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(Rn volttischer VeleLdigungsprozeh.

Sieben. 24. März 1923.

Unter dem Vorsitz des Amtsgerichlsrats Steinberger wurde heute vor dem hiesigen Schöffengericht in nahezu dreistündiger Sitzung eine Privatklage des Studienrats Dr. Lenz peflen den Redakteur Detters von derOber* yefsischen Volkszeitung" verhandelt. Sn dem Pro- zeh spielten die viel erörterten Vorgänge an der hiesigen Oberrealschule und die Verfügungen des Landesamts für das Bildungswesen zu diesen Vorgängen eine sehr wesentliche Rolle Der Pri­vatkläger wurde von Rechtsanwalt Fischer, der Angeklagte von Rechtsanwalt Aaron vertreten. Die Anklage lautete aus öffentliche Be­leidigung durch die Presse, begangen in zwei Artikeln in derOberhessischen Volks­zeitung" in Rr. 248 vom 25 Oft. und Rr. 251 vom 28. Ort. v. 3d. Diese Artikel enthielten Behaup­tungen. die geeignet seien, den Privatkläger öffent­lich zu beleidigen und durch die Aufstellung von nachweislich unwahren Behauptungen in der Mei­nung der Bevölkerung verächtlich zu machen. Bei der Feststellung seiner Personalien gab der An­geklagte an, wegen P res) vergehens vorbestraft zu sein.

2Iach Eintritt in die sachliche Verhandlung er­klärte der Angeklagte Detters, er habe die Ar­tikel nicht selbst geschrieben, sie feien ihm von aus­wärts zugegangen. Jedoch übernehme er die Der- antwortung. Die Angaben seien richtig, Beleidi­gungen feien in den Artikeln nicht enthalten. Ucfcrt- gens habe er auch nicht die Absicht gehabt, den Privatkläger zu beleidigen. Der Zweck der Auf­nahme der Artikel fei darin zu erblicken, dah in der Oberrealschule Dinge verhindert werden soll­ten, die der republikanischen Verfassung entgegen­ständen.

Rechtsanwalt Aaron bemerkte, wenn bestrit­ten werde, dah Dr. Lenz sich als strafversetzt be­trachte. könne er (der Anwalt) Schülerinnen als Zeugen nennen, zu denen Dr. Lenz erklärt habe, er fei strafversetzt worden.

Der Privatkläger Dr. Lenz bestritt sofort mit Entschiedenheit, diese Aeuherungen getan zu haben. Er habe sich vielmehr mit großer Sorg­falt zurückgehalten. Der Rechtsbeistand des Klä­gers, Rechtsanwalt Fischer, fügte hinzu, auf eine solche Aeuherung komme es auch nicht an. Rechts­anwalt Aaron habe ja bei derDcrtagung der ersten Hauptverhandlung selbst vor Gericht zugegeben, baß Dr. Lenz nicht diszipliniert wurde.

Der Vorsitzende teilte hierauf teils in freier Rede, teils aus den Akten mit, dah von der Ladung der namhaft gemachte^ Zeugen abge­sehen worden sei. Es handle sich bei sämtlichen Zeugen um Beamte. Der Zeuge Ministerial­direktor LI r st a d t habe sich von der Schweige­pflicht entbinden lassen und zu Aussagen in be- schränkteni Umfange bereit erklärt. Bezüglich der anderen Zeug, habe das Gericht das Landesamt für das Bildungswesen um Aushebung der Schweigepflicht ersucht, dieses habe aber den Be­amten die Zeugenaussage nicht gestattet und auch dem Zeugen Llrstadt die Aussage verbo'en, selbst die in eingeschränktem Mähe. Das Schweige­gebot solle vielleicht aufgehoben werden, wenn die OffiziaMage in der Sache des Professors Michel- Gietzen gegen die ..Hessische Landeszeitung" in Darmstadt verhandelt werde.Es würde den Snteressen des Landes nachteilig sein, wenn dieser völligen Aufklär-ung von Amts wegen eine nach Parteigesichtspunkten und in halber Kenntnis der tatsächlichen Vorgänge bewirkte teilweise Klar­stellung im W:ge einer Privottlaze voranginge." Rach Abschluß des Darmstädter Ostizialverfahrens könne evtl, auch die Au^sagegenehmigung für den Gießener Prozeß enteilt werden. Angesichts dieser Sachlage sei es dem Gericht ratsam erschienen, die Zeugen nicht zu laden. Vielleicht sei es auch angebracht, auf die Vernehmung des heute an­wesenden, vom Privatkläger unmittelbar als Zeuge geladrncn Oberstudiendirektors Dr. Schnell zu verzichten, da sonst evtl, weitere 'Beweisanträge gestellt würden und die Sache dann unter Um- ständen ausgesetzt werden müsse, bis der Darm­städter Prozeß erledigt sei.

