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Erstes Blatt

173. Jahrgang

Samstag, 20. Januar 1923

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steht es fest, daß es mit einer ergiebigen Ab^ fuhr von Kohlen nach Frankreich und Del-

i des Kreises.

.achung. Zisf. e, empseh- dah der dort verbotene

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scheu Volke die Angst vor europäischen Ver- wicklungen unbegründet und absurd sei. Auf der anderen Seite malt dieseVolksstimme" einen Teufel an die europäische Wand, der in den deutschen Re hen sich keinestv»2gs wild ge­bärdet. W r hatten wohl ein:n THerchnntag, aber weit und breit keine Kriegshetze. Sozial­demokratische Redner selbst wie Lobe und Braun haben kaum weniger feurig dem natio­nalen Unmut Ausdruck verliehen als An­gehörige der Rechtspatteien. Es soll auch nicht verschwiegen werden, daß der Regie­rungspräsident Dr. Grützner, der so scharf und schneidig den französischen Generälen mit seinen Verwahrungen und Vorhaltungen ent- aegengetteten ist, nach einer Meldung der R.-W.Z. ein Mitglied der sozialdemokratischen Partei ist. Rur an gewissen Stellen in der Parteipublizistik scheint es demnach an Ver­ständnis für die Lage zu hapern.

3n der inneren Politik gibt es auch leider noch einige, nicht unwesentliche, Schwie­rigkeiten. 3n der Reichstagssitzung vom letzten Mittwoch wurde ein Initiativantrag der bür­gerlichen Parteien beraten, der die Reichs­regierung mit Vollmacht versehen wollte, durch gewisse Notverordnungen die Gefahren der Zeit zu mildern oder zu beseitigen. Dieser für eine fest geschlossene Einheit des Volkes so wichtige Antrag lautete:

..Die Reichsregierung wird ermächtigt, mit Zustimmung des Richsrats diejenigen geglichen Mahnahmen anzuordnen, die sich zur Abwendung der aus der wirtschaftlichen und sozialen Rot für die Allgem-ncheit drohenden Gefahren als notwendig erweisen. Die Verordnungen sind dein Reichstag unverzüglich zur Kenntnis zu bringen- und auf sein Verlangen auher Kraft za sehen."

Die Annahme des Antrages scheiterte an dem Widerspruch der Sozialdemokratie. Sie will der Regierung keine Vollmacht geben und beharrt dabei, dah nichts ohne den Reichstag geschehe. Wenn man nun auch zuge­ben kann, dah Herr Dr. Cuno oder Herr Dr. Decker die Ankündigung jenes Programms der Anpassung an die Rot der Zeil etwas näher hätten präzisieren können, so bedeutet doch diese Vertagung der Sache und ihre Ver­weisung an den Rechtsausschuh des Reichstags eine bedauerliche Hemmung des Kabinetts bei dem so wichtigen und nötigen Zu packen gegen Aebergriffe des Egoismus und unpatriotischer Unvernunft. Soll denn immer nur geredet und niemals gehandelt werden? Mit der An­nahme des Antrages hätte man der Reichs- regierung nicht nur Vertrauen erwiesen, son­dern auch, und zwar zum Nutzen des Gan'en und zu erlösender Bewegung des nationalen Schwungrades, ein tüchtiges Mah von Ver­antwortung auferlegt. Ohne eine Art von Diktatur, die in den Händen Weniger lie­gen .muh, werden die Auswüchse in unserem Wirtschaftsleben schwerlich zu bändigen sein. Alles mühte auf einfache Formeln und strikte Gebote gebracht werden, wenn da­mit natürlich auch nichts Vollkommenes ge­schaffen werden könnte. Dah die Sucht nach Genuß, Lustbarkeiten und Tanz jetzt auf den Zickzacklinien einzelner Polizeiverordnungen eingedämmt werden soll, ist ebenfalls noch keine Verwirklichung einer starken obersten Führung des Reiches. Das innerpolitische Zaudern erinnert heute lebhaft an jenes Germanien des Jahres 1778, wo fremde Hände in Ost und West ebenfalls Stück um Stück deutsches Land abbröckelten und der pattiotische Herder dazwischenries:

Und Du fäumetert noch, Dich >u ermannen, Dich Klug zu einen ? Du säumst, kleinlich im Eigennutz, Statt deS polnischen Reichstags.

