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eta toefentttty onoere« suo ÖÄb<K, lvaü Herr Dr 3etgner unb feine lonnKHJttfhft^ö Genossen au<xid) 'n gern ad) t hab«. So sehr jedem Rlchtbayern irUfeuttger 3*tt der oft alUuftarr betonte tvkihblalle Par- tUulartemus aif die Tlertten fallen mag, so \*Ä iotrd man auch ben Willen Vahern« br. grüfjen mflffen, nach ben furchtbaren Erfah­rung« bet Münchener Räterepublik von der bosfchetvtMfchen Seuche verschont zu bleiben. Die uns kurz vor Redaktionsschluh zugehend« Meldungen, ble von einem Abbruch bet dienstlichen Verkehr« zum Relchstoehr- mtnisterDr. Getzler wissen wollen, lassen aderbtna« die bayerische 'Regierung in einem eigenartigen Lichte erscheinen Sostten sich die in Form unb Inhalt gleich ungeheuerlich an. mutenben Berliner 'Blättcrmelbungtn die .Franks Htg " weih bereit« von einem offi­ziellen Schein bei bayerischen Gesandten von Preger bei der Reichsregierunq zu berichten - in vollem Umfang bewahrheiten, wäre Bayern« Vorgehen in der augenblicklich aus« Luherste zugespiyten ouhenpvliiischen Lage gar nicht scharf genug zu verurteilen Man wird mit d« Berliner Blättern darin überefnfttmmert müssen, dah e« für ble Reich«regierung nun gilt, die schwer erschütterte Reichtautvrität mit aller Energie und allen verfügbaren Mit- lein in Sachfen sowohl tote auch dem über- wuchernd« bayerischen PartikulariSmus gegenüber rücksichtslos wieder herzustell«

Die starke nationale Welle, die von Bayern airf zum Zusammenschluß aller au«, gesprochenen Gegner de« internationalen Cbc- danken« führt, und die deutlich bekundete Ab­sicht dieser Kreise, sich nicht mehr länger den Ätn Uebergrtff linkSrablkaler Elemente zu lassen, ist natur gern äh auf der sv- üallstischD» Seite nicht ohne Gegenwirkung gc- osteben. Die sozialbemokratisihe Partei ist burch dies« Druck von beiden Seiten, die na­tionale Abwehr und die kommunisNsche Agi­tation, tu eine Krise getrieben, die Einheit und Bestand der Partei ernstlich In Frage stellt. Gelingt e« den besonnen« alten Führern, die. tote Red« Hilferdlngs und Sollmanns bekunden, die Gefahr Har erkannt haben, nicht, ihre Pattei durcy diese Krise hindurchzudrin- gen, so steh« dem Reich neue schwere Sr- schütterungen bevor Da« Bestehen der grohrn Koalition HSrtgt einzig und allein davon ab, ob die sozialdemokratische Partei sich noch fest genug fühlt, alle Anbiederungsversuche der Kommunist« entschlossen abzuwchr« und bei dieser Politik die Massen hinter sich zu behal- feen Man kann eben nicht jedermann« Freund fein, im Reich mit d« bürgerlichen Partei« die grof>e Koalition bild« und gleichzeitig in d« Ländern mit den Kommunisten In einer

Regierung sitzen Darüber müssen die Sozial­demokrat« sich Har werd« unb energisch die Fvlaerana ziehen, um ein Unding aus der Wett zu fd>affen, wie wir e« heute In Sachsen erleb«. Reichspräsident unb Reichsregierung, und mit lhaen offenbar auch die Mehrheit der sozialdemokrallschen ReichStagSftaktion, schei- rwn fest enlfchlosfen zu sein. In Sachsen tolcbcr verfassunaSmätzige Zustände herzust eilen, um t* sächsische Devdlkerung vor Anarchie und Hunger und unter Vaterland vor dem Bür- aerfrteg m bewahren. S« wird zur Erreichung diese« .Ziele« aller Energie und aller ®nt- schuchfreudigkeit der führend« Männer be­dürfen, soll da« deutsche Volk tm gleich« Ärtd nicht rettungflo« dem LhaoS zu- wv der Lu Herr Feind darangeht, ble Beute de« zweit« Kriege«, das Rhein- unb Ruhrgebiet, an sich zu reihen. Die kühle Ablehnung bet jüngsten deutschen De­marche in Pari« und Brüssel zeigt, dah die Herr« dort nur auf diesen Augenblick betf ReichSzersallS lauern,in dem e« ihnen ein Leich­te« fein wird, dem todmüden Fechter da« ver­derbenbringende Retz über den Kopf zu ziehen.

