Ausgabe 
29.1.1923
 
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Paris. 29. Januar (TMT6) Aach einer Hava-Meldung oui Oauknuw soll P otncar- Ismet Pascha den Aal gegeben haben, den 5 r le» densvertragsentwurf zu uLterzeichnen.

Die Völkerbundstaqoug.

Paris, 29 Oon (WLB.) Der Tötler- tu n b 6 r a l artrb beute tTomrÜlnq 11 Ufrr tm ßurembu cq-Palast 511 larmnentreten 2M D t a n l tt4ib bei der Laguna, die zehn Lage dauern wird, den Bmfltz führen 5n der ersten Sitzung wird die Frage der Aekdensvlge der Arbeiten geregelt. Der W Ablkerdund-rai-sitzung hier etngetrof'enc schwebstche MlMsterprüsldent Granting Hai gestern PvlncarH einen Tehid) abgeflattet

?(rbeitrrfunbflfbnnqen in Wie«.

1B len, 28 Jan. (TBoffl) Dem Aufruf der Aeichsgewerkschastskommistion entsprechend, ver­anstaltete die Arbeiterschaft Wiens am 27. (Zanuar nachmittags einen Demonstra» tionszug über die Ringstraße am Parlament vorbei. Die Kundgebung galt vor allem der For­derung nach Arbeitslosenunterstützung. Aach der Kundgebung Kam es. wie es Heidt anläßlich einer De Haltung zu einem Zusamm-mstoß zwilchen De­monstranten und der Polizei, der eS nach einiger Zeit gelang, die Au he wiederherzustellen.

Deutscher Reichstag.

292. Sitzung, 2 Uhr nachmittags

Berlin. 27. Ian. 1923.

Zweite Deratunq des Iugeadgerichtsgefetzes.

Der Ldrsschutz hat die Regierungsvorlage ver­schiedentlich qeündert. Sv bestimmt er in 8 7 alle xulälftgen Grztehungsmatz'eaeln: Uebertrelfung In DU 3u<U ber TrziehungSberechllaten oder der Schul»-. 2LifcrIrq.inn besonderer Dcrdllichtunge.i. Schutzaufsicht und Fürivrge-Grziehun^ Die Ae- glerung kann mit Zustimmung bei Reichsrats auch andere St ^iehungsmayieaein für xuläfflg erklären. An btc Stelle von Z tchlyausslrasen tritt bei Iu» gendltch.n Defüngnisstrafe.

8 2 t. 1 Regierungsvorlage wonach Jugend- liche unter 14 fahren nich: strafbar sind, soll nach dem Ausschutzantrag bei Tkrtünblgung des DeietzoS bas übrige Gesetz am 1. 5t'.>ruar 1923 in Kraft treten. Sine l esontere Resolution ersucht die Regelung, für tas Amt der Jugendrichter ge­rate die lcstsübigsten Richter heranzuziehwi.

Reich ijistttministrr Dr. Heinze betont, der leitende Gedanke des DrfeveZ sei der, die Iuge.id- lichen, ble gcüc.i das O?icn verstoßen haben, nicht zu bestrafen, sondern auf den Weg ber Besserung ^urfideufani<n fei zu hoffen. bab es mit Hilfe des Öekfic» gelingen werde, ble Irgendltchen vor Leid. Schuld und Jkibcibcr. zu bewahlen.

Tad die elften Par rgrap^t angenom­men u o.ben sind lullte sich be! ber AuSin^ung aus Qlnlat ber Abstimmung über einen Antrug die Befchlutzunfd hi gleit des Haue) her­aus. Die nächste Sitzung wird auf 10 Minuten später anberaumt.

293 Sitzung, 4> g äkhr nachmittags.

Zur ersten Beratung steht der Gefetzentwuri über

Kriegsrrutaerfürsorge.

Danach soll die Fürsorge den Cbemetnhen überlassen werden und das Reich SO Prozent der autgtircnbctcn Mittel erftatten

Auf Antrag ber Ada Leuifch (Z.) und Frau Schröder (3.) geht ble Borlage an ben Sozialpolitischen Ausschuß

Dir Novelle zur Detreidemnlage. welch: d--.ii (ctite 1 Termin für ble Ablleferung bei Uinlagegctttilteli tt>m IS. April auf ben 15.OOIbi* 1 rvbatk cn crttl, wird vhte Aussprache in allen drei Lesungen angenommen.

