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Ur. 221

Httc-nt iS glich, atfrr Bonn, anb 3fl»rtaga, ahberSomefogobtUogr 8it6«nrr$omtlicnblämt

ffrt<b!«it>»nb 6700000W «infdjL IrtoerL, b b.^oft 6700000 Mk., oud) bei JMdjtnfa;einen einzelner Kammern lnfolgel)6l)erer Gewast.- 3ern Ipred). «nschlvss. ftzrdieSchrtft. kttang 112; ffit Verlag enb Gelchllft,stelle 61. >"Ichrtst für Drohttioch. richien »>,ei,er «letzen.

Retldifdfonto:

n e. m. nee».

U3. Zahrgang

Donnerstag, 20. September (923

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

dr»ck »ö Verla,: vrühl'schr Unkerf«1«t, Sich- i»d Sttln6ri<trel 8. tauge In Sietzen. S^riftlething unö SeschSstrstelle: §-l,«lk7atze 7.

Inabmt eei Jtnje je« (ürbte lagetnummet bi« |um Nachmittag ooetjer ol>ne|ebe üerbinblichkeu. 5reit Nr 1 mm HSd« tüt n,eigen o 27 mm Breite örtl Grunbzahl 56 Ulk, aeta>.70JU.. i Reklame. Anzeigen o 70m n dreite '225 itili >-?>chlüst«hahl Platioodd>ri|t 2U", Aul- schlag - Verantwortlich für Politik u Feuilleton Dr Ariebr 7v l|) Lange. plr öen übrigen Xeil. (trnfl Blumid). >n, füröen Anzeigenteil nan* Sedt, 1 6 m t h d) in (Biegen.

Fiume.

.2b <6 die blhtgften natlorwlen 31 em ernte TJbtma und 3tallm< 8en£?n nicht baran. bah eine pvttt'lch» 2Lmcrtcm Fiume« an Italien möglich tndre. es In benn mittel« eine« italienifd)-iugt>- stawischen Bert rage« Fiume ist und bleibt Darum unabhängiger Staat Sv ld>rtcb Acnitr Musfv 11ni, al« er noch nicht 'mtnlftcrpräbbent fonbem nur Faszl-Führer und 'Redakteur De« .Pvpoto b Italia ' war Rämlich Im März 1922. ®arrwl« tnjren zwar die Fiume-Abenteuer bc« Dichter-Kapitän« b Annunzio längst erledigt und adgekrn Italien hatte inzwischen fünfmal leine Regierung gewechselt Berirag um Vertrag war mH Jugoslawien ausgeklügelt worden Aber unter 'Bonotni ging ba« Pulversast Fiume adermal« in die Lust Fasziften. Legionäre und Republikaner eroberten die Stadt am Quarnero Die prvvifo- rstche Regierung Zanella muhte abziehen Seitdem regierte der Italienisch gesinnte Depvli. der mm dem MUiiärgouvemeur ® i a r b i n o Play machen muhte

deute dieselbe kriegerische Lage Dor Fiume sollen vier italienische Divisionen und viele Schwarzhemden versammelt fern In Belgrad sind die wildesten Gerüchte im Dange Die jugo- llawIsche Regierung hat sich In Paris darüber beschwert, bah bulgarische Banden an der serbischen Grenze ausgetreten seien und bah die Waffen dieser Mazedonier au« Italien stammen Äurj ein neuer Ba 1 ka n kr i e g steht vor der Tür Der Brennpunkt, in dem dieler Krieg sich gu entzünden droht, beifjt nicht mehr Korfu, sondern Fiume Mussolini eibcbt heute An- lprüche aus Jtume. die beweisen, b.ih et die Ermordung der italienischen Kommission in Al­banien nur al« BoNoanb benähte, um die ganze Adriafrage auszurolicn und die unumschränkte Alleinherrschaft Italien» über die Adria aufzu­richten Im zeitlichen Zulammenhange mi! dem Ultimatum an Griechenland richtete er befristete .Dvrschläge" an die Belgrader Regierung und brachte darin zum 2l:i«brud, bah er mit den Vorschlägen ber seinerzeit eingesetzten paritäti­schen Uallenlsch-süb'lawischen Drenzkommlslion keine«weg« einverstanden ist, vielmehr di? Zu- teilung Fiume« zu Italien fordert

