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tn boe TMxt) miehm^ren 3n Bo»rrn beabft^tlfltcn offenbar die national- fogtalken Ne bunt den Zusammenbruch neu eeifaqNe natronaJe Erregung al« f^t ue SltvMa geworbene Sage zu benuwn rnn bau Heft In die Hand be.

tomeeiL Die bayerische 6 taatt real eama ffl einer Dtharur Hftler durch die

'1 3 1 r Kahr zuvor gekommen. Durch die rnernwnfl Herrn von «ihr«, de« l^renvor- schenben der vaierlündlschen CBerbdnbe. zum merarfhiat<ft>mmM,ar hoi sie sich selbst an bte Lpihe der nationalen Bewegung gesetzt inb ihr die gefährliche, ge,9cn die Äeich-^nheii ^richtete Spitze abgebrochen. Herr von Kahr der in den nationalen «reifen Sehern« da« B Sertrauen genießt, bietet In seiner <Uer-

feit und seiner politischen Vergangenheit te Garantie dafür, daß die Reich-einheii »waschen Lord und Süd gewahrt wird Der bähe rischen Aotvervrdiurng, die dem Deneral- staatskommlllar die vollziehende Gewalt in weitestem Umsang übertrug. folgte nach einer Luchtsihung de« Reich-kabineii« die Vcrhän- g«ng de« Ausnahmezustände« über da« ypy 'SeUl> und die Uebertraaung der <?re. rwive an den Reichswehrmintster Dir Hai. t«, den in weiten «reisen der Linkspresse iofori eins elenden Streit, ob der Erlaß de« Reich«, pröswerntzev ein Schlag gegen Sayern sei. der Herrn von «nilling, zur Zurücknahme seiner Rotverordnung zwingen sollte, für durchaus wstßia Die waßgebenden Instanzen, der mlli. tärische 0berbefehl«habcr Gene.a.' Don 2o| sow «nb der DeneralftaaiSkommislar von «ahr, Huben sich bereit« über die Maßnah. men zur Aufrechterhaltung der Ordnung in München verständigt, während man in Sach- Jen und Thüringen und in der Eschen Heimer Dass« zu Frankfurt noch über die Auslegung her ReichSversaisung kannegießert S« erscheint mto heute unangebrachter denn fe, da« starke Rationalaefühi de« bayerischen Sruderstam- me« durch arundlose Verdächtigungen zu bc- leidigen und damit bie Geschäfte der Reich«, feinde go besorgen. Eine gleich scharfe Verui- Teilung verdient die maßlose Heye gewisser «reise der Sinken gegen die Reichswehr, der tu den heutigen kritischen Tagen bk Rolle uxfMP, Me Verteidigung de« Reiche« gegen die ifileren Feinde, von welcher Seite sie auch fremen mögen, tn erster Linie zu übernehm -n ' »ieVersicherungen de» Reich« wehrmtnlstersund de« Genetalftaat«kommlssars von Ruhr, daß die Reichswehr fest tn der Hand der Srekufto- gewalt liegt, muß der Bevölkerung genügen, zu tutferen Truppen vollste« VeNrauen zu

Der anverantworilrche Feldzug de« sächsi­sch« Wstrifterpräsidenten Dr Zcigner ge­gen Dr. Gehler war dem politischen Reu- ltng offenbar nur Vorwand, sich bei den Ber­liner Genv'seu beliebt zu machen. Der Ber­liner sozial demokratische BezirkSpartettag, über b« wtr bereit« eingehend berichteten, hat allerdings ein grelle« Schlaglicht aus die starke Gärung innerhalb der Sozialdemokratie ge- »orfen. Die Art, wie die Vertreter de« ac- mähigten Flügels, die Anhänger der großen Koalition, Leute wie Bernstein, Stampfer u a., von der Mehrhest niedergeschrien wurden, gibt doch zu denken, ob die radikalen Clemente der Bartet ben Lochungen der Kommunisten aus Die Dauer widerstehen werden. Sin roter Bloch tn Mitteldeutschland, da« Ideal de« Dresdener Ministerpräsidenten, in der Hand eine« von glühendem N»rgetz beseelten und umso weni­ger von Skrupeln geplagten Manne« wie Zeig- ner, könnte für den Bestand de« Reiche« zu einer Gefahrenquelle schwerster Art werden.