Dich zu ordnen, ein mächtig Volk?"

Der Hammer der Rot fchlägt heute schnel­ler als damals, und die Gefahr pocht unge­duldiger an's Tor. Von einigem Tröste da­bei ist, dah Poincare fein Napoleon ist. . .

len, mit Ausnahme der "vu der Austrieb von e. Dieses Derbot hat

»u erfinden.

derlichensalls auch der- ilellung entweder auher- hen Niederlassung heä solchen stattfindet. Als uch das Aufsuchen von en von Tieren und das

en von Klauenvieh. Das 'ersteigerungen auf dein ihers, wenn nur Tiere i 3 Monate im Besitze schauen mit Klauenvieh, nd erhitzter Milch (§ 28 'wirtschaftliche Betriebe, die Berwertung solcher Rolferei, ferner die Cnl- nd zur Äbließrung der ölolferei, bevor sie bes­ter Anweisung für das

24*^8 Jhaun,

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Die Anwendung brutaler Gewalt.

Essen, 19. ßan. (WTB.) Nachdem die Ingenieurkommission mit ihren Befehlen an die Zechen klägliches Fiasko erlitten hatte, tritt jetzt mit voller Macht die brutale m i l i t ä r i s ch e G e w a l i a u w e n d u n g ge­gen alle ein, die sich weigern, sich den fran­zösischen Gewalthabern zu fügen. Seit heute vormittag hat die Beschlagnahme der staatlichen Bergwerke begonnen. Militärkom­mandos haben die Buers chen staatlichen ZechenErdmannsglück" undWesterholt" beseht und vom Dergwerksdirektor Oberbecg- rat Ahrens verlangt, daß der Koks nach Westen verladen werde. Da er sich w e i - g e r t e, wurde er verhaftet und alle wei­teren Verladungen ge'jxritfam verhindert. Bei den Moellerschächten in Gladbeck-Rheinbaben und in Bottrop ziehen die ftanzösischen Trup­pen vor die Tore, zögern abermitdem Eindringen, weil oieArbeiter drohen, im Falle des Einrückens der Truppen sofort aus den Gruben auszufahren. Der Präsident der staatlichen Bergwerksdirektion in Reck­linghausen, Geh. Oberbergrat Raiffeisen, ist heute früh vor ein Militärkommando ge­laden worden und nicht zurückgekehrt. Er ist, wie mitgeteilt wird, verhaftet worden und nach Düsseldorf unterwegs. Tim 11 TIHr vor­mittags hat ein Kommando französischer Truppen, wie bereits gemeldet, die Düssel­dorfer Reichsbankhaupt stelle be­setzt und das gesamte vorhandeneGeld beschlagnahmt. Vom Kommando^ der Schutzpolizei verlangten die Militärbehörden ein Kommando von 40 Mann zur Absper­

ELn neuer deutsch-französischer Notenwechsel.

Berlin. 19. Jan. (WTB.) Die Reichs­regierung hatte durch ihren Geschäftsträger in Pa:is urrterm 17. Januar die französische Regie­rung vorsorglich darauf aitfmeri'am machen lass n, daß die fra -zösi ch belg scheu Truppen bei einem weiteren Vormarsch über Dortmu'.rd hinaus in das Gelände deutscher Garnisonen kommen würden. Darauf lieh Poincare dem deut­schen Geschäftsträger folgende Note zuge'/en:

Sie liehen mich durch Ihren D-rce, vom heu­tigen Lage wissen, das) die deutsche Regierung sich verpflichtet glaubte, rechtzeitig die Aufmerksam­keit der französischen Regierung auf die Tatsache zu lenken, dah, falls die ftanzösischen und bel­gischen Truppen den Vormarsch auf deutschem Ge­biete fortsetzten, sie auf Gebietsteile gelangen wür­den, wo Garnisonen deutscher Truppen sich be­finden.

