ausgestellten Entwürfe begegneten allenthalben dem größten Interesse.
’* Ausfuhrfreiheit für Hülsen- rüchte und Futtermittel. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat durch den Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung die Zollstellen ermächtigen lassen, bis auf weiteres die Ausfuhr von Buchweizen und Hülsenfrüchten aller Art, Futterrüben, Wasser- unb sonstigen Feldrüben, Mohren, Grünfutter und Heu aller Art, Melasse, Melassefutter, Rüben- aft, Ahornsaft, Oelkuchen, Abfällen der Stärkeerzeugung, ausgelaugten Schnitzeln von Zuckerrüben, Malztrebern und Malzkeimen ohne Bewilligung zuzulassen.
" Ein gestohlenes Fahrrad sicher- gestellt. Der Polizeibericht meldet: Bei der hiesigen Kriminalpolizei wurde am 31. Zull ein Fahr rav, Märke „Frisch Auf", Fabriknummer 533 797, sichergestellt, welches aller Wahrschein- I


