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Kr.12

Sroettes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Montag, 15. Zanuar i92d

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In

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1922 in der

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Unter dem Freiheittbaum

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Das Wohnung Zangebot im Zähre 1922 ergibt sich au3 dec folgenden Liebersicht:

Roman

15. Fortsetzung. Wenn ein

Aus Wilsons Memoiren.

Die Geheimverträge der Alliierten.

3m Auftrage des Präsidenten Wilson hat fein Freund R. St. Daker, Pressechef der ame­rikanischen Regierung auf der Pariser Friedens­konferenz, die in mehreren Koffern und Truhen aufgestapelten Dokumente und Protokolle zur Frie­denskonferenz zu einem grohen Werke verarbeitet, das den Titel Woodrow Wilson .Me­moiren und Dokumente" trägt. Das neue Memoirenwerk, dessen Bedeutung nicht hoch genug deroertet werden kann, wird demnächst in einer deutschen, von Dr. Curt Thesing besorgten Aus­gabe, im Berlage von Paul List in Leipzig erscheinen. Wir sind heute schon in der Lage, aus dem Werk einen wichtigen Abschnitt, der die Gehetmverträge der Alliierten be-

wcrbfn.lhiwici:H Peru. LLr. tiiu W

von Clara Liebig.

(Rachdruck verboten.) Muerlein recht barmte, dann das Bäuerlein ein junges Weib

Handelskammer Giehen

(Schluh.)

23 mit 3 Zimmern.

3n der Senckenbergstrahe durch den hessischen Staat 12 Wohnungen, und zwar 6 mit 4, 4 mit 5 und 2 mit 3 Zimmern

3n der Straste Auf der Weisterde durch die Beton- und Eisenbetonbau-Gesellschaft 3 Woh­nungen, und zwar 1 mit 5 und 2 mit 4 Zimmern.

3n der Gnauthstrahe durch die Bauntwerke A.-G 3Wohnungen, un) Atoor 3 mit je 9 Zimmern.

3n der Strahe An der Warte durch Prof. Brüning 1 Wohnung (11 Zimmer).

3n der Gnauthstraste durch Geh.-Rat Gail 3 Wohnungen (je 3 Zimmer).

3n der Wilhetmstraste durch Dr. Pauly eine Wohnung (6 Zimmer).

3n d^r Gutenbergstrahe durch Zampedri, Wetzlar, 1 Wohnung (5 Zimmer).

Du ch das Draunsteinbergwerk 5 Wohnungen (je 3 Zimmer).

3n der Steinstrahe durch die Firma Andreas Euler 1 Wohnung (3 Zimmer).

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|i Inuitn Mi! $ ÜMauSjnblr, ffl Sobiumn !amr H fliK-ro. eotl flt ert W

Etehen im Jahre 1922.

X

Das städtische Wohnungsamt.

Troy der Bemülugen des Wohnungsamtes, auf dem Wege der Beschlagnahme allen entbehr­lichen Wohnraum zu erfassen und der wenn auch B'i verhältnismähig geringem Umfange wieder aufgenommenen Bautätigkeit ist die Zahl der Wohnungsuchenden auch im Jahre 1922 dauernd gestiegen.

Die Rachfrage nach Wohnungen in den ein­zelnen Monaten des Wahres zeigt die folgende Zu­sammenstellung:

50 .'iir. trnnlöH kfoiiintiSdji; u. OWU b. Ä'

Kallenfelsser hoff du dreibst so fille unge» räch igkeit du jud das 3ch dier dazu ein Strasse auserlech: von Gülden einhuntcet srckuW seck- sich und Ein funtec Biefenjon fon so fiel Ehlen Schienen Manschehter wo geheeren for zwo Baar Hosen woh dier et man so kiehn sein wert ein wortt zu fachen und nit zu körnen an die bestimpte blaah so werte Ich körnen mit sinnefzen Biss zewanssist Man und werten Wiehr eich euher Haus anstechen felbrge naacht und Kein bardong nit geben

Aufs Barvle

Iohannes durchtenwattt well Ich nit zerd Hat Sonst Hat Ich diehs briefgen sälber in dein Hauss Bracht *).