Da« wird auch die Reichsregierung zu be­denken haben und deshalb neben den getroffe­nen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung mit aller Tatkraft an die endliche CtabUtfierung der wirtschaftlichen Verhältnisse herantreten müssen. Der Hu n ge r ist der beste Verbündete aller politischen Umstürzler. Hier gilt e«, etnzusetzen, und wenn nötig, mit den drakonischsten Mitteln die Ernährung der Bc- völlerung sicherzustellen, bevor der Winter die Versorgung der Großstädte unmöglich macht. Dur so kann eS gelingen, das deutsche Voll vor neuen inneren Unruhen zu bewahren. Dur so kann die Regierung Ihrer schwersten Ausgabe gerecht werden, den «ompf an Rhein und Ruhr zu einem erträgt r en Gnde zu führen

und deutsche« Sand wieder vom Feinde tret zu machen.

Hilfe für hungernde Volksgenossen!

. 2*rlin, 28 Sevl lWTB Amtlich, Da« breuf)U<bt eukjiinrtnifierium erläßt folgen ben Thifruf

MitbürgerI Weite «reife untere« Bolle« barten unb entbehren unter ben furifr baren Ruch.

bc* Weltkriege« unb der Ruhrbefetzung ®er TMbrung«oeT<aI( unb bie Teuerung Ulten aut un« Die Immer Ichneller zunehmende Verschlechterung bc« Srnäbrungszutzanbe« untere« ***** erlerben außergewöhnliche Maßnahmen Zu den bt«bengen staatlichen Vo'gehe» au dem Gebieie der Srnährungmvtrtfchal' muß ,etzl au «ginn der fallen Iahre«zeil

h« gesamte» Staatsbereich eine großzügige V»llSfpets»»g«Evn

bmiutrelen Oberüer Gründen muß fein, unter allen Umständen (eben wirklich barbenben Bediirl. ''gen den Tlermsten M Volte« unb den Angehö­rigen be« zugrunde gehenben Wittelstande« zum minbcflen täglich eine warme Mahlzeit zuzusuhven Zur Ergänzung der öffentlichen Mitiei Werben große Spenden b.-r lei'iungS ähigen «reife b~r TkoAtlcrurxfl m Ctabt un) Land an ®clb unb Lebensmitteln gebraucht jeber bellen

noch ttxirm. befkn Vorratstamm er nach g> funt ift. Icbcr. der sich noch täglich sättige» fann. frlfte bantbar sich dieser Bevorzugung bewußt fein und die zwingende Pflicht anerkennen, an die abzugeben, deren Gesundheit und Arbeitskraft von Hunger untergraben Wird ®r CNN »glich' r* in«. h< Irnberc «Inder. Grelle unb werbende Mütter bor der Entkräftung unb Zermürbung zu Ichühen

Mir rufen die Bevölkerung Preußen« in Stadt und Land aus. die freiwillige VolkSfp.i- lungSalgabe auf sich zu neben*-n. gebt Ich.,eil gebt reichlich I

äbt wer be» Hungernde» fei» Brot bricht, hat a»ch da« Recht, tm warmen Zimmer am ge­

deckte» Tische sich z» sättige».

Da« vreußifche Volk, in CplerwilligfeU und brü­derlicher Lvlidariläi von jeher bewährt wirb, bc« find wir sicher willig unterem Ruf folgen

Wie der Amtliche Preußische 'Piel cbicnu mit- teilt, lieat die Leitung der VolkSfpeftiingSaktion in den Händen de« preußilchcii Landwirlichalt«- m.niflcr« al« Claat#tommilfa> : u i bie Voltsernährung ®clölpcnb.'n löiui.n sofort an den staatlichen «allen auf Konto Volt,- fPeilung einge^hll Werden Die Gemeinden wui- ken ersucht, bei ihren «affen ein gleiche« «o Ho e..,zurichten Die zur Annahme von Lebensmittel Ikxnden bevechtigien Stellen werden in jeberr Regie,ungSbezirl frjori von den RegierungSpräli- kenlen ösfentlich betanntgegeben Der wa tm- herzige Aufruf Wirb ben Ford rungen gerecht, bie wir erft kürzlich an d.n kleinen Pjlichlenlrei« unterer Stabt gerichtet haben Möge darüber h.nauS die Darrn st äbtei Regierung ihre Pfticht erkennen und die Führung in der Lösung dieser auch politisch brennendsten Frage unserer Dolksernährung mit Energie übernehmen zum ID ob le be« Ganzen