Hehnust deS französische» ÄustenhaudelS.

Pari«. 19 Oft (MB) Rach der offiziellen Statistik betrug die französische 8 i n f u br in ben

ersten neun %m0Uh De« Oajxree 1923 40 *21 4*j Tonnen tm Werte tw 22 Ml 700 000 Arant« Da« bedeutet tm Vergleich zu der gleich'» Zett de» 'Borjabre« eine Vermeotunp um 3 141 278 Tonnen tm Weite oon 8 064 487 000 SrunU - Die 2 u « f u b t betrug *.i ben ersten neun Mo­naten bleie« jabte« 17 647 218 Tonnen tm Werte

21552 71.000 aiuni». axxe eine S e r m c b rung um 1 906 757 Tomenm Wene ojn 6 258 052 000 Sto.iM gegemib Dem gleichen Zeit­raum bei Zahre« 1922 b--deutet.

Poincar^s Nein.

Pari«, 19. OtL (Pritz.Trl.) fvlr amtliche deutsch« Erklär»« über dir grschei- tert. Misst« des VstschaftlratS von Hoesch bei PotucarL Hal burch den französischen Ml. »ifterpräslbenten thu Entgegnung gefenben, In oer die deutsch« Vrröffmtiichunq al« len- beugte« nb ungenau hingestrllt wird. Poincar^ betont, er habe Herrn von Hoesch erk.ärt, daß die Einstellung de« pastiv« Widerstande« noch nicht eine vvllrndet Tat. fach.' sei, daß die Giseubahudrumten noch nicht einmal den Anfang mit ihrer Rückkehr zum Dienst gemacht hält« und dah die Welge. rung, die Bezahlung für die fikf^tungen fort, zufetzen, eine unjn.affige Vorwegnahme von Sntfcheidungen fei, die allein der Repa, tationbtoannifften zustehen. S« fei also not. toenbig, dah Deutschland zunächst die Liefe, rang« und Zahlung« wieder aufn.'hme W«n die Sage vom 11. Januar «vieder her. aestellt werd« solle, habe D.-utschland natur, stch die Berechtigung feiner Gründe vor der Reparation«r»mmiffteU gell«b zu machen

Dieser Pariser Verdreh mgeb-scheid behängt inte voll unb ganz tue amtliche deutsche Xtelai- lung Die Lage rom 11 Januar /ann gai nicht wiebei her gestellt werden, weil Frankreich c« ja gjr nicht will und durch feine Matzn-ihmen tm Ruhr- gellet systematisch vei hindert Der zwanzigste O.'. teber ist der lefjte Tag. an dem bai Reich Ruhrkredite und Ruhruntersiühungen auszahlt Alle finanziellen Leistungen des 6 aitc« hören auf Die Bergreerksbelitzec ft.hen durchweg auf dem Standpunkt, dah sie die Urufetn schlichen müssen, da fie ohne den Reichs, zuschuh keine ReparatlcnSkohIe licicrn können. Mehr al« eine bartK1 Million Bergarbei er unb ihre Fa nullen. so eillärte der deutsche Geschäfts. rägei in Pari« dem 'tanzöfisck Minislerpräfi- benten, stehen ohne Untcrbaltämittel dem Vei - hungern gegenüber D cu Icmmci noch JRIHicnen Aib. i er und Angestcllie anderer Indu­strien, deren B Ichif ig ng r; :!-.;nb;g r.-.n den, Betrieb der Kchlcuzechen ah bang; W iS wird ge­schehen? Wie werden sich die Arbeiter verhalten, wenn sie nach wenigen Tagen nicht« mehr zu efkn baten? Gegen tren wird sich die Wu' de. >tzun- flfmben lidten? Herr 'JJctncare Hit für diese Frage fein Verständnis gehabt. ®r konnte sich ben- feil, bah sein kühle« Rein einen neuen furchtbaren Sturz der Mark berocrrulen werde Trotzdem lehnte er alle deutsch« Vorschläge ab Sr nimmt e« in Kauf, dah der Sturm, der ,ctzt im Ruhrgebiet losbrechen dürfte, nicht nur für da« Reich von er- fchüttemder Wirkung rft. sondern auch für die fran- zöfifchen Pläne, die doch au« dem Ruhrgebiet ein produktive« Pfand, allo einen rentierenden Besitz der Einbruch«Mächte machen wellen. Poin- tare verlangte von dem deutschen Geschäftsträger die restlose Wiederherstellung de« tatsächlichen Zustande« im Ruhr gebiet Der dem 11 Januar 1923 Gleichzeitig beansprucht er aber die Aufrechterhaltung der fran- zösi f ch-belgiIchen S i f e n ba bn r c g i e die doch eine Folge be« Ruhreinbruch« ist unb vor dem 11. Januar nicht bestanden hat Za, Frankreich verlangt nochweitereLinien vor allem die einzige holländische Verbindungslinie über WeselSmmeiick. sowie die Auslieferung der Sifenbahn hon Frankfurt a M nach Darmstadt Auheidem wird verlangt, dah die deutsche Re- gieiung die fremde Regie mit allem erforderlichen Material aueftatte unb ihr noch die Auswahl der Typen der Lokomotiven übetlaffc Bedingungen über Bedingungen zum Ausbau der französiich- belgifchen Militärheirschaft. unb da« soll dann der Zustand sein, wie er von dem Tage des Einmär­sche« bestanden hat?

