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Erst« Blatt

NS- Zcchr-cnt-

Samstag, 22. Dtjtmbcr 1923

GiehenerAnzeiger

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General-Anzeiger für Oberhessen

frei wH Dtrlet: v süßlich« UntBtrf,t4lpBed>- uh Stetnörederel 8. lange In Gießen. 5christieltnng »Id GeschästrRele: ZchMsUrotze Z.

10®olbp1«*nlg. für Me klamt» Majtig«« o.TO n u brtu< 35 tbolbpfentdi, DU 'O»ri4)tut U . **! schlag. - ütrausorüi^ |ui uottiik«.

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Aoschr«, fit vrohtnoch. rt*tr«:ltortwTetr|efc

Poincares Kammerrede.

Friede auf Erden.

Dl» legte Doch» vor bem tttrtfiftfL tn nor­malen Zeiten ber 'Beginn einet Atempause I«

DU Sertetbtgung der Ruhrpolii bes Reparationsprogramn

Paris, 11 De» (AMB.) 3n b-r heutigen ÄanänedUung wird die Debatte über dte Jnter- bedattonen über btt autoärt ge Politik bet Ae- gterung fDitgeteht Zu Beginn bet Sitzung er- greift Potnoar« das "Bort 3r g'-iubt bin ite Auhenpolitik feiner Smlenoig di.- Politik br ungeheuren Bkb bett bei Lande» sei und st? könne nur getoirxK-n. wmn dies bifannt werde Or übernehme die "Beninttoortung für biel Po- iillL Die ÄonrminHft?« feien ei bk- lmm?r Frcnk- reich Unrecht und bem Au«lanb- Bebt gäbet. Me sogar soweit ging-n. Frankreitz Impe­rialismus PtrautoerfktL und sic interld) b n ihm sogar, bah es sich in innerdeutsch? Angelegen­heiten einmilchen wolle um alldeutsche Bctttc- bungen zu färbern. Di? französische Begicra ng habe keinem Offizier ben Auftrag ert l t eine reaktionäre Bewegung in Deutsch and zu färbt n Die "Regierung vertrete den Standpunkt, daß alles bem Erfolge bet "Außenpolitik unter- geordnet werben mässe, und daß in erster Linie die "Reparation bet KriegFfchäö-.n stehe und die Garantie für Frankreichs Sicher­heiten.

n müsse bet Behauptung wib-rsprechen, bi? Richtaktion sei schabt ich g wes -n Da» ®eg n ci! sei wahr Auch tue Ruhrb s:tzuirg htbe b.-n ben­schen Plan die Zadlungen cinwftdkn, nicht . b- qeänbert Am 14 Bnoemb.-r 1922 bib- Deutsch­land erklärt, es wol- all: durch ben B.-tfadlcr Bert rag vorgZ h.men Li serung-n ein steilen. Also lange vor ber Ruhrbeseyungi

Poincar4 verliest ban i b.-n Br e bei X id>- kanzlers ®uno an Borvir Law wühr.m ' einer Londoner Konferenz, tn bem der basische Dill», Sachlieferungen nur in dem Mahr auSz iführen, in bem bas deutsch? Budget es g-statt.- klar ausaebrückt gewesen fei. Da das deutsch Bub-et stark belastet gewesen sei. so hab? dis befugen wollen, bah man keine Lieferungen me.'ir garantieren wolle. Int Aamcn ber "All t rtei hab: Bonar vaw dem M iTjfer gnntD'rtet. sein Vorschlag fei unbefnebiicnb 'S -rtn D -u sch- lanb wirk ich di- Absicht g hibt bitte Li ferun- gen zu leistett. hält? e$ nur seine 3 n b u ft r t 1- ien »tpinge" sosten, bir» dies.» sei, reich genug gewsien Str-btt' gewlheen zu k'nn-n Dai Rich Hub.» es ab-r vorg zog n. Frinkreich ch "Moratorium aus uzwingen Pol rarS er­innert daran, bih dir X gi-ruii bt« »Parament darauf aufmerffam gmacht habe, bih

die Ausbeutung ber Pfändet eine gewisse Zeit tu Anspruch nehme.

Der passive Widerstand hab- bt: Auib-utung noch schwieriger g»macht ab r min muss nun­mehr sorgen. w iS Frmkr ich b n.i «rh, i n h be i würde, w-nn es D utfchltnd bi8 »-rlinit Mot i- tortum von zw i bi3 br i Aihren b.wi lig hätte.