Isaak Herz hatte bisher, wenn er über Land

*) Der im Original erhaltene, ganz unver­ständlich: Brief lautet in richtiger Orthographie folgender masten:

An den Jud Herz zu Sobernhecm!

Einen freundlichen Grust von mit und meiner ganzen Kompagnie, und hier mit diesen paar Zellen wollen wir Euch zu wissen tun, bah Ihr uns morgen abend 5 Ühc sollt bringen fünfzig Karlinen, daran kein Kreuzer zu fehlen hat, auf den Äallenfelfer Hof. Du treibst so viel Ungerechtigkeit, Du Jud, dast ich Dir dazu eine Strafe auferlege von Gulden hundertsechs- undsechZg und eine Kontribution von so viel Ellen schönem Manchester, wie gehören zu zwei Paar Hosen. Wenn Ihr etwa so kühn fein werdet, ein Wort weiter zu sagen und nicht zu kommen an den bestimmten Platz, so werde ich kommen mit fünfzehn bis zwanzig Wann und werde Euch Euer Haus anstecken selbige Rächt und leinen Pardon geben.

Auf Parole

Johannes Durchdenwald.

Weil ich nicht Zeit hatte, sonst hätte ich dieses Briefchen selber in Dein Haus gebracht.

Das Reichsfinanzministerium beabsichtigt, einem dem Reichstag vorzulegenden Gesetzentwurf vorzuschreiben, dast der Steuerpflichtige gleichzeitig mit der Steuererklärung Den Betrag einzuzahlen hat. den er

Iler Art schinen.

*

410D

der Londoner Vertrag von zur Teilnahme am Kriege veröffentlicht worden.

teilei zunächst die zwischen

gab er; schickte .... _ ____ ,

oder eine schmucke Tochter, dann war der Hannes

nit(6ACibto41' «ÄJ**O* v. Ka*

»Ive* .-L^'sen. nesen,*'c

MrtW inud) Mm - -< iu foult ' gdir. .

iMnnb-Gkite.

AnlW von ' »11 ui jn TaakSvrcUr KarlW°"l

Ubrii'dd)«1 Gleüen.

WSO

Durch Reubau wurden hn Jahre Stadt Gtesten folgende Wohnungen errichtet;

In der Gnauthstraste durch die Stad! Giehen 33 Wohnungen, und zwar 3 mit 5, 7 mit 4 und

I Kohle wni rtftt l»'ki ie. Bin !» muri''* ni i onncbrpiö- Pflln?roirb- niA-litli^ rbiltihrllle Ni»» Sieb, jnnainri^

Felbeher« mHert1." 'je AvidM unndjt'1

Werkzonfle üeealbelr* iluflirtfw6'/ unv §"i'k. lie-GHier- M^rdcr- d. ^oriir" fcf W* SS?

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lch hier. eln 6'06068 rder Firma :el 1ch in der.

Jp°hlmann vauen bitte 1 zu wollen. IUS a

ging, immer ein paar Gendarmen zur Begleitung gedungen; heut kam er allein. Er zitterte und ging gebückt; ein alter Mann, heute noch ältei als seine sech ig Jahr. Am Fllsenweg fahte ihr die erste Schildwachr ab. er zeigte den Bries aU Legitimation vor .kassieren I" an der Haus' tür fiel ihn die zweite Wache an. Er wurde be> taflet und abgeklopft: trug er auch keine Waffe bei sich? An unsanften Knüffen fehlte es dabe? nicht. Darrn erst wurde er ins Audienzzimme- hinaufgelassen.

Warum gehst du alleweil in Begleitung vor Schandarmen?" fuhr ihn der Dückler an. .Has ein schlechtes Gewissen. Weistt du nit, dast ich dich mitten draus rausschietz, wenn ich 2up dazu hab?"

Das war ein ungnädiger Empfang. Isacn Herz wurde noch kleiner. Ohne dast er ein Wort zu sagen wagte, packte er seine Kontribulio, aus: zwanzig Ellen besten Manchesteilamt, unk legte sie auf den Tisch Gleich machte sich du Bläsius drüber her. befühlte und bestreichelt» die feine Ware.

.Wo hast 's Geld?" schrie Dückler unwirsch

.Halten zu Gnaden, gleich gleich!" Her, zählte die fünfzig Karolin auf. sie glitten ihn langsam nur aus den Fingern das schöne, da4 mühsam erworbene Geld!