Oldccftc Sitzung Mittwoch 2 ilftr nachmittag- Ans rag in und Anträge üb*r die Störung bt-Ä Schuldetriebes tm beseh ten Ruhrge­biet und eventuell Aussprache über die füngsten baherilche r Vorgänge, falls ble Regierung eine Grklürnna darüber abiugeben hat.

Schluß gegen 5 Uhr.

Aus Hessen.

70. Geburtstag b<5 Staatspräsident« Ulrich, nn. Darmstadt. 38. San. Zum 7 0.

Geburtstag de- Staatspräsidenten MI- r t cd hat das Präsidium des Hessischen Land- tage fchon gestern dem Subllar die Glück- wünsche tm Namen des Landtage ausgespro­chen und ihm Dabei einen FrühstückSkorb mit Anhalt überbracht.

Im Auft-agc des Reich-kanzlers überreichte ber hiesige Reicher ertretcr Minister a. D. Dr

«David ein Handschreiben des Reichskanzlers Dr. du n o, in dem es hecht:

Das hessische Land, bas sinttZeitige Rhein- geblet mit dem .echtste.tigen eben'o r-entammemb I arie bas deutsche DeS-er <übö tllch und nördlich des Mains, bilder einen Gckvfeller ün beutldyn Stoatengtfüge. Darauf berühr eint hervorragende Bedeulung für ble U^veriehrierbaltung und Festigung der Reich^eiTcheit gegen jede Dedrv- bung. Datz SU sich der daraus eNoochUnden hohen Aufgabe voll bewutzt lind und ihr in dieser ge- sahrbrrhenden Zeit mit aller Kraft bienen. Dafür Ivlll Ihnen Die Reichsre^e^ung und mit ihr da­deutsche Doll aufrichtigen Tank. Möge ei Ihnen veraLnnt fein, noch ein« lange Reihe von 3abrm In bester Gesundheit Dem 'ÄUerfanbe zu bienen.

Unter ben überaus zahlreichen Glückwunsch- hmbgebungen, die auszufüoren uns nur der Raum fehlt, befinden «Ich auch solche des Oberbürger­meisters Keller von Dietzen und des Provinz ial- btreftor* Matthias, welcher u. a. schrieb: .Sie erleben diesen Tag in einer Frische, die nichts von dem arbeit-- und sicher gerade in ber letzten Zeit recht sorgenreichen Leden erkennen läßt, das Sie hinter sich haben Auch Die kommenden Sorgen mögen, das ist mein Geburt stagswunfch, in Ihnen die Frische und Gntschlutzkvaft finden, die jeder empfand, ber mit Ihnen zusammen arbeitete. HervvrzuHeden ist noch, bah auch die Volk-Partei- ltchen Abgeordneten Osann und D i n g e l d e tz herzliche Glückwünsche sandten.

Eine Erklärung der Zentrumssraktioa zur Regier«ng-rri,e.

Die Zentrumsfraktion berufentltdn Im .Mainzer Journal" eine Darstellung der Doc- adngc wachend der hesfifchen Minister- Ir i f e bi» zum 16. Januar, btt folgendermaf^.i lautet:

Die interfraktionelle Sitzung trat heute, den 19 Januar, 1 Uhr, zusammen, um ble Fvaktionsbcschluife bei de.i von be.i 2krtretern der Sozialdemokratie, des Zentrums und der Deutsche., BollspaNei vvrgesch.a e ien Richllinien der zu bildenden Koalition zu bera ri. Stau des­sen legte Adg Kaul dem gleichfalls anwesenden Finanzmrnifter H e n r t ch die Frage vor, ob er In Würdigung der erschwerten politische, Derhält» ni.se das Fmanzmintsterium wieder üLe.ncgmen wolle. Diese Frage bähe ohne Dorwissen der beiden anderen In eceflievten Fraktionen nich! ge­stellt werden dürfen. Mir haben Im Dezember dem He,im Finanzminister Henrich nach seinem Rücktritt unser De,trauen befunte! und uns der Ditte, sein Gesuch zuruckzunehme 1. ehrlich an- geschlossen. Wi sind auch wüte noch Anhänger Der großen Koalition. Nachdem aber d.e demokra­tisch: Fraktion jedes Ersuchen. le, Jina.izmmister- prsten wieder zu Überr.e/men, wiederholt und ent­schieden zurückgewie e, hot, hat der Staatspräsi­dent am 10. Januar dem Abg. Köhler das Finanzmini st erium angeboten Am 15. Januar sand eine Desvvvtztng tcjn Staats­präsidenten statt, wodurch die Deryandlun^e-, mit ber Deutschen Dollspartei elngcl eitel wurden. Die Richtlinien wurden auf Grund der Ab­machungen vom 15. Januar entworfen. Die Zen- trumssraktivn kann sich nicht damit einverstanden erklären, datz jetzt die Drundtaset ber Abmachun­gen beim Staatspräsidenten re-[affen werden sol­len, und erklärt, dazu Beine Mitwirkung feisten zu können, weil das ganze Dorgehen nach ihrer Auf- fasfung den Grundsätzen ernster politischer Ber- handlungen widerstreitet."

Diese örflärung ist am 24. Januar schriftlich dem Staatspräsidenten mit folgendem Schreiben übersandt worden.

Die Fraktion der Zentrums Partei bedarf sich dem Herrn Staatspräsidenten ih e Grklä'-ung vom 19. Januar 1923 zu überreichen, und erklärt, datz sie mit der .Lösung" der Reg'« ungskrisis, wie ste von ber Sozialdemokratischen Partei tm Öintt-- ständnis mit den Demokraten beschlos'en wurde (vgl. .Bostische" vom 18. d M). aus keinen Fall einverstanden Hn kann Un'e- Mi­nister wird mit unserem Dinverständnis die Ge­schäfte mit Rücksicht auf die Lage nur n»* für kurze Zeit weitersüh en, wenn nicht alsbald eine Lösung, die die Drwriterung der Koalition in sich schlietzt, gesunden wird.

Das Darmstadter Lanktestheafer und die Opernvorstelluugen in Gießen.

Di^ Deutsche Bolkspartei bat In der Hell Volkskammer folgende Anfrage ein- gebracht:

Ta Landes hsa'er in Darmstadt bat früher r g'm hi 13b t*' m b er? Op-rn-Dor' ellunaen in Dietzen gegeben In der letzten Zeit hat cs den Wünschen auf Einrichtung folcber Dm> ftellungen grvtze Schwierinkelten bereitet Wir fragen an. ob die Regierung geneigt ist. das Landes'hcatcr anzuwclfen. datz es wie früher auch durch Opernvorstellungen in ®te**n s bc Be­stimmung für da- ganze Land zum Ausdruck bringt.

Aus 5»abt und Land.

Dietzen, ben 29. Januar 1923.

Dir Ruhrhilfr-Lammlunq.

In ber Geschäftsstelle des .(Siebener 2NH« igers" gingen *ür unsere bedrängten Dvlksgcncssen Im Rubraedi« tneiier ein:

D. Sch. ICO, Fr. Simon 200, Beamte des Versorgunusamtes 50000. Georg Malier 1000, August Doll 500, Dr. Stein 10002 Beamte und Angestellte der Allgem. Orts kranke Elaste und der QanbfnnfrnMfTe des Landkreises Dietzen 12 800. K H 0. K 1200, Lola und Sv2 Scheel 2002, Arwed Sundheim 1000. A. I. 3000. Män­ner sta.ion der ObrenCintl 1668 Mitllere Iu:lz- beamten der St D. 14 700, Gäste des P'äluer HoEes 12 400. Georg Schubecker 100?. Pros. L»r. Leuten 100 000. August Kill» naer 5022. General Mohr 3000, Hauptmann Moor 320C R. R. 50 000. Schwestern der Ldirurgifchen Krinik 16 000, Beamte Angestellte und Arbeiter des Heeres- untcrkunftarnte- 10 800. & H 10 003. P 2. 1000, Unterprima der Obrereallchule 3300. Lehrer- folleglutn des Rea'gynmaslums 75 3002, Erwei­terte Mädchenschule 3600 «Kialse 1 b2). Dr H. Buchinger 3000, Bavnscher Hof von der. Güsten gesammelt 25 450. v)ohs. Gärtner 500 R. R. 3020 D, F. Schön 1020 Sarl Berkenlw'» 10 000, Dugen Dürr u. So. 100 000, 01 OL 1000, Frau 2 Brandl und Pensionsgäste 15 003. Dartdurg» verein 3755. Heinrich Reuiing 1000. ®ef. von den Gästen und Angestellten des Safös Astorra 130 500, Prof. Dr. Hedderich 2000. Plärrer W. Köhler. Billingen 1003. B 5000. Schuhmacher- meister Daubertshäuler 2000. GmU Karn 5000, Beamte und Beamtinnen der Fa. Poppe u. So. 50 020, Fabrikant Julius Rosenbaum. Dilhelm- st ratze 10000. Sa. Friedrich Xetpel 20 000. X De- nus, Telegr.-Direkt 5003. Direktion, Beamte und Beamtinnen der Handels- und Gewerbebank 111000, F G. 10 000. Frl. Glisabeth Ritter 2000, A M. 1000, Deutscher Zugendbund Bismarck, gef. am Baterländ. Abend am 28 Jan. 26 , 90. .Zum Burggrafen" genannt Bentllchen". von ben Güsten gesammelt 16 030, S. L. 1500, K G. und 0. M. 200, La7ll>sn»annschaster-Stammttsch auf der Wellersburg 4600. Mathilde Ost 1000, August Köhn. Obergärtner l R 200, QL QL 200, Rentamtmann L QL Weiner 500, 2. Rosenzweig 5000 Qllark.

Den Gebern herzlichsten Dank! 'Weitere Spen­den werden in der Geschäfts st elle des .Gietzener Anzeigers" angenonnnen.

Für das nationale Hilfswerk stellten ferner zur Qkrfüflung:

Die Angestellten der Firma W GaUfche Ton- werke 2 Prozent des Ianuargehalts. die Qlr- beiter einen Stundenlohn.

Die Beamten der Sommerz- und Privat- Dant A.-D. Dietzen 61 5000 Mark.

Zuqeinschränkung.

Zwecks Srsparung von Kohlen fallen vom 29. Januar ab folgende Züge auS.

Strecke 5 r a n t f u r tÄ affet: Gilzug 80, Gletzen ab 9.50 v. nach Frankfurt, Gilzug 77, Dietzen ab 9.00 n. nach ÄaffeL

Strecke Dietzen Hagen: V-Zug 81, Dietzen ab 8.41 v nach Hagen, l>Zug 82, Dietzen ab 10.00 n. nach Frankfurt.

Strecke DietzenGelnhausen-. Perf.- Zug 504. Dietzen ab 5.40 v. bl« QUbba, Pers.-Zug 505, Dietzen an 3.30 n. ab Ridda

Strecke R l d da S ch 0 11 en: Zug 4183, Nidda ab 9.35 v., Zug 4184, Schotten ab 7.40 v.

Strecke Hungen Friedberg: Zua 4256, Hungen ab 11.07 v., Zug 4257, Friedberg ab 1.51 n.

Strecke Dietzen-Fu lda: Zug 567 (W), Dietzen ab 10.20 v. (bis Grünberg). Zug 566 (W), Grün berg ab 1.37 n.

Strecke GrünbergLondorf: Zug 2555, Drünberg ab 9.18 tx, Zug 2556, Londorf ab 10.20 v

Weitere Sinschränkungen sollen ab Donners­tag, 1. Februar, eintreten.

Verdoppelung der Postgebühren in Licht.

Wie die Berliner Blätter erfahren, steht zum 1. Mörz eine Grhöhung der Postgebüh­ren auf ungefähr das Doppelte bevor.

Ornannt wurde am 19 Januar der Milltärancvärter Paulus Schneider aus Stein­bach. Kreis Gietzen, zum AmtsgchLlse.' bet dem Amtsgericht Dietzen.