Alle Bedingungen, die Poincare bisher für den Abbau des Ruhr widerstände« stellte, hat Deutschland erfüllt Rur allzu willig, unter dem Diucke wehrloser Rat. Es fam der Augenblick für die von Frankreich in Aussicht gestellte Bereit-

i o- ax-.panöiangen Aoer plötzlich til da« ungeb.-uie Op'er. tete Deutschland gebracht hat. ungenügend Reue Bedingungen (.-«erben gestellt mit der Behauptung, die Kohleiilleserun- gen feien jo noch nicht wieder aufgrnammen und damit fei auch dec passiv: Widersta.id nicht aus- oeneben 3n TTy-hrS»» h2! Deutschland nur er­klärt. bub e« die Äoblenlieitrungcn nicht bezahlen und daher auch die Ruhri.idustric nicht zu Lie­ferungen zwingen könne. I»lange nicht die Arbeit im Ruh, gebiet wieder in Song gebracht ist Wollt ihr verhandeln, wie man wieder arbeitet und w e man liefert ? Wollt ihr euch endlich ein­mal über die Reparation nert'änNgen? Poin- care tagt nein

Diese rsfenfichtlichc Deiloar heil der amt­lichen stanzösllchrn Politik wird sogar in Pari« cmrhrnbi.T Leute Die sich von der dortigen Re- g'.enrrgtt rvpoganba nicht den Mund tvrble'en laffen. tre.f.M Darauf hin. hab am Ouai d Orkay rot (Xinfrdlung kes pottlt^en Widerstande« wieder- hclt betont a-Dibcn if;. Deutschland könne un- cbfcdna g ve > de- Ruhrir tz- ; -^-ri-it 1k-rbanb- lungcn mit bei R pe.riiionelemitiiilinn einl.iten M<m ( Tert ferner daran Da*: der .Temp»" '4- v o r Sturze Lun - d r deutsch > Xe- g*tiunq die>en Weg in einer gonzeR hon 3'tiff..i ui- er nntlitr BiH'uang dringend cmpfohI . n hat llnd nun Hemmt «t ch Poin- <at< gegc ' jede Erür cung b-uttcher Vor'chlig bunt h.e Reooratiottetommtssieic? De« Ttätfel« Cbfu-g ift immer diel :b. Poiic-'re veriolgt feine volirifche >i Ziele on Rhein und Tluhr Ret atio '«lorderungen. Abbruch deS baff Loen Wide.ftt'-ides, Witdetaufnähme der 2Irbei: lind ihm ru1 Vorwände heu g.igneten Zeitpunkt zur Erreichung dieser Ziele abzuwanen

(England will sich am Ruhr, raubzug beteiligen?