Mehr!" brüllte der Räuber.

Gleich gleich." Run muhten die hundert, sechsundsechzig Gulden heraus. Der andere haß ihm nach indem er bei jedem Gulden, den de» Jude auf den Tisch zählte, ihm einen Klap. aufzählte. Da ging es rascher. Die hundert sechsundsechzig Gulden lagen nun da, aberäufn' brüllte Dückler noch immer.

Fortsetzung folgt)

die stand an der Tür des Hauses. ilnb dann nahm ihn ein Dritter m Empfang; der war aber nicht mehr bewaffnet mit Gewehr und Messer, sondern fein angetan, beinahe wie der Dien^ eines grohen Herrn, und der führte ihn höflich in ein Zimmer des Obergeschosses.

Da stand der Hauptmann, im hellblauen Rock, in gestreiftseidener Weste, die geraden B-^ne so p a I rn iec Hof: wie in einer Haut eine Re ter- fiiciel glänzten, silberne Sporen hatte er dran, und seine Rechte ruhte auf dem schönvergoldeten Knaus eines zierlichen Degens Gr lachte mit blitzenden Zähnen den demülig sich Verneigenden an. Die Iulie, die aufaepuht am Tisch fast und nichts tat. nickte gnädtg. Ihre Augen waren blankgeputzt, ihre Lippen vom Küssen ganz rot. Der Dückler hörte sich alles an: gewist, er wollte gern Helsen, et wustte ja selber, wie das Armsein tat war auch einmal so ein Schlucker gewesen.

Hochbefriedigt ging jeder fort: oh, der Harmes war nicht so schlimm, den Armen tat er kern Leides an, er plünderte nur die Fümehmen und die Juden. Auf die Iuden besorrders hatte er's abgesehen.

Ivhannes Dückler beorderte den Isaai Herz aus Sobernheim vor sich. Ein Junge stellte dem ein Driefchen zu; das lag, als seine Fcau mor­gens die Haustür auf tat, auf der Schwelle.

Iulie Bläsius, die geschmeidigen Glieder in Wams und Hosen, hatte den Wisch sorgfältig mit einem Stein beschwert, dast kein Wind ihn ver­wehe. Daraus stand in gekrakelten Buchstaben, gleichwie von Kinderhand:

An den Iud Herz zu Sobernheim.

Ein fteunte Liechen kms von Mier und meiner aantzen gombannieh und Hier mit diessen Phar Zellen wollen Wiehr eich zu wisetuhn das dier Un8 bis morchen abent um finef ilfcr solid pringen sünneszia Karlihnen und daran Kein Kreicher zu mankieren toirtt fein aufs den

tigen Verträge 1915, der Italien bewog offiziell Die Memoiren

lichei te. Dieser Vertrag wurde von den drei ^rtfjen Alliierten vor ihrem getreuen Verbün­deten, Serbien, sorgfältig gs-llmgehalten und hat später viel bittere Gefühle erweckt.

Im vierten Vertrag verständigen sich Frank- nich und England über eine Kontrolle Po­lens und über die Zerstückelung Deutsch­lands. Die Memoiren führen darüber fotgen- tes aus:

Am 11. März 1917, einen Monat vor der amerikanischen Kriegserklärung, wurde schein-

1,0 pliri

»K si 1 iöSi*ufpreL" liul

Man bedenke, was die Geheimverträge in Wahrheit bedeuteten, die Abmachungen, die sie enthielten. Hier finden sich nicht nur im ilmri6 die Vereinbarungen, die im Rovemöer 1917 durch die Preisgabe der Geheimnisse des alten russi­schen Auswärtigen Amtes bekanntgemacht, später in Paris bestätigt und weiter aus- einander gesetzt wurden, sondern auch noch andere, tote der Shkes-Picvt-Vertrag und die geheimen Abmachungen von St. Iean de Maurienne über die Austeilung der Türkei, die erst im Zwie­licht der Friedenskonferenz wieder auftauchten und dort einen bitteren Streit entfesselten. Eine der in ihrer Wirkung auf die Vereinigten Staa­ten wichtigsten dieser geheimen Vereinbarungen: wurde in ihren Einzelheiten so lange geheim- gehalten. bis die Pariser Friedenskonferenz xur Erörterung der Probleme des Pazifik schrut. Och meine das Abkommen der Alliierten mit Iapan über die Zuteilung Schantungs und die Aufteilung der deutschen Inseln im Stillen Ozean zwischen Japan und dem brllifchrn Reich. Disher ist überhaupt nur einer dieser hochwich-