Der Zuckerpreis für Qanuar, Die Hess Landesvers0vgungsstelle hat den Preis für den Zucker (gemavfe e. Zucker und Kristall­zucker), der aut Grund der ReichLzuwellung für den Monat Januar zur Derteilung kommt, auf 410 Mark für da- Pfund festgesetzt. Für Würfel­

Unter dem Zreiheitrbaum.

Roman von Slara B lebig.

26. Fonsehung (Nachdruck verboten.)

Die Herausforderung war scharf: auf Pistolen, zehn Schritt Distanz Kuge.wechfei bis zur völligen Äanu 'unfSblg eit. d'Audm überlegte: wen sollte er ersuchen, ihm zu sekunoieren- <8r wutzte es nicht, er stand sich schlecht mit den Kameraden Sollten die Mltztrauen gegen ibn hegen? Ss trat ihm schon mehr als einmal vorgekommen, als flüsterten sie hinter ihm. Aber nicht ax-gen der Bürgermeisterslochter. der dummen San»; jeder vv-> ihnen hatte mehr oder weniger Liai- fons In ter Stabt Unb warum hatte ihn der neue Be <h shtder so durchbohrend angesehen sich den Kap tän d'Aubrh noch .tnmal ganz besonders vorgenommen, ihn so ei igehe.rd nach seinen Per­sonalien gefragt ? dAuorn war unruhig was sollte das?!

In den Nächten hatte er bök Xräume, selbst In den Armen der fleliwn Soisseuse von der Fleifchgasse wurde er die nicht los Mit der blonden Minette hatte er länast gebrochen, das heitzt. sie hatte mit ihm gebrochen, sie war durch das Geschick ihrer Freundin klug geworden, hatte einen Fabriken:en aus Mettlach geheiratet, ohne viel Besinium. Ss konnte d'Aubrh ge'chehjn. datz er mitten In der Rächt ausfuhr mit jähem Schrecken. War es doch bte schwarz Susette, die ihn quälte? Gr hatte gar nicht so viel Ge­wicht aus ihre Dränen gelegt Mädchen in solcher Lage weinen immer es hatte ihn auch weiter gar nicht berührt, datz die ^sammengesunke.-rc. als er die Achseln zuckte, sich plöhlich In eine

beleidigte Königin verwandelte, die es ihm zu­schleuderte: Heiraten will ich dich auch gar nicht, du bist mir viel zu schlecht. Ich nehm meine Schande auf mich: Da kenne /ich einer au- auf Weibspersonen pah, die grobe Geste, selbst fo eine auS so einem pauvrtn Land hat diel Rein, an dieses Opfer dachte Kapitän d Aubry nicht, wenn er ausschreckte.

Als Adamis Sekundanten gegangen waren, stand er tm Stall bei seinen Pferden und pfiff d^rch die Zähne. Sapristi. das war eine dumme «ackte! Morgen früh hlntenn 5Nrch-of In St. 'Paulin, fchon um fechS Da hatte die kleine Dans alfo doch einen Ritter gefunden. Kugelwech'el bis zur völligen Kampfunfähigkeit ber Kerl war ficher ein guter SchuheI d'Aubrh fluchte laut: datz er sich auch so etwas aus den Hals «laden hatte! Wie hilfesuchend blickte er auf Hine Pferde: die batte er sich erst vor wenigen Wochen neu angeschttft. ein paar »eingliedrige funge Vollblüter, vielleicht die schönsten Tiere in der ganzen Armee. SH hatten einem Marquis d« la Ferritre gehört, der sie abgeben mutzte <ni« Deldbedrüngnis. Sin plötzlicher Siniall^ tarn Ibm: toenn er nun als Marquis de la Ferribre S1* MU?! Moch en bte morgen in Öl 'S®? blnterm Kirchhof auf ihn warten in aller .vubc Darrn war er schon durch eine Rächt von Ihnen geschieden, war ein aanz beträchtliches Stück bereits von ihnen fori. 3r mutzte lachen, wenn er sich vvrstelltc, wie 'ie da im betauten Gras umeinander treten würden und ungedaldiz nach der Stratze Hinsehen, bte am alten rbrnllchen Stadttor münbet Fort, fo schnell wie n-^gllch soctl »s konnte keiner etwas habet Haben, wenn er heute mit seinem Burschen noch ehren Ausritt

machte. Bon dem Duell war zudem wohl noch nichts ruchbar geworden.