Ich habe die Ehre, Sie zunächst daran zu erinnern, dah die von der französischen und bel­gischen Regierung getroffenen Maßnahmen, um Deutschland zur Lieferung der an Frankreich geschuldeten Kohle anzuhalten, in keiner Weise

den Charakter einer militärischen Operation tra­gen. Ich kann mich in dieser Hinsicht nur aus die Worte meines Schreibens beziehen, das ich am 10. Januar an Dr. Tltatjcr richtete. Ich bin ferner verpflichtet, Darauf ausmerksam zu machm. dah die auf Weisung der Reichs regier ung eingenommene Haltung der Organe im Ruhrgebiet den alliierten Behörden unmöglich macht, auf gütlichem Wege vvrzugehen und sie itorigt, die zu liefernde Kohle zu requirieren uno Umleitungen im erforder­lichen Matzstabe vvrzunehmen. Die Mliierten Hu­ben augenblicklich die Pflicht, vor allem für die Abwickelung der fälligen Reparationsleistungen und für die Bedürfnisse des Ruhr- und des links­rheinischen Gebietes zu sorgen. Den anderen Tei­len Deutschlands wird led.gsich der danach verblei­bende Tleberschuh zugeführt werden können. Sollte also durch die Schuld der deutschen Behörden oder der Industriellen die Förderung unter die gegen­wärtige Ziffer herabsinken, so würden dadurch möglicherweise alle (Kohlen-)Sendungen nach Deutschland verhindert werden. Ich bitte Sie, die deutsche Regierung für alle Fälle hierauf auf­merksam machen zu wollen. (gez.) Pvinoare."

Tie deutsche Antwort.

Der deutsche Geschäftsträger von H o e s ch wurde daraufhin beauftragt, Poincare folgendes zu antworten:

Die französische Regierung hat unter den Hinweis, dah die ins Ruhrgebiet eingebrungene französisch-belgische Armee bei weiterem Vor­rücken das Gelände deutscher Garnisonen betreten würde, mit der Wiederholung der Behauptungen beantwortet, dah die von ihr gemeinsam mit der belgischen Regierung getroffenen Maßnahmen keineswegs den Charakter einer militärischen Operation hätten. Sie teilte bei dieser Gelegen­heit ferner mit, dah sie durch die den Zechen- besihem im Ruhrgebiet erteilten Weisungen der deutschen Regierung zur Requisition von Stoffen und zur .Umleitung von Transporten gezwungen sei, und dah sie für das nichtbesetzte Deutschland nur denjenigen Teil der Produktion des Ruhr­gebiets freigeben könne, der nach Befriedigung der Reparativnsforderungen und des Bedürftisses des besetzten Gebiets etwa noch übrig bleiben würde.

Die deutsche Regierung hält jede weitere Erörterung über den f.anzösisch-belg'schen Einmarsch für überflüssig. Sie kann nur ihrer Verwunderung Ausdruck geben, dah die französische Regierung vor aller Wett den o f f e n» kundigen Charakter ihrer Aktion auch jetzt noch ableugnen zu können glaubt. Die deutsche Regierung muh sich je­doch dagegen verwahren, dah die französische Re­gierung mit ihrer Begründung der geplan.en Re- quifitioi- rmd anbei.cn Zwangsmaßnahmen einen neuen Versuch macht, den wahrer Sachrerhatt zu verschleiern. Die Unmöglichkeit, Kohlen für Reparationszwecke und für den Bedarf des be- se: ten G. bi. tes auf ord 'ungsmähigem Wege zu liefern, ist nicht die Folge des Verhaftens der deutschen Regierung oder anderer deutscher Stel­len, sondern die Folge des rechtswidrigen E i n m a r s ch s. Die französische Begründung läuft auf die Behaupiu.rg hinaus, dah Frankreich deshalb zu immer gröberen Formen des Unrechts b'.sugt fei. weil das zue.'l» ^ai-gene Unrecht des Einmarsches in deutsches Geb et von Deutschland nicht unterstützt wurde.

Uebrigens weist die deutsche Regierung dar­auf hin, dah die Ausführung der Drohung, für Deutschland lediglich den verbleibenden Rest der Kohlenproduktion freizugeben, ein neuer Rechtsbruch sein würde, weil nach dem Ver­trag vvri Versailles der notwendige Bedarf Deutschlands den Vorrang vor den Reparations- forderu.igen hat."