Diertcherstkllnust derWtntrrkartofseln

Berlin. 28 Sept fWolst ) Da nach den bt«ber Prrluginben Rachrichten im lausenden Oahic nicht mit einer |o günltigen «artostelemtc wie im Vorjahre gerechnet werten kann und die Rvllagc weitet Bevölkerungsschi ch- len in km Städten und Industri ebezirken e« zur zwingenden RoNoenkigkeit macht, zunächst ben Spcisekartrstelbedars der Bevölkerung für den Winter zu sichern, Hal da« ReichSnrinifteriuin für Ernährung und Landwirtschaft zur glatten Durchführung der ODinlcrvinbedung der Bcvolke- rung mit «artofftln beschlvsten, bei dem Rcchs- veikehrsminister

ein vorübergehende« Verfaudverbot für « artofftln

zu beantragen. Dom I bi« 31 Oktober einschlteh- lick soll der Versank von Kartoffeln nach Stär­kefabriken. Slocfcnfabrifen, Trock - nereien und Brennereien mittel« her Eifenl-ahn unterbleiben. Da« ReichSministerium reiftnnl keineswegs die hohe Produlkian«., po- (itiff : und Wirtschaft! ch' B-deutung der genann­ten !3rchufrricrto<lge. glaubt aber mit Recht, im aegerwärügen Augenblick bie Versorgung ber Vevöllerung mil dem gegenwärtig unentbehr- lichsten Rahrung«mittel in ben Vorder­grund stellen zu muflen.

Erhöhung der Einfuhrzölle

Verl in. 28. Sept lWTB., Der Reichstagsausschuß für VollSWinschasl genehmigte den DerordnungSenrwurf über die Zvllerhöhungen. Regierungsseitig wurde I

cm ege tu Ort, Das es bei der Finanzlage de« Reiche« dringend erforderlich ist. die «fn- oang«zölle in verstärktem Maße zur Deckung veiMtzuzleden Dadurch würden hauptlüchlich bl« Waren betroffen werden müssen, die nur dem Lu,u« dienen oder deren Einführung unter ben heutigen Dcchälmlsten entbehr- sich sei, und zwar nicht nur Ferftgetzeug- rtisse. sondern auch Halberzeugniss«.

Die »oh»Meßz«chl für vta«toarb«tt,r

Derlin, 28 Sept (WTB., Dach den gestrigen Verhandlungen im Reich«ftnanz- mlnisterium mit den Spitzenorganisotionen der Reichsarbeiter beträgt die Lohnmeßzahl für die lausende Woche 37 700

$oincar£s Bedingungen.

'Dari«. 28 Scvl iWTB - Die Hava«- aqeniur vcröüentlfch, eine Erklärung balb-imi- *'chtn Lharatier«. in der bcfannlgeyeben wirb, bi« tcrnIsche Regierung hab. dem üanzösilchen Bot- schalle, i.i Berlin die Sinftellung brt pafiivcn TPibcrtKi»bc« no: 'izieN 3m Reichsge<r»idia,t feien einig. Berotbnungen erschienen bie einige t<r Disprlilionen abanbem. bi.- au« Anlaß ber Ruhibcfehung getioil.'n worben leien Man"e übcch bemert.n baß nut Juni biefcr Verorb- nungen rtie die HutxiSnole ungefesIich nennt Aurudgenommen würben während die Reichs- cgietung ein. große Anzahl erluflen bube Man könne allo erwutien, baß bet Reichskanzler hol- bigft eine Gelarntrnaßnabme ireffen werbe, bie alle früheren Verorbnungen enbgultig uufbebe Bi« bohto könne selbstverst Midi ich kein Ab. komme» zwischen be» französischen Vertretern nb den denischen Behörde» geftosse» werde» Wenn diele Bedingungen einmal erfüllt feien, mühlen die befehlen Gebiete bai! normale Re­gime. bai vor ber Bclenung beftanben habe durch bie vollkommene und dauerhafte ID - e bet­au n a f) m e ber Arbeit und b.-r Sach- liclcrungen, namentlich in «ohic nach ben Beiümmungen ber Repar ikionSkommilsion wieder hergeftellt a erben Da« feien bie unerläßlich-n Bedingungen, bie Poin arö immer wirb r für die Wieberaulnahme bet Vechanblungen mil Deu'fch- (anb geftellt habe Man erwarte allo die Hand­lungen der deutschen Regierung, die ihren guien Millen zu beweisen habe. waS bi« jetzt noch i.icht gefchohen lei, und ob sie ihre Repata- lionSvslichten gegenüber ben Alliierten verstehe unb bereit sei. sie In der Zukunft zu erfüllen

BaldwinsWinterschlaf".