Wa« aber dem kleinen und ohnmächtigen Griechenland gegenüber ein Kinderspiel schien. Wird bei jugoslawischen Balkanpvliiik gegenüber, die von dem alten, erfahrenen Pas11 > ch ge­leitet wird, zu einem ernsten Ringen Für die Südslawen geht e« Darum, ob sie die Früchte langer und blutiger Krieg.- prei«geben und sich vorn Meere abdrängen lassen wollen ober nicht Greift Italien an. bann hat e« Serbien. Ungarn und Griechenland gegen lich. England hat überdies erklären lassen. 2»h im Falle eines italienischen Angriffe« auf Serbien daS Drtensjv- abkommen mit Griechenland in Kraft trete Frankreich hat nach Belgrader Dl a-gea Italien und Bulgarien willen lallen, c# weide Jugoslawien militärisch anlerftühcn, wenn Bal garten auch nur duldet bah die mazedonifchen Banden Jugoslawien in den Rücken fallen

Soweit tbr politisch-strategische Aufmarsch Unterdessen ist ein diplomatischer Feldzug ein­geleitet. ber ba« Unheil beschwören soll Am 14 September schon traf in Rom bi? jugoM.m che Delegation bei der obengenannten paritätischen Grenzkommistivn ein Ihr Darsioenber Dr Ryb>ir gab die Antwort der Belgrader Regierung auf die italienischen Dorschläge bekannt Darnach ist Jugo­slawien bereit. Die Derhanblungen auf Grund Der letzten italienischen Dortchläge sortzu'etzen 'fa- fitfch sucht offenbar Zeit zu gewinnen. Der tlu ?e Fechter weicht dem brutal angreifen Den Gegner zunächst geschmeidig au» Sodann foll der 25 ol­le r b u n b nochmal« bemüht werden Der Döl.'er- bunb hat in der Korfus rage glänzend vertagt Er hat sich auhersiande gcl. ben di: italienischen For­derungen in ihre Schranken zurückzuir 'en Die Betschafierkonferet^» muht? d Kastanien au# dem Feuer holen, und ihre Kompramihlölung. die sich gefügig Dem Rech! bes Stärkeren, allo Italien« anfchloh. Iaht wenig Hoffnung, bah man in Genf einen salomonischen Spruch finden wird Immerhin bat sich Die italienische Regierung soeben bcrbeigdaflen. gemeinsam mit ber jugo­slawischen Den am 12. Rovern der 1920 abjc schlossenen Bert rag von Rapallo sowie b,as Ab- kommen von Santa Margherita vom 23 Oktober 1922 beim Döllerdunb zur Registrierung und Veröffentlichung gemäh Art 18 de» 25ertailler Dertrages einzureichen Damit ist bi? Zuständig­keit des Böllerbunds im KonstiltSsalle gegeben, fall« er von einer ber beiden 'Jfarleien angerusen wird Wiederholt sich aber dann das Korfu-Spiel, so Ist es mH dem internationalen Anlehen der Genfer Instanz für lange Z.'it vorbei

Ein neuer Dalkankonstikt.

Belgra b 19. Sept IPrivattel.) Rach serbischen Blätterrneldungen 'oll In der Um­gebung von Svsia und Pyilippopel eine förmliche Gegenrevolution der vereinigten Kommu­nisten und Bauern gegen die Regierung Za n - ko w ausgebrochen sein 3« foll bereits zu blutigen Kämpfen zwischen Regierungstrupperi »nd d.-n Evolutionären gekommen sein. Die bulgarisch: Delanb'.schast in IDien ist ohne Rachrtcht

Eine Rote Jugoslawiens an Dul- flarien droht cmite militärisch.- Massnahmen für den Fall an. bah mazedonisch? Komitallchi« die serbische Grenze überschreiten Sübstawien werde Den Ucbertritt von Kornitatlchis al« bulgarische Grenzverletzung betrachten und seinerseits Die Grenze überschreiten ic-tungimclbungin hätten in lehter Zeit von der 2lnfammlung beben- (en ber Korn Hatschi-nassen an be- bulgarischen Grenze gesprochen, bic euren ergani1' rten Ucber- full auf das ,'üdstaw'iche eieatct planten. Süb-

llawien hab: zur Abwehr Truppen herangezoge-i Die bulgarisch: Regierung erklärte barauf. fie werbe keine Ansammlung von Komitatsck.is auf bulgarischem Territorium erlauben, bie D f irch- tungen Der Belgrader Regierung seien unbe- grünbet. Der Zusammenhang ber Komitat'chisiage mit ber Zuspinung ber Lage an der Adria ist natürlich unverkennbar.