London. 20 Oft <WTB - Der Sonderbe- i it tirffa'ter d.« .Manchester Guardian" in Dül- ,elu:rf ft reibt, di: Hauptmitglieder der briti- fchc S.ftinn der Znt, rasliierten Rheinlands m- m.sficn lcrcn noch London g fahren, um. wie an» genommen werde, die künftige Entwicklung mit iem britischen Auswärtigen Amt zu erörtern Hs fbnre angenvmmen werden dah gereifte Mitglie- bcr der lümmifftcn stark di« Ansicht vertreten, dah Grohdritcnmieo seine Würde und Skrupel bei- fette stelle und sich mit den Franzosen an die

Ansbeulnng De« Ruhrgebiet« machen solle

In feinem Leitartikel schreibt der .Manchester Guardian", c« sei schwer zu glauben, dah die bri­tischen Vertreter in f r Kommts'ion 7 er Regierung c.nen solchen Plan geben to'ir' n. unb ec sei voll­kommen unmöglich »u glauren dah er befolgt iütiL-.-. Ti. Ruhrbcsetzung hab. Die schlimm- ft e n Dorausfageii erfüllt, die von der biilifd n Rcgi.rung gemacht to-rben seien. Da« Ruhrgebiet b finde fit in einem Chnvs urD <Sng[ant fei nicht verr"ichi.t, >ich-d:e Finger bei e mm 'toeäl:|cn Versi.ch zu verbrennen Pein- car6 Hobe die Äcflanixn au- dem Feuer zu ho- | kn. Poincar^ brauche Line HilsS von 6ngianv 2» erwarten» er zeige, dah er etwas ande­re« wolle, als die toirtfchaflliche Zerstörung de« Ruhrgebiet« oder die politische Unterwerfung die- k« Gebiet« unter Frankreich

Erschreckende Arbeitslosigkeit in Köln.

Köln. 19. Oft. (WTB. > Wie die ^Rhein. 3tg., das hiesige Hauptorgan der Vereinig­ten sozialdemokratischen Partei, schreibt, er­fuhr man im Lause der gestrigen Kölner Stadtverordnetenversammlung zum erstenmal von verantwortlicher Stelle, wie groh die Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter ist. Allein im Stadtbezirk Köln stehen neben 80 000 Voll- arbeitslosen annähernd 100 000 Kurzarbeiter; das bedeutet, dah

von 700 000 Einwohnern Köln« jeder dritte nicht mehr vollbeschäftigt

ist.Wir rufen, sagt da« Blatt,namcn« der Kölner Bevölkerung die Ententemächte an, mit der deutschen Regierung gegen diefe entsetzliche Rot anzufämp- s e n. Wir mahnen in der letzten Stunde, von der Bedrückung«- und Gewaltpolitik abzu» sehen und alles daranzufetzcn. dah die Räder der geordneten Wirtschaft wieder in Dang kommen.

Der stnnisch-rnsstfthe Äenflitt.

Moskau, 19. Oft. (Russische Telegr.-Aa.) Der Volfokommlssdr für Auswärtige« T f ch t- t s ch e r l n bezeichnet in einer Rote an die finnische Regierung die Ermordung ztoeter Mitglieder der rufftsch-finnifchen Vrenzkvm- miffion al« einen planmäßig vordere i- teten Ueberfall einer illegalen gegenrevolutionären Gruppe, die von den örtlichen finnischen Behörden b e - günftlat werde. Die Sowjetregierung ver­füge dafür über Matenal, das diese Auf­fassung bestätige, und werde sich mit einer finnischen Erklärung einverstanden erllären, die überführten behördlichen Personen einer strengen Strafe zu unterziehen und die Mit­schuldigen. soweit sie feine Finnen feien, den Sowietbehörden aus.zullefern. Ze noch Ausfall der Untersuchung werde die Sowietreqicrung die Sicherstellung der Fa- mllten der Ermordeten verlangen.

Kleine politische Nachrichten.