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rung der Sttahen vor der Reichsbank, doch wurde dieses Ersuchen abgelehnt.

Bergleute von einem französischen Posten beschossen.

Horst, 20. Jan. (WTB.) In der Nähe von Horst wurden Bergleute von der Zeche Robert b d n eine m französischen Posten beschossen. Nach einem turzen Anruf auf Französisch feuerte der Posten 6 Schüsse ab. Ob jemand gettosfen ist, läht sich noch nicht feststellen, da noch nicht alle Bergleute zurückgekehrt sind.

e Verhaftungen.

Berlin, 19. 3an. (WB.) Wie ben Dlättem von zuständiger Sette mi.geteilt wird, teueren in Weslerholt Kohlenexpedienten von f ran- zösischeir Truppen inhaftiert und ihnen be­fohlen, ihr Zimmer Tag und Nacht nich: zu ver­lassen. Die französischen Kommandeure setzten sich mit ben Betriebsräten in Verbindung. Nach den hier vorliegenden Nachrichten haben diese sehr energisch gegen den Gewaltakt der Truppeir vco- testiert unb gefordert: 1. Freilassung der vorgesetz­ten Angestellten, 2. Zurücksuhrung des Militärs von ben Gruben. Anscheinend vei-suche.i die Franzosen zu verhandeln unb haben nicht glatt abgelehnt. Die Betriebsräte beraten zur S'unde noch. Einstweilen wirb die Arbeit weit er geführt.

Wie weiter gemeldet wird, ist die De s ch l a g- nahmevon 17 Kohlenzügen mit 1 5 0 0 0 ToanenKohlener, olgt. Der gröhte Te l hier­von liegt noch im Duisburg-Ruhrvr.ec Hafen. Cm Teil der Schiffe wurde wieder in der Richtung Mannheim beordert.

Eine deutsche Gegenorder.

Berlin, 19. Han. (WTB.) Die Reichs- regierung unb die Regierungen der beteiligten ßanber haben folgenden Erlah veröffentlicht: Die interalliierte Rheinlandkommission, welche nach dem RheinlandabLmmen zum Erlah von Verordnungen über die Sicherheit, ben Unterhalt unb die Bedürfnisse der alliierten Desayungs- truppen in jenen Teilen des Rheinlandes. zu­ständig ist, welche nach dem Frie-enSvertrag wah­rend der vertragsmäßigen Frist der Besetzung unterliegen, hat drei Verordnungen er lasten, wo­nach die beständigen und laufenden Einnahmen aus den Zöllen iPd der Kohlen st euer, die Erträgnisse der Forsten unb die auf diese Einnahmezw-ige bezüglichen Akten besch'agnahmt werden. Durch diese Verordnungen Hai die Rheim- . lardkvmmission sich mit der ihre Stellung be­gründenden Rechtsgrundlage, dem Rheinlandab- kommen, in schärfsten Widerspr u ch ge­setzt unb eine schwere Verletzung der Verwal- tungs- und Finanzhoheit des Deiutschen Reiches, P euhTNs, Ba e ns, Hessens un) Olde burgs begangen. Derartige, die Lebens Interessen des Reiches und der Länder verleidende Anordnungen können die im besetzten Gebiet tätigen Reichs- unb Staatsdiener sowie die deutschen Staats­bürger rn keiner Weise verpflichten, deren vor­nehmste Pflicht der Gehorsam gegen die deutschen Gesetze bleibt. Die Regierwrgen des Reiches, P eustens, Bayerns. Heftens unb Old -nburgö be- j-cicb jen die Verordnungen der Rheinlaridkorn- Mission als rechtsungültig und sind des­halb unverbindlich. Sie er tourten von allen Be­amten im b-setzten Gebiet unbedingte Treue zu Reich unb Staat, unbeugsamen Widerstand gegen rechtswidrige Anordnungen und ver-si>.chern sie ihres nachdrücklichsten Schutzes bei Anwendung widerrechtlicher Gewalt. Die Regierungen des Reiches Preußens, Bayerns, Hesens und Olden­burgs sind überzeugt, dah die Bevölberung des b-setzten Gebiets einmütig hin er ihnen steht in ter unerschütterlichen Entschlösse.^ it. Anordnun­gen der RhrinlanoLommission, die rechtsungültig siirb, die schärfste Abwehr entgegen^usetzen unb die Beamtenschaft nachdrücklich zu unterstützen.