Mannheim besetzt.

Mannheim, 20. Sept. (WTD.) Die Franzosen sind heute früh 5 Uhr in Stärke von zwei bi« vier Kompagnien über bie Rheinbrücke gekommen und haben ba« be­kannte Schlok besetzt. Um ba« ganze Schloff herum haben' sie einen starken Kordon von Posten gezogen. Nähere« über bie Absich.en ber Franzosen war bi« jetzt, 6 . Uhr morgen«, noch nicht zu erfahren. In dem Schloß sind gegenwärtig zahlreiche Derwaltuog«dureau« ber Stabt uotergebracht.

Rach einer Feststellung der .Doss Zla ist die Abfuhr von Kohlen und Kok« aus dem Ruhr­gebiet durch bte Franzosen im Monat Aigust ge­genüber dem Doimonat infolge deczunehmen- ben Srlchöpfung ber Haldenbestände erheblich zu ruckgegangen Wahrend in' Funi22 756 Waggons gleich 356 340 Tonnen abgefahren wur­den. betrug im August die Abfuhr 17 201 IDag- gons. gleich 259 365 Sonnen. Im August 1922 er- tielten die Franzolen an deutschen Reoaiaiions- kohlen 63 450 ODaggrn« gleich 1 129 40? Tonne., Die Franzosen e> hielten also im Dormonat noch nicht einmal den vierten Teil ber frü­heren deutschen Reparation«leistungen

Der Leiter der Trierer Eisenbahn- re g i e eröffnete den Dorttänden und leitenden Beamten der deutschen (Sifenbabnämkr. dah in 14 Tagen bie Sache *ür Deutschland verloren fei Rur die leitenden Beamten würden m ihren Stel- lunaen vor he ben Dienst bei der

Regie auf genommen hätten. Da« Ans amen wurde I

Das neue Geld.

(Einberufung des Reichstag». Die Bedenken gegen den Regierungsentwurf zur Währungsreform.

Berlin, 20. Sept. (Priv.-Tel.) Rach "*mDorwärts" hat bet Reich«tag«präfibe»t t*1 RenchStaq für Mittwoch, den 26 Septem- bet, ein berufen Da« Blatt berichtet, baff brr Reichskanzler schon in den ersten Tagen brr beginnenden Sitzungsperiode, vielleicht bereit« <nn 26. September, eine Erklärung über bk Gutwicklung der außenpolitischen Lage und eine Darstellung über dir tun apolitische Ent­wicklung und bie geplanten Maßnahmen ber ReichSregierung abgeben werbe. Sonach stände die Srnberufnug weniger im Zusam. menhang mit der Währungsreform al« mit bem Ruhrkonflikt. Die Währnngspläne waren auch gestern Gegenstand einer Besprechung im Reichsfiuanzministerinm, zu der der Reich«- finauzminister und der Reich«wirtschaft«. Minister, Vertreter der Indostri?, de« Handel«, bet Banken und ber Laudwrrkschaff eingela- ben hatten. Die Grundzüge be« Projekt« bet Regierung wurden eingthend durchgesprochen und von ben anwesenden Wirfschaftsvertr fern in der Hauptsache gebilligt U-,er Einzelheiten be« Projekt« werden wohl noch weitere Derhanblungen innerhalb der Regie, tung und mit den Interessenten der Wirf, schuft flattfmben.

Dcr Wäkrung?plan de« Reich«fln,n,zministers Hilsciding w>: wir ih.i gcfter.i u ise n Lrtern mitlcilten. ist in weiten Kreisen mit einer grmihen stumpfen Ergebung hi:,genommen Word» Das grauenhafte Sterben der Mark h,t aus Millio en deutscher Einzelschicksale tief cischütternd und ent- mutiaend gewirkt Man glaubt nicht mehr bah temal« wieder aus ö:r Schlammslu- der In- flation ein Fels der T-ertbeftänbigfeit em- pvrsteigt. an den man fich Hammern, aus den man fich retten kann Di: bisheri­gen amtlichefi Terlaütbarangen über da» was bit Regierung plant und was sie zuerst in Angriff au nehmen gebend, sind in ihrer Unklarheit auch wenig geeignet, dieser fatalistischen Resignation weiter B:vSlkerung«schlch«en Sinhalt za tun Man hört nur soviel herau«, dah die neue Goldwäh­rung nicht über Rächt kommen wird Ss handelt sich zuerst nur um eine Zwischenlösung