ßonbon. 28 Sept (IDolff ) Asguith tagte in einer Rebe im Uationallibcralen «lub in Ccnbon .Die liberale Partei trägt Gvttseibank leine Tctanlwottung für bie Geschehnisse brr icl'len vier Am 3 August Hal bet Pre-

mierminifttr öffentlich oeifünbct, daß d-e Politik ber britifchen Regierung ernstlich aus eine Regelung be« Reparationsproblem« unb die Schaffung fjelunber unb stabiler wirkfHaftlicher Vethälkniste in Europa getichlet ki Bereit« am letzten ,\muat hatte bie sranzoiifchc Regierung ihre Ablicht tunbqegebcn ba« Ruhrgebiel zu be- leljen Die brililchc Regierung lehnte es kluger­weise ab, an dem Abenteuer teilzunchmen.

rührt« jeboch monatelang fernen ^i»g«r.

3m 3uni machte Dewtschlaitb Vorschläge, bie nach Anüchi ber bnüften Regierung eine Gt unb - läge für Verhandlungen boten, bi« jetzt. Ende Scpt*mb**. ift aber noch keine An!- Wort ber Alliierte, erfolgt Die 3bce einer am 20 Juli von ber briti chen Regierung angeregten «olleftivantWort würbe vollkommen igno­riert. Drei Wochen später sandte Lurzon leine Title ab. in ber zum erstenmal bie Legastkät ber Belebung de« Ruhr gebiet« angesochlen unb bie Moglichleit einer separaten Aktion Englands crtvähnl wurde Poinear«? antwortet« mit einer Bestreitung aller Behauptungen Lur­zon« Die britisch? Regierung legte sich baraut- hin Wiebcr zur Ruhe

Ander« Leut« hielte« keinen Winterschlaf. Poincare beispielsweise fcliro mit unvermindertem Ester Mtche auf Woche im Verlaus seiner an­genehmen Sonntagnachmittage in dasselbe Horn Erst »ach ber letzten unnachgiebigsten Rebe Poincarö« unb als bie Mart unter dem Zeichen des Zusammenbruch« stand, schaute Baldwin auf der Rückreise nach London m Pari- hinein, und ba hätten nach einer furzen Unterrebung bie bei­den Premierminister, wie vstiziell berichtet werbe, entdeckt, baß ihre Meinungen unb Ziele nicht Dontinanbcr abwichen WaS bcbeutel ba« alles? Da« geschah, um zwei Standpunkte zu än­dern 'wenn sic tatsächlich geändert wurden., die in ber englischen unb svanzösifchei. Rote vom August Io klar au«einanbergefefii worben find Allerdings ift ein neuer ,'Saflrvr rwrfvinh»« "Cv- paffioe TBiberftanb ist endgültig zufammengebio- I chen. aber das Un heil ift bereit« im Gang I

An unsere Leser.

»te IBttfuwgen ber Meldentwertong machen ehre enger«»«Xff ung b« 3eito»g«b«»ug«>c«tfe unb ihrer »rHebung notwendig al« sie fett»er berthgeffibn werbe »eshalb müssen »vm I. Oktober a» Bezug «geb ühren unb «rüget- löhne wschentltch festgesetzt »nb erbeben werbe».

Sir bie Woche vvm I. bto einschl. «. Oktober beträgt bte-Beeuggeebübr beswiebenerAn^toer« 18'SiQtonen, ber «rägerlobn 2 Millionen Warf »1« etneelRwemeT kostet 3 , Millionen Herf.

»er Etntzug durch Me TUtoträger erfolgt je weil« am Wochenanfang, »te »der werden bringenb um Bereftbaltnng be« jeweiligen 2Be<b«nbetrage« gebeten, damit 3ebfg*n«t vermieden werden

Verlag des Giehener Anzeigers. Verlag der Oderhess. Voltzszettang.

Hu» Stabt unb Land.

Gießen, den 29 September 1823

Di« Anzeigen-Schlüsselzahl.