3n T u ba p t ft wirb die Ankunft eine« Tia-.'verlcS von Kindern au« dem Kubp- g> biet erwartet, deren Ettern Don dort auSae- trid.n find Die Verteilung brr $frnber an Die Bl b-veiler Tfkgeehcrn erfolgt Dutxb ben Verein ter RciSsbeutlchen

R«h einer M .'s Dung au« MoSstru wird fetzt m Der Organisation Der Roten Armee der erste Versuch, zum 5erritoric»lfyftem über- - .igehen. Durx6gcfü)r- Dst Zastngänge 1898 bi« I °01 werben em berufen. Sie sollen einen mili- lär.'f/en Unterricht in *ür zwei Wochen zufam» mengcfientem lerritpri al Dtoif tonen wieberhoten. Der totfächluch nur zwei Monate bauern wirb

Die in Reval tagende Zinanzkvnferenz der daltifchen Staaten wurbe betnbet S« wurden Enischttehungen über bte Durchfüs^ runq der Währungsreform unb bi< praf- fildc 3ufammenarbet! der Zentralbanken ange­nommen

Die NartoffefVersorgung in Bayern.

München. 19 Oft (WTB » Gene ral staatS- fommiffat von Kahr bat mit sofortiger Wirk» famkeit für bas rechtsrheinische Bayern unge­ordnet. Dah jeder Landwirt, der Herbst- fattoffefn angebaut bat, verpflichtet ist. bi« »um 17 Rovembei 3 0 Prozent seiner ge­tarnten Kartoffelernte an Die Verbrau­ch oder die zum Kartoffel handel zugelnft-mx» Personen in Bayern abzugeben, widrigenfalls Enteignung erfolgt Zuwi.^e Handlungen trer- Den mit Gefängnis unb Geldbußen bestraft.

Die Besoldungsfrage im Hessischen Landtag.

Darmstadt. 19. OtL lPrrv -Tel.) Der Ff. narzausfchuh de« L.rndtage» beenbigte die Be­ratung bet BefolD.ing«nonelle Unter dem Sm- druck der politischen Gesamt läge unb der bringen­den Rottoenbigkeit bei den StaatSauSgaben tn jeder nur erdenllichen Weife zu sparen, hat der Auslchuh sich bei den Aenderungen auf ein Rk inde stmah befchrünkL der Drut'pe 7 wurde bte Zahl ber für bte Förster roege» fe denen Spitzen stellen von 10 auf 25 erhöht Sine völlig neue Sinftufung erfuhr die Polizei- beamtenschaft dergestalt, dah bte Zahl der in die Gruppe 5 eingereihten Beamten auf 285. für bte Gendarmerie auf 137, für aic Straf- anstal'.swachttneister auf 58 und für die Kriminal­beamten auf 25 festgesetzt wurde. Letztere erhallen 37 Stellen in ber Gruppe 6. Die Stelle be« Cbcrbabemeiftcr« in Bad-Rau heim unb der Bademeister wurden um je eine Stufe ge­hoben Ferner kommt bte Stelle eine« Finanz- fefretär« bei der Staatsfchuldenverwaltung nach der Gruppe 7 Die Regierung wird mnrmefxr die Genehmigung der Reichsregierung einholett, damit die betr Beamten mit tunlichster Be­schleunigung in ben Besitz ihrer erhöhten Bezüge gelangen

Die Beamtenabbauverordnung.

Berlin, 19 Oft. fW.B) Heute nachmittag fand tm Retchsmintsteriurn des -Timern eine Be­sprechung der Vertreter der ReichSregterung mit den Beamten-Spitzenorganisationen über bte eu­re g c [ u n g ber Arbeitszeit der Beamten

Siebener Stadttheater.

eHOfrrcyt:-Sey dem, der ligtr

De« groben Oesterretcher« einzige« Lustspiel, mll ben gestern do« ©tabtthenter dir P'»"«-» i-i^t rt-eilllchen Dinrerspi«lzell öffnete, möchte nun mit Gaube lieber ein Schaufpicl nennen, fo wenig h-tt ba« episch breit geholt«« Szenenspiel mit fei.wm feinen, tief verinnerlichten Humor mll ber landläufigen Lustspielkvmik gemein. Gerade Diefe« Fehlen de« üblichen war e« ja. toa« das Crtüd bei seiner Wiener Aufführung vor einem für diese Art Humor verständnislosen Publikum rtgelräfct Durchfallen liefe ®rft einer weit späteren Zelt blieb es Vorbehalten, den wahren Wert auch diele« Grillparzerschen Werke« erkennen und schätzen zu lernen