Rechtsanwalt Aaron bemerkte, für ihn als Jurist stehe fest, daß Dr. Lenz nicht diszipliniert worden sei.

Rechtsanwalt Fischer gab der Ansicht Aus­druck, das Landesamt für das Dildungswesen habe nicht gesetzmäßig gehandelt. 'Denn die Herren Llrstabt, Michel usw. in Darmstadt aussagen soll­ten und dadurck das Wohl des Staates nicht ge­fährdet werde, dann würden die Snteressen des Staates auch durch die heutigen Aussagen in Gießen nicht in Gefahr gebracht worden sein. Das Schweigegebot der Regierung könne nicht auf den § 53, Absatz 2 der Strafproze-ßordnung gestützt werden. Hinsichtlich der Vernehmung des Zeugen Dr. Schnell sei zu beachten, daß dieser nicht mehr aktiver Beamter sei: auf diese beziehe sich nur das Schweigegebot der Regierung: es hänge auch an und für sich lediglich von dem Zeugen ab, ob er aussagen wolle, oder nicht. Es sei ferner darauf aufmerksam zu machen, in welcher Weise das Landesamt für das Bildungs­wesen hier Licht und Schatten verteile. Sn der Deleidigungsklagesache des Prof. Michel gegen dieHessische Landeszeitung" sei das Offizialver- fahren veranlaßt worden. Wemi aber Dr. Lenz Genugtuung für Beleidigungen suche, so müsse er Den Weg der Privatklage beschreiten. Man stütze sich dann auf den § 53 und erscheine hier lieber nicht, Habe Dr. Lenz aber eine Fest-

fteflttng, baß fetne Versetzung lediglich im Sitter* effe des Dienstes erfolgt sei. vor der breitesten OeffenUichkeit des Landtages vor längerer Zeit $u gefiebert. Die Versetzung des Dr. Lenz von der Oberrealschule sei nicht als Strafversetzung er­folgt, sondernim Sntereffe des Dienstes". Heber die Frage der Vernehmung des Zeugen Dr. Schnell Ditte er einen Gerichtsbeschluß herbei­zuführen.

Der Vorsitzende bemerkte, nach dem Ge­setz forme ein ausgeschiedener Beamter über Dinge, die mit seiner Amtstätigkeit zusammenhingen, nur dann aussagen, wenn ferne frühere vorgesetzte Behörde damit einverstanden fei.

Rechtsanwalt Aaron erklärte, wenn Dr. Schnell ausfage, werde er beantragen, auch die übrigen Zeugen zu laden. Er werde dann eine Eingabe an das Ministerium richten, um die Ausfagegenehmigung für die Zeugen zu erwirken.

Rechtsanwalt Fischer betonte, es wäre durchaus im Sntereffe des hessischen Staates gewesen, wenn die Zeugen ilrftabt, Michel und Weißgerber heute hier ausgesagt hätten. Rach­teilig für die Snteressen des Staate- mürben diese Aussagen nicht getreten sein, sondern evtl, nur nachteilig für Snteressen, die mit dem Staate noch nicht identifiziert werden könnten.