" RI« Schlüffeltzahl für ben Anzeigenprei« tn ben deutschen leg e«^ tun gen für bie Zeit Dom 29. September bk« S. Oktober wurde vom Beteln Deutscher Zeftungsverleget (Bereu«- gebet der deutschen lagt«»ettu»gen) bU 3ab» 50 000 festgesetzt

Die <$erÖBberaegrn te höheren hessischen Justizdienst

Un<ere füi^lichen Darmftäbtcr MrlbungeN ubci bic BcrdnOcrangen in ben höheren 3ufti>- steilen HeNenS haben t»ch (m angemetnen des tätig' ben Ruhest anb treten Aenalspräsi- bcM T or n 1 e : 1 f GeneralstaaiSonwa11 Dr P ' c e l v r i u S. Lendger'chltprätibee.l Dr G u w

- Dießen die Dix r Ian beiger! ibt« rate Berchclmann unb Sandmann.

ObcrtonbeSgcrichtStal Lang wirb SenMS- £>|ibeni; O bei ft aal San walt Hofmann- Wirb DeoeralflaatSanwall. bk LandgerichtSraie 21 (t c n b o r f unb Di Lehr Oberiande«ae- r.chiSräte. Landgericht«bireftor Dr Stein a><rb Rachfolgci de« Landgn ichtspräfidenlen Dr IMn* ger,ch-G cßrt. OberfiaaiSanwall tn Gieße», wirb L<indqer!chtSrat Hoo « - Darmftabt cm geborener Lauikibachcr, OandgetichlSbivektor Dr Rü­tz e r wirb Qonbgend>t«rat Müller I clrarcten Viclbcfprochen wirb bie ®mmnuna de« fozial bemokralifchen i 2ünlsgeii<chI-rateS 71 f u r o 11 zum Londgencht«bireltor in Darmstadt TtochtS an wall Raab Wirb Landgsrchtsra i in Darm- ftabt, b»r 2ldg Schreiber- 3agelkeim Ober* amt Smchlei m Vilbel

Oießener Woche«Marktpreise am 29 September 1923 lHäniXervreife >

E« festeren aut dorn heutigen Wochen markt TuIter Pfd 70 Mill Mk. Vlalte Ptd 10 Mill Mark, stäse Pfd 16 Mist Mf.. Wirsing Psb 4 5 Mill Mk. Weißftaa-t Pfd 3 4 Mist. Mk. Rotkraut Pfd 56 Mist TEL, Gelbe Rüben Pfd 3- 4 Will Mk.. Rote Ruben Pfd 2 Mill Mark, Spinat Pfd 4 Mist. 7M. Ttoenkschkechl Pfd 1 Mist Mf . Bohnen Pfd 56 Mill W. Biu- mtnfvhi Pfd 8 Mill Mf.. 6otol Pfd 2 Mill. Mark Salaigurten Psb 3 TUIII TBL. flnbebkn Pfd 2 Mist. Mf Obet-AohlrxzM P«> 1 Mill Tltart. Umet-Rohirab, Pfd 1 2 MiN AN Grün fohl Pfd 3 Mill. 7llk. SetNatai Pfd 8 Mill TEnrf. Domaten Pfd 4- 5 Dkill TUT. Zwiebeln Pfd 5 Mist TIM. Rett«- Vi 1 Witt. RN.. Sellerie St 4 8 Will 7m, Falläpftt Pfd 120 000 Mk Zwetfchen Pfd 600 000 Wf

Der neue BrotpreiS.

Wit Wirkung Dem TKoniog, 1 Oktober, ab fotzel in Gießen ein I90v-Graimm-Wa rken brat 18 Wistrvnen Wart, tn den Orten des Land­kreise« Gießen ein 4-Pfund-Laib 16.5 Wist vornotize«.

TageSkdcnder für ®am«tag Verein Rubcrspvrl Heute abend Aencralver- fammlung tm Bootsbau« Gieße,«er Wald-

bühne 7 llhr. Äalb Tierein»icw< Licht!Piel-

Haus. Bahnhofstraße Lee Party in .Der Roman einet Sünderin' unb .Der unhennliche Datz"

T a g c S ka l e n b e r für Sonntag Siadltheater. 7 Uhr .Der Raub der Sabtne- rinnen" Lichtspielhaus Bahnhoffrroße Da«- leibe Programm rrie am SamSlag

Au« b e m Stabttheatcrbureav wirb uns geschrieben Rvchmal» fei auf dec mor­gige Aufführung be« luftigen Schwanke« .Der Raub ber Cabinerinnen" hingetmefen

D i e Schlüsselzahl - m Buchbruck- ; r - t 5 ; Trr Deutsch, T-wijvnuderoetein teilt mit Die Schlüft^zahl für da« deutsche Buch- druckgcwerbe beträgt nnt Wirkung ab 29 Sep­tember 2 700 000

Beethoven und Grillparzer.