Für die kommenden Monat: toerOen voraus- sich'.Iich drei deutsche Mährungen neben­einander heilaus.-n Erstens die Golbnoten der neu zu organisierenden, von b:n Staats- finanzen völlig Ivs^ukf -nd n Reichsbank- sie soll n den D:dürtnlisen lx. Af.rtfchast dien n, mehr ist in den knappen Ankündigungen bis jel)l nicht gesagt worden Ma i wird also abwarten muffen, wie fich das Lchickial der Reichsbank gestaltet und ob habet endlich einmal der Fall Härenste n ulebigt wird, über den a ischeinend wted. r etwas Gtas gewachsen ift. Sie Aifich'en und Pläne des jch.gen Reichsfinanzminisiers find ungelähi das Gtgenteil besten, was der Reichsbankoräfident Havenstein in langen Jahren fe rne« Witkens als Ziel und Richtschnur der amtlichen Geldpolitik

angesehen bat Ts erscheint schwer sahllch. bah zwilchen diesen beiden Rlännern eine erfvrtehllche Zusammenarbeit geleistet weiden kann

Tie za'.ite Foim be« deut schm Geldes wer­den bi,- Merlze chen der sogemmnten d- rungebanf fein Diese MaHiaingSbank. die mit der R.-ichsbank nich's zu tun haben wirb, toll ruf (Jtiunb einer ®olbbclaftung der deutschen Wi> tfch'it err chtet werden, üb diele Belastung auf hvp ot deka rischem TDege erfolgt, ist noch nicht siche. Getagt wird nur, bah der Besitz in der title nach Mahgabr be« vollständig ver­alteten TDcbibeihage« herangezogen werden soll Die neue Deranlagung wirb erst am 31 De­zember b« 3« «n bie"Deimögrn«st.uer anknüplen Der Prozentsatz ber Belastung soll .nur" 5 v H betragen, tnoiau« man mindestens -1 Milliarden Goldmark Sicherheit für ba# Re ch errechnet Das Reich soll durch diese Hypöthekenwahiiivg in drei bi« vier Monaten saniert werden Da« helfet, das Reich soll, solange sein: Ausgaben noch nicht durch w,-rlb:ständige ®nnahmen ge­deckt sind mit den Wertzeichen der vorüber­gehenden MährungSb -nk zahlen, solange bl« bte R< chsbanl wiedci öcntralnoknbanf mit Gold­währung wie 1914 gewoi den ist

Das Hingt lehr boffnungöfreubig. aber bte Zweifel beginnen schon wenn man hört, bist bie Roten der Dahr^ngsbank nurimInland gel­len und hier geleMid-c.« -t.ijlunginilttef sein u er­tön Für das Ausland ist nur die Tvirtscha ts- note be: künstigen Reichsbank benimmt. Wenn nun brüten« da« bisherige Papiergeld al# Scheidemünze der inländischen D)äh- rungsnrten gelten soll, n irb sich das nicht in immer neuer Kur«verlch!echlerung ausdrücken? Di. neue Dährnngsnvte ist g.i keine richtige überall gültige Geldbanknote St' ist fundiertes Staat#- Papiergeld und dient der Befriedigung de« Staate- bedarf# Die steht es aber mit der Kaufkraft biefi« neuen Zahlungsmittels? Wird sich nicht da« Schicksal der Papieimark von neuem erfüllen? Wird nicht da « I n s l a t i o n s s cha u s p I e l von vorne beginnen? Al« die Asfignaten bei französischen Revolution nach allen möglichen StüdungSversiichen - Zv>ang«anleihend und nach­dem man bie Druckpressen unb Platten öffentlich aut dein Dendvmeplatz zu Part« feierlich verbrannt hatte, in« Bodenlose entwertet waren, gab das Direktorium durch Dekret vom 18 Mär, 1796 auf Grund ber hvpothekarischen Belastung von Gü­tern und Wäldern die log.M anbat« terri­torial x" heraus Segen diese neuen Pfand­noten feilten bic alten Papierassignaten >um Kurie von 30 Prozent umgetauscht werden Also auch eine Art Scheidemünze Die Folge n>ar, bah bie .Mandate" bereits 1796 mit einem Äur« von 21 Proz > nt in ben selben Abgrund sanken in dem sich schon die Assignaten besanden Die Plandnoten waren eben auch nur Assignaten ohne allgemein und international aneickannte Deckung Damals letzte in Frankreich erst die Teuerung«.Kalastroph: ein. die sich jetzt inDeutsch- lanb wiederholt Will man im unglücklichen Deut­schen Reich auch bie letzten Fehler und Iritiimer der französischen Revolutionszeit wiederholen?