Rachdem der Privatkläger Dr. Lenz noch einmal bestritten, die von Dr. Aaron aufgestellte Behauptung, er fühle sich strafversetzt, getan zu haben, zog sich bei- Gerichtshof zurück, um über die Frage zu beraten, ob der Zeuge Dr. Schnell zur Aussage zuzulassen sei.

Rach kurzer Beratung kehrte das Gericht in den Sitzungssaal zurück und ließ durch den D or- fihenden verkünden, daß die Zeugenaussage Dr. Schnells nicht zugelassen werde.

Darauf begannen die Plaidoyers, über Die wir morgen auszugsweise berich e.i werden. Heute sei schon bemerkt, daß die Llrteilsverkündung auf Mittwoch vormittag anberaumt wurde.

Anzeigen-Annahme.

Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Aufnahmelag statt; An­zeigen für die SamstagSnmnmer muffen spä­testens bis Freitag mittag aufgegeben fein.

Geschäftszeit

von 81272 Ahr und von 257, Ahr.

Turnen, Sport und Spiel.

Fußball-Stadtekarnpf.

Berlin, 26. März. Bei dem gestrigen Städtekampf im Stadion hat Berlin München mit 1:0 geschlagen.

Vermischtes.

Unmittelbar vor einer EisenbahnhochbrLcke entgleist.

Freiburg, 24. März. (WTD.) Gestern nachmittag e n t g l e i st e unmittelbar vor der Eisenbahnhochbrücke bei Epfenho- fen an der Strecke ImmendingenWaldshut (eine der wenigen Eisenbahnverbindungen, die Oberbaden nach der Llnterbrechung der Haupt- linie noch hat) vier Güterwagen. Die ent­gleisten Wagen brachen zum Teil auf der Drücke durch. Die Wagenuntergestelle st ü r z - ten von der Drücke ab. Die Drücke ist stark beschädigt; Personen jedoch nicht verletzt. Die Strecke ist für den Durchgangs­zugverkehr für einige Tage gesperrt. Der Per­sonenverkehr wird auf der entgleisten Linie durch Llmsteigen auftecht erhalten. Die Arsache konnte bisher noch nicht festgestellt werden.

Schweres Automobilungluck.

Berlin, 25. März. (WB.) Heute nachmit­tag fuhr ein Prrvatautomobll in Frte- drichshagen gegen einen Baum. Dte Sn» fassen wurden auf das Pflaster geschleudert. Der 'Besitzer des Wagens, ber Lieberseher Sv 0 las, ein geborener Franzose, wohnhaft in Berlm,wurde schwer verletzt, feine Ehefrau getötet. Der bei Svolas wohnende Bankbeamte Siebter aus Wien wurde schwer verletzt, die vierte Snsassin, die Lieberseherin Pasch, leicht verletzt.

Eine Familie ermordet und beraubt.

Berlin, 25. März. Sn Regenwalde (Pommern) wurden der Händler K a s p e, feine Ehefrau und em fünfjähriges Kind in ihrer Wohnung ermordet aufgesunden. Eine große Geldsumme ist geraubt worden. Ausfal­lend ist, baß ein Amei ikaner, der bei der Familie wohnte, gestern früh das Haus verlassen hat und seitdem nicht zurückgekehrt ist.

Um 47» Milliarden Mark betrogen.

Hamburg, 24. März. (WTD.) Zur Flucht des Kaufmanns PhilippWeißen- thal erfahren wir weiter, daß Weißenthal eine Hamburger Großbank um 200 000 bis 220 000 Dollars gleich 447, Milliarden Mark schädigte. Die Dank gewährte ihm gegen Konossemente Vorschüsse auf nach Reu- hork verschiffte Chemikalien. Rach den Büchern

verschiffte Weißenthal Waren tm Werte von 80 000 Dollar, während er rund 300 000 Dol­lar erhielt. Der Aufenchalt Weißenthals ist unbekannt.