Aätte man da« Xubrg.-bic nicht h.setzt. hätte Deutschland alle seine Zahlungen eingestellt. Wenn Deutschland Herr der Kohle und de« Eilen« im Ruhrgebiet geblieben wäre, dann würde es auf die Forderungen Frankreichs bald erklärt haben Kommt, um sie zu holen! Dann Däre es zu spät gewesen. Frankreich aber habe zur günstigsten Stunde gehandelt.

Der "Redner stellt bann in einer geschichtlichen Entwicklung der CBreigni'fe vor der Bubrbefenung die Behauptung auf. bah alle wirtschastlichen Schwierigkeiten Deutschlands, die der Abgeord­nete Blum der Ruhrbrseyung zugeschrieben habe, durch den passive» Widerstand her- vorgetusen worden teten Dewist hätten ver­nünftige deutsche Sozialdemokraten diesen Wider­stand verurteilt. Aber man mülle doch sagen, bah sie völlig ohnmächtig seien. Bur ber ge­bieterischen Rotwenbigkeit. einer Katastrophe zu entgehen, verdanke man die Einstellung de« pas­siven Widerstan^eS Frankrich habe aut: Stünde gehabt, sich nicht mit geschlossenen Augen nach der Einstellung des passioen Widerstande« Deutschland in die Arme zu werfen Die A-beit«- losigkeit In England sei nicht der Ruhrbeleyuna zuzuschreiben, und es sei auch nicht wahr, bah Baldwin deshalb ein Protektion-.stischrsProgram-n ausgestellt habe Im Gegenteil, seit der Ruhr­besetzung sei die Zahl ber Arbeitslosen In Eng­land um 200 000 zurückgegangen

Daß französische Teptilwaren »ach England pegangen seien, hänge mit dem Sinken des französischen Franken afacrt=c^ also nur in» direkt habe Vie "Rnhrbesetznng in England wirt­schaftliche Folgen awsgelöst.

Der Ministerpräsident widerlegt dann die Behauptung, dah die Ruhcbesetzung die Reaktion tn Deutschland gefördert und die pazisistischen Bestrebungen der Sozialdemokraten behindert habe. Bei Kriegsbeginn habe man ja ben pazi­fistischen Geist der deutschen Sozialdemokraten kennengelernt. Di» deutschen Sozial­demokraten hätten nicht genügend Autorität und Einfluß, um aus ihre Regierung einzuwlrkrn und ihr begreiflich zu machen, dah sie ihre Ber- psiichtungen erfülle, um sie von ihrer Methode des schlechten Willen« zu heilen und zur Aufgabe de« Revinchegeifte« zu bringen. "Denn Deutschland seine Absichten ge­ändert und den passiven Widerstand auf gegeben habe, sei es einzig und allein geschehen, well es

k. - Frankensturz und britische s: Keine Reduktion ohne (Ermä

mit Frankreichs Macht habe rechnen müssen

Zu ten Abmachungen mit ben Industriellen im Ruhigeb et übergehend, bemerkt Poincar.», man habe r.cle nur tn« 15 April 1924 abge­schlossen, um zu wirten, bis die Produktion wie­der normal g.worien fei Fiankreich hab: sich be­reit ci-Qart. iuich die ReparatlcnSkoinrnifilon da« Acpjiatipn«rr.-g:amm prüfen zu las en Die ein- ß schlage ne Pro-e-ur habe groh. Vorteile für die Abfchät ung der Zahiungssäbigke,t Deutschland- Poincar^ freue sich, dah di? Vereinigten Staaten i&;e Mitarbeit zug.sagt haben Die vorgeschlagene Lachverstäni) geiikrnferenz habe die deusichen Schulden peiminbem wollen,

Frankreich aber könne ferne Reduftion zu- laHcn, es fei denn, daß ihm seine eigenen Kriegsfchnldea erlafjzn oder vermindert würden.