abgelebnt Al« Dergeltung sind vermutlich wieder Ausweisungen groben Stils erfolgt Sc tiaf in Köln schon cm groher Tianspork von Angehörigen auSgcwiefencr Eisenbahner auS Trier und Krefeld ein

3n Bonn sind von ben Franzosen vor eini­gen Tagen rund 13 Milliarden Mark, die zur Auszahlung icgrtmähigcr Renten bestimmt Waren, geraubt worden Der Antrag der Stadtreiwaltung auf Freigabe ber Summe wurde abgclehiit

Roch einem vom General Drnvigne« beim Reiierungsriätibenten von Düffeldois cingega.i- flen.n Schreib-.m vom 17. September ist d.as unter dem 14 S.ptembcr erlass ae Verbot der Zeichnung der Goldanlcihc im besetzten ®.bi:t al« nichtergangen awzttsehen

Das Ende der badischen Unruhen.

Srcibttrg, 20. Eepk. 1WTB.) Gin? gestern abend abgehaltene Dersamiv.lung der Betriebsräte und der ÄartcUbelcgierten, die im Gewerkichaftshause stattfand, hat beschlvs- sen, den Generalstreik abzubrech.n und die Arbeit wieder aufzunehmen Dieser Beschluß wurde mit 196 gegen 156 'Stimmen gefaßt. Man stellte sich auf den Standpunkt, cah ö'e Frage der Zurückziehung der Schutz­polizei aus Lörrach eine politische Frage sei. die zu lösen nicht so sehr Sache der Ge- werklchaften, als Sache der badischen Regierung sei. Rach den am späten Abend aus Lörrach eingefrorenen Meldungen hat sich die Lage im oberbadischen Streikgebiet »eiter wesentlich gebessert. Die Be­lieferung mit Wasser und Elektrizität ist in den Städten wieder voll im Gange. Die Ge­fahr von Störungen in der Lebensmittelver­sorgung ist behoben. In Lörrach werden die LebenSmrttelgeschäfte wieder geöffnet, wie überhaupt da« geschäftliche Geben hi Lörrackz hievet im Gange ist Aus S a ck I n g e n konnte die Polizei wieder zurückgezogen werden.

Die

Pariser Zusammenkunft.

Po i i«. 20 Sept «Wolfs > Der engllfck». Premierminister Baldwin kam am Dienstag abenb in Pari« an unb wurde auf b.-m Bahnhof von offiziellen Tri freiem bei fran.zöfischon Regte- iung begrübt Auch ber llnien!aai*felrctär im b itlschrn ?liiniffeiium bc# Zcufwin. Sti William T 0 n e 11, ist überraschenbenvrtie in Part« dn- getrosten, so bah man bet Reise

eie« weit grössere politische Bedeutung al« einen bloßen Höslichkeitsakt

beizulegen bat Am Mutwach mittag srühstuckten bic beiden Ministerpräsidenten z.i> immen in der englischen Botschaft unb besprachen b.mad) die aftucllen politischen F.agcn Di llnlerrcbung war um 4 'Jhr zu Snbe Poinenrr ist sofort nach dem Quai b Lrtav zutückgekehrt, während Bald- ll-in im Auto in Begleitung des cnqlifdrn Bat- fchaftevS nach Rambouillet gefahren ist. wo ri um 5 Uhr von dem Präsidenten der Republil Ritllerand empfangen wurde Die Unter- icbung bauerte über eine Stunde Sie soll, nach Havas. besonder« vertrauen«voll unb herzlich giwesen sein

Die englische Botschaft veröstentücht folgende« tiommuntquö über bic Untcrrvb-?ng zwischen B.lbwin anb Pvincat' Heute nachmittag Hai eine Begegnung ber Pr in eimnister Frankreich« unb Gro':!>iitannien« ftattgefunben. die sie dazu benutzt hib.n, um in einen Mrtnun iSauStausch über bic cJjemcmc Lage einzutivten Man kann nicht ertroit.n. bah im Laufe einer mzigen lln- tervebupg zwischen Poinco und Balbwin cad- gulfifle Vöfiing .n fest gehalten werden konnten eh bic beiden Staatsmänner sind glücklich ge­wesen, ihre gemeinsame Auslastung barzulegen (ctublin, und >estzust:llen, br»h m feiner einzigen Frage eine verschieb««