Gin altchinesisches Volksbuch. Die chinesische Literatur besitzt eine Auswahl der zehn beliebtesten UnterhalttmgSbücher, die vor mehr als 200 Jahren zusammengestellt wurde und seitdem allen Lesern als dieTsai Tze", d. h. die Meisterwerke schlechthin, be­kannt sind. Von diesen klassischen Erzählungen der chinesischen VoliSliteratur sind bereits einige übersetzt. Eins der eigenartigsten und packendsten Dücher, dasNeunte Meister­werk", wird nunmehr zum erstenmal von Prof. El. du BoiS Rehmond, der lange Zeit in China gelebt hat, unter dem TitelDfchung Kuei, Bezwinger der Teufel", im Gustav Kie- Penheuer-Verlag zu Potsdam in einer treff­lichen Ueberfetzung herauSgegeben. Wir wer­den in diesem spannenden, von einem gro­tesken Humor belebten Buch in eine Zeit ver­setzt, die sehr viel Aehnlichkeit hat mit dem 16. und 17. Jahrhundert, in denen bei uns die Teufelsliteratur" blühte. Damals schien auch den Menschen bei uns die Welt mit einer Un­zahl von Teufeln bevölkert; Prediger und Dichter eiferten gegen den Trink-, Wollust-, Spiel-, Mode-, ja sogar gegen den Hosen- Teufel. Ein solches Gewimmel böser Geister erfüllt nun auch dieses altchinesische Werk, dessen endgültige Fassung wahrscheinlich in die Mitte des 17. Jahrhunderts fällt. Der letzte Dearbeiter war also ein Zeitgenosse unserer Grimmelshausen und Moscherosch. Die eigent­liche Entstehung liegt aber sehr viel weiter zu­rück, denn der Held Dschung genießt seit ur­alter Zeit hohe Verehrung als ein Fabel­wesen, dem die Gewalt zugeschrieben wird, Teufel auszutreiben. Er wird in der chinesi­schen Mythologie geschildert als ein ältlicher Mann mit zerlumpter Kleidung und einem struppigen Bart, der von einer Fledermaus, dem Symbol des Glückes, begleitet wird. Die Sage, in der er zum erstenmal auftritt, stammt aus der Tangzeit und wird auf einen Traum des Kaisers Ming Huang zurückgeführt, der im Traum einen Teufel sah, wie er eine kost­bare Flöte stehlen wollte und von einem schrecklich aussehenden Wesen Vertrieben wurde. Der Kaiser ließ ein Bild dieses Teu- felSbannerS malen, und seitdem wird er im chinesischen Volk als Dezwinger der Geister und Teufel verehrt. Der Verfasser deS Volks­buches scheint nun unter dem dünnen Schleier des Zaubermärchens, das er als Grundlage seiner Handlung übernahm, sich selber und seine Zeitgenossen abgeschildert zu haben. So entstand ein Märchen satirisch-moralischen In­halts, unter der Maske der alten Sage wer­den Sitten und Unsitten des 17. Jahrhunderts geschildert.