Wenige Dichter haben em fo kmriges Ver­hältnis zur Wulst gehabt wie Sristparzer Dister größte Poet Ost,er reich« wuchs ,a inmitten bet klastischen Hosblüie bei Wiener Wustk aus unb Hal von den Werken ber Meitzer. Me leine Öugenb umlönten. die ihn durch *^,n^c°*n leien, unendliche» empsangen .Durch die iNu'ti Hatz« Ich die Melodie der Verfe gelernt, sagte er einmal zu Beel Hoven .start Borries, der in einem Aufsatz der .Deutschen Rund»<d7u .Grist- DatTrr und dir Oper" behandelt, heb, b.e merk­würdige Tatsache hervor daß der Dichkr bem größten Musiker seiner Tage,»stich Beethoven, doch stets mit einer gewissen Reserve gegen» überstand Sein CXbeit war D ? 4 n r f Beethoven stand er vielleicht zu nabe ibm

auch zu verwandt al« dcß er sich Idner Kunst oam hätte hingtbrn können Sobe. ist «l^b- Aciiia »u Beethoven in em persönliches Verhalt fr idn km'« 1".,;^ 1803 im Haut, 'cmes Onkst« Sotmlelchnev kennen, als er leibst 14. der Weister 34 3abrc al: war Etwa« später wohnte dann die rrrilie Grillootzet Im Sommer wlhrend ewrt AufenIhaUe« in Hestigentzadt bc Wie, mil Beel Hoven hi einem Hause, und in .Vchre waten beide gemeinsame S»mmcvgSst«'M Döbling Geifstg traten he Heb abtt ol« Beethoven tm ÄerW 'M dei den f»wal« durch leine ersten Dramen berühmt gCvocdenen Dtillparzer osfragen ließ, ob tt für cnen oKeYuUrt schreiben wolle Grillpa^rn w-HUe Me Sabri ber Wei u I 'ne.d4eetl-d^ gj« Hh rin stindetballe« vettoendC batte 3m 'm« 1Ä3 Überwittrilr er Beethoven ben Opern

tert, und wir willen au« den auf un« gekommenen Gstpiächen. bah ber Dichter belcheiden zu.ücktrat unb dem Komponisten freie Hand m bc Ümgef.al- tung be« Libretto« ließ Sir tarnen dann in den nächsten Zähren öfter« zusammen um sich über bic gemeinsame Arbeit zu unterhalten Tiber bk Begeisterung Grillparzer« für feine Arbeit ließ immer mehr nach, unb er gestand schließlich .3ch verstehe mich so eigeMlich aus Cpernteric nicht D« .Melusine" ist auch wirklich kein echtes Tverk Grillparzers Richt TMut von seinem Blut, unb es ist bähet begreislich. daß Beethoven Me stcmpvfition der Oper nicht unternahm

Die Gespräche DrlllparzerS mit Beethoven zeigen aber da« feine Verständnis deS Weister« für die Wulst, fo finde !ich hier der Sedantc des Leitmotiv« nun erstenmal in ber TItuHf- gefchichte ausgelprowc. Sc innere Gegensatz be« Dichtet« zu dem Schaffen deS Wufiter« trat aber mit ben fahren stärker hervor, unb 1834 erörterte Grillparzer in vier Thric _B .Hoven« nachteilige Wirkung auf bic Rmstwclt. ungeachtet feines hoben, nicht genug za Ichätzendc, Wer le­er sehnte .dir gcwagici ,susammenfeyangen. die überlvrifche.i Sprünge, ba« gar zu oft einge- mischlc Tcngeheul unb Gebrüll" zuguntzrn de« gefunden unbefangenen Schönhct«fiiu»es ab Trotz­dem fühlle sich doch Gnttparzer dem TEriflet mnerllch lief verbunden AI« SAhiMc ihm die Tra-Hrichl vvm Tode Beethovens überbrachte, wer er tief erschüttert Da IJI es einen Harten Fall tn meinem Innern." lagt er in fernen Tagcbachaufzcchnungen. .die Tränen stürzten mir au« den Augen." unb sein Bekenntnis zu dem groben Meiste faßte er in Ne fchllchten Worte »lammet, .3ch habe Beethoven rigentü* ge­

liebt Am offenen Grabe fprach ein Schauspieler die von Grillparzer verfaßte Rede, und al« der Denkstein auf Beethoven« Grab enthüllt wurde, geschah die« mit einer andere Rede Grill­parzers. bie mit ben Worten Ichlleßl .Sarum sink» ja von jeher Dichter gewesen und Hridcn. Sänger unb Dotterleuchtele daß an ihnen bie armen zerrütteten Wenschcn sich aufrichten, ihreS Ursprung« geoenten unb ihveS Ziri«"