Frankreich habe seine Ansichten niemals geendert, nicht einmal, als e« mit London und "Waliunaton veihandelte Frankreich habe ven le nen Allirr- ten kine Bvrtchlüge hinsichtlich der l:rtcralliirrt.»n Kiieg-schusien erhalten, deshalb habe es f,ch f chliersich , er Reparationskammisiian zug wrnd.-t D-kfer Bei *4 lag fei angenommen wor.x n Im Aug.-nbjd ln?n,- Deutfchland n,ch» bezahl n weil e* erst seine 2D ä h r u n g und seiner Kredit wieder aufiichten musie. Dem leutfchen De'chitts- Irager hab: er erklärt, er werde alle fei.; - Bor- schlage anhöien. aber die Reparatienzfommifiion nicht beiseite schieben. Mit der belg,fch n Rcgie- >ung sei er einig, dah keine Verhandlungen ein- geleitet werden sollen, tic d.-r Autorität der Rheinlanbtrnnnisiion und des Dene»ils De- floutte Abbruch tun. 5r werde auch mit Berlin nicht über bie Zukunft der rheini­schen Bevölkerung verhandeln, deren Freiheit er zu respektieren entschlossen fei

Pvincare b^prach bann die ocparatifte-ifrage. Er verl »s Dokumente von Rbrtnländern, bt? nicht separatistisch gesinnt sind, die aber da« Selbst» beslimmungsrecht für sich in A rspruch nehmen und trfiären, dah da« Eingreifen von Berlin Srgeb- nifk mW.-, die den rhei sischen In eresien ent- gecmficbcn Damit nützlich Verhandlungen mög­lich seien, sei ei nötig, daß die deutsch: UUtgie- rung Beweise ber D.füaizk it gebe und Anstren­gungen unternehme, ihr? §in:.n en zu fanieren. Rep>rationen zu zakl-1 u.ib ernst - Daranilrn für ihre friedlichen Ab ich en -,u geben Wenn Deusickl md diesen ® i, . »* ibdre. u>:r\- Frank­reich sich sinren. Aber er müifc hinzusügen, bah die R b -setzung bei der Evolution mit te- wirkt b 6 . denn sie habe di- D utlchea gelehrt, ben Iran ösisch-n Willen zu respektiere'

Die weieer: Deb t:u- über di I.n erpettationen und über die au«wärtige Politik w rd nach ber Red«- Peinrare« auf kommenden Fr.itag vertagt

Der Lebensmittelkredit.

Paris, 21. $«». ("2DTB.) Aach dem von der Reparatioasfoatmissioa a»seegebe. « osf ziellen Äonranmigw ist beschlossen worden

1. da« deutsch« Verlangen, dem Rah- r«7smt1l«.'kr.'dit eilt Priorität zu geben, 6«mäß Art 251 des Friedensrat rage« den alliierten Ae ienaq-31 z» Ab'rwelfe».

2. dem Garantieans,chnß zwecks Erleich. terang der Satfcheidnage», die entweder di? alliierte, Regiermigea »der die Repco zu tres. frn haben, ben Auftrag z, erteilen, eiligst einen "Bericht zo liefern über die V 0 r r ä I e an Brotgetreide und Speisefetten tn Dentschkcmd.

Heber den Stand der Berhandlnngen in der Fraige des Sachderständlgenkomitees sagt das Koarnnmign^, es seien noch gewisse For­malitäten zn erfüll«. Die Aeparationskom. Mission lythe brschlofs«, die Ernennung der Sachverständigen anfzuschieben Abqc. feben dos dem Fall der amerikanischen Mit» glleder des erst« Komitees, in dem di« Kom. mifion wezg« der räumlichen Sntfernnng be­schlossen hat d« "Vorsitzenden der General Trust So. Ehicago, G«eral Dawes, und den Vorsitz«den bei Anssichtsrates der Elec- trte Eo. hi Renhork, 0w« V 0 n , g , ,nr Teil­nahme an d« Arbeit« bei genann.« Sach, verständig«komiteei anfprforde«. Ferner sei beschloss« worb«, General Dawes den Borsitz dieses A^schnstes «gebiet«.

Wir der ^Petit Parisl«^' bericht?! ist der Garantieansfchnß berests gestern nachmittag zn einer Sitz«g znsamm«grtret« «d hat »ach sehr knr^n Betet«gew seine Bcrttthntg ta Berlin ansgefordert, raschestes gewisse Uebersichten Über b« Sn^ai»<jv stand in Deutschland g* lief««. Der Aetschn» planbt sein« Bericht i. Kürz« zur Entsche». d«g b« Alliierten »bet der Reparatives- kommissto» übermitteln zn Iöxäol

Urbeits ofigkett. - Die Prüfung ligung der Kriegsschulden.