bar ohne Befragung von Grohbritannien - ein überaus bemerkenswerter (feit deutschimtlicher Veröffentlichung der ruffiscyen Geheimdokumente in den Hauptparaaraphen schon bekannter) ge­heimer Vertrag zwischen Frankreich und Rustland geschlossen, ©ein Zweck war, Frankreich und England volle Freiheit in der Ausrvllung von Deutschlands Westgrenze zu gewähren" unter der Bedingung, dast die beiden Mächte Ruhland die gleiche Freiheit bei Festsetzung seiner Grenze gegenüber Deutschland und Oesterreich" zusicher­ten. Mit anderen Worten: Frankreich sollte frei entscheiden, was aus ganz Deutschland westlich des Rheins werden sollte, und Rustland erhielt dafür freie Hand in Polen.

Grostbritannien und Frankrerch einer- frits und dem öhnen verbündeten Rustland andererseits abgeschlosteten geheimen Verträge mit, die bis in das 3abr 1915 zurückgehen. Ruh­la nd fordert Konstantinopel und Grvstbritannren sichert sich Rechte in Persiet und in der Türkei.

Der zeitlich zweite Cehcrnrvertraq ist der Vertrag von London vom 26. April 1915, der Italien auf die Seste der Alliierten zog, und der bereits offiziell re.Dfsentllcht worden ist. Die Memoiren weiter besonders darauf hin, dast der Vertrag Italien einen Teil von Tirol bis zum Brenner mit einer einheitlich deutschen Be­völkerung von 20C 000 Seelen ük er lieferte, die seit dem 14. Jahrhundert stets öste.reich.sch ge­wesen war. Die Majorität von Istrten und Görz- Eradiska war stawisch und nicht italienisch Oefter- reich-äängarn wurde durch diesen Te.-trag gänzlich von der See abgeschlossen, und auf diese Weise unter italienische Herrschaft gebracht. Endlich Unitbe Stallen noch ein Geb'.etszuwachs in Afrika ver-sprochen für den Fall, dast Frankreich und Crotbritamrien ihren kolonialen Besitz in Afrika auf Kosten Deutschlands erweitern sollten".

Der dritte ist der rumänische Geheim­vertrag vom 18. August 1916. An diesem Tage wurde von den Alliierten ein Vertrag unterzeichnet, der Rumänien nicht nur das von -einer zckhlreichen rumänischen Bevölkerung be­siedelte Transsylvanien zusprach sondern ihm auch fruchtbare Länderst recken in älnaarn, sowie das Hauptsächlich von Serben unb Ungarn bewohnte Banat und die Oesterreich zugelhorige Bukowina Tnit überwiegend ruthenischer Bevölkerung zu-

handelt, veröffentlichen. Wllson kannte diese Geheimverträge nicht, als er zur Friedenskonfe­renz fuhr, und ihnen muh man zum Teil die Schuld zuschreiben, wenn die auf einen ge­rechten Frieden gerichteten Bestrebungen des Dräsiderrten zum Scheitern verurteilt wa^en. " dem Werke wird darüber mit Anführung der Dokumente im Wortlaut u. a. wie folgt be­richtet:

noch viel willfähriger. Es waren ihrer eine ganze QHenge, denen der Hauptmann so aus der Bredullich" geholfen hatte. Da mochte der Kantonsiichter noch solchen Preis auf den Fang des berüchtigten Räubers setzen, es würde ihn keiner verraten; man lachte die Gendarmen aus und wies sie auch wohl mit Absicht auf falsche Fährte. Wäre es nicht eine Sünde, solch lustiges jringes Blut an den Galgen zu liefern? Die Mädchen beneideten im stillen Iulie Bläsius, die Räuberbraut, und die Burschrn toieberum hätten es gern dem Bückler gleichgetan. Ei, der war flug, der halte sich freigemacht von all­täglichen Gesetzen, der liest sich nichts abgehen, lebte wie ein Fürst was hatten sie denn von ihrem Leben? Richts als Plackerei von morgens bis abends und trotz aller Plage nur ein paar Batzen im Sack!