Dem mttteiallerlichen Geschichtswerk de« Gre­gor von Tour« hat der Dichter den Stofs zu fernem Lustspiel entnommen Der kecke, lieben«, würdige Kücheniunge Leon ist entrüstet über den DtrmenrHeben Geiz feine« Bil-chof« unb geht letelut diefem HSHlichen Zuge ferne« von ihm sonst wohlgelittenen Herrn auf die Spur M« er erfährt, bah bzr edle Gregor ba« Lofegelb für fernen von heidnischen Germanen gefangen □ebaüenen Reffen zusammenhungert. zieht er mit bemtrif<feen Mut ber Zagend zur Befreiung bei Reffen au«, nicht ohne bah ber gmstllche Herr feinem Küchenjungen, der e« mit der Wahrheit nicht allzu wörtlich nimmt, mit ber Mahnung

Weh' dem. ber lügtr zu bebertfen gibt, bah da« Befreiungswerk nur ohne Lug und Trug auf Dem Wege lauterer Wahrhaftigkeit gelingen tarn. Mit Hilfe eine« PUgers gelangt Qron als «fecve in ben Dienst ÄatttoaQte. be« Grafen im Rheingau. in dessen Hof Atalus. de« Bifch^f« Reffe al« Dellet schmachtet Seine fränkische Koch- tunfl macht ihn seinem neuen für die lukullisch m SenÜsfe bet westlichen Zivilifatwn äu feer st emp­fänglichen Herrn unentbehrllch Sein stets heitere«, flebeitetoftt&gc« Wesen gewinnt auch bald die »stgung der gleich lustigen Grafentochter, mll

deren Hilse unb einer geradezu verblüffen den Wahrhaftigkeit er feine unb be» AtaluS Flucht in« Frankenlanb glücklich bewerkstelligt. Der ver­diente Lohn wird ihm mll ber Hand be« zum Christentum befahrt<m «rmanifchrn 2d<ll,äufearv da« sich den Franken auf ber Flucht anschlletzt, um nicht einen verblödeten Verwandten heiraten zu muffen.

Soweit die äussere Handlung, die In gra­ziöser. anmutigster Form bte Hülle für ein Thema von tief ethischer Bedeutung abgibt Der Grund­gedanke von der Bedingtheit allen menschlichen Tun« dem ber Küchenjunge Leon in feiner natur­wüchsigen Austastung selbstverstänstlich unb leben«» notwendig findet, zwmgt sich Ichlietziich auch dem well kundigen Bifchvf auf. fo bah er zufrieden ist, wenn da« Unkraut der Lüge, das et mit Stumpf und Stil au«Aun>tier gedachte, nur ton ber guten Frucht ber Wahrhaftigkeit überwuchert wird

.Das ilnfrxuit. merk' ich, rottet man nicht au«.

Glück auf. wächst nur der Weizen etwa drüber "

Ter gestrigen ausgezeichneten Aufführung möchten wir gern eine programmatische Bedeu­tung Dafür unterlegen, in welchem Geist man den Spielplan untere« Theaters in ernster nach edlem, deutschem Kulturgut doppelt sehnsüchtiger Zeit zu gestalten gebend Wenn auch Her der Weifen da« Urfraut stet« überwuchert, r rd Sieben um da« Fortbestehen feine« Theater« keine Sorge zu habe., brauchen Adolf Teleky hatte für fei,' abgestürmte, wirkungsvolle Büfmenbllder unb eine frische, reibungslose Szenenfolge Sorge ge­tragen

Der Held de« Spiel«. Leon, der Küchenjunge, fand in feiner liebenswürdigen Frechheit, fernem gefunden Mutterwitz In Lafzi Hillinger eine prächtrge Wiedergabe Mit gut durchgebildeter Sprache und ausgeglichenem Spiel bot Hilllnger, der mit seinem Leon zum erstenmal vor da« ®iebener Publikum trat, eine wohlabgerundete! Leistung, die ihm in unferm <3nfembie eine gute Ginführung sicherte Leiber scheint aber die zweite Reuerwerbung ber Direktion ein ofieebarer Mih-

gtifi zu fein, den wir bei voller Würdigung ber groben Lchwierigkeiten. bte e« in diesem Jahre bei den Reu Verpflichtungen zu überwinden galt, doch gerade für dieses 5rjd> aeme ge­