3u diesem Befchlus" über dl? arnertkanllchm Aoiru g«mi:t.1 r.-bi.c ,ür D-ai fb an") b;me-.tt ter .Demi ? . die Regteru- g kön kdbttDerftänblld) Mandatare nanihait machen, die den beut- fchcn Aiiiva) jii fni» h bitte 1. und die": Man- kxidire könnten auch die AlitglieScr der Repkv lei 1 Der Brschluh. gleich eitig d2s Darant le- k 0 m i l e c mit der Bericht erst attung über die Ernährungslage in Deutschland zu be­trauen. ffll später die Ensich.idungen her Re- guru ng en bjiD her Replo erleich ern. Ss fei zu bemerken, bat bie deutsch Regi eung. wenn sie sich jetzt auch auf ben Wütet 2W bei "Ikr- solller Bcrtrage« betuk. auf eilte wichtige Tat­sache aufmerksam mache, bah nämlich Deutlch- I*nb nur gegen Pfänder auslänbisch: An­leihen aufnebmen könne, und bah es seinen Geld­gebern nur in dem Mast: Pfänder zu bieten tm Stand« fei. tn bem die Alliierten ihre Zu­stimmung gäb.-n Die Alliierten dürften aber Deutschland nur ermächtigen, über diele« oder jene« Ptand zu verfügen, ar?an es Ihnen bie dauernde ®e(Dibbelt gebe, bah |i- die Pfänder, dte sle in der Hand hätten, friedlich ausbeuten könnten

Das deutsche Kapital im Ausland.

Berlin. 21 Dez (Prtv-Tel) Angeitcht« der bcoorstthenden Verhandlungen bei von der Reparatlonslvmmissjon eingelehten Ausschaffe« zur llntersachu-g der deutschen Kapitalflucht wicd von der Sntrr.tepresfe behauptet, bah unge­heure Milliardenwerte von deutschen Kapitalisten Im Auslände angelegt worden feien Ö3 wird behauptet bah In Holl nb und :n anberen R r b st a a t e n 18 bl« 20 Milliarden Goldmat k und in der Schweiz 25 Milliarden Schii-etzet Frank, n deponiert worden feien Der Reich«|tnanzmin,siei Dr Luther hat erst kürz- sich daraus bingetrielcn. wie schwierig e« lein ö>crb«. ein« Alelhode zu finden, durch welche the deutschen Kapitalien tm Auslande ersaht werden könnten Er hat aber an beredet i« schon früher mit allem Aachdruch betont, daß

di« in der Entente prelle arwinnt« 3«M*- ber Wiik.ichkeit nicht annähernd «t'prächra.

Jetzt v-enbel sich, auch bie s chwe izer i f che Bantiei»ercintgung gegen biee unsinnige tebauptung wie überhaupt gegen den Vorau i bah die Schweizer BanhD.1l den Hehler tür deutsch.S Fluchtkapital nlache Die "Ban- heroeremtgung schreibt tn dem Organ der Schwei- ^r Handelskammern u. a .Schon vor mehr al« Jahresfrist hat etne vertrauliche Umfrage bet den Großbanken und Privatfirmen da« Resultat er­geben, daf, die Behauptung, Deutschland unter­halte in der Schweiz sehr gro^e F enfengutbaben u n richtig ist Auch baS Eidgenöfsi'ch? Volk»^ n-ittschasisdevartemmt hält eine solch- Behaup- tung für durchaus unbegründet Von auher- ordentlichen Einzahlungen und De'-ot« deutfch.-r Banken, Gefellfchcsiten, Industrieller and Pri­vater |ei nicht« beramu.

TOfe leichtfertig es ist, von einem dentschen Erhaben in der Schweiz von 25 Milliarden ^Itottjer Frank« ge sprechen, zeigt die Tat. sach«. daß bie Gesamtbilan'fumm« bet bei. b« großen schweizerischen Bankenverbände nrnd 31 , Milliarden Franken beträ.1.