Berlin, 19. Jan. (WTB.) Die General­betriebsleitung West (ehemalige Eisenbahn­direktion Essen, jetzt Elberfeld) hat die Zu­fuhr von Zügen nach den Rhein­kippern zu unterbinden befohlen. Heute wird im Reichsverkehrsblatt ein Erlaß erscheinen, wonach wegen des völkerrechtswidrigen Einbruchs der Franzosen und Belgier die von diesen erlassenen Anord­nungen und Befehle seitens der Reichsbahn­stellen nicht zu befolgen sind. Etwa ttotz ent­gegenstehender Anweisung zurollende belgische und ftannzösische Leerwagen sind den Zechen nicht zuzuführen.

D e r l i n, 19. Jan. (WTB.) DieReichs» regierung und die Landesregie­rungen von Preußen, Bayern, Hes­sen, Oldenburg haben folgende Anwei­sungen erlassen: Die Aktion der französischen und belgischen Regierung im Ruhrgebiet stell/ eine schwere Verletzung des Völkerrechts und des Vertrages von Versailles dar. Infolge­dessen sind 'Befehle und Anordnungen, die in Verfolg dieser Aktton an deutsche Beamten ergehen, rechtsunwirksam. Es ergeht daher seitens der Regierungen des Reiches, Preußens, Hessens und Oldenburgs die An­weisung, Abordnungen der besetzenden Mächte keinerlei Folge zu geben, sondern sich aus­schließlich an die Weisungen ihrer eigenen Regierung zu halten. Dies gilt auch für die Beamten des altbesetzten Gebietes allen Maßnahmen gegenüber, die

selbst, besagen wenig, solange die Förderung zurückgeht und die Schwierigkeiten in der Handhabung des Verkehrs unüberwindlich sind. Ties in alle Herzen geschrieben ist die Vochumer Freveltat, die einem harmlosen Passanten das Leben kostete. H.ergegen sind noch besondere Schritte der Reichsregierung ^gekündigt. Was Herr Degoutte weiter zu unternehmen sich anschickt, liegt noch im Zwie­licht der Zukunft; er läßt die Rrichsbankstel- len des linksrheinischen Gebietes besetzen und greift also bereits über in das Gebiet solcher Sanktionen", die im Gefolge der neuen Be­schlüsse des W ederherstellungSausschusses als Vergeltung für neueVerfehlungen" Deutschlands dem eigentlichen Ziel Poincares Austreben: Der Abschließung des Rheinlandes Dom Reiche, der Verwirklichung des bekann­ten machtpolitischen Programms.