Es waren nicht blost Bittsteller, die sich auf dem Kallenselser Hof meiden liehen, es waren auch solche dabei, die dem Bückler nur rhr Kom­pliment machen wollten. Schade, dast die Dirnen nicht auch so dreist sein durften! In den Spinn­st üben wurde der Johannes Durchdenwald, wre Dückler sich gern nannte, gar viel besprochen.

Wer dem Kallenfelser Hof sich nahte, wurde von einer Wache angehalten, die in dem schmalen Weg zwischen zwei steilen Felsen dem einzigen Zugang zum Hof bewaffnet bis an die Zahne, auf und ab patrouillierte. Wer hier sein Sprüch­lein gesagt: woher er kam und was er wolle, wurde weitergewiesen zur zweiten Schildwache;

Nationaler Protest im Diestener Stadttheater.

Wilhelm Teil.

Schauspiel in 5 Alten von Stiebt, v. Schi11ee. ©leben, 14. Ianuar 1923.

Es ist keine Absonderlichkeit und auch durch­aus nicht neu, in Zeiten einer elementaren Volks­bewegung das Theater zum Widerhall unb zur Propagandastätte sür den grohen, das ganze Volk einigenden politischen Gedanken zu madyrir. Eine solch: hoch emporbrandende Vollsbewegung geht jetzt, verur|acht durch Frankreichs hahersüllte Raubgier nach deutschem Land und Gut, durch alle deutschen Gaue, und da war es nur natürlich, dast auch unsere Theaterleitung es als ihre Pflicht ansah, nach Mastgabe ihrer Kräfte veizusteuern zur Entflammung der deutschen Het- Er Mancher mochte wohl der Ansicht fein, ein immer Protest des Theaters durch die Schlie» ng seiner Pforten am heutigen Rational traue» tag sei red>t unb gut. Llnzweiselhaft besser war es aber, dast die Theaterleitung einen wirk­sameren Weg einschlug, um in ihren Grenzen dem Protest eines schnöde vergewaltigten Vol es Aus­druck zu verleihen, indem sie eine Aufführung herausbrachte, die der deutschen Volksnot, dem von F ankreich schwer verletzten deutschen Rechts­empfinden entsprach und Gelegenheit bot, daS Denlen und Fühlen eines jeden guten Deutschen in diesen Stunden zu äustern. ilnb was wäre hierzu wohl geeigneter gerne,"en als der2 e 11, diese gewaltige Dichtung Schillers, in der der Gluthauch der Freiheitssehrsucht. des ehrlichen und gerechten Absch.us eines in den Staub ge­tretenen Volles gegen landfremde Tyrannen so ccm2ntar und h n eistend daherweht. Zu dieser Wahl eines P'rotestmittels in der Stunde der gröstten nationalen Rot beglückwünschen wir un­sere Theaterleitung. Dieser Anstoh wird in Giehen gute Früchte tragen zur Beschwin- gung des deutschen nationalen Empfindens und des berechtigten Zornes gegen die französischen Rechtsbrecher von heute! Diesen Schluy wird jeder ziehen, der heute Zeuge war des spontanen, alle gewohnten Maste weit übersteigenden aus tiefster Bewegung kommenden Beijalls, mit dem am Anfang der Vorspruch des Hofrats Stein- g o e 11 e r und bann b:i offenen Szene die vielen Stellen aus dem .Teil" begleitet würben in de en der Ausfchrei eines zur Verzweiflung ge­trieben en Volles und fein Wille, das verhasste Hoch der fremden Wüteriche abzuschütteln unb fich die Freiheit wieder zu erringen, in so ergreifenden Worten zum Ausdruck kommen