* Woher kommt der Blau st rümpf? Für die heute so zahlreichengelehrten Frauen­zimmer" ist die Bezeichnung Blaustrumpf ging unb gäbe. Aber woher diese eigentümlich: B Nen­nung kommt, wissen nur w nige uib mei ( wird die Herkunft des Wortes falsch angegeben, indem man sagt, die hochgebildeten Damen, die zuerst so ge­nannt wurden, hätten selbst blaue Strümpfe ge­tragen. Auf Grund der zeitgenössischen Quellen, in denen zuerst der Gebrauch des Wortes in diesem Sinne auftaucht. gibt eine englische Zeitschrift genaue Auskunft darüber. DieB.'aust>um f- beiregung nahm ihren OIu 3gan g von eine. 21 - zahl gelehrter Damen, die sich zum An sang des 18. Jahrhunderts unter der Führung der Lady Montagu und der Mrs. Trimmer uämmen'a en. Diese Stauen, die es den Männern in den Wissen­schaften gleichtun wollten, waren stolz daraus, sich über das damils in den feinen Kreisen so ftre-g gehandhabte Zeremoniell hinweg us h n, u?d sie gestalteten daher ihren Besuchern die größt n Freiheiten. Während man sonst nur Im reich­bestickten ©afafrad, in Kniehosen utd Seiden- sttümpfen seins Aufwartung machte, baten sie die bei ihnen ©ingelabenen, in mög ich einfacher und zwangloser Kleidung zu erscheinen. Die Lady Mvntagu, eins Dams der hohen Aristokratte die unter ahen Llmstandrn Aussehen erregen wollte, gab sogar jedes Jahr den Schornsteinfegern ein Fest, um recht abenteuerliche Gestalten u n sich zu sehen. Die männ'ichen Besucher ihres Salons erschienen also in groben Kleidern un i trugen sta t der eleganten Seidenstrümpfe cerbe Strümpfe aus blauer Wolle, wie sie damals bei bei Arbeitern üblich waren. Die blauen Strümpfe wurden auf biefe Weise zum Sinnbild der zwang o'en ge­lehrten Versammlungen, die die emanzipierten Damen veranstalteten. Zuerst nannte man die Gäste Blaustrümpfe unb bann die Damen selbst.

Büchertisch.

Franz Lübtke, Der Heilands» weg des Benebikt Freublos. (E. F. Amelangs Cßerlag, Leipzig.) Lüdtke, der als Lyriker erfolgreich hervorgetreten ist, hat auch mit der vorliegenden Erzählung, die einen erziehe­rischen Zweck verfolgt, bewiesen, baß er dichterische Qualitäten besitzt. Sein Buch gefrört mit in die deutsche Aufbauarbeit.

Handel.

Frankfurt a. M. 24. März. Dörsen- st immungsbild. Der Devisen- unb Roten- markt lag ruhig. Dollarnoten wurden mit 20 900 biS 20 950 gebandelt. Die Aufwärtsbewegung des Franken ist zum Stillstand gekommen und machte einer schwächeren Tendenz Platz. Auf dem Effektenmarkt hielt die freundliche Stimmung an. Ob allerdings das Aufslackern der besseren Stimmung standhält, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Der Verkehr von Bureau ji Bureau war nicht sonderlich lebhaft.

Frankfurter Devifemnartt.

(Telegraphische Auszahlung.)

Datum

STntro. »Trüffel , S'odnnb......

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Stnlien yifinbon=Oporto Dänemark. .. 9<oriöcnen . .. Schweden .. . OelsnmiorS. ..

Neunork

Deutsch-Oesterr. Budapest. ...

Prag

Agram ....

23. Mär» 24. Mär» AmtÜ Nosterg. 8lmtL Notier«.

Geld Bries Geld Brief 118205 1187.95 1177,55 118245 8229,35 8270.65 8229 35 8270,66 97842,30 98X32.70 97755,- 98245,- 1:364,10 1370,90 134h, G0 1353.40 3851,35 3870.65 387.L85 3872.15 3216,95 3213,05 3216.16 3233,05 1014,95 1020,05 1017,40 102L55 4009,95 4020'05 4017,95 4O3W 3768,05 3786,95 3770,55 3789,45 5543,60 5571,40 5536,10 5563,90

56610 568.90

20847,75 20952,25 20835,30 20937,70 28, 2 29,06 29,30 29,17

361,60 363.40 424,- 426,-

618,45 621,55 619,50 622-50

209,50 210,50

Banknote».

Frankfurt a.M» 24. Mär». Bries Geld

Schweizer Noten........ 3885,- 3815.-

ftranchstsche Noien 1356 1344.