Der Bursche Iean-Slaude kam gerade in den Stall mit Pferdestriegel und WaHerelmer. Sein Offizier empfing ihn gnädiger als ftr.vl Gr wutzte. der Bauerniümmel empfand es täglich schmerz­licher. der Lockung des Werbers nicht wider­standen zu haben und Soldat sein zu müssen. , Ecoute, mon gar^on," sagte d Audr^ und zog Ihn am Vl-llNttel «u stch ,wifchm die Pferde. .Was würbest du lagen, wenn du auf einmal nicht mehr Soldat lein, mütztest. sondern weg- reiten könntest als dein freier Herr?"

Mit einem aany einfältigen Gestcht sah der Bursche drein, freier Herr wegretten?! Das Dedlanb er kaum mehr 1

.Qlunf* Sein Hauptmann schlug ihm freund- schal tlich auf ben breiten Buckel. .Was würdest hu tun r

.Rach Haus retten.- Der Bursche lachte breit in dem bloten Gedanken.

.Das sollst du auch mon gir^on, nach Hous, nach Haus reiten. Bvrrrst mutzt du mich aber noch bcgleiten bis zur Grenze ins Hettische ich gebe in geheimem Au'traa." d Aubry legte den Fmger an die Lippen: .Du mutzt fiag fein, mon garcon, keinem Menschen etwas davon ver­raten. Wenn du's verrätst, kommst du ifte nach Haus. 2ier Gr blihte den Burlchsn so brrbenh an aus feinen schwarzen Augen, datz be crt&aL

Konnte dieser Mansch tückisch bilden! 3ean- Glau de Hatzte seinen Borgeseyten, Hatzte ibn so sehr, wie sein gutmütiges Herz überhaupt hasten konnte. Wieviel hatte er schon von t-tefem d Aubry erdulden muffen: Futztritte. Pettfchenhtede, rohe

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verborgen das. was er des Mitnebmens fir wert erachtete, unb ben Jean-Glaube kirr'« untern Ma tel warm sein fröhlich l iüiimmwI heirnatfehnsüchtiges Herr^.

lFvnfeyuna folgt)

Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags:

Frankfurt a. M. 34000.

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donnerte und blitzte unb der Revtensturz übtf* schwemmte bte Skratzen, aber mitten im U» Wetter raten Kapitän d'Aubry und fein Bursch» aus Das waren einmal ein paar u-ternehnwaw Gefeller.! Unb junge P erde ritten 'ie. bte lollwi wohl gleich an alles gewähnt werden, fk ftystM bei jeden Blitz.

Schimpf Worte. Und wie marnches batte er nd! anoefeben. von dem ihm fein Instinkt Jagte das war nicht rech». Und der wollte ein seins- Offizier fein aus tfcnwbraem Haus?! Selbst vwae» Staubet Ginfättigkett glaubte das nicht riebe Abei nun würde er dem ja doch gern gehorch» unb aufs Wort folgen, er sollte ja nach Hans kommen, zur Mutter an den Kamin scho^i hörte «t die Drillen zirpen. Oh. dafür tat er alles!

.Patz gut auf T Der Kapitän zog ihn immer niber zu stch heran. .Also, ich bin der Marqeis de la Ferrtere unb reite in geheimem Auf wog Wie beitu dein Herr? Wiederhole!"

Unb vtean-Staubt wiederholte .Mein HeS ist der Marquis de la Jerriöre und rettet tu gr Heimern 2uftrag."

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Nuhrhilsespende stakt Ver­gnüg en. Dinen nachahmenswerten Beschluh hat die Marburger Schmyenaesellschaft 1897 gefaßt. Sie hat einstimmig beschlossen, infolge der räuberischen Besetzung des Ruhraebiets ihr 25jähriaeS Wintervergnügen auSfallen ge lassen und den hierfür geseichneten Betraa der Scl-ützendrüder in Höhe von 10 000 Mark den kämpfenden deutschen Brüdern Im Ruhraebirt zu überweisen. Bravo! Wer macht'- nach?