Den Pivtestabend leitete Direktor Stein- goetter mit einem von ihm versah en und gesprochenen Vo s^ruch ein, beJun packende Worte ein Mahn- und Warn -» ruf an bas Ausland, aber auch eine örin- genbe Aufforderung an ganz Deutschland waren, nun endlich Einkehr bei s i ch zu hal­ten, die Reihen zu schliesten und sich in Einigkeit und Treue zur Wahrung unseres guten Rechtes geschlossen hinter die Männer zu stellen, die in diesem Kampfe unseres wehr- unb waffenlosen Volkes gegen Gewalt unb Willkür untere Führer sind. Uni> bann erfüllte Schillers herrlicher .Teil" alle Herzen mit glühender Begeisterung. Die Aufführung, am Freitagabend unter dem Druck der Stunde erst beschlossen unb bann in hastigem Rächt- und Tagstudium vor­bereitet, war nur möglich durch die opferwillige und in hohem Maste anerkennenswerte Arbeit eines jeden Mitglieds unserer Bühne. War das ganze Llntemehmen auch in starker Weise im- p avisiert, so kam doch eine künstlerisch gut abgerundete Ausführung heraus. K a r l 3 u h n k. als Teil, Adolf Teleky als Gestler. Paul Schubert (Werner Stausfacher), Hans F r o m- mann (Melchtal). Georg Heding (Baum­garten), Heinz Bechstein (Walter Fürst), Auguste Warcks (Gertrud). Kitty Frank« (Hedwig), RichardHellborn (Ruodi). Karl Volck (Attinghausen), Martin Jacob (Ru- denz), Rudolf Goll (Reding), Paul M e h n e r t (Rösselmann), Karla Keller (Berta) und all die anderen Mitglieder des heutigen Künsllerpersonals gaben ihr Bestes zum vollen Gelingen, sie alle dürfen sich rühmen, den Erwartungen des Publikums voll gerecht ge­worden zu sein. Soweit hie und da Heine Mängel zutage traten, muh man sie in nachsichtiger Weste mit der Improvisation entschuldigen.

Das Haus war in einer Weite bese't, wie da- in Giehen zu den gröstten ©eitenyeiten gehört Ausve.kauft waren die gesamten Sitzplätze, uni in den Gängen unb in jebem freien Winkelcher

nach seiner eigenen Steuererklärung an Einkommensteuer schuldet, soweit er nicht durch Vorauszahlung ober burch Lohnabzug gedeckt ist. Um dieser Vorschrift den gebotenen Rachdruck zu verleihen, soll, wenn die Entrichtung der Steuer nicht zu dem vorgeschriebenen Zeitpunkt erfolgt, für jeden angefangenen vollen Monat ein Zu­schlag von lOProz. zurStcu zahlen fein. Dieser Grundsatz soll für die Eintdmmen-. Körperschafts-, Vermögens- unb Erbschaftssteuer gelten. Der in diesem Vorschlag zum Ausdruck ge­brachte Gedanke mag an sich rich ig sein, er ver­kennt aber vollständig die Vielge tultigkeit des praktischen Lebens und trägt im bc'onberen den berechtigten Bedürfnissen von Handel und In­dustrie nicht Rechnung. Dor allem wird dabei immer das eine übersehen: der Handelsstand ist es doch, der das für die Versorgung be: Bevölkerung unbedingt erforderliche Kapital vo r bem Augen­blicke an, wo der Erzeuger bezahlt wird, bis zu dem Augenblicke, wo der VerbrauHe'- bezahlt, vorschieht. Cs handelt sich hierbei um große Summen; wird ihm nun ein Teil dieser Kapitalien durch Steuern plötzlich entzogen, so wirb der Handelsstand zum Schaden der Allgemeinheit in der Erfüllung seiner volkswirtschastäch r Funk­tionen gehindert. Mit dem hier gemacht m Vor­schlag wirb daher weder dem Knuf na m 7och der Allgemeinheit gedient; er i't desha te u hertoerfen.