Man dürfe w-ohl annehmen bah wettau« der Otöhle Teil bleser Veibindsichk fen In blefer Gelam'bilan, Guthaben von Inländern bar- stell' Voch kürzlich bat der Präsident bet schvsi- je. sichen Bankte. cErrtnigung. Mitglied be« schMei- ze ifchm Komitcr« der 3ntcrnatrtmalen Handels­kammer in Part«, welch? ebenfalls emen Aufl- fd-uh zur Festsetzung de« deusichn 2lu«land«. kapital« einaefeht hat. fein Urteil über »e beut- f<ten OutlKtben In ber Schweiz dahin a^egeben dar,»diel: höchsten« 400 b I fl 500 Ms 1 fi 0. nen Franken betragen dürften ein Betrag allo, bei über den legitimen und unerläh- l i <fc- c n Bedarf der deutschen Wirtschaft kaum wefSntlich hinauSgehen wird Oebenfafifl Seb?" Z>en ,abelt>a,lOT Milliarden keine

Die MilitSrkontrolle.

Stuttgart. 22 Dez. IPrio^el.) In ber Bote ber Botfchafterkonferenz vom 21. 11 23 über bie Wiederaufnahmeder Kontrolle tn Deutschland wird die auch In ber ftanzöftfchen P'elle immer wieberkehrende Behauptung aufge- flellt daß Deutschland fett 10 Tl-mten jÄe Kon- trclle durch die I M KK unmögilch gemacht ^ibe Dieser Behauptung steht bie Tatsache 0»genüber, bah die von Deutschland zu zahlenden Kosten für Benützung von Kias wagen zu Kontroll«wc-clen sei­tens der I M K.K auch in ben letzten 10 Monaten annähernd biefelten geblieben sind tote früher Da nach dem von General Rollet er- [alleren Verwaltungsftatut ber IM KK und "ach den wtederhosien ausbrücksichen Zusicherun- flrn be« 6bef« des Verwaltungsstabe«, Oberst Ogg. die Benützung ber Dienstkraf wagen streng auf das dienstlich« Bebü rf nl« beschränkt ist (flrtctemerrt simile an r be'oins de fervicef ist erune- len. daß in bieten 10 Monaten Me Uechrrwachongs- tätlgfrtt ber 2.BLXJL nicht einen A u g e

ber hohen Politik, hat uns tn diesem Jahre noch ein Ereignis von höchster polittscher Bebeutung gebracht den Auftakt *u direkten Ver­handlungen »wischen Berlin und Pari«. Drr Relchsregterung hatte sich bereit« vor Aufgabe des passiven Widerstandes mit aller Energie bemüht, ben mit bem Einbruch in dafl Ruhrgebiet vor nun bald Jahresfrist jäh abgerissenen sranzösischen Draht wieder auizu» nehmen Alan wollte den durch die Abberufung u»d bald daraus erfolgten Tod Dr Mayer« ver­waisten B.rtschalterftuhl in Pari« neu besetzen. Da« wieder holte Ersuchen um da« Aaremcnl für drei verschiedene Persönlichkeiten blieb am Quay bürlat) ohne fegllche Antwort Andere deusich« Roten siegen entweder in den Papierkorb ober wurden a>i«weichend beantwortet. Frankreich wollte die Zeit für sich arbeiten lallen, unb fte bat tresssich gearbeitet bl« heute Dte innen- und auhenpolitischen Ereignisse der letzten Wochen haben hierin eine Wendung bewirkt. Dte Zett ist »um schlechten Bundesgenossen getootben. Poineare hat eine Schwenkung vorgenommen, so orrfichtlg. vc richt.si<-rt und zcvidvutig fk sich Dorläufig auch noch kundtut Bi«lang war die sranzösifche Politik ein einziger Sabotageakt gegenüber den ernstlichen deutschen Bemühungen, auf bem Wege der Verhandlungen von Regie­rung zu Regierung zu einer t'Ölung bet Ruhr» frage zu kommen Sie bildete In diesem Hin­halten und Erpressen eine leider nur zu voll­mundige Parall.l? zu der Vorgeschichte der Wil» ^onschen 14 Punkte und de« Bedalllcr Vertrage«. Kaum war der passive Widerstand, den man tn Part« während der ganzen Dauer des Ruhr» lampfe« al« Hindernis für die Aufnahme von Verhandlungen hingestcllt hatte, eingestellt, da hieb e«. nur die völlige Wiederaufnahme bet Arbeit gelte al« wahre Aufgabe de« passiven Widerstande« Al« man nicht mehr länger leugnen konnte, bah Unternehmer, Arbeiter und Be­amte den besten Willen zur Arbe>t«ausnahme ballen, tr^nn öle Franzosen ihnen hierzu nur dir Möglichkeiten gäben, entdeckte Frankreich psitzsich. bah allein bie Reparationskommisston für bie strittigen Fragen zustänblg feL und bte Schliche des diplomatischen Kullsiensplels wurden von Herrn Vari Hou weidltch ausgeschöpsi. vnt die angesiächslfchen Alliierten daran zu hindern, durch vorbehaltlose Prüsung ber deutschen Zah­lungsfähigkeit bie Grunblage für etne vetnünf. tige wieoergutmachung zu schafsert