John Morley f-

Tlach emer Meldung au« London ist bet grobe liberale Politiker und Schnftstrilrr Lvrb Morien im Alter von 85 Hahren grfh>rb-n Alguith hoi dem Verstorbenen folgenden Rachrul gewidmet .Sem Tob ist feine Tragödie, aber er bedeute dc»S Verscheiden de« letzten lieber!eben- ben des hcoifchen Zeitalters Die englitchen Libevalsi unb bie große Tradition ber englischen Politik sind durch feinen Tod ärmer geworden ' Der Giei« holte fernen Lebensabend fern 001 ber Politik verbracht 3n dem Verhängnis vollen Augenblick, bo England in ben Weltkrieg erntrat, fob er, der fvviel Tl ebcrtagen stolz unb latfrdflig übettminbcn hatte bie 3been, für die er sein Leben lang gekämpft, endgültig gefällten unb zog bie Sorrfequcn^en Mvttet) verkvrpeNe n feiner Perfär.lrchtrit bie Detstrskraft unb die Deistcsfteiheit. bic die tnftoiuvrifdx Epoche tn England zu einer Blütezeit von Kuntz unb Wistrotchast gemacht hatte Bevor er Politiker wurde, nxx er cm hervorragender Journalist, rin bedeutender Gelehrter Er ttxn ber Sohn «nrt Arzte« au« bem Städtchen Bsackburn unb zeigte auf der Schule frWw Begabung für ernt praknlche Lebensführung. .Ich Werbt ihn wohl Geistllcher

werde, (affen müßen" pflegte fein Vater zr logen .Ta« ist bie einzige Art. wie er fein Brot vcbienen farm " Aber ber junge Marien zeigte wenig Sinn für bic Rirche unb tvanbte sich zu rächst bem jur'tzifchc Studium zu Daneben eröffnete er eme schrillste sterische Tätigft-,' unb mochle sich halb al« Journalist befannl Scinr Aufsätze im .TDorntnj Sioi" erregten Aufsehen unb nach bem Rücktritt beS befaimtcn Soeth- Brgraphen Lewes übernahm er bic Herausgabe ber . Fviinightly Revtew". m ber er feine melfter haften 6 tu bien übe bie Philosophie und Dichtung deS 18 Zäh,Hunden« oeröH-mllichlc Diese A> beiten bilbCen bk DrundUze für fein? bio graphischen TBcrfc. bie zu den klassischen L'i'iun- gen der engsifchen Grichicht-fchieibung gehöre" Besonder« fühlte er ßch zu de» graf' . » . n.AO-

Illchc Denkern "er Zti, ooe> der R-r?!utio> !-i>' gezogen und ocroffenksichte Bioguvhien vv» V !

taire. von Rousseau. Diderot b.inn von b englischen GeisteSsührern der Ze t. Burke. Jobber unb Walvole Rach ber llebemahn c de 5.- bntlion der .'voll Tstall Gazetr. t.:m . ,.r.n:.- mehr in« politische Zahrwaiser aber btc;m : ;ic'; er sich vergeblich lut da« Unterbau« aufltcllcn und wurde er't 1883 gewählt Don nun an wai er au«tch(,eßl,ch al« Pvlitstc tätig unb wurde unter Gladstone StaalSlekrCär Sr fampfic füi Hvmero!- m 3rlanb. suchte al« Letter be» Staat«- kfretariut« für Indien Me Rechte der Inder *u stärken unb war ein erbitterter Gegner der Baren- pv'kik unb de« BarenkcegeS Den .Theolen 'eine* Geben«reuube« Gtadikone ist er flct* Irtu ge­blieben und bat Metern großen Staatsmann m ber umfaßenden Biographie, dte c ihn wtdmri«. ba« tchönfte Denkmal gefetzt.