Auffassung über bie Ziele, noch ein? grundsätzliche Divergenz besteht, dl« die Zusammenarbeit ber beiden Länder, von bet m so weitem Ulafie bte Slabillllcrung und der Friede ber Welt ab bärigen, gefährden tonn

Die Berliner Abendblätter Höven von zuver» lästiger Seite, boh bte englische wnb bel­gische Regierung tn Part« eine gemein­same Dema rche unternommen hätten In der vergangenen Woche leien benn französischer Ministerpräsidenten sowohl ber englische al« auch der belgische Botschafter erl(bienen unb hätten im Auftrage ihrer Regierungen Borttestungen erhoben gegen bic Haltung Frankreich« gegenüber ber neuen brutschen Rei chsregierung Rornehmllch in der Ruhrsrovic sei Peineare vvr- gcb.'lten worden, bah bie beut sch' Regierung mit dein Reichstage und ferner mit der öffentlichen Meinung in Drutschlanb i-cchnea müsse unb bah man hinsichtlich bei Ruhrkämpfer an bie deutsche Regierung leine Forderungen stellen dürfe, die sie leibst beim fr-ft en Willen nicht erfüllen fön i«. ohr. mit bei östcntlichen Meinung uib dem Reichstage in Konflikt zu geraten

Der französische Ministerpräsident wurde ge­beten, dem Kabinett Stresemanu gegenüber ein« versöhnlichere, entgegenkommendere Hal­tung anzunehmen

unb ihm bie Bändigung be« Ruhrkonflikte« in für Dcutschlanb tragbaren Formen zu ermöglichen Die Blätter führen bas in ben beiden letzten Reden Pvincare« zum Ausdruck gekommeneM i f> trauen gegenüber dem DerslänblgungSwillen Deutschland« auf dielen gemeinfamen engllsch- belgisch.m Schritt zurück benn Poincare habe wahrscheinlich vermutet, bul, London und Brüssel von Deutschland <u diesen Borstellungen r>c ran Iaht worden seien In Wahrheit ha' aber, wie b'e Blätter leststcllen. bi: deutsche Re­gierung bic englisch-belgische D.-marche nicht nur nicht veranlal I. sondern von ihr auch il>ch meh- icre Tage, nachdem sic bereit« erfolgt war. nicht einmal Kenntnis gehabt

Berliner renernnstskratvnsle.

Berlin 19 Sept <W,lfs Au« dem Bw- lintr Lcbensmittelmaikt erfuhren bie Prrtfe heule allgemein eine Berdovpelung In den Maiklhallen und auf den Märkten bemächtigt: sich der Käufer, insbesondere der Hausfrauen, über die teil« unberechtigten g rosten Preissteigerungen eine grobe Snvgung e« kam verschiedentlich zu tumultarischer Szenen Bon der Zentratmarktlxill: au« z.->gen einige himderl Frauen zum Rathaus und sähicktrn eine Deputation zum Magisti-at, bie per langte, hast die Stadl Gemüse. K^rlofscln ihrer Güler verkaufen tolle Beamte der Schutzpolize zerstreuten f-' festlich die Menge vor dem Rat- h>aufe

DaS Ergebnis brr berliner Devisen razzia.

Berlin. 19 Sept kWeist, Die Unterneh­mung be« Deoifenkommistars in ben Berliner KasteeHäusern zeitigte folgendes Ergebnis 3120 Dollar« 36 englische Pfunde. 373 holländische Gul­den. 1402 tschechisch: Kronen 475 schweizerische Franken. 12 523 Österreichische Kronen 200 sran- rösische Franken 143 serbische Dinar« 37 dänische Kronen. 30 schwedische Kivnen 18 000 b ilgarische Lewa«. 5100 polnische Mark. 803 ungamlche Kro­nen. 30 estländische 7Rarf_unb 500 000 Sowie!rubel

sogar «In W.^ugci-Ruoei. Fünf zui£Umber sind wegen ungültiger Au«land«päfsg ins Pokiz ettnä flbtuei <nye£be#ert metZm.