Die mit bielem üblen Spiel ausgesüllte Zett benutzte Frankreich, um durch gesonderte Verhandlungen mit ben einz Inen Wlrt- fchaftskreisen unter Ausschaltung der gentraLm Reichsregierung Irn Ruhrgrbiet Bartell übet Vorteil zu erringen Die vor dem wirtschaftlichen Ruin stehenden Ruhrindustrtellen. wurden zum Ablchluh ber in ihrer Durchführung unb ihrer Auswirkung gleich unmöglichen Mlcumver- trage gezwungen, um überhaupt erst die Arbeit in ihren Betrieben wieder ausnehmen zu können. Ter Reichsbahn wurde das Mainzer Ab­kommen mit ber Eisenbahnregie dekretiert, und gegen jeben Vertrag würbe das besetzte Gebiet vom übrigen Deutschland durch eine Z 0 1 (t n l e nbqctctlrffcn, die ber rhelniichen Inbustrte ein Wiederauskvmmen auf bas äußerste erschwert Gleichzeitig wurde bas Separatisten- Selin del erneut aus die ohnehin schon durch

<n Abwehrknmps schwer geprüfte Bevölkerung losqelallen, um Rheinländer und Westfalen den srancossichen Annerionsabsichten gefügig zu machen.

Wenn Pcincarv e« nun für opportun hält, eine andere Taktik gegenüb r Deutschland ein­zuschlagen. so mögen hierfür die verschiedensten Gründe mahgebenb sein Aussenpolitisch Ist es vor allem der Ausgang der englischen Wah­len, der aller Voraussicht nach bereits im Ja­nuar. wenn nicht gar eine Arbeiterregierung, so doch gemth ein liberale« Kabinett bringen wirb, jedenfalls eine Regierung, die sowohl der S'lmmung des britischen Volke«, csi« den von General Sm» t« jufammengefahten Wünschen der britischen Reichskonserenz Rechnung trägt unb durch eine aktivere Auhenpositik mit oder gegen Frankreich mit dem Wiederaufbau der xenttai- europaifchen Märkte beginnt In der Erkenntnis der Bntöenbiglelt einer produktiven Repare- tio:«Politik gebt England mit den Bereinig­ten Staaten zusammen Hatte schon der Schriftwechsel zwischen Hughe« und Lord Eurzon die« angelsächsisch« Einverständnis gezeigt, so noch mehr die neuerlichen Verhandlungen über Amerikas Teilnahme an Öen Sachverständigen­ausschüssen. Sie haben trotz aller französischen Gegenminen dm Erfolg gehabt, bah bie Be­teiligung pnoater amerikanischer Sachv-»rstän- btaer an der Prüfung der de»atschen Ceiftungfl. sähigkeit gesichert erscheint In der gleichen Rich­tung eine« langsamen Aufdämmern« au« zu hochgespannten französischen Träumen Negt die Annäherung der romanischen Schwestern Prtmo de Rivera«, de« spanischen Diftatort*. römische Veise wird auf die Mlttclmeerpolitik Spanien« wie Italien« nicht ohne Auswirkung bleiben Die mit besonderem Eifer von beiden Seiten immer wieder betonte Freundschaft zu England legi den Geoanten nahe. bah. trotz aller gegen­teiligen "Beteuerung von Amts wegen, doch die Mittelmeerfragen und damit In erster Linie bte Stellung zur groben lateinischen Schwester im Vordergrund ber Erörterungen zwischen Musso­lini unb Rivera gestanden haben mögen. Ein Wiederaufleben des Ipaisisch-itallmsischen TKfcttd» eembtoeeeen« würde aber ftr g