sehen hatten Fränle-n A <11neggs Gdrit-I lief! fast alle« vermiffen. was das Irische, naive, saft dreiste, aber niemals kokette Grafentöchterlein aus­zeichnet Die Verlobte des Dalomir« ist trotz aller Urwüchsigkeit doch kein Kind mehr, wie e« Fräu­lein Aarnegg fast glauben machen wollte An den Ungeschick! stchiebenden Bewegungen trug offen­bar baA unglücklich lange Gewand einen Teil der Schuld Der edle Bischof lag bei Herrn Dvlck in besten Händen Karl La m be r t i n S Atalus war ein verwohntes, anspruchsvolles Herrchen, dem man einen krallen Eigennutz wohl glauben Durfte Paul Schubert brachte mit seinem Kattwaid den vom Dichter gewollten Gegensatz zwilchen fränkikchec Kulturwelt und heidnischem Bar­barentum wirkungsvoll zum Ausdruck. Der haih- tierische, idiotisch amnutenbe (Satornir ist eine etwas unglückliche Erfindung des Dichter«, der man mit der üblichen Komik nicht recht bei­kommen kann. Die ohnehin schon stark verzerrt« Rolle sühn leicht zu Uebertreibungen, eine Ver­suchung. der Oskar Fe igel leider restlos erlag Der Fischer Karl Zuhnkes hob sich durch fein markantes -Spiel auS den fleinen Rollen heraus, in denen im übrigen die Herren He 11 - bvrn. Marli i), Stichel. Holl. Leut­hei fe r und L i n km a n n beschäftigt waren Das gut bestichte Hau» zeigte fich für die gelungene Aufführung lebhaft dankbare.

Frankfurter Uraufführung.

Mar Mohrt.Sirllkam Wrack"

Mar Mohr, der Autor der luftigen Ara­besken .Improvisationen im 3uni" (am nfh einer neuen, ernsten Komödie .Citillam Wrack" un Frankfurter Reuen Theater zur Uraufführung. Fühlbar bettnflufM von ©trinöberg, WedeÜnd unb der erocefsllmrstischen Richtung gibt er dfes-

mal Phantasien über die verschiedensten gege­benen Themata, Phantasien, Deren beste« tm mo­mentanen Sinfafl. in barocken Gpisoden, nicht crbrr ün G-f^uuligefug» uer Handttrng beruht. D:c Handll a selbst fchildert - nicht« gerade ubermähiq ' ue« den Kampf zwischen Besitz und Werden, zwischen Aller und Jugend, unb sie läßt die deutlich an Georg Kaiser gebildet« Herrscherrratur de« 3ngcnte.it« Bennv Arsadt an dem Strick ein Gnde nehmen, bet der jongtz Student, der einst ausgehungert vor dem S^rnfl gestanden, am Körper getragen hatte. Zwischen den beiden steht die Tochter de« Industrie- Magnaten . sie gibt sich SlrilL dem einen Stu­denten. bin und folgt dann doch ihrem Vater, als der. Heim, Reichtum and Beauemllchsett ver­lassend. neue Wellen sucht Qun Gnbe ist Re weder mit ihrem Freunde vereint, unb dieser labt ihr den Glauben, der Vater sei erneut auf die Wanderung und Suche der .Regenevatton" ge­gangen

Schon dce knappe 3nba8«fliriennrg zeigt bte Zusammenhänge mit all den Menschheltsdeam«, die vor einigen Jahren so üppig aus der »röe sprossen 3n bielrt ist gar zu vtel bmtt»* geheimnist, unb die Lösung der Probleme er­scheint di. ,iat zufällig und nkj« zwingend ®6 bleib: kein starker geWoffener Wnbrucf vom Ganzen, sondern die Teile ftidxn im Sedächvtttl auseinander, also wiederum .Improvisa­tionen".

Vor« Direktor Hellmer geleitet, tat bte Aufführung dem Werk alle Ghrr an, and fete­getönte Bühnenbilder von Totti) Simon- Wvlf «kehl unterstützten den Sttmnnrngsgehatt bei seltsamen Spiel« Auch die Künstfer. &os denen Walter Huna. Grete Holtz und Gerd Fricke die Hauptrollen trugen, waren alle mit dem Ginsatz ihrer besten Kräfte bei der Sache, und der Beifall galt sicher ihrem Bemühen nicht ta fegtet Linie. ©Ä