Dänische Noten 4010 3940,

Schwedische Noten 5550 - 5450

Holländische Noten 8310. 8190,

Deutsch-Öesterreich k 100 Kronen 2895 28.45

Amerikanische Noten 21075 20825.

Englische Noten 98470.- 97470,-

sUaiienische Noten 1026, 1014.

Belgische Noten 1179.- 1166,-

Unnprifchc No en 400 375,

Tschechoslowakische Noten .. 627. 607,

Jiorweaische Noten ,

Numänische Noten 95,50 9250

Spanische Noten

Märkte.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, 24. März. Am Pr °»d lkten - markt waren die Preise freute leicht befestigt, da sich zum Teil etwas mehr Kauflust zeigte. Für Weizen bestand v^n kleineren auswärtigen Müh­len etwas mehr Rachfrage, im allgemeinen hält aber sonst die andauernde Schwierigkeit des Mehl- geschäftes die Mühlen vom Kauf zurück Roggen stellte sich etwas höher unb etwas mehr Begehr war für Hafer und Mais zu verzeichnen. Hülsen­früchte unb Futterstoffe bleiben nach wie vor schwer verkäuflich.

(Sn einem Teil ber Auflage wieberholt.)

Eine neue Maßnahme der Rheinland- kommisfion.

Paris, 24. März. (WTD.) Rach einer Havasmelbung aus Bochum hat bte Rhein- Ian d k 0 m m i f N on eine neue Orbonnanz erlassen, durch die ber Schuh der Angehörigen ber Besatzungsmächte und berjenigen Personen deut­scher Rationalität gesichert werden soll, die in den Dienst ber Besatzungsmächte getreten sink» oder mit ihnen in Derbinbung stehen. Die Ordonnanz erklärt die Militärgerichte der verschiedenen Be- sahungsarmeen für zuständig zur Verurteilung sämtlicher Gewalttaten ober deutscher Debrohun- gen, Veranstaltungen zum Streik oder Versuchen dazu, sowie für alle Handlungen im allgemeinen, die den Charakter von Strafmaßnahmen oder Repressalien tragen. Die Kommission hat sich außerdem die Befugnis zugeschrieben, den Per­sonen, die infolge von offenen Llnruhen oder verbrecherischen Handlungen Schaden erlitten haben, sechst Entschädigungen zuzugestehen, die prvvisprisch von den Gemeinden zu leisten wären unter evtl. Zurückerstattung durch bas Reich ober bie ßäuber, wobei die Rheinlandkom- Mission sich auf die Grundsätze über die Ver­pflichtungen der Kollektivität beruft. Diese neue Regelung, so fügt Havas hinzu, besitzt eine sehr große Tragweite und sie ist dazu angetan, denen Vertrauen einzufloßen. die noch zögern, mit den Besahungsbehörden zuchmmenzuarbeiten in ber Befürchtung, Repressalien zu erleiben, bie von den preußischen Beamten gegen sie her beigeführt werben.

Der päpstliche Delegierte für das Ruhrgebiet in Paris.

Par i s, 24. März. (WTD.) Der vom ^Vapst ernannte Delegierte für das Ruhrgebiet Mon­signore Vesta ist, wie berPetit Parisien" mitteilt, in Paris eingetroffen unb hat sich gestern nachmittag in Begleitung bes päpst­lichen Runtius in Paris, Monsignore Ceretti, zu Poincarö begeben. Das Blatt sagt, daß dieser reine Höflichkeitsbesuch von sehr kurzer Dauer gewesen ift

Die Franzosen stehlen Lohngelder.

Köln, 24. März. Wie aus Düsseldorf gemeldet wird, beschlagnahmten gestern vormittag bie Franzosen 120MillionenMark Lohn- gelber aus ber Wohnung bes Meisters der Rheinischen Metallwerke, wo sie wegen ber Be­setzung ber Lokomotiv- unb Wagenbauwerkstätte ausgezahlt werben sollten. Das Werk ist voll­ständig stillgelegt.