Der Mandolinen- und Ditarrea« Deretn .Neatzoltta" und der Wart bürg- Herein veranstalteten gestern abend für ble Patienten der Hess Rervenyellstätte iMedi- Ätna trat Wagner- unb geladene Däste Im Markus- faal einen Äontcrt- und Theaterabend, der einen sehr schönen Verlauf nahm. Die am Ausgang zum Besten der Ruhrhilfe gesammelte Spende er­reichte ben Betrag von 3755 ML

Wettervoraussage für Dienstag:

Trüb und Regenfälle, Westwind, mlld.

Das Biskaya-Hoch wird von den Depres- ftonen tm Norden zurückgedrängt.

Vornotize«.

Tageskalender für Montag. MatchüuSsaal, 8 Llhr: Hauptversammlung der Männer- und Frauenverelntguna der Mal- chäuSgemelnde. Aftoria-Lichtsptele, ab heute. »Der glühende Kristall". 1. unb 2. Teil, und .Fany als Brandstister". Llchtspiel- hauS, Bahnhofstraße, ad heute: .Bdlkerria- gen" und nUeber den hohen Bergen". Pa- last-Ltchtsptele, ab heute:Die weiße Wüste" und «Das orientalische Kraftpuloer".

DieTheatergemeind« desBüh« nenvolksdundes hat am Samstag. 3. Fe» druar ihre erste Borstellung her nächsten Reibe» Die Mitglieder feien hier auf das Inferat uw heutigen Anzeiger aumerffam gemacht, wonach nicht pünktlich adgehvtte Karten freihändig ver­kauft werden.

Literarische DesellscLaftDie« ßen. Professor Kahl« hat bei seinem wie­derholten Aufenthalt In Aegypten neben fei­nen übrigen Forschungen über daS arabische Aegypten feine Aufmerksamkeit dem tm Orient In Hochblüte stehenden Schanentheater unb

Zucker erhöbt stch der Preis um 30 Mark, für Griehvaflinade um 10 Mark für das Pfund Dtefe Preise find Htzchttpr.-k«,

e" Der Allgemeine Studenten­ausschuß derUniversität Gießenfatzte in feiner Sitzung som 22. Januar fvigerrde *u- schlichung: .Der Xlgcm Stuben:e Umsicht.d Gte- ten gedenkt in Deutfchlunhs ktac/ter Stunde deS b ldenmüiigen Kampfes. 2er br besetzten Rhein­land neben der ChrZni m< .e'vnders bte deut' chrn Bergarbeiter und fenbafrx: gegen fvkmzöstfche Wilttür und Tyrannei aüsfvchten Gr entbötet feinen deutschen Brüdern herzlichste Grütze und hvstt. datz es ihnen gelingen möge durch ihren Widerstand sämtlich« frambHMxn Raubplänezum Scheitern zu bringen."

Unfall. Sin Fräulein geriet geften abend gegen ' ,2 Uhr In der Marburger Straße unter einen Wagen der Glektrtscken und wurde ein Stück geschleift. Sie trug Ber- letzungen davon unb wurde In das Kranken­haus überführt. Di« Ursache des Unfalles steht noch nicht fest.

* * DI n b r u ch. In der Nach^ zum Sonn» tag wurde In ein Lebensmittelgeschäft tm Asterweg ein Gtnbruch verübt und Butter und Käse entwendet. Dor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminal» abtellung entgegen.

D t n ungetreuer Fuhrmann auS Butzbach, ber von seinem Dicnskherrn mit einem größeren Geldbetrag nach Lich geschickt worden war, um dort Ferkel zu holen, ließ sein Fuhrwerk In Lich stehen und begab sic- per Bahn nach Dießen. Hier sand er genü­gend Freunde, mit denen er den größten Teil deS Geldes verjubelte, bis er schließlich sinnlos betrunken In Hast genommen wurde. Dabei stellte sich dann die Unterschlagung heraus.

Baumfrevel. Die das Krcl-anu befanntglbt, ist zwischen dem 12. und 15. ds. Mts. an der Rodheimer Straße ein Bäum­chen durch Abbrechen ber Krone beschädigt worden. Wer den Täter so bezeichnet, daß ei gerichtlich festgestellt wird, erhält ein« Beloh­nung von 5000 Mark.