Der finanzpolitische AuIschuh ; e^ Reichs­wirtschaftsrats hat eine Herabminderung der Lasten des Gewerbetrei 'enden für notwendig erachtet und den Reichsminister der Finanzen ersucht, die 5rag: der Rea 1 - fleuerbetaftung erneut zu prüfen, sowie sich über bie Möglichkeiten der Einführung einer Höchstbelastungsgrenze in einer Denk­schrift zu äuhem. Gemeinden sollen landesgeseh- sich verpflichtet werden, die Ertrag > teuer in ein angemessenes Verhältnis zur' e der an e'en© - meindeeinnahmen zu bringen, f-.> dast eine nJe-er- laftung der davon betroffen nKr iseau geschloffen ist. Die Handelskammer begräbt auf bti» leb­hafteste diesen Descbph des Au>.-spufses imReichs- wirtschaftsrat, wird doch darin einer Forde ung Rechnung getragen, welche die Handelskammer schon lange ausgestellt und stets verfochten hat. Die Handelskammer berrutzt diese Gelegenheit, warnend ihre Stimme zu erheben gegenüber ihr bekannt gewordenen Plänen von Dem.inden ihres Bezirks, bie Gewerbesteuerschrau -e erneut und noch schärfer anzuspannen, wie bisher. Die Ge­meinden handeln nur klug, wenn sie Hcindel unb Industrie als die Hauptträger der gemeindlichen Lasten stark und leistungsfähig erhalten und die in ihnen ruhende Steuerquelle nicht durch eine ÜlebeZpannung der Steuerschraube verschütten.

Die Handelskammer verfolgt mit Besorgnis die In stetig steigender Richtung sich bewegende Entwicklung des G 01 d z 0 l! a u f g e 1 d s. Sie erhebt die Forderung, dast wenigstens für die Gegenstände des täglichen Leben Sbedarfs eine Entspannung der Zollschraube zwecks Enllastung des Inlanbverbrauchs eintritt

Lebhafte Klagen der Kaufmannschaft über den in jüngster Zeit von Staatsbeamten be­triebenen Warenhandel geben der Han­delskammer Veranlassung, an die Beamtenschaft die eindringliche Bitte zu richten, diese Art der Betätigung doch denjenigen Kreisen zu überlaufen, welche von Berufs wegen unter Bringung geld­licher Opfer bie hierfür erforderlichen Einrich-

) Dergl.Dietz. Anz." Rr.6 vom 8. Ian.

D. Schrislltg.

hingen getroffen, ein Heer von Angestellten unter­halten und welche doch beide, Arbeitgeber wie Angestellte, auch Anspruch auf Existenzberech­tigung haben, zumal gerade sie die Existenz der­jenigen sicherstellen, welche diese Rebenbeschäf­tigung ausüben. Dabei kann nicht oft genug be­tont werden, bah ein ernsllich ins Auge gefi&ter Preisabbau ein Ding der ülnmöglichteit ist, so­lange die auf dem Warenumsatz ruhenden ilrt- kosten, wie Bahn- und Postgebühren, Gewerbe- leuem, Lohn- und Gehaltserhöhungen usw. in dauerndem Steigen begriffen sind.

Die Handelskammer hat auf besonderen Wunsch der Kaufmannschaft die Frage der Dankzinsen in den Kreis ihrer Erörterungen gezogen und wird in engster Verbindung mit der Giehener Banken-Dereinigung bemüht sein, diese äusterst schwierige Frage einer beide Teile befriedigenden Lösung entgegenzufnhren.

Der Diplom-Kaufmann unb Hanbelslehrrr Herr Johann Kunzelmann in Giehen ist von der Handelskammer als Bücherrevisor öffent­lich angefieTlt unb beeibigt worden.

Monat

Ges.. Zahl

Dring, gesucht

Ohne Wohn

Mct

Wohn

Mahnung»

>i). unter 25 Jahren

Januar .

1313

504

765

548

136

Februar.

1363

516

786

577

132

MSr; . .

1433

529

816

617

135

Slpril . ..

1465

522

836

629

136

Mai . . .

1527

516

864

663

140

Juni. . .

1593

526

903

690

143

Juli . . .

16 0

544

924

726

146

August .

1693

514

957

736

153

September

l'7!!

554

977

734

158

Oktober.

1736

558

992

744

147

TloDcmbcr

1765

549

1014

751

151

Kleine, Mittl Große

Wohnungen

c - =

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Monat

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Läd u W> statt

Januar

14

14

2

30

1

Februar

15

9

5

29

7

1

Marz

8

9

9

26

6

Apr-l

13

9

5

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6

Mai

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23

4

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Juni

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4

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3

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August

8

6

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10

6

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23

6

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9

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1

14

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7

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12

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