Im großen und ganzen war die Haltung des deutschen Volkes, besonders der Rhein- rund Ruhrlünder, bisher tapfer und rühmlich. Das darf uns nicht hindern, auf ei 13 Ine un­erfreuliche Begleiterscheinungen hinzuweisen, Sie das Bild beflecken und bei weiterem Umsichgreifen gar zu verderben drohen. 'Die kommunistischen Lächerlichkeiten, die den ^französischen Brüdern" shmpathievoll sich an- Lolen, braucht man nicht gar zu ernst zu mehmen. ES muh diese phantastischen oder üerbissenen Internationalisten doch ein wenig werblüffen, daß ihr Genosse C ach in in der französischen Kammer sich geradezu über ihre Naivität lustige gemacht hat, was die pcrtrio- kische Kammermehrheit indessen nicht derhin- Serte, ihn der gesetzlichen Verfolgung wegen Hochverrats preiszugeben, wonach er nun- w.ehr vermutlich gleich verhaftet wird. Bedeut- §imer und viel bedauerlicher als diese kom- »mnistischen Zwischenspiele sind einige An- Lesonnenheiten sozialistischer Taktiker. Der ^Vorwärts" brachte eine sehr unzeitge­mäße Verwarnung vor einem Zusammengehen mit Rußland und will es der deutschen Re- ' Kierung gar gut Pflicht machen, alle Gelegen­heiten zu suchen, um den Glauben an die Möglichkeit russischer Hilfe und russischen Ein- : «reifens zu zerstören I Die brodelnde Partei- juppe des Blattes, die so merkwürdige Blasen «treibt, wird sich auch wahrscheinlich nicht mit iem wohlgemeinten Protestauftuf der Sow- ; ijetrepublik wider Frankreich auf einen Tisch Magen lassen wollen und doch hat dieses fln unserem gestrigen Blatte veröffentlichte Dokument der Entrüstung über den Versailler Vermag und die Machtgier seiner Tlrheber für unbefangene Deutsche etwas durchaus Er- ßreüliches. Viel schlimmer noch als derVor- värtS" machte es die FrankfurterVolks- fllmme, indem sie mit großen Lettern und cbscheulichen Abbildungen verwundeter und Entstellter Menschen ihrNie wieder Krieg!" als LosungSwrTrt unter die Menge tMTf! Herr Porucar> t-r.b sein Troß werden sich freuen, bamu die Welt überzeuget zu könnei», daß de: hotchen Sltonrungen im deut­

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Wochenrückblick.

In der ungeheuren Spannung und der ilngewihheit, die auf dem deutschen Volke bezüglich der nächsten politischen Ereignisse lasten, gilt es, sich mit der Ruhe und Ent­schlossenheit zu wappnen, die den Wissensdurft smch den Berliner Regierungsmaßnahmen zu- mckhält und voreilige Kritik zurückweist. Auch Der klügste Taktiker oder Prophet könnte ja nichts besser machen, wenn er seine Vor­stöße macht und damit Zweifel oder Mißstim­mung im Publikum erregt. Das gilt natürlich ^anz besonders für die Wege, die unsere Aus- landSpolittk und die Auseinandersetzung mit Frankreich gehen sollen. Hier muß sich's der gewöhnliche Sterbliche genügen lassen, daß er Mitempfindet alle die neuen Freveltaten der Vranzosen, die nach Sühne und Vergeltung Ichreien, daß er die heilige Glut der na­tionalen Sck>am nicht verlöchen läßt. Wir sahen die Eroberer, die nach ihrem Vvrgeben keine Militärischen Gewaltakte, sondern nur Schutz- inaßregeln für ihre Ingenieure im Sinne hat­ten, alsbald zu offenen Verletzungen der deut­schen Gesetze, zu herrischen Befehlen gegen» über deutschen Vchirden, zu Bedrohungen und Erpressungen übergehen, wobei sie allerdings auf geharnischten Widerstand deutscher Män­ner stießen. Die Führer der Industtie und die Arbeiter des Ruhrbezirks sind einig in ge­schlossener Zurückwe sung der ihnen angeson- t lenen Treulosigkeiten gegenüber ihrem Va- £ erlaube. Das ist ein erhebendes Ergebnis im '.Zerlauf dieser bewegten Sage. Auch die wirt­schaftlich prattischen Erfolge der Eindring­linge sind für sie höchst enttäuschend. Namhafte englische Zei'tungen prophezeien schon das Ende dieser Pfänderakttoir, und in der Tat

dicker. ________

ff.

ib die Durchführung der n im Jahre 1923. xbung vom 19. Dezember jf aufmerksam, dah die Bekanntmachung vom

se Plockslrahe, Teusels- bDiezslrahe.

M, Lindenplah. Schul' Ix Mgengasse, Mter- Q(uf der Dach, Drei- Ä. »c« U s rornblumengasse. W rten hammstrahe Lahn

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SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck mrd Verlag: vrkihl'sche Univerfitätr-Vuch- vnd Steinöruderei R. Lan^e kn Gießen. Zchriftleitimg und Seschliftsltelle: Zchulstraße 7.

I gien für die nächste Zeit windig auSsieht. Die 5 Pircttenstückchen gegen Kohlenkähne auf dem Rhein, dieBeschlagnahme" der Gruben